Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Appendix to the Public Lectures
GA 85

25 January 1903, Berlin

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
  1. Appendix to the Public Lectures, tr. SOL

55. Festrede zum 12. Stiftungsfest der Arbeiter-Bildungsschule

55. Festrede zum 12. Stiftungsfest der Arbeiter-Bildungsschule

[ 1 ] Die Arbeiter-Bildungsschule feierte am Sonntagabend ihr zwölftes Stiftungsfest im Gewerkschaftshause. Dem Festtage zu Ehren war ein Konzert veranstaltet worden, dessen künstlerischer Wert nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Harmoniumvorträge, Cello- und Harfensoli sowie Konzert und Gesang wechselten ab mit Rezitationen ernsten und heiteren Inhalts. Den Mittelpunkt des mit feinem Kunstsinn zusammengestellten Programms aber bildete die von Herrn Dr. Rudolf Steiner gehaltene Festrede. Herr Dr. Steiner wies auf Liebknecht als den Begründer der Schule hin, dessen überlebensgroßes Bild den Saal schmückte. In unsres großen Toten Sinne sei der Kampf nicht um seiner selbst willen zu führen, sondern als Mittel zu dem hohen Ziel der Vervollkommnung der Menschheit. Und in diesem Streben komme das Werk der ArbeiterBildungsschule auch in Betracht; in ihrem Unterricht falle eine Saat auf fruchtbaren Boden, die noch späteren Geschlechtern zum Segen gereiche. Die Mitarbeit an den Idealen der Menschheit, das Wirken nach dem von Goethe der Menschheit hinterlassenen Vermächtnis, auf freiem Grund mit freiem Volk zu stehen: das sei die Aufgabe, deren sich auch hinfort die Arbeiter-Bildungsschule würdig zeigen werde. Einem Arbeiterfest fehlt offenbar etwas, wenn nicht die Polizeizensur ein bisschen in dem Programm herumverbietet. Sonntagabend wurde aus unersichtlichem Grunde die Rezitation einiger Verse aus der Satire «Willis Werdegang» untersagt. Wie die Zusammenstellung so war auch der Vortrag des Programms vorzüglich. Als Rezitator trat Herr Kurt Holm auf, als Meister vom Harmonium Herr Richard Franke. Herr Albrecht Löffler spielte das Cello, Herr Alfred Holy die Harfe mit vollendeter Künstlerschaft, und Frau Helene Löffler-Hintze erfreute das überaus zahlreich erschienene Publikum durch ihren prächtigen Gesang.

[ 1 ] Die Arbeiter-Bildungsschule feierte am Sonntagabend ihr zwölftes Stiftungsfest im Gewerkschaftshause. Dem Festtage zu Ehren war ein Konzert veranstaltet worden, dessen künstlerischer Wert nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Harmoniumvorträge, Cello- und Harfensoli sowie Konzert und Gesang wechselten ab mit Rezitationen ernsten und heiteren Inhalts. Den Mittelpunkt des mit feinem Kunstsinn zusammengestellten Programms aber bildete die von Herrn Dr. Rudolf Steiner gehaltene Festrede. Herr Dr. Steiner wies auf Liebknecht als den Begründer der Schule hin, dessen überlebensgroßes Bild den Saal schmückte. In unsres großen Toten Sinne sei der Kampf nicht um seiner selbst willen zu führen, sondern als Mittel zu dem hohen Ziel der Vervollkommnung der Menschheit. Und in diesem Streben komme das Werk der ArbeiterBildungsschule auch in Betracht; in ihrem Unterricht falle eine Saat auf fruchtbaren Boden, die noch späteren Geschlechtern zum Segen gereiche. Die Mitarbeit an den Idealen der Menschheit, das Wirken nach dem von Goethe der Menschheit hinterlassenen Vermächtnis, auf freiem Grund mit freiem Volk zu stehen: das sei die Aufgabe, deren sich auch hinfort die Arbeiter-Bildungsschule würdig zeigen werde. Einem Arbeiterfest fehlt offenbar etwas, wenn nicht die Polizeizensur ein bisschen in dem Programm herumverbietet. Sonntagabend wurde aus unersichtlichem Grunde die Rezitation einiger Verse aus der Satire «Willis Werdegang» untersagt. Wie die Zusammenstellung so war auch der Vortrag des Programms vorzüglich. Als Rezitator trat Herr Kurt Holm auf, als Meister vom Harmonium Herr Richard Franke. Herr Albrecht Löffler spielte das Cello, Herr Alfred Holy die Harfe mit vollendeter Künstlerschaft, und Frau Helene Löffler-Hintze erfreute das überaus zahlreich erschienene Publikum durch ihren prächtigen Gesang.