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Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a

18 February 1904, Berlin

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Self-Knowledge and God-Knowledge I, tr. SOL
  1. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.

17. Über das Devachan

17. On Devachan

[ 1 ] Wir haben vor acht Tagen den Menschen verfolgt durch die verschiedenen Stufen des sogenannten Geisteslandes, des Devachan. Wir haben gesehen, wie das Schicksal des Menschen zwischen zwei Verkörperungen in diesem Geisteslande, im Devachan, verläuft. Wir haben gesehen, dass der Mensch je nach dem Grade seiner Entwicklung, sich immer höher und höher oder immer länger und länger in die Gebiete dieses Landes der Ursachen emporzuschwingen vermag, um aus diesem Lande der Ursachen in diese irdische Welt herein die Fähigkeiten zu immer höherer und höherer Entwicklung zu bringen. In seinem Wirken und Schaffen in diesem Geisteslande liegen die eigentlichen Ursachen. In diesem Wirken und Schaffen im Geisteslande liegen für denjenigen, dessen Sinn erschlossen, geweckt ist, um schon während der Verkörperung die uns immer umgebenden geistigen Verhältnisse, die ich Ihnen geschildert habe, zu beobachten, für den liegen die drei Teile des Menschen, deren Schicksal wir kennengelernt haben, immer offen vor dem geistigen Auge. Diese drei Teile des Menschen, von denen ich gesprochen habe als nach und nach gleichsam sich heraushüllend, gleichsam verlassend die irdische, die fleischliche Hülle - der eine im sogenannten Kamaloka, dem Orte der Begierden, des Wunsches; der zweite im Devachan oder dem Geisteslande; und der dritte in der obersten Region des Devachan, wo das eigentlich tiefste Selbst sich zu entwickeln, sich zu entfalten vermag, um dann mit erhöhter Kraft wieder zurückkehren zu können. Diese drei Teile des Menschen sind sein sogenannter Astralleib, der Leib, welcher umfasst alle seine Begierden, Wünsche und Leidenschaften, alles dasjenige, was der Mensch auch mit dem Tiere gemeinschaftlich hat, alles dasjenige, was sozusagen die Vermittlung bildet zwischen seiner eigenen geistigen Natur und der sinnlichen Natur, alles das legt er ab im Lande der Läuterung, der Reinigung, im Kamaloka.

[ 1 ] Eight days ago, we followed the human being through the various stages of the so-called spiritual realm, the Devachan. We saw how the human being’s destiny unfolds between two incarnations in this spiritual realm, the Devachan. We have seen that, depending on the degree of his development, a person is able to ascend higher and higher or remain longer and longer in the realms of this land of causes, in order to bring from this land of causes into this earthly world the capacities for ever higher and higher development. The actual causes lie in his work and activity in this spiritual realm. In this activity and creative work in the spiritual realm, for those whose sense has been opened and awakened to observe—even during incarnation—the spiritual conditions that constantly surround us, which I have described to you, for such people the three parts of the human being, whose destinies we have come to know, are always clearly visible before the spiritual eye. These three parts of the human being, of which I have spoken as gradually, as it were, shedding their earthly, physical covering—one in the so-called Kamaloka, the realm of desires and longings; the second in Devachan, or the realm of the spirit; and the third in the highest region of Devachan, where the true, deepest Self is able to develop and unfold, so that it may then return with increased power. These three parts of the human being constitute his so-called astral body—the body that encompasses all his desires, longings, and passions; everything that the human being shares with animals; everything that, so to speak, serves as the mediating link between his own spiritual nature and his sensual nature—all of this he casts off in the land of purification, in Kamaloka.

[ 2 ] Und dann steigt er auf in das Land des eigentlichen Geistes, in das Land der Geister oder in das Devachan, um da auch seinen zweiten Körper, den Körper der Vorstellungswelt, der höheren menschlichen Fähigkeiten abzulegen, der ihn immer noch an das Menschliche kettet und hemmt, um dann gleichsam leibbefreit, je nach dem Entwicklungszustande längere oder kürzere Zeit in dem eigentlichen leiblosen Geisteszustande zu verweilen. Wir nennen jenen Leib des Menschen, der sich erhebt bis zu diesen obersten Regionen des Geisteslandes, der da seine Schwingen ausbreitet, um sich zu entfalten, diesen Leib nennen wir den Ursachenträger oder Kausalleib. Dieser Kausalleib, den wir uns bewahren zwischen zwei Inkarnationen, den wir immer wieder mitbringen, dieser Leib, der die Ursache bildet dessen, was wir uns selbst herangeschaffen haben, der uns von der einen Verkörperung in die andere trägt, das ist der, welcher in der obersten Region des Devachan lebt. Der andere ist der, welcher in der zweiten Region des Devachan ist, der sich dann in das Reich der Wünsche versenkt, und das ist der Astralleib, um dann in den fleischlichen Leib einzuziehen. Diese drei Leiber hat jeder Mensch in sich.

[ 2 ] And then he ascends into the realm of the true spirit, into the realm of the spirits, or into Devachan, to there also shed his second body—the body of the world of imagination, of the higher human faculties—which still chains him to the human realm and hinders him, so that, freed from the body, as it were, to linger—for a longer or shorter time, depending on the state of development—in the true, bodiless spiritual state. We call that body of the human being, which rises up to these highest regions of the spiritual realm and spreads its wings there to unfold itself, the “bearer of causes” or “causal body.” This causal body, which we preserve between two incarnations and which we bring with us time and again—this body, which constitutes the cause of what we have brought upon ourselves and which carries us from one incarnation to the next—is the one that dwells in the highest region of Devachan. The other is the one that resides in the second region of Devachan, which then descends into the realm of desires—and this is the astral body—before entering the physical body. Every human being possesses these three bodies within themselves.

[ 3 ] Ich habe bereits gesprochen von der sogenannten Aura, ich habe bereits gesagt, dass der Mensch, den man mit physischen Augen sicht, eingehüllt ist in eine Wolke von Licht, in eine ovale Form, welche die mannigfaltigsten Lichterscheinungen darbietet für denjenigen, der dafür empfänglich ist. Kleiner und größer ist das Ei, je nach dem Grade der Entwicklung. Klein bei dem, der noch auf der untersten Stufe der geistigen Entwicklung steht. Da ist die Aura nur wie ein schwacher Lichtschein, der um den Körper sich ausbreitet, der aber immer größer und größer wird, je mehr Verkörperungen der Mensch durchgemacht hat und auf einer je höheren und späteren Entwicklungsstufe der Mensch steht. Dann zeigt diese Aura die verschiedensten Licht- und Farbenerscheinungen. Diese Aura ist eine dreifache, und dreifach kann auch der Blick für diese Aura sein.

[ 3 ] I have already spoken of the so-called aura; I have already said that the human being, as seen with the physical eyes, is enveloped in a cloud of light, in an oval shape, which presents the most varied light phenomena to those who are receptive to them. The size of this oval varies depending on the degree of development. It is small in those who are still at the lowest stage of spiritual development. There, the aura is merely a faint glow spreading around the body, but it grows larger and larger the more incarnations a person has undergone and the higher and more advanced the stage of development they have reached. Then this aura displays the most diverse light and color phenomena. This aura is threefold, and the perception of this aura can also be threefold.

[ 4 ] Es gibt Menschen mit sogenanntem «psychischem Sehen», die nur dasjenige zu sehen imstande sind, was im Astralraum vorgeht. Sie sehen nur das als Lichterscheinung, was man auch am Tier wahrnehmen kann. Sie sehen das, was in dem Menschen lebt an Wünschen, Begierden und Leidenschaften in Formen von Lichterscheinungen. Der Mensch kann sich auch aus diesem Gebiete erheben. Dann wird ihm der Vorstellungsleib sichtbar, die höheren geistigen Entwicklungsmöglichkeiten als eine zweite feinere Substanz, als eine die erstere durchstrahlende und durchdringende Aura.

[ 4 ] There are people with so-called “psychic vision” who are capable of seeing only what takes place in the astral realm. They perceive only as light phenomena what can also be observed in animals. They see the desires, cravings, and passions that live within a person in the form of light phenomena. Human beings can also rise above this realm. Then the imaginative body becomes visible to them—the higher possibilities of spiritual development—as a second, finer substance, as an aura that radiates through and permeates the first.

[ 5 ] Und endlich noch das, was sich als noch feinere Substanz innerhalb dieser zweiten Aura ausbreitet, was ganz schwach entwickelt ist bei den auf den untersten Stufen stehenden Menschen, aber immer höher entwickelt wird und in wunderbarer Weise auftritt bei den hohen Geistesträgern unserer Kultur. Das ist dasjenige, was sich von Inkarnation zu Inkarnation herüberzieht, der Kausalkörper. Er ist auch im unentwickelten Menschen vorhanden, aber nur klein wie ein geringer Lichtschein über seinem Haupt. Je mehr der Mensch sich entwickelt, desto mehr breitet er sich aus, wird gleichsam zur Sonne. Und je mehr er die Wesenheit durchleuchtet und durchglüht, desto besser kann man diese drei Körper, wenn der Geistesblick eröffnet ist, verschieden sehen.

[ 5 ] And finally, there is that which spreads as an even finer substance within this second aura—something that is very weakly developed in people at the lowest levels, but becomes increasingly developed and manifests in a wondrous way in the great spiritual leaders of our culture. This is what carries over from incarnation to incarnation: the causal body. It is present even in the undeveloped human being, but only as a faint glimmer of light above the head. The more a person develops, the more it expands, becoming, as it were, a sun. And the more it illuminates and permeates the being, the more clearly one can perceive these three bodies as distinct—once the spiritual vision has opened.

[ 6 ] Man kann seine Augen bloß richten auf die astrale Welt, man kann absuggerieren das, was der niederen und der höheren Sphäre angehört und bloß die Blicke auf die astrale Aura richten. Dann sieht man nur die Triebe, Begierden und Leidenschaften als Farbenerscheinungen vor sich. Richtet man dann die Aufmerksamkeit auf den Vorstellungskörper, dann sieht man den Mentalkörper. Und richtet man den Blick auf das Ewige, auf den Ursachenkörper, dann sieht man die leuchtendste Aura des Menschen. Dieser Ursachenträger ist nur für diejenigen sichtbar, deren geistiges Auge in den höchsten Regionen der Geisteswelt erweckt ist.

[ 6 ] One can simply direct one’s gaze toward the astral world; one can use autosuggestion to block out everything belonging to the lower and higher spheres and focus one’s gaze solely on the astral aura. Then one sees only the instincts, desires, and passions as color manifestations before one’s eyes. If one then directs one’s attention to the imagination body, one sees the mental body. And if one directs one’s gaze toward the Eternal, toward the causal body, one sees the human being’s most radiant aura. This bearer of the causal body is visible only to those whose spiritual eye has been awakened in the highest regions of the spiritual world.

[ 7 ] Dieser Ursachenträger, äußerlich sichtbar in seiner Lichterscheinung gesehen, zeigt uns bei den verschiedensten Menschen die verschiedensten Anblicke. Wenn Sie einen unentwickelten Menschen betrachten, sei es ein Neger in Afrika, oder selbst ein Unentwickelter in unseren Gegenden, einen Menschen, der noch wenig Gedanken bei sich ausgebildet hat, wenig in der Vorstellung zu leben vermag, nichts weiß von höheren Ideen oder geistigen Interessen, der nur in seinen animalischen Trieben, in der Stillung seines Hungers und seines leiblichen Wohlbefindens lebt, dann erscheint uns, wenn wir alle übrigen Auren wegdenken und nur die Ursachenaura ansehen, dann erscheint sie uns mit einem mehr oder weniger dunklen Oval. Dieses zeigt an, dass der Ursachenkörper noch wenig entwickelt ist, dass das eigentliche Selbst noch lange bearbeitet werden muss, bis es sich entwickelt hat. Das sind diejenigen Menschen, welche in ihren braunen Ovalen nichts anderes zeigen als einzelne grünliche oder schmutzig indigofarbige Streifen. Diese wenigen Streifen sind die einzige Andeutung des Kausal- oder Ursachenkörpers. Das ist der Anblick, der denjenigen mit Leid erfüllt, der die Aura beobachten kann, weil es dem, der beobachten kann, zeigt, wie viel wir mit unentwickelten Menschen noch zu leisten haben. Wir können sehen, wie Lichtstrahlen in denselben auftauchen, wenn wir ihnen Geisteskultur überliefern.

[ 7 ] This source of causation, seen externally in its manifestation of light, presents us with a wide variety of appearances in different people. When you observe an undeveloped person—whether a Black person in Africa or even an undeveloped person in our own regions—a person who has formed few thoughts within himself, who is scarcely able to live in the realm of the imagination, who knows nothing of higher ideas or spiritual interests, and who lives solely in his animal instincts, in the satisfaction of his hunger and his physical well-being—then, if we set aside all other auras and look only at the causal aura, it appears to us as a more or less dark oval. This indicates that the causal body is still underdeveloped, that the true self still requires a great deal of work before it has fully developed. These are the people whose brown ovals reveal nothing but a few greenish or dirty indigo-colored streaks. These few streaks are the only indication of the causal body. This is the sight that fills the observer with sorrow, because it reveals to the one who can observe how much work we still have to do with undeveloped people. We can see how rays of light emerge within them when we impart spiritual culture to them.

[ 8 ] Aber auch der niedere Geistkörper, der Vorstellungskörper des unentwickelten Menschen zeigt noch die bräunliche Form und einige wenige ausgebildete grünliche Partien, die abwechseln mit rötlichen Partien oder mit Partien, welche ins Bläuliche hineinspielen. Diese grünlichen und bläulichen Partien werden immer häufiger und häufiger, je mehr Vorstellungen in dem betreffenden Menschen ausgebildet sind. Und dann, wenn wir einen solchen Menschen auf seinen Astralkörper hin prüfen, dann treten uns plötzlich in den grell leuchtenden Farbenerscheinungen Erscheinungen von geradezu furchtbarer Wirkung entgegen, es treten uns blutig rote Wolken entgegen, welche fast den ganzen Astralkörper ausfüllen, darin durcheinanderwogen. Nur an der oberen oder unteren Schicht des Ovals sehen wir einen grünlichen oder indigofarbenen Ansatz, und das wechselt ab mit den bräunlichen Färbungen, wechselt aber auch ab mit allerlei Gebilden, die je nach den verschiedenen Temperamentsarten verschieden sind. Bei den zornigen Menschen sehen wir rote Blitze den Astralkörper durchzucken, bei anderen sehen wir bläulich-graue Wolken.

[ 8 ] But even the lower spirit body—the body of imagination—of an undeveloped person still exhibits a brownish hue and a few distinct greenish areas, which alternate with reddish areas or with areas that have a bluish tint. These greenish and bluish areas become more and more frequent the more ideas have taken shape in the person in question. And then, when we examine such a person’s astral body, we are suddenly confronted by phenomena of a truly terrifying effect in the form of glaring, luminous colors; we are confronted by blood-red clouds that fill almost the entire astral body, surging chaotically within it. Only at the upper or lower edge of the oval do we see a greenish or indigo-colored tinge, which alternates with brownish hues, but also with all manner of formations that vary according to the different types of temperament. In angry people, we see red flashes darting through the astral body; in others, we see bluish-gray clouds.

[ 9 ] Das ist die Aura eines unentwickelten Menschen. Dann haben wir die Aura zu betrachten eines Menschen auf der höheren Stufe, das heißt eines Menschen, der hier in unserer Gegend eine gute Bildung genossen hat. Bei einem solchen Menschen stellt sich der Kausalkörper als ein schon mehr mit Farben ausgestattetes Gebilde dar, als eine Form, welche von schönen Farben durchzogen wird. Namentlich sind es hier die grünen Farben, grüngelb und gelbe Farbennuancen. Das sind die Nuancen, die der Europäer hat. Nur dadurch, dass diese Farben sich etwas weiter ausdehnen, erscheint der niedere Geistkörper. Und wenn wir auf den Astralkörper des Menschen sehen, erscheint er im Allgemeinen etwas ähnlich gestaltet wie der Astralkörper des unentwickelten Menschen. Nur haben die Farben andere Nuancen. Der Unentwickelte hat schwärzliche Farben; je entwickelter der Mensch ist, desto leuchtender sind die Farben. Sie werden von innen heraus durchleuchtet, sie ziehen den Blick an, üben eine sympathische Wirkung auf den Blick aus.

[ 9 ] This is the aura of an undeveloped person. Next, we must consider the aura of a person at a higher level—that is, a person who has received a good education here in our region. In such a person, the causal body appears as a structure already endowed with more colors—a form permeated by beautiful colors. Specifically, these are shades of green, greenish-yellow, and yellow. These are the shades characteristic of Europeans. It is only because these colors extend somewhat further that the lower mental body becomes visible. And when we look at a person’s astral body, it generally appears somewhat similar in form to the astral body of an undeveloped person. The only difference is that the colors have different nuances. The undeveloped person has blackish colors; the more developed a person is, the brighter the colors become. They are illuminated from within; they attract the gaze and exert a pleasant effect on the beholder.

[ 10 ] Und wenn wir zum hochentwickelten Geistmenschen gehen, zu dem, der in sich höhere geistige Fähigkeiten ausgebildet hat, der bereits durch viele Inkarnationen hindurch sich einem geistigen Leben gewidmet hat, dann erscheint auch der Astralkörper in ganz anderen Veränderungen. Erscheint nicht mehr in den Gebilden von Wolken durchzogen, sondern von innen heraus strahlend auf einem blauen Grunde. Der Grund des Ursachenkörpers hat eine mehr oder weniger helle oder dunkelbläuliche Färbung, und in diese strahlt hinein der ewige Mensch. Je reiner und edler er sich im Geistigen entwickelt, desto mehr zeigt er die Färbung des Geistigen. Wir sehen von innen heraus eine schöne goldgelbe Strahlung, die übergeht in ins Rosenrote gehende Strahlungen, und diese gehen über in schöne bläulichviolette Strahlungen. Der Kausalkörper ist von Strahlen durchzogen, breitet sich immer mehr und mehr aus, nimmt größere und größere Dimensionen an. Der Adept ruht inmitten dieses Ursachenkörpers, welcher sich von goldgelben Strahlen im Innern nach violetten Strahlen im Äußeren verliert, sodass er umgeben ist von dieser Lichtflut, von ihr eingeschlossen ist, dass er so groß werden kann, dass er seine Menschen oft zehn-, zwanzig-, dreißigmal an Länge von oben und unten übertreffen kann.

[ 10 ] And when we turn to the highly developed spiritual human being—one who has cultivated higher spiritual abilities within himself and who has already devoted himself to a spiritual life throughout many incarnations—then the astral body also appears in entirely different forms. It no longer appears interwoven with cloud-like formations, but rather radiates from within against a blue background. The background of the causal body has a more or less light or dark bluish hue, and the eternal human being shines into it. The purer and nobler he develops in the spiritual realm, the more he reveals the coloration of the spiritual. From within, we see a beautiful golden-yellow radiance that transitions into rosy-red rays, which in turn give way to beautiful bluish-violet rays. The causal body is permeated by rays, expanding more and more and assuming ever greater dimensions. The adept rests in the midst of this causal body, which fades from golden-yellow rays on the inside to violet rays on the outside, so that he is surrounded by this flood of light, enclosed by it, and can become so large that he often exceeds his human form by ten, twenty, or thirty times in length from top to bottom.

[ 11 ] Das sind die Ursachenträger der großen Führer und Leiter der Menschen. Und wer dann den Vorstellungskörper der niederen Menschen aufsucht, der wird auch da noch finden Gebilde, aber wird finden, dass sie von innen heraus leuchtend, funkelnd, strahlend geworden sind. Wir dürfen wohl schließen, dass es davon herrührt, dass das, was solche Menschen wollen und fühlen, von dem Geist, den geistigen Fähigkeiten gestaltet ist. Das sind die Fähigkeiten, die sich dem Geistesauge enthüllen, wenn es seine Umgebung beobachtet. In ihm ist zu sehen, was vergänglich ist und was bleibend ist.

[ 11 ] These are the causal bodies of the great leaders and guides of humanity. And whoever then looks into the imaginative body of ordinary people will still find forms there, but will find that they have become luminous, sparkling, and radiant from within. We may well conclude that this stems from the fact that what such people will and feel is shaped by the spirit and spiritual faculties. These are the faculties that reveal themselves to the spiritual eye when it observes its surroundings. In it, one can see what is transitory and what is enduring.

[ 12 ] Alle Körper, die ich genannt habe, namentlich der flutend in rötlichen Nuancen erscheinende Astralkörper, gehen im Kamaloka und im Devachan völlig verloren. In den unteren Partien des Devachan und des Astrallandes lösen sich die feineren Partien auf. Der Mensch verliert, was er an niederen sinnlichen Werten enthält. Der Astralleib kann sich vollständig auflösen im Kamaloka und geht nur mit dem Ursachenträger, dem Geistleib nach dem Devachan.

[ 12 ] All the bodies I have mentioned—namely, the astral body, which appears to shimmer with reddish hues—are completely lost in Kamaloka and Devachan. In the lower regions of Devachan and the astral realm, the finer parts dissolve. The human being loses whatever lower, sensual qualities he possesses. The astral body can dissolve completely in Kamaloka and follows only the causal body, the spirit body, into Devachan.

[ 13 ] In der vierten Region vom Kamaloka wird das vollständig aufgesaugt von der Materie, was wir menschliche Selbstsucht, menschlichen Egoismus nennen. Was sich noch kettet an die Welt, das geht in der vierten Region verloren. Der Mensch empfindet die Wertlosigkeit der niederen Selbstsucht und fängt an zu begreifen, dass er seine Schwingen ausspannen muss, dass er das, was nicht ihn angeht, zu begreifen hat. Und kommt er dann im Geisteslande an, so sind seine Empfindungen, seine Gefühle und Vorstellungen, die man mit dem Worte Selbstsucht zusammenfassen kann, gewichen. Er ist auf der Stufe angelangt, wo er erfahren kann, das «Das bist du!» und das «Ich bin Brahma». Er kann die niederen Geistkörper der Auflösung übergeben und sein Selbst hinübernehmen in die höheren Gebiete des Geisteslandes, wo es sich vollständig entfalten kann. Hier erscheint dem Menschen alles in seiner wahren Gestalt. Hier erscheint er selbst als das, was er ist, als das, was sich verkörpert.

[ 13 ] In the fourth region of Kamaloka, what we call human selfishness and human egotism is completely absorbed by matter. Whatever still binds one to the world is lost in the fourth region. The person senses the worthlessness of base self-interest and begins to realize that he must spread his wings, that he must come to understand what does not concern him. And when he then arrives in the realm of the spirit, his sensations, feelings, and ideas—which can be summed up by the word “self-interest”—have vanished. He has reached the stage where he can experience the “That is you!” and the “I am Brahman.” He can surrender the lower spiritual bodies to dissolution and carry his Self over into the higher realms of the spiritual realm, where it can unfold completely. Here, everything appears to the individual in its true form. Here, he himself appears as what he is, as that which is embodied.

[ 14 ] Da erscheint dieses bläuliche Oval als eigentlicher Körper des Menschen, und innerhalb des bläulichen Ovals erstrahlt dasjenige, was wir die eigentliche Wesenheit des Menschen nennen müssen. Diesen Leib kann ein Mensch jetzt noch nicht haben. Er ist aus den drei feinsten Stoffen des Geisteslandes gewebt, und die zeigen sich in ihrer rein bläulichen Färbung. Ich betone ausdrücklich, dass diese rein bläuliche Färbung nur dann beobachtet werden kann, wenn man ganz absieht von dem, was der Mensch sonst noch hat, und nur das Geistige betrachtet. So erscheint er nur in seinem bläulichen Oval, durchzogen von seiner Wesenheit.

[ 14 ] There, this bluish oval appears as the actual body of the human being, and within the bluish oval shines that which we must call the actual essence of the human being. A human being cannot yet possess this body. It is woven from the three finest substances of the spiritual realm, and these manifest themselves in their pure bluish hue. I expressly emphasize that this purely bluish hue can only be observed if one completely disregards everything else a human being possesses and considers only the spiritual aspect. Thus, the human being appears only in this bluish oval, permeated by his or her essence.

[ 15 ] Das ist dasjenige, was die platonische Philosophie den sogenannten Lichtmenschen, den funkelnden, den glänzenden genannt hat. Das ist dasselbe, was der Initiierte Paulus den sogenannten geistlichen Leib genannt hat. Nichts anderes bedeutet das als das, was wir hier in den höchsten Regionen des Devachan finden. Dieser feine blaue Leib ist aus den feinsten Stoffen des Geisteslandes, des Devachan gewoben. Das, was darin strahlt, funkelt, das stammt aus keiner der Welten, die wir bisher angeführt haben. Was da in diesem Leib funkelt, das stammt aus noch höheren Welten.

[ 15 ] This is what Platonic philosophy has called the so-called “being of light,” the sparkling, the radiant one. This is the same thing that the initiate Paul called the so-called “spiritual body.” This means nothing other than what we find here in the highest regions of Devachan. This ethereal blue body is woven from the finest substances of the spiritual realm, Devachan. That which radiates and sparkles within it does not originate from any of the worlds we have mentioned so far. What sparkles within this body comes from even higher worlds.

[ 16 ] Nehmen Sie die irdische Welt, die astrale Welt und die Geisteswelt, das Devachan, so haben Sie die drei Welten, innerhalb welcher der Mensch seine Inkarnationen innerhalb der Welt vollzieht. Er kehrt immer wieder zurück, um dort neue Fähigkeiten auszubilden, die er dann in der irdischen Welt anwendet. Das sind die drei Welten, von denen Paulus spricht: Geisteswelt, Seelenwelt und Körperwelt. Aus diesen drei ist alles in den physischen Leib gewoben. Wenn wir in die physische Welt kommen, dann breiten wir die physische Hülle um uns. Wir nehmen Stoffe aus der physischen Materie, aus der physischen Welt. Wir leben in irgendeiner Welt mit denjenigen Stoffen, die dieser Welt entnommen sind, sodass, wenn wir aus dem Geisteslande heruntersteigen, wir zuerst unser eigentliches Selbst umgeben mit dem Körper, der aus den unteren Partien des Geisteslandes gewoben wird; der steigt dann herunter in die astrale Welt und bildet da den Astralkörper. Dieser zieht endlich die physische Stofflichkeit an, und dann wird der Mensch neuerdings verkörpert.

[ 16 ] Consider the earthly world, the astral world, and the spiritual world—the Devachan—and you have the three worlds within which human beings undergo their incarnations. They return again and again to develop new abilities there, which they then apply in the earthly world. These are the three worlds of which Paul speaks: the spiritual world, the world of the soul, and the world of the body. Everything in the physical body is woven from these three. When we enter the physical world, we wrap the physical shell around ourselves. We take substances from physical matter, from the physical world. We live in a particular world with the substances drawn from that world, so that when we descend from the spiritual realm, we first surround our true self with the body woven from the lower regions of the spiritual realm; this body then descends into the astral world and forms the astral body there. This astral body finally attracts physical matter, and then the human being becomes incarnated once again.

[ 17 ] Was sich aber innerhalb des eigentlich blauen Geistleibes ausdehnt, innerhalb dieses funkelnden Gebildes, das ist nicht aus diesen drei Welten. Das eigentliche Selbst stammt nicht aus diesen drei Welten. Das, was als blaues Oval herumgelagert ist, das ist das oberste, das feinste, was nur aus dem Geisteslande genommen ist. Aber dasjenige, was sich verkörpert, das Selbst, das stammt aus noch höheren Gebieten. Das stammt aus der eigentlichen göttlichen Heimat des Menschen, aus den Regionen, welche der Theosoph die Budhi-Region und die Nirwana-Region nennt. Aus diesen zwei Regionen stammt der Mensch.

[ 17 ] But what expands within the truly blue spiritual body—within this sparkling form—does not originate from these three worlds. The true Self does not originate from these three worlds. That which is arranged in a blue oval is the highest, the finest, taken solely from the realm of the spirit. But that which incarnates—the Self—originates from even higher realms. It originates from humanity’s true divine homeland, from the regions that theosophists call the Budhi region and the Nirvana region. Humanity originates from these two regions.

[ 18 ] In diesem Geistkörper ruht die Wesenheit des Menschen, welche vorhanden war, bevor der Mensch angefangen hat, sich zu inkarnieren, und welche wieder in anderen Welten vorhanden sein wird, wenn der Mensch aufhören wird, sich zu inkarnieren. Dies ist die eigentliche, ewige, himmlische, göttliche Wesenheit des Menschen. Es ist dasjenige, was Giordano Bruno die ewige Monade genannt hat, die ewig durch alle Verkörperungen hindurchgeht, das himmlische Selbst des Menschen. Dieses nimmt nun in der angedeuteten Weise teil an dem, was sich allmählich herausbildet. Zunächst strahlt es in wunderschöner goldgelber Farbe, dann dehnt es sich immer mehr und mehr aus, und in den äußersten Partien nimmt es eine violettrötliche Farbe an, je nach den verschiedenen Charaktereigenschaften, die der Mensch sich angeeignet hat, denn alles das übt seine Wirkungen auf das Selbst aus. Bei einem Menschen, der in seinen bisherigen Inkarnationen die Eigenschaften des Stolzes oder des Ehrgeizes ausgebildet hat, sehen wir, wie dieser goldig strahlende Teil des Menschen eine orange-rötliche Färbung annimmt. Das zeigt die Wirkung, die der Stolz auf das Selbst ausgeübt hat. Und in anderer Weise zeigen andere Eigenschaften die Einflüsse, die Ausgleich erhalten müssen. Das ist es, was aus noch höheren Welten sich heruntergesenkt hat, um sich in unserer irdischen Welt zu inkarnieren. Das ist es, was aus Budhi und Nirwana stammt; das ist es, was wir bezeichnen als Atma-Budhi, das was zusammengesetzt ist aus der höchsten Essenz, die hervorgeht aus der göttlichen Wesenheit selbst.

[ 18 ] Within this spiritual body rests the essence of the human being—which existed before the human being began to incarnate, and which will exist again in other worlds when the human being ceases to incarnate. This is the true, eternal, heavenly, divine essence of the human being. It is what Giordano Bruno called the eternal monad, which passes eternally through all incarnations—the human being’s celestial self. This self now participates, in the manner described, in what is gradually taking shape. At first it radiates in a beautiful golden-yellow color; then it expands more and more, and in its outermost regions it takes on a violet-reddish color, depending on the various character traits that the human being has acquired, for all of this exerts its effects on the Self. In a person who has developed the qualities of pride or ambition in previous incarnations, we see how this golden, radiant part of the human being takes on an orange-reddish hue. This shows the effect that pride has had on the Self. And in other ways, other qualities reveal the influences that must be balanced. This is what has descended from even higher worlds to incarnate in our earthly world. This is what originates from Budhi and Nirvana; this is what we refer to as Atma-Budhi, that which is composed of the highest essence emanating from the divine Being itself.

[ 19 ] Ich habe das letzte Mal davon gesprochen, dass der Mensch allmählich, wenn er durch viele Inkarnationen hindurchgeht, in die drei höheren Regionen des Geisteslandes aufsteigt, das heißt, jeder Mensch wird eine mehr oder weniger lange Zeit zwischen zwei Inkarnationen in der ersten höheren Region zu verweilen haben. Selbst der unentwickelte Wilde erlebt ein Aufblitzen seines Selbstes in der Geistesregion, und immer länger wird der Aufenthalt in dieser Region. Und wenn die Eigenschaften des Mitleids, die höheren geistigen Eigenschaften ausgebildet sind, dann steigt er zwischen zwei Verkörperungen zur zweiten Region empor. Und wenn er dann wiederkommt auf unsere Erde, ist er das geworden, was wir einen Sendboten nennen. Dann ist er ein solcher geworden, welcher über die Absichten der Welt sprechen kann, dann ist er ein solcher, der teilgenommen hat zwischen zwei Inkarnationen an der Enthüllung der Lebensimpulse, dann weiß er, warum sich das Tier, die Pflanze, der Mensch entwickeln. Dann weiß er über die Erde zu sprechen, woraus sie entstanden ist und was mit ihr in der Zukunft geschehen wird, dann weiß er aus Erfahrung darüber zu sprechen, was die theosophische Weisheit uns enthüllt. Wenn er dann dazu gekommen ist, ein sogenannter Eingeweihter zu werden - das heißt in der Verkörperung -, dann kennt er aus eigener Erfahrung die Gattung des höheren Lebens und ist imstande, das Gute zu erkennen. Dann steigt er in der nächsten Verkörperung in die höchste Region des Geisteslandes auf, wo jene verkehren, denen die Ursachen der Weltgeschehnisse offen vor Augen liegen — auch wenn sie in der irdischen Welt verkörpert sind.

[ 19 ] Last time I spoke about how, as a person passes through many incarnations, he gradually ascends into the three higher regions of the spiritual realm; that is to say, every person will have to spend a period of time—longer or shorter—in the first higher region between two incarnations. Even the undeveloped savage experiences a flash of his true self in the spiritual realm, and his stay in this realm grows longer and longer. And when the qualities of compassion—the higher spiritual qualities—are developed, he ascends to the second region between two incarnations. And when he then returns to our Earth, he has become what we call a messenger. Then he has become one who can speak of the world’s purposes; then he is one who, between two incarnations, has participated in the unveiling of the life impulses; then he knows why the animal, the plant, and the human being evolve. Then he knows how to speak about the Earth—where it came from and what will happen to it in the future—and he knows from experience how to speak about what theosophical wisdom reveals to us. When he has then come to become a so-called initiate—that is, during his incarnation—he knows from his own experience the nature of higher life and is able to recognize the good. Then, in his next incarnation, he ascends to the highest region of the spiritual realm, where those dwell for whom the causes of world events lie clearly before their eyes—even while they are incarnated in the earthly world.

[ 20 ] Und dann ist die Region erreicht, in welche hineinleuchtet das Gebilde der höheren Welten, der Budhi-Welt und der Nirwana-Welt. Wie Budhi in unsere Geisteswelt hineinleuchtet, so leuchtet da hinein das höchste der Dinge, es leuchten hinein die Keime der MenschenSelbste. Diese Keime sind da und treten ein in die dritte Welt, um sich zu umhüllen mit dem Stoff der dritten Region. Sie werden fragen, wenn ein Seher jetzt in die dritte Region des Geisteslandes kommt, kann er dann auch noch Menschen sehen im Keimzustande? Ja, das kann er, denn in dieser Region hat längst das aufgehört, was in der Urzeit ist. Da liegt der Zustand offen, wie wenn er jetzt geschehen würde, der Zustand, in welchem gegenwärtig die menschlichen Seelen angefangen haben, ihre Entwicklung zu vollbringen.

[ 20 ] And then one reaches the region into which shines the structure of the higher worlds, the world of Budhi and the world of Nirvana. Just as Budhi shines into our spiritual world, so too does the highest of all things shine into it—the seeds of human Selves shine into it. These seeds are there and enter the third world to envelop themselves in the substance of the third region. You may ask: when a seer now enters the third region of the spiritual realm, can he still see human beings in their embryonic state? Yes, he can, for in this region what belongs to primeval times has long since ceased. There, the state lies open, as if it were happening now—the state in which human souls have currently begun to accomplish their development.

[ 21 ] Da ist dasjenige mit dem Menschen eingetreten, was Jakob Böhme ausgesprochen hat, indem er sagte: Wenn jemand zu mir sagte: «Bist du denn dabei gewesen, als das wurde, was du uns vom Anfange des irdischen Daseins erzählt hast», dann könnte ich sagen: ‹Jawohl, ich bin dabei gewesen.› Denn in ihm war längst der Sinn geöffnet, dass er sagen konnte, dass er im Anfang dabei gewesen war, dass er wirklich teilgenommen hat an der Entstehung der Welt.

[ 21 ] What Jakob Böhme described has come to pass with humankind, when he said: If someone were to say to me: ‘Were you there when what you have told us about the beginning of earthly existence came to be?’ then I could say: ‘Yes, I was there.’ For his mind had long since been opened to the point where he could say that he had been there in the beginning, that he had truly participated in the creation of the world.

[ 22 ] Was ich jetzt erzählt habe, zeigt Ihnen, dass wir es zu tun haben mit drei Welten: mit der Geistwelt, der astralen Welt und der irdischen oder physischen Welt. Das zeigt aber auch, dass es noch höhere Welten gibt, die die eigentliche Heimat des menschlichen Selbstes sind. Diese drei Welten sind selbst wiederum geschaffen, geformt, sie sind selbst wieder hervorgegangen aus einer geistigen Wesenheit. Die Sinnenwelt hat einen anderen Ursprung im Geist, und die astrale Welt um uns hat ihren Ursprung im Geiste. Aber wir können, wenn wir uns mehr und mehr entwickeln nach dem Geistigen hin, die Ursachen der Dinge erforschen. Wir können erforschen, was als Geist dem Astralen zugrunde liegt, und wir können in der höchsten Region des Devachan beobachten. Aber solange nicht hereinscheint, was im Budhi leuchtet, solange können wir über eines nicht sprechen, das zu demjenigen gehört, was wir die tiefsten Wahrheiten des Weltendaseins nennen. Wir können nicht sprechen, und wir haben keine Macht dazu, solange wir in diesen drei Welten verweilen, über die Ursache des Bösen, über die Ursache des Unvollkommenen zu sprechen. Innerhalb dieser Welt haben wir neben dem Guten das Böse, neben dem Vollkommenen das Unvollkommene. Es gehört zu dieser Welt. Es ist begründet in dieser Welt, dass das Böse dem Guten und das Unvollkommene dem Vollkommenen beigegeben ist. Die Beantwortung dieser Frage erfordert, dass man den Sinn des Daseins erkennt. Es gibt einen Sinn des Daseins, des Lebens und des ganzen Werdens. Den kann man nicht erkennen, wenn man bloß innerhalb der drei Welten bleibt. Und es ist die Frage: Warum ist innerhalb der drei Welten das Gute dem Bösen und das Vollkommene dem Unvollkommenen beigemischt?

[ 22 ] What I have just described shows you that we are dealing with three worlds: the spiritual world, the astral world, and the earthly or physical world. But it also shows that there are even higher worlds, which are the true home of the human self. These three worlds, in turn, have themselves been created and formed; they, too, have emerged from a spiritual being. The sensory world has a different origin in the Spirit, and the astral world around us has its origin in the Spirit. But as we develop more and more toward the spiritual, we can explore the causes of things. We can investigate what, as spirit, underlies the astral world, and we can observe the highest region of Devachan. But as long as what shines in the buddhi does not shine upon us, we cannot speak of that which belongs to what we call the deepest truths of world existence. We cannot speak—and we have no power to do so—as long as we dwell in these three worlds, to speak of the cause of evil or the cause of imperfection. Within this world, we have evil alongside the good, and imperfection alongside the perfect. It belongs to this world. It is rooted in this world that evil is joined to the good and imperfection to the perfect. Answering this question requires recognizing the meaning of existence. There is a meaning to existence, to life, and to the entire process of becoming. One cannot recognize this if one remains merely within the three worlds. And the question is: Why, within the three worlds, is the good mixed with the evil, and the perfect with the imperfect?

[ 23 ] Von Nirwana und Budhi aus sind diese drei Welten geschaffen, und wenn wir da hinausblicken können, in Nirwana und Budhi, dann schen wir, wie das Böse gleichsam im Ratschluss der göttlichen Weltordnung liegt, aus dem Guten hervorsprießt. Zuletzt löst sich alles Böse in das Gute auf. Das Gute ist nach den Aussprüchen aller großen Geister der eigentliche Ursprung der Welt. In dem Guten urständet die Welt. Aber wie sie das tut, das können wir in den drei Welten nicht erkennen. Wenn wir über unseren Drei-Welten-Kreis hinausschauen — das habe ich in den ersten Stunden entwickelt -, wird uns an der Grenze dieser drei Welten, gleichsam von Budhi herein irgendeine geheimnisvolle Schrift wahrnehmbar. Es erscheint die Akasha-Schrift. Diese ist es, die uns auch von der äußeren Welt, die nicht unsern drei Welten angehört, mitgeteilt wird. Diese enthält das Schicksal jedes einzelnen Menschen und der ganzen Menschheit. In dieser Schrift sind aufgezeichnet die Taten der Menschen, und es sind aufgezeichnet die Dinge, die der Mensch selbst durch sein Leben in das Schuldbuch eingetragen hat. Warum der Mensch schuldig werden kann in der Aufeinanderfolge der Inkarnationen, das wird erst kund beim Anblick dessen, was aus den anderen Sphären hereinglänzt, wenn gelesen werden kann, was in dem Akasha-Stoff aufgezeichnet ist. In dem steht aufgeschrieben das Gesetz vom Karma.

[ 23 ] These three worlds were created from Nirvana and Budhi, and if we can look out into Nirvana and Budhi, we see how evil, as it were, lies within the design of the divine world order and springs forth from the good. Ultimately, all evil dissolves into the good. According to the teachings of all the great sages, the good is the true origin of the world. The world has its origin in the good. But how it does so, we cannot perceive within the three worlds. When we look beyond our circle of the three worlds—as I explained in the first few sessions—a mysterious script becomes perceptible to us at the boundary of these three worlds, as it were, emanating from Budhi. The Akashic Records appear. It is these that are also communicated to us from the outer world, which does not belong to our three worlds. They contain the destiny of every single human being and of all humanity. In these records are inscribed the deeds of human beings, and inscribed are the things that human beings themselves have entered into the book of guilt through their own lives. Why a person can become guilty in the succession of incarnations becomes clear only when one beholds what shines in from the other spheres, when one can read what is recorded in the Akashic substance. In it is written the law of karma.

[ 24 ] Dieses Gesetz kann vollständig nur verstanden werden, wenn man weiß, wie alles Böse und Unvollkommene sich in das Gute auflöst, wie selbst das Böse nur beiträgt zur Erhöhung des Guten. Wenn im Menschen aufleuchtet das höchste Selbst, dann enthüllt sich das große Gesetz der Weltgerechtigkeit, dann enthüllt sich ihm der Sinn des Daseins, der Sinn der Welt. Die Welt hat ihren Sinn von außerhalb der drei Welten, und der Mensch ergründet diesen Sinn der Welt, wenn er über die drei Welten des Devachan hinauskommt. Es erfordert Bescheidenheit. Wenn der Mensch seine innerste Natur gefunden, wenn er in sich den lebendigen Geist, der aus den anderen Welten stammt, gefunden hat, wenn der glänzende Funke in ihm aufgeleuchtet ist, dann enthüllt sich ihm auch, woher der glänzende Funke stammt und damit auch der Grund seines Daseins. Dann fließt Budhi zusammen mit dem, was über ihm liegt, mit dem, was der Sinn der Körperwelt ist. Dann fängt der Mensch zu wissen an, was zu den höchsten Geheimnissen des Daseins gehört, warum der Mensch in diesem oder jenem Körper inkarniert wird.

[ 24 ] This law can be fully understood only when one knows how all that is evil and imperfect dissolves into the good, how even evil itself contributes only to the exaltation of the good. When the highest Self shines forth within a person, then the great law of cosmic justice is revealed, and the meaning of existence—the meaning of the world—is revealed to him. The world derives its meaning from beyond the three worlds, and a person fathoms this meaning of the world when he transcends the three worlds of Devachan. This requires humility. When a person has found his innermost nature, when he has found within himself the living spirit that originates from the other worlds, when the radiant spark has shone forth within him, then the origin of that radiant spark—and with it the reason for his existence—is also revealed to him. Then Budhi merges with that which lies above it, with that which is the meaning of the physical world. Then a person begins to know what belongs to the highest mysteries of existence—why a person is incarnated in this or that body.

[ 25 ] Wir können mit dem höheren Schauen leicht einsehen, warum der Mensch einen Geistkörper um sich herum bildet, warum er einen Astralkörper um sich legt. Aber nun beginnt das Geheimnis der irdischen Menschwerdung, warum der Mensch in dieser Familie, in diesem Lande, in diesem Volk geboren ist, warum er da hineingeboren ist. Wir kennen ganz bestimmte Menschenkeime. Es beginnt dasjenige, was von Wesenheiten höchster Ordnung geleitet wird, von Wesenheiten, deren Wesenheit ganz in Budhi und Nirwana ruht, von den Wesenheiten, welche wir die Lipika nennen, welche das physische Dasein der Welt regieren, welche das Selbst bestimmen, in dieser oder jener Familie geboren zu werden. Das ist etwas, was mit dem tiefsten Sinn des Daseins zusammenhängt. Erst wenn der Mensch sich bis zur Ergründung dieses Sinnes erhoben hat, dann verschwinden auch jene Schuppen, die ihm verhüllen die Beantwortung der Frage: «Wie kommt es, dass der Mensch in diesem Körper geboren und durch diesen oder jenen Körper dieses oder jenes Leiden, diese oder jene Unvollkommenheit an sich trägt?»

[ 25 ] Through higher insight, we can easily understand why a human being forms a spirit body around himself, why he envelops himself in an astral body. But now begins the mystery of earthly incarnation: why a human being is born into this family, in this country, among this people—why he is born there. We are familiar with very specific human seeds. Here begins that which is guided by beings of the highest order—beings whose very essence rests entirely in Budhi and Nirvana, the beings we call the Lipikas, who govern the physical existence of the world and who determine the Self’s birth into this or that family. This is something connected to the deepest meaning of existence. Only when a person has elevated themselves to the point of fathoming this meaning do the veils that obscure the answer to the question disappear: “How is it that a person is born into this body and, through this or that body, bears this or that suffering, this or that imperfection?”

[ 26 ] Der Mensch ist durch sein physisches Dasein für ein bestimmtes Fatum, ein bestimmtes Schicksal ausgestattet. Das ist eine der großen Fragen des Daseins, die zusammenhängt mit dem ganzen Sinn des Daseins, der sich dann enthüllt, wenn er die Ratschlüsse der Lipika, der Herren des Schicksals kennt. Die christliche Esoterik hat in einer sehr schönen Weise das auszudrücken verstanden. Sie können dieses Geheimnis übrigens in jeder Religion finden. Man muss sie nur zu lesen verstehen. Auch die christliche Religion hat das Verhülltsein dieses Geheimnisses ausgesprochen. Sie kennen die Wesen, welche im Geisteslande leben: Engel oder Boten. Sie haben ihre Aufgabe innerhalb des Devachan, innerhalb ihres Geisteslandes. Dadurch, dass sie hier ihre Aufgabe haben, nicht jenseits von Budhi oder Nirwana, dadurch sind sie mit ihren Anschauungen gebunden an das, was innerhalb des eigentlichen Geisteslandes vor sich geht. Aber innerhalb des Geisteslandes enthüllt sich nicht das Geheimnis, warum dieses Selbst in diesem, jenes in jenem physischen Körper wohnt. Deshalb drückt das die christliche Religion aus mit den Worten: Die Engel verhüllen ihr Angesicht vor dem Geheimnis der Menschwerdung und sprechen nur: «Heilig, heilig, heilig.»

[ 26 ] Through his physical existence, man is endowed with a specific fate, a specific destiny. This is one of the great questions of existence, one that is connected to the very meaning of existence, which is revealed when one knows the decrees of the Lipika, the Lords of Destiny. Christian esotericism has expressed this in a very beautiful way. Incidentally, you can find this mystery in every religion; one simply has to know how to read between the lines. The Christian religion, too, has spoken of the veiled nature of this mystery. You are familiar with the beings who dwell in the spiritual realm: angels or messengers. They have their task within the Devachan, within their spiritual realm. Because they have their task here—not beyond Budhi or Nirvana—their perceptions are bound to what takes place within the spiritual realm itself. But within the spiritual realm, the mystery of why this Self dwells in this physical body and that Self in that physical body is not revealed. That is why the Christian religion expresses this with the words: The angels veil their faces before the mystery of the Incarnation and say only, “Holy, holy, holy.”

[ 27 ] Das nur als Beispiel, wie man in der Esoterik der großen Religionsbekenntnisse manches findet, wenn man sie nur zu lesen versteht. So haben wir den Menschen verfolgt durch die drei Welten hindurch und sind an jene Grenze gelangt, wo mit monumentaler Schrift gleichsam das Schicksal dieser drei Welten geschrieben steht: das ist die Akasha-Chronik. Was von dieser Akasha-Chronik gleichsam von außen in diese drei Welten hineinleuchtet, das erscheint uns, wenn wir innerhalb dieser drei Welten sind, ungefähr so, wie wenn wir hinausschauen in den Sternenraum, gleichsam eine Himmelsschrift in den Sternbildern sehen, so erscheint uns als Firmament der drei Welten die Akasha-Chronik. Die Entzifferung dieser Schrift ist es, wozu der Mensch kommt, wenn er sich bis in die höchsten Regionen vom Devachan durchzuarbeiten vermag.

[ 27 ] This is just one example of how one can find many things in the esoteric teachings of the major religious traditions, if only one knows how to read them. Thus, we have traced humanity’s path through the three worlds and have reached that boundary where, as it were, the destiny of these three worlds is inscribed in monumental script: this is the Akashic Records. What shines from this Akashic Record, as it were, from outside into these three worlds—when we are within these three worlds—appears to us much as when we look out into the starry expanse and see, as it were, a celestial script in the constellations; so, too, the Akashic Record appears to us as the firmament of the three worlds. It is the deciphering of this script that a human being comes to achieve when he is able to work his way up to the highest regions of Devachan.

[ 28 ] Die Eingeweihten sind imstande, diese Akasha-Schrift zu lesen und dann, wenn der Mensch mehr oder weniger von dieser AkashaSchrift zu lesen vermag, dann wird er ein Teilnehmer an den Geschicken der Menschheit, dann wird er einer der geistigen Führer der Menschheit, welcher auf Jahrhunderte hinaus die Kräfte lenkt, die geistigen Ströme sendet, die nicht aus den drei Welten stammen, sondern aus noch höheren Welten in diese drei Welten hineingesandt werden.

[ 28 ] The initiates are able to read these Akashic Records, and when a person is able to read them to a greater or lesser extent, he becomes a participant in the destiny of humanity, then he becomes one of humanity’s spiritual leaders, who for centuries to come directs the forces and sends the spiritual currents that do not originate from the three worlds, but are sent into these three worlds from even higher realms.

[ 29 ] Das, was der Mensch erlebt in der dritten Geistwelt, was man die sogenannten «Wonnen des Devachan> nennt, das, was in uns lebt und aufblitzt, wenn wir im Devachan die Zwischenzeit zwischen zwei Verkörperungen verbringen, das genau zu schildern, lassen Sie die Aufgabe der nächsten Stunden sein. Ich möchte darstellen, warum das Devachan das «Land der Wonnen» genannt wird, warum man es die Himmelsregion nennt. Das soll der Kern unserer nächsten Betrachtung sein.

[ 29 ] What a person experiences in the third spiritual world—what is called the so-called “delights of Devachan”—that which lives within us and flashes up when we spend the interim period between two incarnations in Devachan—let the task of the next few hours be to describe this precisely. I would like to explain why Devachan is called the “land of bliss,” why it is referred to as the heavenly region. This will be the focus of our next discussion.

[ 30 ] Das möchte ich noch sagen, dass von der Grenze dieses höchsten Gebietes des Devachan erhabene Meister aus Budhi und Nirwana die großen Impulse für die Menschheit senden, senden dasjenige, was Wirkung auf Jahrhunderte hat und wodurch diese innerhalb der Menschen-Geschichte die größten Führer sind. Sie geben die Impulse, sie schaffen aus dem Geheimnisvollen heraus oder nach christlicher Esoterik aus dem heraus, vor dem die Engel ihr Angesicht verhüllen. Sie sind die Messiasse, die größten der Führer der Menschheit. Sie werden nach diesem Reiche genannt, aus dem sie stammen, aus Budhi Buddha; Christus genannt werden daher diejenigen, welche lehren können, was von Budhi aus einfließt. Buddha, Christus, sie sind es, die die Wahrheiten aus den höheren Regionen in unsere drei Welten hereinsenden. Ein solcher kennt die Welt. Er weiß, was über die drei Welten hinaus liegt. Dort liegt das, was wir das Geheimnis des Bösen nennen. Das enthüllt sich an der Grenze vom Devachan. Da lernt man den Sinn der Welt kennen, was ich das «Worv genannt habe. Das ist dasjenige, was das Geheimnis tönend gibt. Deshalb heißt Christus: das inkarnierte Wort. Deshalb heißt es: Alle Dinge sind durch das Wort gemacht. Deshalb heißt es im Evangelium: Alles ist durch das Wort gemacht.

[ 30 ] I would like to add that from the borders of this highest realm of Devachan, exalted Masters from Budhi and Nirvana send forth the great impulses for humanity—impulses that have an impact spanning centuries and through which they are the greatest guides in human history. They provide the impulses; they create from the mysterious realm—or, according to Christian esotericism, from that which before which the angels veil their faces. They are the Messiahs, the greatest of humanity’s guides. They are named after this realm from which they originate—from Budhi, they are called Buddhas; those who can teach what flows in from Budhi are therefore called Christs. Buddha, Christ—they are the ones who send the truths from the higher regions into our three worlds. Such a one knows the world. He knows what lies beyond the three worlds. There lies what we call the mystery of evil. This reveals itself at the boundary of Devachan. There one comes to know the meaning of the world—what I have called the “Word.” This is that which resounds with the mystery. That is why Christ is called the incarnate Word. That is why it is said: “All things were made through the Word.” That is why it is written in the Gospel: “All things were made through the Word.”

[ 31 ] Das ist die sechste Stufe, wo die Absichten, die Tendenzen der Menschheit bestimmt werden. Deshalb, weil derjenige, welcher aus diesem Gebiete heraus in die Menschen-Geschichte die großen und hohen Impulse sendet, weil er das Geheimnis kennt und kennen muss, das Geheimnis, das über dem Geheimnis von Gut und Böse liegt, deshalb kann man sagen, dass er mehr weiß als die Engel. Das drückt auch die christliche Esoterik dadurch aus: «Christus macht die Engel zu seinen Boten.» Wer die christliche Religion in den Tiefen versteht, wird Theosoph, und wer wahrer Theosoph ist, wird zu nichts anderem beitragen wollen als zur Vertiefung des WahrheitsKernes der großen Religionen der Menschheit.

[ 31 ] This is the sixth stage, where humanity’s intentions and tendencies are determined. Therefore, because the one who sends the great and lofty impulses from this realm into human history—because he knows and must know the mystery that lies beyond the mystery of good and evil—it can be said that he knows more than the angels. Christian esotericism also expresses this by saying: “Christ makes the angels his messengers.” Whoever understands the Christian religion in its depths becomes a theosophist, and whoever is a true theosophist will desire to contribute to nothing other than the deepening of the core of truth in the great religions of humanity.