Basic Elements of Esotericism
GA 93a
18 October 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
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Lecture XX
[ 1 ] Wir haben gestern zunächst die Gebilde in der astralen Welt betrachtet, die unter dem Einfluß des Menschen selbst auftreten. Heute kommen wir zu den Wesen des Astralraumes, die dort mehr oder weniger ständige Bewohner sind.
[ 1 ] Yesterday we began by examining the formations in the astral world that arise under the influence of human beings themselves. Today we turn to the beings of the astral realm who are more or less permanent inhabitants there.
[ 2 ] Um zu verstehen, welchen Anteil der Mensch an den astralen Geschehnissen hat, müssen wir uns die Natur des schlafenden Menschen vor Augen halten. Der Mensch besteht, wie wir wissen, aus vier Gliedern: dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wenn der Mensch schläft, so ist der Astralleib mit dem Ich aus der menschlichen Hülle heraus. Ein solcher Mensch wandelt sozusagen im Astralraume herum. In der Regel entfernt er sich nicht sehr weit von dem physischen und dem Ätherleib, die im Bette liegen bleiben. Die zwei anderen Glieder der menschlichen Wesenheit, der Astralleib und das Ich, sind nun im Astralraum.
[ 2 ] To understand the role that human beings play in astral events, we must consider the nature of the sleeping human being. As we know, the human being consists of four parts: the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I.” When a person sleeps, the astral body, together with the I, leaves the human shell. Such a person wanders, so to speak, through the astral space. As a rule, they do not stray very far from the physical and etheric bodies, which remain in bed. The other two members of the human being—the astral body and the I—are now in the astral space.
[ 3 ] Wenn nun auch der physische Leib und der Ätherleib hier auf dem physischen Plan bleiben, so dürfen wir durchaus nicht glauben, daß deshalb auf den physischen Leib mit dem Ätherleib nur physische Kräfte Einfluß hätten und nur physische Wesen zu ihnen Zutritt hätten. Alles was als Gedanken und Vorstellungen lebt, gewinnt auf den Ätherleib einen Einfluß. Wenn ein Mensch schläft, so ist der Ätherleib hier auf dem physischen Plan. Wenn wir in der Umgebung des schlafenden Menschen etwas denken, so werden wir auf seinen Ätherleib einen Einfluß ausüben; nur würde der Schlafende darüber nichts erfahren. Im Wachen ist der Mensch so mit der Außenwelt beschäftigt, daß er alle Gedanken, die auf den Ätherleib eindringen, zurückdrängt. Aber in der Nacht ist der Ätherleib allein, ohne das Ich, und ist ausgesetzt all den herumschwirrenden Gedanken, ohne daß der schlafende Mensch etwas davon weiß. Auch während des Wachens weiß er nichts davon, weil der Astralleib, der im Ätherleib wohnt, mit der Außenwelt beschäftigt ist. Wenn der Mensch in einem schlafenden Zustande ist, so kann auf ihn eine jede Wesenheit, die die Kraft hat, Gedanken auszusenden, einen Einfluß gewinnen. So können einen Einfluß auf ihn gewinnen höhere Individualitäten, solche die wir Meister nennen. Sie können dem Schlafenden Gedanken in den Ätherleib senden. So kann der Mensch also hohe, reine Gedanken der Meister in den Ätherleib aufnehmen, wenn die Meister sich bewußt damit beschäftigen wollen. Zunächst kommen aber auch nachts die Gedanken in den Ätherleib hinein, die aus der Umwelt hineinschwirren. Die findet der Mensch dann morgens vor, wenn er wieder in den Ätherleib hineinkriecht. Es gibt zweierlei Arten von Träumen. Eine entsteht direkt durch die Erlebnisse in der astralen Welt: durch den Widerhall der Tageserlebnisse und einige Dinge von der astralen Welt. Das Ich erlebt nachts im Astralraum in der Regel nicht viel anderes als Dinge, die an das tägliche Leben anknüpfen. Kehrt es nun zurück, so bringt es die Erfahrungen der Astralwelt in das wache Leben mit oder nicht mit. Es findet aber auch im Ätherleib einen Tatbestand vor. Was da vorgefunden wird, wird auch vom Astralleib aufgenommen und erscheint uns dann auch als Träume. Aber was in der Nacht mit dem Ätherleib geschehen ist, ist eine andere Art von Erlebnissen. So werden also morgens im Ätherleib vorgefunden erstens Gedanken, die aus der Umgebung an ihn herangetreten sind, und zweitens auch die Gedanken, die in bewußter Weise die Meister oder andere Individualitäten in ihn versenkt haben. Dies letztere kann dadurch herbeigeführt werden, daß der Mensch meditiert. Dadurch daß der Mensch sich mit reinen, edlen Ewigkeitsgedanken beschäftigt während des Tages, bringt er in seinen Astralleib Neigungen für diese Gedanken hinein. Würde ein Mensch Neigungen für solche Gedanken nicht haben, dann würde es nutzlos sein, wenn ein Meister sich mit seinem Ätherleib befassen wollte. Wenn man «Licht auf den Weg» liest und darüber meditiert, so präpariert man den Astralleib so, daß wenn der Meister den Ätherleib mit erhabenen Gedanken angefüllt hat, der Astralleib diese Gedanken wirklich antreffen kann. Diese Beziehung nennt man das Verhältnis des Menschen zu seinem höheren Selbst. Der innere wirkliche Vorgang ist ein solcher. Das höhere Selbst des Menschen ist nichts, was in uns lebt, sondern um uns herum. Das höhere Selbst sind die höherentwikkelten Individualitäten. Der Mensch muß sich klar darüber sein, daß das höhere Selbst außer ihm ist. Wenn er es in sich suchte, würde er es nie finden. Er muß es bei denjenigen suchen, die den Weg schon gegangen sind, den wir gehen wollen. In uns ist nichts als unser Karma, das, was wir schon erlebt haben in früheren Inkarnationen. Alles andere ist außer uns. Das höhere Selbst ist um uns herum. Wenn wir uns ihm nähern wollen für die Zukunft, so ist es vor allen Dingen zu suchen bei denjenigen Individualitäten, die nächtlicherweile auf unseren Ätherkörper wirken können. Es ist im Universum; deshalb sagt der Vedantist: «Tat tvam asi» = Das bist du! - Wenn man durch geeignete Schriften, wie « Licht auf den Weg» oder das Johannes-Evangelium, den Astralleib geneigt macht, hohe Ingredienzien aufzunehmen und dann die Meister zu verstehen, so wirkt man damit zugunsten der Entwickelung zum höheren Selbst.
[ 3 ] Even though the physical body and the etheric body remain here on the physical plane, we must by no means believe that, for this reason, only physical forces influence the physical body and the etheric body, and that only physical beings have access to them. Everything that exists as thoughts and ideas exerts an influence on the etheric body. When a person sleeps, the etheric body remains here on the physical plane. If we think something while in the vicinity of a sleeping person, we will exert an influence on their etheric body; only the sleeper would be unaware of it. While awake, a person is so preoccupied with the outside world that they repel all thoughts that penetrate the etheric body. But at night, the etheric body is alone, without the “I,” and is exposed to all the thoughts swirling around it, without the sleeping person being aware of it. Even while awake, they are unaware of this, because the astral body, which dwells within the etheric body, is occupied with the outside world. When a person is in a sleeping state, any being with the power to send out thoughts can exert an influence on them. Thus, higher individualities—those we call Masters—can exert an influence on them. They can send thoughts into the sleeper’s etheric body. Thus, a person can receive the Masters’ lofty, pure thoughts into their etheric body if the Masters consciously choose to do so. However, at night, thoughts from the surrounding environment also enter the etheric body. A person then encounters these in the morning when they slip back into their etheric body. There are two kinds of dreams. One arises directly from experiences in the astral world: through the echo of the day’s experiences and certain elements from the astral world. At night, in the astral realm, the “I” generally experiences little else besides things connected to daily life. When it returns, it may or may not bring the experiences of the astral world back into waking life. However, it also encounters a certain state of affairs within the etheric body. What is found there is also absorbed by the astral body and then appears to us as dreams. But what has happened to the etheric body during the night constitutes a different kind of experience. Thus, in the morning, the etheric body contains, first, thoughts that have approached it from the environment, and second, thoughts that the Masters or other individualities have consciously implanted within it. The latter can be brought about through meditation. By engaging in pure, noble thoughts of eternity during the day, a person instills in their astral body a predisposition toward these thoughts. If a person did not have a predisposition toward such thoughts, it would be futile for a Master to engage with their etheric body. When one reads *Light on the Path* and meditates on it, one prepares the astral body so that when the Master has filled the etheric body with sublime thoughts, the astral body can truly encounter these thoughts. This relationship is called the connection between a person and their higher self. The inner, actual process is as follows. A person’s Higher Self is not something that lives within us, but rather around us. The Higher Self consists of the more highly developed individualities. A person must be clear that the Higher Self is outside of them. If they were to seek it within themselves, they would never find it. They must seek it among those who have already walked the path we wish to follow. Within us there is nothing but our karma—that which we have already experienced in previous incarnations. Everything else is outside of us. The Higher Self is all around us. If we wish to draw closer to it for the future, we must seek it above all in those individualities that can act upon our etheric body at night. It is in the universe; that is why the Vedantist says: “Tat tvam asi” = That is you!—If, through suitable writings such as *Light on the Path* or the Gospel of John, one predisposes the astral body to absorb lofty elements and thereby come to understand the Masters, one thereby works toward development toward the Higher Self.
[ 4 ] Wir finden also in der Nacht im Astralraum die schlafenden Leiber oder die Schüler mit ihren Meistern insofern, als derjenige, welcher ein verbindendes Band mit dem Meister hergestellt hat, durch eine geeignete Meditation die Verbindung hat, die ihn zu dem Meister hinzieht. Das ist der Vorgang, der nächtlicherweile sich abspielen kann. Jeder Mensch kann durch Versenkung in inspirierte Schriften zur Teilnahme an solchem Verkehr kommen und dadurch zur Entwickelung des höheren Selbst. Das was in einigen tausend Jahren unser Selbst sein wird, das ist jetzt unser höheres Selbst. Um aber wirklich Bekanntschaft mit dem höheren Selbst zu machen, müssen wir es da suchen, wo es heute schon ist, bei den höheren Individualitäten. Das ist der Verkehr der Schüler mit den Meistern.
[ 4 ] Thus, at night in the astral realm, we find the sleeping bodies or the students with their masters insofar as the one who has established a bond with the master has, through appropriate meditation, a connection that draws him toward the master. This is the process that can take place at night. Every person can participate in such communion—and thereby develop the higher self—through immersion in inspired writings. What will be our self in a few thousand years is now our higher self. But to truly become acquainted with the higher self, we must seek it where it already exists today: among the higher individualities. This is the communion of disciples with the masters.
[ 5 ] Etwas anderes, was wir auch im Astralraum treffen können, ist der schwarze Magier mit seinen Schülern. Um sich zum schwarzen Magier auszubilden, macht der Schüler eine besondere Schulung durch. Der Unterricht in schwarzer Magie besteht darin, daß der Mensch unter bestimmter Anleitung gewöhnt wird, Tiere zu quälen, zu schneiden, zu töten. Das ist das Abc. Wenn der Mensch mit Bewußtsein Lebendiges quält, hat dies eine bestimmte Folge. Der dadurch verursachte Schmerz übt auf den menschlichen Astralleib eine ganz besondere Wirkung aus, wenn er den Schmerz bewußt verursacht hat. Wenn man bewußt in ein ganz bestimmtes Organ schneidet, so wächst dem Menschen eine Macht zu.
[ 5 ] Another thing we may encounter in the astral plane is the black magician and his disciples. To train as a black magician, the disciple undergoes a special training regimen. The training in black magic consists of accustoming the person, under specific guidance, to torturing, cutting, and killing animals. That is the ABC. When a person consciously tortures a living being, it has a specific consequence. The pain caused in this way has a very special effect on the human astral body, especially if the person has caused the pain consciously. If one consciously cuts into a very specific organ, the person gains a certain power.
[ 6 ] Nun ist es der Grundsatz aller weißen Magie, daß keine Macht errungen werden darf ohne Hingabe. Wenn durch Hingabe eine Macht errungen wird, so fließt sie aus dem allgemeinen Lebensquell des Universums. Wenn wir aber von einem einzelnen, bestimmten Wesen Lebensenergie nehmen, dann stehlen wir ihm die Lebensenergie. Weil sie einem Sonderwesen gehörte, verdichtet und erhöht sie das Sonderdasein in dem Menschen, der sie sich aneignet. Und diese Verdichtung des Sonderdaseins macht ihn geeignet, Schüler derjenigen zu werden, welche mit den guten Meistern in einem Kampfe begriffen sind.
[ 6 ] Now, it is the fundamental principle of all white magic that no power may be attained without devotion. When power is attained through devotion, it flows from the universal wellspring of life. But when we take life energy from a single, specific being, we are stealing that life energy from it. Because it belonged to a particular being, it intensifies and elevates the sense of individuality in the person who appropriates it. And this intensification of individuality makes that person suitable to become a disciple of those who are engaged in a struggle with the good masters.
[ 7 ] Denn unsere Erde ist ein Kampfplatz; sie ist der Schauplatz zweier einander widerstrebender Mächte: rechts und links. Die eine, die weiße Macht, die rechte, strebt danach, die Erde, nachdem sie bei einem bestimmten Grade der materiellen physischen Dichtigkeit angelangt ist, wieder zu vergeistigen. Die andere Macht, die linke oder schwarze, strebt danach, die Erde immer dichter und dichter zu machen, wie den Mond. So könnte unsere Erde nach einiger Zeit der physische Ausdruck für die guten oder der physische Ausdruck für die bösen Mächte sein. Der physische Ausdruck für die guten Mächte wird sie dadurch, daß der Mensch sich mit den zusammenfassenden Geistern verbindet, indem er das Ich in der Gemeinschaft sucht. Die Erde ist dazu berufen, sich physisch immer noch mehr zu differenzieren. Nun ist es möglich, daß die einzelnen Teile eigene Wege gehen, daß jeder Teil sich ein Ich bildet. Das ist der schwarze Pfad. Der weiße Pfad ist der, daß ein Gemeinsames angestrebt wird, daß sich ein allgemeines Ich bildet.
[ 7 ] For our Earth is a battlefield; it is the arena of two opposing forces: right and left. One, the white force, the right, strives to re-spiritualize the Earth once it has reached a certain degree of material, physical density. The other power, the left or black power, strives to make the Earth ever denser and denser, like the Moon. Thus, after some time, our Earth could become the physical expression of the good powers or the physical expression of the evil powers. It becomes the physical expression of the good powers through humanity’s union with the unifying spirits, as people seek the “I” within the community. The Earth is destined to become physically more and more differentiated. Now it is possible for the individual parts to go their own ways, for each part to form its own “I.” This is the black path. The white path is the one in which a commonality is sought, in which a general “I” is formed.
[ 8 ] Würden wir uns immer mehr in uns selbst hineinbohren, uns in unseren eigenen Ich-Organismus vertiefen, immer mehr wollen für uns, dann würden wir schließlich alle auseinanderstreben. Schließen wir uns dagegen zusammen, so daß ein gemeinsamer Geist uns belebt, daß ein Zentrum sich zwischen uns, in unserer Mitte bildet, dann fassen wir uns zusammen, dann vereinigen wir uns. Schwarzer Magier sein heißt, den Geist des Sonderseins immer mehr ausbilden. Gewisse schwarze Adepten sind auch auf dem Wege, gewisse Kräfte der Erde an sich zu bringen. Würde ihre Schülerschaft so stark werden, daß das möglich würde, dann würde die Erde dem Verderben entgegengehen.
[ 8 ] If we were to delve deeper and deeper into ourselves, to immerse ourselves in our own ego-organism, wanting more and more for ourselves, then we would all eventually drift apart. If, on the other hand, we unite so that a common spirit animates us, so that a center forms between us, in our midst, then we pull ourselves together; then we unite. To be a black magician means to cultivate the spirit of separateness more and more. Certain black adepts are also on the path to bringing certain powers of the Earth under their control. If their following were to grow so strong that this became possible, then the Earth would head toward ruin.
[ 9 ] Der Mensch ist berufen, sich nach und nach immer mehr in die Atmosphäre der guten Meister zu bringen. Neben dem Adepten und seinen Schülern findet man also auch noch den schwarzen Magier mit seinen Schülern auf dem Astralplan. Dann findet man dort allerdings auch die Menschen, die vor einiger Zeit gestorben sind, und zwar sind sie dort zu dem Zwecke, daß sie die Beziehungen, die sie zu der Erde gehabt haben, nach und nach abstreifen. Die Begierde nach Genuß muß abgestreift werden. Der Genuß ist ein Vorgang im Astralkörper, aber er kann nicht vom Astralkörper befriedigt werden. Solange man auf dem physischen Plane lebt, kann man die Gier des Astralkörpers durch die Werkzeuge des physischen Körpers befriedigen. Nach dem Tode ist die Sucht nach Genuß auch noch da, aber die Werkzeuge zur Befriedigung sind nicht mehr da. Alles das, was nur durch den physischen Körper befriedigt werden kann, alles das muß abgewöhnt werden. Das geschieht im Kamaloka. Wenn der Mensch sich alle derartigen Begierden abgewöhnt hat, dann ist die Kamalokazeit zu Ende und es kommt die Zeit des Devachan.
[ 9 ] Human beings are called upon to gradually immerse themselves more and more in the atmosphere of the good masters. In addition to the adept and his disciples, one also finds the black magician and his disciples on the astral plane. However, one also finds there people who died some time ago; they are there for the purpose of gradually shedding the ties they had to the Earth. The craving for pleasure must be shed. Pleasure is a process within the astral body, but it cannot be satisfied by the astral body. As long as one lives on the physical plane, one can satisfy the astral body’s cravings through the instruments of the physical body. After death, the craving for pleasure remains, but the instruments for its satisfaction are no longer available. Everything that can be satisfied only through the physical body—all of that must be weaned away. This takes place in Kamaloka. When a person has weaned himself of all such desires, the Kamaloka period comes to an end and the time of Devachan begins.
[ 10 ] Wenn die Kamalokazeit zu Ende geht, dann kann etwas eintreten, was nicht ganz normal ist in der menschlichen Entwickelung. In der normalen menschlichen Entwickelung geschieht folgendes: Der Mensch hat sich abgewöhnt die Begierden, Wünsche, Triebe, Leidenschaften und so weiter. Nun hebt sich aus dem Astralleibe alles dasjenige, was höhere Natur ist, heraus. Dann bleibt als eine Art Schale das zurück, wodurch der Mensch nach sinnlichem Genuß gestrebt hat. Und wenn der Mensch den Kamalokaplan verlassen hat, schwimmen diese astralen Menschenschalen auf dem Astralplane herum. Sie lösen sich nach und nach auf, und wenn der Mensch zurückkommt, dann sind die meisten Schalen ganz aufgelöst. Es ist sehr leicht möglich, daß stark somnambule Naturen, mediumistische Naturen von diesen astralen Schalen gequält werden können. Dies drückt sich auch schon bei schwach mediumistischen Menschen in einer Weise aus, die ihnen einen sehr unangenehmen Eindruck macht. Es kann vorkommen, daß der Mensch selbst in dem Ich eine so starke Neigung hat zu dem Astralkörper, trotzdem er auf der anderen Seite wiederum schon so weit vorgeschritten ist, daß er verhältnismäßig rasch reif wird für das Devachan, so daß mit dieser Schale Teile seines schon entwickelten Manas verbunden bleiben. Nicht so schlimm ist es, wenn der Mensch niedere Begierden entwickelt, solange er noch ein einfacher Mensch ist, aber schlimm ist es, wenn er den hohen Verstand gebraucht, um den niederen Begierden zu frönen. Dann verbindet sich mit den niederen Begierden ein Teil seiner manasischen Natur. Im materialistischen Zeitalter ist das in außerordentlichem Maße der Fall. Bei solchen Menschen bleibt mit der Schale ein Teil des Manas verbunden, und die Schale hat dann automatischen Verstand. Diese Schalen nennt man Schatten. Die mit automatischem Verstand begabten Schatten sind sehr häufig solche, die durch Medien sich äußern. Man kann dadurch der Täuschung ausgesetzt sein, etwas, was bloß Schale von einem Menschen ist, für seine wirkliche Individualität zu halten. Sehr oft ist das, was sich ankündigt nach dem Tode des Menschen, eine solche Schale, die gar nichts mehr mit dem sich fortentwickelnden Ich zu tun hat. Aber mit dem aufgelösten Schatten ist dann noch nicht das Karma ausgelöscht.
[ 10 ] When the Kamaloka period comes to an end, something may occur that is not entirely normal in human development. In normal human development, the following happens: The human being has outgrown desires, wishes, instincts, passions, and so on. Now, everything that constitutes the higher nature is drawn out of the astral body. What remains is a kind of shell—the very thing through which the person sought sensual pleasure. And once the person has left the Kamaloka plane, these astral human shells float around on the astral plane. They gradually dissolve, and by the time the person returns, most of the shells have completely dissolved. It is quite possible that individuals with a strong somnambulistic or mediumistic disposition may be tormented by these astral shells. This manifests itself even in people with only a weak mediumistic tendency in a way that leaves them with a very unpleasant impression. It can happen that a person has such a strong inclination toward the astral body even within the “I,” even though, on the other hand, they have already advanced so far that they are maturing relatively quickly for Devachan, so that parts of their already developed Manas remain connected to this shell. It is not so bad when a person develops base desires while still a simple person, but it is bad when they use their higher intellect to indulge those base desires. Then a part of their manasic nature becomes bound up with the base desires. In the materialistic age, this is the case to an extraordinary degree. In such people, a part of the Manas remains connected to the shell, and the shell then possesses an automatic mind. These shells are called shadows. The shadows endowed with an automatic mind are very often those that manifest through mediums. One may thus be deceived into mistaking what is merely a person’s shell for their true individuality. Very often, what makes itself known after a person’s death is such a shell, which no longer has anything to do with the evolving “I.” But the karma is not yet extinguished with the dissolution of the shadow.
[ 11 ] Die Ursache eines jeden Gegenbildes, das wir im Astralraume bewirkt haben, nehmen wir mit. Unsere Werke folgen uns nach. Wie ein Namenszug in einem Petschaft eingegraben ist, so ist das, was wir im Astralraume einprägen. Es bleibt im Astralraume wie ein Siegelabdruck und richtet dort seine Verheerungen an. Was dem Petschaft entspricht, das nehmen wir mit. Was aber in dem Astralraume zurückbleibt, das braucht auch nicht von uns verachtet zu werden. Man denke sich, irgend jemand würde sich in diesem Leben über eine scharf ausgesprochene Entwickelungsstufe hinausentwickeln, eine Stufe, der er eine Zeitlang angehört hat. Er hätte auf der früheren Entwickelungsstufe Meinungen gehabt, die seinen späteren Meinungen widersprechen. Wenn er dann ins Devachan aufsteigt, bleiben die alten Meinungen in der Schale zurück, mit denen der Mensch sich nicht harmonisch auseinandergesetzt hat. Setzt sich nun ein Medium mit dieser Schale in Verbindung, so kann es in derselben Widersprüche mit dem späteren Leben finden. Das ist wohl der Fall gewesen, als man versucht hat, sich mit Helena Petrowna Blavatsky auf dem Astralplane in Verbindung zu setzen. Sie hatte früher auf dem Standpunkt gestanden, daß es mit der Reinkarnation nichts sei. Das betreffende Medium hat nun der Schale, die Blavatsky zurückgelassen hat, diese Ansicht entnommen, die sie jedoch in ihrer späteren Lehre einen Irrtum nannte.
[ 11 ] We carry with us the cause of every counter-image we have created in the astral realm. Our deeds follow us. Just as a signature is engraved in a seal, so too is what we imprint in the astral realm. It remains in the astral realm like a seal impression and wreaks havoc there. We take with us what corresponds to the seal. But what remains behind in the astral realm need not be despised by us. Imagine, for example, that someone in this life were to evolve beyond a clearly defined stage of development—a stage to which they had belonged for a time. At that earlier stage of development, they would have held views that contradict their later views. When they then ascend to Devachan, the old views—those with which the person has not come to terms harmoniously—remain behind in the shell. If a medium then connects with this shell, they may find contradictions within it that relate to the person’s later life. This was likely the case when an attempt was made to contact Helena Petrovna Blavatsky on the astral plane. She had previously held the view that reincarnation was a fallacy. The medium in question then gleaned this view from the shell that Blavatsky had left behind, a view which she herself, however, later referred to as an error in her teachings.
[ 12 ] Einer Unsumme von Irrtümern kann derjenige ausgesetzt sein, der den Astralraum betritt. Außer allem anderen ist auf dem Astralplan ein Abdruck der Akasha-Chronik. Wenn jemand die Fähigkeit hat, auf dem Astralplane in der Akasha-Chronik zu lesen, die sich dort in ihren einzelnen Teilen spiegelt, so wird er seine früheren Inkarnationen sehen können. Die Akasha-Chronik ist nicht mit Buchstaben gedruckt, sondern man liest da ab, was sich wirklich vollzogen hat. Ein Akasha-Bild gibt auch noch nach eintausendfünfhundert Jahren den Eindruck der früheren Persönlichkeit. Also sind auf dem Astralplane auch alle Akasha-Bilder aus früheren Zeiten zu finden. So kann man also dem Irrtum unterliegen, mit Dante zu reden, während in der Tat Dante heute wieder als lebende Persönlichkeit da sein könnte. Es ist auch möglich, daß das Akasha-Bild vernünftige Antworten gibt, daß es über sich selbst noch hinausgeht. So kann man von Dantes Akasha-Bild wirklich Verse bekommen, die aber nicht von der fortgeschrittenen Individualität herrühren, sondern die als in Fortsetzung der damaligen Dante-Persönlichkeit hervorgebrachte Verse anzusehen sind. Das Akasha-Bild ist tatsächlich etwas Belebtes, kein steifer Automat.
[ 12 ] Anyone who enters the astral plane may be exposed to a multitude of errors. Among other things, the astral plane contains an imprint of the Akashic Records. If someone has the ability to read the Akashic Records on the astral plane—which are reflected there in their individual parts—they will be able to see their past incarnations. The Akashic Records are not printed with letters; rather, one reads from them what actually took place. Even after one thousand five hundred years, an Akashic image still conveys the impression of the former personality. Thus, all Akashic images from earlier times can also be found on the astral plane. One might therefore fall into the error of thinking one is speaking with Dante, whereas in fact Dante could be present again today as a living personality. It is also possible that the Akashic image provides sensible answers, that it transcends itself. Thus, one can truly receive verses from Dante’s Akashic image; however, these do not originate from the advanced individuality but should be regarded as verses produced as a continuation of the Dante personality of that time. The Akashic image is, in fact, a living entity, not a rigid automaton.
[ 13 ] Damit man sich auf dem Astralplan auskennen kann, ist eine starke, eindringliche Schulung erforderlich, weil dort immer Täuschungen möglich sind. Und besonders notwendig ist es, daß man lernt, sich möglichst lange jeglichen Urteils zu enthalten.
[ 13 ] In order to navigate the astral plane, rigorous and intensive training is required, because deceptions are always possible there. And it is especially important to learn to refrain from making any judgments for as long as possible.
[ 14 ] Wir wollen nun den Vorgang des Sterbens ins Auge fassen, um die Technik der Reinkarnation zu verstehen. Der Moment des Sterbens besteht darin, daß der Ätherkörper und der physische Körper zunächst voneinandergerissen werden. Das ist der Unterschied zwischen dem Einschlafenden und dem Sterbenden, daß bei dem Einschlafenden der Ätherkörper mit dem physischen Körper verbunden bleibt. Im Ätherkörper sind eingeprägt alle Gedanken und Erlebnisse des Menschen. Die sind in ihm eingegraben. Der Mensch würde sich viel mehr an seine Erlebnisse gedächtnismäßig erinnern können, wenn nicht die Außenwelt fortwährend seine Erlebnisse auslöschte. Der Mensch hat seine Vorstellungen nur nicht immer vor sich, weil er seine Aufmerksamkeit nach außen richtet. Wo er aufhört, das zu tun, nimmt er wahr, was in seinem Ätherkörper aufgespeichert ist. Alles was der Mensch von der Außenwelt aufgenommen hat, das ist in seinem Ätherleib eingegraben. Er richtet zunächst seine Aufmerksamkeit nach außen und nimmt die Eindrücke in seinen Ätherleib auf. Das vergißt er aber zum Teil wieder. Wenn nun im Tode der physische Leib abgelegt wird, nimmt er in dem Augenblicke alles das wahr, was in seinem Ätherleib aufgespeichert ist. Das ist der Fall, nachdem sein Ich mit dem Astralleib und dem Ätherleib sich vom physischen Leib getrennt hat. Gleich nach dem Tode also ist Gelegenheit geboten zur vollkommenen Erinnerung an das vergangene Leben.
[ 14 ] Let us now consider the process of dying in order to understand the mechanism of reincarnation. The moment of death consists in the etheric body and the physical body being torn apart from one another. This is the difference between someone falling asleep and someone dying: in the case of the person falling asleep, the etheric body remains connected to the physical body. All of a person’s thoughts and experiences are imprinted in the etheric body. They are engraved within it. A person would be able to recall their experiences much more vividly if the external world did not constantly erase them. It is simply that a person does not always have these impressions before them because they direct their attention outward. When they cease to do so, they perceive what is stored in their etheric body. Everything a person has taken in from the external world is engraved in their etheric body. They first direct their attention outward and take in the impressions into their etheric body. However, they forget some of this again. When, at the moment of death, the physical body is shed, they perceive at that instant everything that is stored in their etheric body. This occurs after their “I,” together with the astral body and the etheric body, has separated from the physical body. Thus, immediately after death, the opportunity arises for a complete recollection of the past life.
[ 15 ] Nun müssen wir noch einen ähnlichen Moment zu verstehen suchen, nämlich den Moment der Geburt, wo der Mensch in eine neue Inkarnation hineinkommt. Da tritt etwas anderes ein. Da bringt er alles dasjenige mit, was er auf dem Devachanplan sich erarbeitet hat. Wie Glocken schwirren die sich verkörpernwollenden Astralleiber an den Lebensäther heran und bilden nun einen neuen Ätherleib. Wenn nun der Mensch mit seinem zukünftigen Ätherleib sich verbindet, dann tritt ein Moment der Schau ein, geradeso wie er vorher beim Tode auf sein vergangenes Leben zurückschaute. Das drückt sich aber nun ganz anders aus, nämlich als ein Vorausschauen in die Zukunft, ein Vorauswissen. Bei etwas psychisch veranlagten Kindern kann man manchmal in der frühesten Zeit solche Erzählungen hören, solange noch nicht die materialistische Kultur auf die Kinder gewirkt hat. Ein Vorausschauen des Daseins ist das.
[ 15 ] Now we must seek to understand another similar moment, namely the moment of birth, when a human being enters a new incarnation. At that point, something else comes into play. They bring with them everything they have earned on the Devachan plane. Like bells, the astral bodies seeking incarnation ring out as they approach the life ether and now form a new etheric body. When a human being connects with their future etheric body, a moment of vision occurs, just as they previously looked back on their past life at the moment of death. But this now expresses itself quite differently—namely, as a looking ahead into the future, a foreknowledge. In some psychically gifted children, one can sometimes hear such stories in their earliest years, before materialistic culture has had an effect on them. This is a foreknowledge of existence.
[ 16 ] Das sind zwei wichtige, wesentliche Momente, denn sie zeigen uns, was der Mensch, wenn er herunterkommt, um sich zu inkarnieren, mit sich bringt. Wenn er gestorben ist, ist das Wesentliche eine Erinnerung. Wenn er sich reinkarniert, ist das Wesentliche eine Zukunftsvision. Diese beiden verhalten sich zueinander wie Ursache und Wirkung. Alles was der Mensch im letzten Moment des Todes erlebt, ist die Zusammenfassung aller vorhergehenden Leben. Diese werden im Devachan aus einer Vergangenheitssache in eine Zukunftssache umgearbeitet. Diese beiden Momente können einen wichtigen Fingerzeig geben für ganz bestimmte Zusammenhänge in zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Inkarnationen.
[ 16 ] These are two important, essential moments, for they show us what a person brings with them when they descend to incarnate. When they have died, the essential element is a memory. When they reincarnate, the essential element is a vision of the future. These two relate to one another as cause and effect. Everything a person experiences in the final moment of death is the summary of all previous lives. In Devachan, these are transformed from a matter of the past into a matter of the future. These two moments can provide an important clue to very specific connections across two or more successive incarnations.
