Theosophy and Occultism
GA 90c
20 October 1903, Berlin
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Theosophie und Okkultismus, 1st ed.
11. Über Gutes und Böses
11. Über Gutes und Böses
[ 1 ] Alles, was wir Übel nennen, hat eine andere Gestalt in einem anderen Kosmos. Wir können nur von einem Übel in einem bestimmten Kosmos sprechen. In der lunarischen Epoche würden Übel und Böses eine ganz andere Gestalt gehabt haben als heute. Wir können also nur von unserem irdischen Bösen sprechen, von unserem irdischen Übel.
[ 1 ] Alles, was wir Übel nennen, hat eine andere Gestalt in einem anderen Kosmos. Wir können nur von einem Übel in einem bestimmten Kosmos sprechen. In der lunarischen Epoche würden Übel und Böses eine ganz andere Gestalt gehabt haben als heute. Wir können also nur von unserem irdischen Bösen sprechen, von unserem irdischen Übel.
[ 2 ] Dass Übel möglich ist, hängt zusammen mit der Stellung der Erde im Kosmos. Unsere Erde hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Unseren Kosmos nennt man den Kosmos der Liebe. Den vorangegangenen, den lunarischen Kosmos nennt man den Kosmos der Weisheit. Kosmos der Weisheit deshalb, weil das vorbereitet worden ist, was wir als Früchte in unserem Kosmos vor uns haben.
[ 2 ] Dass Übel möglich ist, hängt zusammen mit der Stellung der Erde im Kosmos. Unsere Erde hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Unseren Kosmos nennt man den Kosmos der Liebe. Den vorangegangenen, den lunarischen Kosmos nennt man den Kosmos der Weisheit. Kosmos der Weisheit deshalb, weil das vorbereitet worden ist, was wir als Früchte in unserem Kosmos vor uns haben.
[ 3 ] Die Aufgabe der irdischen Entwicklung ist im Wesentlichen diese, dass [der Mensch] in die Gestalt, wie [sie] aus der lunarischen Epoche herübergekommen ist, Kama-Manas mit dem Nervensystem hineinzubauen hat. (Hier folgt eine Schilderung der lunarischen Epoche.)
[ 3 ] Die Aufgabe der irdischen Entwicklung ist im Wesentlichen diese, dass [der Mensch] in die Gestalt, wie [sie] aus der lunarischen Epoche herübergekommen ist, Kama-Manas mit dem Nervensystem hineinzubauen hat. (Hier folgt eine Schilderung der lunarischen Epoche.)
[ 4 ] Die Menschen hatten damals alles, bis auf unseren Intellekt. Die Menschen der lunarischen Epoche hatten nicht den Intellekt. Sie dachten aber und stellten nicht so wie wir [vor]. Sie nahmen teil an einer viel universelleren Geistigkeit. Diese universellere Geistigkeit umgab sie als eine geistige Macht. Sie ist zu vergleichen mit einem Bienenschwarm, der eine gemeinsame Seele hat. [In der lunarischen Epoche hatte nicht jeder Mensch für sich einen Intellekt.] Sie waren durch eine in dem lunarischen Kosmos lebende Weisheit zu ihren Handlungen getrieben. Es ist dies ähnlich wie der Instinkt bei den Tieren.
[ 4 ] Die Menschen hatten damals alles, bis auf unseren Intellekt. Die Menschen der lunarischen Epoche hatten nicht den Intellekt. Sie dachten aber und stellten nicht so wie wir [vor]. Sie nahmen teil an einer viel universelleren Geistigkeit. Diese universellere Geistigkeit umgab sie als eine geistige Macht. Sie ist zu vergleichen mit einem Bienenschwarm, der eine gemeinsame Seele hat. [In der lunarischen Epoche hatte nicht jeder Mensch für sich einen Intellekt.] Sie waren durch eine in dem lunarischen Kosmos lebende Weisheit zu ihren Handlungen getrieben. Es ist dies ähnlich wie der Instinkt bei den Tieren.
[ 5 ] Was ich in meinem Nervensystem habe, und was ich in meinem Kama-Manas habe, das ist von der lunarischen Weisheit vorbereitet worden. Die lunarische Weisheit suchte die Organe weisheitsvoll auszugestalten. Sie hatte die menschliche physische Persönlichkeit vorzubereiten. Diese Weisheit ging darauf hinaus, den Körper physiologisch und physisch vollkommen zu machen.
[ 5 ] Was ich in meinem Nervensystem habe, und was ich in meinem Kama-Manas habe, das ist von der lunarischen Weisheit vorbereitet worden. Die lunarische Weisheit suchte die Organe weisheitsvoll auszugestalten. Sie hatte die menschliche physische Persönlichkeit vorzubereiten. Diese Weisheit ging darauf hinaus, den Körper physiologisch und physisch vollkommen zu machen.
[ 6 ] Durch den Einfluss von Kama-Manas entsteht die menschliche Seele. Die universale Weisheit senkt sich wie ein Tropfen in die einzelne Persönlichkeit. Es ist so, wie wenn die einzelne Biene in sich die Bienenweisheit herabgeholt hätte und aus sich heraus, aus eigenem Entschluss das täte, was sie [sonst] instinktmäßig tut. Die Weisheit versenkte sich in die Form, stellt sich in der Gestalt dar. Jetzt muss diese Weisheit als Mittel benützt werden zur Erreichung der Liebe.
[ 6 ] Durch den Einfluss von Kama-Manas entsteht die menschliche Seele. Die universale Weisheit senkt sich wie ein Tropfen in die einzelne Persönlichkeit. Es ist so, wie wenn die einzelne Biene in sich die Bienenweisheit herabgeholt hätte und aus sich heraus, aus eigenem Entschluss das täte, was sie [sonst] instinktmäßig tut. Die Weisheit versenkte sich in die Form, stellt sich in der Gestalt dar. Jetzt muss diese Weisheit als Mittel benützt werden zur Erreichung der Liebe.
[ 7 ] Alle, welche eine regelmäßige Entwicklung durchgemacht haben in der lemurischen Epoche, treten in der irdischen Epoche die Laufbahn an, das physische, pranische, kamische Leben hinzuopfern.
[ 7 ] Alle, welche eine regelmäßige Entwicklung durchgemacht haben in der lemurischen Epoche, treten in der irdischen Epoche die Laufbahn an, das physische, pranische, kamische Leben hinzuopfern.
[ 8 ] Es gibt aber auch Wesen, welche nicht in der Lage sind, diese Hinopferung zu vollziehen. Diese haben keine ganz regelmäßige Entwicklung durchgemacht. Sie sind zu tief in das Physisch-Pranisch-Kamische der lemurischen Epoche hinuntergestiegen. Ihre Aufmerksamkeit war zu stark angezogen. Eine intime Geschwisterschaft entstand dadurch. Diese Wesenheiten haben eine zu weitgehende Entwicklung durchgemacht. Sie haben sich zu tief in die physische Sphäre vertieft. Sie haben daher in der irdischen Epoche nicht die Fähigkeit da anzufangen, wo angefangen werden muss, um die regelmäßige irdische Entwicklung durchzumachen. Sie haben zu viel heruntergezogen von dem Physisch-Pranischen. Daher haben sie auf der einen Seite zu viel von dem Weisheitsprinzip, auf der anderen Seite eine zu große Verwandtschaft mit dem Physisch-Pranischen.
[ 8 ] Es gibt aber auch Wesen, welche nicht in der Lage sind, diese Hinopferung zu vollziehen. Diese haben keine ganz regelmäßige Entwicklung durchgemacht. Sie sind zu tief in das Physisch-Pranisch-Kamische der lemurischen Epoche hinuntergestiegen. Ihre Aufmerksamkeit war zu stark angezogen. Eine intime Geschwisterschaft entstand dadurch. Diese Wesenheiten haben eine zu weitgehende Entwicklung durchgemacht. Sie haben sich zu tief in die physische Sphäre vertieft. Sie haben daher in der irdischen Epoche nicht die Fähigkeit da anzufangen, wo angefangen werden muss, um die regelmäßige irdische Entwicklung durchzumachen. Sie haben zu viel heruntergezogen von dem Physisch-Pranischen. Daher haben sie auf der einen Seite zu viel von dem Weisheitsprinzip, auf der anderen Seite eine zu große Verwandtschaft mit dem Physisch-Pranischen.
[ 9 ] Es kamen also Wesen in die irdische Epoche, welche zu viel Intelligenz hatten, um die irdische Entwicklung durchzumachen. Sie müssen sich eine höhere Körperlichkeit aussuchen. Ein solches Wesen ist unvermögend, sich in unseren Körpern zu inkarnieren. Im menschlichen Körper würde ein solches Wesen nach allen Seiten hin beengt sein. Ein solches Wesen sucht in einer anderen Weise Inkarnation, sodass es nicht in die Menschlichkeit herabsteigt, sondern dass es aus den Manas-Körpern Stoff zur Verkörperung der Wesenheit sucht. Sie ziehen gleichsam die Intelligenzmaterie der Menschen an, um sich zu verkörpern. Das ist eine fortwährende Gefahr für die irdische Menschheit. Diese Gefahr bezeichnet die exoterische Weisheit als das böse Prinzip.
[ 9 ] Es kamen also Wesen in die irdische Epoche, welche zu viel Intelligenz hatten, um die irdische Entwicklung durchzumachen. Sie müssen sich eine höhere Körperlichkeit aussuchen. Ein solches Wesen ist unvermögend, sich in unseren Körpern zu inkarnieren. Im menschlichen Körper würde ein solches Wesen nach allen Seiten hin beengt sein. Ein solches Wesen sucht in einer anderen Weise Inkarnation, sodass es nicht in die Menschlichkeit herabsteigt, sondern dass es aus den Manas-Körpern Stoff zur Verkörperung der Wesenheit sucht. Sie ziehen gleichsam die Intelligenzmaterie der Menschen an, um sich zu verkörpern. Das ist eine fortwährende Gefahr für die irdische Menschheit. Diese Gefahr bezeichnet die exoterische Weisheit als das böse Prinzip.
[ 10 ] Weil Hyperintelligenzen von der lunarischen Epoche herübergekommen sind und die Menschen abdrängen von der regelmäßigen Bahn, haben wir das Böse. Das ist der Ursprung des Bösen. Das Böse entsteht dadurch, dass Hyperintelligenzen da sind, welche die Menschen aus der gewöhnlichen Bahn herausdrängen. Diese Hyperintelligenzen fasst man in der christlichen Esoterik unter dem Namen des «Luzifer» zusammen. Es ist dies auch das Prinzip der Weisheit, aber auf einer nicht richtigen Stufe.
[ 10 ] Weil Hyperintelligenzen von der lunarischen Epoche herübergekommen sind und die Menschen abdrängen von der regelmäßigen Bahn, haben wir das Böse. Das ist der Ursprung des Bösen. Das Böse entsteht dadurch, dass Hyperintelligenzen da sind, welche die Menschen aus der gewöhnlichen Bahn herausdrängen. Diese Hyperintelligenzen fasst man in der christlichen Esoterik unter dem Namen des «Luzifer» zusammen. Es ist dies auch das Prinzip der Weisheit, aber auf einer nicht richtigen Stufe.
[ 11 ] Das kamische Prinzip in einer Verbrechernatur zeigt klar, dass die Menschen dadurch in falscher Weise gelenkt werden von dem Verstandesprinzip. Das Böse ist also ein Abirren von der eigentlichen Aufgabe unseres Kosmos, ein Abirren von der Liebe. Die Liebe besteht darinnen, dass das einzelne Physische-Pranische hingeopfert wird für den höheren Zweck. Jeder überwiegende egoistische Trieb rührt daher, weil sich der betreffende Mensch [dem Physischen] verwandter fühlt, als es richtig ist. Es ist eine zu tiefe Verwandtschaft mit dem Physischen entstanden. Der Gleichgewichtspunkt zwischen dem Physischen und dem Physiologischen ist die Liebe. Falsch gelenkt wird sie hineingetrieben in den Hyperegoismus.
[ 11 ] Das kamische Prinzip in einer Verbrechernatur zeigt klar, dass die Menschen dadurch in falscher Weise gelenkt werden von dem Verstandesprinzip. Das Böse ist also ein Abirren von der eigentlichen Aufgabe unseres Kosmos, ein Abirren von der Liebe. Die Liebe besteht darinnen, dass das einzelne Physische-Pranische hingeopfert wird für den höheren Zweck. Jeder überwiegende egoistische Trieb rührt daher, weil sich der betreffende Mensch [dem Physischen] verwandter fühlt, als es richtig ist. Es ist eine zu tiefe Verwandtschaft mit dem Physischen entstanden. Der Gleichgewichtspunkt zwischen dem Physischen und dem Physiologischen ist die Liebe. Falsch gelenkt wird sie hineingetrieben in den Hyperegoismus.
[ 12 ] Das Klavier als Beispiel. Es wird hergestellt mit Hammer und Säge. Wenn Sie es noch weiterbearbeiten, nachdem es fertig ist, verfehlt es die Aufgabe und das Instrument geht zugrunde. Irdischer Egoismus ist nichts anderes als ein wohltätiges Prinzip in der lunarischen Epoche. Er ist etwas Schlechtes in der irdischen Epoche. Es gibt eigentlich kein Böses. Das Böse ist das Gute - nur am unrechten Ort. Dadurch, dass ein kosmisches Entwicklungsprinzip in einem falschen Zusammenhange auftritt, entsteht das Böse. Das Böse erscheint uns nur solange böse, als wir es in der Einschränkung betrachten. Es ruft aber an einer anderen Stelle etwas Gutes hervor, wodurch es ausgeglichen wird. Für jedes Böse in der Welt gibt es etwas entsprechendes Gute, das die Gleichgewichtslage wiederherstellt. Darauf bezieht sich auch der Spruch: «Vollkommen ist nur der Vater im Himmel; warum nennt Ihr mich vollkommen».
[ 12 ] Das Klavier als Beispiel. Es wird hergestellt mit Hammer und Säge. Wenn Sie es noch weiterbearbeiten, nachdem es fertig ist, verfehlt es die Aufgabe und das Instrument geht zugrunde. Irdischer Egoismus ist nichts anderes als ein wohltätiges Prinzip in der lunarischen Epoche. Er ist etwas Schlechtes in der irdischen Epoche. Es gibt eigentlich kein Böses. Das Böse ist das Gute - nur am unrechten Ort. Dadurch, dass ein kosmisches Entwicklungsprinzip in einem falschen Zusammenhange auftritt, entsteht das Böse. Das Böse erscheint uns nur solange böse, als wir es in der Einschränkung betrachten. Es ruft aber an einer anderen Stelle etwas Gutes hervor, wodurch es ausgeglichen wird. Für jedes Böse in der Welt gibt es etwas entsprechendes Gute, das die Gleichgewichtslage wiederherstellt. Darauf bezieht sich auch der Spruch: «Vollkommen ist nur der Vater im Himmel; warum nennt Ihr mich vollkommen».
