Basic Elements of Esotericism
GA 93a
27 September 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
II
Lecture II
[ 1 ] Wir wollen uns heute beschäftigen mit drei wichtigen Vorstellungen, die zusammenhängen mit den Teilen der menschlichen Natur. Sie bilden sozusagen einen Leitfaden durch die ganze Welt. Es sind dies: Tätigkeit oder Bewegung, Weisheit, die auch Wort genannt wird, und drittens Wille. Wenn wir von Tätigkeit sprechen, meinen wir damit eigentlich etwas sehr Allgemeines. Der Esoteriker aber sieht in der Tätigkeit zunächst die Grundlage des ganzen Weltenalls, wie es uns umgibt. Die erste Gestalt des Weltenalls ist für den Esoteriker ein Produkt der Tätigkeit. Für den gewöhnlichen Menschensinn erscheint die Welt als etwas Fertiges; der Esoteriker aber sagt sich, was vorliegt, ist ein Produkt der Tätigkeit. Was scheinbar fertig ist, ist eine Stufe fortschreitender Tätigkeit, ein Durchgangspunkt. Die ganze Welt ist fortwährend in Tätigkeit. Diese Tätigkeit ist eigentlich Karma,
[ 1 ] Today we will examine three important concepts related to the aspects of human nature. They serve, so to speak, as a guide through the entire world. These are: activity or movement, wisdom—which is also called the Word—and, thirdly, will. When we speak of activity, we actually mean something very general. The esotericist, however, sees in activity, first and foremost, the foundation of the entire universe as it surrounds us. For the esotericist, the primary form of the universe is a product of activity. To the ordinary human mind, the world appears as something finished; the esotericist, however, tells himself that what we see is a product of activity. What appears to be finished is a stage of progressive activity, a point of transition. The entire world is constantly in a state of activity. This activity is, in fact, karma,
[ 2 ] Wenn man vom Menschen spricht, spricht man von seinem Astralkörper als von Karma, als von Tätigkeit. Eigentlich ist der Astralkörper dasjenige, was dem Menschen am nächsten steht. Was der Mensch erlebt, so daß es entscheidet über sein Wohl und Wehe, über Lust und Leid, das geht von seinem Astralkörper aus. Liebe, Leidenschaft, Freude, Schmerz, Ideal, Pflicht hängen zusammen mit dem Astralkörper. Wenn man von Lust und Leid, Trieben, Wünschen und Begierden spricht, so spricht man vom Astralkörper. Der Mensch erlebt fortwährend den Astralkörper, der Seher aber sieht die Form des Astralkörpers. Dieser Astralkörper ist in einer fortwährenden Umwandlung begriffen. Zuerst ist er undifferenziert, solange der Mensch noch nicht daran gearbeitet hat. Der Mensch arbeitet aber fortwährend daran in unserer Zeit. Wenn er unterscheidet zwischen Erlaubtem und Verbotenem, arbeitet der Mensch von seinem Ich aus hinein. Seit der Mitte der lemurischen Zeit bis zur Mitte der sechsten Wurzelrasse arbeitet der Mensch an seinem Astralkörper.
[ 2 ] When we speak of human beings, we speak of their astral body in terms of karma and activity. In fact, the astral body is what is closest to the human being. Whatever a person experiences—which determines their well-being or misfortune, their pleasure or suffering—originates from their astral body. Love, passion, joy, pain, ideals, and duty are all connected to the astral body. When we speak of pleasure and suffering, instincts, wishes, and desires, we are speaking of the astral body. Human beings constantly experience the astral body, but the seer perceives the form of the astral body. This astral body is in a state of constant transformation. At first, it is undifferentiated, as long as the human being has not yet worked on it. However, in our time, the human being is constantly working on it. When the human being distinguishes between what is permitted and what is forbidden, he works inward from his “I.” From the middle of the Lemurian period until the middle of the sixth root race, the human being has been working on his astral body.
[ 3 ] Warum arbeitet der Mensch daran? Er arbeitet deshalb an seinem Astralkörper, weil auf dem Gebiet der Tätigkeit jede einzelne Tätigkeit einen Gegenschlag hervorruft. Jeder Schlag ruft einen Gegenschlag hervor. Wenn wir mit der Hand über die Tischplatte fahren, so wird sie heiß. Die Wärme ist der Gegenschlag zu unserer Tätigkeit. So ruft jede Tätigkeit eine andere hervor. Dadurch, daß gewisse Tiere in die finstern Höhlen von Kentucky einwanderten, brauchten sie ihr Augenlicht nicht mehr, sondern nur empfindliche Tastorgane, damit sie sich zurechtfinden konnten. Die Folge war, daß das Blut von den Augen abzog und sie blind wurden. Dies war die Folge ihrer Tätigkeit, des Einwanderns in die Höhlen von Kentucky.
[ 3 ] Why do humans work on this? They work on their astral body because, in the realm of action, every single action elicits a counter-reaction. Every action elicits a counter-reaction. When we run our hand across the tabletop, it becomes hot. The heat is the counter-reaction to our action. Thus, every action gives rise to another. Because certain animals migrated into the dark caves of Kentucky, they no longer needed their eyesight but only sensitive tactile organs to find their way. The result was that blood drained from their eyes and they went blind. This was the consequence of their action—migrating into the caves of Kentucky.
[ 4 ] Der menschliche Astralkörper ist in fortwährender Tätigkeit. Darin besteht sein Leben. Diese Tätigkeit nennt man im engeren Sinne das menschliche Karma. Was ich heute tue, hat seinen Ausdruck im Astralkörper. Wenn ich jemanden schlage, ist das Tätigkeit und ruft einen Gegenschlag hervor. Das ist die ausgleichende Gerechtigkeit: Karma. Tätigkeit ist ein Schlag, der einen Gegenschlag hervorruft. Damit muß dann der Begriff von Ursache und Wirkung verbunden werden. Im Karma ist immer etwas Unausgeglichenes; es fordert immer etwas anderes.
[ 4 ] The human astral body is in constant activity. That is what constitutes its life. In the strictest sense, this activity is called human karma. What I do today finds expression in the astral body. If I strike someone, that is an action and elicits a counter-strike. This is balancing justice: karma. Activity is a blow that provokes a counterblow. This must then be linked to the concept of cause and effect. In karma, there is always something out of balance; it always demands something else.
[ 5 ] Das zweite in der menschlichen Natur und im Weltenall ist: Weisheit. Ebenso wie Karma etwas Unausgeglichenes ist, hat Weisheit etwas von Ruhe, Ausgeglichenheit. Darum nennt man sie auch Rhythmus. Alle Weisheit ist der Form nach Rhythmus. Im Astralkörper ist vielleicht viel Sympathie, dann ist viel Grünes in der Aura. Dieses Grün wurde einmal als Gegenfarbe herausgefordert. Dem Grünen entsprach ursprünglich ein Rot, ein selbstsüchtiger Instinkt. Das hat sich durch Tätigkeit, Karma, in Grün verwandelt. In der Weisheit, im Rhythmus ist alles fertig, ausgeglichen. Im Menschen ist alles Rhythmische, Weisheitsvolle im Ätherkörper. Der Ätherkörper ist daher das am Menschen, was die Weisheit repräsentiert. Im Ätherkörper herrscht Ruhe, Rhythmus.
[ 5 ] The second aspect in human nature and in the universe is: wisdom. Just as karma is something unbalanced, wisdom has an element of calm and balance. That is why it is also called rhythm. All wisdom, in its form, is rhythm. In the astral body, there may be a great deal of sympathy, in which case there is a lot of green in the aura. This green was once challenged as a contrasting color. Green was originally counterbalanced by red, a selfish instinct. Through activity—karma—this has been transformed into green. In wisdom, in rhythm, everything is complete and balanced. In human beings, everything rhythmic and wise resides in the etheric body. The etheric body is therefore the aspect of the human being that represents wisdom. Calm and rhythm reign in the etheric body.
[ 6 ] Der physische Körper repräsentiert eigentlich den Willen. Wille ist im Gegensatz zur bloßen Ruhe das Schöpferische, das hervorbringt. So haben wir folgenden Aufstieg: erstens Karma, Tätigkeit, das Unausgeglichene; zweitens Weisheit, das zur Ruhe Gekommene; drittens Wille, ein so übervolles Dasein, daß es sich hingeben kann. Also Tätigkeit, Weisheit, Wille sind die drei Stufen, in denen alles Dasein verfließt.
[ 6 ] The physical body actually represents the will. In contrast to mere stillness, the will is the creative force that brings things into being. Thus, we have the following progression: first, karma—activity, the unbalanced; second, wisdom—that which has come to rest; third, the will—an existence so abundant that it can surrender itself. Thus, activity, wisdom, and the will are the three stages through which all existence flows.
[ 7 ] Betrachten wir von diesem Gesichtspunkte aus den Menschen, wie er vor uns steht. Zunächst hat der Mensch seinen physischen Körper. Wie der Mensch gegenwärtig ist, hat er auf den physischen Körper gar keinen Einfluß. Was der Mensch physisch ist und tut, ist von außen, von schöpferischen Kräften gemacht. Er kann die Bewegung seiner Gehirnmoleküle nicht selber regeln, er kann den Blutumlauf nicht von sich aus beherrschen. Das soll eben nur sagen, daß der physische Körper ohne den Menschen hergestellt ist und ihm auch erhalten wird von anderen Kräften. Er ist ihm gleichsam nur geliehen worden. Der Mensch wird hineininkarniert in einen physischen Körper, der ihm von anderen Kräften hergestellt worden ist. Auch der Ätherkörper ist in gewisser Beziehung für ihn von anderen Mächten hergestellt. Dagegen ist der Astralkörper teilweise von anderen Mächten, teilweise vom Menschen selbst geformt. So viel wie vom Astralkörper vom Menschen selbst geformt ist, wird zum Karma des Menschen. Was er selbst hineingearbeitet hat, muß eine karmische Wirkung haben. Das ist auch das Unsterbliche, das Nichtvergehende an ihm. Der physische Körper ist durch das Karma anderer Wesen zustande gekommen; aber der Teil des Astralkörpers des Menschen, in den er seit der lemurischen Zeit hineingearbeitet hat, der ist sein Karma. Erst wenn der Mensch den ganzen Astralkörper durchgearbeitet hat, dann ist er auf der Stufe der Freiheit angelangt. Dann ist der ganze Astralkörper von innen heraus umgewandelt. Der Mensch ist dann ganz Ergebnis seiner Tätigkeit, seines Karmas.
[ 7 ] Let us consider the human being standing before us from this perspective. First of all, the human being has a physical body. The human being has absolutely no influence over the physical body as it currently exists. What the human being is and does physically is created from the outside by creative forces. He cannot regulate the movement of his brain molecules himself, nor can he control his blood circulation of his own accord. This simply means that the physical body is created without the human being and is also sustained by other forces. It has, as it were, merely been lent to him. The human being is incarnated into a physical body that has been created for him by other forces. The etheric body, too, is in a certain sense created for him by other forces. In contrast, the astral body is formed partly by other forces and partly by the human being himself. To the extent that the astral body is shaped by the human being himself, it becomes his karma. What he has worked into it himself must have a karmic effect. This is also the immortal, the imperishable aspect of him. The physical body came into being through the karma of other beings; but the part of the human being’s astral body into which he has worked since the Lemurian era—that is his karma. Only when the human being has worked through the entire astral body has he reached the stage of freedom. Then the entire astral body has been transformed from within. Human beings are then entirely the result of their own actions, of their own karma.
[ 8 ] Wenn wir irgendeine Entwickelungsstufe herausgreifen, so hat da der Mensch einen Astralkörper, der zum Teil seine eigene Arbeit ist. Was so seine eigene Arbeit ist, lebt aber im Ätherkörper und im physischen Körper. Im physischen Körper lebt, was der Mensch aus sich gemacht hat, und durch den physischen Körper lebt es in der physischen Welt. Er würde nicht zu Begriffen von der physischen Welt kommen können, wenn er nicht durch seine Organe in ihr arbeitete. Was der Mensch im Astralkörper erlebt, arbeitet er in sich hinein. Bei dem, was er in der physischen Welt beobachtet, sind seine drei Hüllen tätig. Wenn er zum Beispiel eine Rose sieht, sind alle drei Hüllen daran beteiligt. Er sieht zunächst rot. Daran ist der Physische Körper beteiligt. In einer Camera obscura macht die Rose denselben Eindruck. Zweitens wird aber diese Rose vom Menschen aufgefaßt im Ätherkörper als lebendige Vorstellung. Drittens erfreut die Rose den Menschen, und daran ist sein Astralkörper beteiligt. Das sind die drei Stufen menschlicher Beobachtung. Es arbeitet das Innerste des Menschen durch die drei Körper in die äußere Welt. Was der Mensch von der Außenwelt aufnimmt, nimmt er durch diese drei Körper auf.
[ 8 ] If we single out any stage of development, we find that the human being has an astral body that is, in part, the product of his own work. However, what is the product of his own work lives within the etheric body and the physical body. What the human being has made of himself lives within the physical body, and through the physical body it lives in the physical world. He would not be able to form concepts of the physical world if he did not work within it through his organs. What the human being experiences in the astral body, he works into himself. When observing the physical world, all three of his bodies are active. For example, when he sees a rose, all three bodies are involved. First, he sees the color red; this involves the physical body. In a camera obscura, the rose makes the same impression. Second, however, this rose is perceived by the human being in the etheric body as a living image. Third, the rose brings joy to the person, and this involves the astral body. These are the three stages of human observation. The innermost being of the person works through the three bodies into the outer world. Whatever a person takes in from the outer world, they take in through these three bodies.
[ 9 ] Allen diesen Dingen, die sich auf die Tätigkeit des Menschen oder Karma beziehen, liegt die Begierde zugrunde. Der Mensch brauchte sich nicht zu betätigen, wenn er keine Begierde hätte. Er hat aber die Begierde, teilzunehmen an der Umwelt. Daher nennen wir seinen Astralkörper auch seinen Begierdenkörper.
[ 9 ] All these things, which relate to human activity or karma, are rooted in desire. Human beings would not need to act if they had no desire. However, they have the desire to participate in their environment. That is why we also call their astral body their “body of desire.”
[ 10 ] Es besteht ein innerer Zusammenhang zwischen der Tätigkeit des Menschen und seinen Organen. Für die niedrigsten und höchsten Triebe braucht der Mensch seine Organe. Auch in der Kunst braucht er sie. Wenn der Mensch einmal alles aus der Welt gleichsam herausgesogen hat, braucht er keine Organe mehr. Zwischen Geburt und Tod gewöhnt sich der Mensch, die Welt durch seine Organe anzuschauen. Diese Gewöhnung muß er nach dem Tode langsam abstreifen. Will er auch dann noch seine Organe zum Anschauen der Welt gebrauchen, so befindet er sich in dem Zustand, den man Kamaloka nennt. Es ist ein Zustand, in welchem noch Begierde da ist, durch die Organe zu schauen, die aber nicht mehr da sind. Wenn der Mensch sich nach dem Tode sagen könnte, daß er keine Organe mehr brauchen wolle, so würde es für ihn kein Kamaloka mehr geben. Im Devachan nun wird alles dasjenige von innen angeschaut, ohne Organe, was der Mensch vorher im Leben durch seine Organe ringsherum wahrgenommen hat.
[ 10 ] There is an inner connection between human activity and the human organs. Human beings need their organs for both their basest and their noblest instincts. They need them in art as well. Once a person has, as it were, drawn everything out of the world, they no longer need their organs. Between birth and death, a person becomes accustomed to perceiving the world through his organs. After death, he must slowly shed this habit. If he still wishes to use his organs to perceive the world even then, he finds himself in the state known as Kamaloka. It is a state in which the desire to perceive through the senses still exists, even though the senses themselves are no longer present. If, after death, a person could tell themselves that they no longer wish to use their senses, there would be no more Kamaloka for them. In Devachan, however, everything that a person previously perceived through their senses in life is now perceived from within, without the use of the senses.
[ 11 ] Karma, die Tätigkeit des Menschen durch den Astralkörper, ist etwas Unausgeglichenes. Indem die Tätigkeit aber nach und nach in einen Zustand des Gleichgewichts kommt, ergibt sich eine Ausgleichung. Wenn man ein Pendel anschlägt, geht es nach und nach ins Gleichgewicht über. Jede unausgeglichene Tätigkeit geht zuletzt über in etwas Ruhendes. Wenige Unregelmäßigkeiten lassen sich beobachten, aber wenn die Unregelmäßigkeiten unendlich zahlreich sind, gleichen sie sich wieder aus. Man kann zum Beispiel durch ein Instrument die Unregelmäßigkeiten beobachten, welche in einer Stadt durch das Fahren der elektrischen Bahnen verursacht werden. In einer kleinen Stadt, wo die Bahnen nicht so viel in Bewegung sind, zeigt das Instrument fortwährend starke Schwankungen, aber in einer großen Stadt, wo die Bewegung viel stärker und häufiger ist, ist das Instrument viel mehr in Ruhe, weil die vielen Unregelmäßigkeiten sich ausgleichen. So ist es auch im Devachan mit einer jeden Unregelmäßigkeit.
[ 11 ] Karma, a person’s activity through the astral body, is something unbalanced. However, as this activity gradually reaches a state of equilibrium, a balancing out occurs. When a pendulum is set in motion, it gradually returns to equilibrium. Every unbalanced activity eventually transitions into a state of rest. A few irregularities can be observed, but when the irregularities are infinitely numerous, they balance each other out again. For example, one can use an instrument to observe the irregularities caused in a city by the operation of electric trains. In a small town, where the trams do not move around as much, the instrument continuously shows strong fluctuations; but in a large city, where movement is much stronger and more frequent, the instrument is much more at rest because the many irregularities balance each other out. So it is in Devachan with every irregularity.
[ 12 ] Im Devachan sieht der Mensch in sich hinein. Er beobachtet, was er aufgenommen hat; so lange muß er es beobachten, bis es in einen rhythmischen Zustand gelangt ist.
[ 12 ] In Devachan, the human being looks within. He observes what he has taken in; he must continue to observe it until it has reached a rhythmic state.
[ 13 ] Ein Schlag ruft einen Gegenschlag hervor; aber durch viele Vermittlungen kommt erst der Gegenschlag zurück. Die Wirkung dauert aber in der Zwischenzeit fort. Wie Schlag und Gegenschlag zusammenhängen, das wird im Devachan zur Weisheit umgearbeitet. Was der Mensch zur Weisheit umgearbeitet hat, verwandelt sich beim Menschen in Rhythmus, im Gegensatz zur Tätigkeit. Was sich in Rhythmus verwandelt hat, das geht über in den Ätherkörper. Man ist nach dem Devachan weiser und besser geworden, weil man alle Erfahrungen im Devachan verarbeitet hat. Was von dem Astralkörper an Vibrationen in den Ätherkörper hineingearbeitet worden ist, das ist unsterblich. Wenn der Mensch stirbt, bleibt erhalten, was er von dem Astralkörper umgearbeitet hat, und von dem Ätherkörper das kleine Stückchen, das er bearbeitet hat; der übrige Teil des Ätherkörpers löst sich auf im Weltenäther. Soweit der Mensch dieses kleine Stückchen Ätherkörper bearbeitet hat, ist sein Ätherkörper unsterblich. Darum findet er dann bei seinem Wiederkommen dieses Stückchen Ätherkörper wieder. Was er braucht, um dieses Stückchen Ätherkörper zu ergänzen, das bestimmt die Dauer seines Aufenthaltes im Devachan.
[ 13 ] A blow provokes a counterblow; but the counterblow does not return until it has passed through many intermediaries. In the meantime, however, the effect continues. The relationship between the blow and the counterblow is transformed into wisdom in Devachan. What a person has transformed into wisdom is transformed within the person into rhythm, in contrast to activity. What has been transformed into rhythm passes into the etheric body. After Devachan, one has become wiser and better because one has processed all experiences in Devachan. Those vibrations from the astral body that have been incorporated into the etheric body are immortal. When a person dies, what they have processed from the astral body remains, as does the small portion of the etheric body that they have worked on; the rest of the etheric body dissolves into the world ether. To the extent that a person has processed this small portion of the etheric body, that portion is immortal. That is why, upon their return, they rediscover this portion of the etheric body. What they need to supplement this portion of the etheric body determines the duration of their stay in Devachan.
[ 14 ] Wenn ein Mensch soweit ist, daß er seinen ganzen Ätherkörper so umgewandelt hat, dann braucht er kein Devachan mehr. Dies ist bei dem ausgebildeten Geheimschüler der Fall, der seinen Ätherkörper so umgewandelt hat, daß der ganze Ätherkörper nach dem Tode verbleibt und nicht durch das Devachan hindurchzugehen braucht. Das nennt man das Verzichtleisten auf Devachan. Man kann einen Menschen am Ätherkörper arbeiten lassen, wenn man sicher ist, daß er nichts Übles mehr in die übrige Welt hineinbringt; er würde sonst seine schlechten Instinkte in die Welt hineinarbeiten. In der Hypnose kann es sein, daß der Hypnotisierte die schlechten Instinkte des Hypnotiseurs in die Welt hineinarbeitet. Beim normalen Menschen verhindert der physische Körper, daß man den Ätherkörper nach allen Richtungen zerren und ziehen kann. Wenn sich der physische Körper aber in Lethargie befindet, kann man in den Ätherkörper hineinarbeiten. Wenn man einen Menschen hypnotisiert und schlechte Instinkte in ihn hineinarbeitet, so bleiben diese auch nach dem Tode vorhanden. Viele Praktiken der schwarzen Magier bestanden darin, daß sie auf diese Weise sich willige Diener schufen. Regel der weißen Magier ist, niemanden in anderem Maße in seinen Ätherleib hineinarbeiten zu lassen, als seine Instinkte schon durch die Katharsis hindurchgegangen sind. Im Ätherkörper herrscht Ruhe und Weisheit. Wenn etwas Schlechtes hineinkommt, kommt dieses Schlechte zur Ruhe und bleibt dadurch.
[ 14 ] When a person has reached the point where he has completely transformed his entire etheric body, he no longer needs Devachan. This is the case with the advanced initiate, who has transformed his etheric body to such an extent that the entire etheric body remains after death and does not need to pass through Devachan. This is called renouncing Devachan. One can allow a person to work on their etheric body if one is certain that they will no longer bring anything evil into the rest of the world; otherwise, they would project their evil instincts into the world. In hypnosis, it is possible that the hypnotized person may project the hypnotist’s evil instincts into the world. In a normal person, the physical body prevents the etheric body from being tugged and pulled in all directions. However, when the physical body is in a state of lethargy, one can work into the etheric body. If one hypnotizes a person and works negative instincts into them, these remain even after death. Many practices of black magicians consisted of creating willing servants in this way. The rule of white magicians is not to allow anyone to influence another’s etheric body to a greater extent than that to which the person’s instincts have already been purified through catharsis. Calm and wisdom reign in the etheric body. When something evil enters it, that evil comes to rest and thereby remains.
[ 15 ] Bevor der Mensch als Schüler bis zu dem Punkte geführt wird, daß er willkürlich an seinem Ätherkörper arbeiten kann, muß er wenigstens teilweise in die Lage kommen, das Karma zu beurteilen, Selbsterkenntnis zu erlangen. Darum darf Meditation nicht ohne fortwährende Selbsterkenntnis, Selbstschau vorgenommen werden. Dadurch wird erreicht, daß der Mensch im rechten Augenblick den Hüter der Schwelle sieht: das Karma, das er noch abzutragen hat. Wenn man diese Stufe in normalem Zustande erreicht, bedeutet das nichts anderes als die Erkenntnis des noch vorhandenen Karmas. Fange ich an, in den Ätherkörper hineinzuarbeiten, muß ich mir vorsetzen, das Karma, das noch da ist, auszugleichen. Es kann vorkommen, daß der Hüter der Schwelle auf abnorme Weise auftritt. Das geschieht, wenn der Mensch eine so starke Anziehung hat zu dem einen Leben zwischen Geburt und Tod, daß er wegen des geringen Maßes an innerer Tätigkeit nicht lange genug im Devachan bleiben kann. Wenn der Mensch sich zu sehr gewöhnt hat, nach außen zu schauen, hat er im Inneren nichts zu sehen. Er kommt dann bald ins physische Leben zurück. Seine Begierden bleiben dann vorhanden, das kurze Devachan ist bald vorüber; und wenn er zurückkehrt, ist das Gebilde seiner früheren Begierden noch im Kamaloka vorhanden; er trifft es dann noch an. Er verkörpert sich. Da mischt sich zu seinem neuen Astralkörper der alte hinzu; das ist das vorhergehende Karma, der Hüter der Schwelle. Er hat dann sein früheres Karma fortwährend vor sich, dies wird eine eigentümliche Art von Doppelgänger.
[ 15 ] Before a person, as a student, is guided to the point where they can work on their etheric body at will, they must at least partially be able to assess their karma and attain self-knowledge. Therefore, meditation must not be undertaken without continuous self-knowledge and self-observation. This enables the individual to see the Keeper of the Threshold at the right moment: the karma that he still has to work off. When one reaches this stage in a normal state, it means nothing other than the recognition of the karma that still remains. When I begin to work into the etheric body, I must resolve to balance the karma that still remains. It may happen that the Keeper of the Threshold appears in an abnormal manner. This occurs when a person feels such a strong attraction to the life between birth and death that, due to a lack of inner activity, they cannot remain in Devachan long enough. If a person has become too accustomed to looking outward, they have nothing to see within. They then soon return to physical life. Their desires remain; the brief stay in Devachan is soon over; and when they return, the form of their former desires is still present in Kamaloka; they still encounter it there. They reincarnate. There, the old astral body mingles with his new one; this is the previous karma, the Guardian of the Threshold. He then has his past karma constantly before him; this becomes a peculiar kind of doppelgänger.
[ 16 ] Viele von den Päpsten der berüchtigten Päpstezeit, wie zum Beispiel Alexander VI., haben solche Doppelgänger in der nächsten Inkarnation gehabt. Es gibt Menschen, und zwar jetzt gar nicht selten, die ihre frühere niedere Natur fortwährend neben sich haben. Das ist eine spezifische Art von Wahnsinn. Das wird immer stärker und heftiger werden, weil das Leben im Materiellen sich immer mehr ausbreitet. Viele Menschen, die jetzt ganz im materiellen Leben aufgehen, werden in der nächsten Inkarnation die abnorme Form des Hüters der Schwelle neben sich haben. Würde nicht der spirituelle Einfluß jetzt sehr stark ausgeübt, so würde eine Art epidemischen Sehens des Hüters der Schwelle eintreten als Folge der materialistischen Kultur. Ein Vorbote ist die Nervosität unseres Jahrhunderts. Sie ist eine Art Aufgehen in der Peripherie. Alle Nervösen von heute werden gehetzt sein durch den Hüter der Schwelle in der nächsten Inkarnation. Sie werden gehetzt werden in eine zu frühe Inkarnation, eine Art kosmischer Frühgeburt. Was wir mit der Theosophie anzustreben haben, ist eine genügend lange Devachanzeit, um solche zu frühe Inkarnationen zu vermeiden.
[ 16 ] Many of the popes from the infamous Papal Age, such as Alexander VI, had such doppelgängers in their next incarnation. There are people—and this is by no means rare today—who constantly have their former lower nature at their side. This is a specific kind of madness. It will become ever stronger and more intense because life in the material realm is expanding more and more. Many people who are now completely absorbed in material life will have the abnormal form of the Keeper of the Threshold at their side in their next incarnation. If spiritual influence were not being exerted very strongly now, a kind of epidemic manifestation of the Keeper of the Threshold would occur as a consequence of materialistic culture. A harbinger of this is the nervousness of our century. It is a kind of absorption in the periphery. All the nervous people of today will be driven by the Keeper of the Threshold in their next incarnation. They will be driven into a premature incarnation, a kind of cosmic premature birth. What we must strive for through Theosophy is a sufficiently long period in Devachan to avoid such premature incarnations.
[ 17 ] Von diesem Gesichtspunkte aus ist der Eintritt Christi in die Weltgeschichte zu betrachten. Vorher wurde jeder, der zu einem Leben in Christo kommen wollte, dahin gebracht, daß er ins Mysterium eintreten mußte. Der physische Leib wurde dort lethargisch gemacht, und nur von der reinen Priesterschaft wurde dem Astralleib zugefügt, was noch an seiner Reinigung fehlte. Das war die Einweihung.
[ 17 ] Christ’s entry into world history must be viewed from this perspective. Previously, anyone who wished to attain a life in Christ was led to the point where they had to enter into the Mystery. There, the physical body was rendered lethargic, and only the pure priesthood imparted to the astral body what was still lacking for its purification. That was the initiation.
[ 18 ] Dadurch aber, daß Christus in die Welt kam, geschah es, daß der, der sich zu ihm hingezogen fühlte, von ihm einen Ersatz [für diese alte Art der Einweihung] bekommen kann. Es ist immer möglich, daß man durch die Verbindung mit Christus seinen Astralkörper so weit gereinigt erhält, daß man ihn ohne Schaden für die Welt in seinen Ätherkörper hineinarbeiten kann. Wenn man das bedenkt, bekommt das Wort von dem stellvertretenden Sühnetod eine ganz andere Bedeutung. Es ist dies gemeint unter dem Sühnetod Christi. Den Tod in den Mysterien hatte zuvor jeder erleiden müssen, der die Reinigung erlangen wollte. Nun hat ihn der Eine erlitten für alle, so daß durch die welthistorische Einweihung Ersatz geschaffen ist für die alte Einweihung. Durch das Christentum ist vieles Gemeinschaftliche geschaffen worden, was früher nicht gemeinschaftlich war. Die wirksame Kraft drückt sich dadurch aus, daß durch Innenschau, durch wahre Mystik, die Gemeinschaft mit Christus möglich ist. Das wurde auch in die Sprache hineingelegt. Der erste christliche Eingeweihte Europas, Ulfilas, hat es in die deutsche Sprache selbst hineingelegt, daß der Mensch in der Sprache das «Ich» fand. Andere Sprachen drücken diese Beziehung zum Ich durch eine besondere Form des Zeitwortes aus, zum Beispiel im Lateinischen «amo», aber die deutsche Sprache setzt das Ich hinzu. «Ich» ist: J.Ch. = Jesus Christus. Das ist mit Absicht in die deutsche Sprache hineingelegt, es ist nicht Zufall. Es sind die Eingeweihten, welche die Sprache geschaffen haben. So wie man im Sanskrit das AUM für die Trinität hat, haben wir für das Innere des Menschen das Zeichen «ICH». Dadurch war ein Mittelpunkt geschaffen worden, durch den die Leidenschaften der Welt sich in Rhythmus verwandeln können. Sie müssen sich durch das Ich rhythmisieren. Dieser Mittelpunkt ist wörtlich der Christus.
[ 18 ] But because Christ came into the world, it came to pass that those who felt drawn to him could receive from him a substitute [for this old form of initiation]. It is always possible, through union with Christ, to purify one’s astral body to such an extent that one can integrate it into one’s etheric body without causing harm to the world. When one considers this, the concept of the vicarious atoning death takes on an entirely different meaning. This is what is meant by the atoning death of Christ. Previously, everyone who wished to attain purification had to undergo death within the Mysteries. Now, the One has suffered it for all, so that through this initiation of world-historical significance, a substitute has been created for the old initiation. Through Christianity, much that was previously not communal has been made communal. The active power is expressed in that, through introspection and true mysticism, communion with Christ is made possible. This was also embedded in the language itself. The first Christian initiate in Europe, Ulfilas, embedded it into the German language itself, so that human beings found the “I” within the language. Other languages express this relationship to the “I” through a particular form of the verb—for example, “amo” in Latin—but the German language adds the “I.” “I” stands for J.Ch. = Jesus Christ. This was intentionally embedded in the German language; it is no coincidence. It is the initiates who created the language. Just as Sanskrit has “AUM” for the Trinity, we have the symbol “ICH” for the inner self of the human being. Through this, a center was created through which the passions of the world can be transformed into rhythm. They must be brought into rhythm through the “Ich.” This center is, literally, the Christ.
[ 19 ] Alle westlichen Nationen haben die Tätigkeit, die Leidenschaften entwickelt. Ein Impuls vom Osten muß kommen, um in dieselben Ruhe hineinzubringen. Ein Vorbote davon ist schon Tolstojs Buch über «Das Nichtstun». In der Tätigkeit des Westens finden wir vielfach ein Chaos. Das vermehrt sich immer noch. Die Spiritualität des Ostens soll in das Chaos des Westens einen Mittelpunkt bringen. Was lange Zeit hindurch geübt wird als Karma, das geht in Weisheit über. Weisheit ist die Tochter von Karma. Alles Karma findet seinen Ausgleich in Weisheit. Ein Weiser, der auf einer bestimmten Stufe angekommen ist, heißt ein Sonnenheld, weil sein Inneres rhythmisch geworden ist. Sein Leben ist ein Abbild der Sonne, die in rhythmischen Bahnen den Himmel durchwandert.
[ 19 ] All Western nations have developed activity and passions. An impulse must come from the East to bring calm to these very same nations. A harbinger of this is already found in Tolstoy’s book *Idleness*. In the activities of the West, we often find chaos. This chaos continues to grow. The spirituality of the East is meant to bring a center to the chaos of the West. What has been practiced for a long time as karma is transformed into wisdom. Wisdom is the daughter of karma. All karma finds its balance in wisdom. A sage who has reached a certain level is called a “Sun Hero” because his inner being has become rhythmic. His life is a reflection of the sun, which traverses the sky in rhythmic paths.
[ 20 ] Das Wort «AUM» ist der Atem. Der Atem verhält sich zum Wort, wie der Heilige Geist zu Christus, wie das Atma zu dem Ich.
[ 20 ] The word “AUM” is the breath. The breath is to the word as the Holy Spirit is to Christ, as the Atma is to the self.
