Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a

16 August 1904, Berlin

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Self-Knowledge and God-Knowledge I, tr. SOL
  1. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.

54. Von der Aufgabe und der Heimat des Menschen

54. On the Purpose and Home of Man

[ 1 ] Erst durch Pasteur ist die Wissenschaft in der Lage zu beweisen, dass Lebendiges niemals aus Leblosem entstehen kann: Die Luft allein ist voll von Lebenskeimen; wenn man sie durch Glut gehen lässt, entsteht kein Leben mehr. «Jedes Leben entsteht aus dem Lebendigen», sagt die moderne Wissenschaft. Sie glaubt aber noch, dass Geistiges aus Körperlichem entstehen könne. Durch die Theosophie wissen wir, dass im Lebendigen nie Seelisches entsteht, ohne dass der Seelenkeim hinzukomme.

[ 1 ] It was only through Pasteur that science was able to prove that life can never arise from non-living matter: The air alone is full of germs of life; if one passes it through embers, no life remains. “All life arises from the living,” says modern science. However, it still believes that the spiritual can arise from the physical. Through Theosophy, we know that the soul never arises in living beings without the addition of the soul seed.

[ 2 ] Im Strome der Entwicklung bringt Lebloses Lebloses hervor; soll Lebendiges entstehen, muss ein neuer Strom entstehen mit Lebenskeimen. Soll aber Seelisches entstehen, muss ein neuer Strom mit Seelenkeim entstehen. Das Leblose ist also der Boden und der Schauplatz, innerhalb dessen sich das Lebendige verwirklicht; niemals dessen Ursache. Das Lebendige ist immer nur der Schauplatz, innerhalb dessen sich das Seelische verwirklicht, niemals dessen Ursache. Das ist es, was uns führt zu dem großen Gesetz der Reinkarnation; wir müssen für alles, was wir in der Seele finden, die Ursachen in dem seelischen Selbst suchen.

[ 2 ] In the flow of evolution, the inanimate gives rise to the inanimate; for the living to come into being, a new flow must arise containing the seeds of life. But for the soul to come into being, a new flow containing the seed of the soul must arise. The inanimate is thus the ground and the setting within which the living comes into being; it is never its cause. The living is always merely the setting within which the spiritual comes to fruition; it is never its cause. This is what leads us to the great law of reincarnation; we must seek the causes of everything we find in the soul within the spiritual self.

[ 3 ] Die Art wird dort geboren, wo die äußeren Verhältnisse der Art entsprechen. Wenn sie es nicht tun, geht das einzelne Wesen zugrunde; die Art erhält sich. So geht es mit der Seele, die ihrer ganzen Vergangenheit nach sich in rohem Lebenswandel bewegt hat, sogleich in einem guten Gedeihen. Die Seele hängt gefühlsmäßig mit ihrer Umgebung zusammen; unter denen, die gleich sind, behält die Seele die Neigung, in ihre früheren Gewohnheiten zurückzukehren.

[ 3 ] A species is born where external conditions are suited to it. If they are not, the individual perishes; the species survives. So it is with the soul, which, having lived a crude life throughout its entire past, immediately begins to flourish. The soul is emotionally connected to its surroundings; among those who are alike, the soul retains a tendency to return to its former habits.

[ 4 ] Physischer, kamischer und mentaler Körper setzen sich zusammen aus Stoff von entsprechender Gesetzmäßigkeit. Dieselbe Gesetzmäßigkeit kehrt zurück, nachdem die Stoffe abgefallen sind und sie sich devachanisch entfaltet hat; zieht aber zu sich eine verwandte Gesetzmäßigkeit in ihrer neuen Stoffansammlung. Das ist das Gesetz. des Karma: Jedes frühere Leben bleibt als Ursache für die folgenden Leben erhalten, und zwar werden sich die mentalen Eigenschaften der folgenden Leben nach den mentalen der früheren, die kamischen nach den kamischen der früheren und die physischen nach den physischen Eigenschaften der früheren richten.

[ 4 ] The physical, kamic, and mental bodies are composed of matter governed by corresponding laws. The same law returns after the matter has been shed and the body has unfolded in Devachan; however, it attracts a related law in its new accumulation of matter. This is the law of karma: Every past life remains as a cause for subsequent lives, and the mental characteristics of subsequent lives will be determined by those of past lives, the kamic characteristics by those of past lives, and the physical characteristics by those of past lives.

[ 5 ] Die größte Schwierigkeit beginnt bei der Inkarnation im physischen Körper. Nur im Leben kann eine Wechselwirkung der drei Körper bestehen; die Physis muss zum Instrument werden. Wir wissen, dass die Tugenden, die hinauf- und hinabstreben in des Menschen Leben, in Wechselwirkung treten. Der «Kampf ums Dasein» führt in die unterste Stufe von Kamaloka. «Genuss-Suchv, «Richtungslosigkeib und «Täuschung bringen den Menschen in die zweite, dritte und vierte Abteilung von Kamaloka.

[ 5 ] The greatest difficulty begins with incarnation into the physical body. Only in life can there be an interaction among the three bodies; the physical body must become an instrument. We know that the virtues that strive upward and downward in human life interact with one another. The “struggle for existence” leads to the lowest level of Kamaloka. “Pleasure-seeking,” “aimlessness,” and “delusion” bring people into the second, third, and fourth divisions of Kamaloka.

[ 6 ] Die Läuterung in den drei oberen Stufen besteht in denjenigen, die die Verneinung der drei höheren Eigenschaften bilden: Verwechslung des Symbols mit der Sache; Lesen des B [unleserlich] Worts in der Bibel statt des Geistes; Buchstabenglaube und Symbolverehrung finden ihre Läuterung in der fünften Region des Kamaloka.

[ 6 ] Purification in the three upper levels consists of those elements that constitute the negation of the three higher qualities: confusing the symbol with the thing itself; reading the [illegible] word in the Bible instead of the Spirit; literalism and the worship of symbols find their purification in the fifth region of Kamaloka.

[ 7 ] Echte Frömmigkeit ist Hingabe an das Geistige. Es kann sich auf das Zeitliche oder das Ewige im Geiste richten. Schwelger im Reiche des Geistes, die die Schöngeistigkeit als Genuss treiben, läutern sich in der sechsten Abteilung. In der siebten Abteilung finden sich die Idealisten, die Gott in der Natur suchen, die theoretischen Materialisten. Die Untugenden sind nichts anderes, als die Schattenbilder der Kama-Welt in unserer physischen Welt.

[ 7 ] True piety is devotion to the spiritual. It can be directed toward the temporal or the eternal in the spirit. Those who revel in the realm of the spirit and pursue the fine arts as a pleasure are purified in the sixth division. In the seventh division are the idealists who seek God in nature, the theoretical materialists. Vices are nothing more than the shadows of the Kama world in our physical world.

[ 8 ] Die Gerechtigkeit, die Kama-Manas zu Manas hinzieht, muss noch geläutert werden, aber im Devachan, da sie zur Einheit führt. Der Sinn, die Gerechtigkeit auszudehnen über die Grenzen der nächsten Umgebung, wird in der ersten Region des Devachan erweckt. Die Tugend der Enthaltsamkeit dem Weltlichen gegenüber, die Hingabe an den Geist bilden sich auf der zweiten Stufe des Devachan aus. Die im gewöhnlichen Sinne frommen Leute. - Die werktätige Anteilnahme am Leben, der äußere Ausdruck der Standhaftigkeit, wird geläutert im dritten Reich des Devachan. Leute, die Initiative haben, nicht sich gehen lassen.

[ 8 ] The sense of justice that draws Kama-Manas toward Manas must still be purified, but in Devachan, since it leads to unity. The desire to extend this sense of justice beyond the boundaries of one’s immediate surroundings is awakened in the first region of Devachan. The virtue of detachment from worldly matters and devotion to the Spirit develop on the second level of Devachan. People who are pious in the ordinary sense. — Active participation in life and the outward expression of steadfastness are purified in the third realm of Devachan. People who take the initiative and do not let themselves go.

[ 9 ] Klugheit - jeder, der von innen heraus die physische Welt beherrschen kann - führt zur vierten Stufe. Führer und Leiter der Menschheit in der äußeren Kultur - Musiker, Pädagogen.

[ 9 ] Wisdom—anyone who can master the physical world from within—leads to the fourth stage. Leaders and guides of humanity in external culture—musicians, educators.

[ 10 ] [Wer zum] Ewigen neigt, [dem] wird es zum Symbol. Steigerung der Enthaltsamkeit: wahre Schönheit. - Wenn der Mensch sich durch das Ewige bestimmen lässt statt durch das Vergängliche, haben wir die Frömmigkeit, das Leben in geistiger Standhaftigkeit. Klugheit hinaufgesteigert ist Weisheit. Siebte Tugend des Manas ist [Lücke in der Mitschrift].

[ 10 ] [For those who] are drawn to the Eternal, [it] becomes a symbol. The height of self-restraint: true beauty. - When a person allows themselves to be guided by the Eternal rather than by the transitory, we have piety, a life of spiritual steadfastness. Prudence elevated is wisdom. The seventh virtue of Manas is [gap in the transcript].

[ 11 ] Wie die Waagschale des Manas ausschlagen kann, so [kann es auch] die des Verlangens und härtere Untugenden erzeugen. In Kama ist alles verwandt; wer darin verstrickt ist, hat keinen Kampf mehr zu führen; die Wesenheiten, die es wollen, kommen an ihn heran. — Genuss-Sucht gesteigert, dann lebt der Mensch nicht in sich, sondern im Äußeren: Hingabe an den Genuss - fünfte Untugend. Epidemien - Wollust ... Wenn der Mensch vollständig von außen bestimmt ist, absolut die Richtung verliert, aufgeht in Begierde, dann bekommen wir die sechste Untugend, die ihn fast bis zur Vernichtung des eigenen Wesens heranbringt: die Haltlosigkeit. Wenn er sich jeder beliebigen Täuschung hingibt, nichts durch Klugheit durchschaut, wenn sich Täuschung zur Dumpfheit verliert, so haben wir die letzte Untugend.

[ 11 ] Just as the scales of Manas can tip, so [can they] give rise to desire and more serious vices. In Kama, everything is interconnected; whoever is entangled in it has no further struggle to wage; the entities that desire it come to him. — When the addiction to pleasure intensifies, then the person no longer lives within himself but in the external world: devotion to pleasure—the fifth vice. Epidemics—lust... When a person is completely determined by external forces, loses all sense of direction, and is consumed by desire, we encounter the sixth vice, which brings them almost to the point of destroying their own being: instability. When they surrender to any and all delusions, fail to see through anything with wisdom, and when delusion dissolves into dullness, we have the final vice.

[ 12 ] Die Persönlichkeit hält also alles zusammen, sie ist zwischen Leben und Tod. Wenn sie abfällt, bleiben die zwei Seiten, die hinauf und hinunter drängen. Zum Kamaloka führt ihn das Maß der Untugenden - die andern zum Devachan. Solange die Persönlichkeit zusammenhält den Kampf ums Dasein und die Gerechtigkeit, pendelt der Mensch - wenn er auseinanderfällt, wird er nach beiden Richtungen hingezogen. In der Persönlichkeit war der Ausgleich. Ohne Persönlichkeit verfallen die Tugenden oder Untugenden ihren eigenen Reichen, eigenen Gesetzen. Pflanze - Salze - Same.

[ 12 ] The personality, then, holds everything together; it stands between life and death. When it falls away, the two sides—one pushing upward and the other downward—remain. The extent of one’s vices leads one to Kamaloka—the others to Devachan. As long as the personality holds together the struggle for existence and justice, the human being oscillates—when it falls apart, he is drawn in both directions. The balance lay in the personality. Without the personality, virtues or vices revert to their own realms, their own laws. Plant—salts—seed.

[ 13 ] Nun müssen wir bedenken, dass alle Tugenden beim Menschen sich innerhalb des V.o. des Verlangens entwickelt haben. Solange ein Wesen im Unteren lebt, haftet es am Unteren; es kann nicht im Höheren leben. Alles, was von Kama am Menschen haftet, muss [er ans] Kamaloka übergeben; erst dann kann er ins Devachan hinauf. Solange etwas Physisches an der Pflanze haftet, muss sie im Physischen leben. - Kamaloka ist der Ort, wo dem, was am Menschen Verlangen war, genügt werden muss; der Mensch muss seine Tugenden dort ausleben, während im sinnlichen Leben die physische Hülle sie zusammenhalten konnte. - Thanatos, Sisyphos.

[ 13 ] Now we must bear in mind that all human virtues have developed within the realm of desire. As long as a being lives in the lower realm, it remains attached to the lower realm; it cannot live in the higher realm. Everything in a human being that is attached to Kama must be surrendered to Kamaloka; only then can he ascend to Devachan. As long as something physical clings to the plant, it must live in the physical realm. — Kamaloka is the place where what was desire in man must be satisfied; man must live out his virtues there, whereas in sensual life the physical shell was able to hold them together. — Thanatos, Sisyphus.

[ 14 ] Sieben Abteilungen sind in beiden Reichen, weil für je eine Untugend od. J. die entsprechende Tilgung vorhanden sein muss; es sind die Gesetze zur Abstreifung der sieben disharmonischen Eigenschaften, und die sieben Abteilungen des Devachans sind da zum Entfalten der sieben harmonischen Eigenschaften. Die drei unteren zur Abstreifung der groben unteren, die drei höheren zur Reinigung des Kampfes ums Dasein -, die höchste zur Abstreifung der Täuschung.

[ 14 ] There are seven divisions in both realms, because for each vice or J. there must be a corresponding means of purification; these are the laws for the shedding of the seven disharmonious qualities, and the seven divisions of Devachan exist for the unfolding of the seven harmonious qualities. The three lower divisions are for the shedding of the coarse, lower qualities; the three higher divisions are for the purification of the struggle for existence; and the highest division is for the shedding of delusion.

[ 15 ] Alles, was als Tugend im Leben erworben ist, findet seine Ausbildung im Devachan, die Fracht wird hinaufgenommen ins Devachan. Alles, was im sinnlichen Leben auftritt, ist das Phänomenale, die Erscheinung; es weist uns hin auf das Noumenale, was hinter den Dingen steckt. Wir müssen die Persönlichkeit in diesem zweifachen Aspekte sehen. Hier liegt auch, was wir freien Willen nennen, was uns verliehen ist, um diesen Kampf zu führen. Untugend durch Freiheit reinigen lassen - Schule der Inkarnation. Immer neue Wechselwirkungen.

[ 15 ] Everything acquired as a virtue in life finds its development in Devachan; the burden is carried up into Devachan. Everything that occurs in sensory life is the phenomenal, the appearance; it points us toward the noumenal, which lies behind things. We must view the personality in these two aspects. Herein also lies what we call free will, which is granted to us to wage this struggle. Let vice be purified through freedom—the school of incarnation. Ever-renewing interactions.

[ 16 ] Des Menschen eigentliche Heimat ist Arupa des Devachan. Er steigt hinab in Rupa und füllt sich mit dem Gedanken-Körper. In der Arupa-Region sieht er, was sein eigenes Selbst ist, er genießt das unmittelbare Anschauen des Ewigen. Nun soll er die Schule des Daseins durchmachen. In Arupa würde er nie mit der Welt der Sonderung in Berührung kommen. Er muss nun das Schauen des Ewigen [verwandeln] in das Denken über das Gesonderte.

[ 16 ] Man’s true home is the Arupa region of Devachan. He descends into Rupa and becomes filled with the thought-body. In the Arupa region, he sees what his own Self is; he enjoys the direct contemplation of the Eternal. Now he must go through the school of existence. In Arupa, he would never come into contact with the world of separation. He must now [transform] the beholding of the Eternal into thinking about the separate.

[ 17 ] Erstens: Das menschliche Wesen umgibt sich mit Gedankenstoff, damit es das Ewige im Zeitlichen denken kann. Das bringt ihn in die Welt des Sonderseins nach Rupa.

[ 17 ] First: Human beings surround themselves with the substance of thought so that they may contemplate the eternal within the temporal. This brings them into the world of distinct existence according to Rupa.

[ 18 ] Zweitens: Das menschliche Wesen umgibt sich mit Astralstoff, damit es das Ewige im Zeitlichen fühlen kann. - Kama oder Astralwelt.

[ 18 ] Second: The human being surrounds itself with astral substance so that it can sense the eternal within the temporal. — Kama, or the astral world.

[ 19 ] Drittens: Das menschliche Wesen umgibt sich mit physischem Stoff, damit es das Ewige im Zeitlichen wollen kann. Jetzt ist es wieder inkarniert und unterliegt nun den Gesetzen der physischen Welt, bis es wieder den Weg hinauf nimmt.

[ 19 ] Third: The human being surrounds itself with physical matter so that it may will the eternal within the temporal. Now it has incarnated once more and is subject to the laws of the physical world until it takes the path upward again.

[ 20 ] Das ist, was wir die Pilgerschaft der Seele nennen, die durch die drei Welten führt. Dann kommt erst die höhere Welt, welche die eigentliche Heimat der Seele ist, die formlose Welt.

[ 20 ] This is what we call the soul’s pilgrimage through the three worlds. Only then does the higher world come—the formless world, which is the soul’s true home.

[ 21 ] Alle Gedanken, die wir aus den Dingen herausschälen, müssen in den Dingen liegen. Ihren bestimmten charakteristischen Inhalt nennen wir Form; nichts kann aber geformt sein, ohne eine dünne Materie zu haben. Als Wesenheit ist also das vorhanden, was wir uns in Gedankenmaterie vergegenwärtigen.

[ 21 ] All the ideas we extract from things must lie within those things. We call their specific, characteristic content “form”; but nothing can have form without having some kind of subtle matter. Thus, what exists as an entity is what we conceptualize as “thought-matter.”

[ 22 ] Die drei oberen Prinzipien ruhen im Innern, während die drei unteren die äußere Hülle bilden. Sie sind objektiv und subjektiv vorhanden. Die drei ersten nur subjektiv. Wir können sie nicht beobachten. Im 4 Prana-Kama-Manas werden die Gedanken; sie erscheinen als Schatten. Würde Manas, die Seele, die Gedanken hegen, würden diese Gedanken so Kama-Manas gegenüberstehen, dass sie ihre Wirklichkeiten wären. Je nach der Stufe des Bewusstseins, auf der ein Wesen steht, nennt er etwas ein Wirkliches. Wenn der Mensch seine Physis verliert, verliert er das physische Prinzip. Verdunkelt sich aber ein Prinzip, tritt ein Neues ein.

[ 22 ] The three upper principles reside within, while the three lower ones form the outer shell. They exist both objectively and subjectively. The first three exist only subjectively. We cannot observe them. In the 4 Prana-Kama-Manas, thoughts arise; they appear as shadows. If Manas, the soul, were to harbor these thoughts, they would stand in such a relationship to Kama-Manas that they would constitute its realities. Depending on the level of consciousness at which a being stands, it designates something as real. When a person loses his physical body, he loses the physical principle. But when one principle is obscured, a new one emerges.

[ 23 ] Es leuchtet im Innern der Seele 8 auf. Verliert er Prana und Kamaloka, tritt 9 ein; [verliert er] Kama-Manas, dann tritt 10 ein. Was ist es, das da tätig wird?

[ 23 ] It shines within the soul 8. If he loses Prana and Kamaloka, 9 occurs; [if he loses] Kama-Manas, then 10 occurs. What is it that becomes active there?

[ 24 ] Wenn er Kama-Rupa verliert, tritt in den Tiefen seiner Seele ein neues Wesen ein; das ist verwandt mit Kama-Rupa, hat aber ein anderes Gesetz. Das zieht ihn in die Welt des Geistes hinein. Man nennt es das geistige Feuer im Okkultismus. «Es wird einer kommen, der euch mit Feuer tauft.» Was für die Physis eintritt, ist das, was alles enthält, was das Physische beherrscht, mit vollkommener Weisheit. Wir nennen es «Mahat» oder die «kosmische Weisheit». Sie glänzt auf, indem wir die Physis abstreifen.

[ 24 ] When he loses Kama-Rupa, a new being enters the depths of his soul; this being is related to Kama-Rupa but is governed by a different law. This draws him into the world of the spirit. In occultism, it is called the spiritual fire. “There will come one who will baptize you with fire.” What enters the physical body is that which encompasses everything, which governs the physical realm with perfect wisdom. We call it “Mahat” or “cosmic wisdom.” It shines forth as we shed the physical body.

[ 25 ] Die Stoffe gehen ab, die Gesetze werden zum höheren Prinzip. Was Tendenz und Kraft wird, leuchtet als höheres Prinzip wieder auf. Gibt er Kama-Manas ab, das, was eigentlich unser Selbst in dieser Welt ist, tritt unser wahrstes Ich auf - dadurch, dass wir dieses Wesen sind, unser Selbstbewusstsein. Nun sprechen wir Manas als unsern Körper an, das kosmische Gedankenfeuer, das wir tragen. Wir sprechen Manas als unser Objektives an, wie früher unsern physischen Körper. Erwacht unser Selbstbewusstsein, fühlen wir uns als einheitliches Wesen, zum Ganzen gehörig. Augustinus: Wir Menschen sehen die Dinge, weil sie sind; die Dinge sind, weil Gott sie sieht.

[ 25 ] The elements fade away; the laws become a higher principle. What becomes tendency and power shines forth again as a higher principle. When we let go of Kama-Manas—that which is actually our self in this world—our truest self emerges—through the fact that we are this being, our self-awareness. Now we address Manas as our body, the cosmic fire of thought that we carry within us. We address Manas as our objective self, just as we once addressed our physical body. When our self-awareness awakens, we feel ourselves to be a unified being, belonging to the whole. Augustine: We humans see things because they are; things are because God sees them.

[ 26 ] Wir sind, von einem höheren Plane gesehen, Gedanken des Weltengeistes, die in eine Form gegossen sind. Im Seelenleben des Weltengeistes, da sind alle Dinge wirklich vorhanden. Wenn wir die Verkörperung abstreifen, bleiben wir erhalten im Seelenleben. Das, was wir im gewöhnlichen Sinne Wirklichkeit nennen, entsteht nur dadurch, dass sich die höheren Prinzipien verdunkeln und in der Welt der Sonderheit auftauchen.

[ 26 ] Viewed from a higher plane, we are thoughts of the World Spirit cast into form. In the soul life of the World Spirit, all things truly exist. When we shed our physical form, we are preserved in the soul life. What we call reality in the ordinary sense arises only because the higher principles become obscured and emerge in the world of particularity.

[ 27 ] Der Mensch unterliegt als Individualität den Gesetzen, die in den sechs höheren Reichen herrschen - als Persönlichkeit denjenigen, die in den vier unteren herrschen. Deshalb müssen die unteren immer wieder erneuert werden. Der Mensch muss sterben und wiederverkörpert werden, weil er in einer Welt lebt, die den Gesetzen von Geburt und Tod unterworfen ist. Nicht der Mensch steht unter dem Gesetze von Geburt und Tod, sondern die unteren Welten, in denen der Mensch sich von Zeit zu Zeit verkörpert.

[ 27 ] As an individual, human beings are subject to the laws that govern the six higher realms—as personalities, they are subject to those that govern the four lower realms. That is why the lower realms must be renewed again and again. Human beings must die and be reincarnated because they live in a world subject to the laws of birth and death. It is not human beings who are subject to the laws of birth and death, but the lower worlds in which human beings incarnate from time to time.

[ 28 ] Tag und Nacht wechseln, aber das Gesetz ist ewig. Das Gesetz tragen wir hinauf, es erglänzt in seiner Schönheit, wenn wir das Physische abgestreift haben. Der Mensch trägt das Geeinte, das Ewige fortwährend hinauf in das höhere Reich. Herauszuholen aus der untern Welt, so viel von der höheren Welt, als in ihr verborgen ist, ist des Menschen Aufgabe. Deswegen wird er esoterisch mit einer Biene verglichen. Das Zeitliche muss er heraufheben, um es mit dem Ewigen zu vereinigen. Weil er es nicht auf einmal tun kann, macht er es in aufeinanderfolgenden Verkörperungen. Da die Welt sich nicht auf einmal verkörpert, sondern nacheinander in Epochen, muss auch der Mensch dasselbe tun. Der Grund der Wiederverkörperung liegt in der Weltentwicklung. Wir erlösen also nicht nur uns, sondern auch die Welt, indem wir uns entwickeln, und versäumen unsere Aufgabe gegenüber dem Ewigen, wenn wir unsere Entwicklung nicht befördern.

[ 28 ] Day and night come and go, but the Law is eternal. We carry the Law upward; it shines in all its beauty once we have shed the physical. Humanity continually carries that which is united and eternal upward into the higher realm. It is humanity’s task to draw out from the lower world as much of the higher world as is hidden within it. That is why, in esoteric terms, humanity is compared to a bee. Humanity must lift up the temporal in order to unite it with the eternal. Because it cannot do this all at once, it does so through successive incarnations. Since the world does not incarnate all at once, but rather successively in epochs, humanity must do the same. The reason for reincarnation lies in the evolution of the world. Thus, by evolving, we redeem not only ourselves but also the world, and we fail in our duty toward the Eternal if we do not advance our own evolution.