Notes from Mathilde Scholl 1904–1906
GA 91
11 September 1906, Landin
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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
17. Über das Schöpferwort
17. Über das Schöpferwort
[ 1 ] Jeder Ton, den wir sprechen, jedes Wort bringt Schwingungen hervor in unserer Umgebung, Schwingungen, die sich wellenförmig verbreiten nach allen Richtungen. Diese Schwingungen pflanzen sich fort durch die Luft, aber auch durch die dichteren Körper. Durch unser Gehörorgan werden diese Schwingungen der Luft und auch der dichteren Körper, zum Beispiel der schwingenden Saite bei einem Instrument, unserem Gehirn zugeführt und da vom Bewusstsein gedeutet; das heißt, die Tonschwingungen setzen sich da um in Bewusstseinsschwingungen. Wenn wir nun die Schwingungen, die durch unsere Worte hervorgebracht werden, sichtbar machen könnten, so würden sie in der Materie um uns sichtbare Veränderungen hervorbringen. Würden wir ein bestimmtes Wort unausgesetzt ertönen lassen, und könnten wir diesem Worte in der Materie um uns her Gestalt verleihen, so würde unsere Umgebung zuletzt die Gestaltung dieses Wortes bilden. Unsere Umgebung wäre dann der Ausdruck des von uns ausgehenden Wortes geworden.
[ 1 ] Jeder Ton, den wir sprechen, jedes Wort bringt Schwingungen hervor in unserer Umgebung, Schwingungen, die sich wellenförmig verbreiten nach allen Richtungen. Diese Schwingungen pflanzen sich fort durch die Luft, aber auch durch die dichteren Körper. Durch unser Gehörorgan werden diese Schwingungen der Luft und auch der dichteren Körper, zum Beispiel der schwingenden Saite bei einem Instrument, unserem Gehirn zugeführt und da vom Bewusstsein gedeutet; das heißt, die Tonschwingungen setzen sich da um in Bewusstseinsschwingungen. Wenn wir nun die Schwingungen, die durch unsere Worte hervorgebracht werden, sichtbar machen könnten, so würden sie in der Materie um uns sichtbare Veränderungen hervorbringen. Würden wir ein bestimmtes Wort unausgesetzt ertönen lassen, und könnten wir diesem Worte in der Materie um uns her Gestalt verleihen, so würde unsere Umgebung zuletzt die Gestaltung dieses Wortes bilden. Unsere Umgebung wäre dann der Ausdruck des von uns ausgehenden Wortes geworden.
[ 2 ] Wenn wir so durch den Ton uns unserer Umgebung mitteilen, so versetzen wir alles um uns her in eine bestimmte Schwingung, in eine Bewegung, in einen Rhythmus. Man hört unsere Worte nur dadurch, dass wir sie erklingen lassen, aber auch wieder verklingen lassen. Wir erzeugen durch unsere Worte einen Rhythmus und lassen ihn dann wieder abfluten. Zuerst ist unsere Umgebung ohne diesen von uns durch den Ton hervorgebrachten Rhythmus. Dann wird sie durch den Ton in den Rhythmus versetzt. Dann fluten die rhythmischen Wellen wieder ab, und alles geht wieder in einen Zustand der Unbewegtheit über. Würden wir ein Wort unausgesetzt ertönen lassen, so würden die Schwingungen immer dieselben bleiben; eine würde der andern folgen, ohne dass ein Aufhören der Bewegung einträte. Folgten nun diese Schwingungen ganz ohne Unterbrechung aufeinander, so würde man eine Schwingung von der nächsten nicht unterscheiden können, und es käme dieses unausgesetzt Aufeinander-Folgen und Ineinander-Übergehen von Schwingungen der vollständigen Ruhe gleich. Wir können uns also einen solchen Grad der Bewegung, des Rhythmus denken, der der Ruhe gleichkommt. Es ist dann ein einheitlicher, ununterbrochener Rhythmus.
[ 2 ] Wenn wir so durch den Ton uns unserer Umgebung mitteilen, so versetzen wir alles um uns her in eine bestimmte Schwingung, in eine Bewegung, in einen Rhythmus. Man hört unsere Worte nur dadurch, dass wir sie erklingen lassen, aber auch wieder verklingen lassen. Wir erzeugen durch unsere Worte einen Rhythmus und lassen ihn dann wieder abfluten. Zuerst ist unsere Umgebung ohne diesen von uns durch den Ton hervorgebrachten Rhythmus. Dann wird sie durch den Ton in den Rhythmus versetzt. Dann fluten die rhythmischen Wellen wieder ab, und alles geht wieder in einen Zustand der Unbewegtheit über. Würden wir ein Wort unausgesetzt ertönen lassen, so würden die Schwingungen immer dieselben bleiben; eine würde der andern folgen, ohne dass ein Aufhören der Bewegung einträte. Folgten nun diese Schwingungen ganz ohne Unterbrechung aufeinander, so würde man eine Schwingung von der nächsten nicht unterscheiden können, und es käme dieses unausgesetzt Aufeinander-Folgen und Ineinander-Übergehen von Schwingungen der vollständigen Ruhe gleich. Wir können uns also einen solchen Grad der Bewegung, des Rhythmus denken, der der Ruhe gleichkommt. Es ist dann ein einheitlicher, ununterbrochener Rhythmus.
[ 3 ] Wenn wir imstande wären, den Rhythmus eines Wortes auf unsere ganze Umgebung zu übertragen, so würde diese unsere Umgebung zuletzt der Ausdruck dieses Wortes werden; wir würden durch unser Wort die Materie um uns in solche Bewegung versetzen und durch das andauernd tönende Wort in einer bestimmten Spannung halten, die zuletzt auch sichtbar zum Ausdruck kommen würde.
[ 3 ] Wenn wir imstande wären, den Rhythmus eines Wortes auf unsere ganze Umgebung zu übertragen, so würde diese unsere Umgebung zuletzt der Ausdruck dieses Wortes werden; wir würden durch unser Wort die Materie um uns in solche Bewegung versetzen und durch das andauernd tönende Wort in einer bestimmten Spannung halten, die zuletzt auch sichtbar zum Ausdruck kommen würde.
[ 4 ] So ist auch am Anfang, das heißt bei Beginn unserer Erdentwicklung, das göttliche Schöpferwort erklungen und hat die Erde in einen bestimmten Rhythmus versetzt, und durch das Andauern dieses Rhythmus wurden die Bewegungen der Materie zur Verdichtung; die Materie wurde durch den Ton des Wortes in einer bestimmten Spannung erhalten. Dieses göttliche Schöpferwort erklang aber nicht nur am Anfang. Es erklingt unausgesetzt. Wenn es nur eine Sekunde lang nicht mehr erklingen würde, so würde die Welt sofort in ein Chaos verwandelt werden. Alles um uns her ist der Ausdruck dieses göttlichen Schöpferwortes, das durch die Welt erklingt. Alles Sichtbare ist die äußerlich wahrnehmbare Schwingungsgrenze des göttlichen Wortes; es ist der an die Oberfläche gedrängte Lebensrhythmus, den wir in der Sinnenwelt um uns her erblicken, und die Formen der Sinnenwelt sind die Gottesgedanken, die in diesem göttlichen Schöpferwort zum Ausdruck kommen.
[ 4 ] So ist auch am Anfang, das heißt bei Beginn unserer Erdentwicklung, das göttliche Schöpferwort erklungen und hat die Erde in einen bestimmten Rhythmus versetzt, und durch das Andauern dieses Rhythmus wurden die Bewegungen der Materie zur Verdichtung; die Materie wurde durch den Ton des Wortes in einer bestimmten Spannung erhalten. Dieses göttliche Schöpferwort erklang aber nicht nur am Anfang. Es erklingt unausgesetzt. Wenn es nur eine Sekunde lang nicht mehr erklingen würde, so würde die Welt sofort in ein Chaos verwandelt werden. Alles um uns her ist der Ausdruck dieses göttlichen Schöpferwortes, das durch die Welt erklingt. Alles Sichtbare ist die äußerlich wahrnehmbare Schwingungsgrenze des göttlichen Wortes; es ist der an die Oberfläche gedrängte Lebensrhythmus, den wir in der Sinnenwelt um uns her erblicken, und die Formen der Sinnenwelt sind die Gottesgedanken, die in diesem göttlichen Schöpferwort zum Ausdruck kommen.
[ 5 ] Die Welt ist in einem beständigen Rhythmus, der von dem göttlichen Schöpferwort hervorgebracht wird. Das Göttliche ist alles, was da ist; das Wort ist die Bewegung, die in dem göttlichen Ewigen eintritt; alles, was in die Erscheinung tritt, ist der Gedanke des Göttlichen, der durch das Wort aus dem Innern der Gottheit herausströmt. So tritt aus dem göttlichen Sein, aus der Ruhe, die zugleich unausgesetzte, undifferenzierte Bewegung ist, durch das Wort das Leben hervor und versetzt alles in die unausgesetzte differenzierte Bewegung und prägt dadurch den Gottesgedanken in dem vorher Undifferenzierten aus. So ist das Göttliche überall zu gleicher Zeit ewige Ruhe, dem Sein nach; dann ewiges Leben, das dem ewigen Wechsel gleichkommt, denn ewiges Leben heißt ewiger Wechsel, ewiges Aufsprießen, Hervorwachsen, und zuletzt ewiges Bewusstsein; ein beständiger Ausdruck des gewordenen Gottesgedankens ist die Welt.
[ 5 ] Die Welt ist in einem beständigen Rhythmus, der von dem göttlichen Schöpferwort hervorgebracht wird. Das Göttliche ist alles, was da ist; das Wort ist die Bewegung, die in dem göttlichen Ewigen eintritt; alles, was in die Erscheinung tritt, ist der Gedanke des Göttlichen, der durch das Wort aus dem Innern der Gottheit herausströmt. So tritt aus dem göttlichen Sein, aus der Ruhe, die zugleich unausgesetzte, undifferenzierte Bewegung ist, durch das Wort das Leben hervor und versetzt alles in die unausgesetzte differenzierte Bewegung und prägt dadurch den Gottesgedanken in dem vorher Undifferenzierten aus. So ist das Göttliche überall zu gleicher Zeit ewige Ruhe, dem Sein nach; dann ewiges Leben, das dem ewigen Wechsel gleichkommt, denn ewiges Leben heißt ewiger Wechsel, ewiges Aufsprießen, Hervorwachsen, und zuletzt ewiges Bewusstsein; ein beständiger Ausdruck des gewordenen Gottesgedankens ist die Welt.
[ 6 ] Alles, was wir äußerlich in der Welt wahrnehmen, ist das durch das göttliche Leben in äußeres Sein umgesetzte Bewusstsein. Der Mensch entwickelt sich auch einmal dahin, dass er sein Bewusstsein durch das Wort nach außen senden kann und in eine äußere Schöpfung umwandeln kann. Dazu muss er erst imstande sein, den klaren Gedanken aus seinem Inneren herauszusenden. Dann muss er diesen Gedanken mit einem Leben durchtränken können. Dann muss er imstande sein, diesen lebenden, rhythmischen Gedanken der Umwelt dauernd einzuprägen, ihn zur Verkörperung zu bringen. Dann ist er selbst Schöpfer in höherem Sinne geworden, gottähnlich ist er dann. Wenn er klare Gedanken in die Welt hinaussendet, so wirkt er durch die Kraft des göttlichen Geistes; wenn er lebensvolle Gedanken erzeugt, so wirkt er durch die Kraft des Sohnes; wenn er gestaltende, lebende Gedanken aussendet, so wirkt er durch die Kraft des Vaters.
[ 6 ] Alles, was wir äußerlich in der Welt wahrnehmen, ist das durch das göttliche Leben in äußeres Sein umgesetzte Bewusstsein. Der Mensch entwickelt sich auch einmal dahin, dass er sein Bewusstsein durch das Wort nach außen senden kann und in eine äußere Schöpfung umwandeln kann. Dazu muss er erst imstande sein, den klaren Gedanken aus seinem Inneren herauszusenden. Dann muss er diesen Gedanken mit einem Leben durchtränken können. Dann muss er imstande sein, diesen lebenden, rhythmischen Gedanken der Umwelt dauernd einzuprägen, ihn zur Verkörperung zu bringen. Dann ist er selbst Schöpfer in höherem Sinne geworden, gottähnlich ist er dann. Wenn er klare Gedanken in die Welt hinaussendet, so wirkt er durch die Kraft des göttlichen Geistes; wenn er lebensvolle Gedanken erzeugt, so wirkt er durch die Kraft des Sohnes; wenn er gestaltende, lebende Gedanken aussendet, so wirkt er durch die Kraft des Vaters.
[ 7 ] Alles, was in der Welt zur Offenbarung gelangt, ist Gottesgedanke, der Geist Gottes; dass er zum Ausdruck kommen kann, ist bedingt durch das göttliche Sein, den Vater; der es zum Ausdruck bringt, ist das göttliche Leben, der Sohn.
[ 7 ] Alles, was in der Welt zur Offenbarung gelangt, ist Gottesgedanke, der Geist Gottes; dass er zum Ausdruck kommen kann, ist bedingt durch das göttliche Sein, den Vater; der es zum Ausdruck bringt, ist das göttliche Leben, der Sohn.
[ 8 ] So lebt die Welt durch das Leben des Sohnes und bringt zum Ausdruck, zur Offenbarung den Geist, das Bewusstsein, den Gedanken der göttlichen Vaterkraft. In dieser göttlichen Vaterkraft schlummern die zukünftigen Weltenalle; in dem göttlichen Bewusstsein sind sie schon ewig da; das Bewusstsein ruht ewig im göttlichen Sein; Vater und Geist sind eins. Durch das Leben tritt das Bewusstsein heraus und wird im göttlichen Sein zur Offenbarung, zur Gestaltenwelt. Das Sein umschließt die Welt — das Bewusstsein ruht darinnen —; das Leben bringt das Bewusstsein in dem Sein zum Vorschein. Vater und Geist sind eins; aber der Sohn bringt den Geist zum Ausdruck und stellt dadurch die Dreieinigkeit her. Der Sohn ist das Leben des Vaters, welches den Geist zum Ausdruck bringt.
[ 8 ] So lebt die Welt durch das Leben des Sohnes und bringt zum Ausdruck, zur Offenbarung den Geist, das Bewusstsein, den Gedanken der göttlichen Vaterkraft. In dieser göttlichen Vaterkraft schlummern die zukünftigen Weltenalle; in dem göttlichen Bewusstsein sind sie schon ewig da; das Bewusstsein ruht ewig im göttlichen Sein; Vater und Geist sind eins. Durch das Leben tritt das Bewusstsein heraus und wird im göttlichen Sein zur Offenbarung, zur Gestaltenwelt. Das Sein umschließt die Welt — das Bewusstsein ruht darinnen —; das Leben bringt das Bewusstsein in dem Sein zum Vorschein. Vater und Geist sind eins; aber der Sohn bringt den Geist zum Ausdruck und stellt dadurch die Dreieinigkeit her. Der Sohn ist das Leben des Vaters, welches den Geist zum Ausdruck bringt.
[ 9 ] Uns tritt zuerst entgegen der zum Ausdruck gebrachte Geist in der gestalteten Wirklichkeit; dann finden wir das Leben, welches den Geist zum Ausdruck bringt; dann führt uns das Leben bis zum Urquell des Seins, zum Vater. Darum konnte Christus sagen: «Niemand kommt zum Vater denn durch mich.» Er ist das Weltenleben, das zum Vater führt. Durch unser Denken können wir eins werden mit dem Geist; durch unser Leben werden wir eins mit dem Sohn; durch unseren Willen werden wir eins mit dem Vater, nachdem wir uns mit dem Geist und dem Sohn vereinigt haben.
[ 9 ] Uns tritt zuerst entgegen der zum Ausdruck gebrachte Geist in der gestalteten Wirklichkeit; dann finden wir das Leben, welches den Geist zum Ausdruck bringt; dann führt uns das Leben bis zum Urquell des Seins, zum Vater. Darum konnte Christus sagen: «Niemand kommt zum Vater denn durch mich.» Er ist das Weltenleben, das zum Vater führt. Durch unser Denken können wir eins werden mit dem Geist; durch unser Leben werden wir eins mit dem Sohn; durch unseren Willen werden wir eins mit dem Vater, nachdem wir uns mit dem Geist und dem Sohn vereinigt haben.
[ 10 ] Solange wir uns nur mit dem Gedanken in die Welt vertiefen, lernen wir den Geist verstehen; wenn wir aber unser Leben dem Rhythmus der Welt einordnen, so werden wir eins mit dem Sohn, dem Wort; wir helfen mit, den Gedanken lebendig zu erhalten. Sobald wir unsern ganzen Willen mit dem göttlichen Willen vereinigen, werden wir teilhaftig der Kraft des Vaters, aus der alles hervorgeht.
[ 10 ] Solange wir uns nur mit dem Gedanken in die Welt vertiefen, lernen wir den Geist verstehen; wenn wir aber unser Leben dem Rhythmus der Welt einordnen, so werden wir eins mit dem Sohn, dem Wort; wir helfen mit, den Gedanken lebendig zu erhalten. Sobald wir unsern ganzen Willen mit dem göttlichen Willen vereinigen, werden wir teilhaftig der Kraft des Vaters, aus der alles hervorgeht.
[ 11 ] Wir erblicken in der Umwelt den gewordenen Schöpfergedanken. Dass wir das Werden selbst, das Leben, nicht erblicken, dass wir das Weltenwort nicht wirklich erklingen hören, das kommt daher, dass wir nur die Sinne entwickelt haben, die das Gewordene aufnehmen können, den verkörperten Gedanken. Erkennen können wir jetzt das Leben nicht mit unsern physischen Sinnen, denn unsere physischen Sinne sind der Ausdruck unserer Begierde nach der gewordenen Welt, nach dem Sinnendasein. Wir haben alle unsere Kräfte diesem Sinnenleben eingeflößt und gehen zunächst darin auf. Wir sind mit all unseren Kräften ganz hinabgetaucht in das Sinnendasein. Darum entgeht uns alles, was dahinter steht, das eigentliche Leben der Welt; darum sehen wir nur das, was ist, aber nicht, was wird, [wir sehen] das Gewordene und nicht das Werdende. Und wir hören nicht das Wort des Lebens selbst, sondern sehen nur den äußeren Ausdruck dieses Wortes in der materiellen Sinnenwelt um uns her. So wie die ganze Welt mit ihren Kräften sich herausgekehrt hat zum objektiven Dasein, zur äußeren Erscheinungswelt; wie die objektive Schöpfung hervorgetreten ist aus dem lebendigen Wort, gleich als ob der Meeresgrund sich hervorgehoben hätte aus der Tiefe und heraufgestiegen wäre über den Wasserspiegel, so hat auch der Mensch alle seine Kräfte der Seele aus diesem Seelengrunde herausgehoben und nach außen gerichtet in den Sinnesorganen, die ihm die aus dem Lebensmeer emporgetauchte Welt zum Bewusstsein bringen.
[ 11 ] Wir erblicken in der Umwelt den gewordenen Schöpfergedanken. Dass wir das Werden selbst, das Leben, nicht erblicken, dass wir das Weltenwort nicht wirklich erklingen hören, das kommt daher, dass wir nur die Sinne entwickelt haben, die das Gewordene aufnehmen können, den verkörperten Gedanken. Erkennen können wir jetzt das Leben nicht mit unsern physischen Sinnen, denn unsere physischen Sinne sind der Ausdruck unserer Begierde nach der gewordenen Welt, nach dem Sinnendasein. Wir haben alle unsere Kräfte diesem Sinnenleben eingeflößt und gehen zunächst darin auf. Wir sind mit all unseren Kräften ganz hinabgetaucht in das Sinnendasein. Darum entgeht uns alles, was dahinter steht, das eigentliche Leben der Welt; darum sehen wir nur das, was ist, aber nicht, was wird, [wir sehen] das Gewordene und nicht das Werdende. Und wir hören nicht das Wort des Lebens selbst, sondern sehen nur den äußeren Ausdruck dieses Wortes in der materiellen Sinnenwelt um uns her. So wie die ganze Welt mit ihren Kräften sich herausgekehrt hat zum objektiven Dasein, zur äußeren Erscheinungswelt; wie die objektive Schöpfung hervorgetreten ist aus dem lebendigen Wort, gleich als ob der Meeresgrund sich hervorgehoben hätte aus der Tiefe und heraufgestiegen wäre über den Wasserspiegel, so hat auch der Mensch alle seine Kräfte der Seele aus diesem Seelengrunde herausgehoben und nach außen gerichtet in den Sinnesorganen, die ihm die aus dem Lebensmeer emporgetauchte Welt zum Bewusstsein bringen.
[ 12 ] Mit dem Emporsteigen der Sinnenwelt aus dem Meer der Seelenwelt, des Weltenlebens, da stieg auch empor im Menschen das Vermögen, die Sinnenwelt aufzunehmen, in ihr zu leben. Den Weltprozess machte der Mensch auch in seiner Entwicklung durch. Das Leben, das hinter dem Gewordenen steht, das Weltenmeer, aus dem das Gewordene sich emporhebt, das erkennt der Mensch jetzt nur äußerlich an dem ewigen Wechsel der Dinge. Der ewige Wechsel der Erscheinungswelt ist das, was dem Menschen verkündet, dass dahinter eine lebendige, nie versiegende Kraft strömt, die sich ewig neu erzeugt. Auf den Wogen des Weltenlebens fluten die Erscheinungen dahin. Scheinbar in Ruhe, ist die äußere Erscheinungswelt doch gerade das ewig Wechselnde. So wie unsere Gedanken sich ablösen in unaufhörlicher Folge, so lösen sich draußen in der Welt ab die gewordenen Gestalten. Das Leben dahinter ist ewig. So flutet auf und ab die gewordene Welt in dem ewigen Leben, wie die Wellen der Luft auf- und abfluten durch das Erklingen des Tones. Das Schöpferwort erhält alles in ewigem Werden.
[ 12 ] Mit dem Emporsteigen der Sinnenwelt aus dem Meer der Seelenwelt, des Weltenlebens, da stieg auch empor im Menschen das Vermögen, die Sinnenwelt aufzunehmen, in ihr zu leben. Den Weltprozess machte der Mensch auch in seiner Entwicklung durch. Das Leben, das hinter dem Gewordenen steht, das Weltenmeer, aus dem das Gewordene sich emporhebt, das erkennt der Mensch jetzt nur äußerlich an dem ewigen Wechsel der Dinge. Der ewige Wechsel der Erscheinungswelt ist das, was dem Menschen verkündet, dass dahinter eine lebendige, nie versiegende Kraft strömt, die sich ewig neu erzeugt. Auf den Wogen des Weltenlebens fluten die Erscheinungen dahin. Scheinbar in Ruhe, ist die äußere Erscheinungswelt doch gerade das ewig Wechselnde. So wie unsere Gedanken sich ablösen in unaufhörlicher Folge, so lösen sich draußen in der Welt ab die gewordenen Gestalten. Das Leben dahinter ist ewig. So flutet auf und ab die gewordene Welt in dem ewigen Leben, wie die Wellen der Luft auf- und abfluten durch das Erklingen des Tones. Das Schöpferwort erhält alles in ewigem Werden.
[ 13 ] Wäre der Mensch nur in dem Prozess des ewigen Werdens geblieben, so wäre er nie ein verkörperter Gottesgedanke geworden. Er musste auch eine Zeit lang hindurchgehen durch die Welt, in der es nicht nur das ewige Leben ohne Veränderung, sondern in der es das Werden und Vergehen, Leben und Sterben gibt. Hätte er nun in dem ewigen Leben beständig geruht, so wäre ihm das Leben selbst nie zum eigenen Bewusstsein geworden. Er musste das äußerlich Gewordene auch erkennen lernen, er musste sich selbst als ein Besonderes, ein gewordenes Wesen, im Unterschied von dem unterschiedslosen Leben erkennen. Er musste einmal eine Zeit lang das aus dem Weltenmeer emportauchende Festland gewinnen, um von dort aus sich selbst bewusst als besonderes, individuelles Wesen der Umwelt einzugliedern. Er musste sich einen Teil des göttlichen Bewusstseins so zu eigen machen, dass er selbst eine Zeit lang glauben konnte, sein Bewusstsein, sein Leben, sein Dasein sei getrennt von allem Übrigen; er musste eine Zeit lang sogar Gott entfremdet werden, damit er ihn nachher selbstbewusst wiederfinden konnte. Hätte das Weltenleben nicht den Weltengedanken zum äußeren Ausdruck gebracht, so hätte der Mensch nie selbst ein denkendes, selbstbewusstes Wesen werden können. Er hätte im Weltengedanken gelebt, aber niemals hätte er selbst den Weltengedanken für sich erfasst. Jetzt schneidet er gleichsam für sich ein Stück des Weltengedankens heraus mit jedem Gedanken, den er im Sinne des Weltengedankens denkt. Er eignet sich so den Weltengedanken bewusst an. Das konnte er nur durch den Abstieg in die Sinnenwelt, durch das Hervortauchen als Einzelwesen aus der Gesamtheit des Lebens. Dadurch konnte er erst selbst teilhaft werden des göttlichen Bewusstseins.
[ 13 ] Wäre der Mensch nur in dem Prozess des ewigen Werdens geblieben, so wäre er nie ein verkörperter Gottesgedanke geworden. Er musste auch eine Zeit lang hindurchgehen durch die Welt, in der es nicht nur das ewige Leben ohne Veränderung, sondern in der es das Werden und Vergehen, Leben und Sterben gibt. Hätte er nun in dem ewigen Leben beständig geruht, so wäre ihm das Leben selbst nie zum eigenen Bewusstsein geworden. Er musste das äußerlich Gewordene auch erkennen lernen, er musste sich selbst als ein Besonderes, ein gewordenes Wesen, im Unterschied von dem unterschiedslosen Leben erkennen. Er musste einmal eine Zeit lang das aus dem Weltenmeer emportauchende Festland gewinnen, um von dort aus sich selbst bewusst als besonderes, individuelles Wesen der Umwelt einzugliedern. Er musste sich einen Teil des göttlichen Bewusstseins so zu eigen machen, dass er selbst eine Zeit lang glauben konnte, sein Bewusstsein, sein Leben, sein Dasein sei getrennt von allem Übrigen; er musste eine Zeit lang sogar Gott entfremdet werden, damit er ihn nachher selbstbewusst wiederfinden konnte. Hätte das Weltenleben nicht den Weltengedanken zum äußeren Ausdruck gebracht, so hätte der Mensch nie selbst ein denkendes, selbstbewusstes Wesen werden können. Er hätte im Weltengedanken gelebt, aber niemals hätte er selbst den Weltengedanken für sich erfasst. Jetzt schneidet er gleichsam für sich ein Stück des Weltengedankens heraus mit jedem Gedanken, den er im Sinne des Weltengedankens denkt. Er eignet sich so den Weltengedanken bewusst an. Das konnte er nur durch den Abstieg in die Sinnenwelt, durch das Hervortauchen als Einzelwesen aus der Gesamtheit des Lebens. Dadurch konnte er erst selbst teilhaft werden des göttlichen Bewusstseins.
[ 14 ] Bei jeder Inkarnation macht er diesen Werdeprozess durch. Er erscheint erst als Einzelsein, als ein besonderes, körperliches Wesen. Dann wirkt in diesem physischen Körper das Leben und kommt darin zum Ausdruck. Dann verbindet sich mit ihm der Gedanke, der Geist, und der Mensch erwacht zum Selbstbewusstsein. Der kosmische Werdegang wiederholt sich bei jeder Verkörperung des Menschen. Der Abstieg ins physische Dasein, in die Körperwelt — aus der Geisteswelt, dem Bewusstsein und der Seelenwelt, dem Leben — geschieht in derselben Folge wie der kosmische Abstieg der Welt und des Menschen in die Verdichtung. Dieser Abstieg wiederholt sich vor jeder Geburt in den höheren Welten, im Verborgenen. Geist und Seele waren zuerst da; dann erst bildete sich der physische Leib heran. Der Aufstieg geschieht in jedem einzelnen Leben auch wie im kosmischen Leben. Zuerst geschieht die Ausgestaltung des Physischen, in der Sinnenwelt, dann die Ausgestaltung der Empfindung, in der Seelenwelt, dann die Ausgestaltung des Denkens, in der Geisteswelt.
[ 14 ] Bei jeder Inkarnation macht er diesen Werdeprozess durch. Er erscheint erst als Einzelsein, als ein besonderes, körperliches Wesen. Dann wirkt in diesem physischen Körper das Leben und kommt darin zum Ausdruck. Dann verbindet sich mit ihm der Gedanke, der Geist, und der Mensch erwacht zum Selbstbewusstsein. Der kosmische Werdegang wiederholt sich bei jeder Verkörperung des Menschen. Der Abstieg ins physische Dasein, in die Körperwelt — aus der Geisteswelt, dem Bewusstsein und der Seelenwelt, dem Leben — geschieht in derselben Folge wie der kosmische Abstieg der Welt und des Menschen in die Verdichtung. Dieser Abstieg wiederholt sich vor jeder Geburt in den höheren Welten, im Verborgenen. Geist und Seele waren zuerst da; dann erst bildete sich der physische Leib heran. Der Aufstieg geschieht in jedem einzelnen Leben auch wie im kosmischen Leben. Zuerst geschieht die Ausgestaltung des Physischen, in der Sinnenwelt, dann die Ausgestaltung der Empfindung, in der Seelenwelt, dann die Ausgestaltung des Denkens, in der Geisteswelt.
[ 15 ] Wenn der Mensch alles gelernt hat, was er in der Sinnenwelt lernen soll, nämlich, wenn er die Gottesgedanken herauszulesen gelernt hat aus der Erscheinungswelt und sich vereinigt hat mit dem reinen Gottesgedanken, mit dem Gottesgeist, dann kann er seine Seele damit befruchten und zum Leben wecken in der Seele die darin schlummernden Kräfte. Dann beginnt dort aufzublühen die Lebenskraft selbst, und er beginnt, durch die eigenen Lebenskräfte der Seele zu erkennen, das Leben der Welt, das Leben und Wesen des Wortes. Er lebt dann in einer Welt, die über die Sinnenwelt hinausgeht. Und neue Organe erschließen sich ihm und werden für ihn der Schlüssel zum Leben selbst.
[ 15 ] Wenn der Mensch alles gelernt hat, was er in der Sinnenwelt lernen soll, nämlich, wenn er die Gottesgedanken herauszulesen gelernt hat aus der Erscheinungswelt und sich vereinigt hat mit dem reinen Gottesgedanken, mit dem Gottesgeist, dann kann er seine Seele damit befruchten und zum Leben wecken in der Seele die darin schlummernden Kräfte. Dann beginnt dort aufzublühen die Lebenskraft selbst, und er beginnt, durch die eigenen Lebenskräfte der Seele zu erkennen, das Leben der Welt, das Leben und Wesen des Wortes. Er lebt dann in einer Welt, die über die Sinnenwelt hinausgeht. Und neue Organe erschließen sich ihm und werden für ihn der Schlüssel zum Leben selbst.
[ 16 ] Er vernimmt dann das Wort, weil er selbst in seinem Innern bewusst mitschwingen kann mit dem Weltenwort. Dann vernimmt er das Weltenwort in allem Gewordenen. Er erkennt dann alles Gewordene als einen Schwingungsausdruck des Weltenwortes. Die Sinnenwelt erkennt er dann als flutend auf dem Ozean des Weltenlebens. Bewusst gliedert er sich dann diesem Weltenleben ein.
[ 16 ] Er vernimmt dann das Wort, weil er selbst in seinem Innern bewusst mitschwingen kann mit dem Weltenwort. Dann vernimmt er das Weltenwort in allem Gewordenen. Er erkennt dann alles Gewordene als einen Schwingungsausdruck des Weltenwortes. Die Sinnenwelt erkennt er dann als flutend auf dem Ozean des Weltenlebens. Bewusst gliedert er sich dann diesem Weltenleben ein.
[ 17 ] Das Weltenlicht ist offenbar geworden in der Erscheinungswelt. Als sichtbares Licht ist die Weltenweisheit vor uns erschienen. Das Licht schien in die Finsternis des dämmerhaften Traumlebens der Menschheit hinein, damit sie die Gottesgedanken in objektiven Gestalten vor sich erstehen sehen konntet. Aber die Finsternis hat das Licht nicht begriffen. Die Menschen haben nicht herausgelesen aus der Erscheinungswelt den Gottesgedanken, der durch das Licht klar vor unsern Augen sichtbar wurde. Darum konnten sie sich auch noch nicht zu dem Bewusstsein des Weltenlebens, zu dem Erkennen des Wortes, erheben. Zuerst müssen wir das Licht begreifen, den objektiv gewordenen Gottesgedanken; dann können wir das Wort verstehen, den lebendigen Gottesgedanken. Das Wort war zuerst da, aber wir begreifen es erst später. Was von Anfang an da war, wird erst zuletzt erkannt. So schließt sich der Kreis der Menschenentwicklung, die aus dem Göttlichen hervorgeht durch das Wort und in das Göttliche wieder einkehrt durch das bewusste Einswerden mit dem Wort.
[ 17 ] Das Weltenlicht ist offenbar geworden in der Erscheinungswelt. Als sichtbares Licht ist die Weltenweisheit vor uns erschienen. Das Licht schien in die Finsternis des dämmerhaften Traumlebens der Menschheit hinein, damit sie die Gottesgedanken in objektiven Gestalten vor sich erstehen sehen konntet. Aber die Finsternis hat das Licht nicht begriffen. Die Menschen haben nicht herausgelesen aus der Erscheinungswelt den Gottesgedanken, der durch das Licht klar vor unsern Augen sichtbar wurde. Darum konnten sie sich auch noch nicht zu dem Bewusstsein des Weltenlebens, zu dem Erkennen des Wortes, erheben. Zuerst müssen wir das Licht begreifen, den objektiv gewordenen Gottesgedanken; dann können wir das Wort verstehen, den lebendigen Gottesgedanken. Das Wort war zuerst da, aber wir begreifen es erst später. Was von Anfang an da war, wird erst zuletzt erkannt. So schließt sich der Kreis der Menschenentwicklung, die aus dem Göttlichen hervorgeht durch das Wort und in das Göttliche wieder einkehrt durch das bewusste Einswerden mit dem Wort.
[ 18 ] Erkennen sollten wir die Gottheit in dem Gewordenen. Leben sollen wir in ihr durch die Vereinigung mit dem Leben selbst. Dieses Leben ist es, das uns mit der Urkraft des Seins verbindet, von Anfang an. Durch dieses Leben fließen wir zurück in die Urkraft des Seins und strömen dann bewusst hervor als ein Teil derselben. Dann wird auch unser Bewusstsein zum schöpferischen Bewusstsein. Dann werden wir, so wie wir jetzt bewusst und produzierend leben im Physischen, bewusst und produzierend im Geiste leben und durch unser Wort unser Bewusstsein zur Gestaltung bringen. Aus uns wird dann ein neuer Kosmos hervorgehen.
[ 18 ] Erkennen sollten wir die Gottheit in dem Gewordenen. Leben sollen wir in ihr durch die Vereinigung mit dem Leben selbst. Dieses Leben ist es, das uns mit der Urkraft des Seins verbindet, von Anfang an. Durch dieses Leben fließen wir zurück in die Urkraft des Seins und strömen dann bewusst hervor als ein Teil derselben. Dann wird auch unser Bewusstsein zum schöpferischen Bewusstsein. Dann werden wir, so wie wir jetzt bewusst und produzierend leben im Physischen, bewusst und produzierend im Geiste leben und durch unser Wort unser Bewusstsein zur Gestaltung bringen. Aus uns wird dann ein neuer Kosmos hervorgehen.
