At the Gates of Theosophy
GA 95
29 August 1906, Stuttgart
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At the Gates of Theosophy, tr. SOL
Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Wir fahren weiter fort in der Behandlung karmischer Einzelfragen gegenüber dem menschlichen Leben.
[ 1 ] We will now continue our discussion of specific karmic issues as they relate to human life.
[ 2 ] Eine weitere Frage ist: Welche Anschauung hat die Geheimlehre von der Entstehung des Gewissens? — Das Gewissen zeigt sich dem Menschen unserer Kulturstufe als eine Art innerer Stimme, die ihm anzeigt, was er tun oder lassen soll. Wie ist eine solche innere Stimme entstanden?
[ 2 ] Another question is: What is the Esoteric Teaching’s view of the origin of conscience? — To people at our stage of cultural development, conscience manifests itself as a kind of inner voice that tells them what they should or should not do. How did such an inner voice come into being?
[ 3 ] Es ist von Interesse, zu erforschen, ob es denn überhaupt in der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit immer so etwas gegeben hat wie das, was man heute Gewissen nennt. Da finden wir, daß es in sehr frühen Volkszuständen kein Wort für diesen Begriff gegeben hat. In der griechischen Literatur taucht es erst verhältnismäßig sehr spät auf, so daß die älteren Griechen das Wort noch nicht in ihrer Sprache hatten. Und ebenso haben andere Völker in den Anfängen ihrer Kultur kein Wort dafür gehabt. Daraus können wir schließen, daß in einem mehr oder weniger bewußten Zustand dieses Gewissen erst nach und nach bekanntgeworden ist. So ist es auch. Das Gewissen ist erst entstanden, es hat sich herausgebilder und sogar erst ziemlich spät in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit. Wir werden später sehen, was unsere Vorfahren anstelle des Gewissens hatten.
[ 3 ] It is interesting to investigate whether there has ever been, in the historical development of humanity, anything at all like what we today call a “conscience.” We find that in very early stages of human society, there was no word for this concept. It does not appear in Greek literature until relatively late, so that the ancient Greeks did not yet have the word in their language. Likewise, other peoples had no word for it in the early stages of their culture. From this we can conclude that, in a more or less conscious state, this conscience only gradually became known. And so it is. Conscience only came into being; it developed—and even then, quite late in the history of human evolution. We will see later what our ancestors had in place of conscience.
[ 4 ] Wie bildete sich nach und nach das Gewissen? Ein Beispiel: Darwin traf einmal auf seinen Reisen mit einem Menschenfresser zusammen und versuchte unter anderm ihm klarzumachen, daß es doch nicht gut sei, einen andern Menschen aufzufressen. Der Wilde aber sagte: Um zu entscheiden, ob es gut oder schlecht sei, einen Menschen zu fressen, müsse man ihn doch erst gefressen haben! Der Wilde hatte Gut und Böse noch nicht nach moralischen Begriffen beurteilt, sondern nach der von ihm empfundenen Annehmlichkeit. Er war ein zurückgebliebener Mensch aus einem alten, alten Kulturzustand, in dem wir alle einmal waren. Wie kam ein Mensch nun zu der Unterscheidung von Gut und Böse? Dadurch, zum Beispiel, daß er die Menschenfresserei so lange betrieb, bis er selbst einmal in die Lage kam, gefressen zu werden. In diesem Moment machte er die Erfahrung, daß ihn dasselbe treffen konnte. Er merkte also durch die Erfahrung, daß da etwas nicht ganz in Ordnung sei, und die Frucht dieser Erfahrung blieb ihm im Kamaloka und Devachan. Bei der nächsten Inkarnation brachte er ein ganz dunkles Gefühl mit, daß sein Tun nicht stimme, nach weiteren Inkarnationen wurde dies Gefühl bestimmter, er achtete auf die Empfindungen anderer, und es bildete sich so nach und nach ein gewisses Zurückhalten aus. Nach verschiedenen weiteren Inkarnationen hatte sich dies dunkle Gefühl verdichtet und der Gedanke herausgebildet: Das darf man nicht tun. — Ebenso hat ein Wilder im Anfang der Kultur alles ohne Unterschied gegessen; da bekam er Magenschmerzen, und nach und nach machte er die Erfahrung, daß er manches essen konnte und manches nicht. So verdichtete sich allmählich die Erfahrung und wurde zur Stimme des Gewissens.
[ 4 ] How did conscience gradually develop? An example: Darwin once encountered a cannibal during his travels and tried, among other things, to make it clear to him that it was not right to eat another human being. But the savage replied: “To decide whether it is good or bad to eat a human being, one must first have eaten one!” The savage had not yet judged good and evil according to moral concepts, but according to the pleasure he derived from it. He was a primitive human being from a very, very ancient stage of culture, in which we were all once. How, then, did a human come to distinguish between good and evil? For example, by practicing cannibalism until he himself found himself in the position of being eaten. At that moment, he experienced that the same fate could befall him. Through this experience, he realized that something was not quite right, and the fruit of this experience remained with him in Kamaloka and Devachan. In his next incarnation, he brought with him a very vague sense that his actions were wrong; after further incarnations, this feeling became more definite; he began to pay attention to the feelings of others, and thus, little by little, a certain restraint developed. After several more incarnations, this vague feeling had crystallized, and the thought had taken shape: “One must not do that.” — Similarly, a primitive person at the dawn of civilization ate everything indiscriminately; then he developed stomachaches, and little by little he learned through experience that there were some things he could eat and others he could not. Thus, the experience gradually solidified and became the voice of conscience.
[ 5 ] Was ist also das Gewissen? Das Ergebnis von Erfahrungen durch die verschiedenen Inkarnationen. Im Grunde ist alles Wissen, das höchste wie das niedrigste, überhaupt das Ergebnis von Erfahrungen; es ist auf dem Wege des Probierens, der Erfahrung entstanden.
[ 5 ] So what is conscience? It is the result of experiences gained through various incarnations. Essentially, all knowledge—from the highest to the lowest—is the result of experience; it has arisen through trial and error.
[ 6 ] Eine interessante Tatsache gehört hierher: Erst seit Aristoteles gibt es eine Wissenschaft der Logik, der Lehre vom Denken. Daraus muß man schließen, daß das richtige Denken auch erst entstanden ist. Und so ist es auch. Das Denken mußte sich erst entwickeln, und das richtige Denken, die Logik, ist erst im Laufe der Zeit aufgrund der Beobachtung entstanden, daß falsches Denken zu Dingen führt, die von Übel sind. Das Wissen ist etwas, was sich die Menschen in vielen Inkarnationen erworben haben. Nach langem Probieren gelangte die Menschheit zu einem Schatz des Wissens. Da sieht man die Wichtigkeit des Karmagesetzes; wir haben hier auch etwas, was sich als bleibende Angewöhnung und Neigung aus der Erfahrung heraus bildet. Solch eine Neigung wie das Gewissen haftet auch am Ätherleib: Indem der Astralleib sich soundso oft überzeugt hat, daß dieses oder jenes nicht geht, bildet sich diese Neigung im Ätherleib als eine bleibende Eigenschaft aus.
[ 6 ] An interesting fact belongs here: It was not until Aristotle that the science of logic—the study of thought—came into being. From this, one must conclude that correct thinking, too, only emerged then. And that is indeed the case. Thinking first had to develop, and correct thinking—logic—only emerged over time based on the observation that incorrect thinking leads to things that are evil. Knowledge is something that people have acquired over many incarnations. After much trial and error, humanity arrived at a treasure trove of knowledge. Here we see the importance of the law of karma; we also have here something that forms as a lasting habit and inclination based on experience. Such an inclination, like the conscience, is also attached to the etheric body: as the astral body has convinced itself a certain number of times that this or that is not possible, this inclination develops in the etheric body as a lasting quality.
[ 7 ] Ein anderer interessanter karmischer Zusammenhang zeigt sich bei einem gewohnheitsmäßig egoistischen Verhalten oder bei einem liebevollen sympathischen Mitleben mit anderen. Es gibt verhärtete Gewohnheitsegoisten — nicht bloß in bezug auf den Erwerbssinn — und es gibt altruistisch liebevoll Mitfühlende. Beides hängt am Ätherleib und kommt im nächsten Leben im physischen Leib zum Ausdruck. Personen, die in einem Leben gewohnheitsmäßig egoistisch handeln, altern früh im nächsten Leben, schrumpfen früh zusammen; das lange Jung- und Frischbleiben dagegen rührt von einem liebevollen, hingebungsvollen vorhergehenden Leben her. Somit kann man auch den physischen Leib bewußt vorbereiten für das nächste Leben.
[ 7 ] Another interesting karmic connection becomes apparent in habitually selfish behavior or in a loving, sympathetic way of living with others. There are hardened, habitual egoists—not merely in terms of a drive for material gain—and there are altruistic, loving, and compassionate individuals. Both are connected to the etheric body and are expressed in the physical body in the next life. People who habitually act selfishly in one life age prematurely in the next life and wither away early; remaining young and fresh for a long time, on the other hand, stems from a loving, self-sacrificing previous life. Thus, one can also consciously prepare the physical body for the next life.
[ 8 ] Nun wird Ihnen eine Frage auf der Seele liegen, wenn Sie sich erinnern, was ich gestern gesagt habe: Wie ist es denn mit den Dingen, die der physische Körper sich selbst erringt? Seine Taten werden sein künftiges Schicksal; aber die Krankheiten, die er in diesem Leben durchgemacht hat, was wird daraus?
[ 8 ] Now, if you recall what I said yesterday, a question will surely be on your mind: What about the things the physical body achieves on its own? Its deeds will determine its future fate; but what becomes of the illnesses it has endured in this life?
[ 9 ] Die Antwort auf diese Frage, so seltsam sie klingen mag, ist keine Spekulation, keine Theorie, sie basiert auf Erfahrungen der Geheimwissenschaft und lehrt die Mission der Krankheit. Fabre d’Olivet, der Erforscher der Anfangskapitel der Genesis, hat einmal ein sehr schönes Bild gebraucht. Er vergleicht das, was als Schicksal sich herausbildet, mit einem Naturvorgang; er sagt: Die wertvolle Perle entsteht durch eine Krankheit; sie ist ein Exsudat der Perlmuschel, so daß das Leben in diesem Fall erkranken muß, um etwas Wertvolles hervorzubringen. — So wie aus einer Erkrankung der Muschel die Perle sich bildet, so kommen die Krankheiten des physischen Körpers in einem Leben im nächsten Leben als ästhetische Schönheit wieder zum Vorschein. Entweder wird der eigene Körper durch die Krankheit, die er durchgemacht hat, im nächsten Leben schön an äußerer Gestalt, oder es wird eine Infektionskrankheit, die er mit seiner Umgebung getragen hat, belohnt durch die Schönheit seiner Umgebung. Schönheit entwickelt sich also karmisch aus Leiden, Schmerzen, Entbehrungen und Krankheiten. Das ist ein frappierender Zusammenhang, aber er besteht tatsächlich. Sogar der Schönheitssinn wird auf diese Weise herausgebildet. Kein Schönes ist in der Welt ohne Leiden und Schmerzen und Krankheiten. Ganz Ähnliches tritt uns in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit im allgemeinen entgegen. Sie werden daraus ersehen, wie wunderbar eigentlich die karmischen Zusammenhänge im Leben sind und wie die Fragen nach dem Bösen, nach Krankheit und Schmerz gar nicht zu beantworten sind, ohne die großen inneren Zusammenhänge der Menschheitsentwickelung zu kennen.
[ 9 ] The answer to this question, strange as it may sound, is neither speculation nor theory; it is based on the experiences of esoteric science and reveals the purpose of illness. Fabre d’Olivet, the scholar who studied the opening chapters of Genesis, once used a very beautiful metaphor. He compares what emerges as fate to a natural process; he says: The precious pearl is formed through a disease; it is an exudate of the pearl oyster, so that in this case, life must fall ill in order to produce something of value. — Just as the pearl forms from an illness of the oyster, so do the illnesses of the physical body in one life reappear in the next life as aesthetic beauty. Either the person’s own body, through the illness it has endured, becomes beautiful in outward form in the next life, or an infectious disease that it carried among its surroundings is rewarded by the beauty of those surroundings. Beauty, then, develops karmically out of suffering, pain, deprivation, and illness. This is a striking connection, but it does indeed exist. Even the sense of beauty is developed in this way. There is nothing beautiful in the world without suffering, pain, and illness. We encounter something very similar in the general history of human development. From this you will see how wondrous the karmic connections in life actually are, and how questions about evil, illness, and pain cannot be answered at all without understanding the great inner connections of human development.
[ 10 ] Die Evolutionslinie geht zurück in ganz alte, alte Zeiten. Da waren noch ganz andere Verhältnisse, die Erde war eine ganz andere. Die höheren Tiere waren noch nicht vorhanden. Es gab eine Zeit, wo überhaupt noch keine Fische, Amphibien, Vögel, Säugetiere bestanden, nur Tiere, die niedriger sind als die Fische. Der Mensch war da, jedoch in ganz anderer Gestalt. Sein physischer Leib war noch sehr unvollkommen; höher war der geistige Leib. Er war noch in einem weichen, ätherischen Leib, und die Seele arbeitete selbst von außen an diesem physischen Leib. Der Mensch hatte noch alle anderen Wesen in sich. Nachher entwickelte sich der Mensch höher hinauf und ließ die Fischform zurück, die er in sich hatte. Das waren mächtige, phantastisch aussehende Geschöpfe, unähnlich unseren heutigen Fischen. Wieder entwickelte sich der Mensch höher hinauf und sonderte die Vögel aus sich heraus. Dann gingen die Reptilien und Amphibien aus dem Menschen heraus, groteske Wesen wie die Saurier, Fischeidechsen, die eigentlich nur Nachzügler der früher zurückgebliebenen, noch menschenunähnlicheren Wesen waren. Dann noch später setzte der Mensch die Säugetiere heraus. Zuletzt stieß er die Affen ab und ging selbst höher hinauf.
[ 10 ] The line of evolution goes back to very, very ancient times. Conditions were very different then; the Earth was a very different place. Higher animals did not yet exist. There was a time when there were no fish, amphibians, birds, or mammals at all—only animals lower in the scale than fish. Human beings were present, but in a completely different form. Their physical body was still very imperfect; their spiritual body was more highly developed. They were still in a soft, ethereal body, and the soul itself worked on this physical body from the outside. Human beings still contained all other beings within themselves. Later, humankind evolved further and left behind the fish-like form it had within itself. These were mighty, fantastically appearing creatures, unlike our fish today. Once again, humankind evolved further and separated the birds from itself. Then the reptiles and amphibians emerged from humankind—grotesque beings such as the dinosaurs and fish-lizard hybrids, which were actually merely stragglers among the beings that had previously lagged behind and were even less human-like. Still later, humankind gave rise to the mammals. Finally, humankind cast off the apes and ascended to a higher level.
[ 11 ] Der Mensch war also von Anfang an Mensch, nicht Affe, und sonderte das ganze Tierreich aus sich heraus, um selbst vollkommener zu werden; gleichsam wie wenn man aus einer mit Farbe gemischten Flüssigkeit die Farbstoffe nach und nach heraussondert und das klare Wasser zurückbehält. Alte Naturforscher, wie Paracelsus und Oken, haben dies in schöner Weise ausgesprochen: Wenn der Mensch hinaussieht auf die Tierwelt, muß er sich sagen: Das habe ich selbst in mir getragen und abgesondert aus meinem Wesen.
[ 11 ] Man was, therefore, human from the very beginning—not an ape—and separated the entire animal kingdom from himself in order to become more perfect; much like gradually separating the pigments from a liquid mixed with dye and retaining the clear water. Early naturalists, such as Paracelsus and Oken, expressed this beautifully: When a human looks out at the animal world, he must say to himself: “I carried this within myself and separated it from my being.”
[ 12 ] So hatte der Mensch in sich, was er später außer sich hatte. Und so hat der Mensch auch heute noch etwas in sich, was er später außer sich haben wird, nämlich sein Karma, die beiden Posten Gut und Böse. So wahr es ist, daß der Mensch das Tiergeschlecht aus sich herausgesetzt hat, ebenso wahr ist es, daß er das Böse und das Gute in die Welt hinaussetzen wird. Das Gute wird eine von Natur gute Menschenrasse ergeben, das Böse eine abgesonderte böse Menschenrasse. Das steht auch in der Apokalypse; das darf nur nicht mißverstanden werden. Nun muß man aber auch unterscheiden zwischen Seelenentwickelung und Rassenentwickelung. Eine Seele kann inkarniert sein in einer Rasse, die herunterkommt; aber wenn diese Seele sich nicht selbst böse macht, braucht sie sich nicht wieder in einer zurücksinkenden Rasse zu inkarnieren; sie verkörpert sich wieder in einer höhersteigenden Rasse. Für die heruntersteigenden Rassen strömen von anderen Seiten Seelen genug zur Inkarnation herbei.
[ 12 ] Thus, human beings had within themselves what they later came to possess outside themselves. And so, even today, human beings still have something within themselves that they will later possess outside themselves, namely their karma—the two aspects of good and evil. Just as it is true that humankind has brought the animal kingdom forth from within itself, so too is it true that it will bring evil and good out into the world. Good will give rise to a human race that is good by nature; evil will give rise to a separate, evil human race. This is also stated in the Apocalypse; it must simply not be misunderstood. Now, however, one must also distinguish between the evolution of the soul and the evolution of the race. A soul may be incarnated in a race that is descending; but if that soul does not make itself evil, it need not incarnate again in a race that is declining; it will incarnate again in a race that is ascending. For the descending races, enough souls flow in from other directions to incarnate.
[ 13 ] Aber was innen ist, muß nach außen, und der Mensch wird immer höher steigen, wenn sein Karma sich ausgewirkt hat. Damit hängt etwas außerordentlich Interessantes zusammen. Im Hinblick auf diese Entwickelung der Menschheit sind nämlich schon vor Jahrhunderten Geheimorden gegründet worden, die sich die denkbar höchsten Aufgaben gestellt haben. Ein solcher Orden ist der Manichäerorden. Die Wissenschaft weiß nichts Rechtes über ihn. Man meint, die Manichäer hätten die Lehre aufgestellt, daß es von Natur aus ein Gutes und ein Böses gäbe, die miteinander im Kampfe liegen; das sei so von der Schöpfung her bestimmt gewesen. Das ist ein zum Unsinn verzerrter Schimmer der wirklichen Aufgabe dieses Ordens. Die einzelnen Glieder dieses Ordens werden in ganz besonderer Weise für ihre große Aufgabe erzogen. Dieser Orden weiß, daß es Menschen geben wird, die im Karma kein Böses mehr haben werden, und daß es auch eine von Natur aus böse Rasse geben wird, bei der alles Böse noch in höherem Grade vorhanden sein wird als bei den wildesten Tieren, denn sie werden Böses tun bewußt, raffiniert, mit einem hochausgebildeten Verstande. Der Manichäerorden belehrt nun jetzt schon seine Mitglieder in solcher Weise, daß sie das Böse nicht nur bekämpfen, sondern fähig werden, es zum Guten umzuwandeln in späteren Inkarnationen. Das ungeheuer Schwierige dieser Aufgabe liegt darin, daß in jenen bösen Menschenrassen nicht etwa wie bei einem bösen Kinde neben dem Bösen noch Gutes ist, das sich durch Beispiel und Lehre höher entwickeln läßt. Jene von Natur aus ganz Bösen radikal umzugestalten, das lernt das Mitglied des Manichäerordens heute schon. Und dieses dann umgeschmolzene Böse wird nach gelungener Arbeit ein ganz besonders Gutes. Ein Zustand der Heiligkeit wird der allgemeine sittliche Zustand auf Erden sein, und die Kraft der Umwandlung wird den Zustand der Heiligkeit bewirken. Aber das kann nicht anders erzielt werden, als wenn erst dieses Böse sich bildet; und in der Kraft nun, die angewandt werden muß, um dieses Böse zu überwinden, entwickelt sich die Kraft zur höchsten Heiligkeit. Der Acker muß gedüngt werden mit dem ekelerregenden Dünger, der Dünger muß zuerst gleichsam in den Acker hineinwachsen als Ferment. So braucht die Menschheit den Dünger des Bösen, um den Zustand der höchsten Heiligkeit zu erreichen. Das ist die Mission des Bösen. Stark wird der Mensch, wenn er seine Muskeln anstrengen muß; ebenso muß das Gute, wenn es sich zur Heiligkeit steigern soll, erst das ihm entgegengesetzte Böse überwinden. Das Böse hat die Aufgabe, die Menschheit höher zu bringen.
[ 13 ] But what is within must come out, and human beings will rise ever higher once their karma has run its course. There is something extraordinarily interesting connected with this. In view of this development of humanity, secret orders were founded centuries ago that set themselves the highest conceivable tasks. One such order is the Manichaean Order. Science knows very little about it. It is believed that the Manichaeans taught that there is, by nature, a Good and an Evil that are in conflict with one another; that this had been determined from the time of creation. This is a glimmer of the order’s true mission, distorted into nonsense. The individual members of this order are trained in a very special way for their great task. This order knows that there will be people who will no longer have any evil in their karma, and that there will also be a race that is evil by nature, in which all evil will be present to a greater degree than even in the wildest animals, for they will commit evil consciously, cunningly, and with a highly developed intellect. The Manichaean Order is already instructing its members in such a way that they not only combat evil but also become capable of transforming it into good in later incarnations. The immense difficulty of this task lies in the fact that, in those evil human races—unlike in the case of an evil child—there is no good alongside the evil that can be developed to a higher level through example and teaching. Members of the Manichaean Order are already learning today how to radically transform those who are entirely evil by nature. And this evil, once transformed, becomes a very special form of goodness upon the successful completion of this work. A state of holiness will be the general moral condition on earth, and the power of transformation will bring about this state of holiness. But this cannot be achieved unless this evil first comes into being; and it is in the very power that must be applied to overcome this evil that the power for the highest holiness develops. The field must be fertilized with the repulsive manure; the manure must first, as it were, grow into the field as a ferment. Thus, humanity needs the fertilizer of evil to attain the state of highest holiness. That is the mission of evil. A person becomes strong when he must exert his muscles; likewise, if goodness is to rise to holiness, it must first overcome the evil that opposes it. Evil has the task of elevating humanity.
[ 14 ] Solche Dinge lassen uns hineinschauen in das Geheimnis des Lebens. Später dann, wenn der Mensch das Böse überwunden hat, kann er darangehen, die heruntergestoßenen Geschöpfe, auf deren Kosten er sich entwickelt hat, zu erlösen. Das ist der Sinn der Entwickelung.
[ 14 ] Such things allow us to glimpse the mystery of life. Later, when humanity has overcome evil, it can set about redeeming the creatures it has oppressed—at whose expense it has developed. That is the purpose of evolution.
[ 15 ] Etwas noch Schwierigeres ist das Folgende. Ein Schneckenhaus, eine Muschelschale sind abgesondert aus der lebendigen Substanz des Tieres selbst. Was als Haus die Schnecke umgibt, war ursprünglich in ihr; es ist ihr eigener Leib in verdichteter Form. Die Theosophie sagt: Wir sind eine Einheit mit allem, was uns umgibt. - Das ist so zu verstehen, daß der Mensch einst alles in sich gehabt hat. In der Tat ist die Erdkruste entstanden dadurch, daß der Mensch sie einst auskristallisiert hat; und wie die Schnecke ihr Haus, so hat der Mensch auch alle anderen Wesen und Reiche, Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, in sich gehabt und kann zu allen sagen: Die Substanzen waren in mir, ich habe die Bestandteile herauskristallisiert. - So blickt er nun auf etwas außer sich selbst, und jetzt bekommt es einen greifbaren Sinn, wenn er, indem er sie schaut, sagt: Das alles bin ich selbst.
[ 15 ] What follows is even more difficult. A snail shell or a seashell is separated from the living substance of the animal itself. What surrounds the snail as a shell was originally within it; it is the snail’s own body in condensed form. Theosophy says: We are one with everything that surrounds us. — This is to be understood to mean that human beings once contained everything within themselves. In fact, the Earth’s crust came into being because human beings once crystallized it; and just as the snail has its shell, so too did human beings once contain all other beings and kingdoms—the mineral, plant, and animal kingdoms—within themselves, and can say to all of them: “The substances were within me; I crystallized the components.” — Thus, he now looks upon something outside himself, and it now takes on a tangible meaning when, as he gazes upon them, he says: “All of this is myself.”
[ 16 ] Noch subtiler ist eine zweite Idee. Stellen Sie sich jenen alten Menschheitszustand vor, in dem noch nichts aus dem Menschen herausgesondert war. Der Mensch war da und hatte auch Vorstellungen; aber er hatte sie nicht objektiv dadurch, daß die äußeren Dinge einen Eindruck machten, sondern rein subjektiv. Alles kam aus ihm selbst heraus. Der Traum ist noch ein Erbstück aus jener Zeit, wo der Mensch die ganze Welt gleichsam aus sich herausgesponnen hat. Dann setzte er die Welt sich selbst entgegen. Wir haben die Dinge selbst gemacht und schauen unsere eigenen Produkte, unser eigenes, festgewordenes Wesen in den anderen Geschöpfen.
[ 16 ] A second idea is even more subtle. Imagine that ancient state of humanity in which nothing had yet been separated from the human being. The human being was there and had ideas as well; but he did not have them objectively—through external things making an impression—but purely subjectively. Everything came from within himself. The dream is another relic from that time when human beings, as it were, spun the entire world out of themselves. Then they set the world in opposition to themselves. We have made things ourselves and see our own products, our own solidified essence, in other creatures.
[ 17 ] Kant spricht von etwas, was der Mensch nicht erkennen könne, von einem «Ding an sich». Aber so etwas gibt es nicht. Es gibt keine Grenzen des Erkennens, denn der Mensch findet in allem, was er um sich herum sieht, die zurückgelassenen Spuren seiner eigenen Wesenheit.
[ 17 ] Kant speaks of something that humans cannot know—a “thing-in-itself.” But no such thing exists. There are no limits to knowledge, for in everything a person sees around them, they find the traces left behind by their own being.
[ 18 ] Alles das wurde gesagt, um Ihnen zu zeigen, daß man, wenn man nur eine Seite der Dinge betrachtet, niemals zu einem wirklichen Verständnis kommen kann. Man muß sich klar darüber sein, daß alles, was uns in einem gewissen Zustande erscheint, in früheren Zeiten ganz anders war, und nur, wenn man die Gegenwart und die Vergangenheit miteinander vergleicht, kommt man da zu einem Verständnis. Und so auch, wenn man nur die sinnliche Welt betrachtet: Niemals wird man verstehen, warum es überhaupt Krankheit gibt oder was die Mission des Bösen ist, wenn man sich auf die sinnliche Betrachtung beschränkt. Alle solchen Zusammenhänge haben einen tiefen Sinn. Diese ganze Entwickelung durch Abspaltung, die ich Ihnen geschildert habe, hat sich vollzogen, weil der Mensch ein innerliches Wesen werden sollte; er mußte das alles aus sich heraussetzen, um sich selbst schauen zu können. So verstehen wir die Mission der Krankheit, die Mission des Bösen und die Mission der Außenwelt. Das sind große Zusammenhänge, wie sie die Betrachtung des Karmagesetzes ergibt.
[ 18 ] All of this has been said to show you that if you look at only one side of things, you can never arrive at a true understanding. One must be clear about the fact that everything that appears to us in a certain state was quite different in earlier times, and only by comparing the present with the past can one arrive at an understanding. And the same is true when one considers only the sensory world: one will never understand why illness exists at all, or what the mission of evil is, if one limits oneself to sensory observation. All such connections have a profound meaning. This entire process of development through separation, which I have described to you, took place because human beings were meant to become inner beings; they had to set all of this aside in order to be able to look within themselves. This is how we understand the purpose of illness, the purpose of evil, and the purpose of the external world. These are profound connections that emerge from a consideration of the law of karma.
[ 19 ] Wir wollen nun noch einige karmische Einzelfragen behandeln, die häufig gestellt werden. Welches ist der karmische Zusammenhang, daß viele Menschen schon so jung sterben, zum Beispiel schon als Kinder? Fälle, die der Geheimwissenschaft bekannt sind, lehren das Folgende. Man konnte zum Beispiel ein Kind, das früh gestorben ist, in Beziehung auf sein voriges Leben untersuchen, und da zeigte sich, daß es in seinem früheren Leben recht gut veranlagt war und diese Anlagen auch gut benutzt hatte. Es war ein recht fähiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft geworden, aber es war etwas schwachsichtig. Durch diese schwachen Augen und das weniger genaue Ansehen-Können bekamen alle seine Erfahrungen einen besonderen Anstrich. Es fehlte dadurch überall an einer Kleinigkeit, um die es hätte besser sein können; der Mensch blieb immer etwas zurück wegen der schwachen Augen. Er hätte ganz Außerordentliches leisten können, wenn er gute Sehorgane gehabt hätte. Er starb und wurde dann ganz kurze Zeit danach wieder inkarniert mit gesunden Augen, lebte aber nur wenige Wochen. Dadurch aber hatten die Wesensglieder erfahren, wie man gesunde Augen bekommt, und der Mensch hatte ein Stückchen Leben bekommen, um zu erwerben, was ihm noch gefehlt hatte, gleichsam eine Korrektur des vorhergehenden Lebens. Der Schmerz der Eltern wird natürlich karmisch ausgeglichen, aber sie mußten das Werkzeug für diese Korrektur sein.
[ 19 ] We will now address a few specific questions about karma that are frequently asked. What is the karmic connection behind the fact that many people die so young—for example, as children? Cases known to esoteric science teach us the following. For example, a child who died young was examined in relation to his previous life, and it became apparent that in his earlier life he had been quite well-endowed and had made good use of these gifts. He had become a quite capable member of human society, but he was somewhat nearsighted. Because of his weak eyesight and his less precise ability to see, all his experiences took on a special character. As a result, there was always a slight shortcoming in everything that could have been better; the person always lagged slightly behind because of the weak eyes. He could have achieved something truly extraordinary if he had had good eyesight. He died and was then reincarnated a very short time later with healthy eyes, but lived only a few weeks. Through this, however, the constituent elements of his being had learned how to obtain healthy eyes, and the man had been granted a brief period of life to acquire what he had still lacked—as it were, a correction of his previous life. The parents’ grief is, of course, karmically balanced, but they had to serve as the instrument for this correction.
[ 20 ] Was ist der karmische Zusammenhang bei totgeborenen Kindern? Darüber läßt sich schwer sprechen. In einzelnen Fällen, die okkult untersucht wurden, hatte sich der Astralleib schon mit dem physischen Leib verbunden, zog sich dann aber wieder zurück, so daß der physische Leib tot zur Welt kam. Warum aber zieht sich der Astralleib zurück? Das hängt so zusammen: Gewisse Glieder der höheren Menschennatur hängen mit gewissen physischen Organen zusammen. Kein Wesen zum Beispiel kann ohne Zellen einen Ätherleib haben. Der Stein hat keinen Ätherleib, weil er keine Gefäße oder Zellen hat wie die Pflanze. Ebenso ist der Astralleib an ein Nervensystem gebunden. Die Pflanze hat keinen Astralleib, eben weil sie kein Nervensystem hat. Sobald eine Pflanze von einem Astralleib durchzogen würde, könnte sie nicht mehr physisch wie eine Pflanze aussehen, sie müßte mit einem Nervensystem versehen sein, wie der Stein mit Zellen begabt würde, wenn er von einem Ätherleib durchzogen würde.
[ 20 ] What is the karmic connection in the case of stillborn children? This is difficult to discuss. In individual cases that have been investigated occultly, the astral body had already united with the physical body but then withdrew again, so that the physical body was born dead. But why does the astral body withdraw? The connection is as follows: Certain aspects of the higher human nature are linked to certain physical organs. No being, for example, can have an etheric body without cells. A stone has no etheric body because it lacks vessels or cells, unlike a plant. Similarly, the astral body is bound to a nervous system. The plant has no astral body precisely because it has no nervous system. As soon as a plant were permeated by an astral body, it could no longer look physically like a plant; it would have to be endowed with a nervous system, just as a stone would be endowed with cells if it were permeated by an etheric body.
[ 21 ] Soll nun der Ich-Leib nach und nach Platz greifen, dann muß innerhalb des physischen Körpers warmes rotes Blut vorhanden sein. Alle Tiere, die rotes Blut haben, sind in einer Zeit aus dem Menschen herausgesondert worden, in der sich für den Menschen der Ich-Zustand vorbereitet hat. Daraus erkennen wir, daß die physischen Organe in Ordnung sein müssen, wenn die höheren Leiber Wohnsitz in ihnen nehmen sollen. Wichtig ist nun, zu berücksichtigen, daß der physische Körper ausgestaltet wird in seiner Form durch rein physische Vererbung. Nun kann die Zusammensetzung der Säfte eine unrichtige sein, während die Eltern sonst geistig und seelisch gut zueinander passen. Dann kommt kein ordentlicher physischer Leib zustande; da bekommt der Menschenkeim einen physischen Leib, in dem die höheren Leiber ihren Wohnsitz nicht errichten können. Zum Beispiel der Ätherleib verbindet sich mit dem physischen Leib, nun soll sich der Astralleib des physischen Leibes bemächtigen. Da findet er kein geeignetes Werkzeug, kein ordentlicher Organismus steht ihm zur Verfügung, und der Astralleib muß sich wieder zurückziehen. So bleibt der physische Leib zurück, der dann tot geboren wird. Mithin wird eine Totgeburt bewirkt durch eine physisch schlechte Säftemischung, die kein geeignetes Werkzeug für den geistig-seelischen Menschenkeim geliefert hat. Der physische Leib gedeiht nur soweit, als höhere Wesensglieder in ihm wohnen können. Sie sehen, wie man ins einzelne gehen muß beim Studium karmischer Zusammenhänge.
[ 21 ] If the “I”-body is to gradually take hold, then warm red blood must be present within the physical body. All animals that have red blood were separated from human beings at a time when the “I” state was being prepared for humanity. From this we can see that the physical organs must be in good order if the higher bodies are to take up residence in them. It is important to bear in mind that the physical body is shaped in its form by purely physical heredity. Now, the composition of the bodily fluids may be incorrect, even though the parents are otherwise well-suited to one another spiritually and psychologically. In such cases, a properly formed physical body does not develop; the human embryo receives a physical body in which the higher bodies cannot take up residence. For example, the etheric body unites with the physical body, and now the astral body is supposed to take possession of the physical body. But it finds no suitable instrument—no properly functioning organism is available to it—and the astral body must withdraw again. Thus, the physical body is left behind and is then stillborn. Consequently, a stillbirth is caused by a physically poor mixture of bodily fluids, which has failed to provide a suitable vessel for the spiritual-soul human embryo. The physical body thrives only to the extent that higher aspects of the being can dwell within it. You see how one must go into detail when studying karmic relationships.
[ 22 ] Wie kommen nun karmische Ausgleiche zustande? Wenn jemand einer anderen Person etwas zugefügt hat, so muß das zwischen ihnen karmisch wieder ausgeglichen werden. Dazu aber müssen die betreffenden Personen gleichzeitig verkörpert sein. Wie geschieht das? Was bringt die Menschen zusammen, welche Kräfte bewirken das? Die Technik des Karma ist folgende: Das Böse, das ich einem Menschen angetan habe, ist geschehen, dadurch hat er gelitten. Nun sterbe ich, gehe ins Kamaloka. Zunächst unmittelbar nach dem Tode muß ich es im Erinnerungstableau sehen; das schmerzt nicht. Dann lebe ich mein Leben zurück. Komme ich in der Kamalokazeit wieder an den Punkt, da muß ich in den ausgehaltenen Schmerz des anderen Menschen nun selbst erleiden. Da kommt also der Gefühlsinhalt hinzu; der prägt sich wie ein Stempel in den Astralleib ein. Ich nehme etwas von diesem Schmerz als Ausbeute ins Devachan mit, es bleibt davon eine Kraft in mir als Ergebnis dessen, was ich an dem anderen Menschen erlebt habe. Ich muß in des anderen Menschen Schmerz oder auch Freude hineinschlüpfen, die er durchleben mußte; das zieht gewisse Kräfte in den Astralleib, so daß ich eine große Menge von Kräften mitnehme ins Devachan.
[ 22 ] How, then, does karmic balance come about? If someone has caused harm to another person, this must be karmically balanced between them. For this to happen, however, the individuals involved must be incarnated at the same time. How does this happen? What brings people together; what forces bring this about? The mechanism of karma is as follows: The evil I have done to another person has occurred, and as a result, that person has suffered. Now I die and go to Kamaloka. Immediately after death, I must first see it in the tableau of memories; that does not cause pain. Then I relive my life. When, during my time in Kamaloka, I return to that point, I must now suffer for myself the pain that the other person endured. This is where the emotional content comes into play; it is imprinted on the astral body like a stamp. I take some of this pain with me to Devachan as a result; a force remains within me as the outcome of what I experienced through the other person. I must slip into the pain or joy that the other person had to go through; this draws certain forces into the astral body, so that I take a great abundance of forces with me into Devachan.
[ 23 ] Komme ich nun zurück zu einer neuen Verkörperung, so ziehen mich diese Kräfte wieder zu dem betreffenden Menschen hin, zum Ausgleich des Karmas. So werden alle Menschen zusammengeführt, die einmal etwas miteinander erlebt haben; sie haben während der Kamalokazeit sich diese Kräfte einverleibt.
[ 23 ] When I return in a new incarnation, these forces draw me back to the person in question to balance out the karma. In this way, all people who have once shared an experience with one another are brought together; they have incorporated these forces during the Kamaloka period.
[ 24 ] Selbstverständlich können in einem physisch verkörperten Menschen auch Kamaloka-Erlebnisse mit mehreren Menschen sein, um ihr Karma auszugleichen. Ein Beispiel soll uns auch das klarmachen. Ein in der Geheimwissenschaft bekannter Fall sagt folgendes: Ein Mensch wurde von fünf Richtern zum Tode verurteilt. Was war da geschehen? Dieser eine hatte im vorigen Leben eben diese fünf getötet, und die karmischen Kräfte hatten diese sechs Menschen zusammengeführt zum karmischen Ausgleich. Daraus entsteht nun aber nicht etwa eine nie endende karmische Kette, sondern andere karmische Beziehungen ändern den weiteren Verlauf.
[ 24 ] Of course, a physically embodied human being may also have Kamaloka experiences involving several people in order to balance their karma. An example will help clarify this. A case known in esoteric science describes the following: A man was sentenced to death by five judges. What had happened? In his previous life, this man had killed these very five people, and the karmic forces had brought these six people together for karmic balance. However, this does not result in a never-ending karmic chain; rather, other karmic relationships alter the further course of events.
[ 25 ] Sie sehen, geheimnisvoll arbeiten die geistigen Kräfte, um das komplizierte Menschengebilde zustande zu bringen. Manche wichtige, große Gesichtspunkte werden uns noch klar werden, wenn wir in den nächsten Tagen die ganze Entwickelung der Erde und des Menschen betrachten werden.
[ 25 ] As you can see, spiritual forces work in mysterious ways to bring about the complex human being. Some important, far-reaching perspectives will become clear to us as we examine the entire evolution of the Earth and humankind over the next few days.
