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The Rudolf Steiner Archive

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Kosmologie und menschliche Evolution
Mensch, Natur und Kosmos
GA 91

11 August 1905, Haubinda

14. Evolution und Hierarchien

[ 1 ] Wir wollen heute die Evolution von der theologischen und von der geistigen Seite her berühren.

[ 2 ] Auf dem Planeten Saturn war der Mensch im niedrigsten Bewusstseinszustand, in einem viel tieferen als das Schlafbewusstsein. Doch bei anderen Wesen waren andere Bewusstseinsgrade vorhanden. Das waren geistige Wesenheiten, die die Evolution auf dem Saturn leiteten und führten. Es gibt sechs Arten von göttlichen Geistern, Genossen des Menschen auf dem Saturn.

[ 3 ] 1. Zunächst sind es die Wesen, welche ein spirituelles Bewusstsein haben, das sind hoch erhabene Götter. In der abendländischen Esoterik werden sie «Strahlende Leben» oder auch ‹Strahlende Flammen› genannt, weil sie durch und durch strahlende Wesen sind; Geister des Willens werden sie auch genannt.

[ 4 ] 2. Geister der Weisheit. Hoch erhabene Geister, doch eine Stufe niedriger als die Ersten. Sie haben überpsychisches Bewusstsein.

[ 5 ] 3. Geister der Tätigkeit, der Aktivität, schaffende Wesenheiten, während die anderen den Geist einflößen.

[ 6 ] 4. Geister der Form, die Gestalten hervorbringen.

[ 7 ] 5. Geister der Finsternis, des Egoismus, der Persönlichkeit (Asuras). Sie bringen schon in den Saturn hinein alles, was mit dem Egoismus zusammenhängt. Sie betätigen sich in der fünften Runde eines jeden Planeten. Daher ist die ‹5› in der Geheimwissenschaft die ‹böse Zahl›. Auf dem Saturn haben sie das wache Bewusstsein, wie die Menschen heute.

[ 8 ] 6. Söhne des Feuers (Agnishvattas), die Traumbewusstsein haben.

[ 9 ] 7. Söhne des Zwielichts (Lunar-Pitris), die traumloses Schlaffe wusstsein haben.

[ 10 ] Die christliche Mystik nennt nun diese Geister der ersten Gruppe ‹Throne›, der zweiten ‹Herrschaften› (Kyriotetes), der dritten ‹Mächte› (Dynameis), der vierten ‹Gewaltem› (Exusiai), der fünften ‹Urkräfte› (Archai), der sechsten ‹Erzengel› und der siebenten ‹Engel›. In Wahrheit gibt es zwölf Bewusstseinsstufen, die man aber nicht verfolgen kann. Die christliche Mystik gibt noch zwei an: Cherubim und Seraphim.

[ 11 ] Wir haben hier die Gesellschaft der Geister um den Saturn herum, während der Mensch sich darunter entwickelt. Der Mensch bekommt in der ersten Saturnrunde das tiefe Trancebewusstsein. Die anderen Saturnrunden sind dazu bestimmt, dass die anderen Geister ihre Entwicklung abschließen können, sodass in der vierten zur fünften Saturnrunde die Asuras Wesen werden, die man mit dem heutigen Menschen vergleichen kann; sie sind eine Art Menschen.

[ 12 ] In der fünften, sechsten und siebenten Saturnrunde wurden wiederum andere Geister vollendet. In der siebenten Runde wurde der menschliche Leib ganz fest, zu gleicher Zeit bildete sich in den Regionen des Geistigen das Höchste des Menschen: Atma, der Geistesmensch.

[ 13 ] Die Sonne: Die erste Runde der Sonne bildet die Wiederholung von Saturn. In der zweiten Runde gelangt der Mensch in Tiefschlafbewusstsein; der Ätherleib entsteht. Während der vierten Runde werden die Geister der Söhne des Feuers ‹Menschem›, und sie benutzen den Ätherleib des Menschen, um sich darin zu inkarnieren. In der fünften Runde machen die Asuras wieder Anspruch auf den physischen Körper. Während der siebenten Runde ist der menschliche physische Körper wieder am dichtesten, der Ätherkörper verhältnismäßig auch, und es entsteht im Geistigen sein Gegenbild: Budhi.

[ 14 ] Während der ersten Saturnrunde waren die ‹Strahlenden Leben› oder ‹Strahlenden Flammem›, die ‹Geister des Willens› da, darauf gingen sie weg. Der Saturn wird dunkel und ist ganz dunkel in der vierten Runde, wenn die Asuras in tiefster Nacht geboren werden. Nun bleibt es Nacht, bis in der vierten Sonnenrunde die Geister der ‹Söhne des Feuers› den menschlichen Ätherleib durchleuchten. Wir haben also den finsteren Saturn und die leuchtende Sonne.

[ 15 ] Auf dem Monde sind die zwei ersten Runden Wiederholungen. Während der dritten Runde kommt der Mensch in sein Traumbewusstsein. Nachdem sein Körper etwas verhärtet worden ist, werden die Lunar-Pitris ‹Menschem›, die ‹Geister des Zwielichtes› oder Engel. Sie bewohnen den dritten gebildeten Leib, den Astralleib des Menschen. Während der fünften, sechsten und siebenten Mondrunde verhärtet sich der menschliche Körper immer mehr, und zuletzt bildet sich das Gegenstück vom Astralkörper heraus: Manas. Und so haben wir: Atma, Budhi, Manas.

[ 16 ] Jetzt gehen wir auf die Erde hinüber. In den drei ersten Runden wiederholen sich Saturn-, Sonnen- und Mondendasein. In der vierten Runde kommt das menschliche Bewusstsein hinzu. Der Mensch wird erst jetzt Mensch. Er macht seinen Wachzustand durch.

[ 17 ] [Folgendes ist eingetreten:] Es waren eine Reihe von Wesenheiten, die heruntergestoßen und ‹Menschen› geworden sind; sie haben den damaligen menschlichen Körper benutzt, um sich in ihm weiterzuentwickeln. Jetzt, während des Planeten Erde, ist der menschliche Körper für den Menschen selbst da, er soll selbst von sich Besitz ergreifen. Während früher noch menschliche Leiber von Göttern bewohnt wurden, ist der Mensch jetzt sich selbst überlassen und hat die freie Wahl, ein weiter abwärts- oder ein aufwärtssteigendes Wesen zu werden. Der Mensch wird selbst der Kampfplatz von auf- und absteigenden Wesen. Diesen Kampfplatz nennt man in der indischen Esoterik Kshetra-Feld, und dieser Kampf ist symbolisch ausgedrückt in Wahrheit in der Bhagavadgita. Jetzt beginnt der Mensch seine Tätigkeit. Sein ‹Ich›, das heißt, er selbst ist entstanden. Seinen Astralleib verdankt er den Lunar-Pitris, den Ätherleib den Agnishvattas, den physischen Leib den Asuras.

[ 18 ] Was ist mit dem physischen Körper wirklich geschehen? Früher hatte [der Mensch] auf dem Monde ein Bildebewusstsein, jetzt kann er Gegenstände wahrnehmen. Dies verdankt er den Asuras. Daher ist alle sinnliche Wahrnehmung auf Egoismus berechnet, und in unserer Wahrnehmung sind fortwährend die Ratschläge der Asuras drinnen. Sie haben zuerst Künste und Wissenschaft gelehrt, und zwar in der atlantischen Rasse, als sie sich zur fünften neigte. Und zwar lehrte der große Asuramaya, der erste Astronom[, sodass die Künste und Wissenschaften so materiell wurden]. Der Mensch wird sein auf dem Vulkan, wenn er sein spirituelles Bewusstsein entwickelt haben wird. Auf dem Saturn hatten die Geister des Willens, der Flamme, ihren Vulkanzustand durchgemacht. Sie haben die erste Grundlage gelegt zum physischen Menschenleib; er hat sich immer entwickelt bis zum Erdendasein, wo er am materiellsten wurde. Der Mensch hat jetzt seinen dichtesten materiellen Körper, er will ihn aber überwinden. Allmählich verliert sich sein materieller Körper. Wir sehen die tiefe Intuition der Mythologie: Hephaistos oder Vulkan wird immer als lahmer Gott dargestellt; sein unterer Teil verliert sich, wird lahm.

[ 19 ] Auf dem Jupiter erlangt der Mensch sein psychisches Bewusstsein. Da ist die Sache entschieden. Die große Schlacht auf dem KshetraFelde hat sich dahin entschieden: Die Menschheit ist geteilt in Rassen des Guten und Bösen. Diejenigen Menschen, welche ihren Leib abgelegt haben, sind Geister geworden; diejenigen, die ihren Leib behalten haben, sind Nachzügler. Für diese werden jetzt die Asuras die eigentlichen Formgötter, die ihnen ihren Leib machen. Da kommen die Asuras zu dem, wonach sie immer gestrebt haben: ganz Herr zu werden über physische Leiber. Aus dem nicht ausgetragenen bösen Karma der Welt formen die Asuras die erste Rasse der Teufel.

[ 20 ] Auf der Venus wird der Mensch erst in der sechsten Runde sein überpsychisches Bewusstsein erlangen. Und während der siebenten Runde erlangt jetzt an Stelle der Asuras die nächst untere Gruppe Macht über die Leiber, das sind die Agnishvattas. Und zuletzt als Frucht der Venus auf dem Vulkan erlangen die Lunar-Pitris Macht über die Leiber.