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Notes from Mathilde Scholl 1904–1906
GA 91

12 September 1906, Landin

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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
  1. Notes from Mathilde Scholl 1904–1906, tr. SOL

18. Die Bedeutung des Christus-Jesus

18. Die Bedeutung des Christus-Jesus

[ 1 ] Erst nachdem das Weltenleben hinabgestiegen war bis zum tiefsten Punkte, bis in das physische Dasein hinein, bis in jeden einzelnen physisch verkörperten Menschen, erst dann konnte die Menschheit sich hinaufentwickeln. Historisch gestaltete sich dieser Abstieg des Weltenlebens aus in der Erscheinung des Christus in einer Persönlichkeit. Da stand das Weltenleben vor den Augen der Menschen persönlich da. Gott selbst war da in den Menschen herabgestiegen und lebte das göttliche Leben in einem physischen Dasein allen Menschen vor.

[ 1 ] Erst nachdem das Weltenleben hinabgestiegen war bis zum tiefsten Punkte, bis in das physische Dasein hinein, bis in jeden einzelnen physisch verkörperten Menschen, erst dann konnte die Menschheit sich hinaufentwickeln. Historisch gestaltete sich dieser Abstieg des Weltenlebens aus in der Erscheinung des Christus in einer Persönlichkeit. Da stand das Weltenleben vor den Augen der Menschen persönlich da. Gott selbst war da in den Menschen herabgestiegen und lebte das göttliche Leben in einem physischen Dasein allen Menschen vor.

[ 2 ] Bevor die Menschheit auch geistig ganz im materiellen Leben aufging, da musste eine persönliche Inkarnation des Gotteslebens auf der Erde erscheinen. Hätte die Menschheit den Durchgang durch den Materialismus gemacht, ohne dass das Weltenleben sich in der Persönlichkeit des Christus Jesus inkarnierte, so hätte sie das Bewusstsein von ihrem göttlichen Ursprung ganz verloren, ihre Göttlichkeit wäre versunken und auf immer untergetaucht im Sinnenleben. Unauslöschlich aber prägte es sich dem Bewusstsein der Menschheit ein, dass Christus gelebt hat, dass ein göttliches Wesen unter den Menschen geweilt hat und den sichtbaren Beweis dafür gegeben, dass ein göttliches Leben in der Welt und im Menschen ist. Auch die größten Zweifel, durch die die einzelnen Menschen hindurchgehen mussten, konnten nicht die Erinnerung daran zerstören, dass Gottes Sohn unter den Menschen gewandelt war. Das war das Licht, was den Menschen geleuchtet hatte, das war das Gotteswort, was an das Ohr des Menschen gedrungen war. Das konnte nicht für immer vergessen werden.

[ 2 ] Bevor die Menschheit auch geistig ganz im materiellen Leben aufging, da musste eine persönliche Inkarnation des Gotteslebens auf der Erde erscheinen. Hätte die Menschheit den Durchgang durch den Materialismus gemacht, ohne dass das Weltenleben sich in der Persönlichkeit des Christus Jesus inkarnierte, so hätte sie das Bewusstsein von ihrem göttlichen Ursprung ganz verloren, ihre Göttlichkeit wäre versunken und auf immer untergetaucht im Sinnenleben. Unauslöschlich aber prägte es sich dem Bewusstsein der Menschheit ein, dass Christus gelebt hat, dass ein göttliches Wesen unter den Menschen geweilt hat und den sichtbaren Beweis dafür gegeben, dass ein göttliches Leben in der Welt und im Menschen ist. Auch die größten Zweifel, durch die die einzelnen Menschen hindurchgehen mussten, konnten nicht die Erinnerung daran zerstören, dass Gottes Sohn unter den Menschen gewandelt war. Das war das Licht, was den Menschen geleuchtet hatte, das war das Gotteswort, was an das Ohr des Menschen gedrungen war. Das konnte nicht für immer vergessen werden.

[ 3 ] Aber es musste eine Zeit lang die Erinnerung daran verblassen. Auch der letzte äußere Halt musste dem Menschen entrissen werden. Er musste ganz auf eigene Füße gestellt werden. Das Weltenleben entzog sich eine Zeit lang den Blicken der Menschen. Der Mensch musste nicht nur durch viele Inkarnationen hindurch den Tod kennenlernen am Schluss jedes Lebens, sondern er musste einmal das verstehen lernen, was der Tod überhaupt für die ganze Welt zu bedeuten hat. Er lebte eine Zeit lang nicht das wirkliche Leben. Sein Aufgehen im Materiellen war ein fortgesetztes Sterben.

[ 3 ] Aber es musste eine Zeit lang die Erinnerung daran verblassen. Auch der letzte äußere Halt musste dem Menschen entrissen werden. Er musste ganz auf eigene Füße gestellt werden. Das Weltenleben entzog sich eine Zeit lang den Blicken der Menschen. Der Mensch musste nicht nur durch viele Inkarnationen hindurch den Tod kennenlernen am Schluss jedes Lebens, sondern er musste einmal das verstehen lernen, was der Tod überhaupt für die ganze Welt zu bedeuten hat. Er lebte eine Zeit lang nicht das wirkliche Leben. Sein Aufgehen im Materiellen war ein fortgesetztes Sterben.

[ 4 ] Aber durch das Herabsteigen des Gottessohnes war ein Keim zu neuem Leben in die Menschheit gelegt worden, und nachdem sie durch den Tod des Materialismus hindurchgegangen, konnte dieser Keim wieder aufsprießen. Eine Zeit lang musste die Menschheit vergessen, welche Kraft sich in dem Christus Jesus verkörpert hatte, aber dann sollte es ihr voll und ganz zum Bewusstsein kommen. Nur verhüllt hatte sich das Weltenleben vor den Augen der Menschen, um dann, wenn die Menschen selbstständig geworden waren, vor ihnen neu zu erstehen.

[ 4 ] Aber durch das Herabsteigen des Gottessohnes war ein Keim zu neuem Leben in die Menschheit gelegt worden, und nachdem sie durch den Tod des Materialismus hindurchgegangen, konnte dieser Keim wieder aufsprießen. Eine Zeit lang musste die Menschheit vergessen, welche Kraft sich in dem Christus Jesus verkörpert hatte, aber dann sollte es ihr voll und ganz zum Bewusstsein kommen. Nur verhüllt hatte sich das Weltenleben vor den Augen der Menschen, um dann, wenn die Menschen selbstständig geworden waren, vor ihnen neu zu erstehen.

[ 5 ] Es war bei uns alle Tage, nur sahen wir es nicht; aber es wird neu erstehen und bis an der Welt Ende bei uns sein. Das Erscheinen des Christuslebens in einer Persönlichkeit führte die Menschen erst zur richtigen Wertschätzung des persönlichen Lebens im physischen Dasein. Damit diese Schätzung der Persönlichkeit eintreten konnte, musste einmal das Höchste in einer Persönlichkeit unter den Menschen leben. An dem Christus Jesus mussten die Menschen lernen, dass der physische Leib ein Tempel der Gottheit ist. Dies prägte sich der Menschheit so tief ein, dass das Bewusstsein des Wertes der Persönlichkeit schließlich zu einer Überschätzung des Physischen führte, und dass darüber die höheren Welten vergessen wurden. Der Mensch verehrte nur noch die physischen Atome, aber sah nicht mehr das sie belebende Weltenleben. Große Persönlichkeiten bildeten sich heraus, aber das höhere Leben erkannten sie nicht mehr.

[ 5 ] Es war bei uns alle Tage, nur sahen wir es nicht; aber es wird neu erstehen und bis an der Welt Ende bei uns sein. Das Erscheinen des Christuslebens in einer Persönlichkeit führte die Menschen erst zur richtigen Wertschätzung des persönlichen Lebens im physischen Dasein. Damit diese Schätzung der Persönlichkeit eintreten konnte, musste einmal das Höchste in einer Persönlichkeit unter den Menschen leben. An dem Christus Jesus mussten die Menschen lernen, dass der physische Leib ein Tempel der Gottheit ist. Dies prägte sich der Menschheit so tief ein, dass das Bewusstsein des Wertes der Persönlichkeit schließlich zu einer Überschätzung des Physischen führte, und dass darüber die höheren Welten vergessen wurden. Der Mensch verehrte nur noch die physischen Atome, aber sah nicht mehr das sie belebende Weltenleben. Große Persönlichkeiten bildeten sich heraus, aber das höhere Leben erkannten sie nicht mehr.

[ 6 ] Die Sonne war hinter Wolken verborgen, und ohne geistiges Licht musste die Menschheit eine Zeit lang ihren Weg wandeln. Gottverlassen war sie und ganz auf sich gestellt. Draußen fand sie keine Hilfe mehr und suchte nun die Kraft zum Leben nur noch in sich selbst. Selbstständig mussten die Menschen werden, um dadurch zu erkennen, dass die Gottheit, die draußen in der Welt wirkt, die sich ihren Blicken eine Zeit lang entzogen hatte, auch in ihnen in jedem Einzelnen wirkt.

[ 6 ] Die Sonne war hinter Wolken verborgen, und ohne geistiges Licht musste die Menschheit eine Zeit lang ihren Weg wandeln. Gottverlassen war sie und ganz auf sich gestellt. Draußen fand sie keine Hilfe mehr und suchte nun die Kraft zum Leben nur noch in sich selbst. Selbstständig mussten die Menschen werden, um dadurch zu erkennen, dass die Gottheit, die draußen in der Welt wirkt, die sich ihren Blicken eine Zeit lang entzogen hatte, auch in ihnen in jedem Einzelnen wirkt.

[ 7 ] Dieser Übergang von dem Glauben an den äußeren Gott zu dem Erkennen des inneren Gottes, den hat die ganze Menschheit durchzumachen, und nach und nach werden alle wieder aus dem Dunkel des Zweifels und Nichtwissens von Gott übergehen in die klare Erkenntnis des Göttlichen in ihrer eigenen Brust, Und dieses innere Göttliche führt sie dann zurück auf demselben Wege, durch das Physische hindurch, zur Erkenntnis des Geistigen. Das Physische ist das, was den Menschen hinabführt, aber auch das, was ihn hinaufführt. Durch die physische Persönlichkeit hindurch geht der Weg zum Ewigen. So wie der Mensch von außen in den Körper einzieht, ist dies ein Verdunkelungsprozess, eine Abkehr vom Geiste, ein Herabsinken in die Verdichtung der physischen Materie, eine Verdunkelung, ähnlich wie wenn man eintritt aus dem hellen Sonnenlicht in einen dunklen Raum. Aber in der Dunkelheit dieses physischen Körpers fand der Mensch den größten Schatz, einen Schatz, den er heben musste; er fand sich selbst; dort war sein Ich eingezogen, der Gotteskeim, der dort unter der Hülle des physischen Körpers schlummerte. Mit diesem Ich musste sich sein Bewusstsein verbinden. Dann konnte er mit diesem Ich und in diesem Ich wieder hinausschauen durch die physische Hülle in die Umwelt. Durch den physischen Körper konnte er nun hinausschauen. Und nun lernte er, dass von innen betrachtet der physische Körper nicht dasselbe ist wie von außen betrachtet. Er lernte erst den wahren Wert der physischen Verdichtung kennen. Sie gab seinem Ich eine Hülle, in der es sich manifestieren konnte, und wurde aber auch zugleich das Mittel, wodurch das Ich mit der physischen und mit den höheren Welten in bewusste Verbindung treten konnte. Und gerade der physische Körper, der ihm beim Abstieg die Geisteswelt verdunkelte, wurde nun durchleuchtet und hell und der Durchgangspunkt für das Licht und das höhere Leben. So wurde der physische Körper einerseits eine Hülle für das Ich, welches es abschloss von der Umwelt; wie der Körper des Jesus von Nazareth eine Hülle für das Weltenleben wurde, in der es eine Zeit lang wohnen konnte; aber andererseits wurde der physische Körper die Schwelle zu dem höheren Dasein, das Organ, den Geist der Welt zu erkennen in der Gestaltenwelt um uns her und das Licht des Gottesgeistes aufzunehmen. Er musste ein Tempel werden, in dem das göttliche Ich bewusst wohnt.

[ 7 ] Dieser Übergang von dem Glauben an den äußeren Gott zu dem Erkennen des inneren Gottes, den hat die ganze Menschheit durchzumachen, und nach und nach werden alle wieder aus dem Dunkel des Zweifels und Nichtwissens von Gott übergehen in die klare Erkenntnis des Göttlichen in ihrer eigenen Brust, Und dieses innere Göttliche führt sie dann zurück auf demselben Wege, durch das Physische hindurch, zur Erkenntnis des Geistigen. Das Physische ist das, was den Menschen hinabführt, aber auch das, was ihn hinaufführt. Durch die physische Persönlichkeit hindurch geht der Weg zum Ewigen. So wie der Mensch von außen in den Körper einzieht, ist dies ein Verdunkelungsprozess, eine Abkehr vom Geiste, ein Herabsinken in die Verdichtung der physischen Materie, eine Verdunkelung, ähnlich wie wenn man eintritt aus dem hellen Sonnenlicht in einen dunklen Raum. Aber in der Dunkelheit dieses physischen Körpers fand der Mensch den größten Schatz, einen Schatz, den er heben musste; er fand sich selbst; dort war sein Ich eingezogen, der Gotteskeim, der dort unter der Hülle des physischen Körpers schlummerte. Mit diesem Ich musste sich sein Bewusstsein verbinden. Dann konnte er mit diesem Ich und in diesem Ich wieder hinausschauen durch die physische Hülle in die Umwelt. Durch den physischen Körper konnte er nun hinausschauen. Und nun lernte er, dass von innen betrachtet der physische Körper nicht dasselbe ist wie von außen betrachtet. Er lernte erst den wahren Wert der physischen Verdichtung kennen. Sie gab seinem Ich eine Hülle, in der es sich manifestieren konnte, und wurde aber auch zugleich das Mittel, wodurch das Ich mit der physischen und mit den höheren Welten in bewusste Verbindung treten konnte. Und gerade der physische Körper, der ihm beim Abstieg die Geisteswelt verdunkelte, wurde nun durchleuchtet und hell und der Durchgangspunkt für das Licht und das höhere Leben. So wurde der physische Körper einerseits eine Hülle für das Ich, welches es abschloss von der Umwelt; wie der Körper des Jesus von Nazareth eine Hülle für das Weltenleben wurde, in der es eine Zeit lang wohnen konnte; aber andererseits wurde der physische Körper die Schwelle zu dem höheren Dasein, das Organ, den Geist der Welt zu erkennen in der Gestaltenwelt um uns her und das Licht des Gottesgeistes aufzunehmen. Er musste ein Tempel werden, in dem das göttliche Ich bewusst wohnt.

[ 8 ] Christus musste deshalb sterben, weil das Ich in die Verdunkelung eintrat durch das Einziehen in den physischen Körper. Dieses bedeutete eine Kreuzigung. Und in dem physischen Körper blieb das Ich zunächst wie eingekerkert, wie begraben; durch zweieinhalb Tage bis zum dritten Tage war der Körper Jesu, die Persönlichkeit, ohne Leben. So blieb die Bedeutung des Christuslebens verborgen hinter der persönlichen Erscheinung des Jesus von Nazareth für die ganze Menschheit während zweitausend Jahren. Erst im dritten Jahrtausend — entsprechend dem dritten Tage nach dem Tode Christi — wird die Menschheit die volle Bedeutung des Christentums erkennen. Dann wird Christus in der Menschheit auferstehen; und bewusst werden die einzelnen Menschen des Christuslebens teilhaftig werden. Die ganze Menschheit zusammen bildet dann einen Tempel, in dem Christus wohnt.

[ 8 ] Christus musste deshalb sterben, weil das Ich in die Verdunkelung eintrat durch das Einziehen in den physischen Körper. Dieses bedeutete eine Kreuzigung. Und in dem physischen Körper blieb das Ich zunächst wie eingekerkert, wie begraben; durch zweieinhalb Tage bis zum dritten Tage war der Körper Jesu, die Persönlichkeit, ohne Leben. So blieb die Bedeutung des Christuslebens verborgen hinter der persönlichen Erscheinung des Jesus von Nazareth für die ganze Menschheit während zweitausend Jahren. Erst im dritten Jahrtausend — entsprechend dem dritten Tage nach dem Tode Christi — wird die Menschheit die volle Bedeutung des Christentums erkennen. Dann wird Christus in der Menschheit auferstehen; und bewusst werden die einzelnen Menschen des Christuslebens teilhaftig werden. Die ganze Menschheit zusammen bildet dann einen Tempel, in dem Christus wohnt.

[ 9 ] So steht das physische Dasein einerseits als eine Scheidewand da, die uns vom Geistigen trennt, aber andererseits auch als die Brücke zum Geistigen. Bis ins physische Dasein wurde das Ich, der Gotteskeim versenkt. Das hat die Erscheinung des Christus Jesus der Menschheit bewiesen. Aber dies physische Dasein leitet über zum Geistigen. Wie ein Samenkorn in die Erde gelegt wird, so wurde das Ich ins physische Dasein versenkt. Wie das Samenkorn im Frühling aufsprießt, so muss auch das Ich aufsprießen aus dem Physischen heraus, es muss die physische Hülle von innen durchleuchten. Dann wiederholt sich im einzelnen Menschen, was Christus immer in der Welt bedeutet, das Hervorsprießen alles Lebendigen aus der physischen Materie, und was er einmal in einem Menschen dargelebt hat, das Hervorgehen des Gotteslebens aus einer Persönlichkeit. Wenn das Ich zur Reife gelangt ist, in der physischen Hülle, dann kann es herausgeboren werden in die Umwelt hinein und die Umwelt bereichern um eine neue göttliche Kraft, so wie bei jeder physischen Geburt die Umwelt bereichert wird um eine neue physische Gestalt. Die Geburt des Christus stellt das Bewusstwerden des Ich in den physischen Menschen dar — der Tod und die Grablegung sind das Aufgehen des Ich im Physischen; die Auferstehung bedeutet das bewusste Hervorgehen aus dem Physischen. Als Christus in die Welt hineingeboren wurde, da begann erst das Ich im Menschen zum Selbstbewusstsein sich zu entwickeln. Dann verwechselte es sich eine Zeit lang mit der Persönlichkeit, um schließlich, als es zur Reife gelangt war, über die Schwelle der Persönlichkeit hinauszutreten und sich mit dem Weltenleben zu vereinigen und als Neues, Größeres, Geistiges aufzuerstehen.

[ 9 ] So steht das physische Dasein einerseits als eine Scheidewand da, die uns vom Geistigen trennt, aber andererseits auch als die Brücke zum Geistigen. Bis ins physische Dasein wurde das Ich, der Gotteskeim versenkt. Das hat die Erscheinung des Christus Jesus der Menschheit bewiesen. Aber dies physische Dasein leitet über zum Geistigen. Wie ein Samenkorn in die Erde gelegt wird, so wurde das Ich ins physische Dasein versenkt. Wie das Samenkorn im Frühling aufsprießt, so muss auch das Ich aufsprießen aus dem Physischen heraus, es muss die physische Hülle von innen durchleuchten. Dann wiederholt sich im einzelnen Menschen, was Christus immer in der Welt bedeutet, das Hervorsprießen alles Lebendigen aus der physischen Materie, und was er einmal in einem Menschen dargelebt hat, das Hervorgehen des Gotteslebens aus einer Persönlichkeit. Wenn das Ich zur Reife gelangt ist, in der physischen Hülle, dann kann es herausgeboren werden in die Umwelt hinein und die Umwelt bereichern um eine neue göttliche Kraft, so wie bei jeder physischen Geburt die Umwelt bereichert wird um eine neue physische Gestalt. Die Geburt des Christus stellt das Bewusstwerden des Ich in den physischen Menschen dar — der Tod und die Grablegung sind das Aufgehen des Ich im Physischen; die Auferstehung bedeutet das bewusste Hervorgehen aus dem Physischen. Als Christus in die Welt hineingeboren wurde, da begann erst das Ich im Menschen zum Selbstbewusstsein sich zu entwickeln. Dann verwechselte es sich eine Zeit lang mit der Persönlichkeit, um schließlich, als es zur Reife gelangt war, über die Schwelle der Persönlichkeit hinauszutreten und sich mit dem Weltenleben zu vereinigen und als Neues, Größeres, Geistiges aufzuerstehen.