Cosmogony
GA 94
11 June 1906, Paris
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Cosmogony, tr. SOL
Fünfzehnter Vortrag
Lecture Fifteen
[ 1 ] Versucht man eine Vorstellung von der planetarischen Entwickelung zu geben, so muß man nicht zu Abstraktionen, sondern zu Bildern seine Zuflucht nehmen. Denn dem Bild eignet eine belebende, schöpferische Kraft, die dem bloßen Begriff nicht innewohnt. Was in der einen Welt symbolisch erscheint, entspricht einer Wirklichkeit in einer höheren Welt.
[ 1 ] When attempting to convey an idea of planetary evolution, one must resort not to abstractions but to images. For images possess a vitalizing, creative power that is not inherent in mere concepts. What appears symbolically in one world corresponds to a reality in a higher world.
[ 2 ] Wir wissen, daß unsere Erde, bevor sie zu ihrem gegenwärtigen Zustand gelangte, eine Phase durchschritten hat, die man mondartig oder einfach Mond nennt. Aber dieser alte Mond, der unserer Erde vorhergehende Zustand, bezieht sich auf etwas ganz anderes als auf unseren gegenwärtigen Satelliten oder auf irgendeinen anderen Planeten, den die Astronomie jemals entdecken könnte. Die Himmelskörper, die der Mensch heute sieht, sind diejenigen, die sich mineralisiert haben. Unser Auge kann nur die Gegenstände sehen, die mineralische Substanz enthalten und das Licht reflektieren, das heißt, die einen physischen Körper besitzen. Wenn der Okkultist vom Mineralreich spricht, so spricht er nicht von Steinen, sondern von der Sphäre, in der sich heute das menschliche Bewußtsein entwickelt. Viele Gelehrte betrachten ein Lebewesen als eine einfache Maschine und verwerfen den Gedanken an eine Lebenskraft. Diese Denkart kommt daher, daß unser Organismus das Leben nicht direkt wahrnehmen kann. Dagegen sagt der Okkultist, daß der Mensch heute in der mineralischen Welt lebt.
[ 2 ] We know that before our Earth reached its present state, it went through a phase known as “lunar” or simply “the Moon.” But this ancient Moon—the state that preceded our Earth—refers to something entirely different from our present-day satellite or any other planet that astronomy might ever discover. The celestial bodies that humans see today are those that have become mineralized. Our eyes can see only objects that contain mineral substance and reflect light—that is, those that possess a physical body. When the occultist speaks of the mineral kingdom, he is not referring to stones, but to the sphere in which human consciousness develops today. Many scholars regard a living being as a simple machine and reject the idea of a life force. This way of thinking stems from the fact that our organism cannot perceive life directly. In contrast, the occultist states that human beings today live in the mineral world.
[ 3 ] Betrachten wir das Auge. Das ist ein komplizierter physischer Apparat, eine Art Dunkelkammer, die als Fenster die Pupille hat und als Lupe die Linse. Der ganze Körper ist aus einer Summe physischer Apparate geformt, die ebenso delikat wie kompliziert sind. Das Ohr ist wie ein Spinett mit einer Klaviatur, und die Fibern stehen anstelle der Saiten. Und entsprechend verhält es sich bei jedem Sinnesorgan.
[ 3 ] Let us consider the eye. It is a complex physical apparatus, a kind of darkroom with the pupil as its window and the lens as its magnifying glass. The entire body is composed of a collection of physical apparatuses that are as delicate as they are complex. The ear is like a spinet with a keyboard, and the fibers serve as the strings. And the same is true of every sense organ.
[ 4 ] Das Bewußtsein des modernen Menschen ist nur wach in bezug auf seinen physischen oder mineralischen Leib. Aber ist es erst einmal auf dieser Daseinsebene erwacht, so muß es nichtsdestoweniger nach und nach auch in den anderen Bezirken des Menschenwesens erscheinen: in demjenigen, der durch die Lebenskräfte bestimmt wird — die pflanzliche Natur des Menschen -, in demjenigen, der hauptsächlich bestimmt wird durch die Kräfte der Empfindungsfähigkeit — die animalische Natur des Menschen - und schließlich in der eigentlichen menschlichen Natur.
[ 4 ] The consciousness of modern human beings is awake only in relation to their physical or mineral body. But once it has awakened on this level of existence, it must nevertheless gradually manifest itself in the other realms of the human being as well: in the realm determined by the life forces—the plant nature of the human being—in the realm determined primarily by the powers of sensation—the animal nature of the human being—and finally in the truly human nature.
[ 5 ] Gegenwärtig kennt der Mensch nur das, was mineralischer Natur im Universum ist. Den Instinkt und das Empfindungsleben beim Tier, die Wachstumskraft bei der Pflanze kennt er nicht nach den ihnen innewohnenden eigenen Gesetzen, sondern nur nach ihrer physischen Erscheinung. Man stelle sich vor, eine Pflanze existiere nur in ihrer übersinnlichen Substanz, verlöre also ihre mineralische Substanz, so wäre sie für uns unsichtbar.
[ 5 ] At present, human beings are aware only of what is of a mineral nature in the universe. They do not understand the instincts and emotional life of animals, or the growth force of plants, according to the laws inherent in them, but only according to their physical appearance. Imagine if a plant existed only in its supersensible substance—that is, if it lost its mineral substance—it would be invisible to us.
[ 6 ] Aber wenn der Mensch auch nur das Mineral kennt, so hat er dieses wenigstens in seiner Gewalt. Er bearbeitet, modelliert, schmilzt, berechnet es. Er gestaltet aufs neue das Antlitz der Erde. Noch ist er nur fähig, dieses Antlitz mit Hilfe mechanischer Mittel zu bearbeiten. Gehen wir in vorgeschichtliche Zeiten zurück, wo noch keine menschliche Hand die Erde angetastet hatte, da finden wir sie, wie sie aus der Hand der Götter hervorging. Aber seitdem der Mensch vom Mineralreich Besitz ergriffen hat, verändert sich die Erde, und man kann den Zeitpunkt voraussehen, wo ihr Antlitz ganz und gar von der menschlichen Hand geprägt sein wird und nicht mehr von der Hand der Götter.
[ 6 ] But even if humans know only minerals, they at least have them under their control. They work with them, shape them, melt them, and calculate their properties. They reshape the face of the Earth. Yet they are still only capable of shaping this face with the aid of mechanical means. If we go back to prehistoric times, when no human hand had yet touched the Earth, we find it as it emerged from the hands of the gods. But ever since humans have taken possession of the mineral kingdom, the Earth has been changing, and we can foresee the time when its face will be entirely shaped by the human hand and no longer by the hand of the gods.
[ 7 ] Eine bestimmte Form war von Anfang an jedem Ding durch die Götter vorgeschrieben. Für das Mineral ist dieses Vermögen der Formgestaltung von den Göttern auf die Menschen übergegangen. In den alten Überlieferungen hat man gelehrt, daß der Mensch diese Arbeit an der Umgestaltung der Erde vollbringen solle mit dem dreifachen Ziel, Weisheit, Schönheit und Tugend zu verwirklichen. Auf dieser dreifachen Basis soll der Mensch aus der Erde einen Tempel errichten. Dann werden die Wesen, die im Laufe der Entwickelung später erschienen sind als der Mensch, das Menschenwerk betrachten, wie wir das aus der Hand der Götter hervorgegangene Mineralreich betrachten. Die Kathedralen, die Maschinen - sie sind nicht umsonst geschaffen. Der Kristall, den wir heute aus der Erde hervorholen - ihn haben die Götter geformt, wie wir unsere Monumente errichten und unsere Maschinen konstruieren. Ebenso wie sie in der Vergangenheit aus einer chaotischen Masse die mineralische Welt geschaffen haben, ebenso sind unsere Kathedralen, unsere Erfindungen, ja unsere Einrichtungen überhaupt Samenkörner, aus denen eine künftige Welt hervorgehen wird.
[ 7 ] From the very beginning, the gods prescribed a specific form for every thing. In the case of minerals, this ability to shape form was transferred by the gods to human beings. Ancient traditions taught that humankind was to carry out this work of transforming the earth with the threefold goal of realizing wisdom, beauty, and virtue. On this threefold basis, humankind is to erect a temple from the earth. Then the beings who appeared later in the course of evolution—after humankind—will regard the work of humankind just as we regard the mineral kingdom, which emerged from the hand of the gods. The cathedrals, the machines—they were not created in vain. The crystal we extract from the earth today—the gods shaped it just as we erect our monuments and construct our machines. Just as they created the mineral world from a chaotic mass in the past, so too are our cathedrals, our inventions, indeed our institutions in general, seeds from which a future world will emerge.
[ 8 ] Nach der Verwandlung der mineralischen Welt lernt der Mensch diejenige der Pflanzen zu verwandeln. Das ist ein höherer Grad des Könnens. Ebenso wie der Mensch heute Gebäude erbaut, wird der Mensch Pflanzen erschaffen und formen können, indem er an der Pflanzensubstanz arbeitet. Ja, in der Folgezeit wird der Mensch noch höher steigen, indem er nicht nur lebende, sondern sogar bewußte Wesen bilden wird, und er wird sein Vermögen auf das Tierreich ausdehnen. Wenn der Mensch imstande sein wird, sich selbst durch seinen bewußten Willen neu zu erschaffen, wird er auf einer höheren Stufe das verwirklichen, was er heute in der mineralischen Sinneswelt vollbringt.
[ 8 ] After transforming the mineral world, humankind will learn to transform the plant world. This represents a higher level of skill. Just as humankind builds structures today, humankind will be able to create and shape plants by working on plant matter. Indeed, in the time to come, humankind will rise even higher by forming not only living beings but even conscious beings, and will extend this ability to the animal kingdom. When humankind is able to recreate itself through its conscious will, it will realize on a higher level what it accomplishes today in the mineral sensory world.
[ 9 ] Der Keim zu dieser Reproduktion seiner selbst, befreit von aller Sinnlichkeit, ist das Wort. Das erste Bewußtsein ist dem Menschen mit dem ersten Atemzug zuteil geworden. Das Bewußtsein wird seine Vollendung erreichen, wenn er imstande sein wird, in sein Wort dieselbe schöpferische Kraft einfließen zu lassen, mit der heute sein Gedankenleben begabt ist. Gegenwärtig vertraut er nur seine Worte der Luft an. Wenn er sich zu einem höheren schöpferischen Bewußtsein erhoben hat, wird er der Luft Bilder mitteilen können. Das Wort wird dann in vollem Sinne eine lebendige Imagination sein. Indem er diesen Bildern Körperhaftigkeit verleiht, wird er das Wort zum körperhaften Träger des Bildes machen. Wenn wir nicht mehr einfach unsere Gedanken in den Gegenständen verkörpern, wie zum Beispiel in der Fabrikation einer Uhr, werden wir den Bildern körperhafte Substanz verleihen. Die Uhr zum Beispiel wird lebendig sein wie eine Pflanze.
[ 9 ] The seed of this reproduction of himself, freed from all sensuality, is the Word. The first consciousness was bestowed upon humankind with the first breath. Consciousness will reach its fulfillment when he is able to infuse his word with the same creative power with which his life of thought is endowed today. At present, he entrusts his words only to the air. When he has risen to a higher creative consciousness, he will be able to communicate images to the air. The word will then be, in the fullest sense, a living imagination. By endowing these images with physicality, he will make the word the physical vehicle of the image. When we no longer simply embody our thoughts in objects—as, for example, in the manufacture of a watch—we will endow the images with physical substance. The watch, for example, will be alive like a plant.
[ 10 ] Und wenn der Mensch verstehen wird, das Leben auf das Höchste, was in ihm ist, zu übertragen, werden diese Bilder ein eigenes, wirkliches Leben erlangen, vergleichbar der tierischen Existenz. Dann wird der Mensch letzten Endes sich selbst reproduzieren können. Am Ende der Umwandlung der Erde wird die ganze Atmosphäre widerhallen von der Kraft des Wortes. So muß der Mensch sich entwickeln, bis er fähig geworden ist, seine Umgebung nach dem Bild seines inneren Wesens zu modellieren. Der Eingeweihte geht ihm nur auf diesem Wege voran. Es ist einleuchtend, daß die Erde selbst heute noch nicht solche menschlichen Leiber hervorbringen kann, wie sie esam Ende ihrer Entwickelung können wird. Zu diesem Zeitpunkt werden die Körper so weit sein, daß sie als Ausdruck dessen gelten können, was man den Logos nennt. Der große Missionar, der allein in einem menschlichen Leib, gleich dem unsrigen, diese Macht des Logos, dieses «Das Wort ward Fleisch» offenbart hat, das ist der Christus. Er erscheint in der Mitte unserer Evolution, um uns ihr Ziel aufzuzeigen.
[ 10 ] And when human beings come to understand how to project life onto the highest aspect within themselves, these images will acquire a life of their own, comparable to animal existence. Then, ultimately, human beings will be able to reproduce themselves. At the end of the Earth’s transformation, the entire atmosphere will resound with the power of the Word. Thus must humanity develop until it has become capable of shaping its environment in the image of its inner being. The initiate merely precedes humanity on this path. It is evident that even today the Earth cannot yet produce such human bodies as it will be able to at the end of its evolution. At that point, the bodies will be so advanced that they can be regarded as an expression of what is called the Logos. The great missionary who alone, in a human body like our own, revealed this power of the Logos—this “The Word became flesh”—is the Christ. He appears in the midst of our evolution to show us its goal.
[ 11 ] Fragen wir uns nun: Unter welcher Form lebte der menschliche Geist, bevor er mittels der Atmung in uns Einzug hielt? - Die Erde ist die Wiederverkörperung eines vorhergehenden Planeten, den man im Okkultismus den Mond nennt. Auf diesem Mond gab es noch kein reines Mineral. Er bestand noch aus einer holzähnlichen Substanz, einem Mittelding zwischen Mineral und Pflanze. Seine Oberfläche hatte nicht die Härte des Minerals, höchstens könnte man sie mit dem Torf vergleichen. Es wuchsen auf dieser Weltkugel halb pflanzenhafte, halb molluskenhafte Wesen, und ein drittes Reich bewohnte sie, ein Zwischenreich zwischen dem Menschen und den gegenwärtigen Tieren. Dies waren gerade diejenigen Wesen, die mit einem traumhaften imaginativen Bewußtsein begabt waren. Man kann sich die Materie, aus der sie zusammengesetzt waren, vorstellen, wenn man sie vergleicht mit derjenigen, die heute die Nervenmasse der Krebse oder die Nerven überhaupt darstellt. In der Tat ist es die Verdichtung dieser Materie, aus der die gegenwärtige Gehirnmasse hervorgegangen ist. Aber während sie damals, auf dem Monde, in einem gallertartigen Zustand leben konnte, muß sie nun auf der Erde von einer schützenden Beinhülle umgeben sein: dem Panzer der Krustentiere oder der Schädelkapsel. So sind alle Substanzen, aus denen wir zusammengesetzt sind, aus dem Makrokosmos hervorgegangen. Und diese universelle Vorbereitung war notwendig, damit das Ich sich in den Menschen hineinsenken konnte.
[ 11 ] Let us now ask ourselves: In what form did the human spirit exist before it entered us through respiration? — The Earth is the reincarnation of a previous planet, which in occultism is called the Moon. On this Moon, there were no pure minerals yet. It still consisted of a wood-like substance, a hybrid between a mineral and a plant. Its surface did not have the hardness of a mineral; at most, it could be compared to peat. Half-plant-like, half-mollusk-like beings grew on this globe, and a third kingdom inhabited it—an intermediate kingdom between humans and present-day animals. These were precisely the beings endowed with a dreamlike, imaginative consciousness. One can imagine the matter of which they were composed by comparing it to that which today constitutes the nervous tissue of crustaceans—or nerves in general. In fact, it is the condensation of this matter from which the present-day brain tissue has emerged. But whereas it could exist in a gelatinous state back then, on the Moon, it must now, on Earth, be enclosed within a protective bony shell: the shell of crustaceans or the cranial cavity. Thus, all the substances of which we are composed have emerged from the macrocosm. And this universal preparation was necessary so that the “I” could descend into human beings.
[ 12 ] Aber wir haben gesehen, daß der Mensch erst imstande war, den Keim seines Ich auf der Erde zu empfangen, als er die ihn umgebende Luft atmen konnte. Was atmete er nun auf dem Monde?
[ 12 ] But we have seen that human beings were not able to receive the seed of their “I” on Earth until they could breathe the air surrounding them. What, then, did they breathe on the Moon?
[ 13 ] Je weiter wir in der Entwickelung zurückgehen, desto mehr erhöht sich die Temperatur. Auf der Atlantis war alles in heiße Dämpfe gehüllt. In diesen alten Zuständen wird die Luft erst heiß, dann feurig: das Feuer nimmt die Stelle der Luft ein. Die Lemurier haben noch Feuer geatmet. Darum heißt es in den okkulten Schriften, daß die Menschen zuerst durch die Feuergeister belehrt worden seien. Als der physische Mensch auf der Erde Fuß faßte, wurde die Luft sein Lebenselement. Aber der Mensch verdirbt diese Luft, indem er sie in Kohlensäure verwandelt, und so drückt der Atmungsprozeß die Verdichtung unseres Erdballs noch um einen Grad herunter. Die Tätigkeit der Pflanzen stellt das Gleichgewicht her. Immerhin bewirkt der physische Leib, der es nötig hat, sich den Sauerstoff der Luft anzueignen, daß die Kohlensäure auf der Oberfläche der Erde sich vermehrt und infolgedessen die menschlichen Körper blutarm werden. Eine Zeit wird kommen, wo der physische Körper verschwunden sein wird und Mensch und Erde astraler Natur sein werden. Denn die physische Natur zerstört sich durch ihre eigenen Kräfte. Bevor sich aber diese Umwandlung vollendet, wird sich eine kosmische Nacht dazwischenfügen, ähnlich derjenigen, welche den Übergang vom alten Mond zu unserer gegenwärtigen Erde darstellte.
[ 13 ] The further back we go in evolution, the higher the temperature becomes. On Atlantis, everything was shrouded in hot vapors. In these ancient conditions, the air first becomes hot, then fiery: fire takes the place of air. The Lemurians still breathed fire. That is why the occult writings state that humans were first instructed by the fire spirits. When physical man took root on Earth, air became his life element. But man spoils this air by transforming it into carbon dioxide, and thus the process of respiration lowers the density of our globe by yet another degree. The activity of plants restores the balance. After all, the physical body—which needs to absorb oxygen from the air—causes carbon dioxide to accumulate on the Earth’s surface, and as a result, human bodies become anemic. A time will come when the physical body will have disappeared, and both humanity and the Earth will be of an astral nature. For physical nature destroys itself through its own forces. But before this transformation is complete, a cosmic night will intervene, similar to the one that marked the transition from the ancient Moon to our present Earth.
[ 14 ] Die Atmosphäre des Mondes enthielt Stickstoff, wie heutzutage die irdische Atmosphäre Sauerstoff enthält, und das Vorwalten des Stickstoffs ist es, was das Ende der Mondperiode und den Anfang der kosmischen Nacht bewirkt hat. Was auf der Erde an die letzten Existenzbedingungen des Mondes erinnert, das sind die Stickstoffverbindungen. Daraus erwächst auf der Erde eine destruktive Wirkung, denn diese Stickstoffverbindungen sind hier nicht an ihrem Platze. Es sind schädliche Rückstände aus den Lebensbedingungen eines anderen Weltalters. Die Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff hatte auf dem Mond ungefähr die gleiche Wirkung wie auf der Erde diejenige von Kohlenstoff und Sauerstoff (siehe Hinweis).
[ 14 ] The Moon’s atmosphere contained nitrogen, just as Earth’s atmosphere today contains oxygen, and it was the predominance of nitrogen that brought about the end of the Lunar Period and the beginning of the Cosmic Night. On Earth, nitrogen compounds serve as a reminder of the Moon’s final conditions of existence. This gives rise to a destructive effect on Earth, for these nitrogen compounds do not belong here. They are harmful residues from the conditions of life in another world age. The compound of carbon and nitrogen had approximately the same effect on the Moon as that of carbon and oxygen has on Earth (see note).
[ 15 ] Der Tiermensch, der auf dem Monde lebte, ist also der Vorfahre des physischen Erdenmenschen, wie die Feuergeister dieser Mondepoche die Erzeuger des gegenwärtigen Menschengeistes sind. Was sich auf dem Mond im Feuer inkarnierte, das inkarniert sich auf der Erde in der Luft.
[ 15 ] The animal-man who lived on the Moon is thus the ancestor of the physical human being on Earth, just as the fire spirits of that lunar epoch are the progenitors of the present human spirit. That which incarnated in fire on the Moon incarnates in air on Earth.
[ 16 ] Aber wo finden wir beim gegenwärtigen Menschen eine Erinnerung an die Tätigkeit dieser Feuergeister? -— Auf dem Mond hatten die Lebewesen kein warmes Blut. Was hat die Blutwärme und im Verfolg das Aufleben der Leidenschaften verursacht? Das Feuer ist es, das die Wesen auf dem Monde eingeatmet haben und das nun auf der Erde in ihrem Blute wieder Leben gewinnt. Und der Geist der Luft umgibt heute mit einem leichten Sinneskleid diesen Körper, der das Erbe des Mondzustandes bewahrt: die Blutwärme, das Gehirn, das Rückenmark, die Nerven.
[ 16 ] But where do we find, in modern humans, any remnant of the activity of these fire spirits? — On the Moon, living beings did not have warm blood. What caused the warmth of the blood and, consequently, the awakening of the passions? It is the fire that the beings on the Moon inhaled and that now regains life in their blood here on Earth. And today, the spirit of the air surrounds this body—which preserves the legacy of the lunar state—with a light garment of the senses: the warmth of the blood, the brain, the spinal cord, and the nerves.
[ 17 ] Diese Beispiele zeigen uns, daß man sehr sorgfältig die Verwandlung der Substanzen studieren muß, um eine Umwandlung zu begreifen, wie sie sich vollzog im Laufe der Entwickelungsphasen, die der Erde vorangingen. Würden wir weiter zurückgehen, so würden wir sehen, daß unser Planet in vorhergehenden Zuständen einen rein gasförmigen Körper hatte, und, noch weiter zurück, einen Körper von reiner Klangstofflichkeit. Von diesem Klang, der das Weltenwort selber ist, nimmt die menschliche Entwickelung ihren Ausgang, um in der Folgezeit zum Licht, zum Feuer, zur Luft fortzuschreiten. Erst im vierten Zustand wird der menschliche Geist bewußt. Von diesem Zeitpunkt an kommt ihm die Orientierung, die ihm vormals durch das Wort gegeben worden war, aus seinem Inneren, und sein Bewußtsein wird sein eigener Führer. Sein ureigentliches Wesen realisiert sich im Ich. Die Bewußtwerdung des Ich, das bedeutet die Verwirklichung des Christus-Prinzips im Menschen.
[ 17 ] These examples show us that we must study the transformation of substances very carefully in order to understand a transformation such as the one that took place during the evolutionary phases that preceded the Earth. If we were to go back even further, we would see that in earlier states our planet had a body consisting purely of gas, and, going back even further, a body of pure sound substance. Human evolution takes its starting point from this sound—which is the World Word itself—and subsequently progresses toward light, fire, and air. It is not until the fourth state that the human spirit becomes conscious. From this point on, the guidance that had previously been given to it through the Word comes from within, and its consciousness becomes its own guide. Its very essence is realized in the “I.” The awakening of the “I” signifies the realization of the Christ principle in the human being.
[ 18 ] Würden wir zurückgehen bis zur ersten elementaren Form, so würden wir vom Wort, vom flutenden Ton aufgenommen werden. Mit der zweiten Elementarstufe würden wir hinüberwechseln zum flutenden Licht. Die dritte Elementarstufe würde uns mit Wärme durchdringen. Endlich würden wir auf der vierten Elementarstufe, in der irdischen Atmosphäre, das Selbstbewußtsein erscheinen sehen, das dem Menschen erlaubt, Ich zu sich zu sagen. (Siehe die schematische Darstellung auf S. 104.)
[ 18 ] If we were to go back to the first elemental form, we would be enveloped by the word, by the flowing sound. With the second elemental stage, we would transition to the flowing light. The third elemental stage would permeate us with warmth. Finally, at the fourth elemental stage—in the Earth’s atmosphere—we would see the emergence of self-consciousness, which allows a human being to say “I” to himself. (See the schematic diagram on p. 104.)

