Consciousness — Life — Form
GA 89
1903/1904
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Consciousness — Life — Form, tr. SOL
Entwurf zur Darstellung der geisteswissenschaftlichen Kosmologie
A Draft Outline of Spiritual Scientific Cosmology
[ 1 ] Das Dasein des gegenwärtigen Menschen verläuft nicht bloß in einem, sondern in mehreren Bewußtseinszuständen. Der gewöhnliche [Zustand] ist derjenige, in dem sich der Mensch befindet von dem Erwachen bis zum Einschlafen. Er nimmt in diesem Zustande die Dinge durch seine Sinne wahr und bildet sich aus den Sinneswahrnehmungen Vorstellungen. Dadurch ist für ihn die physische Welt vorhanden. Und auf sie beziehen sich auch die Kräfte seiner Seele, sein Denken, Fühlen, Wollen und Handeln.
[ 1 ] The existence of modern human beings unfolds not merely in one, but in several states of consciousness. The ordinary [state] is the one in which a person finds themselves from the moment they wake up until they fall asleep. In this state, they perceive things through their senses and form ideas based on these sensory perceptions. Through this, the physical world exists for them. And it is to this world that the powers of their soul—their thinking, feeling, willing, and acting—are directed.
[ 2 ] Mit diesem Zustand des Bewußtseins wechseln nun zwei andere ab: der traumerfüllte Schlaf und der tiefe, traumlose Schlaf. Man bezeichnet diese Zustände oftmals mit dem Worte «unbewußt». Doch ist diese Bezeichnung eine solche, die den hier in Betracht kommenden Tatbestand verschleiert. Sie sind in Wahrheit nur andere Arten des Bewußtseins. Man könnte sie dumpfere Arten desselben nennen.
[ 2 ] This state of consciousness is now alternated with two others: dream-filled sleep and deep, dreamless sleep. These states are often referred to as “unconscious.” However, this term obscures the reality of the situation at hand. In truth, they are merely different types of consciousness. One could call them more subdued forms of the same.
[ 3 ] Der traumerfüllte Schlaf zeigt nicht Gegenstände wie das wache Tagesbewußtsein, sondern in der Seele aufsteigende und verschwindende Bilder. So sinnverwirrend sich diese Bilder dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber auch ausnehmen: die Aufhellung ihrer Wesenheit ist geeignet, tiefer in die Natur der Welt hineinzuführen. Das, als was sie sich im nächtlichen Seelenleben darstellen, kann keine rechte Grundlage für ihre Erkenntnis abgeben. Eine solche ist erst für denjenigen Menschen vorhanden, der im Sinne einer solchen Schulung, wie sie in diesem Buche beschrieben wird, seine höheren Erkenntniskräfte ausbildet, die ihn zu einem Einblick in die übersinnlichen Welten führen. In diesem Kapitel soll eine Beschreibung der Tatsachen gegeben werden, die für diese höheren Welten gelten. Wer den Erkenntnispfad in diese Gebiete selbst antritt, wird dann auch diese Tatsachen bewahrheitet finden.
[ 3 ] Dream-filled sleep does not present objects as waking daytime consciousness does, but rather images that arise and vanish within the soul. However bewildering these images may seem to ordinary consciousness, the illumination of their essence is capable of leading one deeper into the nature of the world. What they appear to be in the soul’s nightly life cannot serve as a proper foundation for their understanding. Such a foundation exists only for those who, through the kind of training described in this book, develop their higher powers of insight, which lead them to an understanding of the supersensible worlds. This chapter aims to provide a description of the facts that apply to these higher worlds. Anyone who embarks on the path of knowledge into these realms for themselves will then also find these facts to be true.
[ 4 ] Was an der Traumwelt zunächst auffallen muß, ist der in ihren Bildern auftretende sinnbildliche Charakter. Bei einer einigermaßen subtilen Aufmerksamkeit auf die bunte Mannigfaltigkeit der Traumerlebnisse kann dieser Charakter klar werden. Von einfachen Sinnbildern bis zu dramatischen Vorgängen finden sich alle Zwischenstufen in dieser durch die Seele huschenden Welt. — Man träumt von einer Feuersbrunst; man wacht auf und merkt, daß man neben der Lampe eingeschlafen war. Das Licht der Lampe hat man da im Traume wahrgenommen, aber nicht so, wie es sich in der gewöhnlichen Welt den Sinnen darstellt, sondern im Sinnbild, als Feuersbrunst. Oder man träumt von einer Reiterschar, die man vorübertrampeln hört; man wacht auf, und das Pferdegetrampel setzt sich unmittelbar fort als das Schlagen der Uhr, das sich auf diese Art versinnbildlicht hat. — Man träumt von einem Tiere, das einem an der Gesichtsseite kratzt; beim Aufwachen zeigt sich, daß man an der betreffenden Stelle einen Schmerz fühlt, der auf die angegebene Art sein Traum-Sinnbild gefunden hat. — Ein länger ausgesponnener Traum könnte etwa der folgende sein. Jemand träumt, er gehe durch einen Wald. Er vernimmt ein Geräusch. Beim Weitergehen tritt aus einem Gebüsche ein Mensch auf ihn zu. Dieser geht zum Angriffe über. Ein Kampf entspinnt sich, der Angreifer schießt. In diesem Augenblicke wacht der Träumer auf, und er merkt, daß er eben den Stuhl neben seinem Bette umgeworfen habe. Der Aufschlag des Stuhles ist durch das Traumbewufßtsein in die geschilderte sinnbildliche Handlung umgewandelt worden. So können äußere Vorgänge oder auch innere Tatsachen, wie in dem oben gegebenen Beispiele von dem kratzenden Tiere, durch den Traum als Sinnbilder wahrgenommen werden. Auch Affekte, Stimmungen können sich so darstellen. Jemand leidet zum Beispiel unter dem bedrückenden Gefühle, daß für ihn in den nächsten Tagen ein unangenehmes Ereignis eintreten werde. Im Traume stellt sich dieses Gefühl so dar, daß er sich in der Gefahr des Ertrinkens befindet.
[ 4 ] What must first strike one about the world of dreams is the symbolic character of its images. If one pays even moderately subtle attention to the colorful diversity of dream experiences, this character becomes clear. From simple symbols to dramatic events, all intermediate stages can be found in this world that flits through the soul. — One dreams of a conflagration; one wakes up and realizes that one had fallen asleep next to the lamp. One perceived the light of the lamp in the dream, but not as it presents itself to the senses in the ordinary world, but symbolically, as a conflagration. Or one dreams of a troop of horsemen that one hears trampling past; one wakes up, and the trampling of horses immediately continues as the striking of the clock, which has been symbolized in this way. — One dreams of an animal scratching one’s face; upon waking, it becomes apparent that one feels pain at the spot in question, which has found its symbolic expression in the dream in the manner described. — A more elaborate dream might be something like the following. Someone dreams that he is walking through a forest. He hears a noise. As he continues walking, a person emerges from some bushes and approaches him. The person attacks. A fight breaks out; the attacker fires a shot. At that very moment, the dreamer wakes up and realizes that he has just knocked over the chair next to his bed. The sound of the chair falling has been transformed, through the dreamer’s awareness, into the symbolic action described above. In this way, external events or even internal states—as in the example given above of the scratching animal—can be perceived as symbols through the dream. Emotions and moods can also manifest themselves in this way. For example, someone suffers from the oppressive feeling that an unpleasant event will occur for them in the coming days. In the dream, this feeling manifests itself in such a way that the person finds themselves in danger of drowning.
[ 5 ] Durch das in Beispielen Geschilderte sind zwei Eigenschaften des Traumbewußtseins charakterisiert: erstens sein bildartiger, sinnbildlicher Charakter und zweitens etwas Schöpferisches in demselben. — Dem Tagesbewußtsein ist dieses Schöpferische nicht eigen. Dieses gibt die Dinge der Umgebung so, wie sie in der physischen Außenwelt sind. Das Traumbewußtsein fügt aus einer andern Quelle etwas hinzu.
[ 5 ] The examples described above highlight two characteristics of dream consciousness: first, its pictorial, symbolic nature; and second, a creative element within it. — This creative aspect is not inherent in waking consciousness. Waking consciousness presents the things in the environment exactly as they are in the physical external world. Dream consciousness adds something from another source.
[ 6 ] Wodurch wird diese Quelle eröffnet? Durch nichts anderes als dadurch, daß jene Sinnestätigkeit, von der das Tagesbewußtsein abhängt, im Schlafe aufgehört hat. Das Schweigen dieser Sinnestätigkeit drückt sich dadurch aus, daß das Selbstbewußtsein des Menschen entschwindet. Dieses Selbstbewußtsein ist eben an die Tätigkeit der äußeren Sinne gebunden; schweigen diese, so versinkt es in einen Abgrund. Man bezeichnet diese Tatsache in der sogenannten Geheimwissenschaft dadurch, daß man sagt: die Seele des Menschen hat sich aus der physischen Welt zurückgezogen. Wer nun nicht behaupten will, der Mensch höre beim Einschlafen auf zu sein und entstehe beim Aufwachen von neuem, dem wird die Erkenntnis nicht schwerfallen, daß der Mensch während des Schlafes in einer andern als der physischen Welt vorhanden ist. Man nennt diese Welt die astrale. Der Leser nehme diesen Ausdruck zunächst als eine Bezeichnung für jene Welt hin, von der der Mensch eine Ahnung erhält durch seine Träume. Die Berechtigung dieses Ausdruckes wird aus anderen Kapiteln dieses Buches sich ergeben.
[ 6 ] What opens up this source? Nothing other than the fact that the sensory activity on which waking consciousness depends has ceased during sleep. The silence of this sensory activity is expressed by the fact that a person’s self-consciousness vanishes. This self-consciousness is precisely bound to the activity of the external senses; when they fall silent, it sinks into an abyss. In so-called esoteric science, this fact is described by saying: the human soul has withdrawn from the physical world. Anyone who does not wish to claim that a person ceases to exist upon falling asleep and comes into being anew upon waking will have no difficulty recognizing that during sleep, a person exists in a world other than the physical one. This world is called the astral world. For now, the reader should accept this term as a designation for that world of which a person gains a glimpse through their dreams. The validity of this term will become clear in other chapters of this book.
[ 7 ] Während des Traumes weilt der Mensch in der astralen Welt. Die Tatsachen und Wesen dieser Welt stellen sich in Bildern dar. Das Bewußtsein nimmt diese Bilder wahr; aber das Selbstbewußtsein des Menschen fehlt. — Eine Vergleichung mit dem Alltagsleben kann eine Vorstellung davon geben, was eigentlich hier vorliegt. Der Mensch nimmt eine Außenwelt nur wahr, insoferne er Organe dazu hat. Ohne Ohr gäbe es für ihn keine Tonwelt, ohne Auge keine Welt des Lichtes und der Farben und so weiter. Könnte der Mensch ein neues Organ seines Leibes entwickeln, so träte in seiner Umwelt ebenso etwas ganz Neues auf, wie für den Blindgeborenen nach seiner Operation Licht und Farben als etwas ganz Neues auftreten.
[ 7 ] During sleep, a person dwells in the astral world. The realities and beings of this world appear as images. Consciousness perceives these images; but the person’s sense of self is absent. — A comparison with everyday life can give an idea of what is actually happening here. A person perceives the external world only to the extent that they possess the organs to do so. Without ears, there would be no world of sound for them; without eyes, no world of light and color, and so on. If a person were to develop a new organ in their body, something entirely new would appear in their environment, just as light and color appear as something entirely new to someone born blind after undergoing surgery.
[ 8 ] So wie nun der physische Leib des Menschen durch seine Organe die physische Welt wahrnimmt, so nimmt während des Traumes ein anderer Leib — ein seelischer — durch die ihm eigenen Organe die andere Welt, die astrale, wahr. Nur ist mit diesem Leibe kein Selbstbewußtsein verbunden. Dieses ist in diesem Zustande außerhalb des Bereiches des Menschen.
[ 8 ] Just as the human physical body perceives the physical world through its organs, so too, during sleep, another body—a spiritual one—perceives the other world, the astral world, through its own organs. However, this body is not associated with any sense of self. In this state, the sense of self lies outside the realm of the human being.
[ 9 ] Wäre es nun unmöglich, daß das Selbstbewußtsein des Menschen auch in diesem Zustande ins Dasein trete, so könnte er die hier in Betracht kommenden Verhältnisse niemals durchschauen. Dies ist aber möglich durch die obenerwähnte und in diesem Buche beschriebene höhere Schulung, die man auch die Einweihung nennt. Durch sie lernt der Mensch im Traumzustande an seinem astralischen Leibe ähnliche Organe entwickeln, wie sie sein physischer Leib hat zur Wahrnehmung der physischen Welt. Und sind diese Organe entwickelt, dann tritt während des Traumes ein Selbstbewußtsein auf, das auch ähnlich dem ist, welches er während des wachen Tageslebens hat. — Ist eine solche Daseinsstufe erreicht, dann verwandelt sich allerdings auch die ganze Traumwelt in erheblichem Maße. Sie verliert die sinnverwirrende Buntheit, die sie beim gewöhnlichen Schläfer hat, und an die Stelle tritt eine innere Ordnung und Harmonie, welche der gewöhnlichen physischen Welt nicht nur nicht nachsteht, sondern diese in hohem Grade in bezug auf diese Eigenschaften überragt. Der Mensch wird gewahr, daß immer um ihn herum noch eine andere Welt war, in demselben Sinne, wie um den Blinden herum die Welt des Lichtes und der Farben ist. Er konnte sie nur aus Mangel an Wahrnehmungsorganen nicht sehen, wie der Blinde vor seiner Operation die Welt des Lichtes und der Farben nicht sehen kann. Der bedeutungsvolle Moment, in dem die astralen Wahrnehmungsorgane anfangen am Menschen tätig zu sein, wird in der Geheimwissenschaft die Erweckung oder Wiedergeburt genannt.
[ 9 ] If it were impossible for a person’s self-consciousness to emerge even in this state, he would never be able to comprehend the circumstances under consideration here. This, however, is made possible by the higher training mentioned above and described in this book, which is also called initiation. Through it, a person learns, while in the dream state, to develop organs in their astral body similar to those in their physical body for perceiving the physical world. And once these organs are developed, a sense of self-consciousness arises during the dream that is also similar to the one they have during waking life. — Once such a stage of existence has been reached, the entire dream world is indeed transformed to a considerable degree. It loses the bewildering diversity of colors that it possesses for the ordinary sleeper, and in its place there arises an inner order and harmony that not only is not inferior to the ordinary physical world but, in fact, far surpasses it in these qualities. The person becomes aware that there has always been another world around him, in the same sense that the world of light and colors exists around the blind person. He could not see it only because of a lack of sensory organs, just as the blind person cannot see the world of light and colors before his operation. The significant moment when the astral organs of perception begin to function in a human being is called “awakening” or “rebirth” in esoteric science.
[ 10 ] In diesem Augenblicke der Erweckung erfährt der Mensch, daß er von einer höheren Welt umgeben ist, in welcher nicht nur die ihm vorher bekannten Dinge der sinnlichen Welt andere Eigenschaften haben, sondern in der es Tatsachen und Weserheiten gibt, die ihm vorher unbekannt waren. — Und jetzt wird ihm auch klar, daß in dieser anderen Welt die Bilder vorhanden sind, aus denen sich die Dinge der sinnlichen Welt heraus formen. Es ist keine unzutreffende Vorstellung, wenn man die Art, wie die physische Welt aus der astralen heraus entsteht, vergleicht mit der Bildung des Eises aus dem Wasser. Wie das Eis umgeformtes Wasser ist, so ist die physische Welt die umgeformte astrale. Und wie das Wasser ein verfließendes Element ist, so steht im Hintergrunde der physischen Welt die astrale als eine sich stets wandelnde Bilderwelt. Nichts Festbegrenztes, Abgeschlossenes findet sich in ihren Formen wie in der gewöhnlichen Welt. Alles fließt ineinander über, formt sich um. Und ein physisches Ding oder ein physisches Wesen entsteht nur so, wie wenn ein solches verfließendes Bild im Augenblicke erstarrte. Wer die Vorstellungen der physischen Welt mit ihren festen Umgrenzungen auf das Gebiet des Astralen anwenden wollte, der verriete dadurch nur, daß ihm ein wirklicher Einblick in diese ganz andersartige Welt fehlt.
[ 10 ] At this moment of awakening, a person realizes that he is surrounded by a higher world in which not only do the things of the sensory world previously known to him possess different qualities, but there are also facts and essences that were previously unknown to him. — And now it also becomes clear to them that in this other world there exist the images from which the things of the physical world take shape. It is not an inaccurate analogy to compare the way the physical world arises from the astral world to the formation of ice from water. Just as ice is water in a transformed state, so the physical world is the astral world in a transformed state. And just as water is a flowing element, so the astral world stands in the background of the physical world as a constantly changing world of images. Nothing fixed or self-contained is found in its forms, as in the ordinary world. Everything flows into one another and takes on new forms. And a physical object or a physical being comes into being only as if such a flowing image were to freeze in an instant. Anyone who were to apply the concepts of the physical world, with its fixed boundaries, to the realm of the astral would thereby only reveal that they lack a true insight into this entirely different world.
[ 11 ] So wie nun die Wesen der physischen Welt in dem physischen Leibe verkörpert sind, so sind die astralen Bilder der Ausdruck für Wesenheiten, die die physische Welt nicht betreten. Sie finden diesen Ausdruck eben in einem andern Stoff als der im Physischen lebende Mensch, der den seinigen in Fleisch und Blut findet.
[ 11 ] Just as the beings of the physical world are embodied in the physical body, so the astral images are the expression of beings who do not enter the physical world. They find this expression in a substance different from that of the human being living in the physical world, who finds his own in flesh and blood.
[ 12 ] Welches ist nun dieser astrale Stoff? Es ist kein anderer als der, welchen der Mensch tatsächlich auch in sich hat. Er wird nur in ihm während des wachen Alltagslebens von den sinnlichen Vorstellungen gleichsam überdeckt. — An diese sinnlichen Vorstellungen knüpfen sich die menschlichen Begierden, Wünsche und Verabscheuungen, seine Sympathien und Antipathien. Er wünscht den einen Gegenstand, den andern lehnt er ab. In nichts anderem als in diesen Begierden, Wünschen und Verabscheuungen ist die Quelle zu suchen, aus welcher auch das Traumbewußtsein herausschöpft, wenn es die Dinge zu Sinnbildern umwandelt. Das Selbstbewußtsein des Tageslebens gibt mit den äußeren Wahrnehmungen den Begierden und Wünschen eine ihnen entsprechende Nahrung. Schweigen die Tätigkeiten der äußeren Sinne, dann tritt eine andere schöpferische Kraft ein und formt in dem Stoffe der Wünsche und Begierden die Bilder. Die Geheimwissenschaft sagt nun, daß der träumende Mensch sich in dem aus Wünschen und Begierden gewobenen astralischen Leibe befinde und daß der physische Leib von dem Selbstbewußtsein verlassen sei. Beim Eingeweihten oder Erweckten ist die Sache so, daß er ebenfalls seinen physischen Leib verlassen hat, daß aber sein Selbstbewußtsein in seinem astralischen Leibe wohnt. Wie nun der physische Leib die Wahrnehmung der physischen Dinge vermitteln kann, weil seine Organe aus demselben Stoffe gebildet sind wie die physische Welt, so kann der Eingeweihte die Wesen der astralen Welt wahrnehmen, weil er Organe hat aus dem Stoffe der Wünsche und Begierden, in dem sie ihren Ausdruck finden.
[ 12 ] What, then, is this astral substance? It is none other than that which human beings actually possess within themselves. It is merely obscured within them during their waking, everyday life by sensory perceptions, as it were. — Human desires, wishes, and aversions—as well as sympathies and antipathies—are linked to these sensory perceptions. A person desires one object and rejects another. The source from which the dream consciousness also draws when it transforms things into symbols is to be found in nothing other than these desires, wishes, and aversions. The self-consciousness of waking life, through external perceptions, provides desires and wishes with the nourishment they require. When the activities of the external senses fall silent, another creative force steps in and shapes images from the substance of desires and wishes. Esoteric science teaches that the dreaming person finds himself in the astral body woven from desires and longings, and that the physical body has been abandoned by self-consciousness. In the case of the initiate or the awakened one, the situation is such that he, too, has left his physical body, but his self-consciousness dwells within his astral body. Just as the physical body can convey the perception of physical things—because its organs are formed of the same substance as the physical world—so too can the initiate perceive the beings of the astral world, because he possesses organs made of the substance of wishes and desires, in which they find their expression.
[ 13 ] Der Unterschied zwischen dem uneingeweihten und dem eingeweihten Menschen besteht darin, daß dem ersteren die astrale Welt nicht als Außenwelt sichtbar wird und für den letzteren das der Fall ist. Diese astrale Welt bleibt nämlich für den Unerweckten eine bloße Innenwelt; er erlebt sie in seinen Wünschen und Begehrungen; aber er sieht sie nicht. Der Eingeweihte fühlt nicht nur seinen Wunsch; er nimmt ihn als ein Ding der Außenwelt wahr, wie der Unerweckte Tische und Stühle wahrnimmt.
[ 13 ] The difference between the uninitiated and the initiated person is that the astral world is not visible to the former as an external world, whereas it is for the latter. For the uninitiated, this astral world remains merely an inner world; they experience it in their wishes and desires, but they do not see it. The initiate not only feels his desire; he perceives it as an object of the external world, just as the uninitiated perceives tables and chairs.
[ 14 ] Von dieser Welt des Eingeweihten ist nun allerdings die gewöhnliche Traumwelt nur ein schwacher Nachklang. Sie kann dies ja auch nur sein, weil das Selbstbewußtsein nicht an ihr beteiligt ist. Wo aber ist dieses Selbstbewußtsein während des Traumes? Es hat sich zurückgezogen in eine höhere Welt, in welcher der Mensch zunächst: nicht als solcher vorhanden ist. Welches Verhältnis er zu dieser Welt hat, kann zunächst ein Vergleich klarmachen. Man denke an eine Hand des Menschen und an ein Werkzeug, das von ihr gehalten wird. Solange die Hand das Werkzeug hält, bilden beide gleichsam ein Ganzes. Das letztere führt die Tätigkeiten aus, welche von der ersteren bestimmt werden. Sobald aber die Hand das Werkzeug weglegt, ist dieses sich selbst überlassen; und die Bewegungen der Hand sind nur Ausdrücke des Willens im Menschen, dem sie angehört. So muß der physische Leib während des wachen Tageslebens als ein Werkzeug des Gliedes einer höheren Wesenheit angesehen werden. Streckt diese höhere Wesenheit gleichsam ein Glied in den physischen Leib hinein, so tritt in diesem die Sinnestätigkeit und damit das Selbstbewußtsein auf. Verläßt dieses Glied den Leib, so hört das Selbstbewußtsein auf. So ist die innerste Wesenheit des Menschen, die Selbstbewußtsein haben kann, ein Glied einer höheren Wesenheit, aus der es zeitweilig gewissermaßen hervorgestreckt und mit dem physischen Leibe überzogen wird. Noch besser wird man die entsprechende Vorstellung aber gestalten, wenn man das Vorstrecken zugleich als ein Abschnüren ansieht, wie wenn während des Wachens sich ein Tropfen loslöste aus dem betreffenden höheren Wesen, der während des Schlafes wieder aufgesogen wird. Denn der Mensch ist sich während des Wachens seines Zusammenhanges mit einer höheren Wesenheit nicht bewußt; er ist also von ihr tatsächlich abgeschnürt. Während des Schlafes muß ihm das Selbstbewußtsein fehlen, denn es zieht sich da in die höhere Wesenheit zurück; diese saugt es auf, und er ruht also in derselben eingeschlossen.
[ 14 ] However, the ordinary world of dreams is merely a faint echo of this world of the initiate. Indeed, it can be nothing more than that, because self-consciousness does not participate in it. But where is this self-consciousness during the dream? It has withdrawn into a higher world in which the human being is initially not present as such. A comparison can help clarify the relationship the human being has to this world. Consider a human hand and a tool held by it. As long as the hand holds the tool, the two form, as it were, a single whole. The tool carries out the actions determined by the hand. But as soon as the hand sets the tool aside, the tool is left to its own devices; and the movements of the hand are merely expressions of the will within the human being to whom it belongs. Thus, during waking daily life, the physical body must be regarded as a tool of a limb of a higher being. When this higher being, as it were, extends a limb into the physical body, sensory activity—and with it, self-consciousness—arises within it. When this limb leaves the body, self-consciousness ceases. Thus, the innermost essence of the human being—which is capable of self-consciousness—is a limb of a higher being, from which it is, so to speak, temporarily extended and clothed in the physical body. However, one can form an even better conception of this if one regards this “projection” at the same time as a “separation,” as if, during wakefulness, a drop were to detach itself from the higher being in question, only to be reabsorbed during sleep. For during wakefulness, the human being is not conscious of his connection to a higher being; he is thus effectively cut off from it. During sleep, self-consciousness must be absent, for it withdraws into the higher being; the latter absorbs it, and thus the person rests enclosed within it.
[ 15 ] Tritt der traumlose Schlaf ein, so verschwindet die Bilderwelt. Scheinbar liegt nun der physische Leib ganz bewußtlos da; in Wahrheit ist aber sein Bewußtseinszustand nur ein noch dumpferer als im traumerfüllten Schlaf. Es ist auch die bildererzeugende Kraft aus dem physischen Leib ausgetreten. Daher können nur die Einsichten des Erweckten Aufklärung über diesen Zustand bringen. Dem Nichterweckten fehlen die Wahrnehmungen über denselben. Für den Erweckten aber erscheint der bildererzeugende Leib, der vorher mit dem physischen noch locker verbunden war, .aus demselben herausgehoben. Und er ist jetzt nicht tatenlos, sondern er hat die Aufgabe, die durch Ermüdung sich als erschöpft darstellenden Kräfte des.physischen Leibes wieder in der angemessenen Stärke herzustellen. Das Erfrischende eines gesunden Schlafes erklärt sich dadurch. Ermattet sinkt der physische Leib in Schlaf. Sein Selbstbewußtsein gibt er in diesem Augenblicke an höhere Wesen ab. In dem Zwischenzustand des Traumschlafes bleibt die Seele noch in einer losen Verbindung mit dem physischen Leib. Das Charakteristische dieser Seele ist ihr Schöpferisches. Sie beginnt mit dem Augenblicke des Aufwachens ihre schöpferische Kraft darauf zu wenden, daß sie die durch die Sinne vermittelnden Wahrnehmungen zum menschlichen Innenleben verarbeitet. Im Momente des Einschlafens fallen die äußeren Sinneswahrnehmungen weg. Im Zwischenzustand des Träumens gestaltet sich das Schöpferische noch zu den geschilderten Sinnbildern um; dann fallen auch diese Sinnbilder weg; die Seele wendet ihre ganze Schöpferkraft auf den Leib, den sie nun von außen bearbeitet. — Wer ganz von den Mitteilungen der Geheimwissenschaft absehen wollte, der könnte schon aus der Tatsache der Erfrischung am Morgen beim Erwachen entnehmen, wodurch sich die nächtliche Tätigkeit der Seele kennzeichnet. Das Leben des Tages hat etwas Unharmonisches, Chaotisches. Von allen Seiten wirken die Dinge der physischen Umgebung auf den Menschen. Bald findet dies, bald jenes Einlaß in sein Inneres. Das bringt die inneren Bildungskräfte außer die Ordnung, die ihnen durch ihre ursprüngliche Natur zukommt. In der Nacht wird das wieder ausgeglichen. Die Seele stellt die Ordnung und Harmonie her. Durch das Tagesleben sieht allmählich der physische Leib aus wie eine Luftmasse, welche von allen Seiten von Windströmungen durchzogen wird und deren Teile sich in unregelmäßiger Art durcheinanderbewegen. Beim Erwachen aber ist er einer solchen Luftmasse zu vergleichen, die von dem Rhythmus und der Harmonie eines Musikstückes in regelmäßige Schwingungen versetzt ist. Und in der Tat stellt sich die Arbeit der Seele am Leibe während des Schlafes für den Eingeweihten wie ein Durchtönen desselben dar. Der Mensch taucht während des Schlafes unter in die Harmonie des Seelenlebens. Und es ist dies dieselbe Harmonie, aus welcher er heraus gebildet worden ist. Bevor sich der physische Leib zum erstenmale durch die Sinnesorgane der Außenwelt aufgeschlossen hat, stand er ganz unter dem Einflusse dieser Harmonie, die ihn gegliedert hat. Diese Harmonie durchzieht als Seelenharmonie, als Seelentönen die ganze Welt. Der Mensch ist von ihren Klängen so umgeben, wie er von den vorhin geschilderten Bildern umgeben ist. Wie dem Erweckten durch die Schulung diese Bilderwelt als wirkliche Umgebung‘ wahrnehmbar wird, so auf einer noch höheren Stufe diese dritte Welt. Es fängt um ihn herum an zu klingen und zu tönen. Und in diesen Tönen erschließt sich ihm der Sinn der Welt. Wie die Form der physischen Welt aus den Bildern heraus entstanden ist, so erhielten diese Formen ihre innere Bedeutung und Wesenheit aus den geschilderten Tönen heraus. Alle Dinge sind von diesem Gesichtspunkte aus formgewordene Töne.
[ 15 ] When dreamless sleep sets in, the world of images disappears. The physical body appears to lie there completely unconscious; in reality, however, its state of consciousness is merely even more dull than during dream-filled sleep. The image-producing power has also departed from the physical body. Therefore, only the insights of the awakened can shed light on this state. The unawakened lack any perception of it. For the awakened, however, the image-producing body—which was previously loosely connected to the physical body—appears to have been lifted out of it. And he is not now idle; rather, he has the task of restoring the forces of the physical body—which appear exhausted due to fatigue—to their proper strength. This explains the restorative nature of healthy sleep. Exhausted, the physical body sinks into sleep. At that moment, it surrenders its self-consciousness to higher beings. In the intermediate state of dream sleep, the soul remains in a loose connection with the physical body. The defining characteristic of this soul is its creative nature. From the moment of waking, it begins to direct its creative power toward processing the perceptions conveyed by the senses into the human inner life. At the moment of falling asleep, external sensory perceptions cease. In the intermediate state of dreaming, the creative power still shapes itself into the symbols described; then these symbols, too, fade away; the soul directs its entire creative power toward the body, which it now works on from the outside. — Anyone who wished to disregard the teachings of esoteric science entirely could infer from the very fact of feeling refreshed upon waking in the morning what characterizes the soul’s nocturnal activity. Daily life has something disharmonious and chaotic about it. Things in the physical environment act upon the human being from all sides. Now one thing, now another finds its way into the person’s inner being. This throws the inner formative forces out of the order that is inherent in their original nature. At night, this is restored to balance. The soul restores order and harmony. As a result of daily life, the physical body gradually comes to resemble a mass of air that is permeated on all sides by wind currents, with its parts moving about in an irregular manner. Upon awakening, however, it can be compared to such a mass of air that has been set into regular vibrations by the rhythm and harmony of a piece of music. And indeed, to the initiate, the soul’s work on the body during sleep appears as a resonating of the body itself. During sleep, the human being immerses himself in the harmony of soul life. And this is the very same harmony from which he was formed. Before the physical body first opened itself to the external world through the sense organs, it was entirely under the influence of this harmony, which gave it its structure. This harmony pervades the entire world as soul harmony, as tones of the soul. Human beings are surrounded by its sounds just as they are surrounded by the images described earlier. Just as this world of images becomes perceptible to the awakened person through training as a “real environment,” so too, on an even higher level, does this third world. Sounds and tones begin to resound all around him. And in these tones, the meaning of the world reveals itself to him. Just as the form of the physical world arose from the images, so these forms derived their inner meaning and essence from the tones described. From this point of view, all things are tones made manifest.
[ 16 ] Während des Wachens ist also der Mensch ein Wesen, das sich aus drei Gliedern zusammensetzt: dem physischen Leib, der durch die ihm aus der äußeren Welt eingepflanzten Organe die physische Welt wahrnimmt und das Selbstbewußtsein umschließt; einen Leib, der in sich beweglichen Bildcharakter hat; seine Bilder sind zugleich die Urbilder des physischen Leibes, dessen festumrissene Formen gleichsam durch Erstarrung aus den wechselvollen Bildern des zweiten Leibes heraus entstanden sind; und ferner ist sowohl physischer wie Bilderleib von einer Tonharmonie durchzogen, einem dritten Leibe. — Im Traumschlafe zieht sich die Seele zurück von dem physischen Leibe; sie bleibt noch in Verbindung mit den beiden andern Leibern, durchtönt den Tonleib und durchsetzt den Bilderleib mit Bildern. Diese letzteren wirken in den physischen Leib herein und teilen ihm die schattenhaften Traumbilder mit. Im traumlosen Schlafe ist die Seele nur noch mit dem Tonleib verbunden; was im Wachen von ihr in dem physischen Leibe war, ist jetzt außerhalb desselben und bearbeitet ihn von außen. Diese von ihr in ihn einströmende Tätigkeit erzeugt in ihm nur ein so dumpfes Bewußtsein, daß es von dem Menschen nicht wahrgenommen wird.
[ 16 ] While awake, therefore, human beings are beings composed of three parts: the physical body, which perceives the physical world through the organs implanted in it from the external world and encompasses self-consciousness; a body that has the character of a moving image within itself; its images are at the same time the archetypes of the physical body, whose clearly defined forms have, as it were, emerged from the ever-changing images of the second body through a process of solidification; and furthermore, both the physical body and the body of images are permeated by a harmony of sound—a third body. — During dream sleep, the soul withdraws from the physical body; it remains connected to the other two bodies, resonating through the body of sound and imbuing the body of images with images. These images act upon the physical body and convey the shadowy dream images to it. In dreamless sleep, the soul is connected only to the tonal body; what was part of the physical body while awake is now outside it and acts upon it from the outside. This activity flowing from the soul into the body produces in it only such a dull consciousness that it is not perceived by the person.
[ 17 ] In der Tat stellen sich damit drei Bewußtseinszustände des physischen Leibes dar: das wache Tagesbewußtsein, das Traumbewußtsein und das traumlose Schlafbewußtsein. Für den Eingeweihten hellt sich die Dumpfheit der beiden letzten Bewußstseinszustände auf; er lebt durch diese Aufhellung so in höheren Welten, wie der Unerweckte während des wachen Tageslebens in der physischen Außenwelt lebt. Man hat damit fünf Bewußtseinszustände gegeben, welche sich nach ihrer zunehmenden Helligkeit in die folgende Reihe gliedern:
[ 17 ] In fact, this presents three states of consciousness of the physical body: waking daytime consciousness, dream consciousness, and dreamless sleep consciousness. For the initiate, the dullness of the latter two states of consciousness is dispelled; through this enlightenment, he lives in higher worlds just as the unawakened person lives in the physical external world during waking life. This gives us five states of consciousness, which are arranged in the following sequence according to their increasing brightness:
1. das traumlose Schlafbewußtsein
2. den Traumschlaf
3. das wache Tagesbewußtsein
4. das Bilderbewußtsein des Eingeweihten
5. das Tonbewußtsein des Eingeweihten.
1. Dreamless sleep consciousness
2. Dream sleep
3. Waking daytime consciousness
4. The visual consciousness of the initiate
5. The auditory consciousness of the initiate.
[ 18 ] Wenn man bedenkt, daß durch geheimwissenschaftliche Schulung die beiden letzten Bewußtseinszustände von dem Eingeweihten als eine höhere Entwicklungsstufe der Menschheit erreicht werden, so wird ohne weiteres einleuchtend sein, daß auch das wache Tagesbewußtsein eine höhere Stufe der beiden untergeordneten Bewußtseinszustände darstellt, sich also aus ihnen entwickelt hat. Dies ist es, was von der Geheimwissenschaft dargestellt wird. Sie erklärt, daß der Mensch in urferner Vergangenheit durch eine Entwickelungsstufe durchgegangen ist, im welcher er nur ein dumpfes, von keinem Traumbild durchsetztes Schlafbewußtsein hatte; dann stieg er hinauf zu einem dumpfen Traumbewußitsein, um endlich anzukommen beim wachen Tagesbewußtsein von heute. Der Einzuweihende setzt diese Entwickelungslinie fort. Er bildet die beiden höheren Bewußtseinsformen aus.
[ 18 ] When one considers that, through training in esoteric science, the initiate attains the last two states of consciousness as a higher stage of human development, it will readily become clear that waking daytime consciousness also represents a higher stage than the two subordinate states of consciousness—that is, it has developed from them. This is what esoteric science sets forth. It explains that in the distant past, human beings passed through a stage of development in which they possessed only a dull sleep consciousness, unadulterated by any dream images; then they ascended to a dull dream consciousness, finally arriving at the waking daytime consciousness of today. The initiate continues along this line of development. He cultivates these two higher forms of consciousness.
[ 19 ] Nun ist aber diesem Eingeweihten eine noch höhere Bewußtseinsart erreichbar. Es ist aus dem Vorhergehenden nämlich ersichtlich, daß auch im Tonbewußtsein die Seele noch mit dem Menschenleibe verbunden ist. Diese Verbindung kann ganz aufhören. Die Seele kann den Leib völlig verlassen. Dies lernt der Eingeweihte. Und dann muß er Organe noch höherer Art als vorher ausgebildet haben, wenn er noch etwas wahrnehmen will. Ist das der Fall, dann drückt sich in seiner Umgebung der Sinn der Welt unmittelbar aus, ohne die Vermittelung des 'Tones. Man nennt diese zunächst höchste Bewußtseinsstufe das spirituelle oder reingeistige Bewußtsein. Im Sinne der vorhergehenden Aufzählung der Bewußtseinsstufen müßte im gegenwärtigen Menschen dem ein Zustand entsprechen, der ein noch dumpferes Bewußtsein darstellt als das traumlose Schlafbewußtsein. Dem Sinne nach ist das allerdings der Fall. Doch kann der gegenwärtige Mensch diesen Zustand in der Wirklichkeit nicht darleben. Es müßte dann seine Seele ganz außerhalb des Leibes sein; der traumlose Schlaf müßte unterbrochen sein von einem ganz seelenlosen Zustande. Das käme in der Tat einem zeitweiligen Hingegebensein des physischen Leibes an sich selbst gleich, das heißt einer vorübergehenden Tötung. Dieser darf der physische Leib nicht ausgesetzt werden, wenn er nicht Gefahr laufen soll, nicht mehr aufnahmefähig für die Seele zu werden.
[ 19 ] However, an even higher state of consciousness is attainable for this initiate. For it is evident from what has been said above that even in tonal consciousness, the soul is still connected to the human body. This connection can cease entirely. The soul can leave the body entirely. The initiate learns this. And then, if he wishes to perceive anything at all, he must have developed organs of an even higher order than before. If this is the case, then the meaning of the world expresses itself directly in his surroundings, without the mediation of “tone.” This initially highest level of consciousness is called spiritual or purely spiritual consciousness. In accordance with the preceding list of levels of consciousness, this would correspond in modern human beings to a state that represents an even more dulled consciousness than that of dreamless sleep. In principle, this is indeed the case. Yet modern human beings cannot actually experience this state. Their soul would then have to be entirely outside the body; dreamless sleep would have to be interrupted by a state entirely devoid of the soul. This would in fact amount to a temporary abandonment of the physical body to itself—that is, a temporary death. The physical body must not be subjected to this if it is not to run the risk of becoming incapable of receiving the soul.
[ 20 ] In der Entwickelung ist aber dieser Zustand in der Tat dem traumlosen Schlafbewußtsein vorangegangen, so daß die vollständige Reihe der Bewußtseinsstufen des Menschen diese ist:
[ 20 ] In terms of development, however, this state did in fact precede dreamless sleep consciousness, so that the complete sequence of stages of human consciousness is as follows:
1. ein niedriges dumpfestes Bewußtsein
2. ein traumloses Schlafbewußtsein
3. ein Traumbewußtsein
4. das helle Tagesbewußtsein
5. das Bilderbewußtsein
6. das Tonbewußtsein
7. das spirituelle Bewußtsein.
1. a low, dull, and fixed state of consciousness
2. a dreamless sleep consciousness
3. a dream consciousness
4. bright daytime consciousness
5. visual consciousness
6. auditory consciousness
7. spiritual consciousness.
[ 21 ] Nur bis zu der vierten Bewußtseinsstufe ist der Leib des Menschen in der Gegenwart vorgedrungen. Die höheren Bewußtseinsarten kann der Eingeweihte erreichen. Sie führen ihn aber auch in höhere Welten. Die Entwickelung des Menschen ist aber so vorzustellen, daß sich der physische Leib selbst durch die drei ersten Stufen hindurch gebildet hat und gegenwärtig eine solche Bildung angenommen hat, daß er im Schlaf zwei andere Bewußtseinsformen noch zeigt als Reste vorangegangener Stufen. Die erste Stufe ist durch die Entwickelung vollständig verwischt worden. — Die drei höheren Bewußtseinsstufen des Eingeweihten können gegenwärtig sich noch nicht im physischen Menschenleibe zum Ausdrucke bringen, weil dieser keine Organe für sie entwickeln kann. Sie sind prophetische Vorausverkündigungen von Formen, welche dieser physische Leib noch annehmen wird.
[ 21 ] The human body has advanced only as far as the fourth level of consciousness in the present. The initiate can attain the higher forms of consciousness. However, these also lead him into higher worlds. Human development, however, should be understood in such a way that the physical body itself has formed through the first three stages and has now assumed a form such that, during sleep, it still exhibits two other forms of consciousness as remnants of previous stages. The first stage has been completely obliterated by evolution. — The three higher stages of consciousness of the initiate cannot yet find expression in the physical human body, because the body cannot develop the organs necessary for them. They are prophetic foreshadowings of forms that this physical body will yet assume.
[ 22 ] Will man sich, von diesen Auseinandersetzungen ausgehend, die gegenwärtige Welt richtig vorstellen, so stellt sie sich dar als eine vierfache: zuerst die physische Welt der leiblichen Sinne, dann diese umhüllend und durchdringend eine Bilderwelt, ferner eine beide durchsetzende Tonwelt und endlich eine ihnen allen zum Grunde liegende spirituelle Welt.
[ 22 ] If, based on these discussions, one wishes to correctly conceive of the present world, it presents itself as a fourfold reality: first, the physical world of the bodily senses; then, enveloping and permeating this, a world of images; furthermore, a world of sound that interweaves with both; and finally, a spiritual world that underlies them all.
[ 23 ] Dieser Welt ist eine andere vorangegangen, in welcher der Mensch wie ein träumendes Wesen lebte. Sein physischer Leib war damals in dem Zustande, in dem er sich gegenwärtig während des traumerfüllten Schlafes befindet. Die Umgebung glich einem Panorama von Wandelbildern. Keine festen Umrisse der Dinge waren da. Dieser Zustand war damals unterbrochen von einem andern, der dem gegenwärtigen traumlosen Schlaf gleichkommt. Und dieser wieder von einem solchen, der heute nicht mehr verwirklicht werden kann und der durch die erste der oben charakterisierten Bewußtseinsformen ausgefüllt war.
[ 23 ] This world was preceded by another, in which human beings lived like dreaming beings. At that time, their physical bodies were in the same state as they are now during dream-filled sleep. Their surroundings resembled a panorama of shifting images. There were no fixed outlines to things. This state was then interrupted by another, which resembles the present dreamless sleep. And this, in turn, was interrupted by a state that can no longer be realized today and that was filled by the first of the forms of consciousness characterized above.
[ 24 ] In einer noch früheren Welt konnte sich der Mensch auch nicht bis zu einem Erleben von Traumbildern erheben. Sein höchstes Bewußtsein war das des traumlosen Schlafens, und dieser Zustand wurde von dem niederen, dumpfesten Bewußtsein, das gegenwärtig schon verwischt ist, unterbrochen; dieses wieder von einem Zustand, der für die gegenwärtige Entwickelung alle Bedeutung verloren hat.
[ 24 ] In an even earlier world, human beings were also unable to rise to the level of experiencing dream images. Their highest state of consciousness was that of dreamless sleep, and this state was interrupted by a lower, dull consciousness—which has now already faded—which in turn was interrupted by a state that has lost all significance for present-day development.
[ 25 ] In der ersten Welt, auf welche die Geheimwissenschaft zurückdeutet, fehlt dem Menschen auch das dumpfe Schlafbewußtsein; der erste der geschilderten Zustände ist sein höchster; zwei andere, welche heute nicht in Betracht kommen, wechselten damit ab.
[ 25 ] In the first world, to which the secret science refers, human beings lack even the dull consciousness of sleep; the first of the states described is their highest; two others, which are not relevant today, alternated with it.
[ 26 ] So blickt man zurück in eine urferne Vergangenheit der Entwikkelung; man überschaut vier Stufen, durch welche der physische Menschenleib hindurchgegangen ist. Man blickt aber auch in die Zukunft, in welcher die drei heute für die Eingeweihten in höheren Welten erreichbaren Bewußtseinsformen in der physischen Welt ihre Verwirklichung finden werden. Unsere Welt wird von einer zukünftigen abgelöst werden, in welcher physische Menschenleiber Organe haben werden, durch die ein selbstbewußter Mensch eine ewig bewegliche Bilderwelt wahrnehmen, ja sich selbst als eine solche anschauen wird. — Und weiter blickt man auf eine solche Welt, in welcher die Bilder durchdrungen sein werden von harmonischen Klängen, die ihr inneres Wesen zum Ausdrucke bringen werden. Zuletzt auf eine Welt mit Geistnatur, die aber ihren Geist in die physische Natur wird ausgegossen haben.
[ 26 ] Thus, one looks back into the distant past of evolution; one surveys the four stages through which the physical human body has passed. But one also looks toward the future, in which the three forms of consciousness—accessible today to initiates in higher worlds—will find their realization in the physical world. Our world will be succeeded by a future one in which physical human bodies will possess organs through which a self-conscious human being will perceive an eternally changing world of images, and indeed will view themselves as such. — And one looks further toward a world in which these images will be permeated by harmonious sounds that will express their inner essence. Finally, toward a world of a spiritual nature, which will, however, have poured its spirit into physical nature.
[ 27 ] So stellt die Geheimwissenschaft die Entwickelung der Welt dar, in welcher der Mensch seine aufeinanderfolgenden Stufen durchläuft. Und sie bezeichnet diese Entwickelungsstufen mit Namen, welche dann auf die die Erde umgebenden Planeten als Bezeichnungen übergegangen sind. Die Entwickelungsstufe, auf welcher der Mensch mit dem noch dumpfesten Bewußtsein stand, wird Saturnentwickelung genannt; die zweite, in welcher der Mensch mit dem traumlosen Schlafbewußtsein lebte, als Sonnenentwickelung; die dritte, in der ein Traumbewußtsein auftrat, als Mondstufe; die vierte, die gegenwärtige, auf welcher der Mensch sich zum hellen Tagesbewußtsein durchgerungen hat, als Erdentwickelung. Und die Stufen der Zukunft, auf denen die heute von den Eingeweihten in höheren Welten erreichbaren Bewußtseinsstufen ihre physische Ausgestaltung finden werden, benennt man aufeinanderfolgend als Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung.
[ 27 ] This is how Esoteric Science depicts the evolution of the world, through which humanity passes in successive stages. And it designates these stages of evolution with names that have since come to be used to refer to the planets surrounding the Earth. The stage of evolution in which humanity existed with a consciousness that was still dull and sluggish is called the Saturn stage; the second, in which humanity lived with a dreamless, sleep-like consciousness, is called the Sun stage; the third, in which a dream consciousness emerged, is called the Moon stage; the fourth, the present stage, in which human beings have struggled their way to clear daytime consciousness, is called the Earth stage. And the stages of the future, in which the levels of consciousness currently attainable by initiates in higher worlds will find their physical expression, are successively named the Jupiter, Venus, and Vulcan stages.
[ 28 ] Das Unterscheidende der Bewußtseinsarten des Eingeweihten von den Bewußtseinszuständen des Menschen während der künftigen Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung liegt darinnen, daß der erstere sich zu höheren Welten erheben muß, um in den entsprechenden Bewußtseinen zu leben, der zukünftige Mensch sie dagegen in der physischen Welt haben wird. Das rührt davon her, daß beim Eingeweihten in der Gegenwart aus den Kräften der höheren Welten heraus entsprechende Wahrnehmungsorgane gebildet werden; ihnen gleichwertige werden in der Zukunft am physischen Menschenleibe aus der physischen Umwelt heraus entstehen. Der Mensch kann eben diejenige Welt als seine Umwelt wahrnehmen, die ihm den Stoff zu seinen Organen gibt. In der Zukunft wird die physische Umwelt Bildungskräfte haben, die gegenwärtig noch den höheren Welten allein angehören. Man kann also den Werdegang der Welt so darstellen, daß sich aufeinanderfolgend immer höhere Welten physisch verkörpern. Die Erde ist die vierte Verkörperung. Sie hat in ihrer physischen Gliederung die Fähigkeit, dem Menschenleibe die Organe zum hellen Tagesbewußtsein einzuprägen. Im Sinne der Geheimwissenschaft entwikkelte sie sich aus einem andern physischen Zustande, in dem sie dem Leibe nur Organe für ein Traumbewußtsein einprägen konnte. Dieser Zustand wird mit dem Namen «Mond» belegt. Aus diesem «Monde» bildet sich also die Erde, indem sie eine neue Fähigkeit erwirbt, eben die Organe für das wache Tagesbewußtsein zu entwickeln. Der «Mond» ist aus der «Sonne» entstanden. Das, was jetzt «Erde» geworden ist, war also damals «Sonne». Die Geheimwissenschaft bezeichnet eben als «Sonnenzustand» denjenigen, wo der Weltkörper, der sich in ihm befindet, in einem Menschenleibe nur die Organe für das traumlose Schlafbewußtsein erzeugen kann. Und bevor die Erde in diesem Sinne «Sonne» war, stand sie auf der Stufe des «Saturn».
[ 28 ] What distinguishes the types of consciousness of the initiate from the states of consciousness of human beings during the future Jupiter, Venus, and Vulcan evolutions is that the former must ascend to higher worlds in order to live in the corresponding states of consciousness, whereas future human beings will possess them in the physical world. This stems from the fact that, in the present, the initiate’s corresponding organs of perception are formed from the forces of the higher worlds; in the future, their equivalents will arise in the physical human body from the physical environment. Human beings can perceive as their environment precisely that world which provides the material for their organs. In the future, the physical environment will possess formative forces that currently belong solely to the higher worlds. One can thus describe the development of the world as a succession of ever-higher worlds becoming physically embodied. The Earth is the fourth embodiment. In its physical structure, it has the capacity to imprint upon the human body the organs necessary for clear, waking consciousness. In the sense of esoteric science, it developed from another physical state in which it could only imprint upon the body the organs for dream consciousness. This state is designated by the name “Moon.” The Earth thus forms out of this “Moon” by acquiring a new capacity: namely, to develop the organs for waking daytime consciousness. The “Moon” arose from the “Sun.” What has now become the “Earth” was therefore the “Sun” at that time. Esoteric science refers to the “Solar State” as the stage in which the world body within it can produce, in a human body, only the organs for dreamless sleep consciousness. And before the Earth was a “Sun” in this sense, it was at the “Saturn” stage.
[ 29 ] Wodurch erlangt nun ein solcher Weltkörper die Kraft, die entsprechenden Organe im Menschenleibe zu bilden? Er könnte es nimmermehr, wenn diese Organe nicht in bezug auf höhere Welten von voraneilenden Menschenwesen vorgebildet würden. Indem die Eingeweihten gegenwärtig in höheren Welten die Jupiterorgane vorbilden, schaffen sie die Möglichkeit, daß die umliegende Bilderwelt physischen Charakter annimmt. Die Erstarrung zum Physisch-Körperlichen wird dadurch bewirkt, daß die Formen, welche dieses annehmen soll, zuerst da seien auf geistige Art. So werden die Eingeweihten zu den Umbildnern des Weltkörpers, den sie bewohnen. Von ihnen strahlen gleichsam die Bildungskräfte aus, welche nachher die Dinge der physischen Menschenumgebung ins Dasein rufen.
[ 29 ] How, then, does such a celestial body acquire the power to form the corresponding organs in the human body? It could never do so if these organs were not preformed in relation to higher worlds by human beings who have gone ahead. By preforming the Jupiter organs in higher worlds at present, the initiates create the possibility for the surrounding world of images to take on a physical character. The solidification into the physical body is brought about by the fact that the forms it is to take on must first exist in a spiritual sense. Thus, the initiates become the transformers of the world body they inhabit. From them, as it were, radiate the formative forces that subsequently bring into being the things of the physical human environment.
[ 30 ] So haben die Eingeweihten der Mondstufe geistig die physische Gestalt der Erde vorgebildet. Die heutige Erdenumgebung des Menschen bildete den Inhalt ihrer Seelenerlebnisse. Sie nahmen die Erde wahr als ihren Gegenstand einer höheren Welt.
[ 30 ] Thus, the initiates of the Lunar Stage spiritually prefigured the physical form of the Earth. The Earth’s environment as humans experience it today constituted the content of their soul experiences. They perceived the Earth as the object of a higher world.
[ 31 ] In diesem Sinne erkennt die Geheimwissenschaft sieben große Weltkreisläufe oder Weltperioden, durch die jenes Wesen hindurchgeht, das auf seiner vierten Stufe die Erde darstellt. Jede solche Periode ist mit einer Höhergestaltung des Menschenleibes verknüpft. — Aus dieser Erkenntnis heraus sieht diese Wissenschaft in der « Vierheit» dasjenige, was die gegenwärtige Weltentwickelungsstufe charakterisiert. Was zum Beispiel Pythagoras und seine Schule mit der «Vierheit» bezeichnete, ist damit gekennzeichnet. Die «Vier» ist die Zahl der «großen Welt», das heißt der Welt, welche der Mensch gegenwärtig bewohnt. Sie hat ihn auf die vierte Stufe seines Bewußtseins erhoben.
[ 31 ] In this sense, the Esoteric Science recognizes seven great world cycles or world periods through which that being passes, which, on its fourth stage, represents the Earth. Each such period is linked to a higher form of the human body. — Based on this insight, this science sees in the “Fourfold” that which characterizes the present stage of world development. What, for example, Pythagoras and his school referred to as the “Fourfold” is characterized by this. The “Four” is the number of the “great world,” that is, the world in which humanity currently dwells. It has raised humanity to the fourth stage of its consciousness.
[ 32 ] Den Menschen selbst stellt die Geheimwissenschaft als die «kleine Welt» dieser «großen Welt» gegenüber. Er hat in seinen Anlagen gegenwärtig schon das als Seele in sich, was die «große Welt» physisch werden soll. Er ist also auf dem Wege, seine innere «kleine Welt» zur «großen Welt» zu erweitern. In ihm ist der schöpferische Mutterschoß der letzteren. In diesem Sinne sieht die Geheimwissenschaft in der Seele eine schöpferische Keimanlage für die Zukunft, ein «Inneres», das darnach strebt, sich in einem Äußeren zu verwirklichen.
[ 32 ] Esoteric science contrasts the human being himself with the “small world” of this “great world.” He already possesses within his nature, as soul, that which the “great world” is to become physically. He is thus on the path to expanding his inner “small world” into the “great world.” Within him lies the creative womb of the latter. In this sense, Esoteric Science sees in the soul a creative seed for the future, an “inner being” that strives to realize itself in an outer form.
[ 33 ] Um aber im Äußeren schöpferisch sein zu können, muß diese Seele selbst erst reif werden. Sie muß zuerst innerlich erleben, was sie später im Äußerlichen ausgestalten soll. Bis die Seele zum Beispiel die Fähigkeit besaß, dem physischen Leibe Organe für das wache Tagesbewußtsein einzuprägen, mußte sie selbst erst durch eine Reihe von Entwickelungsstufen hindurchgehen, auf denen sie sich diese Fähigkeit allmählich erwarb. So mußte die Seele erst in sich den ersten Bewußtseinszustand erleben, bevor sie ihn schaffen konnte; und so entsprechend für die anderen Bewußtseinsformen. Diese Entwickelungsstufen der Seele, die in ihr der Schöpfung der Bewußtseinsarten vorangehen, führen in der Geheimwissenschaft den Namen Lebensstufen. Es gibt demnach ebenso sieben Lebensstufen, wie es sieben Bewußtseinsstufen gibt. Leben unterscheidet sich von Bewußtsein dadurch, daß das erstere einen innerlichen Charakter trägt, das letztere auf einem Verhältnisse zur Außenwelt beruht.
[ 33 ] But in order to be creative in the external world, this soul must first come of age. It must first experience inwardly what it is later to shape in the external world. For example, before the soul possessed the ability to endow the physical body with organs for waking daytime consciousness, it first had to pass through a series of stages of development during which it gradually acquired this ability. Thus, the soul first had to experience the initial state of consciousness within itself before it could create it; and the same applies to the other forms of consciousness. These stages of the soul’s development, which precede the creation of the various types of consciousness within it, are called “stages of life” in esoteric science. There are, therefore, just as many stages of life as there are stages of consciousness. Life differs from consciousness in that the former is of an inner nature, while the latter is based on a relationship to the external world.
[ 34 ] Auf die Erde angewendet kann man sagen: bevor der helle Tagesbewußtseinszustand des Menschenleibes auf ihr auftrat, mußte dieser Weltkörper durch vier Zustände hindurchgehen, die als vier Lebenszustände aufzufassen sind.
[ 34 ] Applied to the Earth, one can say: before the human body’s bright state of daytime consciousness emerged on it, this celestial body had to pass through four states, which are to be understood as four stages of life.
[ 35 ] Die Stufen des Seelenerlebens ergeben sich, wenn man das verinnerlicht denkt, was in den Bewußtseinszuständen als Außenwelt wahrgenommen wird. Da hat man zunächst jenen dumpfesten Bewußtseinszustand, welcher dem traumlosen Schlafe vorangeht. In diesem letzteren schafft die Seele harmonisierend am Leibe; ihr entsprechender Lebenszustand ist die Harmonisierung des eigenen Innern. Sie durchdringt sich also mit einer Welt tönender Bewegung. Vorher, in dem dumpfesten Erlebenszustand, war sie in einem eigenen, bewegungslosen Innern. Sie fühlte dieses Innere in unterschiedloser Gleichgültigkeit allseitig durch. Man bezeichnet diesen niedersten Lebenszustand als das erste Elementarreich. Es ist ein Erleben des Stoffes in seiner ursprünglichen Eigenschaft. Der Stoff kommt nach den verschiedensten Richtungen hin in Erregung und Bewegung. Und sein Selbsterleben dieser Beweglichkeit ist als erste Lebensstufe das erste Elementarreich. — Die zweite Stufe wird erreicht, wenn Rhythmus und Harmonie aus diesen Bewegungen wird. Die entsprechende Lebensstufe ist das innerliche Gewahrwerden des Rhythmus als Klang. Das ist das zweite Elementarreich. — Die dritte Stufe bildet sich aus, indem die Bewegungen sich zu Bildern umformen. Dann lebt die Seele in sich als in einer Welt sich gestaltender und sich wieder auflösender Bilder. Das ist das dritte Elementarreich. — Auf der vierten Stufe nehmen die Bilder feste Formen an; es tritt Einzelnes aus dem Wandelpanorama heraus. Dadurch kann es nicht mehr bloß innerlich erlebt, sondern äußerlich wahrgenommen werden. Dieses Reich ist das Reich der äußeren Leiber.
[ 35 ] The stages of soul experience arise when one internalizes what is perceived as the external world in the various states of consciousness. First, there is that dull, heavy state of consciousness that precedes dreamless sleep. In the latter, the soul works to harmonize the body; its corresponding state of life is the harmonization of its own inner being. It thus permeates itself with a world of resonant movement. Previously, in the dull, heavy state of experience, it was in its own motionless inner realm. It felt this inner realm in all directions with undifferentiated indifference. This lowest state of life is referred to as the first elemental realm. It is an experience of matter in its original nature. Matter comes into excitation and movement in a wide variety of directions. And its self-experience of this mobility, as the first stage of life, is the first elemental realm. — The second stage is reached when rhythm and harmony emerge from these movements. The corresponding stage of life is the inner awareness of rhythm as sound. This is the second elemental realm. — The third stage develops as the movements transform into images. Then the soul lives within itself as in a world of images that take shape and dissolve again. This is the third elemental realm. — At the fourth stage, the images take on fixed forms; individual elements emerge from the ever-changing panorama. As a result, they can no longer be experienced merely inwardly but can be perceived outwardly. This realm is the realm of the outer bodies.
[ 36 ] Man muß in diesem Reiche unterscheiden zwischen der Gestalt, die es hat für das helle Tagesbewußtsein des Menschen, und der Gestalt, die es in sich selbst erlebt. Der Leib erlebt tatsächlich in sich seine Form, also den in regelmäßige Gestalten sich formenden Stoff. — Auf der nächsten Stufe wird dieses bloße Formerleben überwunden; es tritt dafür das Erleben des Formwandels ein. Die Gestalt bildet sich selbst und bildet sich um. Man kann sagen, daß auf dieser Stufe das dritte Elementarreich in einer höheren Gestalt erscheint. Im dritten Elementarreich kann die Bewegung von Gestalt zu Gestalt nur als Bild erlebt werden; in diesem fünften Reich geht das Bild bis zur Verfestigung im äußeren Gegenstande über, aber dieser äußere Gegenstand erstirbt nicht in der Form, sondern er behält seine Wandelfähigkeit. Dies Reich ist das [der] wachsenden und sich fortpflanzenden Leiber. Und seine Umwandlungsfähigkeit kommt eben in Wachstum und Fortpflanzung zum Vorschein. — Im nächsten Reiche tritt die Fähigkeit hinzu, daß Äußere in seiner Wirkung auf das Innere zu erleben. Es ist das Reich der empfindenden Wesen. — Das letzte Reich, das in Betracht kommt, ist dasjenige, welches nicht nur die Wirkung der äußeren Dinge in sich erlebt, sondern deren Inneres miterlebt. Es ist dies. das Reich der mitfühlenden Wesen. Somit gliedert sich die Stufenfolge des Lebens in der folgenden Art:
[ 36 ] In this realm, one must distinguish between the form it takes for human consciousness in the light of day and the form it experiences within itself. The body actually experiences its own form within itself—that is, the substance taking shape in regular forms. — At the next stage, this mere experience of form is overcome; in its place comes the experience of the transformation of form. The form shapes itself and reshapes itself. One can say that at this stage, the third elemental kingdom appears in a higher form. In the third elemental kingdom, the movement from form to form can only be experienced as an image; in this fifth realm, the image progresses to the point of solidification in the external object, but this external object does not cease to exist in its form; rather, it retains its capacity for transformation. This realm is that of growing and reproducing bodies. And its capacity for transformation is precisely manifested in growth and reproduction. — In the next realm, the ability to experience the external in its effect on the internal is added. It is the realm of sentient beings. — The final realm to be considered is that which not only experiences the effect of external things within itself but also shares in their inner life. This is the realm of compassionate beings. Thus, the sequence of stages of life is structured as follows:
1. dumpfes Stofferleben
2. Erleben innerer Bewegung
3. Erleben innerer Gestaltung
4. Erleben einer festen Umgrenzung
5. Erleben des Umgestaltens
6. Erleben der Wirkungen der Außenwelt als Empfindung
7. Miterleben der Außenwelt.
1. Dull, material existence
2. Experience of inner movement
3. Experience of inner formation
4. Experience of a fixed boundary
5. Experience of transformation
6. Experience of the effects of the external world as sensation
7. Shared experience of the external world.
[ 37 ] Dem innerlichen Erleben der Seele muß erst das Schaffen dieses Lebens vorangehen. Denn nichts kann erlebt werden, was nicht erst ins Dasein getreten ist. Bezeichnet die Geheimwissenschaft das innere Erleben als Seelisches, so benennt sie das Schöpferische als Geistiges. Der [physische Leib] nimmt durch Organe wahr; die Seele erlebt sich im Innern; der Geist schafft nach außen. So wie den sieben Stufen des Bewußtseins sieben Seelenerlebnisse vorangehen, so gehen diesen Seelenerlebnissen entsprechend sieben Arten schöpferischer Tätigkeit voran. Dem dumpfen Erleben des Stoffes entspricht im Gebiete des Schöpferischen das Hervorbringen dieses Stoffes. Der Stoff strömt da in gleichgültiger Art in die Welt. Man bezeichnet dieses Gebiet als dasjenige der Formlosigkeit. Auf der nächsten Stufe gliedert sich der Stoff, und seine Glieder treten zueinander in Beziehung. Man hat es also da mit verschiedenen Stoffen zu tun, die sich verbinden, trennen. Dieses Gebiet wird als das der Form bezeichnet. Auf der dritten Stufe braucht nicht mehr Stoff zu Stoff selbst in Beziehung zu treten, sondern es gehen von dem Stoffe die Kräfte aus, die Stoffe ziehen sich an, stoßen sich ab und so weiter. Man hat es mit dem astralen Gebiet zu tun. Auf der vierten Stufe erscheint ein Stoffliches, gestaltet von den Kräften der Umwelt, die auf der dritten Stufe bloß die äußeren Beziehungen geregelt haben und die jetzt in das Innere der Wesen hineinarbeiten. Es ist dies das Gebiet des Physischen. Ein Wesen, das auf dieser Stufe steht, ist ein Spiegel seiner Umwelt; es arbeiten die Kräfte der letzteren an seiner Gliederung. Der weitere Fortschritt besteht darinnen, daß das Wesen nicht nur sich in sich so gliedert, wie es im Sinne der Kräfte in der Umwelt ist, sondern daß es sich auch eine äußere Physiognomie gibt, welche das Gepräge dieser Umwelt trägt. Stellt ein Wesen der vierten Stufe einen Spiegel seiner Umwelt dar, so drückt ein solches der fünften Stufe diese Umwelt physiognomisch aus. Man nennt diese Stufe daher in der Geheimwissenschaft die physiognomische. Auf der sechsten Stufe wird die Physiognomie zur Ausströmung ihrer selbst. Ein Wesen, das auf dieser Stufe steht, bildet die Dinge seiner Umwelt so, wie es sich erst selbst gebildet hat. Es ist dies die Stufe des Gestaltens. Und auf der siebenten Stufe geht das Gestalten über in Schaffen. Das Wesen, das da angekommen ist, erschafft in seiner Umwelt solche Formen, welche im Kleinen nachbilden das, was seine Umwelt im Großen ist. Es ist die Stufe des Schöpferischen.
[ 37 ] The inner experience of the soul must first be preceded by the creative work of this life. For nothing can be experienced that has not first come into being. While esoteric science refers to inner experience as “soul,” it designates the creative as “spirit.” The [physical body] perceives through the organs; the soul experiences itself inwardly; the spirit creates outwardly. Just as the seven levels of consciousness are preceded by seven soul experiences, so too are these soul experiences preceded by seven corresponding types of creative activity. In the realm of the creative, the dull experience of matter corresponds to the bringing forth of that matter. There, matter flows into the world in an indifferent manner. This realm is referred to as that of formlessness. At the next stage, matter becomes structured, and its parts enter into relationship with one another. We are thus dealing here with various forms of matter that combine and separate. This realm is referred to as that of form. At the third stage, matter no longer needs to enter into a relationship with matter itself; rather, forces emanate from the matter, causing matter to attract and repel one another, and so on. We are dealing with the astral realm. At the fourth stage, a material form appears, shaped by the forces of the environment, which at the third stage merely regulated external relationships and now work their way into the inner being of living beings. This is the realm of the physical. A being at this stage is a mirror of its environment; the forces of the latter work to structure it. Further progress consists in the fact that the being not only structures itself internally in accordance with the forces of its environment, but also acquires an external physiognomy that bears the imprint of that environment. While a being on the fourth level represents a mirror of its environment, one on the fifth level expresses that environment physiognomically. This stage is therefore called the physiognomic stage in esoteric science. At the sixth stage, the physiognomy becomes a radiating expression of itself. A being at this stage shapes the things of its environment in the same way that it has first shaped itself. This is the stage of shaping. And at the seventh stage, shaping gives way to creation. The being that has reached this stage creates forms in its environment that, on a small scale, replicate what its environment is on a large scale. It is the stage of the creative.
Die Entwickelung des Geistigen gliedert sich demnach in folgende Stufenreihe:
The development of the spiritual realm is thus divided into the following series of stages:
1. die Formlosigkeit
2. die Formgebung
3. die Einverleibung von Kraft
4. die Gestaltung im Sinne der Kräfte der Umwelt
5. die physiognomische Ausdrucksfähigkeit
6. die gestaltende Macht
7. die schöpferische Fähigkeit.
1. Formlessness
2. Shaping
3. The incorporation of power
4. Shaping in accordance with the forces of the environment
5. Physiognomic expressiveness
6. The power to shape
7. Creative ability.
[ 38 ] Als die Saturnentwickelung begann, war der Menschenleib auf der Stufe der Formlosigkeit. Er mußte sich erst bis zur schöpferischen Fähigkeit hindurchringen, bevor eine Seele in ihm ihr erstes Stofferleben erfahren konnte. Das heißt, daß sich der Leib erst durch die sieben Stufen der Schöpfertätigkeit hindurchentwickeln mußte, dann konnte seine Seele ihn durchleben. Diese Seele muß nun wieder so weit kommen, daß sie jeder der sieben Formen des Leibes ihre innere Bewegung mitteilen kann. Das erste Mal, wenn der Leib durch seine sieben Formen hindurchgeht, ist sie selbst noch ganz leblos. Erst auf der siebenten Stufe, wenn der Leib schöpferisch wird, erwacht ihr Leben. Und es muß jetzt erwachen, denn der Leib gibt Stoff aus in seinem Schaffen. Diesen muß ihm die Seele ersetzen. Und nun beginnt ein zweiter Kreislauf. Der Stoff, der als Ersatz einströmt in den Leib, macht selbst die sieben Stufen von der Formlosigkeit bis zur schöpferischen Fähigkeit durch. Ist er da angelangt, so beschränkt sich die Seele nicht mehr auf die Erlebnisse, welche ihr die Bewegung des einströmenden Stoffes bewirkt, sondern sie beginnt eine neue Lebensstufe. Dadurch daß der einströmende Stoff selbst schöpferisch geworden ist, beginnt er den Leib innerlich zu füllen. Vorher hat er immer nur Ersatz für den Abgang geleistet; jetzt lagert er sich dem Leibe ein. Und wieder macht er da alle Formen von der Formlosigkeit bis zur schöpferischen Fähigkeit durch. Erst lagert er sich formlos im Leibe ab, dann geht er allmählich über zu Formen, entwickelt Kräfte, gestaltet Gebilde aus, gibt ihnen einen physiognomischen Ausdruck und so weiter. Während dieses ganzen Kreislaufes macht die Seele ihre dritte Lebensstufe durch. Sie harmonisiert diese innere Gliederung und gleicht das durch die inneren Vorgänge in Unordnung Gekommene aus. — Ist so der Stoff im Innern gestaltend gewesen, so geht er auf einer vierten Stufe dazu über, die Außenwelt auf sich wirken zu lassen. Er kann dieses, denn die ihn bewohnende Seele ist nunmehr reif geworden, die Eindrücke der Umgebung dumpf zu erleben und so die durch die Außenwelt bewirkten Unordnungen immer wieder in Ordnung zu bringen. Im nächsten Kreislauf bleibt der Leib nicht mehr dabei stehen, sich selbst zu gliedern; er gestaltet sich unter dem Einflusse der Außenwelt um. Die Seele ist dazu reif geworden, diese Umgestaltung zu regeln. Dann beginnt für den Leib ein Kreislauf, in dem er die Wirkungen der Außenwelt als Empfindungen wahrnimmt. Die Seele bildet wieder den Regulator dieser Daseinsstufe. Endlich ist der Leib auf seiner letzten Stufe angelangt; er kann die Außenwelt miterleben. Die Seele ist jetzt so weit, daß sie eine nächste Stufe vorerlebt, nämlich die nächste Bewußtseinsstufe in einer für das Saturndasein höheren Welt. Sie macht dadurch während dieses letzten Saturnkreislaufes den traumlosen Schlafzustand durch. Und diesen überträgt sie nun beim ersten Sonnenkreislauf auf den physischen Leib.
[ 38 ] When the Saturn evolution began, the human body was at the stage of formlessness. It first had to struggle its way to the point of creative ability before a soul could experience its first material life within it. This means that the body first had to develop through the seven stages of creative activity before its soul could live through it. This soul must now once again reach the point where it can impart its inner movement to each of the body’s seven forms. The first time the body passes through its seven forms, the soul itself is still completely lifeless. Only at the seventh stage, when the body becomes creative, does its life awaken. And it must awaken now, for the body expends matter in its creative activity. The soul must replace this matter for it. And now a second cycle begins. The matter that flows into the body as a replacement itself passes through the seven stages, from formlessness to creative capacity. Once it has reached this stage, the soul is no longer limited to the experiences brought about by the movement of the inflowing substance, but begins a new stage of life. Because the inflowing substance has itself become creative, it begins to fill the body from within. Previously, it had merely served as a replacement for what was lost; now it becomes embedded in the body. And once again, it passes through all forms, from formlessness to creative capacity. First, it is deposited formlessly within the body; then it gradually transitions to forms, develops powers, shapes structures, gives them a physiognomic expression, and so on. Throughout this entire cycle, the soul passes through its third stage of life. It harmonizes this inner structure and restores balance to what has been thrown into disorder by the inner processes. — Once the substance has been formative within, it proceeds, in a fourth stage, to allow the external world to act upon it. It is able to do this because the soul inhabiting it has now matured to the point of experiencing the impressions of its surroundings in a subdued manner, thereby repeatedly restoring order to the disruptions caused by the external world. In the next cycle, the body no longer remains confined to structuring itself; it reshapes itself under the influence of the external world. The soul has matured to the point where it can regulate this transformation. Then a cycle begins for the body in which it perceives the effects of the external world as sensations. The soul once again serves as the regulator of this stage of existence. Finally, the body has reached its final stage; it can experience the external world directly. The soul is now ready to experience the next stage in advance—namely, the next stage of consciousness in a world higher than the Saturn existence. Through this, it undergoes a dreamless state of sleep during this final Saturn cycle. And it now transfers this state to the physical body during the first Solar cycle.
[ 39 ] Es ist ersichtlich, daß der physische Menschenleib während der Saturnperiode siebenmal durch ein physisches Stadium gegangen ist. Jedesmal, wenn er bei einem solchen angelangt war, erreichte die Seele eine höhere Stufe ihres Erlebens. Beim siebenten Stadium schritt sie über die Saturnentwickelung hinaus und wies in ihrem Erleben auf das Sonnenstadium hin.
[ 39 ] It is evident that the physical human body passed through seven physical stages during the Saturn period. Each time it reached such a stage, the soul attained a higher level of experience. At the seventh stage, it moved beyond Saturn’s development and, in its experience, pointed toward the Solar stage.
[ 40 ] Wenn nun der Sonnenkreislauf beginnt, so ist der physische Leib so weit, daß er seine eigene Gestaltung übernehmen kann. War früher die Seele der Regulator dieser Gestaltung, so hat er nun einen eigenen Gestalter in sich. Man nennt diesen den Ätherleib. Die Seele steht jetzt nicht mehr in unmittelbarer Verbindung mit dem physischen Leib; zwischen ihr und ihm steht der Ätherleib als Vermittler. Ihre Erlebnisse gehen auf diesen Ätherleib über, wie sie vorher auf den physischen Leib übergegangen sind. Nun müssen zunächst wieder von diesem Ätherleib die sieben Formzustände durchgemacht werden, von der Formlosigkeit bis zur schöpferischen Tätigkeit. Indem der Ätherleib auf den physischen Leib gestaltend einwirkt, verliert er seine Spannung fortlaufend. Und diese wird immer wieder durch die Seele geregelt. In solcher Art durchläuft auch die Sonnenentwickelung sieben physische Stadien. Und in jedem derselben erscheint die Seele auf einer höheren Stufe; auf der siebenten bildet sie einen neuen Bewußtseinszustand vor. Während sie noch miterlebt, wie der Ätherleib zum Schöpfer neuer Gebilde wird, die die ganze Sonnenwelt nachbilden, spürt sie in sich bereits eine Bilderwelt, die auf- und abwogt in ihr.
[ 40 ] When the solar cycle begins, the physical body is ready to assume its own form. Whereas the soul used to be the regulator of this form, the body now has its own formative power within itself. This is called the etheric body. The soul is no longer in direct connection with the physical body; the etheric body stands between them as a mediator. The soul’s experiences are transferred to this etheric body, just as they were previously transferred to the physical body. Now, the seven states of form must first be passed through again, starting with this etheric body—from formlessness to creative activity. As the etheric body exerts a formative influence on the physical body, it continuously loses its tension. And this tension is continually regulated by the soul. In this way, the solar evolution also passes through seven physical stages. And in each of these stages, the soul appears at a higher level; in the seventh, it manifests a new state of consciousness. While it is still witnessing how the etheric body becomes the creator of new forms that replicate the entire solar world, it already senses within itself a world of images that surges and ebbs within it.
[ 41 ] Diese Bilderwelt überträgt sie beim ersten Mondenkreislauf auf den Ätherleib, der nun den physischen Leib nach Maßgabe dieser Seelenbilder gestaltet. Wie sich auf der Sonnenstufe zwischen den physischen Leib und die Seele der gestaltende Ätherleib geschoben hat, so gliedert sich jetzt zwischen diesen und die Seele der charakterisierte Bilderleib. Man nennt ihn in der Geheimwissenschaft den Empfindungsleib. Denn wie die menschlichen Empfindungen von der Außenwelt gleichsam in das Innere einströmen und so den Inhalt der Außenwelt zum Besitztum der Innenwelt machen, so wirken die Bilder des Bilderleibes von innen nach außen und prägen ihren Inhalt dem Ätherleib ein, der ihn wieder überträgt auf den physischen Leib.
[ 41 ] During the first lunar cycle, she transfers this world of images to the etheric body, which now shapes the physical body in accordance with these soul images. Just as, on the solar stage, the formative etheric body interposed itself between the physical body and the soul, so now the characterized image body interposes itself between the physical body and the soul. In esoteric science, it is called the sensory body. For just as human sensations flow, as it were, from the outer world into the inner world, thereby making the content of the outer world the property of the inner world, so the images of the image body work from the inside out and imprint their content upon the etheric body, which in turn transmits it to the physical body.
[ 42 ] Wieder durchläuft der Mensch während der Mondenentwickelung siebenmal alle Formzustände, um in jedem derselben die Seele zu einer höheren Stufe heranreifen zu lassen. Während der siebenten Stufe hat die Seele die Fähigkeit, ihren Bildern die vollkommenste Form zu geben; sie kann da miterleben alles, was auf dem Weltkörper um sie herum vorgeht, so daß ihre Bilderwelt ein Ausdruck ist der ganzen Mondenwelt. Dabei hat sie zugleich als Vorerlebnis den erhöhten Bewußtseinszustand der nächsten Stufe; sie beginnt innerhalb ihrer Bilder-Wandelwelt feste Formen zu schauen. Dadurch wird sie reif, auch auf den Ätherleib so zu wirken, daß dieser Organe in sich ausbildet, die etwas Bleibendes haben. — Und damit kann der Übergang gemacht werden zum ersten Erdenkreislauf. Innerhalb desselben nimmt der physische Leib die festen Bilderformen in sich auf; diese werden seine Organe. Damit beginnt sich ein viertes Glied am Menschen zu entwickeln. Zwischen den Bilderleib und die Seele schieben sich die Wahrnehmungen äußerer Gegenstände ein. Der Leib ist jetzt in einer gewissen Weise der Seele entwachsen; er ist selbständig geworden. Was vorher in ihm auftrat, waren die Ergebnisse jener Bilder, welche die Seele aus der Außenwelt sich angeeignet hat. Jetzt bewirkt die Außenwelt in ihm unmittelbar die Wahrnehmungen. Und das Innenleben der Seele verläuft als ein Miterleben dieser Wahrnehmungen. Der Ausdruck dieser Eigentätigkeit des Leibes ist das Selbstbewußtsein. Doch nur allmählich reift das Selbstbewußtsein heran. Erst muß der Mensch einen Kreislauf der Formen durchmachen, in dem in seinen Organen nur dumpfes Stoffleben verspürt wird; in einem zweiten Kreislauf bewirkt der Stoffeinfluß eine innere Bewegung; der Ätherleib erlebt dadurch die Außenwelt mit und gestaltet die Organe zu lebendigen Werkzeugen des physischen Organismus um. In einem dritten Kreislaufe wird auch der Bilderleib fähig, die Außenwelt nachzubilden. Er erregt nun die Organe so, daß sie selbst Bilder hervorbringen, die in ihnen leben, aber noch nicht Abbilder äußerer Dinge sind. Erst im vierten Kreislaufe wird die Seele selbst fähig, die Leibesorgane zu durchsetzen; damit löst sie die Bilder von diesen Leibesorganen los und überzieht mit ihnen die äußeren Dinge. Damit steht eine Außenwelt vor ihr, zu der sie als ein inneres selbständiges Wesen in Gegensatz tritt. — Jetzt ist es aber auch, wo von Zeit zu Zeit die Leibesorgane, deren sie sich bedient, in Erschöpfung verfallen. Dann hört die Möglichkeit auf, mit der Außenwelt in Verbindung zu sein. Der Schlaf tritt ein, in dem die Seele wieder auf ihre frühere Art durch Bilder- und Ätherleib auf den physischen Körper ausgleichend einwirkt. So erscheint der Schlaf für die Geheimwissenschaft als ein zurückgebliebener Rest früherer Entwickelungsstufen. In der Gegenwart hat der Mensch die Mitte des vierten Erdenkreislaufes um ein Stück überschritten. Dies drückt sich darinnen aus, daß er nicht bloß im hellen Tagesbewußtsein die äußeren Gegenstände wahrnimmt, sondern darüber hinaus die ihnen zugrundeliegenden Gesetze. Die Seele hat mit ihrem Erleben des inneren Umgestaltens der Dinge begonnen.
[ 42 ] Once again, during the lunar phase of development, human beings pass through all stages of form seven times in order to allow the soul to mature to a higher level in each of them. During the seventh stage, the soul has the ability to give its images the most perfect form; it can experience everything that takes place on the world body around it, so that its world of images is an expression of the entire lunar world. At the same time, it has a foretaste of the heightened state of consciousness of the next stage; it begins to perceive fixed forms within its ever-changing world of images. Through this, it matures to the point of influencing the etheric body in such a way that the latter develops organs within itself that possess a lasting quality. — And with this, the transition can be made to the first earthly cycle. Within this cycle, the physical body incorporates the solid forms of the images; these become its organs. Thus, a fourth member begins to develop in the human being. Perceptions of external objects interpose themselves between the body of images and the soul. The body has now, in a certain sense, outgrown the soul; it has become independent. What previously occurred within it were the results of those images that the soul had appropriated from the external world. Now the external world directly brings about perceptions within it. And the inner life of the soul unfolds as a shared experience of these perceptions. The expression of this independent activity of the body is self-consciousness. Yet self-consciousness matures only gradually. First, the human being must pass through a cycle of forms in which only a dull material life is sensed in the organs; in a second cycle, the influence of matter brings about an inner movement; through this, the etheric body experiences the external world and transforms the organs into living instruments of the physical organism. In a third cycle, the image body also becomes capable of reproducing the external world. It now stimulates the organs in such a way that they themselves produce images that live within them, but are not yet representations of external things. Only in the fourth cycle does the soul itself become capable of permeating the bodily organs; in doing so, it detaches the images from these bodily organs and superimposes them onto external things. Thus an external world stands before it, to which it stands in contrast as an inner, independent being. — But it is also at this point that, from time to time, the bodily organs it makes use of fall into exhaustion. Then the possibility of being in connection with the external world ceases. Sleep sets in, during which the soul once again exerts a balancing influence on the physical body in its former manner through the image body and the etheric body. Thus, for esoteric science, sleep appears as a remnant of earlier stages of development. At present, humanity has gone a little beyond the midpoint of the fourth Earth cycle. This is expressed in the fact that human beings perceive not only external objects in bright daytime consciousness, but also the laws underlying them. The soul has begun to experience the inner transformation of things.
[ 43 ] Während der Saturnentwickelung stand der Menschenleib auf der Stufe des dumpfesten Bewußtseins. Man darf aber deshalb nicht etwa voraussetzen, daß andere Stufen des Bewußtseins nicht bei Wesen vorhanden gewesen wären, die zu jener Zeit ihr Dasein in Verbindung mit dieser früheren Verkörperung der Erde hatten. So war vor allem ein Wesen damals vorhanden, welches ein Bewußtsein hatte, das dem gegenwärtigen wachen Tagesbewußtsein des Menschen gleichwertig war. Da aber die Verhältnisse der Saturnumgebung ganz andere waren, als sie auf der Erde sind, so mußte auch diese Bewußtseinsstufe sich in einer wesentlich anderen Art betätigen.
[ 43 ] During the Saturn evolution, the human body was at the stage of a dull, sluggish consciousness. However, one must not assume from this that other stages of consciousness did not exist among beings who, at that time, existed in connection with this earlier incarnation of the Earth. In particular, there was a being at that time whose consciousness was equivalent to the present-day waking consciousness of human beings. However, since the conditions of the Saturn environment were quite different from those on Earth, this stage of consciousness also had to manifest itself in a fundamentally different way.
[ 44 ] Der Erdenmensch hat um sich herum als Gegenstände der Wahrnehmung Mineralien, Pflanzen und Tiere. Diese Wesenheit[en] betrachtet er als unter ihm stehend, sich selbst ihnen gegenüber als ein höheres Wesen. Bei jenem Saturnwesen war das Umgekehrte der Fall. Es hatte drei Gruppen von Wesenheiten über sich und mußte sich selbst als das unterste Glied im Bereiche dessen halten, was ihm wahrnehmbar war. Diese drei höheren Grup: pen von Wesenheiten bezeichnete man in der Geheimwissenschaft mit verschiedenen Namen, je nach der Sprache des Volkes und der Zeit, denen die Geheimlehrer angehörten. Die Bezeichnungen der christlichen Geheimwissenschaft sind, von oben nach unten aufgezählt: Herrschaften (Kyriotetes), Mächte (Dynamis) und Gewalten (Exusiai). Als viertes unterstes Glied reiht sich jenes charakterisierte Wesen an, wie sich der Erden-Mensch als oberstes Glied an das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich anreiht. — Diesen ganz andersartigen Verhältnissen entsprechend war auch die Natur der Wahrnehmung selbst anders. Aus der Erfahrung heraus kennt diese Natur der Eingeweihte. Denn sie kommt dem gleich, was er als seine dritte Stufe, über das wache Tagesbewußtsein hinaus, erreicht, dem spirituellen Bewußtsein. Es ist da, als ob die Eindrücke nicht von äußeren Gegenständen an die Sinne herankämen, sondern als ob sie sich von innen heraus nach den Sinnen zudrängten, von diesen nach außen strömten und da draußen an die Gegenstände und Wesen aufstießen, um sich an ihnen zu spiegeln und dann in ihrem Abglanz dem Bewußtsein zu erscheinen. — So war es bei jenem Saturnwesen. Es strömte seine Lebenskraft auf die Dinge des Planeten, und von allen Seiten wurde ihm in der mannigfaltigsten Weise der Widerschein zurückgeworfen. Es nahm das eigene Leben von allen Seiten im Spiegelbilde wahr. Und die Dinge, welche ihm dieses sein Wesen zurückstrahlten, waren die Anfänge des physischen Menschenleibes. Denn aus ihnen bestand der Planet. Was sonst wahrgenommen wurde, erschien nicht am Planeten, sondern in dessen Umkreis. Die Wesen, welche Exusiai (Gewalten) genannt werden, erschienen als strahlende Wesen, die von allen Seiten her den Weltkörper beleuchteten. Der Saturn selbst war ein an sich dunkler Körper; er empfing sein Licht nicht von toten Lichtquellen, sondern von diesen Wesen, die seinen Umkreis bewohnten und als Leuchtwesen ihn erhellten. Ihr Licht offenbarte sich der Wahrnehmung des Saturnwesens, wie sich gegenwärtig der tierische Leib dem Menschen wahrnehmbar macht. Die Wesen, welche Dynamis (Mächte) heißen, offenbarten sich in ähnlicher Art vom Umkreise her durch geistiges Tönen und die Kyriotetes (Herrschaften) durch das, was man in der Geheimwissenschaft das Weltaroma nennt, eine Art von Eindruck, den man mit dem gegenwärtigen Geruch vergleichen kann.
[ 44 ] The human being on Earth has minerals, plants, and animals around him as objects of perception. He regards these beings as inferior to himself and sees himself as a higher being in relation to them. With that Saturnian being, the opposite was true. It had three groups of beings above it and had to regard itself as the lowest link within the realm of what was perceptible to it. These three higher groups of beings were designated in esoteric science by various names, depending on the language of the people and the era to which the esoteric teachers belonged. The terms used in Christian esoteric science, listed from top to bottom, are: Dominions (Kyriotetes), Powers (Dynamis), and Authorities (Exusiai). That characterized being ranks as the fourth and lowest link, just as the human being on Earth ranks as the highest link in the mineral, plant, and animal kingdoms. — In keeping with these entirely different conditions, the nature of perception itself was also different. The initiate knows this nature from experience. For it corresponds to what he attains as his third stage, beyond waking daytime consciousness: spiritual consciousness. It is as if the impressions did not come to the senses from external objects, but rather as if they surged from within toward the senses, flowed outward from them, and there outside met the objects and beings, reflecting off them and then appearing to consciousness in their reflection. — Such was the case with that Saturnian being. It poured its life force onto the things of the planet, and from all sides the reflection was cast back to it in the most manifold ways. It perceived its own life reflected from all sides. And the things that reflected this essence back to it were the beginnings of the physical human body. For the planet consisted of them. Whatever else was perceived did not appear on the planet itself, but in its vicinity. The beings called Exusiai (powers) appeared as radiant beings that illuminated the celestial body from all sides. Saturn itself was a body that was dark in and of itself; it did not receive its light from dead light sources, but from these beings who inhabited its surroundings and illuminated it as luminous beings. Their light revealed itself to the perception of the Saturn being, just as the animal body currently makes itself perceptible to human beings. The beings called Dynamis (Powers) revealed themselves in a similar manner from the periphery through spiritual sounds, and the Kyriotetes (Dominions) through what is called in esoteric science the “world aroma”—a kind of impression that can be compared to the sense of smell.
[ 45 ] So wie der Erdenmensch sich über die Wahrnehmungen der äußeren Dinge hinaus zu Vorstellungen erhebt, die nur in seinem Innern leben, so erkannte jenes Saturnwesen außer den genannten Wesenheiten, welche sich ihm wie von innen offenbarten, noch Wesenheiten, die es von außen wahrnahm; sie werden in der christlichen Geheimwissenschaft Serafine, Cherubine und Throne genannt. Es gibt im Umkreise der Erfahrung des Erdenmenschen nichts, was sich mit den erhabenen Merkmalen vergleichen läßt, in denen sie damals auftraten. — Endlich war diesem Saturnwesen noch eine dritte Art von Mitbewohnern bekannt. Sie bevölkerten das Innere des Planeten. Dieser bestand ja nur als eine Zusammensetzung aus den Menschenleibern, so weit sie damals gediehen waren. Will man sich eine Vorstellung von diesen Leibern machen, so kann man dies dadurch, daß man sie für die Zeiten, in denen sie in physischer Form auftraten, mit Automaten vergleicht, die aus feinstem ätherischen Stoff bestehen. Als solche spiegelten sie das Leben jenes Saturnwesens wider; sie selbst aber waren gänzlich ohne Leben und ohne alle Empfindung. Aber sie wurden von zweierlei Arten von Wesen bewohnt, welche ihr Leben und ihre Empfindungsfähigkeit in ihnen entwickelten. Diese brauchten dazu eine gewisse Unterlage. Denn ihnen fehlte ein eigener physischer Leib,. und dennoch waren sie so veranlagt, daß sie ihre höheren Fähigkeiten nur in einem solchen zur Entfaltung bringen konnten. Sie bedienten sich deswegen des menschlichen physischen Leibes.
[ 45 ] Just as the earthly human being rises beyond the perceptions of external things to concepts that exist only within, so that Saturn being recognized, in addition to the aforementioned entities that revealed themselves to it as if from within, other entities that it perceived from without; in Christian esoteric science, they are called Seraphim, Cherubim, and Thrones. There is nothing within the sphere of the earthly human’s experience that can be compared to the sublime characteristics in which they appeared at that time. — Finally, this Saturnian being was also aware of a third kind of co-inhabitant. They populated the interior of the planet. After all, the planet consisted solely of a composite of human bodies, to the extent that they had developed at that time. If one wishes to form a conception of these bodies, one can do so by comparing them, for the periods in which they appeared in physical form, to automatons composed of the finest ethereal substance. As such, they reflected the life of that Saturnian being; but they themselves were entirely without life and without any sensation. However, they were inhabited by two kinds of beings who developed their life and capacity for sensation within them. To do this, these beings needed a certain foundation, for they lacked a physical body of their own, and yet they were so constituted that they could develop their higher faculties only within such a body. They therefore made use of the human physical body.
[ 46 ] So war auf dem Saturn in einer ähnlichen Art das leibliche, seelische und geistige Element vorhanden, wie es auf der Erde vorkommt. Nur findet es sich auf der Erde so, daß es die dreifache Natur des Menschen bildet: seinen Leib, seine Seele und seinen Geist. Jedes dieser Glieder des Menschen besteht wieder aus drei Untergliedern: der Leib aus dem physischen, dem Ätherleib und dem Empfindungsleib; die Seele aus der Empfindungsseele, der Verstandesseele und [der] Bewußtseinsseele; der Geist aus Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Auf dem Saturn sind Leibliches, Seelisches und Geistiges nicht als Glieder einer Wesenheit, sondern als selbständige Wesenheiten vorhanden; das PhysischLeibliche als die erste Anlage des Menschenleibes und die eigentliche Stoffgrundlage des Planeten selbst; der Ätherleib als Engel, der Empfindungsleib als Erzengel; die Empfindungsseele wird repräsentiert von jenem charakterisierten Saturnwesen selbst, die Verstandesseele von den Gewalten, die Bewußtseinsseele von den Mächten, das Geistselbst von den Herrschaften, der Lebensgeist von den Thronen, der Geistesmensch von den Cherubinen; über allen stehen die Serafine.
[ 46 ] Thus, on Saturn, the physical, soul, and spiritual elements were present in a manner similar to how they exist on Earth. However, on Earth, these elements constitute the threefold nature of the human being: his body, his soul, and his spirit. Each of these aspects of the human being, in turn, consists of three sub-aspects: the body consists of the physical body, the etheric body, and the sensory body; the soul consists of the sensory soul, the intellectual soul, and the conscious soul; the spirit consists of the spiritual self, the life spirit, and the spiritual human. On Saturn, the physical, the soul, and the spirit exist not as parts of a single being but as independent beings; the physical body as the first foundation of the human body and the actual material basis of the planet itself; the etheric body as an angel, the sensory body as an archangel; the Sensitive Soul is represented by that characterized Saturnian being itself, the Intellectual Soul by the Dominions, the Conscious Soul by the Powers, the Spiritual Self by the Principalities, the Life Spirit by the Thrones, and the Spiritual Man by the Cherubim; above them all stand the Seraphim.
[ 47 ] Der Saturn stellte also in den Zeiten, in denen er auf seiner physischen Stufe war, einen Gliederleib dar, bestehend aus feinen Ätherleibern; darinnen walteten die Engel und Erzengel wie die Lebens- und Nervenkräfte gegenwärtig im menschlichen Leibe. Und wie dieser außen die Sinneswerkzeuge hat, so war der Saturn selbst an seiner Oberfläche wie mit lauter Sinnen bedeckt; nur waren diese Sinne nicht empfangende, sondern rückstrahlende. Sie spiegelten alles, was von dem Umkreise des Weltkörpers herein einen Eindruck machte, wider. Da bestrahlten die leuchtenden Gewalten die Saturnoberfläche, und ihr Licht wurde vielfältig von der Oberfläche desselben zurückgeworten. Da klang es heran von den Mächten, und diese Klänge drangen wieder als mannigfaches Echo in den Raum hinaus; endlich wurde die Saturnoberfläche von dem Aroma der Herrschaften bestrahlt, und sie gab dieses wieder in vielfach veränderter Form zurück. Und in der Wahrnehmung all dieser Widerstrahlungen bestand das Seelenleben jenes gekennzeichneten Saturnwesens. — Man kann dieses Wesen den eigentlichen Planetengeist des Saturn nennen. Denn es war in der Tat nur eines in seiner Art vorhanden, sowie im Erdenmenschen eine Mannigfaltigkeit von Gliedern, Sinnen und so weiter, aber nur ein Selbstbewußtsein vorhanden ist. Der ganze Saturn war der Körper dieses Planetengeistes.
[ 47 ] Thus, during the periods when Saturn was at its physical stage, it constituted a segmented body consisting of subtle etheric bodies; within these, the angels and archangels reigned just as the life and nervous forces do in the human body today. And just as the human body has sensory organs on the outside, so Saturn itself was, on its surface, as if covered with nothing but senses; only these senses were not receptive, but reflective. They reflected everything that made an impression from the surroundings of the celestial body. Then the luminous powers radiated upon Saturn’s surface, and their light was reflected back in manifold ways from that surface. Sounds emanated from the powers, and these sounds in turn radiated out into space as manifold echoes; finally, the surface of Saturn was bathed in the fragrance of the realms, and it returned this in many varied forms. And the soul life of that distinctive Saturnian being consisted in the perception of all these reflections. — One may call this being the actual planetary spirit of Saturn. For in fact, there was only one of its kind, just as in the earthly human there is a multiplicity of limbs, senses, and so on, but only one self-consciousness. The entire Saturn was the body of this planetary spirit.
[ 48 ] Die Entwickelung des Saturn bestand nun in sieben Kreisläufen, welche die Seelen-Lebensentfaltung darstellen. In jedem dieser sieben Kreisläufe geht der Planet durch die sieben Formen hindurch, von der Formlosigkeit zur schöpferischen Fähigkeit. — Beim ersten Kreislauf bilden die Throne das dirigierende Seelenelement, beim zweiten die Herrschaften, beim dritten die Mächte, beim vierten die Gewalten, beim fünften der Saturn-Planetengeist selbst. Dieser hat nicht sogleich vom Anfang der Saturnentwickelung das volle helle Bewußtsein gehabt, sondern dieses sich erst im vierten Kreislauf erworben. Er ist also erst da zu einem eigentlichen seelischen Erleben der planetarischen Vorgänge gelangt. So kann er im fünften Kreislaufe selbst als Seele wirken. Während des fünften Kreislaufes bilden sich nun die Erzengel zu einem inneren Seelenleben heran, dessen Inhalt den Saturnvorgängen entnommen ist. Sie können dies, indem sie sich der bis dahin zu entsprechenden Instrumenten für sie entwickelten Menschenleiber bedienen. Dadurch werden sie im sechsten Kreislauf befähigt, diesen als selbsttätige Seelen zu leiten. Dasselbe ist entsprechend für den siebenten Kreislauf mit den Engeln der Fall.
[ 48 ] The evolution of Saturn consisted of seven cycles, which represent the unfolding of the soul’s life. In each of these seven cycles, the planet passes through the seven forms, from formlessness to creative capacity. — In the first cycle, the Thrones constitute the guiding soul element; in the second, the Dominions; in the third, the Powers; in the fourth, the Virtues; and in the fifth, the planetary spirit of Saturn itself. This spirit did not possess full, clear consciousness from the very beginning of Saturn’s development, but acquired it only in the fourth cycle. It was only then that it attained a true soul experience of the planetary processes. Thus, in the fifth cycle, it can act as a soul in its own right. During the fifth cycle, the archangels now develop into an inner soul life whose content is drawn from the Saturn processes. They are able to do this by making use of human bodies that have developed into suitable instruments for them by that time. As a result, in the sixth cycle they become capable of guiding it as independent souls. The same applies, mutatis mutandis, to the seventh cycle with the angels.
[ 49 ] Im fünften Kreislauf könnte der Planetengeist des Saturn nicht in der charakterisierten Art als Seele wirken, wenn er innerhalb des Saturnkörpers verbliebe. Denn dieser läßt solches durch seine Beschaffenheit nicht zu. Der Saturngeist muß daher aus dem Saturnleibe heraustreten und von außen auf den letzteren wirken. Es findet also in diesem Kreislauf eine Trennung des Saturn in zwei Weltenkörper statt. Von diesen ist allerdings die eine, die herausgetretene, als Saturnseele zu bezeichnen. Sie ist gleichsam die prophetische Vorherverkündigung der nächsten planetarischen Verkörperung: der Sonne. So wird während seines fünften, sechsten und siebenten Kreislaufes der Saturn von einer Art Sonne umkreist, wie gegenwärtig die Erde von ihrem Monde.
[ 49 ] In the fifth cycle, the planetary spirit of Saturn could not act as a soul in the manner described if it remained within the body of Saturn. For the nature of that body does not permit such a thing. The spirit of Saturn must therefore step out of the body of Saturn and act upon it from the outside. Thus, in this cycle, Saturn is divided into two world bodies. Of these, however, the one that has stepped out is to be designated as the soul of Saturn. It is, as it were, the prophetic foreshadowing of the next planetary incarnation: the Sun. Thus, during its fifth, sixth, and seventh cycles, Saturn is orbited by a kind of Sun, just as the Earth is currently orbited by its Moon.
[ 50 ] Ein Ähnliches muß im sechsten Kreislauf für die Erzengel eintreten. Sie verlassen die Saturnmasse und umkreisen sie als ein neuer Planet, den man in der Geheimwissenschaft als Jupiter bezeichnet. Und im siebenten Kreislauf geschieht ein Ähnliches mit Bezug auf die Engel. Sie ziehen ihre Masse aus derjenigen des Saturn heraus und umkreisen diesen als selbständiger Planet. Man nennt diesen in der Geheimwissenschaft Mars. — Das sind Vorgänge, wie sie sich ähnlich aber schon während der vorhergehenden Saturnkreisläufe abgespielt haben. Im dritten Kreislauf leiteten die Gewalten die seelische Entwicklung. Während des vierten verließen sie den Planeten und umkreisten ihn als helleuchtender selbständiger Planet, der in der Geheimwissenschaft den Namen Merkur führt. Im dritten Kreislauf war dasselbe mit den Mächten geschehen, die sich als Planet Venus verselbständigten.
[ 50 ] Something similar must occur in the sixth cycle for the archangels. They leave the mass of Saturn and orbit it as a new planet, which is referred to in esoteric science as Jupiter. And in the seventh cycle, something similar happens with regard to the angels. They draw their mass out of that of Saturn and orbit it as an independent planet. In esoteric science, this is called Mars. — These are processes similar to those that already took place during the preceding Saturn cycles. In the third cycle, the forces guided the development of the soul. During the fourth cycle, they left the planet and orbited it as a brightly shining, independent planet, which in esoteric science bears the name Mercury. In the third cycle, the same had happened with the forces that became independent as the planet Venus.
[ 51 ] Innerhalb der Sonnenentwickelung wird der vorher automatische. Leib des Menschen in sich lebendig. Dies geschieht dadurch, daß das Licht, welches vorher als Ausfluß der Leuchtwesen den Saturn aus dem Umkreise bestrahlte, nunmehr von den Bestandteilen des Sonnenkörpers selbst aufgenommen wird. Die Sonne wird ein leuchtender Planet. Die vervollkommneten Menschenleiber entwickeln leuchtendes Leben. Aus dem Umkreise tönt es jetzt herein, und es strömt das Weltaroma von den entsprechenden Wesen.
[ 51 ] As part of the Sun’s evolution, the human body—which was previously automatic—comes to life within itself. This occurs because the light that previously radiated from the circle of luminous beings onto Saturn is now absorbed by the constituents of the Sun’s body itself. The Sun becomes a luminous planet. The perfected human bodies develop a luminous life. Sounds now resound from the surrounding sphere, and the world-aroma flows from the corresponding beings.
[ 52 ] Mit dem Saturn-Planetengeist hat sich eine Umwandlung vollzogen. Er hat sich vervielfältigt. Aus einem sind sieben geworden. Wie das Samenkorn eines ist und in der Ähre, die aus ihm sich bildet, viele stehen, die gleichen Wesens sind mit jenem einen, so keimen aus dem einen Saturn-Planetengeist sieben Sprossen hervor beim Übergang zur Sonnenstufe. Und sein Leben wird jetzt ein anderes. Er erlangt die Fähigkeit, Wahrnehmungen von einem Gebiete, das um eine Stufe tiefer steht als er, zu erlangen. Dies wird dadurch möglich, daß eine Anzahl von Menschenleibern in ihrer Entwickelung zurückgeblieben, auf der Saturnstufe stehengeblieben sind. Sie sind dadurch unfähig, das leuchtende Leben der Sonne zu empfangen. Sie bilden dunkle Stellen innerhalb des strahlenden Sonnenplaneten. Sie nehmen die aus dem Saturn-Planetengeist entstandenen sieben Sonnengeister als ein unter ihnen stehendes Naturreich wahr. So leben auf der Sonnenoberfläche diese sieben Wesenheiten; unter ihnen schauen sie ein Reich, dessen Wesen Leiber haben, nur eine Stufe tiefer stehend als die Sonnen-Menschenleiber. Diese Leiber selbst aber geben ihnen in dem von ihnen ausstrahlenden Licht die Nahrung, welche sie brauchen. Während die Saturnleiber dem Saturngeist nur die Rückstrahler seiner Wesenheit waren, nehmen die Sonnenleiber den Sonnengeistern gegenüber die Stelle ein, welche gegenwärtig die Sonne mit ihrem Lichte den Wesen des Pflanzenreiches gegenüber einnimmt. In bezug auf die Leibesorganisation steht der Mensch während der Sonnenentwickelung auf der Stufe eines Pflanzenwesens. Es wäre nicht richtig zu sagen, er sei damals selbst durch das Pflanzenreich hindurchgegangen. Denn ein Pflanzenreich, wie es heute ist, kann sich nur unter den eigenartigen Verhältnissen der Erde entwickeln. Will man einen Vergleich diesbezüglich gebrauchen, so müßte man sich den Sonnen-Menschenleib als ein Pflanzenwesen vorstellen, das ähnliche Organe wie gegenwärtig die Pflanze als Blüte entwikkelt, dem eigenen Planeten zuwendet. Und wie die gegenwärtige Pflanze ihr Licht von einer äußeren Sonne erhält, so erhielt die Menschensonnenpflanze das ihre von dem eigenen Planeten, der ja Sonne war. Das, was heute die Pflanze als Wurzel in die Erde senkt, war am Sonnenleibe den einströmenden Tönen und Gerüchen zugewendet; er nahm sie auf und verarbeitete sie in seinem Innern. Man könnte die gegenwärtige Pflanze einen auf der Sonnenstufe stehengebliebenen Menschenleib nennen, der sich vollständig umgewendet hat. Er streckt deshalb die Organe des Wachstums und der Fortpflanzung, welche der Mensch verhüllt und nach unten gewendet hat, keusch der Sonne zu nach oben.
[ 52 ] A transformation has taken place with the planetary spirit of Saturn. It has multiplied. One has become seven. Just as a single seed contains many grains in the ear of grain that forms from it—all of which are of the same essence as that one seed—so, too, seven shoots sprout from the one Saturn planetary spirit during the transition to the solar stage. And its life now takes on a different form. It acquires the ability to perceive phenomena from a realm that lies one stage lower than itself. This is made possible by the fact that a number of human bodies have lagged behind in their development and remained at the Saturn stage. As a result, they are unable to receive the radiant life of the Sun. They form dark spots within the radiant solar planet. They perceive the seven Solar Spirits, which arose from the planetary spirit of Saturn, as a natural kingdom standing below them. Thus, these seven beings live on the surface of the Sun; beneath them, they behold a kingdom whose beings possess bodies that stand only one level lower than the human bodies of the Sun. These bodies themselves, however, provide them with the nourishment they need through the light they radiate. While the Saturn bodies were merely reflectors of the Saturn spirit’s essence, the solar bodies occupy, in relation to the solar spirits, the position that the Sun currently occupies with its light in relation to the beings of the plant kingdom. In terms of bodily organization, the human being stands at the level of a plant being during the solar evolution. It would not be correct to say that human beings themselves passed through the plant kingdom at that time. For a plant kingdom such as exists today can develop only under the unique conditions of the Earth. If one wishes to use a comparison in this regard, one would have to imagine the solar human body as a plant being that develops organs similar to those that plants currently develop as flowers, turning them toward its own planet. And just as the present-day plant receives its light from an external sun, so the solar human plant received its light from its own planet, which was, after all, a sun. What the plant today sends into the earth as a root was, in the solar body, turned toward the incoming sounds and scents; it absorbed them and processed them within itself. One could call the present-day plant a human body that has remained at the solar stage and has turned itself completely around. It therefore stretches the organs of growth and reproduction—which the human being has concealed and turned downward—chastely upward toward the sun.
[ 53 ] In dieser Art war der Menschenleib erst während des vierten Sonnenlaufes vollständig entwickelt. Drei vorhergehende Kreisläufe waren eine Vorbereitung dazu. Der erste Kreislauf gestaltet sich eigentlich nur als eine Wiederholung des Saturndaseins. Und seine sieben Formstufen sind sieben Wiederholungen der Lebensstufen des Saturnkreislaufes. Aber erst beim zweiten Sonnenkreislauf blitzt Leben auf im Menschenleib. Dasselbe ist noch nicht so vollentwickelt, daß die Erzengel, welche auf der Sonne in die Stellung eintreten, welche auf dem Saturn der Planetengeist eingenommen hat, in diesem Leben ihre Befriedigung finden können. Es saugen vielmehr jetzt die Kraft, welche aus diesem Leben fließen kann, die Gewalten; während des dritten Kreislaufes treten die sieben aus dem Saturngeist entstandenen Wesenheiten an die Stelle; und während des vierten Sonnenlaufes leben in dem Leben der Erdenleiber die Erzengel, wie sich der Planetengeist in den Leibern des Saturn gespiegelt hat. Während des fünften Sonnenlaufes steigen die Erzengel zu einer höheren Daseinsstufe auf, und die Engel treten auf dem Planeten an ihre Stelle. Während des sechsten Sonnenlaufes haben sich auch die Engel so hoch entwickelt, daß sie des physischen Teiles des Menschenleibes nicht bedürfen; sie bedienen sich nur noch für ihre Zwecke des aus- und einströmenden Lichtes, um darin zu leben. Der physische Menschenleib ist eine selbständige Wesenheit geworden, das Vorbild des gegenwärtigen physischen Körpers des Menschen. Und er verhält sich auf dieser Stufe auch ganz wie ein physischer Apparat; nur wie ein solcher, dessen Teile eben leben. Er ist gewissermaßen ein lebendes Sinnesinstrument, dessen Wahrnehmungen aber nicht von ihm selbst aufgenommen werden. Ihm selbst fehlt dazu der nötige Bewußstseinsgrad. Er ist in einem pflanzenartigen Schlaf, der seine höchste Bewußtseinsstufe ausmacht. Was in ihm als Wahrnehmungen entworfen wird, geht in das Bewußtsein der Engel, Erzengel und so weiter über, je nach der Folge der verschiedenen Sonnenkreisläufe. Diese höheren Wesen wachen über dem schlafenden Menschenleib.
[ 53 ] It was not until the fourth solar cycle that the human body was fully developed. The three preceding cycles served as a preparation for this. The first cycle is, in fact, merely a repetition of the Saturn existence. And its seven stages of form are seven repetitions of the stages of life in the Saturn cycle. But it is not until the second solar cycle that life begins to spark within the human body. This life is not yet fully developed enough for the archangels—who, on the Sun, assume the position that the planetary spirit had occupied on Saturn—to find fulfillment in this life. Rather, the forces now draw upon the power that can flow from this life; during the third cycle, the seven beings arising from the Saturn spirit take their place; and during the fourth solar cycle, the archangels live within the lives of the earthly bodies, just as the planetary spirit was reflected in the bodies of Saturn. During the fifth solar cycle, the archangels ascend to a higher stage of existence, and the angels take their place on the planet. During the sixth solar cycle, the angels, too, have developed to such a high degree that they no longer require the physical part of the human body; they make use only of the light flowing in and out for their own purposes, in order to live within it. The physical human body has become an independent entity, the prototype of the present-day physical body of human beings. And at this stage, it behaves entirely like a physical apparatus—only one whose parts are alive. It is, so to speak, a living sensory instrument, though its perceptions are not received by the body itself. It lacks the necessary level of consciousness for this. It is in a plant-like sleep, which constitutes its highest level of consciousness. What takes shape within it as perceptions passes into the consciousness of the angels, archangels, and so on, depending on the sequence of the various solar cycles. These higher beings watch over the sleeping human body.
[ 54 ] Welches sind nun die Ursachen, unter deren Einfluß sich die Sonne aus dem Saturn entwickelt hat? Man erkennt sie, wenn man einen Blick wirft auf die letzten Zustände der Saturnentwickelung. Man nehme an, der siebente Kreislauf sei auf der vierten Formstufe, der physischen, angelangt. Der Menschenleib ist da so weit, daß er den Engeln als die ihr Wesen spiegelnden Sinnesorgane dienen kann. Diese haben auf dieser Stufe eine Art Menschenbewußtsein, das ihnen allerdings nur mit den benützten Sinnen des Menschenleibes zuteil wird. Höhere Wesen wirken aus dem Umkreise des Planeten auf denselben. Sie entwickeln aufeinanderfolgend die höheren Bewußtseinsstufen. In dem Augenblicke, in dem auch die Engel sich zu solch höheren Bewußtseinsarten entwickeln, können sie sich nicht mehr des Menschenleibes bedienen. Die Folge davon ist, daß sie ihn verlassen. Er muß sterben. Das heißt aber nichts anderes, als daß der physische Saturnleib zerfällt, bevor sich die physiognomische Form des siebenten Umlaufes entwickelt. Diese physiognomische Stufe ist also überhaupt nicht mehr physisch. Der Planet ist nur noch als Seelenplanet vorhanden. Die physische Form versinkt in den Abgrund. In dem Seelenplaneten leben die Engel in einem überphysischen Bilderbewußtsein. Und die höheren Wesen sind an ihm tätig mit entsprechenden höheren Bewußtseinsformen. In dem Zeitpunkte, wo auch die Engel über das Bilderbewußtsein hinausgewachsen sind, muß auch der Seelenplanet zerfallen. An seine Stelle tritt ein anderer, auf dem die gestaltende Form entwickelt wird. Er schwebt aber nur in jener Welt, in welcher sich der irdische Eingeweihte befindet, wenn er in dem höheren Tonbewußtsein verweilt. Aus denselben Gründen entwickelt sich aus diesem Planeten ein anderer, der einer noch höheren Welt angehört am Ende des siebenten Saturnkreislaufes. In demselben ist die schöpferische Form des Daseins verwirklicht. — Es ist gezeigt worden, daß mit dem Aufsteigen der höheren Wesen in entsprechende Bewußtseinsformen sich immer Nebenplaneten des Saturn absondern, die in höheren Welten schweben müssen, weil die Hauptform des Saturn solche Bewußtseinsarten nicht beherbergen kann. Nun aber steigt ja der Saturn selbst zu solchen höheren Welten auf. Das hat zur Folge, daß er jedes Mal, wenn er in einer solch höheren Welt angekommen ist, sich mit jenem Nebenplaneten vereinigt, der in der gleichen Welt vorhanden ist. Am Ende des siebenten Saturnkreislaufes sind aus diesem Grunde Jupiter, Mars, Venus, Merkur und Sonne wieder mit dem Saturn vereinigt. Alles bildet wieder eine Welt. — In dieser einen Welt findet sich aber die schöpferische Form der Saturnlebenskraft. Durch sie wird die Welt, die sich auf die angegebene Art vergeistigt hat, wieder auf die niederen Stufen des Daseins zurückgeführt. Das geschieht eben mit der Entwickelung der Sonne. Im Verlaufe ihrer Kreisläufe treten die aus dem Saturn herausgebildeten Planeten wieder hervor. Ein jeglicher erscheint jetzt nur um eine Stufe mehr dem physischen Dasein angenähert.
[ 54 ] What, then, are the causes under whose influence the Sun developed from Saturn? One can recognize them by taking a look at the final stages of Saturn’s development. Let us assume that the seventh cycle has reached the fourth stage of form, the physical stage. At this stage, the human body has reached a point where it can serve the angels as sensory organs that reflect their nature. At this stage, the angels possess a kind of human consciousness, which, however, is granted to them only through the senses of the human body. Higher beings act upon the planet from its orbit. They successively develop the higher stages of consciousness. The moment the angels, too, evolve into such higher forms of consciousness, they can no longer make use of the human body. The consequence of this is that they leave it. It must die. But this means nothing other than that the physical Saturn body disintegrates before the physiognomic form of the seventh orbit develops. This physiognomic stage is therefore no longer physical at all. The planet exists only as a soul planet. The physical form sinks into the abyss. On the soul planet, the angels live in a superphysical pictorial consciousness. And the higher beings are active there with corresponding higher forms of consciousness. At the point when the angels, too, have outgrown pictorial consciousness, the soul planet must also disintegrate. It is replaced by another, on which the formative principle is developed. However, it hovers only in that world in which the earthly initiate finds himself when he dwells in the higher tone consciousness. For the same reasons, another planet develops from this one, one that belongs to an even higher world at the end of the seventh Saturn cycle. In this world, the creative form of existence is realized. — It has been shown that as higher beings ascend into corresponding forms of consciousness, satellite planets of Saturn always separate off; these must float in higher worlds because Saturn’s main form cannot accommodate such types of consciousness. Now, however, Saturn itself ascends to such higher worlds. As a result, every time it arrives in such a higher world, it unites with the satellite that is present in that same world. At the end of the seventh Saturn cycle, Jupiter, Mars, Venus, Mercury, and the Sun are thus reunited with Saturn. Everything once again forms a single world. — Within this single world, however, lies the creative form of Saturn’s life force. Through it, the world that has become spiritualized in the manner described is led back to the lower stages of existence. This occurs precisely with the evolution of the Sun. In the course of its cycles, the planets that formed from Saturn re-emerge. Each one now appears just one step closer to physical existence.
[ 55 ] Könnte ein menschlicher Beobachter mit Sinnen in der gegenwärtigen Form der Entwickelung des geschilderten Planeten zusehen, so würde er nur in gewissen Zeiträumen aus dem Dunkel heraus den Weltkörper aufgehen sehen; in langen Zwischenzeiten, in denen dieser nur ein Dasein in höheren Welten führt, würde er einem solchen Beobachter entschwinden. Er bliebe da nur für einen Beobachter erkennbar, dessen Bewußtsein in höheren Welten verweilen kann. Man unterscheidet deshalb zwischen den physischen Zuständen des planetarischen Daseins Dämmerungs- oder Nachtzustände. Nur darf man sich nicht vorstellen, daß in solchen Zwischenzeiten der Planet mit seinen Wesenheiten in Untätigkeit verfällt. Diese [Tätigkeit] fällt da nur in höhere Welten und drückt sich so in einem viel wirklicheren Dasein als dem bloßen physischen aus.
[ 55 ] If a human observer with senses were to observe the planet described at its present stage of development, he would see the celestial body emerge from the darkness only during certain periods; during the long intervals in between, when it exists only in higher worlds, it would vanish from such an observer’s view. It would remain visible only to an observer whose consciousness can dwell in higher worlds. A distinction is therefore made between the physical states of planetary existence: twilight or night states. However, one must not imagine that during such intervening periods the planet and its beings fall into inactivity. This [activity] merely takes place in higher worlds and is thus expressed in a much more real existence than the mere physical one.
[ 56 ] Wenn nun die Sonne ihre sieben Kreisläufe vollendet hat, dann beginnt die Zeit, in welcher der Menschenleib so weit ist, daß er nicht nur die Einströmungen des Lichtes aufnehmen und dadurch belebt sein kann, sondern er erlangt die Fähigkeit, die ihn umflutende Tonwelt, die aus den «Mächten» gebildet wird, in sich weiterwirken zu lassen und sie selbst als Töne wiederzugeben. Der Menschenleib wird auf dieser Daseinsstufe, die man die Mondentwickelung nennt, eine tönende Wesenheit. Während der auf der Saturnstufe vom Planeten in die Umwelt zurückgeworfene Ton nur ein Echo der Umgebung war, tönt er jetzt verändert in diese Umgebung hinaus. Er ist so verändert, daß er in der mannigfaltigsten Art wiedergibt, was in den Menschenleibern vorgeht. Diese Menschenleiber haben damit ein drittes Glied in ihre Wesenheit aufgenommen, den Empfindungsleib. Denn es ist ihre innere Natur: ihre Gefühlswelt, die da nach außen tönt. — Aus den sieben Wesenheiten aber, welche sich während der Sonnenentwickelung aus dem Saturngeiste heraus entwickelt haben, sind siebenmal sieben geworden. Deren Umwelt ist jetzt so geworden, daß sie ihre eigene Gefühlswelt in den Empfindungsleibern, welche sich gebildet haben, erleben. Diese Empfindungsleiber sind die Träger ihres hellen Tagesbewußtseins. Sie fühlen sich nunmehr umgeben von zwei Reichen, die unter ihnen stehen, und einem, das über ihnen ist. Dieses über ihnen schwebende Reich macht sich ihnen aus dem Weltraum heraus als das Weltaroma fühlbar; sich selbst erleben sie als tönende Wesen, und die beiden Reiche, welche unter ihnen stehen, sind dadurch geworden, daß ein Gebiet von Menschenleibern auf der Saturn-, ein zweites auf der Sonnenstufe stehengeblieben ist. So sind diese Mondwesen umgeben von den automatenhaften Wesen, die ihre Saturnreife auf dem Monde unter ganz andersartigen Verhältnissen fortsetzen, als sie auf dem Saturn selbst bestanden haben, und ferner von pflanzenhaften Sonnenleibern, die in einer ähnlichen Lage sind. In der eigentlichen Mondenmasse sind also dreierlei Wesen vorhanden. Jene automatenhaften Wesen, die in sich selbst dunkel sind und welche sich vom Saturn her die Fähigkeit noch bewahrt haben, Leben um sich herumzustrahlen. Sie sind nicht leblose Wesen in dem Sinne der gegenwärtigen Mineralien. Eine mineralische Grundlage, wie sie die Erde hat, gab es auf dem Monde überhaupt noch nicht. An ihrer Stelle war eine solche, welche aus dem charakterisierten Wesen bestand. Man bekommt eine Vorstellung von ihr, wenn man sich sie mit einem durch sie ganz durchgehenden Leben begabt vorstellt, so daß auf dem Monde zum Beispiel statt der mineralischen Ackererde unseres Planeten eine lebendige, breiartige Masse ist; in dieser sind eingefügt verholzte Teile wie die Felsenmassen in das weichere Gestein unserer Erde. In dieser lebenden Grundlage, die man in ihren Teilen Pflanzenmineralien nennen kann, wurzelten die gekennzeichneten Sonnenwesen, auf einer Stufe stehend zwischen dem gegenwärtigen Tier und der gegenwärtigen Pflanze. Und die beweglichen Wesen, welche den Mond bewohnten, waren die Menschenleiber, zwischen Tier und Mensch in bezug auf ihre Entwikkelung mitten drinnen stehend. Sie waren die Beherberger der Abkömmlinge des Saturn-Planetengeistes. Doch hätte dieser ein waches Tagesbewußtsein nicht in ihnen entwickeln können. Um in einem solchen zu leben, mußten diese Wesen jedesmal aus dem Leibe heraustreten. Waren sie innerhalb desselben, das heißt lebten sie sein Leben mit, dann waren sie nur mit einem von Traumbildern erfüllten Bewußtsein durchdrungen. In diesem Bewußtsein sahen sie nichts von ihrer physischen Umgebung; aber sie tönten ihr inneres Erleben in die Umgebung hinaus. Was da in Klängen sich auslebte während des Schlafes der Mondwesen, waren deren Leidenschaften und Begierden. Um aus dem Umkreis dieses Erlebens nur eines hervorzuheben, sei darauf hingewiesen, daß zum Beispiel dasjenige, was man jetzt Liebesleben nennt und was der Fortpflanzung zugrundeliegt, auf dem Monde sich während des traumerfüllten Schlafes abspielte. Das wache Tagesleben war begierde- und allerdings auch liebelos, ganz nur dem Anschauen der Umwelt hingegeben. Der Menschenvorfahr auf dem Monde wußte noch nichts von geschlechtlichen Beziehungen in seinem Tagesleben. Für das, was heute der Mensch in der geschlechtlichen Liebe fühlt, spielten sich auf dem Monde Traumbilder ab, welche nur im Sinnbild zum Ausdrucke brachten, was heute gegenständliche Wirklichkeit ist. — Nicht der Menschenvorfahr erlebte also auf dem Monde die Bilderwelt im wachen Zustande; in ihr lebten vielmehr die zunächst über dem Menschen stehenden Wesen, die Engel. Für sie spielte sich gewissermaßen die Traumwelt des Menschen als helle Tageswirklichkeit ab. Sie wachten über der träumenden Menschenwelt, wie die Erzengel über der in pflanzenartigem Schlaf lebenden Sonnenwelt wachten.
[ 56 ] Once the Sun has completed its seven cycles, a new era begins in which the human body is ready not only to receive the inflow of light and thereby be enlivened, but also to allow the world of sound surrounding it—formed by the “powers”—to continue working within it and to reproduce it as sounds itself. At this stage of existence, known as the lunar stage, the human body becomes a sounding being. Whereas on the Saturn stage the sound reflected back from the planet into the environment was merely an echo of the surroundings, it now resounds out into that environment in a transformed way. It is transformed in such a way that it reproduces in the most varied manner what is taking place within the human bodies. These human bodies have thus incorporated a third member into their being: the emotional body. For it is their inner nature—their world of feelings—that resounds outward. — But the seven beings that developed from the Saturn spirit during the Sun’s evolution have become seven times seven. Their environment has now become such that they experience their own world of feelings within the feeling bodies that have formed. These feeling bodies are the bearers of their bright daytime consciousness. They now feel surrounded by two realms that lie below them and one that lies above them. This realm hovering above them makes itself felt to them from outer space as the world aroma; they experience themselves as resonant beings, and the two realms that lie below them have come into being because one group of human bodies has remained at the Saturn stage and a second at the Sun stage. Thus, these lunar beings are surrounded by automaton-like beings who continue their Saturn maturity on the Moon under conditions entirely different from those that existed on Saturn itself, and furthermore by plant-like solar bodies that are in a similar situation. Thus, three kinds of beings are present within the actual mass of the Moon. There are those automaton-like beings, which are dark within themselves and which have retained from Saturn the ability to radiate life around them. They are not lifeless beings in the sense of present-day minerals. A mineral foundation, such as that of the Earth, did not yet exist on the Moon at all. In its place was a foundation consisting of the beings described above. One can form a conception of it by imagining it endowed with a life that permeates it entirely, so that on the Moon, for example, instead of the mineral topsoil of our planet, there is a living, paste-like mass; embedded within this are woody parts, much like the rock masses embedded in the softer rock of our Earth. In this living foundation—whose components might be called plant-minerals—the described solar beings took root, standing at a stage between the present-day animal and the present-day plant. And the mobile beings that inhabited the Moon were human bodies, standing midway between animal and human in terms of their development. They were the hosts of the descendants of the planetary spirit of Saturn. Yet this spirit could not have developed a waking daytime consciousness within them. In order to live in such a state, these beings had to step out of the body each time. When they were within the body—that is, when they were living its life—they were imbued only with a consciousness filled with dream images. In this state of consciousness, they perceived nothing of their physical surroundings; but they radiated their inner experiences out into the environment. What played out there in sounds during the sleep of the lunar beings were their passions and desires. To highlight just one aspect of this experience, it should be noted that, for example, what we now call “love life”—and which underlies procreation—took place on the Moon during dream-filled sleep. Waking life during the day was devoid of desire and, indeed, of love, devoted entirely to the observation of the surroundings. The human ancestor on the Moon knew nothing yet of sexual relations in his waking life. What humans today feel in sexual love was represented on the Moon by dream images that expressed, only in symbolic form, what is now concrete reality. — It was not, then, the human ancestor who experienced the world of images in a waking state on the Moon; rather, it was the beings who initially stood above humanity—the angels—who lived within it. For them, the dream world of humanity unfolded, as it were, as a bright, waking reality. They watched over the dreaming human world, just as the archangels watched over the solar world, which lived in a plant-like sleep.
[ 57 ] Die ersten beiden Mondkreisläufe waren nur Wiederholungen der früheren Entwickelungszustände. Die sieben Formen des ersten Kreislaufes wiederholten die sieben Saturnkreisläufe, und die sieben Formen des zweiten die sieben Sonnenkreisläufe.
[ 57 ] The first two lunar cycles were merely repetitions of earlier stages of development. The seven forms of the first cycle repeated the seven Saturn cycles, and the seven forms of the second cycle repeated the seven Sun cycles.
[ 58 ] Im dritten Mondenkreislauf ist der Menschenleib so weit, daß die auf der Erzengelstufe stehenden Wesen seine Traumbilder als ihre Umgebung erleben; im vierten Kreislauf ist das bei den Engeln der Fall. Die Abkömmlinge des Saturn-Planetengeistes können in diesem Kreislauf den Menschenleib so weit benutzen, daß sie, wenn sie ihn von außen umhüllen und sich seiner bedienen, durch ihn ein helles Tagesbewußtsein erlangen. Im fünften Kreislauf sind diese Wesen zu einer solchen Höhe hinaufgestiegen, daß sie nicht mehr des physischen Menschenleibes bedürfen; dieser nimmt nun für sich seine Umgebung wahr, aber er bringt es nur zu einer niedern Bewußtseinsstufe in bezug auf diese Wahrnehmungen. Nur noch des Ätherleibes und des Empfindungsleibes bedürfen diese Wesen in dieser Zeit. Im sechsten Kreislauf überlassen sie auch den Ätherleib, im siebenten den Empfindungsleib sich selbst.
[ 58 ] In the third lunar cycle, the human body has developed to the point where beings at the archangelic level experience its dream images as their surroundings; in the fourth cycle, this is the case for the angels. In this cycle, the descendants of the planetary spirit of Saturn can use the human body to such an extent that, when they envelop it from the outside and make use of it, they attain a clear, waking consciousness through it. In the fifth cycle, these beings have ascended to such a height that they no longer require the physical human body; the human being now perceives his surroundings on his own, but he attains only a lower level of consciousness in relation to these perceptions. At this stage, these beings require only the etheric body and the feeling body. In the sixth cycle, they relinquish the etheric body as well; in the seventh, they relinquish the feeling body.
[ 59 ] Der Mond ist eine Wiederverkörperung des Sonnenplaneten. In der Zeit nun, in welcher auf dem Monde sich die Stufe der Sonnenentwickelung wiederholt, also im zweiten Kreislaufe, tritt aus seiner Masse der Sonnenkörper heraus. Innerhalb dieses herausgetretenen Sonnenkörpers leben dann jene Wesen, welche eine Bewußtseins- und Lebensstufe angenommen haben, für welche sich auf dem Monde selbst keine Bedingungen finden. Das sind während des zweiten Kreislaufes die Gewalten; sie haben während des Sonnenlebens das Leben des physischen Menschenleibes mitgelebt. Jetzt auf dem Monde führt diese Sonnenstufe nur ein verkümmertes, zurückgebliebenes Dasein in den oben geschilderten Tierpflanzen. In ihnen können die Gewalten nicht leben. Sie beleben diese Wesen vielmehr von außen, indem sie ihnen von ihrer Sonne aus das Licht zusenden, das sie brauchen. Während des dritten Mondenkreislaufes haben sich auch die Abkömmlinge des Saturn-Planetengeistes zu einer Stufe erhoben, daß sie auf dem Monde kein Dasein mehr finden können. Und entsprechend verlassen während des vierten Kreislaufes die Erzengel den Mond, welcher in diesem seinem Zeitraum ebenso der Wohnplatz der Engel ist, wie später die Erde in ihrem vierten Kreislaufe derjenige der Menschen.
[ 59 ] The Moon is a reincarnation of the Solar Planet. Now, during the period in which the stage of solar development is repeated on the Moon—that is, during the second cycle—the Solar Body emerges from its mass. Within this emerged solar body then live those beings who have attained a stage of consciousness and life for which no conditions exist on the Moon itself. During the second cycle, these are the forces; during the solar life, they shared in the life of the physical human body. Now, on the Moon, this solar stage leads only a stunted, underdeveloped existence within the animal-plants described above. The Powers cannot live within them. Rather, they animate these beings from the outside by sending them the light they need from their Sun. During the third lunar cycle, the descendants of the planetary spirit of Saturn have also risen to a level where they can no longer find a place of existence on the Moon. And accordingly, during the fourth cycle, the archangels leave the Moon, which in this period of its existence is just as much the dwelling place of the angels as the Earth later becomes that of human beings in its fourth cycle.
[ 60 ] Wie während der Sonnenentwickelung die anderen Planeten stufenweise hervorgetreten sind, so geschieht dies mit ihnen auch jetzt während der Mondentwickelung. Nur sind sie wieder um eine Stufe dem physischen Dasein näher, in dem Zeitpunkte, in dem der Mond auf der Höhe seiner Entwickelung steht, das heißt von der physischen Form seines vierten Kreislaufes an. Mit dem fünften Kreislauf erlangt in der Mondumgebung der Mars, den dann die Engel bewohnen, eine feine, ätherisch-physische Form; mit dem sechsten Kreislauf vollzieht sich ein solches in bezug auf den Jupiter, den Wohnplatz der Erzengel. Während des siebenten Mondenlaufes endlich geschieht ein gleiches mit dem Merkur. Mars und Jupiter sind mittlerweile noch dichter geworden; der erstere hat da eine Dichtigkeit, welche es ihm möglich macht, durch .die Bewegungen seiner Bestandteile Wärme zu entwickeln und in den Weltenraum hinauszuströmen.
[ 60 ] Just as the other planets emerged gradually during the Sun’s evolution, so too is this happening with them now during the Moon’s evolution. However, they are once again one step closer to physical existence—at the point in time when the Moon is at the height of its evolution, that is, from the physical form of its fourth cycle onward. During the fifth cycle, Mars—which is then inhabited by the angels—attains a subtle, etheric-physical form in the lunar environment; during the sixth cycle, the same occurs with Jupiter, the dwelling place of the archangels. Finally, during the seventh lunar cycle, the same happens with Mercury. Mars and Jupiter have meanwhile become even denser; the former has a density that enables it to generate heat through the movements of its constituents and to radiate it out into space.
[ 61 ] Die Erdenentwickelung übernimmt die Früchte, die auf dem Monde gereift sind. Der Menschenleib hat drei Stufen seiner Entwickelung hinter sich. Auf der ersten ist er fähig gewesen, wie ein physikalisches Instrument jenen Wesen als Wahrnehmungsorgan zu dienen, welche schon auf der Sonnenstufe so weit vorgerückt waren, daß sie eines jeglichen solchen Apparates entraten konnten. Sie gehörten also bereits damals zu jenen Wesen, die dem Sonnenplaneten von außen her als Schöpfer ihre Tätigkeit widmen konnten. Die Stelle, die sie auf dem Saturn inne hatten, nahmen auf der Sonne die Erzengel ein. Nicht im Sonnenplaneten hatten die Saturn-Planetengeister ihre Leiblichkeit, sondern in den schöpferischen Kräften, von denen das Sonnenleben unterhalten worden ist. — Auf dem Monde waren dann die Erzengel die schöpferischen Mächte geworden. Ihre Leiblichkeit konnten die Engel des Mondes, die damals helles Tagesbewußtsein hatten, bewundern, wenn sie zu ihren Schöpfern aufblickten.
[ 61 ] Earth’s evolution takes in the fruits that have ripened on the Moon. The human body has already passed through three stages of its development. In the first stage, it was capable of serving, like a physical instrument, as an organ of perception for those beings who had already advanced so far on the solar stage that they could dispense with any such apparatus. Thus, even then, they belonged to those beings who, as creators, were able to devote their activity to the solar planet from the outside. The position they had held on Saturn was taken over on the Sun by the archangels. The planetary spirits of Saturn did not have their physical form within the Sun itself, but rather within the creative forces that sustained the life of the Sun. — On the Moon, then, the archangels had become the creative powers. The angels of the Moon, who at that time possessed a clear, daytime consciousness, could admire their physical form when they looked up to their creators.
[ 62 ] Diese drei planetarischen Entwickelungsstufen wurden nun zunächst in den ersten drei Erdenkreisläufen wiederholt. Der Menschenleib sollte sich während derselben vorbereiten, in sich selbst die Bilder, die sich während des Mondenbewußstseins gebildet hatten, zu Erlebnissen zu machen. Er mußte fähig werden, in sich nicht nur einen Lebens- und Bilderleib zu beherbergen, sondern in seinen Bildern die Umwelt innerlich abzuspiegeln. Er war auf dem Monde so weit, daß seine Bilder die Engel betrachten konnten. Der Mondenleib des Menschen war die Umgebung der Engel. Und sie waren in der Betrachtung des Mondmenschen zugleich selbst vorgerückt; sie hatten sich hindurchgerungen, so daß sie nun auf einer höheren Stufe das schaffen konnten, was sie auf dem Monde wahrgenommen hatten. Sie hatten ja da außer den beiden Reichen, die unter ihnen standen, in ihrer Umgebung noch die Wesen ihres Gleichen. Deren Natur konnten sie, nachdem die Mondentwickelung zu Ende gegangen war, dem Menschenleibe einprägen. Die Erdenmenschen konnten dann das in ihrer physischen Umgebung sehen, während sie ihren Leib bewohnten, was die Engel auf dem Monde nur schauen konnten, wenn sie in eine höhere Welt aufstiegen: ihresgleichen.
[ 62 ] These three stages of planetary development were initially repeated during the first three Earth cycles. During these cycles, the human body was to prepare itself to transform the images that had formed during the lunar consciousness into inner experiences. It had to become capable not only of harboring a life body and an image body within itself, but also of inwardly reflecting the external world in its images. On the Moon, it had reached the stage where its images could be contemplated by the angels. The human’s lunar body was the environment of the angels. And in contemplating the lunar human, they themselves had simultaneously advanced; they had struggled through this process so that they could now create on a higher level what they had perceived on the Moon. For there, in addition to the two realms that stood below them, they still had beings of their own kind in their surroundings. Once the lunar evolution had come to an end, they were able to imprint the nature of these beings upon the human body. Earth humans could then see in their physical surroundings, while inhabiting their bodies, what the angels on the Moon could only behold when they ascended to a higher world: their own kind.
[ 63 ] Aber nur stufenweise konnte der Menschenleib zu solcher Fähigkeit hinaufgelenkt werden. Und das geschah eben während der drei Erdenkreisläufe. Im ersten konnte er sich so wahrnehmen, wie er auf dem Saturn, im zweiten, wie er auf der Sonne, im dritten, wie er auf dem Monde beschaffen war. Während des ersten Erdenkreislaufes waren die Nebenmenschen für ihn noch durchaus wandelnde Automaten; während des zweiten erschienen sie ihm als pflanzenartige Wesen; und während des dritten mit Tiercharakter.
[ 63 ] But the human body could only be guided toward such a capacity step by step. And this is precisely what happened during the three Earth cycles. In the first, it was able to perceive itself as it was on Saturn; in the second, as it was on the Sun; and in the third, as it was on the Moon. During the first Earth cycle, fellow human beings were still, in effect, walking automatons to it; during the second, they appeared to it as plant-like beings; and during the third, as beings with animal characteristics.
[ 64 ] Als der vierte Kreislauf begann, war der Mensch fähig geworden, die Schöpfungen der Engel, seinesgleichen, um sich herum wahrzunehmen. Die Engel aber standen um drei Bewußtseinsstufen über ihm. Sie konnten schaffen, was er wahrnahm. — Der Menschenleib erlangte jetzt vier Glieder: das physische [Glied], welches der Spiegel der Umgebung wurde, das lebendige [Glied], welches die Wahrnehmungen der Umgebung in innerliche Bewegung umsetzen konnte, der Bilderleib, welcher die inneren Bewegungen zum Charakter von Sinnbildern umzusetzen vermochte, und endlich den Leib, welcher Träger des hellen Tagesbewußtseins wurde, der die innerlichen Bilder in Einklang bringt mit den Eindrücken der Umgebung und damit den Zusammenhang schafft zwischen innerlichem Erleben und den Vorgängen der Umgebung. — Aber das helle Tagesbewußtsein bleibt beschränkt auf die Außenwelt des Physischen; die Vorgänge des Lebens und die Bilder des Bilderleibes werden innerlich belebt, aber nicht als Umgebung wahrgenommen. Sein Bilderleib bleibt der Gegenstand der nächsthöheren Wesensstufe, der Engel, sein Lebensleib sogar derjenige der Erzengel. Alles, was im Menschen mit dem Lebensleib zusammenhängt, die Gesetze seines Wachstums und der Fortpflanzung, steht daher für ihn selbst im Verborgenen; er hat davon nur das Bewußtsein, das im traumlosen Schlaf vorhanden ist. Für die Erzengel aber sind diese Vorgänge solche Dinge der Außenwelt und ihres Wirkens, wie für den Menschen es seine Arbeit an einer physischen Maschine gegenwärtig ist. Und alles, was mit dem Bilderbewußtsein zusammenhängt, die für den Menschen mehr geheimnisvollen Gesetze, die seinem Antlitz ein bestimmtes Gepräge und Mienenspiel, seinem Gange und so weiter bestimmte Formen geben, also was sich in seinem Charakter, Temperament und so weiter ausdrückt, das steht unter der Herrschaft der Engel. Nur das, was er in seiner Umgebung bewirkt, das steht unter seiner eigenen Gesetzmäßigkeit.
[ 64 ] When the fourth cycle began, humankind had become capable of perceiving the creations of the angels—its peers—all around itself. The angels, however, stood three levels of consciousness above him. They could create what he perceived. — The human body now acquired four members: the physical [member], which became the mirror of the surroundings; the vital [member], which could transform perceptions of the surroundings into inner movement; the image body, which was able to transform these inner movements into symbolic forms; and finally the body that became the bearer of bright daytime consciousness, which harmonizes the inner images with the impressions of the surroundings and thereby creates the connection between inner experience and the processes of the surroundings. — But clear waking consciousness remains limited to the external physical world; the processes of life and the images of the image-body are animated internally, but are not perceived as the environment. Its image-body remains the object of the next higher level of being, that of the angels, and its life-body even that of the archangels. Everything in the human being that is connected to the life body—the laws of his growth and reproduction—is therefore hidden from him; he is aware of it only in the consciousness present during dreamless sleep. For the archangels, however, these processes are aspects of the external world and their activity, just as a human’s work on a physical machine is present to him. And everything connected with image-consciousness—the laws that are more mysterious to human beings, which give their face a certain expression and facial gestures, and their gait and so on certain forms; in other words, what is expressed in their character, temperament, and so on—is under the dominion of the angels. Only what they bring about in their surroundings is subject to their own laws.
[ 65 ] Zu einem Wesen, das man so kennzeichnen kann, hat sich der Mensch in dem vierten Erdenkreislaufe herangebildet. — Die Engel aber, welche während der Mondenstufe sich zum Bewußtsein von Schöpfern hinaufentwickelt hatten, konnten in dem Augenblicke auf der Erde für sich selbst keine Stätte mehr finden, in dem der Bilderleib anfing, dem Menschen selbst anzugehören, das heißt von dem Zeitpunkte an, in dem der zweite Kreislauf seine Mitte überschritten hatte. Da zogen sie sich zu einer höheren Gemeinschaft mit neuen Lebensbedingungen zurück; die Sonne trennte sich vom neuen von der Erde und schickte dieser fortan von außen ihre Kräfte zu.
[ 65 ] During the fourth Earth cycle, human beings evolved into beings that can be described in this way. — But the angels, who had developed during the Lunar stage to the consciousness of creators, could no longer find a place for themselves on Earth at the moment when the image body began to belong to human beings themselves—that is, from the point in time when the second cycle had passed its midpoint. They then withdrew into a higher community with new conditions of life; the Sun separated itself from the new Earth and henceforth sent its forces to it from without.
[ 66 ] Im dritten Erdenkreislaufe mußten dann diejenigen Menschenleiber, die im zweiten nicht so weit gekommen waren, daß sie den Bilderleib durch die auf der Sonne versammelten Kräfte versorgen lassen konnten, zu einem untergeordneten Dasein verfallen. Sie sanken auf die tierische Stufe von der tierisch-menschlichen herab. Woher konnten sie nun die Kräfte für ihren Bilderleib erhalten? Für die Sonnenkräfte der vollendeten Engel waren sie nicht empfänglich. Nun bleiben aber auf einer jeden Stufe Wesen in ihrer Entwickelung zurück. Es waren bis zum dritten Kreislauf Engel zurückgeblieben in ihrer Entwickelung, die daher eine Stelle auf der Sonne nicht finden konnten. Sie konnten während der zweiten Hälfte des dritten Erdenkreislaufes noch nicht die Anlage finden, zur Sonne aufzusteigen. Sie waren aber auch nicht dazu beschaffen, weiter auf die Bilderleiber des sich vervollkommnenden Menschen zu wirken. Sie hatten nur die Gabe, auf solche Bilderleiber zu wirken, welche auf der Stufe des Mondendaseins geblieben waren. Daher zogen sie sich aus der Erdenmasse heraus als der gegenwärtige Mond. Dieser ist also ein Weltenkörper, welcher ein früheres Stück der Erdenentwickelung in einem gleichsam verhärteten Zustande darstellt. Er ist der Wohnplatz jener Wesenheiten, welche nicht haben Schöpfer des vollkommenen Menschenleibes werden wollen. Man findet deren Wirksamkeit in den Bilderleibern der Tiere; sie richten aber ihre Angriffe auch noch fortwährend auf den Bilderleib des Menschen, welcher ja das ihnen entwachsene Gebiet ist. Sobald der Mensch nur ein wenig abirrt von der Hingabe an seine höhere Natur, die ihm durch die Eindrücke seiner Sinne wird, sobald er den Mächten verfällt, die in seinem Bilderleib wirken, gewinnen diese Wesen Einfluß auf ihn. Ihr Wirken zeigt sich in wüsten Träumen, in denen sich die aus seiner niederen Natur kommenden tierischen Begierden spiegeln.
[ 66 ] In the third Earth cycle, those human bodies that had not progressed far enough in the second cycle to have their image-body nourished by the forces gathered on the Sun were forced to descend into a lower form of existence. They sank from the animal-human level down to the animal level. Where, then, could they obtain the forces for their image-body? They were not receptive to the solar forces of the perfected angels. Yet at every stage, some beings lag behind in their development. By the third cycle, there were still angels who had lagged behind in their development and were therefore unable to find a place on the Sun. During the second half of the third Earth cycle, they had not yet found the capacity to ascend to the Sun. Nor, however, were they constituted to continue influencing the image-bodies of the human being in the process of perfection. They possessed only the gift of influencing those image-bodies that had remained at the level of lunar existence. Therefore, they withdrew from the Earth’s mass to form the present Moon. The Moon is thus a celestial body that represents an earlier phase of Earth’s development in a sort of solidified state. It is the dwelling place of those beings who did not wish to become creators of the perfect human body. Their activity can be found in the image-bodies of animals; but they also continue to direct their attacks against the image-body of the human being, which is, after all, the realm they have outgrown. As soon as a human strays even slightly from devotion to his higher nature—which is conveyed to him through the impressions of his senses—and as soon as he succumbs to the forces at work in his image body, these beings gain influence over him. Their activity manifests itself in wild dreams that reflect the animalistic desires arising from his lower nature.
[ 67 ] Wenn der dritte Erdenkreislauf über seine Mitte hinausgelangt, wo die Erde also zum dritten Male physisch geworden ist, so sind zunächst für die Form des physischen Menschenleibes, der äußere Wahrnehmungen empfangen kann, keine Daseinsbedingungen vorhanden. Das Physische stirbt ab. Die Folge davon ist, daß die Unterlassungssünde der zurückgebliebenen Engel nicht mehr so schmerzlich empfunden wird von den zum Sonnendasein aufgestiegenen Wesen. Der Mond wird daher wieder dem Erdenkörper einverleibt. Und bei Fortsetzung des Kreislaufes, wenn die ganze Erde über das Bilderdasein in eine höhere Welt aufgestiegen ist, vereinigt sie sich auch wieder mit der Sonne. Dadurch erlangen die Kräfte im Menschenleibe, welche im dritten Kreislauf erst den bilderbelebten Leib in ihrer Umgebung sehen konnten, die schöpferische Fähigkeit. Sie können dadurch in den vierten Kreislauf eintreten. Sie sind da zunächst noch in der Welt, die nur für ein spirituelles Bewußtsein wahrnehmbar ist, steigen aber stufenweise zu immer tieferen Welten herab. Endlich ist der Menschenleib so weit, daß er Wahrnehmungsorgane für seinesgleichen in einer feinen ätherischen Form ausbilden kann. Der physische Leib erlangt also die Fähigkeiten seiner Erdenform. Das ist auch der Zeitpunkt, in dem die Erde den vollendeten Engeln wieder kein Schauplatz sein kann; die Sonne tritt mit ihnen aus der Erde heraus und bescheint diese von außen. Immer weiter gelangt der physische Leib. Die Bilder des Bilderleibes erlangen eine ihnen vorher nicht eigene Lebhaftigkeit; die Organe des physischen Leibes geben ihnen in den Spiegelbildern der äußeren Gegenstände Nahrung. Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo die äußere Erdenumgebung diese Bilder den zurückgebliebenen Engeln entreißt. Diese müssen den Teil der Erde, der ihnen Wohnplatz sein kann, aus der Erde herausziehen. Der Mond trennt sich abermals von der Erde und umkreist sie als ihr Nebenplanert.
[ 67 ] When the third Earth cycle passes its midpoint—that is, when the Earth has become physical for the third time—the conditions for the existence of the physical human body, capable of receiving external perceptions, no longer exist. The physical dies away. The consequence of this is that the sin of omission committed by the angels who remained behind is no longer felt as painfully by the beings who have ascended to solar existence. The Moon is therefore incorporated into the Earth’s body once more. And as the cycle continues, when the entire Earth has ascended from the world of images into a higher world, it unites with the Sun once again. Through this, the forces within the human body—which in the third cycle were only able to perceive the image-animated body in their surroundings—attain creative ability. This enables them to enter the fourth cycle. There, they are initially still in the world that is perceptible only to spiritual consciousness, but they gradually descend into ever deeper worlds. Finally, the human body is ready to develop organs of perception for its kind in a subtle, ethereal form. The physical body thus acquires the capacities of its earthly form. This is also the point at which the Earth can no longer serve as a stage for the perfected angels; the Sun emerges from the Earth with them and shines upon it from the outside. The physical body continues to advance ever further. The images of the image-body acquire a liveliness that was not previously their own; the organs of the physical body nourish them through the mirror images of external objects. The time has come when the external earthly environment snatches these images away from the angels who have been left behind. They must extract from the Earth that part of it which can serve as their dwelling place. The Moon once again separates from the Earth and orbits it as its satellite.
[ 68 ] Wie weit ist in diesem Zeitpunkte der Menschenleib? Er hat seine vierfache Natur entwickelt. Er ist so organisiert, daß er Träger sein kann eines Äther- oder Lebensleibes, daß er einen Bilderleib beherbergen kann. Und außerdem lassen seine Sinnesorgane zu, daß die Erdenumgebung sich in diesen Bildern abspiegelt. Es hat der physische Menschenleib jetzt also eine ganz neue Stufe erlangt. Er spiegelt nach innen, wie er auf dem Saturn nach außen die Wesenheit des Saturn-Planetengeistes gespiegelt hat. Dadurch kann jetzt in ihm jener Teil dieses Geistes leben, der damals das niedrigste Glied desselben war. Es schnürt sich dieser Teil deshalb von dem Saturn-Planetengeist ab; er verliert die Fähigkeit, die Offenbarungen der oberen Reiche zu erhalten und wird Träger des menschlichen Selbstbewußtseins. Der Mensch lernt sich als «Ich» zu empfinden. Er trägt von jetzt ab die Natur in sich, welche auf dem Saturn der planetarische Geist wie ein Umkreis des Planeten offenbarte.
[ 68 ] How far has the human body developed at this point in time? It has developed its fourfold nature. It is organized in such a way that it can serve as a vehicle for an etheric or life body, and that it can house an image body. Furthermore, its sense organs allow the earthly environment to be reflected in these images. The physical human body has thus now reached an entirely new stage. It reflects inwardly, just as it once reflected outwardly the essence of the planetary spirit of Saturn while on Saturn. As a result, that part of this spirit which was then its lowest link can now live within it. This part therefore separates itself from the planetary spirit of Saturn; it loses the ability to receive the revelations of the higher realms and becomes the bearer of human self-consciousness. Human beings learn to perceive themselves as “I.” From now on, they carry within themselves the nature that the planetary spirit of Saturn once revealed as a sphere surrounding the planet.
[ 69 ] So hat der Mensch die Stufe erlangt, auf der sich in seinem Ätherleib die Erzengel, in seinem Bilderleib die Engel, in seinem Selbstbewußtsein der planetarische Saturngeist offenbart. Er kann nun zu der Stufe aufsteigen, auf welcher der Saturngeist in ihm fähig wird, zu dem Bilderleib ein ähnliches Verhältnis zu haben, wie es der Saturngeist selbst erlangte, als er allmählich dem eigenen planetarischen Dasein entwuchs und zum Jupiterbewohner wurde. Da aber der Mensch doch Erdenbewohner bleibt, so können solche ‘Kräfte nur von außen auf ihn wirken. Das heißt, die Erde gelangt in den Einfluß der Jupiterkräfte. Auf einer späteren Stufe geschieht es ähnlich in bezug auf diejenigen Wesenheiten, welche auf einer Stufe waren, auf der sie nur von außen, vom Mars aus auf den Ätherleib wirken. Der Erdenmensch gelangt unter den Einfluß des Mars.
[ 69 ] Thus, the human being has reached the stage at which the archangels reveal themselves in his etheric body, the angels in his image body, and the planetary Spirit of Saturn in his self-consciousness. He can now ascend to the stage at which the Saturn Spirit within him becomes capable of having a relationship with the image body similar to that which the Saturn Spirit itself attained when it gradually outgrew its own planetary existence and became a dweller of Jupiter. But since human beings remain inhabitants of the Earth, such “forces” can only act upon them from the outside. This means that the Earth comes under the influence of the forces of Jupiter. At a later stage, something similar occurs with regard to those beings who were at a stage where they could only act upon the etheric body from the outside, from Mars. The human being on Earth comes under the influence of Mars.
[ 70 ] Als Sonne, Erde und Mond noch einen Körper bildeten, war auf diesem Planeten der Menschenleib aus einem Stoffe gebildet, der luftartigen Zustand hatte. Außer den Menschenleibern waren nur vorhanden mit einem Leibe in einem flüssigen Zustande die Nachkommen der Menschentiere des Mondes. Den festen Zustand hatten erreicht die Sprößlinge derjenigen Mondwesen, welche dort als Pflanzenmineralien lebten. Außer den flüssigen Menschentieren aber gab es noch tierpflanzenartige Wesen in diesem [Zeitpunkt], die aus den Pflanzentieren des Mondes entstanden waren. Während aber die ersteren ein mehr wässeriges Aussehen hatten, bestanden die tierpflanzenähnlichen Wesen aus einer dichten, breiartigen Masse, die, wenn sie derb wurde, dem Stoffe näherte, der gegenwärtig die Pilze bildet.
[ 70 ] When the Sun, Earth, and Moon still formed a single body, the human body on this planet was composed of a substance that was in an air-like state. Apart from human bodies, the only other beings present with a physical form in a liquid state were the descendants of the human-like creatures of the Moon. The offspring of those lunar beings who lived there as plant-minerals had attained a solid state. In addition to the liquid human-animals, however, there were also animal-plant-like beings at this [point in time] that had emerged from the plant-animals of the Moon. While the former had a more watery appearance, the animal-plant-like beings consisted of a dense, paste-like mass which, when it became coarser, resembled the substance that currently forms fungi.
[ 71 ] Als nun die Sonne ihre Materie aus der Erde herauszog, so daß die letztere nur noch die Mondmasse in sich hatte, da änderten sich alle Verhältnisse auf dem Planeten. Der Stoff der Menschenleiber verdichtete sich zu einer flüssigen Substanz, welche sich dem heutigen Blute vergleichen läßt. Die vorher flüssigen Wesen nahmen eine feste Form an, und die festen Pflanzenmineralien erhielten eine ganz dichte Stofflichkeit. Vor dem Auszug der Sonne war das Leben des Menschenleibes im wesentlichen eine Art Atmung, ein Aufnehmen und Abgeben von luftartigem Stoff. Nach demselben bildete sich eine Weise der Ernährung aus der flüssigen Umwelt heraus. Und mit dieser Ernährung war auch die Fortpflanzung verbunden. Der zähflüssige Menschenleib wurde aus dem Fortpflanzungsstoff seiner Umgebung befruchtet und spaltete sich unter solchem befruchtenden Einflusse. Seine Entwickelung, während noch die Mondensubstanz innerhalb der Erde war, ging so vor sich, daß er innerhalb seiner flüssigen Masse halbfeste Teile ausbildete, die sich bis zur Knorpelhaftigkeit verdichteten. Feste knochenartige Gliedeinlagerungen konnte er in dieser Zeit noch nicht bilden, denn dazu war die Erdmasse nicht geeignet, solange sie den Mond in sich enthielt. Erst mit dem Auszug des Mondes, als die derbste Stofflichkeit entfernt war, entstand im Menschenleibe eine feste Gerüstanlage. Und dies war auch die Zeit, in welcher die Möglichkeit aufhörte, die Befruchtungsstoffe aus der Umgebung zu nehmen. Mit der Mondenmasse ging auch den Erdensubstanzen die Fähigkeit verloren, auf den Menschenleib befruchtend zu wirken. In der Zeit vorher gab es nicht zwei Geschlechter des Menschenleibes. Der Mensch war ein Wesen weiblicher Natur, zu dem die männliche Wesenheit in der Erdenumwelt selbst war. Die ganze Monderde hatte einen männlichen Charakter.
[ 71 ] When the Sun drew its matter out of the Earth, leaving the latter with only the mass of the Moon within it, all conditions on the planet changed. The matter of human bodies condensed into a liquid substance comparable to today’s blood. The previously liquid beings took on a solid form, and the solid plant and mineral substances acquired a very dense materiality. Before the sun withdrew, the life of the human body was essentially a kind of respiration—an inhalation and exhalation of air-like substance. Following this, a form of nutrition developed from the liquid environment. And reproduction was also linked to this nutrition. The viscous human body was fertilized by the reproductive substance of its environment and divided under this fertilizing influence. Its development, while the lunar substance was still within the Earth, proceeded in such a way that it formed semi-solid parts within its liquid mass, which condensed to the consistency of cartilage. It was not yet able to form solid, bone-like structural elements during this period, for the Earth’s mass was not suited to this as long as it contained the Moon. Only with the Moon’s departure, when the coarsest material substance had been removed, did a solid skeletal framework emerge within the human body. And this was also the time when the ability to draw fertilizing substances from the environment ceased. With the departure of the lunar mass, the earthly substances also lost their ability to exert a fertilizing effect on the human body. In the period prior to this, there were not two sexes of the human body. Human beings were beings of a feminine nature, to whom the male essence was present within the earthly environment itself. The entire lunar earth had a masculine character.
[ 72 ] Mit dem Auszug des Mondes verwandelte sich ein Teil der Menschenleiber in solche mit männlichem Charakter. Er nahm also die befruchtenden Kräfte in sich auf, die vorher gleichsam in dem Safte der Erde selbst enthalten waren. Die weibliche Natur des Menschenleibes erfuhr eine solche Umbildung, daß sie von dem entstandenen Männlichen befruchtet werden konnte. — Dies alles geschah dadurch, daß eine Art doppelgeschlechtiger Menschenleib in einen eingeschlechtigen überging. Der frühere Menschenleib befruchtete mit aufgenommenen Stoffen sich selbst. Nun erhielt die eine Form des Menschenleibes, die weibliche, nur die Kraft, das Befruchtete auszureifen. Dies geschah so, daß in ihr die männliche Kraft die Fähigkeit der Zubereitung des Fruchtstoffes verlor. Es bleibt diese Kraft nur dem Äther- oder Lebensleib, welcher die Reifung zu bewirken hat. Der männlichen Form des Menschenleibes ging die Möglichkeit verloren, mit dem Fruchtstoff in sich etwas anzufangen. Das Weibliche blieb in ihr auf den Ätherleib beschränkt. So kommt es, daß in dem gegenwärtigen Menschen die Sache so steht, daß im Manne der Ätherleib weiblich, in der Frau aber männlich ist. — Die Erwerbung dieser Fähigkeiten fällt zeitlich mit der Ausbildung eines festen Knochengerüstes zusammen.
[ 72 ] As the Moon receded, some human bodies transformed into those of a masculine nature. They thus absorbed the fertilizing forces that had previously been contained, as it were, in the sap of the Earth itself. The feminine nature of the human body underwent such a transformation that it could be fertilized by the newly formed masculine principle. — All this came about through the transition of a kind of hermaphroditic human body into a unisex one. The earlier human body fertilized itself with substances it had absorbed. Now, one form of the human body—the female form—retained only the power to bring the fertilized substance to maturity. This occurred because, within it, the male power lost the ability to prepare the fertilizing substance. This power remains only with the etheric or life body, which is responsible for bringing about maturation. The male form of the human body lost the ability to do anything with the fertilized substance within itself. The feminine remained confined within it to the etheric body. Thus, in present-day human beings, the situation is such that in men the etheric body is feminine, while in women it is masculine. — The acquisition of these abilities coincides chronologically with the formation of a solid skeletal structure.
[ 73 ] Nun ging dem aber noch ein anderer wichtiger Vorgang voraus. Als der Menschenleib überging von der luftförmigen in die flüssige Stofflichkeit, entstand zugleich die Anlage, um die luftförmige Materie in einem besonderen Organ aufzunehmen. Die abgesonderte Atmung nahm damit den Anfang. Man muß sich nur klarmachen, daß in dieser Zeit die Erde noch nicht einen abgesonderten Luftkreis für sich hatte. Die Stoffe, die später sich als flüssige und feste aus der gemeinsamen Masse herausgliederten, waren damals noch selbst luftartig, waren eingeschlossen in der Luft. Und als dann die Verflüssigung begann, lebte der Menschenleib ja nicht auf einem festen Grunde, sondern im flüssigen Elemente. Eine Art schwimmendes Schweben war seine Fortbewegung. Und die über dem flüssigen Elemente befindliche Luft war wesentlich dichter als die spätere. Sie enthielt nicht nur noch alles spätere Wasser, sondern viele andere Substanzen in Auflösung. Dem entsprechend war der ganze Atmungsapparat des Menschenleibes ein anderer.
[ 73 ] However, this was preceded by another important process. As the human body transitioned from gaseous to liquid matter, the capacity to absorb gaseous matter through a special organ developed at the same time. This marked the beginning of separate respiration. One must simply realize that at that time, the Earth did not yet have a separate atmosphere of its own. The substances that later separated from the common mass as liquid and solid were themselves still air-like at that time; they were enclosed within the air. And when the process of liquefaction began, the human body did not live on solid ground, but in the liquid element. Its mode of locomotion was a kind of floating suspension. And the air above the liquid element was considerably denser than the air that would later exist. It contained not only all the water that would later form, but also many other substances in solution. Accordingly, the entire respiratory system of the human body was different.
[ 74 ] Vor dem Auszug der Sonne hatte der ganze Atmungsvorgang noch einen andern Sinn als in der Folgezeit. Er bestand in einem Aufnehmen und Abgeben von Wärme aus der Umgebung und in dieselbe. Man kann sagen, daß die Wärme, welche der Mensch heute in sich durch seinen Blutkreislauf bereitet, vom ihm damals aus der Umgebung ein- und ausgeatmet wurde. Erst nach dem Sonnenauszug gestaltete sich der Prozeß so um, daß die Luft erst, nachdem sie aufgenommen ist, durch ihre Wirkung im Leibe die Wärme erzeugt. — So war mit der Luftatmung in der gegenwärtigen Form der Menschenleib zu einem Wärmeerzeuger in seinem Innern geworden.
[ 74 ] Before the Sun’s departure, the entire process of respiration had a different purpose than it did in the period that followed. It consisted of absorbing and releasing heat from and into the environment. One could say that the heat which humans today generate within themselves through their blood circulation was, at that time, inhaled from and exhaled into the environment. It was only after the Sun’s withdrawal that the process transformed such that the air, only after being inhaled, generates heat through its action within the body. — Thus, with air respiration in its present form, the human body had become a heat generator within itself.
[ 75 ] Dieser Umschwung im Menschenleibe hängt mit einem kosmischen Ereignisse zusammen, das in der Geheimwissenschaft das Zurückziehen des Mars von der Erde genannt wird. Der Mars ist derjenige Planet, welcher durch die ihm innewohnenden Kräfte im Menschenleibe vor diesem Zurückziehen das bewirkte, was der Blutkreislauf nachher in dem Menschenleibe selbst übernahm. Indem so das Blut auf der Erde die Tätigkeit des Mars übernahm, konnten die geistigen Wesen sich aus der Erde herausheben, so daß dann der Einfluß des Mars auf den Menschen ein solcher wurde, der von außen her wirkte. Physisch kam das dadurch zustande, daß das Eisen ein wichtiger Bestandteil des Blutes wurde; und Eisen ist der Stoff, auf welchen die Marskräfte eine besondere Wirkung haben. So hängt die gegenwärtige Form der Atmung mit diesem Zurückziehen des Mars zusammen. Der Mensch aber erhielt dadurch alles, was man die innere Kraft seines Blutes nennen kann. Die Beseelung war damit gegeben. In der Tat hauchte der Mensch mit der Luftatmung seine lebendige Seele ein.
[ 75 ] This transformation in the human body is connected to a cosmic event known in esoteric science as the withdrawal of Mars from the Earth. Mars is the planet whose inherent forces, prior to this withdrawal, brought about in the human body what the blood circulation subsequently took over within the human body itself. As the blood on Earth thus took over the activity of Mars, the spiritual beings were able to rise out of the Earth, so that Mars’s influence on human beings then became one that acted from the outside. Physically, this came about because iron became an important component of the blood; and iron is the substance upon which the forces of Mars have a particular effect. Thus, the present form of respiration is connected with this withdrawal of Mars. Through this, however, human beings received what might be called the inner power of their blood. This marked the beginning of the soul’s animation. Indeed, through atmospheric respiration, human beings breathed their living soul into themselves.
[ 76 ] So lange die Erde mit der Sonne im Zusammenhange war, war die Sonnenkraft dasjenige, was die andern Wirkungen im Menschenleibe regelte. In der Sonnenkraft war das enthalten, was im Menschenleibe als Männliches und Weibliches zugleich wirkte. Und unter ihrem Einfluß bekam auch die Aufnahme und Abgabe der Wärme, die vom Mars ausging, Gesetz und Ordnung. Als nun die Sonne ausgezogen war, fingen gewisse Menschenleiber an, sich so umzubilden, daß sie unfruchtbar wurden. Das waren die Vorläufer der späteren männlichen Naturen. So lange nun die Mondenkräfte noch mit der Erde verknüpft waren, behielt der andere Teil die Fähigkeit der Selbstbefruchtung. Durch den Mondauszug verlor er sie. Von jetzt ab wirkte die Sonne, und zwar [wirkten] diejenigen Wesen, welche sie nunmehr bewohnten, die Engel, auf die Fortpflanzungsfähigkeit. Der männliche Ätherleib kam unter den Einfluß dieser Sonnenwesen. Der weibliche Ätherleib, der männlich ist, behielt sein Verhältnis zu denjenigen Wesen, deren Schauplatz der Mond geworden war. Dem entsprechend kam der physische Leib der Frau unter den Einfluß der Sonnenkräfte. Er hatte ja die ihm jetzt entsprechende Form ausgebildet, als die Sonne schon von außen die Erde beschien. Der männliche physische Körper kam dagegen unter Mondeinfluß, weil er unter dem Einfluß des noch mit der Erde vereinten Planeten seine in bezug auf die Fortpflanzung unfruchtbare Form angenommen hat. Neben allen diesen Vorgängen läuft die Ausbildung der Sinne gleichzeitig, welche die Bilderwelt des Empfindungsleibes unter den Einfluß der Erdenumgebung bringen und damit den Menschen unter den Einfluß der Abkömmlinge des Saturn-Planetenleibes. Weiter wird die pulsierende Gewalt des Blutes im Innern entwickelt, wodurch sich die Beseelung bildet und sich mit den Sinneswahrnehmungen ein inneres Leben, Sympathie und Antipathie mit der Umgebung bilden kann.
[ 76 ] As long as the Earth was connected to the Sun, the power of the Sun was what regulated the other processes in the human body. The power of the Sun contained within it that which acted in the human body as both masculine and feminine. And under its influence, the absorption and release of heat emanating from Mars also took on a regular pattern. When the Sun had withdrawn, certain human bodies began to transform in such a way that they became infertile. These were the precursors of the later male natures. As long as the lunar forces were still linked to the Earth, the other part retained the capacity for self-fertilization. With the Moon’s departure, it lost this ability. From this point on, the Sun exerted its influence—specifically, the beings now inhabiting it, the angels, influenced the capacity for procreation. The male etheric body came under the influence of these solar beings. The female etheric body, which is male in nature, retained its connection to those beings for whom the Moon had become the sphere of activity. Accordingly, the woman’s physical body came under the influence of the solar forces. It had, after all, developed the form now appropriate to it when the Sun was already shining on the Earth from the outside. The male physical body, on the other hand, came under the influence of the Moon, because it had assumed its form—which was infertile in terms of reproduction—under the influence of the planet that was still united with the Earth. Alongside all these processes, the development of the senses takes place simultaneously, bringing the world of images of the sensory body under the influence of the Earth’s environment and thereby placing human beings under the influence of the descendants of the planetary body of Saturn. Furthermore, the pulsating force of the blood develops within, through which the soul forms, and—together with sensory perceptions—an inner life, as well as sympathy and antipathy toward the surroundings, can take shape.
[ 77 ] Auf der dadurch gekennzeichneten Stufe ist der Mensch angelangt, als die Erde als selbständiger physischer Planet in ihrem vierten Kreislaufe herausgetreten [war] und sich von Sonne, Mond und Mars losgelöst hatte.
[ 77 ] Humanity had reached the stage described above when the Earth had emerged as an independent physical planet in its fourth cycle and had separated itself from the Sun, the Moon, and Mars.
[ 78 ] Der Mensch hatte also damals die Trennung in zwei Geschlechter vollzogen. Er blickte durch seine Sinne in die Umgebung. Er empfand Neigung und Abneigung gegenüber dieser Umgebung. Und er war dadurch, daß er sich von dieser Umgebung unterschied, mit dem beginnenden Selbstgefühl ausgestattet. Der Menschenleib war ein viergliedriges Wesen geworden. Und innerhalb des vierten Gliedes war durch das Blut, das den Marskräften den Zugang gewährte, Seeleninnerlicheit entstanden.
[ 78 ] Human beings had thus completed the division into two sexes at that time. They perceived their surroundings through their senses. They felt attraction and aversion toward these surroundings. And because they differed from their surroundings, they were endowed with a nascent sense of self. The human body had become a four-part being. And within the fourth part, inner soul life had arisen through the blood, which granted access to the forces of Mars.
[ 79 ] Der Mensch hatte also alles in sich ausgebildet, was er haben konnte als Frucht der drei ersten planetarischen Entwickelungsstufen. Und er hatte ein viertes Glied seines Leibes, das entstanden war, weil andere Einflüsse, welche mit dessen Entwickelung nichts zu tun haben konnten, sich von der Erde zurückgezogen hatten.
[ 79 ] Human beings had thus developed within themselves everything they could possess as the fruit of the first three stages of planetary evolution. And they had a fourth limb, which had come into being because other influences—which could have had nothing to do with their development—had withdrawn from the Earth.
[ 80 ] Man nennt in der Geheimwissenschaft diese Menschheit die dritte Haupt-Erdenrasse. Eigentlich kann man von Rassenbildung erst von diesem Zeitpunkte an reden. Denn jetzt erst gab es eine menschliche Fortpflanzung und damit Unterschiede innerhalb der Menschheit, welche durch das Aufeinanderwirken von Menschen selbst hervorgebracht werden. Es trat dasjenige auf, was Vererbung, Verwandtschaft genannt werden kann. Nun hatte aber die Erde, die vierte planetarische Form der Entwickelung, noch keinen Einfluß. Die Wahrnehmungen der Umgebung hatten sich erst der Bilder des Empfindungsleibes bemächtigt. Der Ätherleib stand noch nicht unter dem Einflusse der Erdenumgebung. Der vierte Planet hatte noch keinen Einfluß auf die Vererbungsverhältnisse. Erst die drei ersten [planetarischen Formen]. Deshalb bezeichnet man die Rasse, bei der dies der Fall war, als die dritte.
[ 80 ] In esoteric science, this humanity is called the third major race of the Earth. In fact, it is only from this point onward that one can speak of the formation of races. For it was only now that human reproduction began, and with it differences within humanity that were brought about by the interaction of human beings themselves. What can be called heredity and kinship began to emerge. However, the Earth, the fourth planetary form of development, had not yet exerted any influence. Perceptions of the environment had only just taken hold of the images of the sensory body. The etheric body was not yet under the influence of the Earth’s environment. The fourth planet had not yet exerted any influence on hereditary relationships. Only the first three [planetary forms] had done so. That is why the race in which this was the case is designated as the third.
[ 81 ] Ihr folgte die vierte, innerhalb welcher die Erdenumgebung selbst auf den Ätherleib eine Wirkung bekam. Das konnte nur geschehen, wenn Wesen auf den Menschen Einfluß erhielten, welche in ihrer Entwickelung auf einer solchen Stufe standen, daß ihnen die schöpferische Fähigkeit fehlte, auf den Ätherleib im Sinne der Befruchtung zu wirken, die aber doch darüber hinaus waren, um so wie der Mensch selbst nur Wahrnehmungseindrücke aus der physischen Umgebung zu erhalten. Solche Wesen waren diejenigen, welche auf dem Monde, also während der vorhergehenden Verkörperung der Erde, nicht bis zu schöpferischen Wesen aufgestiegen waren, welche die Sonne bevölkern können, die aber doch über die Stufe hinausgelangt waren, auf der man bloß ein Innenleben durch die Bilder des Menschenleibes führen kann. Sie haben innerhalb der Erdenentwickelung die Fähigkeit, schon durch die Sinne des Menschen wahrzunehmen, aber nicht auch die, diese Sinne zu schaffen. Diese Wesen können dem Menschen da ...
[ 81 ] This was followed by the fourth stage, during which the Earth’s environment itself began to exert an influence on the etheric body. This could only happen if beings exerted an influence on human beings who, in their development, were at such a stage that they lacked the creative ability to act upon the etheric body in the sense of fertilization, but who had nevertheless progressed beyond the point where, like human beings themselves, they could receive only sensory impressions from the physical environment. Such beings were those who, on the Moon—that is, during the Earth’s previous incarnation—had not yet ascended to the level of creative beings capable of inhabiting the Sun, but who had nevertheless progressed beyond the stage at which one can merely lead an inner life through the images of the human body. Within the course of Earth’s evolution, they possess the ability to perceive through human senses, but not the ability to create those senses. These beings can appear to humans there ...
[Das Manuskript bricht hier ab.]
[The manuscript ends here.]
