Basic Elements of Esotericism
GA 93a
12 October 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
XVII
Lecture XVII
[ 1 ] Im Okkultismus unterscheiden wir am Menschen erstens seine Handlungen, indem wir unter Handlungen alles verstehen, was ausgeht von irgendeiner Tätigkeit, die mit seinen Händen verknüpft ist; zweitens die Sprache und drittens die Gedanken. Alles was der Mensch in diesem Sinne mit seinen Händen vollbringt, das wirkt im Karma mit an seinem nächsten irdischen Dasein. Was wir sprechen, geht nicht nur allein uns an, sondern eine Gruppe von Menschen, die dieselbe Sprache hat und das wirkt an dem Karma der Gruppe oder Rasse. In den Worten liegt eine größere Verantwortung als in den bloßen Taten; denn wir bereiten damit die Konfiguration einer nächsten Rasse vor. Was wir denken, wirkt sogar nach bei einer Neugestaltung unserer Erde. Daher unterscheiden wir die drei Stufen: Erstens: Das Handeln des Menschen ist individuell, außer den Handlungen, die im Menschen aus dem Nichts heraus entspringen. Zweitens: Der Mensch kann nicht für sich selbst allein sprechen, die Worte gehen eine Gruppe von Menschen an. Drittens: Die Gedanken gehen die ganze Menschheit an.
[ 1 ] In occultism, we distinguish, first, a person’s actions—understanding actions to mean everything that stems from any activity connected with their hands; second, their speech; and third, their thoughts. Everything a person accomplishes with their hands in this sense contributes to their karma in their next earthly existence. What we say does not concern only ourselves, but a group of people who share the same language, and this affects the karma of the group or race. Words carry a greater responsibility than mere deeds; for through them we prepare the configuration of a future race. What we think even has a lasting effect on the reshaping of our Earth. Therefore, we distinguish between three levels: First, human actions are individual, except for those that arise in a person out of nowhere. Second, a person cannot speak for themselves alone; their words concern a group of people. Third, thoughts concern all of humanity.
[ 2 ] Damit hängt etwas anderes zusammen. Wenn wir handeln, stehen wir ganz allein hinter den Handlungen. Wenn wir sprechen, sind wir in den Worten nicht ganz allein. Hinter unseren Worten wirkt eine geistige Wesenheit mit; die steht dann hinter uns. So wahr es ist, daß unsere Worte, die wir aussprechen, sich ganz genau im Akasha abbilden, so wahr ist es, daß wir mit jedem Worte, das wir aussprechen, eingreifen in den Leib eines geistigen Wesens, das in dieser Akasha-Materie inkarniert ist, in die unsere Worte hineingehen. Das müssen wir in unser Empfinden aufnehmen; darum müssen wir unsere Worte so sehr in acht nehmen. Wenn wir denken, sind wir scheinbar ganz allein in uns, dennoch wirken Wesen geistiger Art in unseren Gedanken mit, Wesen noch höherer und bedeutsamerer Art, als in unserer Sprache mitwirken.
[ 2 ] This is connected to something else. When we act, we stand entirely alone behind our actions. When we speak, we are not entirely alone in our words. A spiritual being acts through our words; that being then stands behind us. Just as it is true that the words we speak are precisely reflected in the Akasha, so it is true that with every word we utter, we intervene in the body of a spiritual being incarnated in this Akashic matter, into which our words enter. We must take this to heart; that is why we must be so careful with our words. When we think, we are apparently entirely alone within ourselves, yet spiritual beings are at work in our thoughts—beings of an even higher and more significant nature than those that are at work in our speech.
[ 3 ] In diesen Dingen liegt mehr als eine ganze Weltgeschichte. Dadurch werden manche Dinge erklärlich. Betrachten wir einen Gedanken in uns. Hinter diesem Gedanken steht eine geistige Wesenheit. Wenn wir uns eingeschlossen denken von allen Seiten vom Leibe einer geistigen Wesenheit, so ist der Gedanke nur ein Ausdruck des Leibes der geistigen Wesenheit, die in uns hineinwirkt. Jedesmal wenn ein Gedanke durch unsere Seele zuckt, ist das ein Abdruck, eine Art Fußspur einer höheren geistigen Wesenheit, so wie wenn wir über feuchten Boden gehen, Fußspuren hinterlassen und sagen: Hier ging ein Mensch. — Diese geistige Wesenheit ist aus demselben Stoffe gebildet, aus dem der Gedanke besteht. Der Gedanke in uns kann nur dadurch der Abdruck einer höheren geistigen Wesenheit werden, weil die höhere Wesenheit einen Körper aus demselben Stoffe hat, aus dem unsere Gedanken gebildet sind.
[ 3 ] These things contain more than the entire history of the world. This makes certain things understandable. Let us consider a thought within us. Behind this thought stands a spiritual being. If we imagine ourselves enclosed on all sides by the body of a spiritual being, then the thought is merely an expression of the body of that spiritual being, which is working within us. Every time a thought flashes through our soul, it is an imprint, a kind of footprint of a higher spiritual being—just as when we walk across damp ground, leave footprints, and say: “A person walked here.” — This spiritual being is formed of the same substance of which the thought consists. The thought within us can only become the imprint of a higher spiritual being because the higher being has a body made of the same substance from which our thoughts are formed.
[ 4 ] Wenn sich unser Fuß in der feuchten Erde abdrückt, so ist der Abdruck ein Negativ, ein Gegenbild unseres Fußes. So ist es auch mit unseren Gedanken. In der höheren geistigen Welt gibt es für jeden Gedanken das Gegenbild. Bild und Gegenbild sind so ineinandergefügt wie etwa Siegel und Petschaft. Der Stoff ist die höhere geistige Wesenheit, er entspricht in unserem Bilde dem Petschaft. Nun nennt man den Gedanken, insofern er dem Petschaft entspricht, Intuition, und den Abdruck nennt man den abstrakten Gedanken. Man kann sagen, wenn man denkt: Ich fühle die Spuren dessen, was in den höheren Welten geschieht. - Im Hinblick auf diese Tatsache wird in religiösen Schriften, zum Beispiel in der Offenbarung des Johannes, der Ausdruck «Siegel» gebraucht. Er entspricht der Wirklichkeit. ‚Auch weil ein höheres Wesen in unseren Worten mitwirkt, ist jedes Wort ein Siegelabdruck. Man nennt das Gegenbild des Wortes bei den Mystikern «Imagination». So haben wir drei Stufen des Gedanklichen: das Intuitive, das Imaginative und das gewöhnliche Abstrakte. Wenn der Mensch sich weiterentwickelt, wenn der abstrakte Gedanke selbst sich entwickelt zu der Stufe, auf der die Wesenheiten inkarniert sind, die mitwirken, wenn gesprochen wird, dann ist der Mensch ein Chela, ein Geheimschüler. Meister sein, heißt: in dem Stoffe wirken, in dem die Wesenheiten inkarniert sind, die in unseren Gedanken mitwirken. — Die Imagination gibt das Bild. Deshalb haben die großen Religionslehrer in früheren Zeiten bildlich gesprochen, denn die Imagination gibt das Bild, nicht den abstrakten Gedanken. In allen Religionen wird in Bildern gesprochen. Das Bild ist für den Menschen zunächst das Untergeordnete, aber wenn der Mensch versteht, aus jedem Gedanken selbst wieder ein Bild zu machen, dann ist er auf einer höheren Stufe angelangt. Dies ist die Vorbedingung zu einer ganz neuen Art von Wahrnehmung. Tatsächlich kommt es darauf an, daß der Mensch sich dazu entwickelt, nicht mehr bloß abstrakt zu denken, sondern seine Gedanken jedesmal im Bilde zu haben.
[ 4 ] When our foot leaves an impression in damp earth, that impression is a negative, a counter-image of our foot. The same is true of our thoughts. In the higher spiritual world, there is a counter-image for every thought. Image and counter-image are interlocked like, for example, a seal and its impression. The substance is the higher spiritual being; in our analogy, it corresponds to the seal. Now, the thought, insofar as it corresponds to the seal, is called intuition, and the imprint is called the abstract thought. One might say, when thinking: “I sense the traces of what is happening in the higher worlds.” - In light of this fact, the term “seal” is used in religious writings, for example in the Book of Revelation. It corresponds to reality. “Because a higher being also acts through our words, every word is a seal impression.” Mystics call the counter-image of the word “imagination.” Thus we have three levels of thought: the intuitive, the imaginative, and the ordinary abstract. When a person develops further—when abstract thought itself develops to the level at which the beings who cooperate when we speak are incarnated—then that person is a chela, a secret disciple. To be a Master means: to work within the substance in which the beings who participate in our thoughts are incarnated. — Imagination provides the image. That is why the great religious teachers of earlier times spoke in images, for imagination provides the image, not the abstract thought. In all religions, one speaks in images. At first, the image is secondary for human beings, but when a person learns to create an image from every thought, they have reached a higher level. This is the prerequisite for an entirely new kind of perception. In fact, it is essential that human beings develop the ability to think no longer merely in abstract terms, but to hold their thoughts as images each time.
[ 5 ] Der Mensch formt in der Regel bloß Gedanken. Der sich höher entwickelnde Mensch muß in Bildern denken, das heißt «imaginieren». In dem Ausdrucke liegt schon, um was es sich handelt: durch eine gewisse Macht einer Sache etwas einprägen (imaginieren). In der Phantasie, beim Dichter und Künstler, finden wir nur ein ganz schwaches Abbild von der Imagination. Wenn der Mensch, der sich so höher zu entwickeln sucht, spricht, wird er bei besonderen Anlässen versuchen, bei seinem Sprechen das Gegenbild vor sich zu haben, die Imago. Daher die großen, gewaltigen Bilder in den religiösen Schriften. Wer sich aufschwingt zu diesem Erzeugen von Bildern, der hat die Stufe der geistigen Wesenheiten, die rassenschaffend sind, erreicht. Derjenige der nicht nur Bilder in sich entwickelt, sondern Intuitionen, der ist nicht nur rassenschaffend, sondern ist mitschaffend an dem nächsten planetarischen Dasein. In den Bildern wird nachklingen, was dann auf der Erde verwirklicht ist, aber wer aus der Intuition schafft, der schafft etwas, das noch gar nicht ist, was nirgends verwirklicht ist, das heißt der schafft aus dem Nirvana heraus. Das ist der Begriff einer jeden Apokalypse: Was erst in der Zukunft wirklich sein wird, das kann man nur aus der Intuition heraus schaffen.
[ 5 ] People generally merely form thoughts. Those who are developing to a higher level must think in images—that is, “imagine.” The term itself already reveals what is involved: imprinting something through a certain power of a thing (imagining). In the imagination—as seen in poets and artists—we find only a very faint reflection of true imagination. When a person who seeks to develop in this higher way speaks, they will, on special occasions, try to have the corresponding image—the imago—before them as they speak. Hence the grand, powerful images in religious scriptures. Whoever rises to this level of creating images has reached the stage of spiritual beings who are race-creating. The one who develops not only images within himself but also intuitions is not only race-creating but also co-creating the next planetary existence. The images will echo what is then realized on Earth, but whoever creates out of intuition creates something that does not yet exist at all, something that is not yet realized anywhere—that is, they create out of Nirvana. This is the concept behind every apocalypse: what will truly be in the future can only be created out of intuition.
[ 6 ] Durch das abstrakte Denken schafft man ein Abbild von dem, was da ist. Bei der Imagination läßt der Mensch sich befruchten von dem gestaltenden Geist in seinem Inneren. Der Imagination entsprechen verborgene Wirklichkeiten, die durch Befruchtung höherer geistiger Wesenheiten entstanden sind; dann kann man auf dem Astralplan diese höheren geistigen Wesenheiten sehen. Die Vorbedingung dazu ist, eine Sprache zu entwickeln, die nicht der Ausdruck abstrakter Gedanken, sondern der Ausdruck von Bildern ist. Medien sprechen sich deshalb auch in Imaginationen, in Bildern und Symbolen aus, aber unbewußt. Hinter ihnen gestaltet der Geist die Symbole. Der Geheimschüler macht das in vollem Bewußtsein, aber dennoch nicht willkürlich. Er läßt sich dabei vom Geiste befruchten.
[ 6 ] Through abstract thinking, one creates an image of what exists. In imagination, a person allows themselves to be inspired by the creative spirit within. Imagination corresponds to hidden realities that have arisen through inspiration from higher spiritual beings; then one can see these higher spiritual beings on the astral plane. The prerequisite for this is to develop a language that is not the expression of abstract thoughts, but rather the expression of images. Mediums therefore also express themselves through imaginations, images, and symbols—but unconsciously. Behind them, the spirit shapes the symbols. The initiate does this with full consciousness, yet not arbitrarily. In doing so, he allows himself to be inspired by the spirit.
[ 7 ] Genauso wie auf diese Art der Mensch sich erhebt zum Schaffen von Bildern und Intuitionen, hat vor seinem Dasein die äußere Welt gewirkt, und zwar so, daß in allem, was mineralische Wesenheit um uns her ist, also rein physischer Natur, als schaffende Kräfte Intuitionen wirken. Der Kristall ist äußerlich, wie er sich den Sinnen zeigt; er ist aber geschaffen worden durch Intuitionen. Hinter der ganzen physischen Welt liegt ein Kosmos von Intuitionen und zuletzt ein Wesen, der Planetengeist, der die Intuitionen hervorbringt. Hinter aller Sprache wirken Wesen der Imagination, wirkt der Rassengeist mit. In allem Lebendigen wirkt dieselbe Stufe von Geist mit. Hinter allen Pflanzen wirkt die Imagination. Die gestaltete Pflanze kommt aus der Imagination und hinter ihr steht eine geistige Wesenheit. Und alles Bewußte und Empfindende ist aus dem Gedanken selbst entstanden.
[ 7 ] Just as human beings rise in this way to create images and intuitions, so too has the external world influenced their existence—in such a way that in everything around us that is of a mineral nature, that is, of a purely physical nature, intuitions act as creative forces. The crystal is external in the way it appears to the senses; yet it has been created through intuitions. Behind the entire physical world lies a cosmos of intuitions and, ultimately, a being—the planetary spirit—who brings forth these intuitions. Behind all language, beings of the imagination are at work, and the racial spirit is also at work. In all living things, the same level of spirit is at work. Behind all plants, the imagination is at work. The formed plant arises from the imagination, and behind it stands a spiritual being. And everything that is conscious and sentient has arisen from thought itself.
[ 8 ] Und nun sehen Sie sich das ganze Universum an, zunächst als ein Physisches: Erde, Sonne, Mond und Sterne, die Milchstraße und so weiter. Dahinter steht aber ein großer intuitiver Geist. Es ist derselbe Geist, der sich ausdrückt in unseren Handlungen; er steht auch hinter dem ganzen Universum. Das Christentum nennt ihn den Vater. Weil er so wenig bekannt ist, wird er auch der unbekannte Gott genannt, und in der theosophischen Literatur der erste Logos.
[ 8 ] And now look at the entire universe, first as a physical reality: the Earth, the Sun, the Moon, and the stars, the Milky Way, and so on. Behind all of this, however, lies a great intuitive Spirit. It is the same Spirit that expresses itself through our actions; it also lies behind the entire universe. Christianity calls him the Father. Because he is so little known, he is also called the Unknown God, and in Theosophical literature, the First Logos.
[ 9 ] Hinter allem Lebendigen steht der Geist der Imagination. Es ist derselbe Geist, der auch mitwirkt in unserer Sprache, daher nennt ihn die christliche Religion: das Wort. Damit meint man etwas ganz Genaues, Wirkliches. Dieser Geist, der hinter allem Lebendigen steht, wirkt noch heute in unserer Sprache, in jedem unserer Worte, wird also mit Recht «das Wort» genannt; eine andere Bezeichnung ist: der Sohn oder Christus. Es ist der Geist, der in allem Leben als Imagination lebt.
[ 9 ] Behind all living things lies the spirit of imagination. It is the same spirit that is also at work in our language; that is why the Christian religion calls it “the Word.” This refers to something very specific and real. This spirit, which underlies all living things, is still at work today in our language, in each of our words; it is therefore rightly called “the Word”; another name for it is “the Son” or “Christ.” It is the spirit that lives as imagination in all life.
[ 10 ] Dann kommen wir herauf zu dem, was bewußt ist, was irgendeinen Grad von Empfindung, von Bewußtsein hat, alles Tierische und dem, was im Menschen tierisch ist. Das kann man schon fassen mit Gedanken. Das hat jeder in sich. Was im Tier vorgeht, geht zunächst in ihm selbst vor: das abstrakte Bewußtsein. Alles Bewußtsein der Welt lebt auch im Menschen, im abstrakten Denken. In sich nennt es der Mensch «Geist», insofern es draußen in der schaffenden Natur wirkt, nennt er es «Heiliger Geist». Das ist, was allem Empfinden und Bewußtsein zugrunde liegt. Krankheit gibt es nur im Sondersein. Der Geist kann an sich nicht krank sein, sondern nur, wenn er inkarniert ist in den unteren Körpern. Das Wort «heilig» bedeutet «heil sein»; es drückt aus, daß der Geist, der draußen die Welt durchflutet, gesund ist. Der Heilige Geist ist nichts anderes als der durch und durch gesunde Geist; daher der, der sich mit dem Heiligen Geist wirklich vereinigt, die Kraft des Heilens erhält. Sie muß zu tun haben mit dem die Welt durchflutenden Heiligen Geist. Das ist der Geist, der wirkt von Mensch zu Mensch als wirklicher Heiler.
[ 10 ] Then we come to that which is conscious, that which possesses some degree of sensation or consciousness—all that is animal, and that which is animal in human beings. This can already be grasped through thought. Everyone has this within themselves. What takes place within the animal first takes place within the animal itself: abstract consciousness. All consciousness in the world also lives within human beings, in abstract thought. Within themselves, human beings call it “spirit”; insofar as it acts outside in creative nature, they call it “Holy Spirit.” This is what underlies all feeling and consciousness. Illness exists only in separate existence. The spirit cannot be ill in and of itself, but only when it is incarnated in the lower bodies. The word “holy” means “to be whole”; it expresses that the spirit, which permeates the world outside, is healthy. The Holy Spirit is nothing other than the thoroughly healthy Spirit; therefore, the one who truly unites with the Holy Spirit receives the power of healing. This power must be connected to the Holy Spirit that permeates the world. This is the Spirit that acts from person to person as the true healer.
[ 11 ] Sehen wir jetzt hinaus auf den physischen Plan, so haben wir zunächst das, was wir mit den Sinnen wahrnehmen. Dahinter ist der große intuitive Geist. Alles physisch Vorhandene hat dieser Geist gemacht. Hinter allem, was in der reinen Form lebt, was mit Sinnen wahrgenommen werden kann, steht also der Vatergeist, der erste Logos. Dadurch, daß wir das anschauen, verändern wir es nicht. Aber eine Veränderung geht vor, wenn wir handeln. Da verändern wir nicht nur, was draußen in der Welt ist, sondern auch die Kräfte, die draußen in der Welt wirken. In dem Augenblicke, da wir handeln, schaffen wir eine Veränderung auf dem physischen Plane. Hinter diesen Veränderungen liegt aber auch die Veränderung der Grundkraft dessen, was dem ersten Logos entspricht. Das beeinflussen wir mit unseren Handlungen und das bleibt, ist da, kann nicht wieder vergehen, außer wenn es von derselben Kraft vernichtet wird, die es hervorgerufen hat. Und die Veränderung, die in den großen Weltintuitionen hervorgerufen wird durch unsere Handlungen, ist das, was uns als Karma wieder erfaßt. Das was den Menschen wieder in die physische Welt zieht, nennt man, wenn man auf Karma sieht: Rupa. Rupa nennt man es aus dem Grunde, weil er es im Rupa vollbracht hat, durch den Körper, durch sein Äußeres. Wir schaffen da im Leibe, im Rupa, wenn wir auf die äußeren Intuitionen wirken.
[ 11 ] If we now look out onto the physical plane, we first encounter what we perceive with our senses. Behind this lies the great intuitive Spirit. Everything that exists physically has been created by this Spirit. Behind everything that exists in pure form—everything that can be perceived by the senses—stands the Father Spirit, the First Logos. Simply by observing it, we do not change it. But a change takes place when we act. In doing so, we change not only what is out there in the world, but also the forces at work in the world. The moment we act, we bring about a change on the physical plane. Behind these changes, however, lies also a change in the fundamental force corresponding to the First Logos. We influence this through our actions, and it remains; it is there and cannot pass away again, unless it is destroyed by the very same force that brought it about. And the change brought about in the great world intuitions through our actions is what comes back to us as karma. What draws a person back into the physical world is called, when viewed from the perspective of karma, “rupa.” It is called “rupa” for the reason that it was accomplished in the rupa—through the body, through one’s outward form. We create within the body, within the rupa, when we act upon the outer intuitions.
[ 12 ] Das zweite, worin heute der Mensch noch nicht so selbständig ist, sondern noch ein anderer Geist mitwirkt, das ist die Rede. Damit machen wir Eindrücke in einer Welt, hinter der nicht nur das Physische, sondern das Leben steht. In der Welt des Lebens bleiben die Imaginationen von dem zurück, wovon wir sprechen, bildende Kräfte, die die neuen Rassen schaffen. Unsere jetzige Rasse ist aus dem geschaffen, was hinter den Worten früherer Rassen stand. Das ist hineingebildet in unsere Rasse. Außerdem kommt alles in Betracht, was überhaupt nur Imagination ist. Dies zeigt uns, daß wir mit unseren Worten Eindrücke hervorrufen im Reich des Sohnes, im Reich des zweiten Logos. Diese kommen zurück als das Kollektivkarma der ganzen Rasse. Denn wir schaffen das Wort nicht allein, der Geist der Rasse wirkt mit. Was ist die Grundlage für diese Form des Karmas? Wo wirkt der Rassengeist? Der Rassengeist wirkt mit in dem Gefühl des Menschen, durchsetzt die ganze Gefühlswelt. Da klingt nach, was der Mensch mit seiner Gruppe gemeinschaftlich hat.
[ 12 ] The second area in which human beings today are not yet fully independent—but in which another spirit still plays a role—is speech. Through speech, we make an impression on a world behind which lies not only the physical but also life itself. In the world of life, the images of what we speak of remain as formative forces that create the new races. Our present race is formed from what lay behind the words of earlier races. This is imprinted within our race. Furthermore, everything that is merely imagination comes into play. This shows us that with our words we evoke impressions in the realm of the Son, in the realm of the Second Logos. These return as the collective karma of the entire race. For we do not create the word alone; the spirit of the race is at work. What is the basis for this form of karma? Where does the race spirit act? The race spirit acts within human emotion, permeating the entire emotional world. There, what a person shares in common with his or her group resonates.
[ 13 ] Was in einem viel breiteren Sinne auf das Karma wirkt, ist das Gefühl = Vedana. Also erstens: Rupa, die Leiblichkeit; zweitens: Vedana, das Gefühl. - Für denjenigen Menschen, der noch kein Chela geworden ist, ist das Gefühl etwas sehr Wichtiges bei der Wahrnehmung des zweiten Logos und bei alledem, was lebendig ist. Die Wissenschaft will das Tier und die Pflanze ohne das Leben betrachten. Auch der größte Gelehrte ist heute noch nicht weiter, als daß er das Leben mit seinem Gefühl begreifen kann. Erst das imaginative Verstehen befähigt ihn, ins Leben hineinzuschauen.
[ 13 ] What affects karma in a much broader sense is sensation = vedana. So, first: rupa, the physical body; second: vedana, sensation. - For those who have not yet become chelas, sensation is something very important in the perception of the second Logos and in everything that is alive. Science seeks to view animals and plants as devoid of life. Even the greatest scholar today has not progressed beyond being able to comprehend life through his own sensation. Only imaginative understanding enables him to look into life.
[ 14 ] Dem Gedanken entspricht in der Umwelt alles, was Empfindung, Bewußtsein hat. Das hat eines mit uns gemeinsam: die Wahrnehmung. Daß wir überhaupt imstande sind, die Welt draußen im physischen Raum wahrzunehmen als eine farbige und tönende Welt, ist möglich, weil wir sie uns in Gedanken umsetzen können. Wir empfangen die Wahrnehmung; denken darüber nach. Wenn keine Gedanken in den Wahrnehmungen wären, so wäre es die größte Torheit des Menschen, sich Gedanken darüber bilden zu wollen. Dann wären Gedanken bloße Illusionen, wenn nicht die Wahrnehmungen zustande gekommen wären durch Gedanken. Was die Kombination der Wahrnehmungen ergibt, das ist, daß die Wahrnehmungen zuerst aufgebaut sind durch Gedanken, die wir herausschälen: die Naturgesetze. Diese sind nichts anderes als Gedanken; der schöpferische, der Heilige Geist ist es. Die Wahrnehmung ist die Grenze zwischen beiden, wo sich unsere Gedanken berühren mit den schaffenden Gedanken draußen. So können wir also mit einem Gedanken, den wir haben, nicht wirken auf das Leben, aber auf alles Bewußte, was draußen selbst Gedanke ist.
[ 14 ] Everything in the external world that possesses sensation and consciousness corresponds to thought. It shares one thing with us: perception. The fact that we are at all capable of perceiving the outside world in physical space as a world of color and sound is possible because we can translate it into thought. We receive perceptions and reflect on them. If there were no thoughts within these perceptions, it would be the greatest folly for a human being to attempt to form thoughts about them. Then thoughts would be mere illusions, were it not for the fact that perceptions came into being through thoughts. What emerges from the combination of perceptions is that these perceptions are first constructed by thoughts that we distill: the laws of nature. These are nothing other than thoughts; it is the creative, the Holy Spirit. Perception is the boundary between the two, where our thoughts come into contact with the creative thoughts outside. Thus, with a thought that we have, we cannot act upon life itself, but upon everything conscious that is itself thought outside.
[ 15 ] In all den geistigen Wesenheiten, die das Bewußtsein hervorgebracht haben, lassen wir Spuren zurück durch die Gedanken. Was der Mensch auf Grund der Wahrnehmungen an Gedanken ausbildet und das, was er zu Gedanken macht, hat wieder seine Wirkung auf alles, was die Wahrnehmungen nötig macht. Wir unterscheiden daher noch drittens: Wahrnehmung oder Sanjna, was als drittes auf das Karma wirkt.
[ 15 ] In all the spiritual entities that have given rise to consciousness, we leave traces through our thoughts. What humans form as thoughts based on their perceptions—and what they transform into thoughts—in turn has an effect on everything that gives rise to those perceptions. We therefore make a third distinction: perception, or sanjna, which is the third factor influencing karma.
[ 16 ] Durch alle Handlungen rufen wir Gegenhandlungen hervor als Karma, weil wir in die intuitive Welt eingreifen: Rupa.
[ 16 ] Through all our actions, we bring about counteractions as karma because we intervene in the intuitive world: Rupa.
[ 17 ] Durch alle Worte greifen wir ein in die Welt der schaffenden Gefühle, um damit Gegengefühle um uns zu schaffen: Vedana.
[ 17 ] Through all words, we intervene in the world of creative feelings in order to create counter-feelings around us: Vedana.
[ 18 ] Mit dem, was wir über die Wahrnehmungen denken, greifen wir ein in die ganze Welt der Gedanken draußen: Sanjna.
[ 18 ] Through what we think about our perceptions, we engage with the entire world of thoughts out there: Sanjna.
[ 19 ] Das was wir um uns herum wahrnehmen, wird nicht mehr sein, wenn wir wieder erscheinen auf der Erde. Daher wird auf die künftige Inkarnation alles, was wir über die Wahrnehmungswelt denken, gar keinen Einfluß ausüben können, nur in dieser Inkarnation wird es eine karmabildende Kraft haben. Der Gedanke wirkt auf unseren jetzigen Charakter.
[ 19 ] What we perceive around us will no longer exist when we return to Earth. Therefore, everything we think about the world of perception will have absolutely no influence on our future incarnation; it will have a karmic effect only in this incarnation. Thoughts shape our present character.
[ 20 ] Was aus dem Gefühl heraus entspringt, das was mit unserer Umgebung wesentlich zu tun hat, was in die Welt der Imagination hineingeht, das kommt uns zurück in der nächstfolgenden Inkarnation, so daß es in uns selbst erscheint als Neigungen und außer uns als Gelegenheiten. Durch die Neigungen ruft man also die Gelegenheiten der Welt herbei, die das Schicksal bilden, durch Neigungen, die karmisch veranlagt sind. Die Gedanken formen den Charakter, die Neigungen führen karmisch die Gelegenheiten herbei. Die Handlungen führen das äußere Schicksal herbei, die ganzen leiblichen Umstände, unter denen der Mensch geboren wird. Was wir mit Rupa, unserer Leiblichkeit, wirklich ausführen, das ist unser wirkliches Schicksal, das kommt uns karmisch zurück.
[ 20 ] What springs from feeling—that which is fundamentally connected to our surroundings, that which enters the world of the imagination—returns to us in the next incarnation, so that it appears within us as inclinations and outside of us as opportunities. Through these inclinations, we thus bring about the opportunities of the world that constitute destiny—through inclinations that are karmically determined. Thoughts shape character; inclinations karmically bring about opportunities. Actions bring about external fate—the entire physical circumstances under which a person is born. What we actually do with rupa, our physicality, is our true fate; that returns to us karmically.
[ 21 ] Der Mensch kann bewußt nur Neigungen schaffen für künftige Inkarnationen, wenn er sich jetzt zur Imagination aufschwingt. Darin liegt das Geheimnis, wie die großen Religionsstifter über ihre Zeit hinaus gewirkt haben. Die Bilder, die sie den Menschen gegeben haben, haben Neigungen ausgelöst für folgende Inkarnationen. Jedes Bild, das sie in die Seele senken, tritt in der ganzen Gefühlswelt des Menschen hervor. Entweder erwirbt sich der Mensch selber solche Imaginationen, oder er bekommt sie von einem Führer. Selbst haben wir sie, wenn wir unser ganzes Gefühlsleben in die Hand genommen haben; das ist beim Geheimschüler der Fall. Er fühlt so, wie er es sich vornimmt; für die übrige Menschheit wird gesorgt durch die Religionsstifter. Eine Religion ist die Gefühlswelt künftiger Rassen; sie kann daher äußerlich untergehen, denn sie lebt in den Neigungen nach. Heute kommen die Neigungen heraus, die im 13. und 14. Jahrhundert der Menschheit eingepflanzt worden sind. Es ist wichtig, daß nicht die materialistischen Bilder der Gegenwart in den Menschenherzen Platz greifen, denn sie würden die Menschen in den zukünftigen Zeiten mit den brutalsten Neigungen ausstatten, die bloß auf die Sinnenwelt gerichtet sind, wenn es nicht wettgemacht wird durch geistige Vorstellungen. Diejenigen Begierden und Wünsche leben im Menschen, die aus der Imagination hervorgehen. Das ist sein Begehren = Samskara. Alles das, was intuitiv in den Menschen ist, die großen Impulse, die sie empfangen von den höchsten Eingeweihten, die sind eigentlich das, was das Tatsachenkarma überwindet. Wer sich zu den eigentlichen Intuitionen erhebt, der dringt durch die physische Welt zu dem Vatergeist empor. Wer intuitives Erkennen hat, kann auf das tatsächliche Karma wirken. Er fängt an, sein Karma bewußt einzuschränken.
[ 21 ] A person can consciously create inclinations for future incarnations only if he or she now rises to the level of imagination. Therein lies the secret of how the great founders of religions have had an impact beyond their own time. The images they gave to people have triggered inclinations for subsequent incarnations. Every image they implant in the soul emerges throughout the entire emotional world of the human being. Either a person acquires such imaginations on their own, or they receive them from a guide. We possess them ourselves once we have taken our entire emotional life into our own hands; this is the case with the secret student. He feels exactly as he intends to; the rest of humanity is cared for by the founders of religions. A religion is the emotional world of future races; it can therefore perish outwardly, for it lives on in the inclinations it has instilled. Today, the inclinations that were implanted in humanity during the 13th and 14th centuries are coming to the fore. It is important that the materialistic images of the present do not take root in people’s hearts, for they would endow people in future times with the most brutal inclinations, directed solely toward the sensory world, unless this is counterbalanced by spiritual ideas. The desires and longings that arise from the imagination live within the human being. This is his desire = samskara. Everything that is intuitive within human beings—the great impulses they receive from the highest initiates—is actually what overcomes factual karma. Whoever rises to the level of true intuition ascends through the physical world to the Father Spirit. Whoever possesses intuitive knowledge can influence actual karma. He begins to consciously limit his karma.
[ 22 ] Dem gewöhnlichen Menschen erscheinen nur die Wesen als verständlich, die auch bewußt sind. Kommt er zur Imagination, so wird ihm auch das Leben verständlich; kommt er zur Intuition, so kann er vordringen bis zu den intuitiven Kräften.
[ 22 ] To the ordinary person, only those beings that are also conscious appear to be comprehensible. When he reaches the level of imagination, life also becomes comprehensible to him; when he reaches the level of intuition, he can penetrate as far as the intuitive powers.
[ 23 ] So viel der Mensch wirken kann auf sein Karma, so viel muß er selbst haben an Intuition, oder er muß solche von den großen Eingeweihten haben als die großen Pflichtgebote. Vijnana nennt man das Bewußtsein, was notwendig ist zur Überwindung des Karma. Und nun denke man sich den Menschen mitten in der Welt lebend, handelnd, sterbend. Wenn er nun gestorben ist, so bleibt aber doch etwas von ihm da in dieser Welt, was er hineingewoben hat in diese Welt. Das sind: Rupa, Vedana, Sanjna, Samskara und Vijnana. Diese fünf Dinge sind sein Konto: das persönliche Schicksal als Rupa; das Schicksal des Volkes, in dem er geboren wird, als Vedana; daß er überhaupt geboren wird auf dieser Erde, als Sanjna. Ferner wirken mit Samskara, das Begehren, und Vijnana, das Bewußtsein. Das sind die fünf Skandhas.
[ 23 ] To the extent that a person can influence his karma, he must possess that degree of intuition himself, or he must receive it from the great Initiates as the great commandments. Vijnana is the name given to the consciousness necessary for overcoming karma. And now imagine a person living, acting, and dying in the midst of the world. When he has died, however, something of him remains in this world—that which he has woven into it. These are: rupa, vedana, sanjna, samskara, and vijnana. These five things make up his “account”: personal destiny as rupa; the destiny of the people into whom he is born as vedana; the fact that he is born on this earth at all as sanjna. Furthermore, samskara—desire—and vijnana—consciousness—are at work. These are the five skandhas.
[ 24 ] Was man in die Welt hinausgibt, bleibt als die fünf Skandhas in der Welt. Die sind die Grundlage des neuen Daseins. Sie sind stufenweise weniger wirksam, wenn der Mensch eines von den letzten bewußt entwickelt hat. Je mehr er Vijnana bewußt in der Gewalt hat, desto mehr bekommt er es in seine Gewalt, sich bewußt im physischen Leibe zu verkörpern. Die Skandhas sind eigentlich im wesentlichen identisch mit dem Karma.
[ 24 ] What one projects out into the world remains in the world as the five skandhas. These are the foundation of a new existence. Their influence gradually diminishes as a person consciously develops one of the latter ones. The more one consciously masters vijnana, the more one gains the ability to consciously incarnate in the physical body. The skandhas are, in essence, essentially identical to karma.
1. Rupa — Leiblichkeit, Handlungen
2. Vedana - Gefühl
3. Sanjna — Wahrnehmen
4. Samskara — Begehren
5. Vijnana - Bewußtsein, das notwendig ist zur Überwindung des Karma.
1. Rupa — Physicality, Actions
2. Vedana — Feeling
3. Sanjna — Perception
4. Samskara — Desire
5. Vijnana — Consciousness, which is necessary for overcoming karma.
