Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
4 March 1907, Berlin
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Original Impulses of Spiritual Science, tr. SOL
16. Der Lebenslauf des Menschen im Zusammenhang mit der planetarischen Evolution
16. The Life Course of Human Beings in the Context of Planetary Evolution
[ 1 ] Ich möchte Ihnen heute eine Art Ergänzung und Erweiterung dessen geben, was im letzten Vortrag über den Lebenslauf des Menschen gesagt worden ist. Wir können dabei einige intimere Dinge besprechen und außerdem an dieser oder jener Stelle etwas einfügen, was im öffentlichen Vortrag weggelassen werden mußte. Vor allen Dingen möchte ich Ihnen diesen Lebenslauf in ein großes Ganzes hinstellen. Ich möchte Ihnen zeigen, wie der Mensch, so wie er heute vor uns steht, in der Tat eine Art von Mikrokosmos ist, eine kleine Welt; wie er alles das, was uns rings umgibt, nicht nur auf der Erde, sondern in gewisser Beziehung auch im Sternenhimmel als Gesetz seiner Entwickelung in sich schließt.
[ 1 ] Today I would like to offer you a sort of supplement and expansion of what was said in the last lecture about the course of human life. In doing so, we can discuss some more intimate matters and also add here and there something that had to be omitted from the public lecture. Above all, I would like to present this course of life to you as a grand whole. I would like to show you how human beings, as they stand before us today, are in fact a kind of microcosm, a small world; how they encompass within themselves everything that surrounds us—not only on Earth, but in a certain sense also in the starry heavens—as the law of their development.
[ 2 ] Wie Sie sich erinnern, ist hier schon öfters davon gesprochen worden, daß unsere Erde eine ähnliche Entwickelung wie der Mensch selbst durchzumachen hat; daß unsere Erde nicht von Anfang an dieser Planet war, den wir heute bewohnen, sondern daß sie sozusagen die Wiederverkörperung anderer Planeten ist. Im Sinne der Geisteswissenschaft sprechen wir davon, daß unsere Erde sich aus einem Planeten entwickelt hat, der unserer Erde vorangegangen ist, allerdings vor einer ungeheuren Anzahl von Jahren, und wir haben öfter davon gesprochen, daß dieser Planet im Okkultismus den Namen «Mond» trägt. Nicht etwa, weil er irgendwie zusammengeworfen werden dürfte mit dem heutigen Mond. Der heutige Mond, der ein Nebenplanet unserer Erde ist, ist eine Art von Schlacke, die als unbrauchbar abgeworfen worden ist. Sie könnten den Vorgänger der Erde sich herausbilden sehen, wenn Sie alles, was unsere Erde und was der Mond heute ist, mit allem, was sie an Geistigem und an Seelischem enthalten, durcheinanderrühren könnten. Da würden Sie einen Planeten erhalten, der etwa der Vorgänger unserer Erde, der Mond sein würde. Auf jenem Mond, aus dem sich unsere Erde allmählich herausgebildet hat, war der physische Mensch noch nicht in seiner heutigen Form vorhanden, sondern es lebte eine Art physischer Vorgänger des Menschen auf dem Monde, aber dieser Vorgänger war noch recht tierischer Art. Sie dürfen sich nicht vorstellen, daß das, was heute Mensch ist, in dem tierischen Menschen des Mondes enthalten gewesen wäre. Das würde eine materialistische Vorstellung sein. Auf dem alten Monde wandelten Wesen tierisch-menschlicher Art umher, höher als die jetzigen Säugetiere, aber tiefer als der heutige Mensch. Was heute als Seele im Inneren des Menschen ist, war auf dem Monde noch nicht in seinem Inneren. Das war etwas, was den Menschen damals so einhüllte, wie ihn heute unsichtbar seine astralische Aura umgibt.
[ 2 ] As you may recall, it has often been mentioned here that our Earth must undergo a development similar to that of human beings themselves; that our Earth was not, from the very beginning, the planet we inhabit today, but that it is, so to speak, the reincarnation of other planets. In the context of spiritual science, we speak of our Earth having evolved from a planet that preceded it—albeit an immense number of years ago—and we have often mentioned that this planet is known in occultism as the “Moon.” Not, however, because it should in any way be conflated with today’s Moon. Today’s Moon, which is a satellite of our Earth, is a kind of slag that has been cast aside as useless. You could envision the Earth’s predecessor taking shape if you could mix together everything that our Earth and the Moon are today, along with all that they contain in terms of the spiritual and the soul. You would then obtain a planet that would be, so to speak, the predecessor of our Earth—the Moon. On that Moon, from which our Earth gradually emerged, the physical human being did not yet exist in its present form; rather, a kind of physical predecessor of humanity lived on the Moon, but this predecessor was still quite animal-like. You must not imagine that what is human today was contained within the animal-like human of the Moon. That would be a materialistic conception. On the ancient Moon, beings of an animal-human nature roamed about—higher than today’s mammals, but lower than modern humans. What today exists as the soul within the human being was not yet present within them on the Moon. It was something that enveloped the human being at that time, just as their astral aura invisibly surrounds them today.
[ 3 ] Ich habe öfter gesagt, daß des Nachts des Menschen Astralleib herausgeht aus dem physischen Leib. Der Astralleib hängt dann im Schlafe nur durch einen dem Hellseher wahrnehmbaren astralischen Strang in der Gegend der Milz mit dem physischen Leibe zusammen. Die Milz hat nicht nur eine physische Aufgabe, sondern es ist auch ihre Funktion, den Zusammenhang des Physischen mit dem geistig-seelischen Teil des Menschen zu vermitteln. Die Milz ist der Anknüpfungspunkt des physischen Leibes an den Astralleib. Daher können Sie in jedem Lehrbuch der Anatomie lesen, daß man über die Milz nichts Rechtes weiß. Die Milz ist eines derjenigen Organe, die an der Grenze der physischen Organe stehen. Der Astralleib, der also während des Schlafes nur durch die Milz mit dem physischen Leib verbunden ist, arbeitet daran, die Ermüdungsstoffe aus dem physischen Leib hinwegzuschaften. Für den Hellseher erscheint der schlafende Mensch wie in eine merkwürdige Wolke gehüllt, die an dem physischen Leib fortwährend arbeitet.
[ 3 ] I have often said that at night a person’s astral body leaves the physical body. During sleep, the astral body is connected to the physical body only by an astral cord—perceptible to the clairvoyant—in the region of the spleen. The spleen does not merely have a physical function; it also serves to mediate the connection between the physical and the spiritual-psychic aspects of the human being. The spleen is the point of connection between the physical body and the astral body. That is why you can read in any anatomy textbook that nothing is really known about the spleen. The spleen is one of those organs that lie on the borderline of the physical organs. The astral body—which, during sleep, is connected to the physical body only through the spleen—works to remove the products of fatigue from the physical body. To the clairvoyant, the sleeping person appears to be enveloped in a strange cloud that is constantly working on the physical body.
[ 4 ] Was nun heute im Schlafe außerhalb des physischen Leibes ist, das war während des Mondenzustandes ständig außerhalb des physischen Leibes und hing zusammen mit dem allgemeinen göttlichen Weltengeist. Ein Teil der den Mond umhüllenden Geistigkeit schnürte sich erst im Erdendasein für den Menschen ab. Daher sagt der Okkultismus zwar: Der Mensch hat einen Vorgänger tierisch-geistiger Art. Aber nie hätte sich daraus von selbst der heutige Mensch entwickelt, wenn Sie nur materialistische Vorstellungen gelten lassen. Was von außen wirkte, mußte eindringen und sich zu späteren Stufen hinaufbilden. Es fand also wirklich auf der Erde jene Beseelung statt, von der in der Paradiesesmythe gesprochen wird. Diese Paradiesesmythe können Sie im weitesten Sinne wörtlich nehmen. Die Luft, wie sie uns heute umgibt, war auf dem Monde der richtige Körper der Menschenseele. Dazumal war die Luft noch ganz durchgeistigt. Wie die Erde heute nur von physischer Luft umgeben ist, so war der Mond von einer Hülle umgeben, die von Seelensubstanz durchdrungen war. Und nun verstehen Sie, warum die Luft entseelt, physisch geworden ist. Die Seele ging in den Körper ein: «Und Gott hauchte dem Menschen den lebendigen Odem ein, und also ward der Mensch eine lebendige Seele.» Es ist die tiefste Weisheit in dieser Paradiesesmythe.
[ 4 ] What is now outside the physical body during sleep was constantly outside the physical body during the lunar stage and was connected to the universal divine world spirit. A portion of the spirituality enveloping the Moon only became separate from humanity during earthly existence. That is why occultism states: Human beings have an animal-spiritual predecessor. But modern human beings would never have developed from this on their own if you accept only materialistic conceptions. What acted from the outside had to penetrate and evolve into later stages. Thus, the animation described in the myth of Paradise truly took place on Earth. You can take this myth of Paradise literally in the broadest sense. The air that surrounds us today was, on the Moon, the true body of the human soul. At that time, the air was still entirely imbued with spirit. Just as the Earth today is surrounded only by physical air, so the Moon was surrounded by a shell permeated by soul substance. And now you understand why the air has become devoid of spirit, why it has become physical. The soul entered the body: “And God breathed into man the breath of life, and thus man became a living soul.” This is the deepest wisdom contained in this myth of Paradise.
[ 5 ] Auf dem Monde als physischem Weltkörper war der Mensch also als physisches Wesen viel unvollkommener, und dementsprechend war auch alles noch nicht so weit gediehen wie heute. Ich habe Ihnen auch diesen Mondleib hier schon öfter beschrieben. Wir wollen uns noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie dieser Weltkörper wohl ausgesehen hat. Solche Felsen, solche Ackerkrume, solchen festen Boden, auf dem wir heute herumtreten, gab es auf dem Monde nicht. Dieser alte Mond war als Weltkörper eine Art von halb lebendem Wesen. Stellen Sie sich ein Torfmoor vor, aber noch mehr durchlebt als der heutige Torf — wie einen Pflanzenbrei etwa oder wie Spinat. Diese breiige Masse war durchzogen von verholzten Substanzen. Statt unserer heutigen Felsen gab es auf dem Monde eine Art von Holzgrundlage, und darüber eine Masse, halb Pflanze, halb Stein. Darauf wuchsen nun Wesenheiten, die mitten zwischen Pflanzen und Tieren standen, sozusagen Pflanzentiere. Die heutigen Schmarotzerpflanzen sind Nachzügler solcher Pflanzen, wie sie auf dem Mond gelebt haben, so vor allem die Mistel. Sie kann nur auf andern Pflanzen wachsen, weil sie eine zurückgebliebene Mondenpflanze ist, die auf dem Mond auf einer Art Pflanzengrundlage wuchs. Damit hängt die besondere Bedeutung der Mistel in der Volksdichtung zusammen.
[ 5 ] On the Moon, as a physical celestial body, human beings were therefore much less developed as physical beings, and accordingly, everything was not yet as advanced as it is today. I have also described this lunar body to you here on several occasions. Let us recall once more what this celestial body probably looked like. There were no rocks like these, no topsoil like this, and no firm ground like the one we walk on today on the Moon. This ancient Moon, as a celestial body, was a kind of semi-living being. Imagine a peat bog, but even more decomposed than today’s peat—like a plant pulp, for example, or like spinach. This pulpy mass was permeated by lignified substances. Instead of the rocks we have today, the Moon had a kind of woody foundation, and on top of that a mass that was half plant, half stone. On this mass grew beings that stood halfway between plants and animals—plant-animals, so to speak. Today’s parasitic plants are remnants of such plants as those that lived on the Moon—most notably mistletoe. It can grow only on other plants because it is a vestigial lunar plant that grew on the Moon on a kind of plant-based substrate. This explains the special significance of mistletoe in folk poetry.
[ 6 ] Über diesen Wesenheiten, die halb Pflanzen und halb Tiere waren, standen die Menschen. Wäre der Mond geblieben, wie er damals war, hätte er alles das bei sich behalten, so hätten die Seelen der Menschen es niemals dahin bringen können, den 'Tiermenschen auf dem Monde hinaufzuentwickeln zu der heutigen menschlichen Gestalt. Die ganze Substanz des Mondes war nicht dazu angetan, daß man aus ihr heraus den Menschen hätte weiterbringen können. Dazu mußte erst das, was heute im Monde ist, herausgeworfen werden. Erst dadurch entstand aus dem Erdenmaterial die Möglichkeit, den Tiermenschen zur Stufe des heutigen Menschen hinaufzuentwickeln. So haben wir einen Vorgänger unserer Erde, den wir den Mondplaneten nennen, der eine Zusammenfassung unserer heutigen Erde mit dem heutigen Mond ist, der nur von ihr abgeworfen wurde, damit die geläuterte Substanz gewonnen würde, um den Menschen in der Form, wie er sich heute darstellt, zustande zu bringen.
[ 6 ] Above these beings, which were half plant and half animal, stood human beings. If the Moon had remained as it was back then, it would have retained all of that within itself, and the souls of human beings would never have been able to evolve the “animal-men on the Moon” into the human form we see today. The entire substance of the Moon was not suited to enabling the further development of humankind from within it. To achieve this, what is now in the Moon first had to be cast out. Only then did the material of the Earth provide the possibility of evolving the animal-man to the stage of modern humanity. Thus, we have a predecessor to our Earth, which we call the lunar planet—a synthesis of our present-day Earth and the present-day Moon—that was cast off from it solely so that the purified substance could be obtained to bring forth humanity in the form in which it exists today.
[ 7 ] Noch weiter vorher war unsere Erde ein Planet, den man in der Geisteswissenschaft «Sonne» nennt, der aber wiederum nicht das gleiche ist wie die heutige Sonne. Wenn Sie die heutige Erde, die heutige Sonne und den heutigen Mond zusammenrührten, mit allen Wesen, die zu ihnen gehören, dann bekämen Sie den Planeten, der die frühere Sonne war. Die Sonne ist in ihrer Art, kosmisch genommen, ein viel höheres Wesen als unsere Erde. Ihre Bewohner sind solche geistigen Wesenheiten, die immer in einem Zustande leben, in dem sich der Mensch nur befindet, wenn er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in der Devachanwelt ist. Es sind devachanische Wesen, die wir unsere devachanischen Genossen nennen könnten. Damit nun diese Wesen, die schon früher die Stufen durchgemacht haben, die der heutige Mensch durchläuft, zu dieser Stufe aufsteigen konnten, mußten sie ihrerseits vorher den damaligen Mond abschieben, geradeso wie die Erde später den heutigen Mond. Das mußte aus der damaligen Sonne herausgesetzt werden und dadurch ist jener Planet zum Fixstern avanciert. Ein Stern ist nicht von Anfang an Fixstern. In Wahrheit hat sich ein Fixstern aus einem Planeten entwickelt. Auch unsere Erde wird einst ein Fixstern werden, sie wird dann auch eine Sonne sein, und unsere Erdenbewohner werden dann ebenfalls ein geistiges Dasein haben wie heute die Sonnenbewohner. Dazu mußte aber der Mond erst abgeworfen werden.
[ 7 ] Even earlier, our Earth was a planet that spiritual science calls the “Sun,” though it, in turn, is not the same as today’s Sun. If you were to mix together today’s Earth, today’s Sun, and today’s Moon—along with all the beings that belong to them—you would obtain the planet that was the former Sun. Cosmically speaking, the Sun is, in its nature, a much higher being than our Earth. Its inhabitants are spiritual beings who always live in a state that a human being experiences only when he or she is in the Devachan world between death and a new birth. They are Devachanic beings whom we might call our Devachanic companions. In order for these beings—who had already passed through the stages that present-day humans go through—to ascend to this stage, they in turn had to cast off the Moon of that time, just as the Earth later cast off the present-day Moon. This had to be expelled from the Sun of that time, and as a result, that planet became a fixed star. A star is not a fixed star from the very beginning. In truth, a fixed star has developed from a planet. Our Earth, too, will one day become a fixed star; it will then also be a sun, and the inhabitants of Earth will then likewise have a spiritual existence, just as the inhabitants of the sun do today. For this to happen, however, the Moon first had to be cast off.
[ 8 ] Diese Sonne hat sich ihrerseits aus einem Planeten entwickelt, der schon so weit zurückliegt, daß die heutige Menschheit sehr schwer eine Vorstellung davon gewinnen kann. Dazu gehört schon eine hohe Initiation. Man nennt diesen Planeten «Saturn». Der Saturn verwandelte sich in die Sonne, die Sonne in den Mond, der Mond in die Erde, die Erde wird sich verwandeln in « Jupiter», der Jupiter in «Venus» und die Venus in einen Planeten, den man als «Vulkan» bezeichnet.
[ 8 ] This Sun, in turn, evolved from a planet so distant in the past that it is very difficult for humanity today to even conceive of it. This requires a high level of initiation. This planet is called “Saturn.” Saturn transformed into the Sun, the Sun into the Moon, the Moon into the Earth; the Earth will transform into “Jupiter,” Jupiter into “Venus,” and Venus into a planet known as “Vulcan.”
[ 9 ] Nun kann aber jemand fragen: Eine Venus steht heute auch schon am Himmel, und ein Jupiter ebenfalls — wie verhalten sich nun all diese Planeten zueinander? Daß unsere heutige Menschheit jemals auf dem Saturn war, der heute im Weltenraum draußen ist, wäre eine ganz und gar falsche Vorstellung. Das wäre dasselbe, wie wenn Sie ein Kind von sechs Jahren und einen Mann von fünfzig Jahren vor sich hätten und nun glauben würden, daß die Kräfte des Kindes jemals auf diesen Mann übergehen könnten. Der Mann war auch einmal ein sechsjähriges Kind, er hat ganz dasselbe Stadium durchgemacht. So ist es auch mit dem jetzigen Planeten Saturn. Er hat mit der Erdenentwickelung nichts zu tun, aber er stellt jenes Stadium dar, in welchem die Erde auch einmal war. Wie der fünfzigjährige Mann dasselbe war, wie der sechsjährige Knabe ist, so war unsere Erde auch einmal in einem ähnlichen Zustand wie der heutige Saturn, die heutige Sonne und der heutige Mond. Wenn Sie aber die heutige Venus betrachten, so stellt sie uns einen Zukunftszustand der Erde dar. Die Erde wird einmal in einem solchen Zustand sein. Die Venus ist nicht irgendein Himmelskörper, den der Mensch einmal bewohnen wird, sondern die Erde wird auch einmal Venus sein. Das sind Gattungsnamen, die die betreffenden Stadien eines Planeten darstellen.
[ 9 ] Now, someone might ask: Venus is already visible in the sky today, and so is Jupiter—so how do all these planets relate to one another? It would be a completely false notion to think that humanity today has ever been to Saturn, which is out there in outer space. That would be the same as if you had a six-year-old child and a fifty-year-old man standing before you and believed that the child’s powers could ever be transferred to this man. The man, too, was once a six-year-old child; he went through exactly the same stage. The same is true of the present-day planet Saturn. It has nothing to do with Earth’s evolution, but it represents the stage in which Earth itself once was. Just as the fifty-year-old man was once the same as the six-year-old boy is now, so too was our Earth once in a state similar to that of present-day Saturn, the present-day Sun, and the present-day Moon. But when you look at present-day Venus, it represents a future state of the Earth. The Earth will one day be in such a state. Venus is not just any celestial body that humans will one day inhabit; rather, the Earth, too, will one day become Venus. These are generic terms that represent the respective stages of a planet.
[ 10 ] So wie nun der Mensch heute vor Ihnen steht, besteht er aus dem physischen Leib, der dieselben Stoffe in sich hat, welche auch das ganze Mineralreich in sich hat. Ferner besteht er aus dem Ätherleib, den auch die Pflanze hat, dann aus dem AÄstralleib, den auch das Tier hat, und dann aus dem Ich. Gehen wir nun bis zum Saturn zurück, so hatte der Mensch — der damalige physische Menschenvorfahr — noch nichts als die Anlage zum physischen Leib. Die Anlage zum Ätherleib bekommt er erst auf der Sonne dazu, die Anlage zum Astralleib auf dem Mond, und das Ich entwickelt sich auf der Erde. Das ist der Sinn der aufeinanderfolgenden Entwickelung.
[ 10 ] Just as the human being stands before you today, he consists of the physical body, which contains the same substances found throughout the entire mineral kingdom. Furthermore, he consists of the etheric body, which the plant also possesses; then the astral body, which the animal also possesses; and finally, the I. If we now go back to Saturn, human beings—the physical ancestors of humankind at that time—had nothing but the potential for the physical body. They first acquire the potential for the etheric body on the Sun, the potential for the astral body on the Moon, and the “I” develops on Earth. This is the meaning of the successive stages of development.
[ 11 ] Nun war aber auf dem Saturn nicht so etwas vorhanden wie ein heutiger physischer Menschenleib. Als der Saturn am dichtesten war, war er folgendermaßen: Wenn ich hier spreche, bringe ich die Luft in Schwingungen. Bräuchten Sie meine Worte nicht zu hören, könnte ich die Luft in Bewegung bringen, ohne zu sprechen, könnten Sie die Schwingungen meiner Worte sehen - die ganz bestimmten Luftbewegungen -, so würden Sie Abbilder meiner Worte sehen. Wenn Sie dann den Zusammenhang wüßten, dann könnten Sie aus den Schwingungen entnehmen, was ich gesprochen habe. Meine Worte sind der Grund, daß die Luft hier in Bewegung ist. Denken Sie sich nun einmal, Sie könnten die Luftwellen in einem Moment ganz erstarren lassen: dann würden meine Worte herunterfallen. Sie würden auf der Erde etwas wie Austernschalen haben, und Sie könnten in der festgewordenen Luft die Formen meiner Worte sehen. So ungefähr müssen Sie sich den menschlichen Leib, die tierischen Leiber, die Pflanzen und die mineralischen Kristalle auf dem Saturn vorstellen: aus ihrer Erstarrung heraus aufgelöst bis zum luftförmigen Zustand. Denn all dies hat damals auf dem Saturn nur als eine wogende, wallende Luftmaterie gelebt. Was heute ein Kristall ist, ist festgewordene wallende Materie vom Saturn. Ebenso ist es mit den Pflanzen und mit den Tieren, die auf dem Saturn als Schwingungen der leichten, feinen Saturnmaterie existiert haben. Genauso war es, wie wenn von höheren Geistern alle Wesen in die Saturnmaterie hineingesprochen worden wären, wie ich hier die Schwingungen in die Luft hineinspreche. Die schöpferischen Geister des Saturn brachten die Saturnmaterie in innere Schwingungen, welche die Vorboten für die späteren Pflanzen, Tier- und Menschenleiber waren.
[ 11 ] However, on Saturn there was no such thing as a physical human body as we know it today. When Saturn was at its densest, it was like this: When I speak here, I cause the air to vibrate. If you did not need to hear my words, and if I could set the air in motion without speaking—if you could see the vibrations of my words—that is, the very specific movements of the air—then you would see images of my words. If you then knew the context, you could deduce from the vibrations what I had said. My words are the reason the air is moving here. Now imagine for a moment that you could cause the air waves to freeze completely in an instant: then my words would fall to the ground. You would have something like oyster shells on the earth, and you could see the shapes of my words in the solidified air. This is roughly how you must imagine the human body, the bodies of animals, plants, and mineral crystals on Saturn: dissolved from their solidified state down to an air-like state. For all of this once existed on Saturn only as a surging, undulating airy substance. What is a crystal today is solidified, billowing matter from Saturn. The same is true of plants and animals, which existed on Saturn as vibrations of the light, fine Saturnian matter. It was exactly as if higher spirits had spoken all beings into the Saturnian matter, just as I am speaking these vibrations into the air here. The creative spirits of Saturn set the Saturnian matter into inner vibrations, which were the precursors to the later plant, animal, and human bodies.
[ 12 ] Das ist der Anfang unserer Evolution - «Im Anfang war das Wort». Das Wort durchtönte die Saturnmaterie, und alle Wesen waren in Schwingungen in dieser Saturnmaterie. Denken Sie zum Vergleich an die Chladnischen Klangfiguren: Wenn Sie eine Messingplatte, die Sie mit feinem Sand oder Staub bestreut haben, mit einem Violinbogen streichen, so bekommen Sie auf der Platte die verschiedensten Figuren. Das beruht darauf, daß Sie die Platte festgehalten und sie gestrichen haben. Durch das Streichen bekommen Sie einen Ton mit gewissen Schwingungen und Linien. Wo die Platte nicht schwingt, bleibt der Staub liegen, woanders schüttelt sie ihn ab. Hier können Sie gleichsam aus der Klangfärbung die Figuren herauslocken, wie sie einstmals - im Anfang durch das «Wort» - in die Materie hineingesprochen wurden. Materie ist innerlich nach den Gesetzen der Tonschwingungen gestaltet und gegliedert. Nach und nach sind aus diesen Schwingungen heraus jene festen Körper geworden.
[ 12 ] This is the beginning of our evolution—“In the beginning was the Word.” The Word resonated through the Saturn matter, and all beings were in vibration within this Saturn matter. Think, by way of comparison, of Chladni’s sound figures: If you stroke a brass plate—which you have sprinkled with fine sand or dust—with a violin bow, you will see a wide variety of figures appear on the plate. This is because you held the plate steady and stroked it. By stroking it, you produce a tone with certain vibrations and lines. Where the plate does not vibrate, the dust remains; elsewhere, it shakes it off. Here you can, as it were, coax the figures out of the timbre, just as they were once—in the beginning, through the “Word”—spoken into matter. Matter is internally shaped and structured according to the laws of sound vibrations. Gradually, these vibrations have given rise to solid bodies.
[ 13 ] Auf der Sonne kam der Ätherleib hinzu und durchgeistigte jetzt einen Teil dieser Formen, die auf dem Saturn sich herausgebildet hatten. Die von ihm durchgeistigte Form hob sich hinauf bis zu einer Art von Pflanzendasein. Auf dem Mond kam dazu der Astralleib. Hier hoben sich die Wesen hinauf bis zu einer Art von tierischem Dasein. Auf der Erde kam dazu die Beseelung mit dem Ich. Es konnte aber der Mensch auf der Erde nur dadurch entstehen, daß von dem Vorgänger der Erde das abgeworfen ist, was die heutige physische Mondmaterie geworden ist. Es werden weiter von der Erde gewisse Bestandteile auszusondern sein, damit der Mensch sich weiterentwickeln kann zum Jupiterdasein, zur Venus und zum Vulkan.
[ 13 ] On the Sun, the etheric body was added and now spiritualized a portion of these forms that had developed on Saturn. The form spiritualized by it rose to a kind of plant existence. On the Moon, the astral body was added. Here, the beings rose to a kind of animal existence. On Earth, the endowment with the “I” was added. However, human beings on Earth could only come into being because what has become today’s physical lunar matter was cast off by Earth’s predecessor. Certain components will still need to be separated from Earth so that human beings can continue to evolve toward a Jupiter existence, then to Venus, and finally to Vulcan.
[ 14 ] Nun müssen Sie sich darüber klar sein, daß man im Okkultismus die erste und die zweite Hälfte der Erde sorgfältig unterscheidet, weil die Erde in der ersten Hälfte einen Durchgang durch den Mars erlebte. Damals wurde die Möglichkeit aufgenommen, warmes, rotes Blut zu bilden. Der Eisengehalt der Erde rührt von dem Mars her, und die Eingliederung des Eisens in das Blut hängt mit diesem Marsdurchgang zusammen. Die alten griechischen und römischen Eingeweihten, die gewußt haben, daß gerade mit dem roten Blut das Mutartige, das Aggressive den Menschen gegeben worden ist, bezeichneten daher den Mars als den Kriegsgott. Die Namen, welche heute die Astronomen neu entdeckten Gestirnen geben, entspringen der Willkür. Damals betrachtete man den Namen noch als etwas, was aus der Natur der Sache heraus genommen wurde. Die mutartige Natur der Seele hängt so mit den Kräften zusammen, welche die Erde dem Mars verdankt. So gab man dem Mars als dem Mutigen den Namen des Kriegsgottes. Dagegen hängt die zweite Hälfte der Erde immer mehr mit Kräften zusammen, welche die Erde dem Merkur verdanken wird. Der Zusammenhang der Erde mit dem Merkur ist aber mehr geistiger Art.
[ 14 ] Now you must understand that in occultism, a careful distinction is made between the first and second halves of the Earth’s history, because during the first half, the Earth underwent a transit through Mars. At that time, the capacity to produce warm, red blood was established. The Earth’s iron content originates from Mars, and the incorporation of iron into the blood is connected to this passage through Mars. The ancient Greek and Roman initiates, who knew that it was precisely through red blood that courage and aggressiveness were bestowed upon human beings, therefore designated Mars as the god of war. The names that astronomers today give to newly discovered celestial bodies are arbitrary. Back then, a name was still regarded as something derived from the very nature of the thing itself. The courageous nature of the soul is thus connected to the forces that the Earth owes to Mars. Thus, Mars, as the embodiment of courage, was given the name of the god of war. In contrast, the second half of the Earth is increasingly connected to forces that the Earth will owe to Mercury. The Earth’s connection to Mercury, however, is of a more spiritual nature.
[ 15 ] So haben Sie also als die verschiedenen Stadien unseres Planeten: Saturn, Sonne, Mond, Mars, weil davon der starke Einfluß kam, dann Merkur, Jupiter, Venus und Vulkan. Dies ist dann ausgedrückt in der Aufeinanderfolge der Wochentage. Die Eingeweihten haben in den Namen der Wochentage die Aufeinanderfolge der Erdeninkarnationen zum Ausdruck gebracht. Anfangen müssen Sie beim Sonnabend, der Saturntag war. Er heißt heute noch im Englischen Saturday, holländisch Zaterdag. Dann kommt der Sonntag, der Montag, der Marstag, französisch mardi; im alten Germanischen war Ziu der Kriegsgott, daher also «Ziustag», englisch Tuesday. Mittwoch ist ein mehr exoterischer Name, er hat bei den Alten Merkurtag geheißen, mercredi im Französischen, im Germanischen Wodanstag -— weil Wodan eine Merkurwesenheit ist -, Woensdag holländisch, Wednesday englisch. Dann haben wir den Jupitertag, französisch jeudi. Der Jupiter der Deutschen ist Donar, der Donnerer, also Donnerstag. Dann Venustag, französisch vendredi, deutsch Freyatag. Und dann beginnt es wieder von neuem, weil Vulkan ein neues Stadium des Saturn ist.
[ 15 ] So you have, as the various stages of our planet: Saturn, the Sun, the Moon, Mars—because their influence was strong—then Mercury, Jupiter, Venus, and Vulcan. This is then expressed in the sequence of the days of the week. The initiates expressed the sequence of earthly incarnations in the names of the days of the week. You must begin with Saturday, which was Saturn’s day. It is still called Saturday in English and Zaterdag in Dutch. Then comes Sunday, Monday—Mars Day, “mardi” in French; in Old Germanic, Ziu was the god of war, hence “Ziustag,” or “Tuesday” in English. Wednesday is a more exoteric name; among the ancients it was called “Mercury Day,” “mercredi” in French, and “Wodanstag” in Germanic—because Wodan is a Mercury entity—“Woensdag” in Dutch, “Wednesday” in English. Then we have Jupiter’s day, “jeudi” in French. The German Jupiter is Donar, the Thunderer, hence “Donnerstag.” Then comes Venus’s day, “vendredi” in French, “Freyatag” in German. And then it starts all over again, because Vulcan is a new stage of Saturn.
[ 16 ] Was ich Ihnen jetzt geschildert habe, hat dieser Menschenleib alles bis zu einem gewissen Grade mitgemacht. Die Nachspuren dessen, was im Saturn als Bewegung war, haben Sie jetzt im physischen Leib als Schwingungsvorgänge. Wenn also in den ersten sieben Jahren der physische Leib sich entwickelt, so ist das eine Art Wiederholung des Saturndaseins, und deshalb nennt man im Okkultismus die Zeit vom ersten bis siebenten Jahre, also bis zum Zahnwechsel, die Zeit des Saturndaseins. Da sind dieselben Kräfte tätig, die dazumal in ihrer ersten Anlage erschienen sind, als der Mensch nur seinem physischen Leib nach auf dem Saturn entwickelt war. Dann wird geboren der Ätherleib und damit die Kräfte, die mit dem Sonnendasein zusammenhängen. Wir nennen die Zeit vom siebenten bis vierzehnten oder sechzehnten Lebensjahr, in der diese Kräfte tätig sind, das Sonnendasein des Menschen. Sie müssen sich klar darüber sein, daß alle die Kräfte, die dazumal im Menschen waren, als die Kräfte des aufblühenden Lebens, also die Sonnenkräfte, herauskommen und sich entwikkeln in der Zeit vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife. Das ist aus dem Grunde nicht unwichtig, weil man nur dann anfängt, ein bißchen den Zusammenhang zwischen diesen menschlichen Kräften und den entsprechenden heutigen Formen jener Sterne zu verstehen, wenn man sich erinnert an jene Zeit, wo die Erde selbst ein ähnlicher Stern war. So sind in dem Kinde bis zum siebenten Jahr Kräfte wirksam, die auch mit dem heutigen Saturn verwandt sind. Hier sehen Sie den ersten inneren Keim zu jener ausgebreiteten und gewaltigen Weisheit, die als Astrologie aus den Zeiten der wirklichen großen Eingeweihten überliefert ist und die heute gar nicht mehr verstanden wird. Weil eine innere Verwandtschaft zwischen dem Saturn und den Kinderjahren da ist, verstehen Sie jetzt, wie diese Dinge innerlich zusammenhängen. Ebenso sehen Sie, wie die Kräfte der Sonne selbst herausgezogen sind. Was für den Menschen später wichtig ist, ist abgeschlossen worden mit Mond und Erde: die Formenkräfte sind insbesondere wichtig für die Entwickelung des Menschen vom siebenten Jahr bis zur Geschlechtsreife. Das gibt Ihnen wiederum einen richtigen Blick dafür, wie außerordentlich wichtig es ist, daß die Kinder gerade in dieser Zeit, in bezug auf ihren Ätherleib, zu dem, was man die geistige Sonne nennt, in einem tieferen Verhältnis stehen.
[ 16 ] Everything I have just described to you, this human body has experienced to a certain degree. The traces of what was movement on Saturn are now present in the physical body as vibrational processes. So when the physical body develops during the first seven years, this is a kind of repetition of the Saturn existence; that is why, in occultism, the period from the first to the seventh year—that is, until the teeth begin to fall out—is called the time of the Saturn existence. The same forces are at work here that first appeared in their initial form back when the human being was developed on Saturn solely in terms of the physical body. Then the etheric body is born, and with it the forces associated with the Solar phase. We call the period from the seventh to the fourteenth or sixteenth year of life, during which these forces are active, the human’s “Sun existence.” You must be clear about the fact that all the forces that were present in the human being back then emerge as the forces of blossoming life—that is, the solar forces—and develop during the period from the time of the change of teeth until sexual maturity. This is not unimportant for the following reason: one can only begin to understand, even a little, the connection between these human forces and the corresponding modern forms of those stars when one recalls the time when the Earth itself was a similar star. Thus, forces are at work in the child up to the age of seven that are also related to present-day Saturn. Here you see the first inner seed of that vast and powerful wisdom handed down as astrology from the times of the truly great initiates—a wisdom that is no longer understood at all today. Because there is an inner connection between Saturn and childhood, you can now understand how these things are intrinsically linked. Likewise, you can see how the forces of the Sun itself are drawn out. What is important for the human being later in life was completed through the Moon and the Earth: the formative forces are particularly important for human development from the seventh year until sexual maturity. This, in turn, gives you a true insight into how extraordinarily important it is that children, especially during this period, maintain a deeper connection—in relation to their etheric body—to what is called the spiritual Sun.
[ 17 ] Hier sehen Sie den mehr esoterischen Zusammenhang der Dinge, die ich schon im öffentlichen Vortrag angedeutet habe. Vor allem erinnern Sie sich, daß es in dieser Zeit besonders darauf ankommt, daß man dem Kinde Schönheitssinn beibringt. Bringt man ihm den Schönheitssinn in dieser Zeit nicht bei, dann kann man es später nicht mehr nachholen, weil dann ganz andere Kräfte wirksam sind. Diese Zeit hängt zusammen mit der Empfindung für Licht und Schatten, und Sie können nichts besseres tun, als wenn Sie dem Kinde Sinn für Licht und Schatten beibringen. Ich kenne einen schrbedeutenden Kunsthistotiker, der klagte einmal recht bitter: Da soll man den Leuten Kunstgeschichte-Vorlesungen halten. Wenn ich sie ihnen begreiflich zu machen versuche und ihnen Bilder zeige, so haben sie keine Ahnung. Die jungen Leute kommen vom Gymnasium her und haben keinen Sinn für Licht und Schatten; nicht einmal begreifen können sie, warum eine Hand verkürzt ist; man könnte gerade im weitesten Sinne an Licht und Schatten anknüpfen, aber die Leute haben sehr wenig Sinn dafür.
[ 17 ] Here you can see the more esoteric connection between things, which I have already hinted at in my public lecture. Above all, remember that during this period it is particularly important to instill a sense of beauty in the child. If you do not instill a sense of beauty in them during this period, you cannot make up for it later, because entirely different forces will be at work by then. This period is closely connected to the perception of light and shadow, and there is nothing better you can do than to teach the child a sense of light and shadow. I know a prominent art historian who once complained quite bitterly: “You’re supposed to give people lectures on art history. When I try to make it understandable to them and show them pictures, they have no idea. The young people come from high school and have no sense of light and shadow; they can’t even understand why a hand is foreshortened; one could build on light and shadow in the broadest sense, but people have very little sense of it.”
[ 18 ] Einen Schönheitssinn können die Menschen nur dann entwickeln, wenn sie das, was die Sonne auf der Erde schön macht, die geistigen Taten der Sonne, verstehen lernen. Das ist sehr wichtig. Die Wesen der Sonne haben ein geistig-göttliches Dasein. Deshalb ist es auch notwendig, daß in dieser Zeit die religiöse Entwickelung einsetzt. Dieses hängt zusammen mit der Entwickelung des Ätherleibes des Menschen. So wie die Sonne in kosmischer Entwickelung die Existenz ihrer Wesen zu Geistern erheben konnte, so ist der Mensch imstande, als Erzieher in dem Kinde zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife das Empfängliche, das Gefühl für das rein Geistige und für das Religiöse zu erwecken, weil da der Sonnenleib sich frei nach allen Seiten entwickelt.
[ 18 ] People can develop a sense of beauty only when they learn to understand what makes the Sun beautiful on Earth—the spiritual deeds of the Sun. This is very important. The beings of the Sun have a spiritual-divine existence. That is why it is also necessary for religious development to begin at this time. This is connected with the development of the human etheric body. Just as the Sun, in the course of cosmic evolution, was able to elevate the existence of its beings to the level of spirits, so too is the human being capable, as an educator, of awakening in the child—between the change of teeth and sexual maturity—a receptivity and a feeling for the purely spiritual and for the religious, because that is when the solar body develops freely in all directions.
[ 19 ] Vom vierzehnten bis einundzwanzigsten oder dreiundzwanzigsten Jahre haben Sie dann das Mondendasein des Menschen, in dem sein Astralleib vorzugsweise zur Geltung kommt. Das ist die Epoche des Daseins, in welcher leicht die Triebe herauskommen, die im eminentesten Sinne zu bekämpfen sind; wovon alles abzuwerfen ist, was nicht geläutert werden kann. Da kommt heraus, was wirklich manchmal so behandelt werden muß wie die Schlacke des Mondes; es muß wirklich manches herausgeworfen werden, wie es mit dem Mond geschehen ist.
[ 19 ] From the age of fourteen to twenty-one or twenty-three, you then experience the “lunar phase” of human existence, during which the astral body comes to the fore. This is the epoch of existence in which the instincts that must be combated in the most eminent sense easily come to the fore; everything that cannot be purified must be cast off. What emerges is what must sometimes truly be treated like the dross of the Moon; indeed, much must be cast out, just as happened with the Moon.
[ 20 ] Wir könnten gerade in diese Zeit noch manchen tiefen Blick hineintun und würden dabei sehen, wie tief der Mensch mit dem ganzen Weltenbau zusammenhängt. Wir würden sehen, wie in der Tat dadurch, daß der Mensch nicht imstande ist, gewisse Kräfte, die eigentlich Mondenkräfte sind, aus sich herauszuwerfen, jene furchtbaren Erkrankungen herauskommen, die man als Jugendblödsinn, Dementia praecox, bezeichnet. Das ist eine spezifische Erscheinung, die durch ihren eigentümlichen Symptomcharakter verrät, wie sie an dem eben aus dem Ätherleib sich herausgestaltenden Astralleib haftet. Versuchen Sie einmal, einen solchen Menschen zu beobachten, der im geschlechtsreifen Alter in die Dementia praecox hineinsegelt. Da treten eigenartige Symptome auf, die eine merkwürdige Sucht zu Wiederholungen zeigen. Der Astralleib ist mitunter sehr klug, aber die Art und Weise, wie sich der Astralleib zum Ätherleib stellen soll, ist in Unordnung. Fragen Sie einen solchen Menschen zum Beispiel: Wieviel ist fünf mal sechs? — Er antwortet: Dreißig. — Wieviel ist sieben mal acht? - Dreißig. — Wieviel ist sechs mal neun? — Dreißig. — Und so weiter, immer dreißig. Das ist eine Art Überschnappen des Gedächtnisses, und so können Sie sich vorstellen, wie er aus dem Stadium des Ätherleibes nicht herauskommen kann, wie er das Mondenzeitalter für sich nicht herbeiführen kann. Unter solchen Gesichtspunkten kann man tief in den Mikrokosmos hineinleuchten.
[ 20 ] We could take a deeper look into this very period and would see how deeply human beings are connected to the entire structure of the universe. We would see how, in fact, because human beings are unable to expel certain forces—which are actually lunar forces—from within themselves, those terrible illnesses arise that are referred to as “youthful folly” or “dementia praecox.” This is a specific phenomenon whose peculiar symptomatic character reveals how it clings to the astral body, which is just taking shape out of the etheric body. Try observing a person who, upon reaching sexual maturity, slips into dementia praecox. Strange symptoms arise that reveal a peculiar compulsion toward repetition. The astral body is sometimes very intelligent, but the way in which the astral body is supposed to relate to the etheric body is in disarray. Ask such a person, for example: “What is five times six?” — They answer: “Thirty.” — “What is seven times eight?” — “Thirty.” — “What is six times nine?” — “Thirty.” — “And so on, always thirty.” This is a kind of memory glitch, and so you can imagine how he cannot emerge from the stage of the etheric body, how he cannot bring about the Lunar Age for himself. From such perspectives, one can shine a light deep into the microcosm.
[ 21 ] Vom einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten oder dreißigsten Jahre haben wir das Marsdasein des Menschen. Gerade in dieser Zeit kommt durch die Blutsphäre der mutartige Charakter des Menschen heraus. Nicht umsonst zieht man gerade in diesen Jahren die Menschen zum Marsdienst heran. Zum Teil geschehen diese Dinge instinktmäßig. Vielfach sind es auch Traditionen dessen, was man früher spirituell gewußt hat.
[ 21 ] From the age of twenty-one to twenty-eight or thirty, we experience the human being’s Mars phase. It is precisely during this time that the courageous character of the human being emerges through the blood sphere. It is no coincidence that people are called to Mars service during these very years. In part, these things happen instinctively. In many cases, they are also traditions stemming from what was once known spiritually.
[ 22 ] Dann kommen Vorbereitungen zu zukünftigen Zeitaltern. Wenn die Seele mehr und mehr sich selber überlassen ist, leitet sie im Menschen den Prozeß ein, der sich kosmisch mit der Erde vollziehen wird. Von der Erde wird sich etwas loslösen, damit sie höher steigen kann, zum Jupiter hinauf. Und diesen Prozeß beginnt der Mensch heute schon. Auch da ist er ein Mikrokosmos. Da löst sich etwas Inneres heraus, und es entwickelt sich zu jener Freiheit der Seele, die wir als das Merkurdasein bezeichnen, das im fünfunddreißigsten Lebensjahr zu seiner Höhe kommt. Man spricht von der Lebensmitte, wie man nicht mit Unrecht siebzig das Patriarchenalter genannt hat. So gewinnt der Mensch mit dem fünfunddreißigsten Jahr seine Selbständigkeit. Er tritt in das Alter ein, in dem er nicht nur bloß erfährt, sondern das Erlebte innerlich kräftigt und verfestigt. Durch den fest einsetzenden Willen wird der Leib des Menschen sich selbst überlassen, und das Innere konsolidiert sich. Jetzt wird der Mensch ein Rater für seine Umgebung. Sein Urteil hat nun Wert für die andern. Früher sollte er auf die Welt hören, nun kann die Welt auf ihn hören. Das ist wichtig, denn in dieser Beziehung wird viel gesündigt. Vor allen Dingen schädigt der Mensch sich selbst, wenn er sich hinstellt und Ratschläge erteilt, bevor er das Reifealter, die Mitte des Lebens, erreicht hat. Fühlt er sich nur als Schüler, der das wiedergibt, was er gehört hat, so wird er sich nicht solche Blöcke in den Weg werfen, wie es geschieht, wenn er allerlei Dinge als seine eigene Lehre darstellt. Dadurch macht er geradezu seine besten Kräfte unwirksam. Wissen kann man sich vorher erwerben, aber Weisheit ist etwas, was innerlich entwickelt werden muß. Wissen ist das, was man erst aufsammeln muß und was dann Weisheit werden kann.
[ 22 ] Then come the preparations for future ages. As the soul is left more and more to its own devices, it initiates within the human being the process that will unfold cosmically with the Earth. Something will detach itself from the Earth so that it can rise higher, up toward Jupiter. And human beings are already beginning this process today. Here, too, the human being is a microcosm. Something inner breaks away and develops into that freedom of the soul we call the Mercury stage, which reaches its peak in the thirty-fifth year of life. People speak of middle age, just as they have not without reason called seventy the age of the patriarch. Thus, at the age of thirty-five, the human being gains his independence. He enters the age in which he not only experiences things but also strengthens and consolidates what he has experienced inwardly. Through the firmly established will, the human body is left to its own devices, and the inner self consolidates. Now a person becomes a source of advice for those around them. Their judgment now holds value for others. Previously, they were meant to listen to the world; now the world can listen to them. This is important, for many mistakes are made in this regard. Above all, a person harms themselves if they step forward and dispense advice before reaching the age of maturity—the middle of life. If they see themselves merely as a student who repeats what they have heard, they will not create such obstacles for themselves as they do when they present all sorts of things as their own teachings. In doing so, they effectively render their best abilities useless. Knowledge can be acquired beforehand, but wisdom is something that must be developed from within. Knowledge is what one must first gather and what can then become wisdom.
[ 23 ] Mit dem neunundvierzigsten Jahr beginnt sodann das Jupiterzeitalter, in welchem die Seele noch freier wird in ihrem Inneren, indem sie den Körper noch weiter sich selbst überläßt und das in sich entwickelt, was die besten Kräfte enthält, um in das Venuszeitalter überzugehen, das im dreiundsechzigsten, vierundsechzigsten Lebensjahre beginnt. Da hat das Innere sich soweit konsolidiert, daß der Mensch in schöner Entwickelung allen äußeren Egoismus abgestreift haben kann. Da hat er nur noch die Liebe zu dem, was da ist in der Welt. Er will nichts mehr für sich haben, er ist jetzt für seine Umgebung da. Das bildet die Menschheit heute erst in ihrer allerersten Anlage heraus, weshalb es heute noch schwer ist, darüber zu sprechen.
[ 23 ] The Age of Jupiter then begins at the age of forty-nine, during which the soul becomes even freer within itself by surrendering the body even further to its own devices and developing within itself the qualities that contain the best powers for transitioning into the Age of Venus, which begins in the sixty-third and sixty-fourth years of life. By then, the inner self has consolidated to such an extent that the human being, through beautiful development, can have shed all outward egoism. By then, he has only love for what exists in the world. He no longer wants anything for himself; he is now there for those around him. Humanity is only now beginning to develop this in its very earliest stages, which is why it is still difficult to speak of it today.
[ 24 ] Man spricht in der Geisteswissenschaft von einem siebenfach gegliederten Lebenslauf und zeigt auch in dieser Richtung, wie man den Menschen als eine kleine Welt aufzufassen versteht, die auf eine verflossene kosmische Epoche zurückblickt und auf eine zukünftige Entwickelung hinweist. So ist er herausgeboren aus dem Weltenall — nicht nur aus dem Vergangenen, sondern in seiner ganzen Entwickelung ist auch etwas Prophetisches, das auf eine künftige Epoche hinweist. Und was da geschehen soll, das geschieht heute schon im Lebenslauf des Menschen. Daher ist es nicht ganz unsinnig zu sagen, daß der Mensch wahrhaftig sein Selbst kennenlernt, wenn er die Weltevolution kennenlernt. Wenn er den Blick schweifen läßt von Saturn bis Venus, so sieht er in der großen Welt das, was sich in seinem eigenen Dasein abspielt. Das ist der Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Kosmos. Wenn Sie sich den Menschen, so wie er ist, mit allen seinen Organen aufgeteilt denken in den Kosmos, dann bekommen Sie die Vorstellung, die schon eine alte Mythe Mitteleuropas bewahrt. Danach ist das Weltenganze aus einem Urmenschen geschaffen worden, aus dem Riesen Ymir: aus seiner Hirnschale das Himmelsgewölbe, aus seinem Blut die Flüsse, aus seinen Knochen die Berge und so weiter. Ähnliches besagen die Mythen von Osiris und Dionysos. Wenn man also von dem aufgeteilten Urmenschen spricht, meint man nichts anderes, als daß man in dem Menschen den ganzen Kosmos finden kann, und tritt der Mensch hinein in den Kosmos, so findet er in ihm vergrößert sein eigenes Dasein. Wir müssen die eigene Erkenntnis zur Welterkenntnis erweitern, und nicht hineinbrüten in unser Inneres. Wie wir uns ansehen in dem Leib, in dem unsere Seele und unser Geist konzentriert sind, so dürfen wir den großen Leib, der das ausgebreitete Abbild unseres eigenen Leibes ist, als den göttlichen Leib ansehen, als Abbild des Weltengeistes, und wir haben in der Selbsterkenntnis Welterkenntnis, Gotteserkenntnis.
[ 24 ] In spiritual science, one speaks of a sevenfold life course and demonstrates, in this context as well, how to understand the human being as a microcosm that looks back on a past cosmic epoch and points toward a future evolution. Thus, the human being is born out of the universe—not only from the past, but there is also something prophetic in the entirety of their development that points toward a future epoch. And what is to happen there is already happening today in the course of human life. Therefore, it is not entirely nonsensical to say that the human being truly comes to know their own self when they come to know the evolution of the world. When a person lets their gaze wander from Saturn to Venus, they see in the greater world what is unfolding in their own existence. This is the connection between the human being and the entire cosmos. If you imagine human beings, just as they are, with all their organs distributed throughout the cosmos, you will arrive at the concept already preserved in an ancient Central European myth. According to this myth, the entire universe was created from a primordial human being, the giant Ymir: the vault of heaven from his skull, the rivers from his blood, the mountains from his bones, and so on. The myths of Osiris and Dionysus express a similar idea. So when we speak of the divided primordial human, we mean nothing other than that the entire cosmos can be found within the human being; and when the human being enters the cosmos, he finds his own existence magnified within it. We must expand our own understanding to encompass an understanding of the world, rather than brooding over our inner selves. Just as we regard ourselves within the body in which our soul and spirit are concentrated, so may we regard the great body—which is the expanded image of our own body—as the divine body, as the image of the world spirit; and in self-knowledge we have knowledge of the world and knowledge of God.
[ 25 ] So ist der Mensch aus der Gottheit heraus geboren und kann sich durch seine Erkenntnis der Gottheit allmählich wieder nähern. Eingehen in den Kosmos und aufschließen mit allen menschlichen Seelenkräften das Weltendasein: das ist die Stimmung, die uns aus der Geisteswissenschaft heraus kommen kann. Durch sie lernt der Mensch die Welt als einen großen Körper der Gottheit anzusehen, und er lernt, wie sein Selbst aus diesem Körper heraus geworden ist. Lernt man das aus der Geisteswissenschaft heraus zuerst empfinden, so verwandelt sich diese Empfindung zuletzt in ein Gefühl der Gottseligkeit. Mit diesem Gefühl, mit diesem Erleben vollendet sich, freilich in sehr weiter Ferne, dasjenige, was der Mensch durch die geisteswissenschaftliche Weltanschauung lernen kann.
[ 25 ] Thus, human beings are born from the Divine and can gradually draw closer to it again through their knowledge of the Divine. Entering into the cosmos and embracing worldly existence with all the powers of the human soul: this is the attitude that can arise within us through spiritual science. Through it, the human being learns to regard the world as a great body of the Divine, and learns how his or her self has emerged from this body. If one first learns to sense this through spiritual science, this sensation ultimately transforms into a feeling of divinity. With this feeling, with this experience, what a person can learn through the spiritual scientific worldview is fulfilled—albeit in the very distant future.
