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The Rudolf Steiner Archive

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Appendix to the Public Lectures
GA 85

22 November 1904, Munich

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Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
  1. Appendix to the Public Lectures, tr. SOL

61. Steht die Theosophie im Widerspruche mit der Wissenschaft?

61. Steht die Theosophie im Widerspruche mit der Wissenschaft?

[ 1 ] Theosophische Vorträge. Am zweiten Vortragsabend sprach Dr. Rudolf Steiner im Prinzensaale des Café Luitpold über das Thema «Steht die Theosophie im Widerspruche mit der Wissenschaft?». Er gab zunächst einen Rückblick über die Entstehung und Fortbildung des Materialismus und dessen allmähliche Ablehnung von naturwissenschaftlichen Autoritäten. Die Naturwissenschaft, die mit mathematischer Genauigkeit getrennt von der Philosophie arbeite und, wie Redner betont, im Interesse der exakten Forschung bisher auch arbeiten musste, sei in ihrer Entwicklung an ein neues Forschungsgebiet, das Gebiet des Seelischen und Geistigen, gelangt. Redner glaubte nun, die Probleme der seelischen Erkenntnis eingehend behandeln zu müssen. Dr. Steiner gedachte dann auch noch der neueren Forschungen über abnorme Bewusstseinszustände und der Steigerung des Bewusstseins in somnambulen Zuständen, wie sie die neuere hypnotologische Forschung festgestellt, und betonte, dass auch die neuere Experimentalpsychologie neue Probleme aufgegeben habe. Die Wissenschaft sei, so erklärte er abschließend, durch alle auftauchenden Probleme infolge ihrer eigenen Entwicklung wieder zur Philosophie, zur Pforte höherer Weisheit hingeführt worden, und die Vereinigung von Religion, geistiger Weltanschauung, Philosophie und Wissenschaft, wie sie auch die moderne Theosophie anstrebe, werde die große Tat des zwanzigsten Jahrhunderts sein. Nach dem von dem gewählten Auditorium mit großem Beifall aufgenommenen (freien) Vortrage entspann sich eine längere Diskussion namentlich über den Vergleich, den Dr. Steiner zwischen mystischer und mathematischer Erkenntnis angestellt hatte, ferner über die Stellung der Theosophie zur Medizin und zum «Gesundbeten» sowie – zur sozialen Frage, wobei Redner geschickt Missverständnisse aufzuklären und erhobene Einwände zu widerlegen suchte. Er konnte auch noch mitteilen, dass an der hiesigen Universität eine Theosophische Vereinigung in Bildung begriffen ist, die der Propaganda für die Ideen der Theosophie unter den Studierenden dienen soll.

[ 1 ] Theosophische Vorträge. Am zweiten Vortragsabend sprach Dr. Rudolf Steiner im Prinzensaale des Café Luitpold über das Thema «Steht die Theosophie im Widerspruche mit der Wissenschaft?». Er gab zunächst einen Rückblick über die Entstehung und Fortbildung des Materialismus und dessen allmähliche Ablehnung von naturwissenschaftlichen Autoritäten. Die Naturwissenschaft, die mit mathematischer Genauigkeit getrennt von der Philosophie arbeite und, wie Redner betont, im Interesse der exakten Forschung bisher auch arbeiten musste, sei in ihrer Entwicklung an ein neues Forschungsgebiet, das Gebiet des Seelischen und Geistigen, gelangt. Redner glaubte nun, die Probleme der seelischen Erkenntnis eingehend behandeln zu müssen. Dr. Steiner gedachte dann auch noch der neueren Forschungen über abnorme Bewusstseinszustände und der Steigerung des Bewusstseins in somnambulen Zuständen, wie sie die neuere hypnotologische Forschung festgestellt, und betonte, dass auch die neuere Experimentalpsychologie neue Probleme aufgegeben habe. Die Wissenschaft sei, so erklärte er abschließend, durch alle auftauchenden Probleme infolge ihrer eigenen Entwicklung wieder zur Philosophie, zur Pforte höherer Weisheit hingeführt worden, und die Vereinigung von Religion, geistiger Weltanschauung, Philosophie und Wissenschaft, wie sie auch die moderne Theosophie anstrebe, werde die große Tat des zwanzigsten Jahrhunderts sein. Nach dem von dem gewählten Auditorium mit großem Beifall aufgenommenen (freien) Vortrage entspann sich eine längere Diskussion namentlich über den Vergleich, den Dr. Steiner zwischen mystischer und mathematischer Erkenntnis angestellt hatte, ferner über die Stellung der Theosophie zur Medizin und zum «Gesundbeten» sowie – zur sozialen Frage, wobei Redner geschickt Missverständnisse aufzuklären und erhobene Einwände zu widerlegen suchte. Er konnte auch noch mitteilen, dass an der hiesigen Universität eine Theosophische Vereinigung in Bildung begriffen ist, die der Propaganda für die Ideen der Theosophie unter den Studierenden dienen soll.