Notes from Mathilde Scholl 1904–1906
GA 91
18 September 1906, Landin
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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
24. Substanz und Kraft
24. Substanz und Kraft
[ 1 ] Urkraft und Ursubstanz sind eine Einheit. Aus dieser Einheit geht alles Offenbarte hervor. Es war das Bewusstsein dieser Urkraft und Ursubstanz, die sie zur Manifestation trieb, gerade so, wie es das Bewusstsein des Menschen ist, das ihn in die physischen Inkarnationen hineintreibt. Dies Bewusstsein ruht auch in dem Urgrunde; zum Ausdruck kommt es aber durch das Hervortreten aus diesem Urgrunde. Damit es hervortreten könne, braucht es einen Teil der Urkraft, des Lebens, und der Ursubstanz, des Seins. So trat das Bewusstsein, der Gottesgedanke, am Anfang hervor, fußend auf den andern Teilen der göttlichen Einheit, auf der Kraft und der Substanz oder dem Leben und dem Sein. Das Bewusstsein ist der Geist, das Leben der Sohn, der Wille ist der Vater. Das Bewusstsein ist das Gewollte, die Kraft ist das Wollende; das Leben führt den Willen der Urkraft aus.
[ 1 ] Urkraft und Ursubstanz sind eine Einheit. Aus dieser Einheit geht alles Offenbarte hervor. Es war das Bewusstsein dieser Urkraft und Ursubstanz, die sie zur Manifestation trieb, gerade so, wie es das Bewusstsein des Menschen ist, das ihn in die physischen Inkarnationen hineintreibt. Dies Bewusstsein ruht auch in dem Urgrunde; zum Ausdruck kommt es aber durch das Hervortreten aus diesem Urgrunde. Damit es hervortreten könne, braucht es einen Teil der Urkraft, des Lebens, und der Ursubstanz, des Seins. So trat das Bewusstsein, der Gottesgedanke, am Anfang hervor, fußend auf den andern Teilen der göttlichen Einheit, auf der Kraft und der Substanz oder dem Leben und dem Sein. Das Bewusstsein ist der Geist, das Leben der Sohn, der Wille ist der Vater. Das Bewusstsein ist das Gewollte, die Kraft ist das Wollende; das Leben führt den Willen der Urkraft aus.
[ 2 ] Um sich selbst zu überschauen, hob sich das Bewusstsein der Urkraft auf den Wellen des Lebens aus dieser Urkraft heraus. So trat das Bewusstsein hervor wie die Lichtstrahlen aus dem Innern eines Leuchtkörpers. Herausgetragen wurde es durch den Rhythmus des aus dem Innern hervorquellenden Lebens. Der Träger des Bewusstseins bleibt verborgen, so wie der Kern eines Leuchtkörpers verborgen bleibt. Den Mittelpunkt der strahlenden Sonne sehen wir nicht, der Mittelpunkt, der Kern einer Flamme bleibt dunkel; die Kraft der menschlichen Manifestation im Innern des Menschen, welche die Aura ausstrahlt, erscheint selbst für das Auge des Sehers wie der dunkle Kern einer Flamme.
[ 2 ] Um sich selbst zu überschauen, hob sich das Bewusstsein der Urkraft auf den Wellen des Lebens aus dieser Urkraft heraus. So trat das Bewusstsein hervor wie die Lichtstrahlen aus dem Innern eines Leuchtkörpers. Herausgetragen wurde es durch den Rhythmus des aus dem Innern hervorquellenden Lebens. Der Träger des Bewusstseins bleibt verborgen, so wie der Kern eines Leuchtkörpers verborgen bleibt. Den Mittelpunkt der strahlenden Sonne sehen wir nicht, der Mittelpunkt, der Kern einer Flamme bleibt dunkel; die Kraft der menschlichen Manifestation im Innern des Menschen, welche die Aura ausstrahlt, erscheint selbst für das Auge des Sehers wie der dunkle Kern einer Flamme.
[ 3 ] Das Bewusstsein der Urkraft ist der unendliche Raum, und die Gedanken der Urkraft treten uns in diesem Raume als die Gestalten entgegen. Während wir in den Gestalten den höchsten Ausdruck des Bewusstseins der Urkraft sehen, erblicken wir in dem Wechsel der Erscheinung den Ausdruck des Lebens der Urkraft; aber die höchste Kraft selbst ruht in der Einheit, aus der die Mannigfaltigkeit hervorgeht. Es sind da zwei Pole der Urkraft in der Welt; da wo Kraft und Substanz als Eins, als in sich ungeteilt erscheinen, ist der eine Pol; und der andere Pol ist der, wo sowohl Kraft als auch Substanz als viele Einzelheiten erscheinen, in der physischen Manifestation. Da aber Urkraft und Ursubstanz in dieser höchsten Teilung auch den höchsten Grad des Bewusstseins erlangen, so bildet auch diese höchste Gliederung der Kraft und Substanz einen Teil der Vollkommenheit des göttlichen Wesens. Die Vollkommenheit der Bewusstseinsseite des Göttlichen liegt in der Möglichkeit, sich selbst bewusst zu beschauen durch den gegliederten Kosmos. Die Größe der Kraft liegt in der Einheit, die Größe des Bewusstseins in der Mannigfaltigkeit, die Größe des Lebens liegt in dem steten Aufrechterhalten des Zusammenhanges zwischen Urkraft und Manifestation.
[ 3 ] Das Bewusstsein der Urkraft ist der unendliche Raum, und die Gedanken der Urkraft treten uns in diesem Raume als die Gestalten entgegen. Während wir in den Gestalten den höchsten Ausdruck des Bewusstseins der Urkraft sehen, erblicken wir in dem Wechsel der Erscheinung den Ausdruck des Lebens der Urkraft; aber die höchste Kraft selbst ruht in der Einheit, aus der die Mannigfaltigkeit hervorgeht. Es sind da zwei Pole der Urkraft in der Welt; da wo Kraft und Substanz als Eins, als in sich ungeteilt erscheinen, ist der eine Pol; und der andere Pol ist der, wo sowohl Kraft als auch Substanz als viele Einzelheiten erscheinen, in der physischen Manifestation. Da aber Urkraft und Ursubstanz in dieser höchsten Teilung auch den höchsten Grad des Bewusstseins erlangen, so bildet auch diese höchste Gliederung der Kraft und Substanz einen Teil der Vollkommenheit des göttlichen Wesens. Die Vollkommenheit der Bewusstseinsseite des Göttlichen liegt in der Möglichkeit, sich selbst bewusst zu beschauen durch den gegliederten Kosmos. Die Größe der Kraft liegt in der Einheit, die Größe des Bewusstseins in der Mannigfaltigkeit, die Größe des Lebens liegt in dem steten Aufrechterhalten des Zusammenhanges zwischen Urkraft und Manifestation.
[ 4 ] In dem Einen sind Kraft und Substanz in ewiger Ruhe zusammen; in dem Leben sind Kraft und Substanz in Bewegung, in Rhythmus; in dem Bewusstsein treten Kraft und Substanz sich gegenüber. Es tritt das Bewusstsein dem durch es selbst zum Ausdruck Gekommenen gegenüber. Da tritt erst die Objektivität der Welt ein, gegenüber der Subjektivität des Bewusstseins.
[ 4 ] In dem Einen sind Kraft und Substanz in ewiger Ruhe zusammen; in dem Leben sind Kraft und Substanz in Bewegung, in Rhythmus; in dem Bewusstsein treten Kraft und Substanz sich gegenüber. Es tritt das Bewusstsein dem durch es selbst zum Ausdruck Gekommenen gegenüber. Da tritt erst die Objektivität der Welt ein, gegenüber der Subjektivität des Bewusstseins.
[ 5 ] Das Bewusstsein hebt sich empor aus der einheitlichen Ursubstanz und der Urkraft durch das Leben. Nun schaut es in dem Gewordenen die beiden Pole, Kraft und Substanz; aber im Werdenden, dem Leben, erkennt es ihre Vereinigung, und dadurch erkennt es auch ihre ursprüngliche Einheit. So schließt sich die Dreieinigkeit allen Seins zusammen.
[ 5 ] Das Bewusstsein hebt sich empor aus der einheitlichen Ursubstanz und der Urkraft durch das Leben. Nun schaut es in dem Gewordenen die beiden Pole, Kraft und Substanz; aber im Werdenden, dem Leben, erkennt es ihre Vereinigung, und dadurch erkennt es auch ihre ursprüngliche Einheit. So schließt sich die Dreieinigkeit allen Seins zusammen.
[ 6 ] Es gibt ein Gesetz, dass die Wirkung einer Kraft in demselben Maße abnimmt, wie die Quadrate der Entfernung von ihr zunehmen. In dem physischen Kosmos sehen wir die Manifestation der Gottheit, die Ausgestaltung ihres Bewusstseins. In dieser Ausgestaltung des göttlichen Bewusstseins, in dem stärksten Hervortreten der Gottesgedanken, sehen wir auch die größte Entfernung von der Urkraft. Darum ist in der äußeren, sichtbaren Welt allerdings die Mannigfaltigkeit der aus der Urkraft hervorgehenden Gedanken am besten für uns zu erkennen, aber die Größe der Kraft erscheint uns dort am wenigsten, weil die Kraft sich dort hingegeben hat, indem sie in vielen Einzelerscheinungen auftritt. Es ist die Gliederung der Urkraft, die wir in der physischen Welt, die wir in den Gestalten erkennen. Erst dann können wir die Bedeutung der physischen Welt, die uns im Raume erscheint, erkennen, wenn wir den Raum als das Bewusstsein der Gottheit, die Gestalten darin als die Gedanken der Gottheit betrachten. Alles, was um uns ist im Raume, sind Gedanken im Bewusstsein der ewigen, göttlichen Urkraft. Während die Urkraft und Ursubstanz eins ist und alles erfüllt und umspannt, was ist und lebt, gestaltet sie ihre Gedanken im Raume aus, und teilt ihnen einen Teil ihrer Kraft mit, einen Teil ihrer Substanz, wie beim Mineral; dazu noch einen Teil ihres Lebens, wie bei der Pflanze; und dazu noch einen Teil ihres Bewusstseins, wie beim Tier- und Menschenreich. Dazu gab sie dem Menschen noch die Kraft der Freiheit, das heißt selbstbewusst zu werden. Durch den Menschen beschaut die Gottheit sich selbst. Und dadurch teilte sie dem Menschen die Kraft mit, die Gottheit zu erkennen; [zu erkennen, dass die Menschen sowohl — wie alles Geschaffene — die gewordenen Gottesgedanken sind und dass sie ihr Leben von der Gottheit empfangen und ihre Kraft, ihr Wille im Willen der Gottheit ruht.]
[ 6 ] Es gibt ein Gesetz, dass die Wirkung einer Kraft in demselben Maße abnimmt, wie die Quadrate der Entfernung von ihr zunehmen. In dem physischen Kosmos sehen wir die Manifestation der Gottheit, die Ausgestaltung ihres Bewusstseins. In dieser Ausgestaltung des göttlichen Bewusstseins, in dem stärksten Hervortreten der Gottesgedanken, sehen wir auch die größte Entfernung von der Urkraft. Darum ist in der äußeren, sichtbaren Welt allerdings die Mannigfaltigkeit der aus der Urkraft hervorgehenden Gedanken am besten für uns zu erkennen, aber die Größe der Kraft erscheint uns dort am wenigsten, weil die Kraft sich dort hingegeben hat, indem sie in vielen Einzelerscheinungen auftritt. Es ist die Gliederung der Urkraft, die wir in der physischen Welt, die wir in den Gestalten erkennen. Erst dann können wir die Bedeutung der physischen Welt, die uns im Raume erscheint, erkennen, wenn wir den Raum als das Bewusstsein der Gottheit, die Gestalten darin als die Gedanken der Gottheit betrachten. Alles, was um uns ist im Raume, sind Gedanken im Bewusstsein der ewigen, göttlichen Urkraft. Während die Urkraft und Ursubstanz eins ist und alles erfüllt und umspannt, was ist und lebt, gestaltet sie ihre Gedanken im Raume aus, und teilt ihnen einen Teil ihrer Kraft mit, einen Teil ihrer Substanz, wie beim Mineral; dazu noch einen Teil ihres Lebens, wie bei der Pflanze; und dazu noch einen Teil ihres Bewusstseins, wie beim Tier- und Menschenreich. Dazu gab sie dem Menschen noch die Kraft der Freiheit, das heißt selbstbewusst zu werden. Durch den Menschen beschaut die Gottheit sich selbst. Und dadurch teilte sie dem Menschen die Kraft mit, die Gottheit zu erkennen; [zu erkennen, dass die Menschen sowohl — wie alles Geschaffene — die gewordenen Gottesgedanken sind und dass sie ihr Leben von der Gottheit empfangen und ihre Kraft, ihr Wille im Willen der Gottheit ruht.]
[ 7 ] Jeder einzelne verkörperte Gottesgedanke ist ein Spiegelbild der ursprünglichen Einheit. Die größte Objektivität der Welt ist der Reflex der größten Subjektivität. Aus dem Einen gingen durch das von ihm ausströmende Leben viele Einzelgestalten hervor, und alle diese Einzelgestalten bringen einen Teil der Kräfte des Einen zum Ausdruck. Jede Gestalt in der Welt ist vollkommen, wenn sie den Teil der Urkraft zum Ausdruck bringt, den sie zum Ausdruck bringen soll, wozu sie diese Urkraft bestimmt hat.
[ 7 ] Jeder einzelne verkörperte Gottesgedanke ist ein Spiegelbild der ursprünglichen Einheit. Die größte Objektivität der Welt ist der Reflex der größten Subjektivität. Aus dem Einen gingen durch das von ihm ausströmende Leben viele Einzelgestalten hervor, und alle diese Einzelgestalten bringen einen Teil der Kräfte des Einen zum Ausdruck. Jede Gestalt in der Welt ist vollkommen, wenn sie den Teil der Urkraft zum Ausdruck bringt, den sie zum Ausdruck bringen soll, wozu sie diese Urkraft bestimmt hat.
[ 8 ] Die mineralische Welt soll vor allem das Ursein, die Ursubstanz in vielen Einzelwesen zum Ausdruck bringen. Die Pflanzenwelt soll das eine Leben in vielen lebendigen Gestalten zum Ausdruck bringen; das Tierreich soll das Empfinden in vielen Einzelwesen zum Ausdruck bringen. Der Mensch soll ein Spiegelbild der ganzen Urkraft werden, und dazu wurde ihm die Möglichkeit des Selbstbewusstseins und der Befreiung gegeben. Er wurde ein Kind der Gottheit, mit allen göttlichen Kräften so begabt, dass er in Freiheit sich zur Gottähnlichkeit entwickeln kann. Alle physischen Wesen sind Gottesgedanken, aber der Mensch ist ein solcher Gottesgedanke, der in das Leben der Gottheit und den Willen der Gottheit sich zurückwendet. Hervorgegangen aus dem Willen und dem Leben der Gottheit als Gedanke, wendert er sich im Gedanken in das Leben und den Willen wieder zurück, und so schließt er den Kreislauf der Gotteskraft, so führt er die herausgetretene, gegliederte Gotteskraft wieder in ihren einen Urgrund zurück.
[ 8 ] Die mineralische Welt soll vor allem das Ursein, die Ursubstanz in vielen Einzelwesen zum Ausdruck bringen. Die Pflanzenwelt soll das eine Leben in vielen lebendigen Gestalten zum Ausdruck bringen; das Tierreich soll das Empfinden in vielen Einzelwesen zum Ausdruck bringen. Der Mensch soll ein Spiegelbild der ganzen Urkraft werden, und dazu wurde ihm die Möglichkeit des Selbstbewusstseins und der Befreiung gegeben. Er wurde ein Kind der Gottheit, mit allen göttlichen Kräften so begabt, dass er in Freiheit sich zur Gottähnlichkeit entwickeln kann. Alle physischen Wesen sind Gottesgedanken, aber der Mensch ist ein solcher Gottesgedanke, der in das Leben der Gottheit und den Willen der Gottheit sich zurückwendet. Hervorgegangen aus dem Willen und dem Leben der Gottheit als Gedanke, wendert er sich im Gedanken in das Leben und den Willen wieder zurück, und so schließt er den Kreislauf der Gotteskraft, so führt er die herausgetretene, gegliederte Gotteskraft wieder in ihren einen Urgrund zurück.
[ 9 ] In der physischen Gestaltenwelt erkennen wir die höchste Gliederung der Gottheit nach der Seite der Kraft sowohl als auch nach der der Substanz, denn Kraft und Substanz sind ja im Grunde immer verbunden. Der enge Zusammenhang der einzelnen Teilchen in allem mineralisch Gestalteten ist nur eine Täuschung. So wie die einzelnen Gestalten nur dadurch für unsere Sinne erkennbar sind, dass sie getrennt sind, sind auch die einzelnen Teilchen des Gestalteten in der Mineralwelt nur dadurch für uns erkennbar, dass zwischen allen Atomen Zwischenräume sind. So wie durch die Trennung der einzelnen Gestalten Licht und Schatten entstand, sodass sie dadurch für das physische Auge sichtbar wurden, so sind auch alle mineralischen Substanzen deshalb für das physische Auge sichtbar, weil sie durch Trennung der Atome Licht und Schatten bewirken. Wäre alles Mineralische eine undifferenzierte Einheit und wir ebenso in dieser Einheit undifferenziert darinnen, so könnten wir nichts in der Umwelt objektiv erkennen. Dann gäbe es keine Trennung, aber auch kein Licht und Schatten, kein äußeres physisches Wahrnehmen durch die physischen Sinne. Damit die Gegenstände hervortreten konnten — als einzelne —, musste Trennung eintreten, musste es Licht werden zwischen uns und den Gegenständen. Was vorgegangen ist mit der Herausgestaltung der Gottesgedanken, die uns als besondere Einzelwesen entgegentreten, das ist auch vorgegangen in der ganzen Substanz; die einzelnen Atome traten auseinander. Wir könnten einen Körper nicht durchschneiden, wenn seine Substanz eine kontinuierliche Masse bildete. Wasser kann man nicht durchschneiden, Luft kann man nicht durchschneiden, weil die Teilchen des Wassers und der Luft enger zusammenhängen als die Teilchen der festen Substanzen. Aber trennen kann man dennoch Wasser- und Luftteilchen durch feste Substanzen, die dauernd hineingeschoben werden. Wir wissen aber, dass sowohl die Wasser- als auch die Luftteilchen das Bestreben haben, immer wieder zusammenzufließen. Ähnliches finden wir bei einigen festen Substanzen, zum Beispiel beim magnetischen Eisen, dass sie auch das Bestreben haben, zusammenzuströmen. Je feiner und für unsere physischen Sinne weniger wahrnehmbar eine Substanz ist, desto inniger ist ihr Zusammenhang, desto weniger können wir die einzelnen Teilchen voneinander trennen, desto schneller füllen sich die Lücken aus, desto größer ist die Kraft, die die einzelnen Teilchen zusammenhält. Die Ursubstanz kann durch eine andere Kraft nicht geteilt werden, sie ist in sich eins, undifferenziert; und wo in den anderen, von ihr ausgegangenen Substanzen irgendeine Lücke entsteht, da füllt sie diese aus durch sich selbst, oder durch die aus sich herausgegliederten Substanzen. So ist alles dauernd erfüllt von der Fülle der Gottheit.
[ 9 ] In der physischen Gestaltenwelt erkennen wir die höchste Gliederung der Gottheit nach der Seite der Kraft sowohl als auch nach der der Substanz, denn Kraft und Substanz sind ja im Grunde immer verbunden. Der enge Zusammenhang der einzelnen Teilchen in allem mineralisch Gestalteten ist nur eine Täuschung. So wie die einzelnen Gestalten nur dadurch für unsere Sinne erkennbar sind, dass sie getrennt sind, sind auch die einzelnen Teilchen des Gestalteten in der Mineralwelt nur dadurch für uns erkennbar, dass zwischen allen Atomen Zwischenräume sind. So wie durch die Trennung der einzelnen Gestalten Licht und Schatten entstand, sodass sie dadurch für das physische Auge sichtbar wurden, so sind auch alle mineralischen Substanzen deshalb für das physische Auge sichtbar, weil sie durch Trennung der Atome Licht und Schatten bewirken. Wäre alles Mineralische eine undifferenzierte Einheit und wir ebenso in dieser Einheit undifferenziert darinnen, so könnten wir nichts in der Umwelt objektiv erkennen. Dann gäbe es keine Trennung, aber auch kein Licht und Schatten, kein äußeres physisches Wahrnehmen durch die physischen Sinne. Damit die Gegenstände hervortreten konnten — als einzelne —, musste Trennung eintreten, musste es Licht werden zwischen uns und den Gegenständen. Was vorgegangen ist mit der Herausgestaltung der Gottesgedanken, die uns als besondere Einzelwesen entgegentreten, das ist auch vorgegangen in der ganzen Substanz; die einzelnen Atome traten auseinander. Wir könnten einen Körper nicht durchschneiden, wenn seine Substanz eine kontinuierliche Masse bildete. Wasser kann man nicht durchschneiden, Luft kann man nicht durchschneiden, weil die Teilchen des Wassers und der Luft enger zusammenhängen als die Teilchen der festen Substanzen. Aber trennen kann man dennoch Wasser- und Luftteilchen durch feste Substanzen, die dauernd hineingeschoben werden. Wir wissen aber, dass sowohl die Wasser- als auch die Luftteilchen das Bestreben haben, immer wieder zusammenzufließen. Ähnliches finden wir bei einigen festen Substanzen, zum Beispiel beim magnetischen Eisen, dass sie auch das Bestreben haben, zusammenzuströmen. Je feiner und für unsere physischen Sinne weniger wahrnehmbar eine Substanz ist, desto inniger ist ihr Zusammenhang, desto weniger können wir die einzelnen Teilchen voneinander trennen, desto schneller füllen sich die Lücken aus, desto größer ist die Kraft, die die einzelnen Teilchen zusammenhält. Die Ursubstanz kann durch eine andere Kraft nicht geteilt werden, sie ist in sich eins, undifferenziert; und wo in den anderen, von ihr ausgegangenen Substanzen irgendeine Lücke entsteht, da füllt sie diese aus durch sich selbst, oder durch die aus sich herausgegliederten Substanzen. So ist alles dauernd erfüllt von der Fülle der Gottheit.
[ 10 ] Beim Abstieg wird die Ursubstanz immer weniger dicht. Die feste Materie ist eigentlich die am wenigsten dichte, weil sie am wenigsten kontinuierlich ist, die wechselvollste, ungleichmäßigste, der Ausdruck der höchsten Sonderung und des stärksten Gegenpols der einen Ursubstanz. Der Urgrund, in dem Substanz und Kraft ganz eins sind, ist der Ursprung allen Lebens. Das Leben ist das Zusammenwirken von Kraft und Substanz. Es tritt aus dem Unbewegten eine Bewegung heraus, die rhythmisch verläuft. Durch den Willen des göttlichen Urgrundes entsteht diese Bewegung, und alles Leben geht aus dieser Bewegung hervor. Die beiden Pole bilden sich aus der göttlichen Eins heraus, Substanz und Kraft; was sie zusammenhält, ist das Leben. Im Leben sind Substanz und Kraft vereinigt. Das Leben ist wie eine Saite gespannt von dem Pol der Kraft zu dem der Substanz; und wie eine Saite schwingt es rhythmisch zwischen diesen beiden Polen, und bringt so alles, was ist, in rhythmische Bewegung. Diese rhythmische Bewegung, die zugleich Substanz und Kraft ist, die in der Spannung zwischen Substanz und Kraft auftritt, die ist das, was in allem Lebendigen sich ausdrückt. Je stärker die Spannung, desto stärker das Leben; je weniger stark die Spannung, desto weniger Leben ist da. Aber nur in der weniger starken Spannung kann das Leben sich äußern. Bei der schr straff gespannten Saite bemerken wir die Schwingungen fast gar nicht. Bei der weniger straff gespannten Saite erkennen wir das Hin- und Herschwingen deutlicher. Die Bewegung der unendlich straff gespannten Saite kann man überhaupt nicht sehen, weil sie zu schnell ist und der Rhythmus so ununterbrochen, dass er der Unbewegtheit gleichkommt. Uns kann das Leben nur wahrnehmbar werden, wo es in der weniger großen Spannung zwischen Kraft und Substanz auftritt. Die geringste Spannung ist da im Physischen, da sehen wir die Bewegung des Lebens in dem Vergehen und Entstehen der Gestalten. Das sind die langsamsten Schwingungen, die größten Wellen des Lebens, die aber auch die geringste Kraft haben, die am meisten hervortreten, aber auch am weitesten wieder abfluten. Die stärkere Spannung des Lebens konzentriert das Leben in sich; es tritt nicht so stark hervor und flutet deshalb auch nicht so stark ab. Es verharrt mehr in sich, trotzdem dort die Kraft und die Schnelligkeit des Rhythmus eine bedeutend größere ist. Die größte Schnelligkeit trifft zusammen mit der größten Ruhe, die größte Kraft liegt in dem vollständig Geschlossensein, [in dem] Nicht-aus-sich-Heraustreten.
[ 10 ] Beim Abstieg wird die Ursubstanz immer weniger dicht. Die feste Materie ist eigentlich die am wenigsten dichte, weil sie am wenigsten kontinuierlich ist, die wechselvollste, ungleichmäßigste, der Ausdruck der höchsten Sonderung und des stärksten Gegenpols der einen Ursubstanz. Der Urgrund, in dem Substanz und Kraft ganz eins sind, ist der Ursprung allen Lebens. Das Leben ist das Zusammenwirken von Kraft und Substanz. Es tritt aus dem Unbewegten eine Bewegung heraus, die rhythmisch verläuft. Durch den Willen des göttlichen Urgrundes entsteht diese Bewegung, und alles Leben geht aus dieser Bewegung hervor. Die beiden Pole bilden sich aus der göttlichen Eins heraus, Substanz und Kraft; was sie zusammenhält, ist das Leben. Im Leben sind Substanz und Kraft vereinigt. Das Leben ist wie eine Saite gespannt von dem Pol der Kraft zu dem der Substanz; und wie eine Saite schwingt es rhythmisch zwischen diesen beiden Polen, und bringt so alles, was ist, in rhythmische Bewegung. Diese rhythmische Bewegung, die zugleich Substanz und Kraft ist, die in der Spannung zwischen Substanz und Kraft auftritt, die ist das, was in allem Lebendigen sich ausdrückt. Je stärker die Spannung, desto stärker das Leben; je weniger stark die Spannung, desto weniger Leben ist da. Aber nur in der weniger starken Spannung kann das Leben sich äußern. Bei der schr straff gespannten Saite bemerken wir die Schwingungen fast gar nicht. Bei der weniger straff gespannten Saite erkennen wir das Hin- und Herschwingen deutlicher. Die Bewegung der unendlich straff gespannten Saite kann man überhaupt nicht sehen, weil sie zu schnell ist und der Rhythmus so ununterbrochen, dass er der Unbewegtheit gleichkommt. Uns kann das Leben nur wahrnehmbar werden, wo es in der weniger großen Spannung zwischen Kraft und Substanz auftritt. Die geringste Spannung ist da im Physischen, da sehen wir die Bewegung des Lebens in dem Vergehen und Entstehen der Gestalten. Das sind die langsamsten Schwingungen, die größten Wellen des Lebens, die aber auch die geringste Kraft haben, die am meisten hervortreten, aber auch am weitesten wieder abfluten. Die stärkere Spannung des Lebens konzentriert das Leben in sich; es tritt nicht so stark hervor und flutet deshalb auch nicht so stark ab. Es verharrt mehr in sich, trotzdem dort die Kraft und die Schnelligkeit des Rhythmus eine bedeutend größere ist. Die größte Schnelligkeit trifft zusammen mit der größten Ruhe, die größte Kraft liegt in dem vollständig Geschlossensein, [in dem] Nicht-aus-sich-Heraustreten.
[ 11 ] Wir erkennen also im äußeren Dasein die Gliederung des göttlichen Bewusstseins in einzelne Gedanken; und die größten Wellen des göttlichen Lebens in den auf- und abflutenden Erscheinungen. Nur darin, dass die einzelnen Gestalten vor uns dastehen, objektiv, und darin, dass das Leben auf- und abflutet, erkennen wir den göttlichen Willen. Im Aufbauen und Zerstören gibt sich der göttliche Wille kund. Da ist die Kraft, die das Leben auf- und abfluten lässt, und die Kraft, die Gestalten erstehen lässt aus dem Lebensmeer heraus. Dass alles entsteht und wieder vergeht, ist der göttliche Willensausdruck. Der Wille Gottes selbst ist immer eins, ewig, unvergänglich, ganz undifferenziert, aber sein Spiegelbild ist die Aufeinanderfolge von Leben und Tod. Was die Gestalten ins Leben rief, das ruft sie auch wieder zurück aus dem Leben, so wie das Ich des Menschen ihn in die Inkarnation treibt und wieder daraus zurückzieht. Das Bewusstsein des Menschen kommt im Gedanken zum Ausdruck, das Bewusstsein Gottes in den Gestalten. Das, was sie gestaltet, was ihnen Wachstum verleiht, das ist das göttliche Leben. Dass aber das Bewusstsein sich lebendig gestaltet, das geht hervor aus dem göttlichen Willen.
[ 11 ] Wir erkennen also im äußeren Dasein die Gliederung des göttlichen Bewusstseins in einzelne Gedanken; und die größten Wellen des göttlichen Lebens in den auf- und abflutenden Erscheinungen. Nur darin, dass die einzelnen Gestalten vor uns dastehen, objektiv, und darin, dass das Leben auf- und abflutet, erkennen wir den göttlichen Willen. Im Aufbauen und Zerstören gibt sich der göttliche Wille kund. Da ist die Kraft, die das Leben auf- und abfluten lässt, und die Kraft, die Gestalten erstehen lässt aus dem Lebensmeer heraus. Dass alles entsteht und wieder vergeht, ist der göttliche Willensausdruck. Der Wille Gottes selbst ist immer eins, ewig, unvergänglich, ganz undifferenziert, aber sein Spiegelbild ist die Aufeinanderfolge von Leben und Tod. Was die Gestalten ins Leben rief, das ruft sie auch wieder zurück aus dem Leben, so wie das Ich des Menschen ihn in die Inkarnation treibt und wieder daraus zurückzieht. Das Bewusstsein des Menschen kommt im Gedanken zum Ausdruck, das Bewusstsein Gottes in den Gestalten. Das, was sie gestaltet, was ihnen Wachstum verleiht, das ist das göttliche Leben. Dass aber das Bewusstsein sich lebendig gestaltet, das geht hervor aus dem göttlichen Willen.
[ 12 ] In der ganzen Welt scehen wir die ausgestalteten Gedanken der Gottheit. Dass die Gedanken der Gottheit äußerlich sichtbar werden konnten, ist möglich durch die Opferung des Lebens ins Mineralreich. Da hat das Leben sich hingegeben, um den Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Das Leben tritt da ganz zurück hinter dem Ausdruck des Gedankens. Unsere Gedanken sollen ebenso rein von allem Übrigcn werden, was sich damit vermischt, wie der Kristall ungetrübt und einheitlich, in sich geschlossen und begierdelos einen Gottesgedanken zum Ausdruck bringt. Der Kristall ist der vollkommene Ausdruck eines Gottesgedankens. Die Substanz hat sich da geordnet nach den Linien des vom göttlichen Bewusstsein ausgesandten Gedankens. Die Kristalle sind ein Ausdruck der Formen der Urbilder des Lebens, aber nicht vom Leben durchtränkt. Werden in solche reinen Gottesgedanken die Lebensrhythmen der Gottheit hineingeströmt, so erstehen sie lebendig vor unsern Augen. Als lebendige Gottesgedanken ersteht vor uns die Pflanzenwelt. Sie drückt den reinen Lebensrhythmus aus. Auch die Pflanze ist noch begierdelos. Sie ist Gedanke und Leben, aber ohne Leidenschaft, ohne eigenen Willen.
[ 12 ] In der ganzen Welt scehen wir die ausgestalteten Gedanken der Gottheit. Dass die Gedanken der Gottheit äußerlich sichtbar werden konnten, ist möglich durch die Opferung des Lebens ins Mineralreich. Da hat das Leben sich hingegeben, um den Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Das Leben tritt da ganz zurück hinter dem Ausdruck des Gedankens. Unsere Gedanken sollen ebenso rein von allem Übrigcn werden, was sich damit vermischt, wie der Kristall ungetrübt und einheitlich, in sich geschlossen und begierdelos einen Gottesgedanken zum Ausdruck bringt. Der Kristall ist der vollkommene Ausdruck eines Gottesgedankens. Die Substanz hat sich da geordnet nach den Linien des vom göttlichen Bewusstsein ausgesandten Gedankens. Die Kristalle sind ein Ausdruck der Formen der Urbilder des Lebens, aber nicht vom Leben durchtränkt. Werden in solche reinen Gottesgedanken die Lebensrhythmen der Gottheit hineingeströmt, so erstehen sie lebendig vor unsern Augen. Als lebendige Gottesgedanken ersteht vor uns die Pflanzenwelt. Sie drückt den reinen Lebensrhythmus aus. Auch die Pflanze ist noch begierdelos. Sie ist Gedanke und Leben, aber ohne Leidenschaft, ohne eigenen Willen.
[ 13 ] Strömt nun ein Teil des Gotteswillens in die lebendigen Gestalten ein, so entsteht ein Reich der Leidenschaft, wie wir es im Tierreich und in der niederen Menschennatur sehen. Es wurzelt nichts mehr in dem Ganzen. Es trennt sich als Besonderes von dem Ganzen. Es wird in seiner äußeren Bewegung von dem Ganzen unabhängig. Das bewirkt der darin zum Vorschein kommende göttliche Wille. Es stellt den von dem Gottesbewusstsein getrennten eigenen Willen dar. Auch die Leidenschaft ist eine Kraft der Gottheit, die in den geschaffenen Gestalten die Selbstständigkeit hervorbrachte. Die Begierde ist zunächst der Ausdruck der so gewonnenen Selbstständigkeit. Nun versenkte sich aber der göttliche Wille in der Weise in den Menschen, dass ihm das göttliche Leben und das göttliche Bewusstsein auch zum eigenen Besitz werden konnte, und durch das göttliche Bewusstsein erkannte er sich als Teil der Gottheit, als aus der Gottheit hervorgegangen. Vereinigen konnte er sich von Neuem mit der Gottheit zunächst durch das Bewusstsein; dadurch wurde die Trennung überwunden. Dann musste er auch in dem Reich mit ihm eins werden, aus welchem sein Leben genommen wurde, und dann in dem Reich, welches ihn ins Dasein trieb, im Reich des Gotteswillens, der Vaterkraft.
[ 13 ] Strömt nun ein Teil des Gotteswillens in die lebendigen Gestalten ein, so entsteht ein Reich der Leidenschaft, wie wir es im Tierreich und in der niederen Menschennatur sehen. Es wurzelt nichts mehr in dem Ganzen. Es trennt sich als Besonderes von dem Ganzen. Es wird in seiner äußeren Bewegung von dem Ganzen unabhängig. Das bewirkt der darin zum Vorschein kommende göttliche Wille. Es stellt den von dem Gottesbewusstsein getrennten eigenen Willen dar. Auch die Leidenschaft ist eine Kraft der Gottheit, die in den geschaffenen Gestalten die Selbstständigkeit hervorbrachte. Die Begierde ist zunächst der Ausdruck der so gewonnenen Selbstständigkeit. Nun versenkte sich aber der göttliche Wille in der Weise in den Menschen, dass ihm das göttliche Leben und das göttliche Bewusstsein auch zum eigenen Besitz werden konnte, und durch das göttliche Bewusstsein erkannte er sich als Teil der Gottheit, als aus der Gottheit hervorgegangen. Vereinigen konnte er sich von Neuem mit der Gottheit zunächst durch das Bewusstsein; dadurch wurde die Trennung überwunden. Dann musste er auch in dem Reich mit ihm eins werden, aus welchem sein Leben genommen wurde, und dann in dem Reich, welches ihn ins Dasein trieb, im Reich des Gotteswillens, der Vaterkraft.
[ 14 ] Das Reich des Gedankens ist gleich der Peripherie; das Reich des Willens gleich dem Zentrum; das Reich des Lebens gleich der rhythmischen Bewegung zwischen Zentrum und Peripherie. Im Reich des Gedankens wird der Mensch selbstständig; durch den Rhythmus des Lebens lässt er sich wieder hineintragen in den Urgrund, aus dem er hervorging. Im Reich der Einzelerscheinungen gestaltet er sich zur Individualität, zum Ich; indem er ins Reich des Lebens zurückfließt auf den Wellen des Lebens zusammen mit andern Individualitäten, da findet er den Weg zurück zur Vaterkraft.
[ 14 ] Das Reich des Gedankens ist gleich der Peripherie; das Reich des Willens gleich dem Zentrum; das Reich des Lebens gleich der rhythmischen Bewegung zwischen Zentrum und Peripherie. Im Reich des Gedankens wird der Mensch selbstständig; durch den Rhythmus des Lebens lässt er sich wieder hineintragen in den Urgrund, aus dem er hervorging. Im Reich der Einzelerscheinungen gestaltet er sich zur Individualität, zum Ich; indem er ins Reich des Lebens zurückfließt auf den Wellen des Lebens zusammen mit andern Individualitäten, da findet er den Weg zurück zur Vaterkraft.
[ 15 ] Nach dem Gesetz, das in den höheren Welten noch stärker zum Ausdruck kommt als in der physischen, dass es keine Leere geben kann, nach dem Gesetz erneuert sich das Wesen des Menschen in dem Maße, wie er sich an das höhere Leben hingibt. Je mehr er sich hingibt, desto stärker strömt ihm das höhere Leben zu. Sterben muss er, um zu werden. Je mehr er stirbt, desto mehr wird er, bis er zuletzt in das Leben eingeht, wo überhaupt kein Unterschied von Werden und Vergehen mehr zu erkennen ist, wo das Werden so schnell aus dem Vergehen erfolgt, dass alles ein einziges dauerndes Leben ist.
[ 15 ] Nach dem Gesetz, das in den höheren Welten noch stärker zum Ausdruck kommt als in der physischen, dass es keine Leere geben kann, nach dem Gesetz erneuert sich das Wesen des Menschen in dem Maße, wie er sich an das höhere Leben hingibt. Je mehr er sich hingibt, desto stärker strömt ihm das höhere Leben zu. Sterben muss er, um zu werden. Je mehr er stirbt, desto mehr wird er, bis er zuletzt in das Leben eingeht, wo überhaupt kein Unterschied von Werden und Vergehen mehr zu erkennen ist, wo das Werden so schnell aus dem Vergehen erfolgt, dass alles ein einziges dauerndes Leben ist.
[ 16 ] Wie wir im Mineralreich das Reich der Gottesgedanken erkennen, so erkennen wir im Pflanzenreich das Reich des Lebens. Es ist das Zwischenreich zwischen der Ausgestaltung des göttlichen Gedankens und des göttlichen Willens in den Einzelwesen. Das Pflanzenreich vermittelt die Lebensströme in der Welt. Ohne den Sauerstoff, den das Pflanzenreich hergibt, könnten Tier- und Menschenreich nicht leben, und alles Pflanzliche dient zum Aufbau des Tier- und Menschenkörpers. Das Mineralreich enthält nicht das Leben, davon kann der Mensch sein Leben nicht erhalten; in dem Tierreich sehen wir das Leben in der Stauung; das, was der Mensch aus dem Tierreich zur Nahrung verwendet, fördert in ihm auch nicht das Leben, sondern die Stauung des Lebens, die Leidenschaft. Das Pflanzenreich ist dasjenige, in dem der Mensch atmet und welches auch seine naturgemäße, seine Lebensentwicklung fördernde Nahrung bildet. So wird einerseits aus dem gestorbenen Pflanzenreich das Mineralreich aufgebaut und andererseits aus dem lebenden Pflanzenreich das Tierund Menschenreich lebendig erhalten. Der Substanz nach dient so das Reich des Lebens zum fortgesetzten Aufbau des Mineralreiches, und der Kraft nach dient es zur fortgesetzten Entwicklung des Tierund Menschenreichs. Da treten uns auch die zwei Pole der Substanz und Kraft entgegen in dem Leben und Weben des Pflanzenreichs, des eiigentlichen Lebensreichs.
[ 16 ] Wie wir im Mineralreich das Reich der Gottesgedanken erkennen, so erkennen wir im Pflanzenreich das Reich des Lebens. Es ist das Zwischenreich zwischen der Ausgestaltung des göttlichen Gedankens und des göttlichen Willens in den Einzelwesen. Das Pflanzenreich vermittelt die Lebensströme in der Welt. Ohne den Sauerstoff, den das Pflanzenreich hergibt, könnten Tier- und Menschenreich nicht leben, und alles Pflanzliche dient zum Aufbau des Tier- und Menschenkörpers. Das Mineralreich enthält nicht das Leben, davon kann der Mensch sein Leben nicht erhalten; in dem Tierreich sehen wir das Leben in der Stauung; das, was der Mensch aus dem Tierreich zur Nahrung verwendet, fördert in ihm auch nicht das Leben, sondern die Stauung des Lebens, die Leidenschaft. Das Pflanzenreich ist dasjenige, in dem der Mensch atmet und welches auch seine naturgemäße, seine Lebensentwicklung fördernde Nahrung bildet. So wird einerseits aus dem gestorbenen Pflanzenreich das Mineralreich aufgebaut und andererseits aus dem lebenden Pflanzenreich das Tierund Menschenreich lebendig erhalten. Der Substanz nach dient so das Reich des Lebens zum fortgesetzten Aufbau des Mineralreiches, und der Kraft nach dient es zur fortgesetzten Entwicklung des Tierund Menschenreichs. Da treten uns auch die zwei Pole der Substanz und Kraft entgegen in dem Leben und Weben des Pflanzenreichs, des eiigentlichen Lebensreichs.
[ 17 ] Dieses stellt auch die Einsetzung des Abendmahls dar. In dem Weltenleben ist beides enthalten, Substanz und Kraft. In dem Brot ist die gestorbene Pflanze symbolisiert, die das Mineralische in der Welt und auch den Körper des Menschen aufbaut; in dem Wein ist die Lebenskraft symbolisiert, die das Weltenleben der Substanz einflößt. Solange der Mensch noch im mineralischen Dasein weilt, muss er aus dem Reich des Lebens Substanz nehmen, um sich aufzubauen, und Kraft nehmen, um zu leben. Wenn er selbst aus dem Reich der mineralischen Welt, des Werdens und Vergehens, übergeht in das Lebensreich, dann findet er Substanz und Kraft in sich selbst als die zwei Pole seines Wesens, zwischen denen sein Leben verläuft. Dann braucht er nicht mehr mineralisch sich aufzubauen, sondern er gewinnt Gestalt in den höheren Welten, im Leben selbst. Gestalt und Leben sind dann bei ihm vereinigt, und er leitet dann die ganze Erde dauernd über in den ewigen Lebensrhythmus.
[ 17 ] Dieses stellt auch die Einsetzung des Abendmahls dar. In dem Weltenleben ist beides enthalten, Substanz und Kraft. In dem Brot ist die gestorbene Pflanze symbolisiert, die das Mineralische in der Welt und auch den Körper des Menschen aufbaut; in dem Wein ist die Lebenskraft symbolisiert, die das Weltenleben der Substanz einflößt. Solange der Mensch noch im mineralischen Dasein weilt, muss er aus dem Reich des Lebens Substanz nehmen, um sich aufzubauen, und Kraft nehmen, um zu leben. Wenn er selbst aus dem Reich der mineralischen Welt, des Werdens und Vergehens, übergeht in das Lebensreich, dann findet er Substanz und Kraft in sich selbst als die zwei Pole seines Wesens, zwischen denen sein Leben verläuft. Dann braucht er nicht mehr mineralisch sich aufzubauen, sondern er gewinnt Gestalt in den höheren Welten, im Leben selbst. Gestalt und Leben sind dann bei ihm vereinigt, und er leitet dann die ganze Erde dauernd über in den ewigen Lebensrhythmus.
[ 18 ] Damit der Mensch diese Entwicklungsstufe erreicht, muss er die im Mineral- und Pflanzenreich wirkenden Kräfte in sich erstehen lassen. Die begierdelosen, mineralischen Idealformen der Kristalle stellen für ihn das dar, was sein Gedanke werden soll. Der Kristall ist der Ausdruck des lauteren, keuschen, göttlichen Gedankens. Wie die Pflanze ihr ganzes Leben hingibt, um den göttlichen Willen zum Ausdruck zu bringen, ohne eigene Begierde, ohne eigene Leidenschaft, so soll auch der Mensch leben und wachsen in der Welt nur als Ausdruck der göttlichen Kraft, welche die Gottheit in ihn versenkt hat.
[ 18 ] Damit der Mensch diese Entwicklungsstufe erreicht, muss er die im Mineral- und Pflanzenreich wirkenden Kräfte in sich erstehen lassen. Die begierdelosen, mineralischen Idealformen der Kristalle stellen für ihn das dar, was sein Gedanke werden soll. Der Kristall ist der Ausdruck des lauteren, keuschen, göttlichen Gedankens. Wie die Pflanze ihr ganzes Leben hingibt, um den göttlichen Willen zum Ausdruck zu bringen, ohne eigene Begierde, ohne eigene Leidenschaft, so soll auch der Mensch leben und wachsen in der Welt nur als Ausdruck der göttlichen Kraft, welche die Gottheit in ihn versenkt hat.
[ 19 ] Wozu es führt, wenn er ein Leben der Leidenschaft lebt, das erkennt er im Tierreich. Da sieht er, wie die Leidenschaft Leiden bringt, weil sie die Wesen vom Licht der Weisheit ablenkt. Das Tierreich ist der Ausdruck der Leidenschaft, das Reich von Freude und Schmerz. Die ungeläuterte Kraft äußert sich im Tierreich. Durch die ungeläuterte Kraft wird der Mensch auch in Freude und Schmerz hineingetrieben. Aber durch Läuterung der Kraft wächst er über Freude und Schmerz hinaus. Dafür, wie er die Kraft läutern soll, sind ihm die Ruhe und Geschlossenheit des Mineralreichs und das begierdelose Leben des Pflanzenreichs ein Vorbild. Seine Gedanken müssen so konzentriert wie die Formen eines Kristalls werden; sein Leben muss so rhythmisch verlaufen wie das Leben der Pflanze, dann prägt er in seinem Wesen die Gottheit aus. Dann wird die Kraft in ihm nicht mehr als Leidenschaft zum Ausdruck kommen, sondern als höchste Seligkeit und als Ausdruck des beseligten Ruhens in dem Willen der Gottheit, und was an Substanz in ihm ist, das dient ihm dann nur noch zur Gestaltung eines erhabenen Ausdrucks der Gotteskraft.
[ 19 ] Wozu es führt, wenn er ein Leben der Leidenschaft lebt, das erkennt er im Tierreich. Da sieht er, wie die Leidenschaft Leiden bringt, weil sie die Wesen vom Licht der Weisheit ablenkt. Das Tierreich ist der Ausdruck der Leidenschaft, das Reich von Freude und Schmerz. Die ungeläuterte Kraft äußert sich im Tierreich. Durch die ungeläuterte Kraft wird der Mensch auch in Freude und Schmerz hineingetrieben. Aber durch Läuterung der Kraft wächst er über Freude und Schmerz hinaus. Dafür, wie er die Kraft läutern soll, sind ihm die Ruhe und Geschlossenheit des Mineralreichs und das begierdelose Leben des Pflanzenreichs ein Vorbild. Seine Gedanken müssen so konzentriert wie die Formen eines Kristalls werden; sein Leben muss so rhythmisch verlaufen wie das Leben der Pflanze, dann prägt er in seinem Wesen die Gottheit aus. Dann wird die Kraft in ihm nicht mehr als Leidenschaft zum Ausdruck kommen, sondern als höchste Seligkeit und als Ausdruck des beseligten Ruhens in dem Willen der Gottheit, und was an Substanz in ihm ist, das dient ihm dann nur noch zur Gestaltung eines erhabenen Ausdrucks der Gotteskraft.
