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The Rudolf Steiner Archive

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Cosmogony
GA 94

14 June 1906, Paris

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Achtzehnter Vortrag

Lecture Eighteen

[ 1 ] Wir haben im Laufe dieser Vorträge zu wiederholten Malen gesagt, daß das Christentum den entscheidenden Mittelpunkt der menschlichen Entwickelung bildet. Alle Religionen haben ihr Daseinsrecht und waren Teiloffenbarungen des Logos, aber keine hat das Gesicht der Welt so verändert wie das Christentum. Man kann diesen Einfluß zum Beispiel in dem Evangelienwort erfühlen: «Selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben.» Die nicht gesehen haben, das sind diejenigen, die keine Kenntnis von den Mysterien hatten. Durch das Christentum wurde ein wesentlicher Teil der alten Mysterien öffentlich, so die Hauptgebote der Moral, die Unsterblichkeit der Seele durch die Auferstehung oder Wiedergeburt.

[ 1 ] We have said repeatedly throughout these lectures that Christianity forms the decisive focal point of human development. All religions have their right to exist and were partial revelations of the Logos, but none has transformed the face of the world as much as Christianity. One can sense this influence, for example, in the words of the Gospel: “Blessed are those who have not seen and yet have believed.” Those who have not seen are those who had no knowledge of the mysteries. Through Christianity, a substantial part of the ancient mysteries became public—such as the principal moral commandments and the immortality of the soul through resurrection or rebirth.

[ 2 ] Vor dem Christentum konnte man die übersinnliche Wahrheit sehen in den Offenbarungen, den Riten, den dramatischen Vorführungen der Mysterien. Nun aber durfte man daran glauben dank der göttlichen Person des Christus. Zu allen Zeiten gab es aber einen Unterschied zwischen der den Eingeweihten bekannten esoterischen Wahrheit und ihrer exoterischen Form, wie sie der großen Masse angepaßt war und durch alle Religionen hindurch zum Ausdruck kommt. Ebenso verhält es sich mit dem Christentum. Was in den Evangelien geschrieben steht, das ist die gute neue Botschaft, verkündet für die Allgemeinheit. Aber es gab eine tiefere Lehre, und diese ist beschlossen in der Apokalypse in der Form von Symbolen.

[ 2 ] Before Christianity, one could see the supernatural truth in the revelations, the rites, and the dramatic performances of the mysteries. But now, thanks to the divine person of Christ, one was permitted to believe in it. Throughout history, however, there has always been a distinction between the esoteric truth known to the initiated and its exoteric form, as adapted for the general public and expressed across all religions. The same is true of Christianity. What is written in the Gospels is the good news, proclaimed to the general public. But there was a deeper teaching, and this is contained in the Book of Revelation in the form of symbols.

[ 3 ] Es gibt eine Art, die Apokalypse zu lesen, die man erst zu unserer Zeit öffentlich bekanntgeben kann. Aber man hat sie im Mittelalter in den okkulten Schulen der Rosenkreuzer gepflegt. Man schätzte die historische Seite des Buches gering, das heißt die Art seiner Abfassung, die Frage nach seinem Verfasser, kurz, all das, was heute einzig und allein das Hauptinteresse der Theologen bildet, die in diesem Buch lediglich historische Tatbestände herausfinden wollen. Die heutige kritische Theologie kennt nur die äußere Schale dieses Buches und ignoriert den Kern. Die Rosenkreuzer hielten sich an seine prophetische Seite, seine ewige Wahrheit.

[ 3 ] There is a way of reading the Apocalypse that can only be made public in our time. But it was cultivated in the Middle Ages in the occult schools of the Rosicrucians. Little importance was attached to the historical aspect of the book—that is, the manner of its composition, the question of its author, in short, everything that today constitutes the sole focus of theologians, who seek only to extract historical facts from this book. Contemporary critical theology knows only the outer shell of this book and ignores its core. The Rosicrucians focused on its prophetic aspect, its eternal truth.

[ 4 ] Der Okkultismus beschäftigt sich allgemein nicht mit der Geschichte eines einzigen Jahrhunderts oder einer einzigen Periode, sondern mit der inneren Geschichte der menschlichen Evolution im Ganzen. Wenn er untertaucht in die ersten Manifestationen unseres Planetensystems, wenn er zurückgeht bis zum pflanzlichen und tierischen Zustand des Menschen, dehnt sein Gesichtskreis sich aus über Millionen von Jahre bis zu einer künftigen vergöttlichten Menschheit. Alsdann wird die Erde selbst Substanz und Form gewechselt haben. Aber wie läßt sich die ferne Zukunft erraten? Ist Prophetie möglich? Sie ist möglich, weil alles, was physisch geschehen soll, bereits im Keim, im Schoß der Urbilder existiert, deren Gedanken den Plan unserer Evolution bilden. Nichts erscheint auf dem physischen Plan, das nicht zuvor in großen Linien auf dem Gebiet des Devachan vorgesehen und vorgeformt war. Nichts geschieht in der Tiefe, was nicht vorher in der Höhe existiert hat. Das ist die Art und Weise, wie sich die Dinge verwirklichen. Sie hängt ab von der Freiheit und der Initiative der Individuen.

[ 4 ] Occultism generally does not concern itself with the history of a single century or a single period, but rather with the inner history of human evolution as a whole. When it delves into the earliest manifestations of our planetary system, when it goes back to the plant-like and animal-like states of humankind, its horizon expands over millions of years to a future deified humanity. By then, the Earth itself will have changed in substance and form. But how can the distant future be foreseen? Is prophecy possible? It is possible because everything that is to happen physically already exists in embryo, in the womb of the archetypes, whose thoughts constitute the plan of our evolution. Nothing appears on the physical plane that was not first envisaged and preformed in broad outlines in the realm of Devachan. Nothing happens in the depths that has not previously existed in the heights. This is the way in which things come to pass. It depends on the freedom and initiative of individuals.

[ 5 ] Das esoterische Christentum beruht nicht auf einem vagen und sentimentalen Idealismus, sondern auf einem konkreten Ideal, das aus einer Kenntnis der höheren Welten geschöpft ist. Es ist jene Kenntnis, die der Verfasser der Apokalypse hatte, der große Seher von Patmos, der die Zukunft der Menschheit in christlicher Perspektive aufgezeigt hat.

[ 5 ] Esoteric Christianity is not based on a vague and sentimental idealism, but on a concrete ideal drawn from knowledge of the higher worlds. It is the knowledge possessed by the author of the Book of Revelation, the great seer of Patmos, who revealed the future of humanity from a Christian perspective.

[ 6 ] Versuchen wir diese Zukunft nach den Gesetzen der Weltentstehung zu betrachten, wie wir sie im Vorhergehenden dargelegt haben. Bei den Rosenkreuzern enthüllte man dem Schüler zuerst einige Schauungen aus der Vergangenheit und einige aus der Zukunft. Dann überantwortete man ihm zur Deutung dieser Schauungen das Buch der Apokalypse. Machen wir es ebenso und betrachten wir, wie der Mensch allmählich das geworden ist, was er ist, und welche Zukunft sich vor ihm öffnet.

[ 6 ] Let us try to view this future according to the laws of the world’s creation, as we have set them forth above. Among the Rosicrucians, the student was first shown certain visions from the past and some from the future. Then, to help him interpret these visions, he was given the Book of Revelation. Let us do the same and consider how humankind has gradually become what it is today, and what future lies ahead.

[ 7 ] Wir haben zum Beispiel vom alten atlantischen Kontinent gesprochen und von den Atlantiern, deren Ätherleib weit mehr entwickelt war als der physische Leib und die erst am Ende ihrer Kultur ein erstes Ich-Bewußtsein hatten. Die aufeinanderfolgenden nachatlantischen Kulturen waren:

[ 7 ] For example, we have spoken of the ancient Atlantic continent and of the Atlanteans, whose etheric body was far more developed than their physical body and who did not develop an initial sense of self until the end of their civilization. The successive post-Atlantean civilizations were:

[ 8 ] Erstens: Die vorvedische Kultur im Süden Asiens, in Indien. Das war der Beginn der arischen Kulturen.

[ 8 ] First: The pre-Vedic culture in South Asia, in India. That was the beginning of the Aryan cultures.

[ 9 ] Zweitens: Die Epoche des Zarathustra, umfassend die Kultur des alten Persien.

[ 9 ] Second: The Epoch of Zarathustra, encompassing the culture of ancient Persia.

[ 10 ] Drittens: Die ägyptische Kultur, die Epoche des Hermes, an die sich anschließen die chaldäischen und semitischen Kulturen. Die ersten Samenkörner des Christentums wurden in dieser Zeitepoche in den Schoß des hebräischen Volkes versenkt.

[ 10 ] Third: Egyptian culture, the Age of Hermes, followed by the Chaldean and Semitic cultures. The first seeds of Christianity were sown in the bosom of the Hebrew people during this era.

[ 11 ] Viertens: Die griechisch-lateinische Kulturepoche, welche die Geburt des Christentums erlebt.

[ 11 ] Fourth: The Greco-Latin cultural era, which witnessed the birth of Christianity.

[ 12 ] Fünftens: Eine neue Epoche bereitet sich zur Zeit der Völkerwanderung und der Eroberungszüge vor. Das Erbe der griechisch-lateinischen Kultur wird von den Rassen des Nordens übernommen: den Kelten, den Germanen, den Slawen. Es ist die Epoche, in der wir jetzt noch leben. Es ist eine langsame Umbildung des griechisch-lateinischen Kulturerbes durch das kraftvolle Element der neuen Völker, unter dem mächtigen Impuls des Christentums, mit dem sich der Sauerteig des Ostens vermischt hat, der durch die Araber nach Europa gebracht wurde. Das eigentliche Ziel dieser Kulturepoche ist, den Menschen völlig dem physischen Plan anzupassen, indem seine Vernunft, sein praktischer Sinn entwickelt wird und sein Intellekt in die physische Materie untertaucht, um sie zu begreifen und zu beherrschen. Unter dieser harten Arbeit, dieser erstaunlichen Errungenschaft, die heute an ihr Ende gelangt ist, hat der Mensch augenblicklich die höheren Welten vergessen, aus denen er stammt. Indem wir unsere geistige Verfassung beispielsweise mit derjenigen der Chaldäer vergleichen, ist leicht einzusehen, was wir gewonnen, was wir verloren haben. Wenn ein chaldäischer Magier den Himmel betrachtete, der für uns lediglich ein Problem der Himmelsmechanik darstellt, so hatte er dabei eine ganz andere Idee, ein ganz anderes Gefühl, ja man könnte sagen, ein ganz anderes Erlebnis als wir. Da wo der moderne Astronom nichts als eine seelenlose Maschine sieht, empfand der Magier die tiefe Harmonie des Himmels als eines göttlichen, lebendigen Wesens. Betrachtete er Merkur, Venus, den Mond oder die Sonne, so sah er nicht nur das physische Licht dieser Himmelskörper, er nahm ihre Seelen wahr als solche von lebenden Wesen, und er fühlte die eigene Seele in Zusammenhang mit diesen großen Seelen des Firmaments. Er nahm ihre Einflüsse als Anziehung und Abstoßung wahr, gleichsam als ein wunderbares Konzert göttlicher Willensströmungen, und die Symphonie des Kosmos tönte in ihm als harmonischer Widerhall des menschlichen Mikrokosmos zurück. So war die Sphärenmusik eine Realität, die den Menschen mit dem Himmel verband. — Die Überlegenheit des modernen Gelehrten wurzelt in seiner Kenntnis der physischen Welt, der stofflichen Materie. Die Geisteswissenschaft ist herabgestiegen auf den physischen Plan. Den kennen wir gut. Jetzt aber handelt es sich darum, die Kenntnis des Astralplans und der Geisteswelt durch Hellsichtigkeit wiederum zu erlangen.

[ 12 ] Fifth: A new era was taking shape during the period of the Migration of the Peoples and the conquests. The legacy of Greco-Latin culture was taken up by the peoples of the North: the Celts, the Germanic tribes, and the Slavs. It is the era in which we still live today. It is a slow transformation of the Greco-Latin cultural heritage through the powerful influence of the new peoples, under the mighty impulse of Christianity, with which the leaven of the East—brought to Europe by the Arabs—has mingled. The true goal of this cultural epoch is to adapt human beings completely to the physical plane by developing their reason and practical sense and immersing their intellect in physical matter in order to comprehend and master it. Amid this hard work—this astonishing achievement, which has now come to an end—humanity has momentarily forgotten the higher worlds from which it originated. By comparing our spiritual state, for example, with that of the Chaldeans, it is easy to see what we have gained and what we have lost. When a Chaldean magician gazed at the heavens—which for us represent merely a problem of celestial mechanics—he had a completely different idea, a completely different feeling, indeed, one might say, a completely different experience than we do. Where the modern astronomer sees nothing but a soulless machine, the magician sensed the deep harmony of the heavens as a divine, living being. When he gazed upon Mercury, Venus, the Moon, or the Sun, he saw not only the physical light of these celestial bodies; he perceived their souls as those of living beings, and he felt his own soul in connection with these great souls of the firmament. He perceived their influences as attraction and repulsion, as it were, a wondrous concert of divine currents of will, and the symphony of the cosmos resounded within him as a harmonious echo of the human microcosm. Thus, the music of the spheres was a reality that connected human beings with the heavens. — The superiority of the modern scholar is rooted in his knowledge of the physical world, of material matter. Spiritual science has descended to the physical plane. We know that well. But now the task is to regain knowledge of the astral plane and the spiritual world through clairvoyance.

[ 13 ] Dieser Abstieg in die Materie war notwendig, damit die fünfte Epoche ihre Mission erfüllen könne. Astrales und geistiges Hellsehen mußte verschleiert werden, damit der Intellekt auf dem Felde der Sinneswelt durch genaue, minuziöse, mathematische Beobachtung der physischen Welt sich entwickeln konnte.

[ 13 ] This descent into the material world was necessary so that the fifth epoch could fulfill its mission. Astral and spiritual clairvoyance had to be veiled so that the intellect could develop in the realm of the sensory world through precise, meticulous, mathematical observation of the physical world.

[ 14 ] Aber wir müssen die Naturwissenschaft durch die Geisteswissenschaft ergänzen. Hier ein Beispiel: Man stellt gewöhnlich die Himmelskarte des Ptolemäus derjenigen des Kopernikus gegenüber, wobei man die erstgenannte für irrtümlich erklärt. Das ist falsch. Beide sind gleicherweise wahr. Nur bezieht sich die Karte des Ptolemäus auf den Astralplan, und auf diesem Plan ist die Erde im Mittelpunkt der Planeten, und die Sonne ist selbst ein Planet. Die Karte des Kopernikus bezieht sich auf den physischen Plan, da steht die Sonne im Zentrum. Alle Wahrheiten sind relativ, je nach Zeit und Ort. Das System des Ptolemäus wird in einer folgenden Epoche rehabilitiert werden.

[ 14 ] But we must supplement the natural sciences with the humanities. Here is an example: People usually contrast Ptolemy’s celestial map with that of Copernicus, declaring the former to be erroneous. That is incorrect. Both are equally true. However, Ptolemy’s map refers to the astral plane, and on this plane, the Earth is at the center of the planets, and the Sun is itself a planet. Copernicus’s map refers to the physical plane, where the Sun is at the center. All truths are relative, depending on time and place. Ptolemy’s system will be rehabilitated in a future epoch.

[ 15 ] Nach unserer fünften Epoche wird eine andere kommen, die sechste, die sich zu der unsrigen verhält wie die spirituell gesinnte Seele zur rational eingestellten Seele. Diese Epoche wird die Genialität, die Hellsichtigkeit, den schöpferischen Geist zur Entwickelung bringen. Wie wird das Christentum in dieser sechsten Epoche aussehen? Für den alten Priester der vorchristlichen Zeit bestand eine Harmonie von Wissenschaft und Glauben. Wissenschaft und Religion waren ein und dieselbe Sache. Indem der Priester das Firmament betrachtete, wußte und fühlte er, daß die Seele ein Wassertropfen war, der vom himmlischen Ozean herabgefallen und durch die unermeßlichen Lebensströmungen, die den Raum durchziehen, auf die Erde herabgeführt worden war. Heute, wo der Blick sich auf den physischen Plan gesenkt hat, bedarf der Glaube einer Freistatt, einer Religion. Daher kommt die Trennung von Wissenschaft und Glauben. Die gläubige Verehrung der Person des Christus, des Menschengottes auf der Erde, ist für eine gewisse Zeit an die Stelle der Geheimwissenschaft und der Mysterien getreten. Aber in der sechsten Epoche werden die beiden Strömungen sich vereinigen. Die mechanische Wissenschaft des physischen Planes wird sich zur Höhe spiritueller Schöpferkraft emporheben. Das wird dann die Gnosis oder geistige Erkenntnis sein. Dieser sechsten, von der unsrigen radikal verschiedenen Epoche, werden große, umwälzende Katastrophen vorausgehen. Denn diese Epoche wird ebenso spirituell sein, wie die unsrige materialistisch war, aber diese Umbildung kann nur durch physische Umwälzungen vonstatten gehen. Wiederum wird alles, was sich im Verlaufe der sechsten Epoche gestalten wird, die Möglichkeit einer siebenten Epoche herbeiführen, die das Ende dieser nachatlantischen Kulturen bilden und völlig andere Lebensbedingungen als die unseren kennen wird. Diese siebente Epoche wird enden mit einer Revolution der Elemente, ähnlich derjenigen, die dem atlantischen Kontinent ein Ende setzte, und der Zustand, der dann in Erscheinung tritt, wird ein Zustand sein, dessen Spiritualität durch die zwei letzten nachatlantischen Perioden vorbereitet sein wird.

[ 15 ] After our fifth epoch, another will follow—the sixth—which will relate to ours as the spiritually inclined soul relates to the rationally inclined soul. This epoch will foster the development of genius, clairvoyance, and the creative spirit. What will Christianity look like in this sixth epoch? For the ancient priest of pre-Christian times, there was a harmony between science and faith. Science and religion were one and the same thing. As the priest gazed at the firmament, he knew and felt that the soul was a drop of water that had fallen from the heavenly ocean and been guided down to Earth by the immeasurable currents of life that permeate space. Today, when our gaze has turned downward to the physical plane, faith requires a sanctuary, a religion. Hence the separation of science and faith. The devout veneration of the person of Christ, the God-man on Earth, has for a time taken the place of esoteric science and the mysteries. But in the sixth epoch, the two currents will unite. The mechanical science of the physical plane will rise to the heights of spiritual creative power. This will then be gnosis, or spiritual knowledge. This sixth epoch—radically different from our own—will be preceded by great, upheaving catastrophes. For this epoch will be just as spiritual as ours was materialistic, but this transformation can only take place through physical upheavals. In turn, everything that takes shape in the course of the sixth epoch will bring about the possibility of a seventh epoch, which will mark the end of these post-Atlantean cultures and will be characterized by living conditions entirely different from our own. This seventh epoch will end with a revolution of the elements, similar to the one that brought an end to the Atlantean continent, and the state that will then emerge will be one whose spirituality will have been prepared by the last two post-Atlantean periods.

[ 16 ] Insgesamt umfassen diese arischen Kulturen also sieben große Epochen. Wir sehen langsam die Gesetze der Entwickelung sich entfalten. Der Mensch trägt immer zuerst in sich, was er in der Folgezeit um sich herum sieht. Alles, was gegenwärtig um uns existiert, ist in einer vorhergehenden Evolution von uns ausgegangen, damals, als unser Wesen noch verbunden war mit der Erde, dem Monde und der Sonne. Dieses kosmische Wesen, von dem miteinander der gegenwärtige Mensch samt allen Naturreichen entsprungen ist, wird in der Kabbala Adam Kadmon genannt. In diesem Menschentypus waren alle die vielfältigen Ausgestaltungen vom Menschen enthalten, die gegenwärtig die Völker und die Rassen repräsentieren.

[ 16 ] In total, these Aryan cultures thus span seven major epochs. We are gradually seeing the laws of evolution unfold. Human beings always first carry within themselves what they will later see around them. Everything that currently exists around us originated from us in a previous phase of evolution, back when our being was still connected to the Earth, the Moon, and the Sun. This cosmic being, from which modern humanity and all the kingdoms of nature have sprung, is called Adam Kadmon in Kabbalah. This archetype of humanity contained within it all the diverse forms of human existence that currently represent the peoples and races of the world.

[ 17 ] Was der Mensch heute als sein Seeleninneres besitzt, seine Gedanken, seine Gefühle, wird sich ebenfalls nach außen offenbaren und wird seine Umwelt werden. Die Zukunft ruht in der Brust des Menschen. An ihm liegt es, die Wahl zu treffen, eine Zukunft zum Guten oder zum Schlechten daraus zu machen. Ebenso wie es wahr ist, daß der Mensch einst dasjenige, was heute die Tierwelt bildet, hinter sich gelassen hat, wird dasjenige, was heute an Schlechtem in ihm ist, eine Art degenerierter Menschheit bilden. Wir können gegenwärtig noch mehr oder weniger das Gute oder Böse, das in uns ist, verbergen. Ein Tag wird kommen, wo wir es nicht mehr können, wo dieses Gute oder dieses Böse unauslöschlich auf unserer Stirne geschrieben sein wird, auf unserem Leib und sogar auf dem Angesicht der Erde. Dann wird sich die Menschheit in zwei Rassen spalten. Wie wir heute Felsen oder Tieren begegnen, werden wir alsdann Wesen von reiner Bosheit und Häßlichkeit begegnen. In unseren Tagen liest nur der Hellseher die Güte oder die moralische Häßlichkeit in den Wesen. Wenn aber die Gesichtszüge des Menschen Ausdruck seines Karma sein werden, werden die Menschen sich von selbst teilen, je nach der Strömung, der sie offensichtlich angehören: je nachdem in ihnen die niedere Natur besiegt sein oder ob sie über den Geist triumphieren wird. Diese Unterscheidung beginnt allmählich schon wirksam zu werden.

[ 17 ] What human beings possess today as the inner life of their souls—their thoughts and feelings—will likewise reveal itself to the outside world and become their environment. The future lies within the human heart. It is up to them to choose whether to shape that future for good or for ill. Just as it is true that humankind once left behind what today constitutes the animal world, so too will the evil that is within us today form a kind of degenerate humanity. At present, we can still more or less conceal the good or evil that is within us. A day will come when we will no longer be able to do so, when this good or this evil will be indelibly written on our foreheads, on our bodies, and even on the face of the earth. Then humanity will split into two races. Just as we encounter rocks or animals today, we will then encounter beings of pure malice and ugliness. In our day, only the clairvoyant can read the goodness or moral ugliness in beings. But when a person’s facial features become an expression of their karma, people will divide themselves naturally, according to the current to which they obviously belong: depending on whether the lower nature within them has been vanquished or whether it will triumph over the spirit. This distinction is already gradually beginning to take effect.

[ 18 ] Sofern man aus der Vergangenheit die Zukunft begreifen und daran arbeiten will, um das Ideal dieser Zukunft zu verwirklichen, sieht man also die Linien sich abzeichnen. Eine neue Rasse wird sich bilden, die das Bindeglied sein wird zwischen den gegenwärtigen Menschen und den vergeistigten Menschen der Zukunft. Man muß aber unterscheiden zwischen der Entwickelung der Rassen und derjenigen der Seelen. Es ist der Freiheit einer jeden Seele anheimgestellt, sich zu dieser äußeren Form einer Rasse hinzuentwickeln, deren Charakter dem Guten entspricht, das sie verkörpert. Nur aus der Freiheit des Willens und durch die Anstrengung der seelischen Individualität wird man dieser Rasse angehören. Die Zugehörigkeit zu einer Rasse wird für eine Seele nicht mehr zwangsläufig sein, sondern das Ergebnis ihrer Entwickelung.

[ 18 ] If one wishes to understand the future by looking to the past and to work toward realizing the ideal of that future, one can see the outlines taking shape. A new race will emerge that will serve as the link between the people of the present and the spiritualized people of the future. However, one must distinguish between the evolution of races and that of souls. It is up to the freedom of each soul to evolve toward this outer form of a race whose character corresponds to the goodness it embodies. Only through the freedom of the will and the effort of the soul’s individuality will one belong to this race. Belonging to a race will no longer be inevitable for a soul, but rather the result of its development.

[ 19 ] Der Sinn der manichäischen Lehre ist, daß die Seelen sich von jetzt an dazu vorbereiten sollen, das Böse, das in der sechsten Epoche in voller Stärke in Erscheinung treten wird, in Gutes zu verwandeln. In der Tat wird es nötig sein, daß die menschlichen Seelen stark genug sein werden, um das Böse, das zutage kommen wird, durch eine spirituelle Alchimie vom Guten abzuwenden.

[ 19 ] The essence of Manichaean doctrine is that souls should prepare themselves from now on to transform the evil that will emerge in full force during the sixth epoch into good. In fact, it will be necessary for human souls to be strong enough to ward off the evil that will come to light through a spiritual alchemy of good.

[ 20 ] Wenn dann die Entwickelung unseres Erdplaneten die vorhergehenden Phasen seiner Entwickelung im umgekehrten Sinne durchlaufen wird, wird sich zuerst eine Vereinigung der Erde mit dem Mond vollziehen, alsdann eine Verbindung, Wiedervereinigung dieses gemischten Weltkörpers mit der Sonne. Die Wiedervereinigung mit dem Mond wird dann mit dem Höhepunkt des Bösen auf der Erde zusammenfallen. Im Gegensatz dazu wird die Vereinigung des Erdkörpers mit der Sonne den Anbruch der Glückseligkeit, die Herrschaft der Auserwählten bezeichnen.

[ 20 ] When the evolution of our planet Earth then goes through the previous phases of its development in reverse order, a union of the Earth with the Moon will first take place, followed by a union—a reunification—of this composite celestial body with the Sun. The reunification with the Moon will then coincide with the height of evil on Earth. In contrast, the union of the Earth with the Sun will mark the dawn of bliss, the reign of the chosen ones.

[ 21 ] Der Mensch wird das Zeichen der sieben großen irdischen Phasen an sich tragen. Das Buch mit den sieben Siegeln, von dem die Apokalypse spricht, wird geöffnet sein. Das Weib, mit der Sonne bekleidet, das den Mond unter den Füßen hat, bezieht sich auf die Zeit, wo die Erde aufs neue mit der Sonne und dem Monde vereinigt sein wird. Die Posaunen des Jüngsten Gerichts werden ertönen, denn die Erde wird im devachanischen Zustand angelangt sein, wo nicht mehr das Licht, sondern der Ton herrschen wird. Das Ende der Erdenentwickelung wird im Zeichen des Christus-Prinzips stehen, das die ganze Menschheit durchdringen wird. Dem Christus ähnlich geworden, werden die Menschen sich um ihn versammeln wie die Scharen um das Lamm, und als Frucht dieser Entwickelung wird das Neue Jerusalem erstehen, das die Krönung der Welt darstellt.

[ 21 ] Humanity will bear the mark of the seven great earthly phases. The book with the seven seals, mentioned in the Book of Revelation, will be opened. The woman clothed with the sun, who has the moon under her feet, refers to the time when the Earth will once again be united with the sun and the moon. The trumpets of the Last Judgment will sound, for the Earth will have reached the devachanic state, where sound, not light, will reign. The end of the Earth’s evolution will be marked by the Christ Principle, which will permeate all of humanity. Having become like Christ, people will gather around him as the flocks gather around the Lamb, and as the fruit of this evolution, the New Jerusalem will arise, representing the crowning achievement of the world.