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The Occult Truths of Old Myths and Legends
GA 92

24 June 1904, Berlin

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The Occult Truths of Old Myths and Legends, tr. SOL
  1. Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, 3rd ed.

1. Gut und Böse

1. Good and Evil

[ 1 ] Ich möchte heute an die Dinge anknüpfen, die ich vor vierzehn Tagen besprochen habe. In der nächsten Zeit werden wir vielleicht auch Gelegenheit haben, über die Amsterdamer Erlebnisse zu sprechen. Heute möchte ich aber sprechen über einige konkrete Dinge, die in unseren physischen Plan hereinreichen - was wir neulich schon begonnen haben.

[ 1 ] Today I would like to follow up on the topics I discussed fourteen days ago. In the near future, we may also have the opportunity to talk about our experiences in Amsterdam. Today, however, I would like to discuss some specific matters that pertain to our physical plane—something we already began to address recently.

[ 2 ] Schon oft habe ich betont, daß die Ereignisse, die in unserer physischen Welt vor sich gehen, nichts anderes sind als eine Art Schattenreflexe dessen, was auf den höheren Planen vor sich geht. Für den Okkultisten ist es klar, daß er die Ereignisse in der physischen Welt nur dann verstehen kann, wenn er weiß, was auf den übersinnlichen Planen vor sich geht. Dem Okkultisten, der Einblick in die höheren Plane hat, erscheint es so, als ob die Menschen gezogen würden an Fäden, die von den höheren Planen ausgehen. Es könnte scheinen, als ob das eine Beeinträchtigung der menschlichen Freiheit wäre. Ich möchte aber heute zeigen, daß das nicht der Fall ist. Einige Beispiele mögen uns zeigen, wie die höheren Plane auf uns einwirken.

[ 2 ] I have often emphasized that the events taking place in our physical world are nothing more than a kind of shadow reflection of what is happening on the higher planes. It is clear to the occultist that he can understand events in the physical world only if he knows what is happening on the supersensory planes. To the occultist who has insight into the higher planes, it appears as if people were being pulled by strings extending from the higher planes. It might seem as though this were an infringement on human freedom. But today I would like to show that this is not the case. A few examples may illustrate how the higher planes influence us.

[ 3 ] Da muß ich zunächst zurückgreifen auf etwas, was ich schon früher gesagt habe: daß es im Grunde genommen ein absolutes Gutes und ein absolutes Böses nicht gibt. Das Böse ist nur eine Art «versetztes» Gutes. Wenn etwas geschehen ist, sagen wir in der lunarischen Entwicklungsepoche, die unserer Epoche vorangegangen ist, und es hat sich davon etwas fortgepflanzt in unsere Entwicklung hinein, dann erscheint das in der jetzigen Zeit als deplaciert. Es war gut während der Mondepoche, aber es erscheint uns böse während der irdischen Epoche. Während der Mondepoche konnte jemand die Aufgabe haben, die Triebe in einer harmonischen Weise zu organisieren; diese Tätigkeit war aber abgeschlossen, als die Mondepoche beendet war. Die Aufgabe der irdischen Epoche besteht nun darin, vom Manas aus die Triebe wiederum zu beherrschen. Würde heute jemand die Triebe so leben, wie der Pitri sie hat leben müssen, so würde er in unserer Epoche ein böser Mensch sein, während er in der lunarischen Epoche ein Weiser gewesen war.

[ 3 ] Here I must first refer back to something I have said before: that, fundamentally speaking, there is no such thing as absolute good or absolute evil. Evil is merely a kind of “displaced” good. If something happened—say, during the lunar epoch that preceded our own—and elements of it carried over into our development, then it appears out of place in the present time. It was good during the Lunar epoch, but it appears evil to us during the Earthly epoch. During the Lunar epoch, someone might have had the task of organizing the instincts in a harmonious way; but this activity was completed when the Lunar epoch came to an end. The task of the Earth epoch now consists in once again mastering the instincts from the perspective of Manas. If someone today were to live out the instincts the way the Pitri had to, he would be an evil person in our epoch, whereas in the Lunar epoch he would have been a sage.

[ 4 ] Man macht sich gewöhnlich nicht Gedanken darüber, was solche Ereignisse zu bedeuten haben wie zum Beispiel das Auftreten Mohammeds, des Begründers der mohammedanischen Religion, im sechsten und zu Anfang des siebenten Jahrhunderts.

[ 4 ] People do not usually give much thought to the significance of events such as the appearance of Muhammad, the founder of the Muslim religion, in the sixth and early seventh centuries.

[ 5 ] Man muß sich dazu vorstellen, daß zunächst das Christentum sich bemüht hat, in die verschiedenen anderen Religionsformen hineinzuwachsen. Zunächst sehen wir ja nur eine kleine Judengemeinde in Palästina; diese ist auch recht klein geblieben. Ein solches Prinzip, wie es die christliche Lehre birgt, lassen sich die Volksseelen nicht leicht aufdrängen. Der Apostel Paulus fand den Weg zu den Heiden, indem er zunächst die Gedanken der Heiden so gelassen hat, wie er sie vorfand, und die heidnischen Religionsformen dann benützte, um die christliche Essenz hineinzugießen. In den südlichen Gegenden Europas wurde der Mithrasdienst gepflegt; er war ähnlich dem heutigen Meßopfer. Die Heiden dort nahmen das Christentum an, weil man ihnen das ihnen liebgewordene Mithrasfest ließ. So ähnlich war es auch bei den Germanen mit dem Fest, das als Weihnachtsfest zum christlichen Symbol wurde. Ihre geheiligten Ahnen wurden als christliche Heilige aufgenommen. Dadurch ist das Christentum in immer neue Gebiete und Völkerschaften hineingewachsen. Es war die Anpassungsfähigkeit des Christentums, die das ermöglichte. Die christliche Religion dehnte sich immer mehr aus; wegen dieser Vielgestaltigkeit brauchte sie aber auch einen mächtigen Zentralpunkt: das ist das römische Papsttum. Alle Schäden, die später durch das Christentum hervorgebracht worden sind, sind mit dieser weltgeschichtlichen Mission des Papsttums verknüpft.

[ 5 ] One must imagine that, at first, Christianity endeavored to grow into the various other forms of religion. At first, after all, we see only a small Jewish community in Palestine; this community remained quite small. A principle such as that embodied in Christian doctrine cannot easily be imposed on the collective consciousness of a people. The Apostle Paul found his way to the Gentiles by first leaving their beliefs as he found them and then using pagan religious forms to infuse them with the Christian essence. In the southern regions of Europe, the cult of Mithras was practiced; it was similar to today’s Mass. The pagans there accepted Christianity because they were allowed to keep the Mithras festival, which had become dear to them. It was much the same with the Germanic peoples and the festival that became a Christian symbol as Christmas. Their revered ancestors were incorporated as Christian saints. In this way, Christianity spread into ever new regions and among ever new peoples. It was Christianity’s adaptability that made this possible. The Christian religion continued to expand; however, because of this diversity, it also needed a powerful central authority: the Roman Papacy. All the harm that Christianity later caused is linked to this world-historical mission of the Papacy.

[ 6 ] Die semitischen Völker mußten anders angefaßt werden. Das tat Mohammed. Er hat einen ersten großen Lehrsatz aufgestellt, in dem er sagte: Alle Götter außer dem Einen sind keine Götter. Nur derjenige, den ich euch lehre, ist der einzige Gott. - Dieser Lehrsatz kann nur verstanden werden als Opposition zum Christentum. Von Anfang an hatte bei der Eroberung des physischen Planes das Christentum die Aufgabe, bis in die menschliche Persönlichkeit hinein zu wirken; es baut nicht auf alte Kräfte auf, sondern es will durch Manas wirken.

[ 6 ] The Semitic peoples had to be approached differently. That is what Muhammad did. He established a first great tenet in which he said: All gods except the One are not gods. Only the One I teach you is the sole God.”—This principle can only be understood as a reaction against Christianity. From the very beginning, in the conquest of the physical plane, Christianity had the task of working its way into the human personality; it does not build upon old forces, but seeks to work through Manas.

[ 7 ] Wir sehen, daß im Mohammedanismus jetzt in bewußter Weise nicht mehr angeknüpft werden soll an die alten, noch spirituellen Religionsformen des Heidentums, sondern es soll nur noch durch die physische Wissenschaft der richtige Weg gefunden werden, um den physischen Plan zu erobern. Wir sehen, wie diese physische Wissenschaft die Heilkunst ergreift, die ausging von Arabien und die sich dann später ausgebreitet hat in andere Länder. Die arabischen Ärzte gingen lediglich vom physischen Plan aus, anders als die Heiler bei den alten Ägyptern, bei den Druiden und selbst bei den alten Germanen. Alle diese waren dadurch zu ihrem Heilberuf gekommen, daß sie durch Askese und andere Übungen ihre psychischen Kräfte ausgebildet hatten. Heute noch sehen wir Ähnliches in den Praktiken und Vorgängen des Schamanismus, nur sind dieselben heute degeneriert. Also psychische Kräfte wurden bei diesen frühen Heilern ausgebildet. Mohammed führte diejenige Heilkunst ein, welche ihre Heilmittel nur aus dem physischen Plan selbst nimmt. Diese Heilkunst wurde da ausgebildet, wo man von spirituellen Wesenheiten nichts wissen wollte, sondern nur von einem einzigen Gott. Alchimie und Astrologie im alten Sinne wurden abgeschafft und zu neuen Wissenschaften gemacht: Astronomie, Mathematik und so weiter. Diese sind später auch zu den Wissenschaften des Abendlandes geworden. In den Arabern, die nach Spanien kamen, sehen wir auf dem physischen Gebiete gebildete Männer, vor allem Mathematiker. Die wirklichen Anhänger dieser Richtung sagten: Ehrerbietig verehren wir das, was in Pflanze, Tier und so weiter lebt, aber der Mensch soll das nicht nachstümpern, was nur Gott allein zu schaffen berufen ist. - Daher finden wir in der maurischen Kunst auch nur Arabesken, Formen, die nicht einmal Pflanzenform haben, sondern die nur phantasiegestaltet sind.

[ 7 ] We see that in Islam, there is now a conscious effort to break away from the old, still spiritual forms of pagan religion; instead, the correct path to mastering the physical plane is to be found solely through the physical sciences. We see how this physical science took hold of the art of healing, which originated in Arabia and later spread to other countries. The Arab physicians based their practice solely on the physical plane, unlike the healers of the ancient Egyptians, the Druids, and even the ancient Germanic peoples. All of these had come to their healing profession by developing their psychic powers through asceticism and other exercises. Even today we see something similar in the practices and rituals of shamanism, though these have now degenerated. Thus, psychic powers were cultivated among these early healers. Muhammad introduced a form of medicine that derives its remedies solely from the physical plane itself. This form of medicine developed in a context where people wanted to know nothing of spiritual beings, but only of a single God. Alchemy and astrology in the ancient sense were abolished and transformed into new sciences: astronomy, mathematics, and so on. These later became the sciences of the West as well. Among the Arabs who came to Spain, we see men educated in the physical realm, especially mathematicians. The true adherents of this school of thought said: “We reverently honor what lives in plants, animals, and so on, but human beings should not attempt to imitate what only God alone is called upon to create.”—That is why we find in Moorish art only arabesques—forms that do not even resemble plants but are purely products of the imagination.

[ 8 ] Die griechische Macht ist von Rom abgelöst worden, aber die griechische Bildung ist auf die Römer übergegangen. Die Araber haben das, was sie haben, von Mohammed erhalten. Mohammed führte die Wissenschaft ein, die nur von den Gesetzen des physischen Planes durchzogen ist. Die christlichen Mönche bekamen Anregungen von den Mauren. Zwar wurden die Mauren durch politische Macht zurückgeschlagen, aber der Monotheismus, der eine Vertiefung der physischen Wissenschaft mit sich bringt, ist durch die Mauren nach Europa gekommen und hat zu einer Reinigung des Christentums von allem Heidnischen geführt.

[ 8 ] Greek power was supplanted by Rome, but Greek learning was passed on to the Romans. The Arabs received what they have from Muhammad. Muhammad introduced a form of science that is governed solely by the laws of the physical plane. The Christian monks drew inspiration from the Moors. Although the Moors were repelled by political force, monotheism—which brings with it a deepening of physical science—came to Europe through the Moors and led to the purification of Christianity from all pagan elements.

[ 9 ] Durch das Christentum wurde das Gefühlsleben der Menschen bis zum Kama-Manas hingeführt. Durch den Mohammedanismus wurde der Verstand, der Geist, heruntergeführt vom spirituellem Leben zum abstrakten Auffassen der rein physischen Gesetze. Durch verschiedene Stufen mußte diese physische Wissenschaft gehen, um die Stufe, die sie jetzt einnimmt, sich zu erarbeiten. Sie mußte durch die Wissenschaft der Vedenpriester und alle folgenden Stufen hindurchgehen bis zu den Errungenschaften unser heutigen Zeit. Schon bei den Atlantiern war manches davon erreicht, wenn auch durch psychische Kräfte. Seit der atlantischen Zeit hat sich dieses Hinlenken auf physische Gesetze vorbereitet.

[ 9 ] Christianity guided people’s emotional life up to the level of Kama-Manas. Islam, on the other hand, led the intellect and the spirit down from spiritual life to the abstract comprehension of purely physical laws. This physical science had to pass through various stages to reach the level it now occupies. It had to pass through the science of the Vedic priests and all subsequent stages up to the achievements of our present time. Much of this had already been attained by the Atlanteans, albeit through psychic powers. Since Atlantean times, the groundwork for this focus on physical laws has been laid.

[ 10 ] Die Chinesen sind ein Rest der atlantischen Rasse der Mongolen. Wenn wir bei den Chinesen das Wort TAO hören, so ist das für uns etwas schwer Verständliches. Die damaligen Mongolen hatten einen Monotheismus ausgebildet, der bis zur psychischen Greifbarkeit, bis zum Fühlen des Geistigen ging, und wenn der alte Chinese, der alte Mongole, das Wort TAO aussprach, so fühlte er das beim Aussprechen. TAO ist nicht «der Weg», wie das gewöhnlich übersetzt wird, es ist die Grundkraft, durch die der Atlantier noch die Pflanzen verwandeln konnte, durch die er seine merkwürdigen Luftschiffe in Bewegung setzen konnte. Diese Grundkraft, die man auch «Vril» nennt, hat der Atlantier überall genutzt, und er nannte sie seinen Gott. Er fühlte diese Kraft in sich, sie war ihm «der Weg und das Ziel». Daher hat jeder Mongole sich als ein Werkzeug in der Hand der großen Vril-Kraft betrachtet.

[ 10 ] The Chinese are a remnant of the Atlantic race of the Mongols. When we hear the word TAO among the Chinese, it is somewhat difficult for us to understand. The Mongols of that time had developed a form of monotheism that extended to the point of psychic tangibility, to the point of sensing the spiritual; and when the ancient Chinese, the ancient Mongol, uttered the word TAO, he felt it as he spoke it. TAO is not “the Way,” as it is usually translated; it is the fundamental force through which the Atlanteans could still transform plants and set their remarkable airships in motion. The Atlanteans utilized this fundamental force—also known as “Vril”—in every aspect of life, and they called it their God. They felt this force within themselves; to them, it was “the Way and the Goal.” That is why every Mongol regarded himself as an instrument in the hands of the great Vril force.

[ 11 ] Dieser Monotheismus der Atlantier ist geblieben bei denjenigen Rassen, welche die große Flut überlebt haben. Von dieser Religionsform, die aber noch geistig war, ging die fünfte Wurzelrasse aus. Diese alten spirituellen Religionsformen der Anbetung eines einheitlichen Gottes arteten aber nach und nach zum Polytheismus aus. Der Monotheismus war nur noch bei den höchstentwickelten Priestern vorhanden. Am Anfange des Christentums verhielten sich die Mönche schlau: Baldur, so sagten sie, sei in Palästina Mensch geworden. - In den frühen Jahrhunderten würde man ein mit Heidnischem bunt gemischtes Christentum gefunden haben, auch noch im arianischen Christentum. Diese Entwicklung erfolgte in der Zeit, als ein besonders lebhaftes Aufglimmen des religiösen Gefühls in den alten mongolischen Rassen durch hochentwickelte Schamanen veranlaßt wurde. Wir sehen als Reaktion auf den Polytheismus einerseits das Heraufkommen einer neuen Einheitsreligion in Arabien durch Mohammed. Auf der anderen Seite sehen wir, etwas früher, sich erheben einen initiierten Schamanen in seinem TAO-Bewußtsein, der sich zum Rächer macht gegenüber denjenigen, die abgefallen sind von der alten monotheistischen Gottesidee. Attila wurde «Gottesgeißel» genannt. Wir sehen ringsum in seinem Reich die von ihm abgesetzten Fürsten in Pracht und Prunk leben, er aber, der Schamane, lebt in größter Einfachheit. Von ihm wird gesagt, daß seine Augen glühten und der Erdball erzitterte, wenn er sein Schwert erhob. Dieser große Initiierte hätte seine volle Berechtigung gehabt in der atlantischen Zeit; in unserer heutigen Zeit würde er sich ausnehmen wie ein Verbrecher. Dieselbe Kraft, die zu ihrer Zeit Ausdruck des göttlichen Feuers ist, erscheint in einer anderen Zeitperiode als göttlicher Zorn. Warum geschieht so etwas? Es ist nötig, um überhaupt eine Weiterentwicklung möglich zu machen. Wenn die Entwicklung weitergebracht werden soll, müssen sich - vom höheren Plan aus gesehen - die einzelnen Fäden wieder harmonisch ineinanderschließen.

[ 11 ] This monotheism of the Atlanteans persisted among those races that survived the Great Flood. The fifth root race emerged from this form of religion, which was still spiritual. However, these ancient spiritual forms of religion—the worship of a single God—gradually degenerated into polytheism. Monotheism persisted only among the most highly developed priests. At the dawn of Christianity, the monks acted shrewdly: they claimed that Baldur had become human in Palestine. - In the early centuries, one would have found a Christianity heavily mixed with pagan elements, even within Arian Christianity. This development took place at a time when a particularly vivid resurgence of religious sentiment among the ancient Mongolian races was sparked by highly developed shamans. On the one hand, we see, as a reaction to polytheism, the emergence of a new monotheistic religion in Arabia through Muhammad. On the other hand, we see, somewhat earlier, the rise of an initiated shaman in his TAO consciousness, who makes himself the avenger against those who have fallen away from the ancient monotheistic concept of God. Attila was called the “Scourge of God.” All around his empire, we see the princes he deposed living in splendor and pomp, while he, the shaman, lives in the utmost simplicity. It is said of him that his eyes blazed and the earth trembled when he raised his sword. This great initiate would have been fully justified in the Atlantean era; in our present time, he would appear to be a criminal. The same power that, in its own time, is an expression of the divine fire appears, in another era, as divine wrath. Why does this happen? It is necessary to make further development possible at all. If development is to be advanced, the individual threads must—viewed from a higher perspective—once again interweave harmoniously.

[ 12 ] Wir hatten auch von den Druidenpriestern gesprochen, die das Volk durch Märchen und Mythen belehrt hatten. Sie waren zugleich Heiler, Priester, Astrologen; sie hatten inspirierte Kenntnisse. Als das keltische Element abgelöst wurde von den germanischen Stämmen, trat auch der Glaube an die alte Form der Inspiration zurück. Dem Mann wurde die Eroberung des physischen Plans anvertraut; er wurde Krieger. Die intuitive und produktive Kraft tritt uns im Weiblichen entgegen. Die Frau wurde Priesterin, die zu gleicher Zeit Heilerin war, zum Beispiel die Weleda. Alle Heilkunst war damals in den Händen der Frau; der Mann wurde hinausgedrängt auf den äußeren, physischen Plan. Auch in der Zeit der Merowinger und Karolinger treffen wir dies noch an. Erst durch die von den Mönchen bei den Mauren erlernte Wissenschaft wurde dann das spirituelle Element immer mehr verdrängt. Und vom 16. bis zum 19. Jahrhundert nahm die materielle Denkweise immer mehr zu. Die psychischen Heiler weichen; sie kommen in Mißkredit und werden als Zauberer oder Hexen verachtet. Damit hängt zusammen der Verlust der Fähigkeit, überhaupt mit psychischen Mitteln heilend zu wirken; die Heilung auf diesem Wege ist nicht mehr so wirksam. Paracelsus besaß diese Fähigkeiten noch vollkommen.

[ 12 ] We had also spoken of the Druid priests, who had instructed the people through fairy tales and myths. They were at once healers, priests, and astrologers; they possessed inspired knowledge. When the Celtic element was supplanted by the Germanic tribes, belief in the ancient form of inspiration also receded. Men were entrusted with the conquest of the physical realm; they became warriors. The intuitive and creative force is embodied in the feminine. Women became priestesses who were also healers—for example, Weleda. All the art of healing was in the hands of women at that time; men were pushed out onto the outer, physical plane. We still encounter this during the Merovingian and Carolingian periods. It was only through the science learned by the monks from the Moors that the spiritual element was increasingly supplanted. And from the 16th to the 19th century, the materialistic way of thinking grew ever stronger. Psychic healers are on the wane; they fall into disrepute and are despised as sorcerers or witches. Linked to this is the loss of the ability to heal through psychic means at all; healing by this method is no longer as effective. Paracelsus still possessed these abilities in their fullness.

[ 13 ] Das hängt zusammen mit dem Übergang der Führung der Menschheit von einem Dhyan Chohan höherer Art zu einem anderen Dhyan Chohan. Den heilenden Dhyan Chohan nennt die christliche Esoterik «heiliger Michael», das ist der Erzengel, welcher den psychischen Idealismus des Menschen lenkt. Der Mensch wird erst dadurch frei, daß er sich bekanntmacht damit, daß alles, was auf dem physischen Plane passiert, von höheren Kräften bewirkt ist. Er muß in ein Schülerverhältnis zu dem Erzengel Michael kommen.

[ 13 ] This is connected with the transition of humanity’s guidance from one Dhyan Chohan of a higher order to another Dhyan Chohan. Christian esotericism refers to the healing Dhyan Chohan as “Saint Michael,” the archangel who guides humanity’s psychic idealism. Human beings become free only by coming to terms with the fact that everything that happens on the physical plane is brought about by higher forces. They must enter into a disciple-teacher relationship with the Archangel Michael.

[ 14 ] Zwei Wesenheiten spielten im Alten Testament eine Rolle: Der führende Geist; er ist harmonisch. Disharmonisch ist Beelzebub, auch ein Dhyan Chohan - er ist der Führer aller Disharmonie auf dem physischen Plan; ihn muß man verstehen, um zu wissen, warum eine Form zerstörend auf die andere wirken kann. Seit dem 16. Jahrhundert sind die Scharen des Beelzebub gegenüber den Scharen des Michael ins Übergewicht gekommen. Mammon ist der Gott der Hindernisse, welcher den Menschen zurückhält, seinen geraden Weg zu verfolgen. Es wäre deplaciert, wenn sich das fortsetzen würde in das nächste Jahrhundert.

[ 14 ] Two entities played a role in the Old Testament: the guiding spirit, who is harmonious; and Beelzebub, who is disharmonious—he is also a Dhyan Chohan—and is the leader of all disharmony on the physical plane; one must understand him to know why one form can have a destructive effect on another. Since the 16th century, the hosts of Beelzebub have gained the upper hand over the hosts of Michael. Mammon is the god of obstacles, who holds people back from following their straight path. It would be regrettable if this were to continue into the next century.

[ 15 ] Alle physischen Ereignisse sind Schatten übersinnlicher Ereignisse. Der Kampf zwischen den spirituellen Kräften und dem Materialismus ist ein Widerschein des Kampfes zwischen den Scharen des Beelzebub und des Mammon gegen Michael. Dieser Kampf mußte erst ausgefochten werden auf höheren Planen; er ist dort vor dreißig Jahren entschieden worden für Michael, und der jetzige Kampf hier auf dem physischen Plan ist davon ein Widerschein. Oben ist der Kampf entschieden, für den einzelnen Menschen aber ist der Kampf noch nicht ausgefochten. Wenn die Menschen von heute ihm nicht gewachsen sind, müssen wir alle untergehen und neue Menschen müßten kommen. Damit ist der Weg gezeigt, die Stelle, an der der einzelne Mensch heute einzutreten hat.

[ 15 ] All physical events are shadows of supersensible events. The struggle between spiritual forces and materialism is a reflection of the struggle between the hosts of Beelzebub and Mammon against Michael. This struggle first had to be fought out on higher planes; it was decided there thirty years ago in Michael’s favor, and the current struggle here on the physical plane is a reflection of that. Above, the struggle has been decided, but for the individual human being, the struggle is not yet over. If the people of today are not up to the task, we will all perish, and new people will have to come. This shows the way, the place where the individual human being must step in today.