Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a
10 October 1904, Berlin
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Self-Knowledge and God-Knowledge I, tr. SOL
60. Apokalypse II
60. Apocalypse II
[ 1 ] Ich habe das letzte Mal von der Entwicklungsstufe des Menschen gesprochen, auf der er fähig wird, von einer Apokalypse zu sprechen. Ich habe gezeigt, dass er die Welt so betrachten soll, dass sein Blick hinübergeht über so große Zeiträume, dass von ihm die Zeit, bevor der Mensch angefangen hat, seine individuellen Inkarnationen durchzumachen, überschaut wird, überschaut wird auch diejenige Zeit, die nach diesen Wanderungen durch Geburt und Tod liegt. Ich habe ferner gesagt, dass dazu notwendig ist, dass der sogenannte Chela den dritten Grad der Chelaschaft errungen hat.
[ 1 ] Last time, I spoke about the stage of human development at which a person becomes capable of speaking of an apocalypse. I showed that one must view the world in such a way that one’s gaze extends over such vast periods of time that it encompasses the time before humanity began undergoing its individual incarnations, as well as the time that lies beyond these cycles of birth and death. I further stated that, for this, it is necessary for the so-called chela to have attained the third degree of chelaship.
[ 2 ] Auch die Apokalypse des Johannes ist aus einer solchen Schule hervorgegangen. Derjenige, der so die Welt überblickt, der sieht sie nicht etwa anders, als andere Eingeweihte sie sehen. Das ist etwas, womit Sie sich vor allen Dingen bekannt machen müssen, dass die ‹Gesichte›, die «höheren Erfahrungen» oder wie Sie es sonst nennen mögen, nicht von einander verschieden sind, dass - so merkwürdig es auch dem Uneingeweihten erscheinen muss —, wenn zum Beispiel von den vier Tieren erzählt wird, es aus dem Munde des einen nie anders klingen wird als aus dem Munde des anderen. Zwei Eingeweihte werden über dieselbe Sache nicht in verschiedener Art berichten.
[ 2 ] The Book of Revelation also emerged from such a school. Those who view the world in this way do not see it any differently than other initiates do. This is something you must familiarize yourselves with above all else: that the “visions,” the “higher experiences,” or whatever else you may call them, are not different from one another; that—as strange as it may seem to the uninitiated—when, for example, the four living creatures are described, it will never sound any different from one initiate’s account than from another’s. Two initiates will not give differing accounts of the same thing.
[ 3 ] Um Ihnen ein Bild zu geben, möchte ich von dem sprechen, was jeder so geartete Eingeweihte über den Entwicklungsgang der Menschheit erfährt. Derjenige also, der die Mitteilungen gemacht hat, die in der Apokalypse enthalten sind, der überblickte jenen Zeitraum, der vor unserer gegenwärtigen Wurzelrasse liegt, er überblickte die unserer Rasse vorangehenden beiden Rassen, er überblickte die Zeit, in der der Mensch seine gegenwärtige Gestalt erst angenommen hat in der Mitte der lemurischen Zeit, und er überblickte das Leben über Geburt und Tod hinaus. Nun liegt vor dem Zeitpunkt, was wir den Zeitpunkt der Menschwerdung in der Mitte der lemurischen Zeit nennen, eine ganz bestimmte Ausgestaltung der Menschheit, die sich anders ausnimmt als das, was wir jetzt Mensch nennen. Ich will von einem ganz bestimmten Punkte ausgehen.
[ 3 ] To give you an idea, I would like to speak about what every initiate of this kind learns regarding the course of human development. The one who conveyed the messages contained in the Book of Revelation surveyed the period preceding our present root race; he surveyed the two races that preceded our own; he surveyed the time when human beings first assumed their present form in the middle of the Lemurian epoch; and he surveyed life beyond birth and death. Now, prior to what we call the moment of human incarnation in the middle of the Lemurian epoch, there existed a very specific form of humanity that differed from what we now call a human being. I would like to begin with a very specific point.
[ 4 ] Der gegenwärtige Mensch besteht, wie Sie wissen, aus sieben Körpern. Wir haben da zunächst den physischen Körper, dann den Ätherdoppelkörper, drittens den Astralkörper und weitere vier. Zunächst interessieren uns nur die drei unteren Körper: Der physische Körper, der mit den gewöhnlichen Sinnen wahrzunehmen ist, dann der sogenannte Ätherdoppelkörper, der nicht mit gewöhnlichen Sinnen wahrgenommen werden kann. Dieser Ätherdoppelkörper kann von denjenigen, die sich die Fähigkeit dazu erworben haben, gesehen werden, wenn sie sich den physischen Körper absuggerieren. Sie sehen dann im Raume einen Doppelgänger des Menschen, der ungefähr die Farbe hat, wie sie die Pfirsichblüte besitzt. In diesen ist gleichsam eingebettet der Astralkörper, ein leuchtendes Oval. Wenn der Mensch stirbt, so bedeutet das Ereignis des Todes zunächst, dass sich die ganze Summe der höheren Körper, der Ätherkörper mit den höheren Körpern heraushebt aus dem physischen Körper. In der ersten Zeit nach dem Tode ist der Astralkörper mit dem Ätherdoppelkörper vereinigt. Später, in wenigen Tagen, verlässt der Astralkörper den Ätherdoppelkörper. Der Astralkörper geht dann die Wege, die er durchzumachen hat zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Heute hat der Ätherdoppelkörper nur eine vermittelnde Stellung. Er vermittelt die Tätigkeit des Astralkörpers mit dem physischen Körper. Während der Mensch heute auf der Erde wandelt, hat der physische Körper für ihn die größte Bedeutung. Das physische Gehirn ist das Instrument der höchsten geistigen Tätigkeit des Menschen. Der Ätherdoppelkörper vermittelt als ein Bindeglied die Tätigkeit des physischen Körpers mit den höheren Körpern. Die Auflösung [des Ätherkörpers] fand noch nicht statt in der Zeit der ersten Rassen und auch noch nicht in der ersten Zeit der dritten Rasse. Dies war noch nicht der Fall in der ersten Zeit der dritten Wurzelrasse. Bei der sogenannten polarischen Rasse war der Ätherkörper das Bedeutsamste. Eine feine dünne Äthermaterie war der ganze Körper. Erst später verdichtete sich der Ätherkörper dadurch, dass er sich durchtränkte mit physischer Materie. Am Ende der ersten Wurzelrasse war der Mensch auf unserer Erde noch nicht in jener Weise an den Boden gefesselt wie heute; er durchschwebte die ätherhafte Erde, und auch seine Organe waren ätherisch. Der Mensch war ein Ätherwesen. Allmählich verdichtete er sich, bis er in der Mitte der lemurischen Zeit so weit war, dass er in physische Körperlichkeit überging. Aber auch in der Mitte der lemurischen Zeit war der Mensch noch nicht in der Dichtigkeit vorhanden wie heute. Die Materie am Anfang unserer dritten Wurzelrasse war etwas dichter als die Materie, die Sie heute in den Nebelwolken, welche über die Berge hinziehen, verfolgen können. Wie feurige Wolken würden uns heute diese Menschen erscheinen. Daher nennt man auch diejenigen, die dazumal als die höchsten Intelligenzen von anderen Regionen auf die Erde kamen, um die Menschen zu unterrichten, die «Söhne des Feuernebels.
[ 4 ] As you know, the modern human being consists of seven bodies. First, there is the physical body; second, the etheric double; third, the astral body; and four more. For now, we are interested only in the three lower bodies: the physical body, which can be perceived with the ordinary senses; then the so-called etheric double, which cannot be perceived with the ordinary senses. This etheric double can be seen by those who have acquired the ability to do so when they visualize the physical body disappearing. They then see in the room a double of the person, which is roughly the color of a peach blossom. Embedded within it, as it were, is the astral body, a luminous oval. When a person dies, the event of death initially means that the entire sum of the higher bodies—the etheric body together with the higher bodies—separates from the physical body. In the initial period after death, the astral body is united with the etheric double. Later, within a few days, the astral body leaves the etheric double. The astral body then follows the path it must traverse between death and a new birth. Today, the etheric double plays only a mediating role. It mediates the activity of the astral body with that of the physical body. While the human being walks the earth today, the physical body is of the greatest importance to him. The physical brain is the instrument of the human being’s highest mental activity. The etheric double acts as a link, mediating the activity of the physical body with that of the higher bodies. The dissolution [of the etheric body] had not yet taken place during the time of the first races, nor even in the early period of the third race. This was not yet the case in the early period of the third root race. In the so-called Polar race, the etheric body was the most significant. The entire body consisted of a fine, thin etheric substance. Only later did the etheric body become denser as it became imbued with physical matter. At the end of the first root race, human beings on our Earth were not yet bound to the ground in the same way as they are today; they floated through the etheric Earth, and their organs, too, were etheric. Human beings were etheric beings. Gradually they became denser, until, in the middle of the Lemurian epoch, they had reached the point where they transitioned into physical form. But even in the middle of the Lemurian epoch, human beings were not yet as dense as they are today. The matter at the beginning of our third root race was somewhat denser than the matter you can observe today in the misty clouds drifting over the mountains. These human beings would appear to us today like fiery clouds. That is why those who came to Earth from other regions at that time as the highest intelligences to instruct humanity are also called the “Sons of the Fire Mist.”
[ 5 ] Wenn der Geologe uns zurückführt bis zu dem bestimmten Punkt der Erde, wo zuerst die physischen Überreste der Menschen aufhören, so verliert sich die physische Spur. Der Mensch war eben in einer gewissen Zeit von so feiner Materie, dass sich von ihr keine physischen Abdrücke in den frühen Erdschichten finden. Jenen Übergang von der feineren Materie zu der physischen Materie, jene Wesen, welche sich heraufentwickelt haben bis zur physischen Dichtigkeit, die bezeichnet der Esoteriker - um ein Wort dafür zu haben in unserer Sprache - als das «Adler»-Stadium des Menschen. Er bezeichnete den physischen Menschen von damals als den Adler. Der Adler ist in der esoterischen Sprache der Mensch der lemurischen Rasse, der Mensch, der sich heraufarbeitet aus der ätherischen Materie in die dichte Materie.
[ 5 ] When the geologist takes us back to that specific point on Earth where the physical remains of humans first cease to be found, the physical trail is lost. At a certain point in time, human beings were composed of such fine matter that no physical traces of them can be found in the early layers of the Earth. That transition from finer matter to physical matter—those beings who evolved up to physical density—is what the esotericist refers to—to use a term in our language—as the “Eagle” stage of humanity. He referred to the physical human being of that time as the eagle. In esoteric terminology, the eagle is the human being of the Lemurian race—the human being who works his way up from ethereal matter into dense matter.
[ 6 ] Dann folgt die atlantische Rasse. Sie war zunächst nur mit einem dichteren Ätherkörper versehen. Der Mensch bemeisterte damals noch die Samenlebenskräfte in den Pflanzen. Mit dem Prana der Pflanzen heizte er die Schiffe, wie Sie in dem Buch «Atlantis» von Scott-Elliot geschildert sind. Das zeigt uns, dass damals der Mensch eine größere Herrschaft über seinen Ätherdoppelkörper hatte als der heutige Mensch. Später wird der Mensch die Herrschaft über die höherstehenden Körper erringen. Diesen Vorgang, der ein wirklicher, realer Vorgang ist, schildert der Apokalyptiker in seinen Einzelheiten.
[ 6 ] Next comes the Atlantean race. At first, it was endowed only with a denser etheric body. At that time, human beings were still able to master the life forces of the seeds within plants. They used the prana of the plants to power their ships, as described in Scott-Elliot’s book Atlantis. This shows us that humans at that time had greater mastery over their etheric double than humans do today. Later, humans will gain mastery over the higher bodies. The Apocalyptic writer describes this process—which is a genuine, real process—in detail.
[ 7 ] Das zweite Stadium, in welchem der Mensch noch Herrschaft hat über den Ätherkörper, bezeichnet man mit dem esoterischen Kunstausdruck als das Stadium des «Löwenmenschen. Dies ist ein technischer Ausdruck für den Atlantier.
[ 7 ] The second stage, in which the human being still has dominion over the etheric body, is referred to in esoteric terminology as the stage of the “Lion-Man.” This is a technical term for the Atlantean.
[ 8 ] Dann kommt der Mensch der fünften, der arischen Rasse, der mit dem Worte «Stier bezeichnet wird, weil da die physische Kraft vorzugsweise zum Ausdruck kommt.
[ 8 ] Next comes the human being of the fifth, the Aryan race, who is referred to by the word “Bull,” because that is where physical strength is most prominently expressed.
[ 9 ] Wenn Sie diese drei Bezeichnungen nehmen, so haben Sie damit drei ganz bestimmte aufeinanderfolgende Stadien der Menschheitsentwicklung bezeichnet. Derjenige, der in gewissen Mysterienschulen eingeweiht wird, lernt eine ganz bestimmte Sprache und Schrift, in welcher sich diejenigen, die die umfassenden Wahrheiten kennenlernen, auszudrücken verstehen, in denen sie ihre Erfahrungen kennenlernen. Es ist eine Sprache, die alle Eingeweihten auf dem Erdenrund schreiben und sprechen. Es ist eine symbolische Sprache. Jeder, der sie gelernt hat, versteht sie und weiß, wenn er ein bestimmtes Zeichen in alten Urkunden findet, dass damit etwas ganz Bestimmtes gemeint ist.
[ 9 ] If you take these three terms, you have thereby designated three very specific, successive stages in human development. Those who are initiated into certain mystery schools learn a very specific language and script, through which those who come to know the comprehensive truths are able to express themselves and gain insight into their experiences. It is a language that all initiates throughout the world write and speak. It is a symbolic language. Anyone who has learned it understands it and knows, when they find a certain symbol in ancient documents, that it signifies something very specific.
[ 10 ] Einzelne dieser Schriftzeichen, die elementarsten, werde ich im Laufe dieser Vorträge anführen. Ein häufig gebrauchtes Schriftzeichen, das diese Stufe der Menschheit kennzeichnen soll, sind zwei ineinander gehende Dreiecke, die zusammen eine sechseckige Figur bilden. Diese zwei Dreiecke haben immer noch etwas anderes in sich, wenn sie in okkulten Werken auftreten. [Hier - siehe Zeichnung - in den mit A, L und St ausgefüllten Winkeln befinden sich die Bilder von Adler, Löwe und Stier.] Und hier unten liegt ein Dreieck, das die vorhergehenden Zustände symbolisiert. Die drei Winkel bleiben unausgefüllt. Sie bedeuten die ursprünglichen drei Zustände der Menschheit. In der Mitte ist immer der eigentliche Mensch. Dieses Bleibende, das sich durch alle Inkarnationen hindurchzieht, bleibt durch alle Stadien hindurch. Das bezeichnet man als Mensch.
[ 10 ] I will mention some of these symbols—the most basic ones—in the course of these lectures. A commonly used symbol said to characterize this stage of humanity consists of two interlocking triangles that together form a hexagonal figure. These two triangles still contain something else when they appear in occult works. [Here—see the drawing—in the angles marked A, L, and St are the images of an eagle, a lion, and a bull.] And at the bottom is a triangle that symbolizes the preceding states. The three angles remain unfilled. They represent the original three states of humanity. At the center is always the true human being. This enduring essence, which runs through all incarnations, remains throughout all stages. This is what is referred to as the human being.


[ 11 ] Sie haben hier die vier Wesensarten, durch die der Mensch Mensch geworden ist im Verlaufe seiner Entwicklung. Die haben Sie in den zwei ineinander verschlungenen Dreiecken angegeben. Wenn Sie dieses Zeichen sich betrachten, so werden Sie verstehen, warum diese Tiere überall auftreten, wo ein Apokalyptiker über diese drei Entwicklungsstadien spricht. Bei dem Propheten Hesekiel treten sie auch auf. Bei Johannes werden sie in einer ganz besonderen Weise geschildert.
[ 11 ] Here you have the four forms of being through which human beings have become human in the course of their development. You have depicted them in the two intertwined triangles. If you look at this symbol, you will understand why these animals appear wherever an apocalyptic writer speaks of these three stages of development. They also appear in the prophet Ezekiel. In John, they are described in a very special way.
[ 12 ] Die Apokalyptiker überwinden jene Hülle, die den Menschen trennt von den Gebieten, in denen er jene früheren Stadien schauen kann. Damit der Mensch wirklich durchblicken kann auf das, was sich auf der Erde vollzogen hat, dazu müssen sich ihm andere Organe entwickeln. [Diese Organe sind dem heutigen Menschen fremd.] Diejenigen Entwicklungsstadien, die die Menschheit durchgemacht hat, und die für sie unwahrnehmbar, unbewusst geworden sind, müssen wieder belebt werden. Es muss also bei dem Apokalyptiker der Ätherkörper belebt werden, er muss anfangen, wirklich sehend zu werden, Auge, ganz Auge zu werden.
[ 12 ] The apocalyptics transcend the veil that separates human beings from the realms where they can perceive those earlier stages. In order for human beings to truly gain insight into what has taken place on Earth, other faculties must develop within them. [These faculties are foreign to modern human beings.] The stages of development that humanity has gone through—and which have become imperceptible and unconscious to it—must be revived. The etheric body of the apocalyptic thinker must therefore be revitalized; he must begin to truly see, to become an eye, a complete eye.
[ 13 ] Daher muss sich der Apokalyptiker nicht nur zurückversetzen können in das Stadium des Adlers, in das Stadium des Löwen und des Stiers, sondern er muss sich auch sehend zurückversetzen können. Auf der dritten Stufe erreicht der Chela wirklich dieses Sehen.
[ 13 ] Therefore, the apocalyptic thinker must not only be able to transport himself back to the stage of the eagle, the stage of the lion, and the stage of the bull, but he must also be able to transport himself back while seeing. On the third stage, the chela truly attains this vision.
[ 14 ] Was ich hier beschrieben habe, ist das, was Sie im vierten Kapitel der Apokalypse [des Johannes] finden. Die Apokalypse schildert uns nicht nur die vergangenen Stadien der Menschheit, sondern auch die zukünftigen Stadien der Menschheitsentwicklung. Nur derjenige begreift dieses Künftige, der einen Blick hat für das Aufsteigen zum Gebrauche des Ätherkörpers und der höheren Körper, die im Laufe der Entwicklung sozusagen außer Gebrauch gekommen sind. Der Mensch der fünften Rasse kann sich nur frei bewegen, sich nur bewusst werden im physischen Körper. Nun entwickelt er sich aber so, dass er sich später wieder in den höheren Körpern bewusst werden kann.
[ 14 ] What I have described here is what you will find in the fourth chapter of the Apocalypse [of John]. The Apocalypse describes not only the past stages of humanity, but also the future stages of human development. Only those who have an eye for the ascent toward the use of the etheric body and the higher bodies—which, so to speak, have fallen into disuse in the course of evolution—can comprehend this future. The human being of the fifth race can move freely and become conscious only within the physical body. However, he is developing in such a way that he will later be able to become conscious again in the higher bodies.
[ 15 ] Eine sehr tiefe Entwicklung, die Entwicklung des rein physischen Verstandes, haben wir in der jetzigen Unterrasse der fünften Wurzelrasse gebildet, erreicht. Unsere jetzige Unterrasse wird von der sechsten und diese von der siebenten gefolgt sein. Damit ist unsere Wurzelrasse zu Ende. Dann kommt eine neue, höhere Wurzelrasse und dann noch eine weitere. Diese Entwicklung besteht also darin, dass der Mensch sich immer mehr und mehr hineinfindet in den Gebrauch seiner höheren Körper.
[ 15 ] We have achieved a very profound stage of development—the development of the purely physical intellect—in the current subrace of the fifth root race. Our current subrace will be followed by the sixth, and that by the seventh. This marks the end of our root race. Then a new, higher root race will come, and then yet another. This development thus consists in humanity becoming increasingly adept at using its higher bodies.
[ 16 ] Wir steuern einem ganz bestimmten Ziele zu, denn wir sind ja auf dem Wege von der fünften zur sechsten Rasse. Bei allem bedient sich der Mensch des physischen Verstandes, er bedient sich einer ganz bestimmten Sittenlehre und einer Religion. Das beherrscht ihn aus dem Grunde, weil der physische Verstand herrscht. Der einzelne muss im Wesentlichen sein Glück auf Kosten des anderen suchen. Der Einzelne, der nach dem Höheren strebt, strebt schon über das, was das allgemeine Leben bedingt, hinaus. In okkulten Schulen hat man drei Worte, die das neue Zeitalter, das Zeitalter einer neuen, späteren Menschheit bezeichnen. Auf dem Gebiete des gesellschaftlichen Lebens ist es die ‹Bruderliebe›, Gemeinsamkeitsliebe.
[ 16 ] We are heading toward a very specific goal, for we are, after all, on the path from the fifth to the sixth race. In all things, human beings make use of the physical mind; they make use of a very specific moral code and a religion. This governs them fundamentally because the physical mind reigns supreme. Essentially, the individual must seek his own happiness at the expense of others. The individual who strives for the higher is already striving beyond what general life dictates. In occult schools, there are three words that denote the new age, the age of a new, future humanity. In the realm of social life, it is “brotherly love,” love of community.
[ 17 ] Deshalb hat die Theosophische Gesellschaft die allgemeine Brüderlichkeit als den wichtigsten ihrer Programmpunkte aufgenommen, weil sie vorbereiten will für das Leben in der sechsten Wurzelrasse. Der Mensch wird sich da nur glücklich fühlen, wenn das Glück nicht auf Kosten der anderen erlangt wird. Das ist Sittlichkeit. Unsere Wissenschaft ist materialistisch. Diese wird anders sein in der nächsten Unterrasse. Wir streben einem anderen wissenschaftlichen Zustand zu. Das heißt: «Pneumatologie, die Lehre vom Geist und vom Geistigen wird in der neuen Rasse ausschlaggebend sein. Und vor allem auf dem Gebiete der Religion wird etwas maßgebend sein, was heute noch nicht möglich ist, weil der Verstand sich davor lagert: ‹Selbstautorität›. Der Mensch wird selbst die Kunde von dem Dasein eines göttlichen Weltengeistes vernehmen. Das ist das freie religiöse Prinzip der nächsten Rasse. Brüderlichkeit, Pneumatologie und Selbstautorität in religiösen Dingen charakterisieren die Rasse, die sich allmählich, langsam vorbereitet, und die die Zukunft bezeichnen. Eine siebente Rasse wird noch ganz andere Gestaltungen annehmen, mit denen wir uns ein anderes Mal beschäftigen werden.
[ 17 ] That is why the Theosophical Society has adopted universal brotherhood as the most important point in its program, because it seeks to prepare humanity for life in the sixth root race. People will feel happy there only if that happiness is not achieved at the expense of others. That is morality. Our science is materialistic. This will be different in the next sub-race. We are striving toward a different scientific state. This means: “Pneumatology—the study of the spirit and the spiritual—will be decisive in the new race. And especially in the realm of religion, something will become decisive that is not yet possible today because the intellect stands in the way: ‘self-authority.’” Human beings will themselves receive the news of the existence of a divine world spirit. This is the free religious principle of the next race. Brotherhood, pneumatology, and self-authority in religious matters characterize the race that is gradually, slowly preparing itself and that will shape the future. A seventh race will take on entirely different forms, which we will address at another time.
[ 18 ] Diejenige Rasse, in der sich das Christentum entwickelt hat, ist die vierte. Dieser ging die dritte Rasse voran. In gewissen Zeitläufen wird das wiederholt, was sich schon abgespielt hat. Die drei ersten Unterrassen wiederholten kurz das Adler-, Löwen- und Stierstadium. Das waren vorbereitende Rassen, während dasjenige, was die dann folgende Rasse zur Aufgabe hatte, herauskam innerhalb der vierten Unterrasse, die im Wesentlichen bezeichnet wird mit dem Menschen oder mit dem Mensch-gewordenen Gott. Das Christentum ging innerhalb der vierten Unterrasse auf. Ungefähr in der Mitte des Mittelalters wurde sie abgelöst durch die fünfte, unsere gegenwärtige Unterrasse, die wir im weitesten Sinne als die «germanische bezeichnen. Sie löste die sogenannte «lateinische Rasse ab; unter dieser verstand man alles dasjenige, was den Strom des Christentums langsam aufgenommen hat und sich auch langsam in geistiger Beziehung in Europa entwickelte. Ihr gingen vorher drei andere Rassen, die im Wesentlichen die früheren Zustände kurz wiederholten.
[ 18 ] The race in which Christianity developed is the fourth. It was preceded by the third race. In certain cycles of time, what has already taken place is repeated. The first three subraces briefly reenacted the eagle, lion, and bull stages. These were preparatory races, whereas the task assigned to the race that followed was fulfilled within the fourth subrace, which is essentially characterized by the human being or by God made man. Christianity emerged within the fourth subrace. Around the middle of the Middle Ages, it was succeeded by the fifth—our present subrace—which we refer to in the broadest sense as the “Germanic.” It succeeded the so-called “Latin race”; by this term one understood everything that had slowly absorbed the current of Christianity and had also developed slowly in spiritual terms in Europe. It was preceded by three other races, which essentially briefly repeated the earlier conditions.
[ 19 ] Innerhalb der Apokalypse kommen diese sieben Zustände als die sieben Gemeinden zum Ausdruck. Die Gemeinden sind die Repräsentanten der sieben Unterrassen. Was gesprochen wird zu der Gemeinde von Ephesus, zu der Gemeinde von Smyrna und so weiter, das sind die Worte, die gerichtet werden an die verschiedenen Unterrassen. Es leben auch heute in der Welt noch Angehörige der verschiedenen Rassen, es leben noch Mitglieder der ersten Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Das indische Volk gehört im Wesentlichen dazu. Das indische Volk hat die Denkkultur im höchsten Sinne zum Ausdruck gebracht. Die höchste Vergöttlichung des Gedankens kam im alten Indien zum Ausdruck. Dieses musste kurz wiederholen, was der lemurische Mensch entwickelt hatte. Der lemurische Mensch war Empfindungsmensch. Die Mitglieder unserer Rasse sind Denkmenschen. Das Gedächtnis entwickelte sich erst in der atlantischen Rasse. Der Lemurier hatte noch kein Gedächtnis. Der Mensch in der ersten Unterrasse dachte zwar, aber er dachte in Empfindungen, und was er dachte, das finden Sie dargestellt in der alten Veden-Kultur. Sie lesen diese Werke richtig, wenn Sie sie lesen in dem Gedanken, dass der Gedanke schwelgt in einer wunderbaren Welt der Empfindung. In den Kulturen, die mehr den Gedanken mit dem Gedächtnis dienen, in denen dann äußere Sitte die Gedächtniskultur festhält im Heroendienst, da das Gedächtnis eines großen Erfinders oder Entdeckers oder Königs in der Sittlichkeit festgelegt wird und in der die langen Kataloge angelegt werden, die dann zu dem Kalender geführt haben. Es wurde viel notiert in den ersten Rassen von den alten Indern und von den persischen Magiern. Und aus diesen Notierungen sind die ersten Anfänge des Kalenders hervorgegangen. Aus diesen ersten Unterrassen sind die heutigen Menschen hervorgegangen. Der Mensch ist zur fünften Rasse vorgerückt, weil er verstanden hat: In ihm selbst ist der Gott; weil er verstanden hat das apokalyptische Vorrücken.
[ 19 ] In the Book of Revelation, these seven states are represented by the seven churches. The churches represent the seven sub-races. What is said to the church in Ephesus, to the church in Smyrna, and so on, are words addressed to the various sub-races. Even today, members of the various races still live in the world; members of the first sub-race of the fifth root race still exist. The Indian people essentially belong to this group. The Indian people have expressed the culture of thought in the highest sense. The highest deification of thought found expression in ancient India. This culture had to briefly repeat what the Lemurian human being had developed. The Lemurian human being was a being of feeling. The members of our race are beings of thought. Memory did not develop until the Atlantean race. The Lemurian had no memory yet. Although the human being of the first subrace did think, he thought in sensations, and what he thought is depicted in the ancient Vedic culture. You read these works correctly when you read them with the understanding that thought revels in a wondrous world of sensation. In cultures that serve thought more through memory—where external customs preserve the culture of memory through the veneration of heroes, since the memory of a great inventor, discoverer, or king is enshrined in morality—and where the long catalogs were compiled that eventually led to the calendar. Much was recorded by the early races, including the ancient Indians and the Persian magi. And from these records emerged the very beginnings of the calendar. Today’s human beings have emerged from these early sub-races. Humanity has advanced to the fifth race because it has understood: God is within itself; because it has understood the apocalyptic advance.
[ 20 ] Aber die erste Rasse, die sich in den Veden ausdrückt, konnte auch am leichtesten dem Irrtum verfallen. Die Empfindung ist noch nicht stark genug, dass der Gedanke sich verinnerlichen kann. So ist es gekommen, dass die indische Kulturepoche zweierlei nebeneinander hat. Auf der einen Seite haben wir die wunderbaren hohen Vorstellungen von geistigen Gottheiten, wie wir sie in der alten Veden-Kultur finden, jene wunderbare Religion, von der sich der, welcher sie nicht kennt, keine Vorstellung machen kann von der Tiefe der Vedanta. Dieses alles ist eine rein geistige Lehre von einer Klarheit, dass in Europa gesagt wird -— was aber mehr oder weniger bloß stimmt: Jeder Tag, an dem man neu eindringt in diese wunderbaren Tiefen, ist für den, der sich schon angewöhnt hat, still und ruhig zu bleiben, doch wieder ein Quell neuer Bewunderung. Gegenüber dem, was die alte VedenKultur Indiens bietet, kann die Bewunderung, welche sich auf unser heutiges Leben bezieht, nicht nachhaltig sein. Da gibt es nichts, was sich damit vergleichen lässt, was diese uralte indische Kultur bietet. Auf der anderen Seite haben wir den wüstesten Götzendienst, in den das Volk verfallen ist. Was man gewöhnlich in Büchern über die indische Kultur findet, ist ein buntes Durcheinander von Götzenvorstellungen und religiösen Vorstellungen und gibt gar kein Bild. Der Götzendienst im Volke und die große und gewaltige Geisteswelt der Brahmanen müssen auseinandergehalten werden. Die großen Lichtseiten der Menschheit haben immer auch große Schattenseiten. Menschen, die innerhalb ihrer Nation, innerhalb ihres Stammes oftmals Mitglieder haben von höchster, spiritueller Vollendung, sind selbst oft am Alleräußerlichsten hängen geblieben. Diese Erscheinungen, die ich Ihnen geschildert habe, sucht uns die Apokalypse anschaulich zu machen in der Gemeinde von Ephesus, auf der einen Seite in denen, die sich die erste Liebe bewahrt haben, und auf der anderen Seite die Werke der ersten Liebe verlassen haben und hinuntergesunken sind. Die Nikolaiten werden angeführt, die nur im Äußerlichen sehen, was der Mensch anzustreben hat. Ein monumentales Wort soll gerichtet werden an diejenigen, welche in einer solchen Gemeinde leben.
[ 20 ] But the first race, as expressed in the Vedas, was also the most prone to error. Sensibility is not yet strong enough for thought to become internalized. Thus it came to pass that the Indian cultural epoch has two distinct aspects existing side by side. On the one hand, we have the marvelous, lofty conceptions of spiritual deities as found in the ancient Vedic culture—that wondrous religion of which those unfamiliar with it cannot even begin to imagine the depth of Vedanta. All of this constitutes a purely spiritual teaching of such clarity that in Europe it is said—though this is more or less merely true—: Every day on which one delves anew into these marvelous depths is, for those who have already grown accustomed to remaining still and calm, yet another source of fresh admiration. Compared to what the ancient Vedic culture of India offers, the admiration directed toward our present-day life cannot be lasting. There is nothing that can compare to what this ancient Indian culture offers. On the other hand, we have the most depraved idolatry into which the people have fallen. What one usually finds in books about Indian culture is a colorful jumble of idolatrous and religious concepts that paints no clear picture at all. Idolatry among the people and the vast and powerful spiritual world of the Brahmins must be kept distinct. The great bright sides of humanity always have great dark sides as well. Peoples who, within their nation or tribe, often have members of the highest spiritual attainment, are themselves frequently stuck at the most superficial level. The Apocalypse seeks to illustrate these phenomena—which I have described to you—in the church of Ephesus: on the one hand, those who have kept their first love, and on the other, those who have abandoned the works of their first love and have fallen away. The Nicolaitans are cited as examples—those who see only the outward aspects of what a person should strive for. A solemn warning is to be directed at those who live in such a church.
[ 21 ] Ich wollte nur zeigen, wie weltbedeutsame Vorgänge getroffen werden durch eine solche Stelle, wie sie an die Gemeinde von Ephesus gerichtet ist, als Repräsentant für diese Zustände:
[ 21 ] I just wanted to show how events of global significance are addressed by a passage such as the one directed to the church in Ephesus, as representative of these circumstances:
Ich weiß deine Werke und deine Arbeit und deine Geduld und dass du die Bösen nicht tragen kannst; und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie Lügner erfunden. Und verträgst und hast Geduld und um meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde geworden. Aber ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du abgefallen bist und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir kommen bald und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust. Aber das hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, welche ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradiese Gottes ist. [Off 2,2-7]
I know your deeds, your labor, and your patience, and that you cannot tolerate evil men; you have tested those who claim to be apostles but are not, and have found them to be liars. You are patient and endure, and you work for my name’s sake and have not grown weary. But I have this against you: you have abandoned your first love. Remember where you have fallen from, and repent, and do the works you did at first. If not, I will come to you quickly and remove your lampstand from its place, unless you repent. Yet you have this in your favor: you hate the deeds of the Nicolaitans, which I also hate. Let anyone who has ears listen to what the Spirit says to the churches: To the one who overcomes, I will give to eat of the tree of life, which is in the paradise of God. [Rev 2:2–7]
