Basic Elements of Esotericism
GA 93a
9 October 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
XIV
Lecture XIV
[ 1 ] Wir wollen heute sprechen über den Aufenthalt des Menschen im Devachan zwischen zwei Inkarnationen.
[ 1 ] Today we want to talk about the human being's stay in Devachan between two incarnations.
[ 2 ] Immer wieder müssen wir uns dabei klarmachen, daß der Aufenthalt des Menschen im Devachan nicht irgendwo anders ist als da, wo wir sonst auch sind. Denn Devachan, die astrale und die physische Welt sind durchaus drei ineinandergeschobene Welten. Die richtigste Vorstellung vom Devachan kann man sich machen, wenn man sich die Welt der elektrischen Kräfte denkt, bevor die Menschen die Elektrizität entdeckt haben. Davor schon war alles in der physischen Welt enthalten, nur war es damals eine okkulte Welt. Alles was okkult ist, wird einst entdeckt. Der Unterschied zwischen dem Leben im Devachan und demjenigen in der physischen Welt ist der, daß der Mensch in seinem gegenwärtigen Zyklus mit Organen ausgerüstet ist, die ihn befähigen, die physische Welt zu schauen, aber nicht mit Organen, die ihn befähigen, die Erscheinungen des Devachans zu schauen.
[ 2 ] We must constantly remind ourselves that a person’s stay in Devachan is not somewhere other than where we are otherwise. For Devachan, the astral world, and the physical world are, in fact, three worlds interlocked with one another. The most accurate conception of Devachan can be formed by imagining the world of electrical forces before humans discovered electricity. Even before that, everything was already contained within the physical world; it was simply an occult world at that time. Everything that is occult will one day be discovered. The difference between life in Devachan and life in the physical world is that, in their present cycle, human beings are equipped with organs that enable them to perceive the physical world, but not with organs that enable them to perceive the phenomena of Devachan.
[ 3 ] Versetzen wir uns in die Seele eines Menschen, der sich zwischen zwei Inkarnationen befindet. Er hat den physischen Leib den allgemeinen Kräften übergeben und auch den Ätherleib wieder an die Lebenskräfte abgegeben. Ferner hat er den Teil des Astralleibes wieder zurückgegeben, in den er noch nicht selbst hineingearbeitet hat. Dann befindet er sich im Devachan. Er hat als seinen eigenen Besitz nicht mehr das, was die Götter in seinen Äther- und seinen Astralleib hineingearbeitet hatten; alles das ist abgeworfen. Nur was er selbst sich während vieler Lebensläufe erarbeitet hat, ist jetzt sein Besitztum. Das ist ihm auch eigen im Devachan. Alles was der Mensch in der physischen Welt getrieben hat, dient dazu, ihn im Devachan immer bewußter und bewußter zu machen.
[ 3 ] Let us put ourselves in the shoes of a human soul that is between two incarnations. It has surrendered its physical body to the universal forces and has also returned its etheric body to the life forces. Furthermore, they have returned the part of the astral body into which they had not yet worked themselves. Then they find themselves in Devachan. They no longer possess what the gods had worked into their etheric and astral bodies; all of that has been cast off. Only what he himself has earned over the course of many lifetimes is now his possession. This also belongs to him in Devachan. Everything a person has done in the physical world serves to make him more and more conscious in Devachan.
[ 4 ] Nehmen wir das Verhältnis eines Menschen zu einem anderen. Es kann so sein, daß es durch die bloße Natur bedingt ist; zum Beispiel das Verhältnis zwischen Geschwistern, die einfach durch die natürlichen Verhältnisse zusammengekommen sind. Es ist aber nur teilweise natürlich, denn fortwährend leben sich Moralisches und Intellektuelles in das Natürliche hinein. Der Mensch ist durch sein Karma in eine bestimmte Familie hineingeboren; doch ist nicht alles karmisch bedingt. Das natürliche Verhältnis ohne alle Beimischung haben wir bei den Tieren. Bei den Menschen ist es immer auch ein moralisches Verhältnis durch Karma, Nun kann das Verhältnis zwischen zwei Menschen aber auch bestehen, ohne daß es von der Natur bedingt ist. Zum Beispiel kann sich eine intime Freundschaft zwischen zwei Freunden oder Freundinnen über äußere Hindernisse hinweg anknüpfen. Stellen wir uns ein solches Verhältnis dadurch etwas radikal vor, daß wir annehmen, die Freunde seien sich anfangs etwas unsympathisch gewesen und hätten sich dann gefunden auf rein intellektueller und moralischer Grundlage, von Seele zu Seele. Dieses Verhältnis stellen wir dem natürlichen zwischen zwei Geschwistern gegenüber. Bei dem Verhältnis von Seele zu Seele haben wir nun ein mächtiges Mittel, devachanische Organe auszubilden. Durch nichts werden jetzt devachanische Organe leichter entwickelt als durch solche Verhältnisse. Ein solches Verhältnis ist unbewußt ein devachanisches.
[ 4 ] Let us consider the relationship between one person and another. It may be determined solely by nature; for example, the relationship between siblings who have simply come together through natural circumstances. However, it is only partially natural, for moral and intellectual factors continually interweave with the natural. A person is born into a particular family through their karma; yet not everything is karmically determined. We see a natural relationship without any admixture in animals. Among humans, it is always also a moral relationship shaped by karma. However, a relationship between two people can also exist without being determined by nature. For example, a close friendship between two friends—whether male or female—can develop despite external obstacles. Let us imagine such a relationship in somewhat radical terms by assuming that the friends were initially somewhat unsympathetic toward one another and then found common ground on a purely intellectual and moral basis, soul to soul. We contrast this relationship with the natural one between two siblings. In the soul-to-soul relationship, we now have a powerful means of developing devachanic organs. Nothing facilitates the development of devachanic organs more easily than such relationships. Such a relationship is, unconsciously, a devachanic one.
[ 5 ] Was der Mensch gegenwärtig an seelischer Fähigkeit entwickelt in rein seelischer Freundschaft, das ist im Devachan Weisheit, die Möglichkeit, das Geistige in der Tat zu erfahren. In dem Maße, wie der Mensch sich in solche Beziehungen hineinlebt, ist er gut vorbereitet für Devachan. Wenn er seelische Verhältnisse nicht anknüpfen kann, ist er unvorbereitet für Devachan; denn wie sich einem Blinden die Farbe entzieht, so entzieht sich ihm dann das Seelische. Inwieweit der Mensch rein seelische Beziehungen pflegt, wachsen ihm Augen für Devachan. So daß der Satz gilt: Wer sich hier im Leben des Geistes bewegt, wird drüben ebensoviel vom Geiste wahrnehmen, als er sich hier durch seine Tätigkeit erworben hat. Daher die unendliche Wichtigkeit des Lebens auf dem physischen Plane. Es gibt für die menschliche Evolution kein anderes Mittel, um die Organe für das Devachan zu wecken, als die geistige Tätigkeit auf dem physischen Plane. Alles das ist schöpferisch und kommt uns als devachanische Sinnesorgane zurück für die devachanische Welt. Es gibt als Vorbereitung nichts Besseres, als eine rein seelische Beziehung zu Menschen zu haben, eine solche Beziehung, die ursprünglich gar keine natürliche Grundlage hat.
[ 5 ] What a person currently develops in terms of spiritual capacity through purely spiritual friendship is, in Devachan, wisdom—the ability to truly experience the spiritual. To the extent that a person immerses themselves in such relationships, they are well prepared for Devachan. If they are unable to form spiritual relationships, they are unprepared for Devachan; for just as color eludes a blind person, so too does the spiritual realm elude them. To the extent that a person cultivates purely spiritual relationships, their eyes are opened to Devachan. Thus the following holds true: Whoever moves within the life of the spirit here will perceive just as much of the spirit there as they have acquired here through their activity. Hence the infinite importance of life on the physical plane. For human evolution, there is no other means of awakening the organs for Devachan than spiritual activity on the physical plane. All of this is creative and returns to us as Devachanic sense organs for the Devachanic world. There is no better preparation than to have a purely spiritual relationship with people—a relationship that originally has no natural basis at all.
[ 6 ] Darum auch sollen Menschen in Zweigen zusammengeführt werden, um ganz geistige Verhältnisse zu knüpfen. Die Meister wollen dadurch Leben in den Strom der Menschheit hineingießen. Was im Zweige mit der richtigen Gesinnung geschieht, bedeutet für alle Teilnehmer die Öffnung eines geistigen Auges im Devachan. Man sieht dort dann alles dasjenige, was auf gleicher Stufe steht mit dem, was man hier angeknüpft hat. Hat man auf dem physischen Plane eine geistige Beziehung angeknüpft, so gehört diese durchaus zu den Dingen, die nach dem Tode erhalten bleiben. Diese gehört nach dem Tode noch ebenso dem Gestorbenen wie dem Überlebenden. Derjenige, der drüben ist, bleibt in denselben Beziehungen, durch dieselben Bande verknüpft mit dem, der noch da ist. Der Gestorbene ist sich dieses geistigen Verhältnisses sogar in viel stärkerem Maße bewußt.
[ 6 ] That is why people should be brought together in groups to forge purely spiritual relationships. Through this, the Masters wish to pour life into the stream of humanity. What happens within the group—when the right attitude is present—means that a spiritual eye is opened in Devachan for all participants. There, one then sees everything that is on the same level as what one has established here. If one has established a spiritual relationship on the physical plane, this relationship is certainly among the things that are preserved after death. After death, it belongs just as much to the deceased as it does to the survivor. The one who is on the other side remains in the same relationships, bound by the same ties to the one who is still here. The deceased is even more strongly aware of this spiritual relationship.
[ 7 ] Man erzieht sich auf diese Weise zum Devachan. Der Gestorbene bleibt mit seinen Lieben nach dem Tode in Beziehung. Die früheren Beziehungen werden zu Ursachen, um im Devachan Wirkungen zu erzeugen. Darum nennt man die devachanische Welt die Welt der Wirkungen und die physische Welt die Welt der Ursachen. Niemals kann der Mensch seine höheren Organe anders bilden, als indem er die Ursachen zu diesen Organen auf dem physischen Plane sät. Zu diesem Zwecke ist der Mensch auf den physischen Plan versetzt. Was das vielgesagte Wort «das Sondersein aufheben» bedeutet, wird uns nun klar werden. Ehe wir zum physischen Dasein heruntergestiegen sind, haben wir mit einem Inhalt des Astralkörpers gelebt, der von einem Deva bewirkt ist. Früher wurde im Menschen Sympathie und Antipathie von den Devas angeregt, er war nicht selbst verantwortlich. Dann sagte sich der Mensch auf der folgenden Stufe: Jetzt bin ich in die physische Welt eingetreten als ein Wesen, das sich selbst zurechtfinden muß. Früher habe ich das Wort «Ich» gar nicht aussprechen können; jetzt bin ich erst ein Sonderwesen für mich selbst geworden. Früher war ich zwar auch ein Sonderwesen, aber Glied eines devachanischen Wesens. Auf dem physischen Plane bin ich ein Sonderwesen für mich, ein Ich, weil ich eingeschlossen bin in den physischen Körper.
[ 7 ] In this way, one prepares oneself for Devachan. After death, the deceased remains connected to their loved ones. Past relationships become causes that produce effects in Devachan. That is why the Devachanic world is called the world of effects and the physical world the world of causes. A person can never develop their higher faculties except by sowing the causes for these faculties on the physical plane. It is for this purpose that a person is placed on the physical plane. The meaning of the oft-repeated phrase “to transcend individuality” will now become clear to us. Before we descended into physical existence, we lived with a content of the astral body that was brought about by a Deva. In the past, sympathy and antipathy in human beings were stimulated by the Devas; they were not responsible for them themselves. Then, at the next stage, the human being said to himself: “Now I have entered the physical world as a being who must find his own way.” In the past, I could not even utter the word ‘I’; only now have I become a distinct being in my own right. In the past, I was indeed a distinct being, but a part of a Devachanic being. On the physical plane, I am a distinct being in my own right, an ‘I,’ because I am enclosed within the physical body.
[ 8 ] Die höheren Körper fließen ineinander; zum Beispiel ist Atma in Wahrheit bei der ganzen Menschheit nur eines, wie eine gemeinschaftliche Atmosphäre. Doch ist das Atma des einzelnen Menschen so zu fassen, wie wenn sich jeder ein Stück für sich aus dem allgemeinen Atma herausschneidet, so daß gleichsam Einschnitte darin gemacht werden. Aber diese Sonderheit müssen wir überwinden. Das tun wir, indem wir menschliche Beziehungen rein seelischer Art anknüpfen. Dadurch heben wir das Sondersein auf und erkennen die Einheit des Atma in allen. Indem ich solche menschliche Beziehungen anknüpfe, erwecke ich Sympathien in mir selbst. Ich übernehme da die Arbeit, mich selbstlos dem Weltenplane einzufügen. Dadurch erwacht im Menschen das Göttliche. Das ist der Zweck des Hinausschauens in die Welt.
[ 8 ] The higher bodies flow into one another; for example, in truth, the Atma is one and the same for all of humanity, like a shared atmosphere. Yet the Atma of the individual human being can be understood as if each person were cutting out a piece for themselves from the universal Atma, so that, as it were, incisions are made in it. But we must overcome this separateness. We do this by forming human relationships of a purely spiritual nature. In this way, we transcend separateness and recognize the unity of the Atma in all. By forming such human relationships, I awaken sympathies within myself. I take on the task of selflessly integrating myself into the world’s plan. Through this, the divine awakens within the human being. That is the purpose of looking out into the world.
[ 9 ] Wir sind heute umstellt mit der physischen Wirklichkeit, mit Sonne, Mond und Sternen. Was im alten Mondendasein den Menschen von außen umgab, das hat er heute in sich. Die Kräfte des Mondes leben heute im Menschen selbst. Wäre der Mensch nicht auf dem Monde gewesen, so hätte er diese Kräfte nicht. Deshalb nennt die ägyptische Geheimlehre im Esoterischen den Mond die Isis, die Göttin aller Fruchtbarkeit. Die Isis ist die Seele des Mondes, die Vorgängerin der Erde. Da lebten rundherum alle die Kräfte, die jetzt in den Pflanzen und Tieren leben zum Zwecke der Fortpflanzung. So wie jetzt Feuer, chemische Kräfte, Magnetismus und so weiter um uns herum sind und die Erde umgeben, so umgaben den Mond die Kräfte, die im Menschen, in Tieren und Pflanzen jetzt Fortpflanzungskräfte sind. Die jetzigen die Erde umgebenden Kräfte werden in Zukunft eine gesonderte Rolle spielen im Menschen. Was heute zwischen Mann und Weib wirkt, waren damals auf dem Monde äußere physische Kräfte wie heute Eruptionen von Vulkanen. Diese Kräfte umgaben den Menschen während des Mondendaseins und er sog sie ein durch seine Mondensinne, um sie jetzt zu evolvieren. Was der Mensch auf dem Monde involviert hatte, kam auf der Erde als Evolution heraus. Was der Mensch nach der lemurischen Zeit als sexuelle Kraft herausgegliedert hat, das ist Isis, die Seele des Mondes, die jetzt im Menschen weiterlebt. Das ist die Verwandtschaft zwischen dem Menschen und dem heutigen Monde. Er hat bei dem Menschen seine Seele gelassen und ist deshalb selbst zur Schlacke geworden.
[ 9 ] Today we are surrounded by physical reality—the sun, the moon, and the stars. What once surrounded human beings from the outside in their ancient lunar existence now resides within them. The forces of the Moon now live within human beings themselves. Had human beings not been on the Moon, they would not possess these forces. That is why the Egyptian esoteric teachings refer to the Moon as Isis, the goddess of all fertility. Isis is the soul of the Moon, the predecessor of the Earth. All the forces that now live in plants and animals for the purpose of reproduction once lived all around it. Just as fire, chemical forces, magnetism, and so on are now all around us and surround the Earth, so too did the forces that are now reproductive forces in humans, animals, and plants once surround the Moon. The forces currently surrounding the Earth will play a distinct role in human beings in the future. What today operates between man and woman were, back then on the Moon, external physical forces—much like volcanic eruptions today. These forces surrounded human beings during their lunar existence, and they absorbed them through their lunar senses in order to evolve them now. What human beings had internalized on the Moon emerged on Earth as evolution. What human beings externalized as sexual energy after the Lemurian era is Isis, the soul of the Moon, which now lives on within human beings. This is the connection between human beings and the Moon as it is today. The Moon left its soul within human beings and has therefore itself become a remnant.
[ 10 ] Während wir auf der Erde Erfahrungen machen, sammeln wir die Kräfte, die auf dem nächsten Planeten unsere eigenen sein werden. Was wir jetzt erfahren im Devachan, das sind die vorbereitenden Stadien für die nächsten Zeiten. Wie der Mensch heute zum Monde hinaufblickt und sich sagt: Der hat uns die Reproduktionskräfte gegeben - so wird der Mensch künftig auch auf einen Mond sehen, der aus unserer jetzigen physischen Erde entstehen und als eine entseelte Schlacke den zukünftigen Jupiter umkreisen wird. Der Mensch wird auf dem Jupiter neue Kräfte entwickeln, die er heute auf der Erde als Licht und Wärme, als alle physischen Wahrnehmungen aufnimmt. Er wird später alles ausstrahlen, was er vorher durch die Sinne wahrgenommen hat. Was er auch immer durch die Seele aufgenommen hat, ist dann alles Wirklichkeit.
[ 10 ] As we gain experience on Earth, we gather the powers that will become our own on the next planet. What we are now experiencing in Devachan are the preparatory stages for the times to come. Just as people today look up at the Moon and say to themselves, “It has given us the powers of reproduction”—so, in the future, people will also look upon a moon that will emerge from our present physical Earth and, as a soulless remnant, will orbit the future Jupiter. On Jupiter, human beings will develop new forces that they currently receive on Earth as light and heat, and as all physical perceptions. Later, they will radiate everything they previously perceived through the senses. Whatever they have taken in through the soul will then be reality.
[ 11 ] So führt uns die theosophische Anschauung nicht dazu, die Welt des physischen Planes zu unterschätzen, sondern zu wissen, daß der Mensch hinausziehen muß auf den physischen Plan, um Erfahrungen zu sammeln, die er später wieder ausstrahlen wird. Die Wärme der Erde, die Sonnenstrahlen, die uns heute zuströmen, werden später aus uns herausstrahlen. So wie aus uns jetzt die Sexualkraft herauskommt, werden dann diese neuen Kräfte herauskommen.
[ 11 ] Thus, the theosophical view does not lead us to underestimate the world of the physical plane, but rather to recognize that human beings must venture out onto the physical plane to gather experiences that they will later radiate outward again. The Earth’s warmth and the sun’s rays that stream toward us today will later radiate out from within us. Just as sexual energy now flows out from us, these new forces will then flow out.
[ 12 ] Nun wollen wir uns klarmachen, was die aufeinanderfolgenden Devachanzustände bedeuten. Zunächst ist das Devachan nur kurz. ‚Aber immer mehr und mehr geistige Organe bilden sich im Mentalleibe aus, bis der Mensch zuletzt, wenn er die Weisheit der Erde umfaßt hat, die Organe des devachanischen Leibes ganz ausgestaltet hat. Das wird für alle Menschen eintreten, wenn sämtliche Erdenrunden vollendet sein werden. Dann wird alles Menschenweisheit geworden sein. Wärme und Licht sind dann Weisheit geworden. Zwischen dem Erdenmanvantara und dem nächsten Planeten lebt der Mensch in einem Pralaya. Außen herum ist dann gar nichts; aber alle Kräfte, die der Mensch aus der Erde herausgezogen hat, sind dann in ihm. In einem solchen Lebensabschnitt geht alles Äußere nach innen. Es ist dann alles samenhaft vorhanden und lebt sich hinüber zum nächsten Manvantara. Im Großen ist das ein ähnlicher Zustand, wie wenn wir im Augenblicke des Nachdenkens alles um uns herum vergessen und uns nur erinnern an die Erfahrungen, um sie im Gedächtnis aufzubewahren und später anzuwenden. So erinnert sich im Pralaya die ganze Menschheit an alle Erfahrungen, um sie nachher wieder auszunützen.
[ 12 ] Now let us clarify what the successive stages of Devachan mean. At first, Devachan is only brief. ‘But more and more spiritual organs develop in the mental body until, finally, when the human being has grasped the wisdom of the Earth, the organs of the Devachanic body are fully developed. This will occur for all human beings when all Earth cycles have been completed. Then everything will have become human wisdom. Warmth and light will then have become wisdom. Between the Earth Manvantara and the next planet, the human being lives in a Pralaya. There is then nothing at all outside; but all the forces that the human being has drawn from the Earth are then within him. In such a phase of life, everything external turns inward. Everything is then present in a seed-like state and carries itself over into the next manvantara. On a grand scale, this is a state similar to when, in a moment of reflection, we forget everything around us and remember only our experiences in order to preserve them in our memory and apply them later. In the same way, during the Pralaya, all of humanity recalls all its experiences in order to make use of them again later.
[ 13 ] Immer gibt es solche Zwischenzustände, die gleichsam Erinnerungen darstellen, und so ist auch der Devachanzustand ein solcher Zustand der Zwischenheit. Der Eingeweihte sieht schon jetzt diejenigen Tatsachen vor sich, die der Mensch erst nach und nach im Devachanzustand um sich hat. Es ist ein Zustand der Zwischenheit. Alle ähnlichen Zustände sind Zustände der Zwischenheit. Der Eingeweihte schildert die Welt so, wie sie im Devachan, auf der anderen Seite, in der Zwischenheit ist. Wenn er über das Devachan hinaus zu einem noch höheren Zustande kommt, schildert er wieder einen Zwischenzustand.
[ 13 ] There are always such intermediate states, which represent, as it were, memories, and thus the Devachan state is also such a state of intermediateness. The initiate already sees before him those realities that a person will only gradually come to experience in the Devachan state. It is a state of intermediateness. All similar states are states of in-between-ness. The initiate describes the world as it exists in Devachan—on the other side—in this state of in-between-ness. When he moves beyond Devachan to an even higher state, he again describes an intermediate state.
[ 14 ] Die erste Stufe der Einweihung besteht darin, daß der Schüler lernt, durch den Schleier der äußeren Welt hindurch die Welt von der anderen Seite anzusehen. Der Eingeweihte ist heimatlos hier auf der Erde. Er muß sich auf der anderen Seite eine Hütte bauen. Als die Jünger mit Jesus «auf dem Berge waren», wurden sie eingeführt in die devachanische Welt, jenseits von Raum und Zeit; sie bauten sich eine Hütte. Das ist die erste Stufe der Einweihung.
[ 14 ] The first stage of initiation consists in the disciple learning to see the world from the other side through the veil of the outer world. The initiate is homeless here on Earth. He must build himself a hut on the other side. When the disciples were “on the mountain” with Jesus, they were introduced to the Devachanic world, beyond space and time; they built themselves a hut. This is the first stage of initiation.
[ 15 ] Auf der zweiten Stufe der Einweihung tritt etwas Ähnliches ein, aber auf einer höheren Stufe. Auf der zweiten Stufe hat der Eingeweihte einen solchen Bewußtseinszustand, der entspricht der Zeit der Zwischenheit zwischen zwei Formzuständen (Globen), einem Pralayazustand, der dann eintritt, wenn alles das erreicht ist, was in dem physischen Formzustande erreicht werden kann und die Erde sich verwandelt in einen sogenannten astralen Formzustand oder Globus.
[ 15 ] At the second stage of initiation, something similar occurs, but at a higher level. At the second stage, the initiate experiences a state of consciousness that corresponds to the interval between two states of form (globes)—a Pralaya state that occurs when everything that can be achieved in the physical state of form has been attained, and the Earth transforms into a so-called astral state of form or globe.
[ 16 ] Der dritte Bewußtseinszustand des Eingeweihten ist der Zustand, der der Zwischenheit von zwei Runden entspricht, vom alten Arupaglobus der vorhergehenden Runde bis zum neuen Arupaglobus der folgenden Runde. In dem Pralaya zwischen zwei Runden ist der Eingeweihte in dem Augenblicke, wo er sich in den dritten Zustand erhebt; er ist dann ein Eingeweihter dritten Grades. So können wir begreifen, warum Jesus erst im dritten Stadium seinen Leib dem Christus zur Verfügung stellen konnte. Christus steht über allen Geistern, die in den Runden leben. Der Eingeweihte, der über die Runden sich erhoben hatte, konnte dem Christus seinen Leib zur Verfügung stellen.
[ 16 ] The third state of consciousness of the initiate is the state that corresponds to the interval between two cycles, from the old Arupa globe of the preceding cycle to the new Arupa globe of the following cycle. In the Pralaya between two cycles, the initiate is, at the moment when he ascends into the third state; he is then an initiate of the third degree. Thus we can understand why Jesus was only able to place his body at the disposal of the Christ in the third stage. The Christ stands above all spirits who live in the cycles. The initiate who had risen above the cycles was able to place his body at the service of the Christ.
[ 17 ] Das menschliche Ich-Bewußtsein sollte durch das Christentum geläutert, geheiligt werden. Christus mußte das selbstische Ich heben, läutern, das sogleich, nachdem es das Selbstbewußtsein erlangt hat, selbstlos stirbt. Das konnte er nur in einem Leibe, der eins geworden war mit... (Lücke im Text.) Daher konnte nur der Eingeweihte der dritten Stufe seinen Leib dem Christus opfern.
[ 17 ] Human self-consciousness was to be purified and sanctified through Christianity. Christ had to elevate and purify the selfish ego, which dies selflessly as soon as it attains self-awareness. He could do this only in a body that had become one with... (gap in the text.) Therefore, only the initiate of the third degree could sacrifice his body to Christ.
[ 18 ] Es ist in unserer Zeit außerordentlich schwer, zu einem völligen Bewußtsein dieser hochentfalteten Zustände zu kommen. Der tiefwissende Subba Row hatte eigenes Wissen; er schildert solche drei Zustände der Chelaschaft.
[ 18 ] In our time, it is extremely difficult to attain full awareness of these highly evolved states. The deeply knowledgeable Subba Row possessed his own knowledge; he describes these three states of chelaship.
[ 19 ] Den Mond sehen wir als den entseelten Überrest von uns selbst an, und wir selbst haben in uns die Kräfte, die einstmals dem Monde das Leben gaben. Das ist auch die Grundlage für die eigentümlichen, sentimentalen Gefühle der Dichter, die den Mond besingen. Alle dichterischen Empfindungen sind schwache Nachklänge tief im Menschen lebender okkulter Strömungen.
[ 19 ] We regard the moon as the disembodied remnant of ourselves, and we ourselves possess within us the forces that once gave life to the moon. This is also the basis for the peculiar, sentimental feelings of the poets who sing of the moon. All poetic sensibilities are faint echoes of occult currents living deep within human beings.
[ 20 ] Nun kann aber ein Wesen verwachsen mit dem, was eigentlich als Schlacke zurückbleiben soll. Es muß von der Erde etwas zurückbleiben, was später das sein soll, was heute der Mond ist. Das muß der Mensch überwinden. Aber der Mensch kann das gern haben, dann verbindet er sich damit. Ein Mensch, der tief verwoben ist mit dem bloß Sinnlichen, dem bloß Triebhaften, der verbindet sich immer mehr mit dem, was Schlacke werden soll. Das wird dann sein, wenn die Zahl 666 erfüllt sein wird, die Zahl des Tieres. Dann kommt der Moment, wo sich die Erde herausbewegen muß aus der fortlaufenden Evolution der Planeten. Wenn dann der Mensch sich zu sehr verwandt gemacht hat mit den sinnlichen Kräften, die heraus sollen, dann geht das, was damit verwandt ist und nicht den Anschluß gefunden hat, um zum nächsten Globus hinüberzugehen, mit der Schlacke mit und wird Bewohner dieser Schlacke, so wie jetzt solche Wesen Bewohner des heutigen Mondes sind.
[ 20 ] Now, however, a being can become intertwined with what is actually meant to remain as dross. Something must remain of the Earth that is later to become what the Moon is today. Humanity must overcome this. But if humanity is content with this, it will become bound to it. A person who is deeply intertwined with the merely sensual, the merely instinctual, becomes increasingly bound to what is meant to become dross. This will happen when the number 666 is fulfilled—the number of the beast. Then comes the moment when the Earth must withdraw from the ongoing evolution of the planets. If, by then, human beings have become too closely connected to the sensual forces that are meant to be cast out, then whatever is connected to these forces and has not found a way to transition to the next globe will go along with the dross and become inhabitants of this dross, just as such beings are now inhabitants of the present-day Moon.
[ 21 ] Da haben wir den Begriff von der achten Sphäre. Der Mensch muß durch sieben Sphären hindurchgehen. Die sieben Planeten entsprechen den sieben Körpern:
[ 21 ] Here we have the concept of the eighth sphere. Human beings must pass through seven spheres. The seven planets correspond to the seven bodies:
Der Saturn entspricht dem physischen Körper
Die Sonne entspricht dem Ätherkörper
Der Mond entspricht dem Astralkörper
Die Erde entspricht dem Ich
Der Jupiter entspricht dem Manas
Die Venus entspricht der Buddhi
Der Vulkan entspricht dem Atma.
Saturn corresponds to the physical body
The Sun corresponds to the etheric body
The Moon corresponds to the astral body
The Earth corresponds to the ego
Jupiter corresponds to Manas
Venus corresponds to Buddhi
Vulcan corresponds to Atma.
[ 22 ] Daneben gibt es eine achte Sphäre, wo alles dasjenige hingeht, was sich nicht dieser fortlaufenden Entwickelung anschließen kann. Das bildet sich in der Anlage auch schon im devachanischen Zustande. Wenn der Mensch das Leben auf der Erde nur dazu benützt, zu sammeln, was ihm allein dient, um nur eine Erhöhung seines eigenen egoistischen Selbstes zu erfahren, so führt das im Devachan in den Zustand des Avitchi. Der Mensch, der nicht aus der Sonderheit heraus kann, kommt nach Avitchi. Alle diese Avitchi-Menschen werden einmal Bewohner der achten Sphäre. Avitchi ist die Vorbereitung zur achten Sphäre. Die anderen Menschen werden Bewohner der fortlaufenden Evolutionskette. Die Religionen haben aus diesem Begriffe die «Hölle» formuliert.
[ 22 ] In addition, there is an eighth sphere where everything that cannot keep pace with this ongoing evolution goes. The foundation for this is already laid in the Devachanic state. If a person uses life on Earth solely to accumulate what serves only himself, in order to experience nothing but the exaltation of his own selfish self, this leads to the state of Avitchi in Devachan. The person who cannot transcend his individuality ends up in Avitchi. All these Avitchi beings will one day become inhabitants of the eighth sphere. Avitchi is the preparation for the eighth sphere. The other people become inhabitants of the ongoing chain of evolution. Religions have formulated the concept of “hell” from this idea.
[ 23 ] Wenn der Mensch aus dem Devachan zurückkommt, ordnen sich die astralen, ätherischen und physischen Kräfte um ihn herum nach zwölferlei Karmakräften, die man in der indischen Esoterik Nidanas nennt. Das sind:
[ 23 ] When a person returns from Devachan, the astral, etheric, and physical forces surrounding them are organized according to twelve types of karmic forces, which are called nidanas in Indian esotericism. These are:
1. avidya = Unwissenheit
2. samskara = die organisierenden Tendenzen
3. vijnana* = Bewußtsein
4. nama rupa = Namen und Form
5. shadayadana = was der Verstand aus der Sache macht
6. sparsha = Berührung mit dem Dasein
7. vedana = Gefühl
8. trishna = Durst nach Dasein
9. upadana = Behagen im Dasein
10. bhava = Geburt
11. jati* = was zur Geburt gedrängt hat
12. jaramarana* = was von dem Erdendasein befreit.
1. avidya = ignorance
2. samskara = the organizing tendencies
3. vijnana* = consciousness
4. nama rupa = name and form
5. shadayadana = what the mind makes of the object
6. sparsha = contact with existence
7. vedana = sensation
8. trishna = thirst for existence
9. upadana = attachment to existence
10. bhava = birth
11. jati* = what impels birth
12. jaramarana* = what liberates one from earthly existence.
[ 24 ] In den nächsten Vorträgen werden wir diese wichtigen Aspekte des Karma genauer betrachten.
[ 24 ] In the next lectures, we will examine these important aspects of karma in greater detail.
[ 25 ] * In diesen Sanskritworten ist j als dsch auszusprechen: vidschnana, dschati, dscharamarana.
[ 25 ] * In these Sanskrit words, “j” is pronounced as “dsch”: vidschnana, dschati, dscharamarana.
