Basic Elements of Esotericism
GA 93a
26 September 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
I
Lecture I
[ 1 ] Bei jedem esoterischen Lehrgang kommt es darauf an zu lernen, wie wir die Dinge um uns her anzuschauen haben. Jeder Mensch empfindet natürlich bei einer Blume und allen Dingen der Umgebung irgend etwas. Es kommt aber darauf an, einen höheren Standpunkt zu gewinnen, tiefer hineinzuschauen, bestimmte Schauungen mit jedem Ding zu verbinden. Darauf beruht zum Beispiel die tiefsinnige Medizin des Paracelsus. Er spürte, fühlte, sah die Kraft einer bestimmten Pflanze und die Verwandtschaft dieser Kraft mit einer entsprechenden im Menschen. So sah er zum Beispiel, auf welches Organ des Menschen die Kraft der Digitalis purpurea (roter Fingerhut) wirkt.
[ 1 ] In every esoteric course, the key is to learn how to view the things around us. Naturally, every person senses something when looking at a flower or any object in their surroundings. However, what matters is gaining a higher perspective, looking deeper, and connecting specific insights with each object. This, for example, is the foundation of Paracelsus’s profound medicine. He sensed, felt, and saw the power of a particular plant and the kinship of that power with a corresponding power within the human being. For example, he saw which human organ is affected by the power of Digitalis purpurea (red foxglove).
[ 2 ] Wir wollen uns diese Art, die Dinge zu betrachten, an einem besonderen Beispiele klarmachen. Alle Religionen haben Symbole. Über diese Sinnbilder kann man heute vieles hören, was vielfach aber nur eine äußere willkürliche Auslegung ist. Die tiefen religiösen Symbole sind aber aus dem Wesen der Dinge selbst herausgeholt. Besprechen wir zum Beispiel das Schlangensymbol, wie es Moses in den ägyptischen Geheimschulen mitgeteilt worden war. Was ihn begeisterte, was ihm die Intuition gab, wollen wir besprechen.
[ 2 ] Let us illustrate this way of looking at things with a specific example. All religions have symbols. Today, one hears a great deal about these symbols, but much of it is merely an arbitrary, superficial interpretation. The profound religious symbols, however, are drawn from the very essence of things themselves. Let us discuss, for example, the symbol of the serpent, as it was revealed to Moses in the Egyptian mystery schools. Let us discuss what inspired him and what his intuition revealed to him.
[ 3 ] Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen all denjenigen tierischen Lebewesen, welche eine Wirbelsäule haben, und denjenigen, welche, wie die Käfer, Mollusken, Würmer und so weiter, keine Wirbelsäule haben. Das ganze Tierreich zerfällt in die Hauptabteilungen der Wirbeltiere und der Wirbellosen. Bei den wirbellosen Tieren kann man sich nun die Frage vorlegen: Wo haben diese Tiere ihre Nerven? - Denn der Hauptnervenstrang geht sonst durch die Wirbelsäule hindurch. Die Wirbellosen haben aber auch ein Nervensystem, und zwar findet es sich ebenso beim Menschen wie bei den Wirbeltieren. Bei diesen verläuft es außen, längs der Wirbelsäule, bis es sich in der Leibeshöhle ausbreitet. Dies nennt man das sympathische Nervensystem mit dem Sonnengeflecht. Es ist dasselbe System, welches auch die wirbellosen Tiere besitzen, nur daß es bei den Wirbeltieren und beim Menschen weniger Bedeutung hat. Dieses System steht in einem viel engeren Zusammenhang mit der übrigen Welt als das Nervensystem in Kopf und Rückenmark des Menschen. Man kann die Tätigkeit der letzteren im Trancezustand auslöschen, dann tritt das sympathische Nervensystem in Tätigkeit. So geschieht es zum Beispiel bei den Somnambulen. Das somnambule Bewußtsein erstreckt sich auf das ganze Leben der Umgebung und geht über in die anderen Wesen um uns her. Die Somnambulen fühlen die Dinge in sich. Der Lebensäther ist nun das Element, das uns überall umströmt. Im Sonnengeflecht hat er seine Vermittlung. Könnten wir nur mit dem Sonnengeflecht wahrnehmen, so würden wir in einer intimen Gemeinschaft mit der ganzen Welt leben. Diese intime Gemeinschaft ist bei den wirbellosen Tieren vorhanden. Ein solches Tier fühlt zum Beispiel eine Blume in sich. Das wirbellose Tier ist im Erdensystem etwas Ähnliches wie beim Menschen Auge und Ohr. Es ist ein Teil des Organismus. Es gibt tatsächlich einen gemeinschaftlichen geistigen Organismus, welcher durch die wirbellosen Tiere wahrnimmt, sieht, hört und so weiter. Der Erdengeist ist ein solcher gemeinschaftlicher Organismus. Alles was wir so um uns haben, ist ein Körper für diesen gemeinschaftlichen Geist. Wie sich unsere Seele Augen und Ohren schafft, um die Welt wahrzunehmen, so schafft sich diese gemeinschaftliche Erdenseele die wirbellosen Tiere als Augen und Ohren, um in die Welt hineinzusehen und hineinzuhören.
[ 3 ] There is a fundamental difference between all animals that have a spine and those that, like beetles, mollusks, worms, and so on, do not have a spine. The entire animal kingdom is divided into the major phyla of vertebrates and invertebrates. When it comes to invertebrates, one might ask: Where are their nerves located?—since the main nerve cord normally runs through the spine. However, invertebrates also have a nervous system, and it is found in humans as well as in vertebrates. In these animals, it runs externally, along the spine, until it spreads into the body cavity. This is called the sympathetic nervous system with the solar plexus. It is the same system that invertebrates also possess, except that it is less significant in vertebrates and humans. This system is much more closely connected to the rest of the world than the nervous system in the human head and spinal cord. One can suppress the activity of the latter while in a trance state, at which point the sympathetic nervous system becomes active. This is what happens, for example, with somnambulists. The somnambulistic consciousness extends to the entire life of the surroundings and merges with the other beings around us. Somnambulists feel things within themselves. The life ether is the element that flows all around us. It finds its point of mediation in the solar plexus. If only we could perceive through the solar plexus, we would live in an intimate communion with the whole world. This intimate communion exists in invertebrates. Such an animal, for example, feels a flower within itself. The invertebrate is to the Earth system something akin to what the eye and ear are to the human being. It is a part of the organism. There is, in fact, a collective spiritual organism that perceives, sees, hears, and so on through the invertebrates. The Earth Spirit is such a collective organism. Everything around us is a body for this collective spirit. Just as our soul creates eyes and ears to perceive the world, so does this collective Earth Soul create the invertebrates as its eyes and ears to see and hear into the world.
[ 4 ] In der Entwickelung der Erde kam nun ein Zeitpunkt, wo in dem gemeinsamen Leben und Weben des Erdengeistes eine Besonderung eintrat. Es schloß sich ein Teil ab, wie in ein Rohr hinein. Erst als dieser Zeitpunkt eintrat, war es überhaupt möglich, daß Wesen entstehen, die auch Sonderwesen werden können. Die anderen sind Glieder einer Erdenseele. Jetzt erst beginnt ein besonderer Grad von Sonderung. Jetzt beginnt erst die Möglichkeit, daß einmal etwas zu sich «Ich» sagen kann. Diese Tatsache, daß zwei Epochen auf der Erde sind, erstens die Epoche, in der es auf der Erde noch keine Tiere gab mit einem in ein Knochenrohr eingeschlossenen Nervensystem, zweitens die Epoche, in welcher dann solche entstanden, wird in allen Religionen besonders ausgedrückt. Die Schlange schließt zuerst das selbstlose, ungesonderte Schauen des Erdengeistes in ein Rohr ein, und bildet so den Grund zur Ichheit. Das prägten die esoterischen Lehrer den Schülern ein, so daß sie es empfinden konnten: Seht ihr die Schlange an, so seht ihr das Merkzeichen für euer Ich. - Dabei mußten sie lebhaft empfinden, daß das zusammengehört, das selbständige Ich und die Schlange. So wurde diese Empfindung von der Bedeutung der Dinge um uns her ausgebildet. So durchdrangen die Schüler ein jegliches Naturwesen mit dem richtigen Empfindungsgehalt. Mit dieser Empfindung ausgerüstet war auch Moses, als er herausging aus den ägyptischen Geheimschulen, und so stellte er die Schlange als Symbol auf. Man lernte in jenen Schulen nicht so abstrakt, wie man heute lernt, sondern indem man aus dem eigenen inneren Erleben heraus die Welt erfassen lernte.
[ 4 ] In the Earth’s evolution, a point in time now arrived when a differentiation occurred within the collective life and interweaving of the Earth Spirit. A part of it was enclosed, as if within a tube. Only when this moment arrived was it at all possible for beings to come into existence who could also become distinct beings. The others are members of an Earth soul. Only now does a particular degree of separation begin. Only now does the possibility arise that something might one day be able to say “I” to itself. This fact—that there are two epochs on Earth: first, the epoch in which there were still no animals on Earth with a nervous system enclosed within a bony tube, and second, the epoch in which such animals then arose—is expressed in a special way in all religions. The serpent first encloses the selfless, undifferentiated perception of the Earth Spirit within a tube, thereby laying the foundation for the “I.” The esoteric teachers instilled this in their students so that they could feel it: When you look at the serpent, you see the symbol of your “I.”—In doing so, they had to vividly sense that the independent “I” and the serpent belong together. Thus, this sense of the meaning of the things around us was developed. In this way, the students imbued every natural being with the correct emotional content. Moses, too, was equipped with this feeling when he left the Egyptian mystery schools, and so he established the serpent as a symbol. In those schools, one did not learn in such an abstract way as one does today, but rather by learning to grasp the world through one’s own inner experience.
[ 5 ] Es gibt eine Beschreibung des Menschen auf Grund der äußerlichen Untersuchung der einzelnen Teile seines Organismus. Aber in alten mystischen und okkulten Werken kann man den Menschen ebenfalls beschrieben finden. Diese Beschreibungen sind aber auf ganz andere Weise zustande gekommen als durch anatomische Untersuchungen. Sie sind sogar weit genauer und viel richtiger, als was der Anatom von heute beschreibt, denn dieser beschreibt nur den Leichnam. Die alten Beschreibungen sind so gewonnen, daß die Schüler durch Meditation, durch innere Erleuchtung sich selbst sichtbar wurden. Durch das sogenannte Kundalinifeuer kann der Mensch sich von innen heraus betrachten. Es gibt verschiedene Stufen dieser Betrachtung. Die genaue, richtige Betrachtung tritt zuerst symbolisch auf. Wenn der Mensch sich zum Beispiel auf sein Rückenmark konzentriert, sieht er in der Tat immer die Schlange. Er träumt vielleicht auch von der Schlange, weil diese das Wesen ist, das äußerlich in die Welt hinausversetzt wurde, als das Rückenmark sich bildete und auf dieser Stufe stehengeblieben ist. Die Schlange ist das äußerliche, in die Welt hinausversetzte Rückenmark. Diese bildhafte Art, die Dinge zu sehen, ist das astrale Schauen (Imagination). Aber erst durch das mentale Schauen (Inspiration) ergibt sich die völlige Bedeutung.
[ 5 ] There is a description of the human being based on an external examination of the individual parts of his organism. But in ancient mystical and occult works, one can also find descriptions of the human being. However, these descriptions came about in a completely different way than through anatomical examinations. They are even far more precise and much more accurate than what today’s anatomists describe, for they describe only the corpse. The ancient descriptions were obtained in such a way that the disciples, through meditation and inner enlightenment, became visible to themselves. Through the so-called Kundalini fire, a person can observe themselves from within. There are various stages of this contemplation. Precise, accurate contemplation first appears symbolically. When a person concentrates on their spinal cord, for example, they in fact always see the serpent. They may also dream of the serpent, because it is the essence that was projected outward into the world when the spinal cord formed and has remained at this stage. The serpent is the spinal cord projected outward into the world. This pictorial way of seeing things is astral vision (imagination). But it is only through mental vision (inspiration) that the full meaning becomes apparent.
[ 6 ] Dieser Erkenntnisweg führt den Menschen dazu, den Zusammenhang zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos zu erkennen, daß er sich aufteilen kann in die Natur, daß er sich sagen kann, zu welchem Teil der Welt jedes einzelne seiner Organe gehört. Die altgermanische Mythe läßt den Riesen Ymir so aufgeteilt werden. Aus seiner Gehirnschale wird das Himmelsgewölbe gemacht, aus seinen Knochen die Gebirge und so weiter. Das ist die mythologische Darstellung von dem inneren Schauen. Bei jedem Stück in der Welt sieht der Esoteriker den Zusammenhang mit irgend etwas in ihm selbst. Die innere Verwandtschaft tritt dann hervor. Dieses Schauen muß intensiv ausgebildet werden. Alle Religionen weisen auf solche intensive Ausbildung hin. In den Evangelien wird auch darauf hingewiesen. Der Esoteriker sagt sich: Alle Dinge der Umwelt, Stein, Pflanzen und Tiere, sind Merkzeichen meiner eigenen Entwickelung; ich könnte nicht sein, wenn nicht diese Reiche da wären. Dieses Bewußtsein erfüllt uns nicht nur mit dem Gefühl, daß wir hinausgestiegen sind über diese Reiche, sondern auch mit der Erkenntnis, daß wir ohne sie nicht sein könnten.
[ 6 ] This path of knowledge leads a person to recognize the connection between the microcosm and the macrocosm, to understand that the self can be divided into nature, and to be able to identify which part of the world each of their organs belongs to. The Old Germanic myth describes the giant Ymir being divided in this way. His skull becomes the vault of heaven, his bones the mountains, and so on. This is the mythological representation of inner vision. In every part of the world, the esotericist sees a connection to something within himself. The inner kinship then becomes apparent. This vision must be intensively cultivated. All religions point to such intensive cultivation. The Gospels also point to this. The esotericist tells himself: All things in the environment—stones, plants, and animals—are signs of my own development; I could not exist if these realms were not there. This awareness fills us not only with the feeling that we have risen above these realms, but also with the realization that we could not exist without them.
[ 7 ] Es gibt sieben Grade des menschlichen Bewußtseins: Trancebewußtsein, Tiefschlaf-, Traumbewußtsein, Wachbewußtsein, psychisches, überpsychisches und spirituelles Bewußtsein. Eigentlich gibt es im ganzen zwölf Bewußtseinsstufen; die fünf anderen sind schöpferische Bewußtseinsstufen. Es sind solche der Schöpfer, der schaffenden Götter. Diese hängen mit den zwölf Tierkreiszeichen zusammen. Diese zwölf Stufen muß der Mensch nacheinander durchmachen. Er stieg auf durch das Trance-, Tiefschlaf- und Traumbewußtsein bis zum heutigen hellen Tagesbewußtsein. Auf den folgenden planetarischen Entwickelungsstufen wird er noch höhere Bewußtseinsstufen erreichen. Alle, die er schon durchgemacht hat, hat er auch in sich. Der physische Körper hat das dumpfe Trancebewußtsein, wie es auf dem alten Saturn vom Menschen erworben wurde. Der Ätherkörper des Menschen hat das Bewußtsein des traumlosen Schlafes, wie es auf der alten Sonne entstand. Der Astralkörper träumt, so wie er auch im Traume während des Schlafes träumt. Das Traumbewußtsein stammt aus der alten Mondenzeit. Auf der gegenwärtigen Erde erreicht der Mensch das Wachbewußtsein. Das Ich hat das helle Tagesbewußtsein.
[ 7 ] There are seven levels of human consciousness: trance consciousness, deep sleep consciousness, dream consciousness, waking consciousness, psychic consciousness, suprapsychic consciousness, and spiritual consciousness. In fact, there are twelve levels of consciousness in total; the other five are creative levels of consciousness. These are the levels of the creators, the creative gods. They are connected to the twelve signs of the zodiac. Human beings must pass through these twelve levels one after another. They have ascended through trance consciousness, deep sleep consciousness, and dream consciousness to today’s clear waking consciousness. In the subsequent stages of planetary evolution, he will attain even higher levels of consciousness. All the levels he has already passed through are also present within him. The physical body possesses the dull trance consciousness that was acquired by humankind on ancient Saturn. The human etheric body possesses the consciousness of dreamless sleep, as it arose on the ancient Sun. The astral body dreams, just as it does in dreams during sleep. Dream consciousness originates from the ancient Moon era. On present-day Earth, human beings attain waking consciousness. The “I” possesses clear, daytime consciousness.
[ 8 ] Die höhere Entwickelung besteht darin, daß sich das, was im Wesen ist, hinaussetzt, so wie der Mensch die Schlange hinausgesetzt hat und dabei die Schlange auf einer höheren Stufe in seinem Rückenmark beibehält. Bei einer noch weiteren Entwickelung werden die Menschen nicht nur Steine, Pflanzen und Tiere in die Welt hinaussetzen, sondern Bewußtseinsstufen. In einem Bienenstock sind zum Beispiel dreierlei Wesen, die eine gemeinsame Seele haben. Scheinbar ganz getrennte Wesen wirken gemeinsam. So wird es auch einmal beim Menschen sein; er wird seine Organe trennen. Alle einzelnen Gehirnmoleküle wird er bewußt von außen her dirigieren müssen. Dann ist er ein höheres Wesen geworden. So wird es auch mit den Bewußtseinsstufen sein. Man kann sich ein hohes Wesen denken, das alle zwölf Bewußtseinsstufen aus sich herausgesetzt hat. Es selbst ist dann als Dreizehntes da und wird sich sagen: Ich könnte das, was ich bin, nicht sein, wenn ich nicht diese zwölf Bewußtseinsstufen aus mir herausgesondert hätte. - Diesen Fall haben wir in Christus mit den zwölf Aposteln. Die zwölf Apostel stellen die Bewußtseinsstufen dar, durch die Christus hindurchgegangen ist. Das erkennt man im Johannes-Evangelium durch die Schilderung der Fußwaschung, im dreizehnten Kapitel, durch die angedeutet wird, daß Christus es den Aposteln verdankt, daß er die höhere Bewußtseinsstufe erreicht hat: Wahrlich, merket euch das, es ist der Diener niemals höher zu achten als der Herr. - Das höherentwickelte Wesen hat die anderen auf der Bahn zurückgelassen und ist nun selbst der Diener der anderen geworden. Nicht viele Menschen verstehen den Sinn dieser Worte, doch werden sie, wenn sie diese Erzählung hören, durch die Empfindung vorbereitet zum Verstehen. Wir sind zum Beispiel in den ersten Jahrhunderten nach Christus durch diese Erzählungen in der Empfindung vorbereitet worden. Sonst wäre unser Kausalkörper nicht vorbereitet, um jetzt die Wahrheit aufzunehmen. Durch die bildliche Form wird die Seele vorbereitet. Darum haben früher die großen Weisen den Menschen Märchen erzählt mit dem großen Ausblick auf die Zukunft. Auch heute haben die Lehrer schon einen Begriff davon, was in Zukunft durch die Lehren der Theosophie bewirkt wird. Heute hat der Mensch Gut und Böse in sich. Das wird in der Zukunft äußerlich in die Erscheinung treten als ein Reich des Guten und ein Reich des Bösen. Und wie die Guten die Bösen dereinst zu behandeln haben, das wird in der Seele veranlagt durch die theosophischen Begriffe von heute. Zuerst wurden den Menschen Bilder gegeben, jetzt erhalten sie die Begriffe, und in der Zukunft haben sie danach praktisch zu handeln.
[ 8 ] Higher evolution consists in that which is within the being projecting itself outward, just as man has projected the snake outward while retaining the snake at a higher level within his spinal cord. In an even further stage of development, human beings will project into the world not only stones, plants, and animals, but also levels of consciousness. In a beehive, for example, there are three kinds of beings that share a common soul. Beings that appear to be entirely separate act together. So it will one day be with human beings as well; they will separate their organs. He will have to consciously direct every single brain molecule from the outside. Then he will have become a higher being. The same will be true of the levels of consciousness. One can imagine a high being who has projected all twelve levels of consciousness from within himself. It itself will then be present as the thirteenth and will say to itself: “I could not be what I am if I had not separated these twelve levels of consciousness from within myself.”—We see this example in Christ with the twelve apostles. The twelve apostles represent the levels of consciousness through which Christ passed. This is evident in the Gospel of John through the description of the washing of the feet in chapter thirteen, which suggests that Christ owes it to the apostles that he has attained the higher level of consciousness: “Truly, take note of this: the servant is never to be held in higher esteem than the master.” - The more highly developed being has left the others behind on the path and has now himself become the servant of the others. Not many people understand the meaning of these words, yet when they hear this story, they are prepared to understand through the feeling it evokes. We, for example, were prepared in our feelings through these stories in the first centuries after Christ. Otherwise, our causal body would not be prepared to receive the truth now. The soul is prepared through the figurative form. That is why, in the past, the great sages told people fairy tales with a grand vision of the future. Even today, the teachers already have an idea of what will be brought about in the future through the teachings of Theosophy. Today, human beings have both good and evil within them. In the future, this will manifest externally as a realm of good and a realm of evil. And how the good will one day have to treat the evil is predisposed in the soul by today’s theosophical concepts. First, people were given images; now they are receiving the concepts; and in the future, they will have to act upon them in practice.
