Basic Elements of Esotericism
GA 93a
29 September 1905, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
IV
Lecture IV
[ 1 ] Wir haben von dem Bewußtsein der verschiedenen Naturreiche gesprochen. Die Organe des Menschen haben ein Organbewußtsein; abnorm findet sich dieses Bewußtsein bei den Idioten. Es ist das astrale Bewußtsein, welches auch nächtliche Insekten, Ameisen, Spinnen und so weiter, besitzen. Ein ganz andersgeartetes Bewußtsein treffen wir bei den Bienen an. Wir wollen das Beispiel der Bienen benutzen, um zu zeigen, wie man zu solchen Wahrheiten kommt und sie dann zur Orientierung in der Welt benutzt.
[ 1 ] We have spoken of the consciousness of the various kingdoms of nature. The human organs possess an organ consciousness; this consciousness is found in an abnormal form in idiots. It is the astral consciousness, which is also possessed by nocturnal insects, ants, spiders, and so on. We find a completely different kind of consciousness in bees. Let us use the example of bees to show how one arrives at such truths and then uses them for orientation in the world.
[ 2 ] Eine okkulte Schulung ist etwas ganz anderes als unsere gewöhnliche Schulung; sie geht nicht wie diese darauf aus, viel Lehrstoff in den Schüler hineinzupfropfen. In einer strengen okkulten Schulung bekommt der Schüler gar keinen Lehrstoff, sondern einen markigen Satz mit innerer Kraft. So war es auch in früheren Zeiten. Den Satz mußte der Schüler meditieren bei vollständiger innerer Windstille. Das hatte die Wirkung, daß er zuletzt innerlich ganz licht, ganz durchleuchtet wurde. Wenn nun der Mensch dazu gelangt ist, sich selbst zu durchschauen, kann er sein Bewußtsein in andere Wesen hineinversenken. Dazu muß man genau den Punkt hinter der Augenmitte erfaßt haben, dann von dort das Bewußtsein hinunterführen bis ins Herz. Dann kann man sein Bewußtsein in andere Dinge versetzen, zum Beispiel kann man dann ergründen, was in einem ‚Ameisenhaufen lebt.
[ 2 ] Occult training is something entirely different from our ordinary schooling; unlike the latter, it does not aim to cram a great deal of material into the student. In rigorous occult training, the student receives no material at all, but rather a pithy sentence imbued with inner power. This was also the case in earlier times. The student had to meditate on this sentence in a state of complete inner stillness. This had the effect of eventually filling the student’s inner being with light, making it completely radiant. Once a person has reached the point of seeing through themselves, they can immerse their consciousness into other beings. To do this, one must have precisely grasped the point directly behind the center of the eyes, and then guide the consciousness down from there into the heart. Then one can project their consciousness into other things; for example, one can then fathom what lives in an “anthill.”
[ 3 ] Dann kann man auch das Leben in einem Bienenstock wahrnehmen. Dabei stellt sich aber eine Erscheinung ein, die man sonst nicht auf der Erde erlebt. Im Treiben des Bienenstockes erlebt man etwas, was über unser irdisches Dasein hinausgeht, was sonst auf der Erde nicht wieder existiert. Was auf den anderen Planeten vorgeht, kann nicht ausgedacht werden. Man kann zum Beispiel nicht erfahren, was auf der Sonne oder auf der Venus vorgeht, wenn man nicht die Prozedur vornehmen kann, sich in das Leben und Treiben einer Bienengenossenschaft hineinzuversetzen. Die Biene hat nicht den ganzen Evolutionsweg durchgemacht wie wir. Sie ist in ihren Anfängen nicht mit derselben Evolutionskette verknüpft wie die anderen Tiere und die Menschen. Das Bewußtsein des Bienenstockes, nicht der einzelnen Bienen, ist ein ungeheuer hohes. Die Weisheit dieses Bewußtseins wird der Mensch erst im Venusdasein erreichen. Dann wird er das Bewußtsein haben, welches notwendig ist, um aus sich heraus zu bauen mit einem Stoff, den er aus sich heraus erzeugt. Die Ameisen bauen den Ameisenhaufen aus allem möglichen zusammen, aber bauen noch keine Zellen. Das Zellenbauen ist auf den höheren Planen etwas ganz anderes. Man lernt durch das Versetzen des Bewußtseins in den Bienenstock hinein, durch Annahme des Venusbewußtseins, etwas ganz anderes als sonst auf der Erde ist, man lernt etwas vorausnehmen von dem, was bei unserem Venusdasein eintreten wird, das absolute Zurücktreten des Sexuellen. Bei den Bienen ist das Sexuelle nur der einen Königin zuerteilt. Das Kamisch-Sexuelle ist fast vollständig ausgeschaltet; die Drohnen werden getötet. Was sich tatsächlich vollzieht in der späteren Menschheit, haben wir hier vorgebildet, und die Arbeit ist das höchste Prinzip. Man kann nur durch den Impuls des Geistes befähigt werden, sich in den Bienenstaat hineinzuversetzen.
[ 3 ] Then one can also perceive life within a beehive. In doing so, however, a phenomenon arises that one does not otherwise experience on Earth. Amid the hustle and bustle of the beehive, one experiences something that transcends our earthly existence—something that does not exist anywhere else on Earth. What goes on on other planets is beyond our imagination. For example, one cannot know what happens on the Sun or on Venus unless one can immerse oneself in the life and activities of a bee colony. The bee has not undergone the entire evolutionary path that we have. In its early stages, it is not linked to the same evolutionary chain as other animals and humans. The consciousness of the beehive—not that of the individual bees—is incredibly high. Humanity will only attain the wisdom of this consciousness in its Venusian existence. Then humans will possess the consciousness necessary to build from within themselves using a substance they generate from within. Ants construct their anthills from all sorts of materials, but they do not yet build cells. Cell-building on the higher planes is something entirely different. By transferring one’s consciousness into the beehive—by adopting the Venusian consciousness, which is entirely different from what is usual on Earth—one learns to anticipate something that will occur in our Venusian existence: the absolute withdrawal of the sexual. Among bees, sexuality is reserved solely for the queen. The kamic-sexual aspect is almost completely eliminated; the drones are killed. What will actually take place in later humanity has been prefigured here, and work is the highest principle. One can only be enabled to immerse oneself in the bee colony through the impulse of the spirit.
[ 4 ] Wir wollen nun, um weiterzukommen, den wahren Begriff der Alchimie entwickeln. Noch im 18. Jahrhundert konnte man im deutschen «Reichsanzeiger» Artikel über Alchimie lesen. Kortum, der Dichter der «Jobsiade», war einer der bedeutendsten Alchimisten des 18. Jahrhunderts. In einigen Artikeln ist damals die Rede von der sogenannten Urmaterie, die mit dem Stein der Weisen zusammengebracht wird. Kortum, der in der Sache tief darinnen stand, sagte damals: Den Stein der Weisen suchen, ist sehr schwer, aber er ist überall, denn ihr begegnet ihm jeden Tag, kennt ihn sehr gut, habt ihn jeden Tag in der Hand, wißt aber nicht, daß dies der Stein der Weisen ist. - Dies ist eine treffende Beschreibung.
[ 4 ] To move forward, we will now explore the true concept of alchemy. Even in the 18th century, articles on alchemy could still be found in the German *Reichsanzeiger*. Kortum, the author of the *Jobsiade*, was one of the most significant alchemists of the 18th century. Some articles from that time mention the so-called “primordial matter,” which is associated with the Philosopher’s Stone. Kortum, who was deeply versed in the subject, said at the time: “Seeking the Philosopher’s Stone is very difficult, but it is everywhere, for you encounter it every day, know it very well, hold it in your hand every day, yet do not realize that this is the Philosopher’s Stone.” - This is an apt description.
[ 5 ] In der Natur ist alles unendlich weise eingerichtet, mit einer unendlich weisen Ökonomie. Alle kamisch lebenden Wesen - Tiere und Menschen - und alle pranisch lebenden Wesen - Pflanzen - stehen in einer Wechselbeziehung. Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlensäure aus. Das tun die Tiere auch. Würde das nun einfach fortdauern, so würde die Luft bald ganz voller Kohlensäure sein. Aber die Pflanzen assimilieren Kohlensäure und atmen Sauerstoff aus. Tiere und Menschen können nicht ohne Pflanzen leben. Nun besteht Kohlensäure aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Den Kohlenstoff behalten die Pflanzen in sich und den Sauerstoff atmen sie aus. Der Mensch dagegen nimmt den Sauerstoff auf und verwandelt ihn durch seinen Lebensprozeß, indem er ihn mit dem Kohlenstoff verbindet, zur Kohlensäure. Die Pflanzen bauen aus dem zurückbehaltenen Kohlenstoff ihren Körper auf.
[ 5 ] In nature, everything is arranged with infinite wisdom, operating according to an infinitely wise system. All beings that live on kamic energy—animals and humans—and all beings that live on pranic energy—plants—are interconnected. We inhale oxygen and exhale carbon dioxide. Animals do the same. If this were to simply continue indefinitely, the air would soon be completely filled with carbon dioxide. But plants assimilate carbon dioxide and exhale oxygen. Animals and humans cannot live without plants. Carbon dioxide consists of carbon and oxygen. Plants retain the carbon and exhale the oxygen. Humans, on the other hand, take in oxygen and, through their life processes, convert it into carbon dioxide by combining it with carbon. Plants use the carbon they retain to build their bodies.
[ 6 ] In früheren Zeiten sah die Erde anders aus als jetzt. Da wuchsen auch in den hiesigen Gegenden Wälder von riesigen Farnkräutern und Schachtelhalmen. Diese sind untergegangen. Zunächst überzog sich dann die Erde mit einer Torfschicht, die von den Pflanzenleichnamen übrigblieb; dann verwandelten sich die früheren Wälder aus Farnkräutern und Schachtelhalmen in die riesigen Kohlenlager der Erde. Das Gestein der Erde ist so nach und nach aus dem Pflanzenreich oder aus dem Tierreich entstanden. Wenn man eine Steinkohle anschaut, kann man sich sagen, diese war einstmals Pflanze. Wenn man weiter zurückginge, könnte man auch die Pflanzen finden, aus denen Bergkristalle, Malachit und so weiter entstanden sind. Der mittlere Gürtel der Alpen ist vor der Steinkohle aus den uralten Pflanzen entstanden. Ein Diamant ist genau dasselbe wie eine Steinkohle. Die Natur hat aus einer noch älteren Kohle als die jetzige den Diamant geschaffen. So ist auch der Bergkristall aus Pflanzen entstanden.
[ 6 ] In earlier times, the Earth looked different than it does now. Back then, forests of giant ferns and horsetails grew even in these parts. These have since disappeared. First, the Earth became covered with a layer of peat left behind by the remains of these plants; then, the former forests of ferns and horsetails transformed into the Earth’s vast coal deposits. The Earth’s rocks thus gradually formed from the plant kingdom or the animal kingdom. When you look at a piece of coal, you can tell yourself that it was once a plant. If one were to go even further back in time, one could also find the plants from which rock crystal, malachite, and so on were formed. The central belt of the Alps was formed from ancient plants that predate bituminous coal. A diamond is exactly the same as bituminous coal. Nature created the diamond from a form of coal even older than the one we have today. Rock crystal, too, originated from plants.
[ 7 ] Das Kalkgestein ist aus Tieren abgesondert. Der Jura ist zum Beispiel eine solche Kalkansammlung. Er war früher von Meer bedeckt und ist von Meertieren, von ihren abgesonderten Schalen und Gehäusen gebildet worden. So ist also das jüngere Kalkgebirge aus Tieren, das Urgestein aus Pflanzen entstanden. Das Pflanzenreich geht allmählich ins Gesteinreich über. Alles Feste auf der Erde ist aus einer Pflanzenerde geworden. Diesen Mineralisierungsprozeß kann man studieren bei der Entstehung der Kohle durch die Pflanzen.
[ 7 ] Limestone is derived from animals. The Jurassic period, for example, is such a limestone formation. It was once covered by the sea and was formed from marine animals, specifically their shed shells and exoskeletons. Thus, the more recent limestone formations originated from animals, while the primordial rock originated from plants. The plant kingdom gradually transitions into the mineral kingdom. Everything solid on Earth has been formed from plant matter. This process of mineralization can be studied in the formation of coal from plants.
[ 8 ] Das Mineralreich, wie es jetzt abgesondert wird, ist nur während der vierten Runde vorhanden. Nach derselben wird das ganze Mineralreich vom Menschen durchgeistigt sein. Er ackert es mit seinem Geiste um. Alles was der Mensch heute tut, die ganze Industrie, ist Umarbeitung des Mineralreiches. Wenn einer einen Felsen abträgt, um die Steine bei einem Hausbau zu verwenden, wenn er einen Dom baut, alles ist Artifizierung des Mineralreiches. In der vierten Runde kann der Mensch das Mineralreich künstlich verarbeiten. Mit der Pflanze dagegen kann der Mensch jetzt nichts anfangen. Das ganze Mineralreich wird der Mensch durcharbeiten. Im großen Maße geschieht das durch die schwingende Elektrizität, die keinen Draht mehr braucht. Da arbeitet man bis in die Moleküle und Atome hinein. Am Ende der vierten Runde wird der Mensch das ganze Mineralreich durchgearbeitet haben.
[ 8 ] The mineral kingdom, as it is currently distinguished, exists only during the fourth round. After that, the entire mineral kingdom will be spiritualized by humankind. Humankind will transform it with its spirit. Everything humans do today—all of industry—is a transformation of the mineral kingdom. Whether someone quarries a rock to use the stones in building a house, or builds a cathedral, it is all a transformation of the mineral kingdom. In the fourth round, humans will be able to artificially process the mineral kingdom. With the plant kingdom, on the other hand, humans cannot do anything at present. Humans will work through the entire mineral kingdom. To a large extent, this is accomplished through oscillating electricity, which no longer requires wires. This allows work to be done right down to the level of molecules and atoms. By the end of the fourth round, humanity will have worked through the entire mineral kingdom.
[ 9 ] Von der fünften Runde an wird der Mensch dasselbe tun mit dem Pflanzenreich. Er wird bewußt den Prozeß durchmachen können, den die Pflanze jetzt durchmacht. Wie die Pflanze Kohlensäure aufnimmt und aus dem Kohlenstoff den Körper aufbaut, wird der Mensch der fünften Runde auch aus den Stoffen seiner Umgebung sich seinen Körper selbst schaffen. In der fünften Runde wird die Geschlechtlichkeit aufgehört haben. Der Mensch muß dann selbst an seinem Körper arbeiten, ihn selbst herstellen. Denselben Prozeß, den Kohlenstoff zu verarbeiten, den die Pflanze jetzt unbewußt durchmacht, wird der Mensch dann bewußt machen. Er wird den Stoff verwandeln, wie heute die Pflanze die Luft in Kohlenstoff verwandelt. Das ist die wahre Alchimie. Kohle ist der Stein der Weisen. Der Mann, der im 18. Jahrhundert darauf hindeutete, wies hin auf den Prozeß der Umwandlung, den die Pflanzen jetzt vollziehen und der vom Menschen später vollzogen wird.
[ 9 ] Starting in the fifth round, human beings will do the same with the plant kingdom. They will be able to consciously undergo the process that plants are currently undergoing. Just as the plant absorbs carbon dioxide and builds its body from carbon, so too will humans in the fifth round create their own bodies from the substances in their environment. In the fifth round, sexuality will have ceased. Human beings will then have to work on their own bodies themselves, creating them on their own. The same process of processing carbon that plants now undergo unconsciously, human beings will then carry out consciously. They will transform matter just as plants today transform air into carbon. That is true alchemy. Coal is the philosopher’s stone. The man who alluded to this in the 18th century was pointing to the process of transformation that plants are now carrying out and that humans will later carry out.
[ 10 ] Wenn man auf den höheren Planen das Bewußtsein studiert, wie es im Bienenstock arbeitet, so lernt man, wie der Mensch später selbst Materie hervorbringen wird. Der Körper des Menschen wird in Zukunft auch aus Kohlenstoff aufgebaut sein; er wird dann sein wie ein weicher Diamant. Man wird dann den Körper nicht von innen bewohnen, sondern ihn vor sich haben als äußeren Körper. So sind heute die Planeten von den Planetengeistern aufgebaut. Von einem Wesen, das einen Körper braucht, der von anderen hergestellt wird, schafft man sich um zu einem emanierenden, offenbarenden Wesen. Der Mensch wird dann ein Wesen mit drei Gliedmaßen sein: der Mensch am Abend, der auf dreien geht, wie die Sphinx sagt. Die ursprünglichen vier Organe haben sich differenziert. Zuerst waren die Hände auch Bewegungsorgane. Dann wurden sie Organe für das Geistige. Später werden nur noch drei Organe da sein: Das Herz als Buddhiorgan, die zweiblättrige Lotusblume in der Augenmitte und die linke Hand als Bewegungsorgan. Auf diese Zukunft bezieht sich auch die Angabe Blavatskys [von einer zweiten Wirbelsäule]. Die Zirbeldrüse und die Schleimdrüse organisieren eine zweite Wirbelsäule, die sich später mit der anderen vereinigt. Die zweite Wirbelsäule wird vom Kopf vorn heruntergehen.
[ 10 ] If one studies consciousness on the higher planes—specifically, how it functions within a beehive—one learns how human beings will themselves produce matter in the future. In the future, the human body will also be composed of carbon; it will then be like a soft diamond. One will then no longer inhabit the body from within, but will have it before oneself as an external body. This is how the planets are structured today by the planetary spirits. From a being that needs a body created by others, one transforms into an emanating, revealing being. Humanity will then be a being with three limbs: the human of the evening, who walks on three, as the Sphinx says. The original four organs have differentiated. At first, the hands were also organs of movement. Then they became organs for the spiritual. Later, only three organs will remain: the heart as the organ of the Buddha, the two-petaled lotus flower in the center of the eyes, and the left hand as an organ of movement. Blavatsky’s statement [about a second spine] also refers to this future. The pineal gland and the mucous gland organize a second spine, which will later merge with the other one. The second spine will extend downward from the front of the head.
[ 11 ] Um solche Leitfäden zu erhalten, muß man das Bewußtsein hineinbringen in eine Wesenheit, die höher steht als wir jetzt in unserem gewöhnlichen irdischen Entwickelungsverlauf stehen.
[ 11 ] To receive such guidance, one must bring consciousness into a being that stands at a higher level than we do at present in our ordinary earthly course of development.
[ 12 ] Dies alles wurde in den Geheimschulen gelehrt und in einem gewissen Sinne praktisch geübt. Man muß sich daran gewöhnen, die Denkweise in diese Richtung zu bringen. Dann wird man eine Empfindung in sich entwickeln, nichts wertlos zu finden, sondern bei jedem Ding den Wert herauszuerkennen. Es gibt nichts in der ganzen Natur, was wir wegdenken könnten, ohne daß die ganze Natur dadurch zerstört würde.
[ 12 ] All of this was taught in the secret schools and, in a certain sense, put into practice. One must get used to directing one’s thinking in this direction. Then one will develop a sense of not finding anything worthless, but rather of recognizing the value in every single thing. There is nothing in all of nature that we could conceive of removing without destroying all of nature itself.
[ 13 ] Auch der Ameisenhaufen hat ein viel höheres Bewußtsein als der gegenwärtige Mensch. Das Bewußtsein des Ameisenhaufens befindet sich auf den oberen Partien des Mentalplanes. Das Bienenbewußtsein befindet sich dagegen auf den oberen Partien des Buddhiplanes. Wodurch ist nun das Ameisenbewußtsein hineingekommen in unsere Erde? Das geschah durch Wesen, die höher stehen als wir, die den Prozeß schon durchgemacht hatten, sich selbst ihren Körper zu schaffen. Männchen, Weibchen und Arbeiter, die drei Glieder des Ameisenhaufens sind der Körper eines höheren geistigen Wesens. Der Menschengeist kommt allmählich auch dahin, sich in drei Teile zu spalten. Wille, Gefühl und Denken werden beim Geheimschüler getrennt. Die Gehirnmoleküle gehen in drei Gruppen auseinander. Der Geheimschüler muß dann von sich aus ein bestimmtes Gefühl mit einer Vorstellung verbinden. Wenn er Elend sieht, muß er, um Mitleid zu empfinden, dieses Gefühl bewußt hinzufügen. Vorne am Kopfe liegt die Denkpartie, oben die Partie des Fühlens, am Hinterkopf die des Wollens. Der Geheimschüler lernt diese bewußt in Verbindung zu setzen. Später gehen diese drei Teile ganz auseinander. Er muß die drei Partien dann so dirigieren, wie ein Ameisenhaufen die Männchen, Weibchen und Arbeiter.
[ 13 ] Even an anthill possesses a much higher level of consciousness than modern humans. The consciousness of an anthill is located in the upper regions of the mental plane. The consciousness of bees, on the other hand, is located in the upper regions of the Buddha plane. How, then, did ant consciousness enter our Earth? This occurred through beings who stand higher than we do, who had already undergone the process of creating their own bodies. Males, females, and workers—the three members of the ant colony—constitute the body of a higher spiritual being. The human spirit, too, gradually comes to divide itself into three parts. Will, feeling, and thought become separated in the initiate. The brain molecules separate into three groups. The initiate must then, of his own accord, connect a specific feeling with a mental image. When he sees misery, he must consciously add this feeling in order to feel compassion. At the front of the head lies the part for thinking, at the top the part for feeling, and at the back of the head the part for willing. The initiate learns to consciously connect these parts. Later, these three parts separate completely. He must then direct the three parts just as an anthill directs the males, females, and workers.
[ 14 ] Nun kann man fragen, warum höhere Wesen sich manifestieren in einem Ameisenhaufen. Aber wenn die Ameisensäure nicht erzeugt würde, so würde die ganze Erde anders sein. Die vorausschauende Weisheit höherer Intelligenzen gehörte dazu, den Moment vorauszusehen, wann die Ameisensäure in die Erde hineinkommen mußte.
[ 14 ] One might ask why higher beings would manifest themselves in an anthill. But if formic acid were not produced, the entire Earth would be different. The foresight of higher intelligences included anticipating the moment when formic acid had to enter the Earth.
[ 15 ] So kann man die ganze Erde umfassen mit dem Bewußtsein, so daß man weiß und erkennt, was da drinnen lebt und ist. So war es bei Paracelsus, der sich darnach seine Vorstellungen bildete, wie die Dinge als Heilmittel verwendet werden können, weil er wußte, in welchen Beziehungen sie zum Menschen und seinen Organen standen. So hängt tatsächlich Digitalis purpurea mit dem Herzen zusammen und kann daher immer noch mit Recht dafür verwendet werden. Jetzt sucht man nach neuen Heilmitteln durch Experimentieren, indem man ihre Wirkung an einer Anzahl Menschen ausprobiert. Damals suchte man Heilmittel durch Intuition, weil man die inneren Zusammenhänge beobachtete. Die so gefundenen Heilmittel behalten immer ihre Wirkung, während sich bei den anderen gewöhnlich im Laufe der Zeit Nachteile zeigen, die bei der ersten Beobachtung dem Experimentierenden entgangen sind.
[ 15 ] In this way, one can encompass the entire Earth with one’s consciousness, so that one knows and recognizes what lives and exists within it. This was the case with Paracelsus, who based his ideas on how things could be used as remedies on his understanding of their relationships to human beings and their organs. Indeed, Digitalis purpurea is connected to the heart and can therefore still rightly be used for that purpose. Today, new remedies are sought through experimentation by testing their effects on a number of people. Back then, remedies were sought through intuition because one observed the inner connections. The remedies found in this way always retain their efficacy, whereas the others usually reveal drawbacks over time that had escaped the experimenter’s notice during the initial observation.
