Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
12 June 1907, Berlin
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Original Impulses of Spiritual Science, tr. SOL
20. Die Drei Aspekte des Persönlichen
20. The Three Aspects of the Personal
[ 1 ] Der Münchner Kongreß, der der vierte ist - nach Amsterdam, London und Paris —, sollte in einer gewissen Beziehung eine Etappe sein in der Entwickelung unserer theosophischen Bewegung. Er wird eine Art Verbindung zwischen den verschiedenen Nationen herstellen auch in bezug auf unsere theosophische Sache innerhalb Europas. Nicht einen eigentlichen Bericht über den Kongreß will ich heute geben, sondern nur ein paar Bemerkungen für diejenigen, welche nicht daran teilnehmen konnten.
[ 1 ] The Munich Congress, which is the fourth—following those in Amsterdam, London, and Paris—was intended, in a certain sense, to be a milestone in the development of our Theosophical Movement. It will establish a kind of connection between the various nations, including with regard to our Theosophical cause within Europe. I do not intend to give an actual report on the Congress today, but only a few remarks for those who were unable to attend.
[ 2 ] Er sollte eines zeigen, was immer und immer wieder von mir betont worden ist in bezug auf unsere theosophische Sache - er sollte zeigen, daß Theosophie nicht nur Gegenstand persönlichen Brütens und In-sich-Hineinlebens sein soll. Die theosophische Sache soll ins praktische Leben eingreifen, soll eine Sache der Bildung sein, eine Sache des Sich-Einlebens in alle Zweige des praktischen Daseins. Nur wer ein tieferes Verständnis und einen tieferen Begriff von den eigentlichen Impulsen der theosophischen Sache hat, weiß schon heute, welche Möglichkeiten diese Theosophie in der Zukunft bieten wird. Sie wird der Einklang sein zwischen dem, was wir [äußerlich] sehen und schauen und dem, was wir innerlich fühlen. Für den, der tiefer schauen kann, liegt ein wichtiger Grund für die Zerfahrenheit [heutiger Menschen] in dieser Disharmonie zwischen dem, was ist, und dem, was die Theosophie will. Nicht bloß Theosophen haben das empfunden, sondern auch andere bedeutende Naturen, wie zum Beispiel Richard Wagner. ..
[ 2 ] It should demonstrate something that I have emphasized time and again with regard to our Theosophical cause—it should show that Theosophy is not merely a subject for personal contemplation and introspection. The Theosophical Cause is meant to intervene in practical life; it is meant to be a matter of education, a matter of immersing oneself in all branches of practical existence. Only those who have a deeper understanding and a deeper grasp of the true impulses of the Theosophical Cause already know today what possibilities Theosophy will offer in the future. It will be the harmony between what we see and observe [externally] and what we feel internally. For those who can see more deeply, an important reason for the confusion [of people today] lies in this disharmony between what is and what Theosophy aims for. It is not only Theosophists who have sensed this, but also other significant figures, such as Richard Wagner. ..
[ 3 ] In früherer Zeit war jedes Türschloß, jedes Haus, jedes Gebilde ein Gebilde der Seele. Seelenstoff war eingeflossen. In den alten Zeiten gehörte das Kunstwerk zum menschlichen Fühlen und Denken. Die Formen der gotischen Kirchen waren in alten Zeiten entsprechend der Stimmung derer, die zu den Kirchen pilgerten. Sie besaßen deren eigene Seelenstimmung. Der zu der Kirche Pilgernde empfand damals die Formen wie ein Händefalten, so wie der alte Germane [beim Betreten eines Haines die Bewegungen der Bäume wie] ein Händefalten empfand. Alles war in jenen Zeiten den Menschen vertrauter. Das sehen Sie noch bei Michelangelo und Leonardo da Vinci wundervoll ausgedrückt. Das Zusammenstehen des ganzen Dörfchens in der Kirche war nichts anderes als der Ausdruck seines ganzen Seelenlebens. Die ganzen Ätherströme sammelten sich an dem Platze, wo die Kirche stand. Das materialistische Zeitalter hat das alles zerklüftet. Die, welche das Leben nicht betrachten können, wissen das nicht. Der Seher aber weiß, daß es heute, wenn man durch eine Stadt geht, fast nichts zu sehen gibt als Dinge, die den Magen oder die Putzsucht angehen. Wer die geheimen Lebensfäden zu verfolgen versteht, weiß auch, was die materialistische Kultur zu dieser Zerklüftung gebracht hat.
[ 3 ] In earlier times, every door lock, every house, every structure was a manifestation of the soul. The essence of the soul had flowed into them. In ancient times, works of art were an integral part of human feeling and thought. In ancient times, the forms of Gothic churches reflected the mood of those who made pilgrimages to them. They embodied the mood of their own souls. Back then, the pilgrim perceived these forms as the folding of hands, just as the ancient Germanic people perceived the movements of the trees [upon entering a grove] as the folding of hands. Everything was more familiar to people in those days. You can still see this wonderfully expressed in the works of Michelangelo and Leonardo da Vinci. The gathering of the entire village in the church was nothing other than the expression of its entire spiritual life. All the etheric currents gathered at the place where the church stood. The materialistic age has fractured all of this. Those who cannot contemplate life do not know this. The seer, however, knows that today, when one walks through a city, there is almost nothing to see but things that appeal to the stomach or to a mania for cleanliness. Whoever understands how to trace the secret threads of life also knows what materialistic culture has led to this fragmentation.
[ 4 ] Eine Gesundung der Außenwelt kann dadurch entstehen, daß sie ein Abdruck dessen wird, was unsere innersten Seelenstimmungen sind. Nicht zum Vollkommensten kann man gleich greifen, aber ein Beispiel dafür wurde in München gegeben. Die geisteswissenschaftliche Weltanschauung wurde in dem Raum zum Ausdruck gebracht. Der ganze Saal war in Rot gehalten. Es besteht zwar häufig ein großer Irrtum in bezug auf die rote Farbe, aber das Rot ist in seiner tieferen Bedeutung nicht zu verkennen. Die Entwickelung der Menschheit ist ein Auf- und Absteigen. Sehen Sie sich die ursprünglichen Völker an. Grün haben sie in der Natur. Und was lieben sie am meisten? Rot! Der Okkultist weiß, daß das Rot eine besondere Wirkung auf die gesunde Seele hat. Es löst in der gesunden Seele die aktiven Kräfte aus, diejenigen Kräfte, welche zur Tat anspornen, diejenigen Kräfte, welche die Seele aus der Bequemlichkeit in die Unbequemlichkeit des Tuns versetzen soll. Ein Raum mit Feiertagsstimmung muß rot austapeziert sein. Wer ein Wohnzimmer rot austapeziert, der zeigt, daß er keine Feiertagsstimmung mehr kennt und die tote Farbe profaniert. Goetbe hat über solche Dinge die schönsten Worte gesagt, die es gibt: «Die Wirkung dieser Farbe ist so einzig wie ihre Natur. Sie gibt einen Eindruck sowohl von Ernst und Würde als von Huld und Anmut. Jenes leistet sie in ihrem dunklen, verdichteten, dieses in ihrem hellen, verdünnten Zustande. Und so kann sich die Würde des Alters und die Liebenswürdigkeit der Jugend in eine Farbe kleiden.»
[ 4 ] The outer world can be healed by becoming a reflection of our innermost spiritual states. We cannot immediately achieve perfection, but an example of this was demonstrated in Munich. The spiritual-scientific worldview was expressed in that space. The entire hall was decorated in red. Although there is often a great misunderstanding regarding the color red, its deeper meaning cannot be mistaken. The development of humanity is a process of ascent and descent. Look at the primitive peoples. They have green in nature. And what do they love most? Red! The occultist knows that red has a special effect on the healthy soul. It unleashes the active forces within the healthy soul—those forces that spur one to action, those forces that are meant to move the soul from comfort into the discomfort of doing. A room with a festive atmosphere must be wallpapered in red. Anyone who wallpapers a living room in red shows that they no longer know what a festive atmosphere is and profanes this sacred color. Goethe spoke the most beautiful words there are about such things: “The effect of this color is as unique as its nature. It conveys an impression of both solemnity and dignity as well as grace and charm. It conveys the former in its dark, concentrated state, and the latter in its light, diluted state. And so the dignity of old age and the charm of youth can be clothed in a single color.”
[ 5 ] Das sind die Stimmungen, die durch das Rot ausgelöst werden, Stimmungen, die man auf okkultem Wege nachweisen kann. Schaut euch die Landschaft durch ein rotes Glas an, und ihr habt den Eindruck: So muß es aussehen am Tage des Gerichts. - Rot macht froh darüber, was der Mensch in der Fortentwickelung vollbracht hat. Rot ist Feind gegen retardierende Stimmungen, gegen Sündenstimmungen.
[ 5 ] These are the moods evoked by the color red—moods that can be demonstrated through occult means. Look at the landscape through a red glass, and you will get the impression: This is what it must look like on Judgment Day. - Red brings joy at what humanity has accomplished in its evolution. Red combats stagnant moods and sinful dispositions.
[ 6 ] Dann gab es da sieben Säulenmotive für die Zeit, in welcher der Theosophie auch einmal Gebäude gebaut werden können. Die Motive der Säulen sind aus den Lehren der Eingeweihten herausgeholt, aus uralten Zeiten. Die Theosophie wird die Möglichkeit haben, wirklich neue Säulenmotive der Architektonik zu geben. Die alten Säulen sagen eigentlich dem Menschen schon längst nichts mehr. Die neuen haben Bezug auf Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Venus. Die Gesetzmäßigkeit drückte sich in den Kapitellen aus. Zwischen den Säulen hatten wir die sieben apokalyptischen Siegel in Rosenkreuzerart angebracht. Das Gralssiegel ist zum ersten Mal vor der Öffentlichkeit erschienen.
[ 6 ] Then there were seven column motifs for the time when Theosophy would one day be able to construct buildings. The motifs of the columns were drawn from the teachings of the Initiates, dating back to ancient times. Theosophy will have the opportunity to introduce truly new column motifs into architecture. The old columns have, in fact, long since ceased to mean anything to people. The new ones relate to Saturn, the Sun, the Moon, Mars, Mercury, and Venus. The laws of nature were expressed in the capitals. Between the columns, we had placed the seven apocalyptic seals in the Rosicrucian style. The Grail seal appeared in public for the first time.
[ 7 ] Die Theosophie kann man auch bauen: Man kann sie bauen in der Architektonik, in der Erziehung und in der sozialen Frage. Das Prinzip des Rosenkreuzertums ist, den Geist in die Welt einzuführen, fruchtbare Arbeit für die Seele zu leisten. Es wird auch gelingen, die Kunst zu einer Mysterienkunst zu erheben, nach der Richard Wagner eine so große Sehnsucht hatte. Ein Versuch ist gemacht in Edounard Schurés Mysteriendrama. Hier hat Schur& versucht, den Mysterienspielen nachzuarbeiten. Was dem zugrundelag, war die Absicht, die Theosophie einzukristallisieren in den Aufbau der Welt. Das Programm zeigte die feiertägliche Farbe Rot und trug ein schwarzes Kreuz mit Rosen umwunden im blauen Felde. Das Rosenkreuzertum leitet das, was das Christentum gegeben hat, in die Zukunft weiter. Die Anfangsbuchstaben auf dem Programm geben die Grundgedanken wieder.
[ 7 ] Theosophy can also be built: It can be built through architecture, education, and social issues. The principle of Rosicrucianism is to introduce the spirit into the world and to perform fruitful work for the soul. It will also be possible to elevate art to the level of a “mystery art,” for which Richard Wagner had such a deep longing. An attempt was made in Édouard Schuré’s mystery drama. Here, Schuré sought to emulate the mystery plays. Underlying this was the intention to crystallize theosophy within the structure of the world. The program featured the festive color red and bore a black cross entwined with roses on a blue background. Rosicrucianism carries forward into the future what Christianity has given. The initial letters on the program reflect the fundamental ideas.
[ 8 ] Heute möchte ich über einige Fragen sprechen, die man in diesem Zusammenhang stellen könnte. Zunächst: Wie wäre es, wenn die Theosophie in die Rosenkreuzerströmung übergeht und sich in diesen Vorstellungen ausleben wird? -— Darüber wollen wir uns einige Vorstellungen in bezug auf theosophische Ethik oder Sittenlehre bilden. Die theosophische Ethik oder Sittenlehre ist keine solche, die sagt: Dies oder jenes sollst du tun oder nicht tun. — Die Theosophie hat es nicht zu tun mit Forderungen und Geboten, sondern mit Tatsachen und Erzählungen. Man braucht nur ein Beispiel einer Tatsache der astralen Welt zu nehmen, woraus man sieht, daß man nicht nötig hat, Moral zu predigen. Übrigens nützt dies auch nichts, denn Ermahnungen und Gebote begründen keine wirkliche Sittlichkeit, sondern dies geschieht durch die Tatsachen des höheren Lebens. Wenn Sie von Okkultisten hören, Lüge ist Mord und Selbstmord, dann wirkt das als Impuls mit einer solchen ethischen Kraft, daß sie sich nicht vergleichen läßt mit der einfachen Ermahnung:: Ihr sollt nicht lügen. - Wenn man weiß, was Lüge und was Wahrheit ist, wenn man weiß, daß alles im Geistigen seinen Abdruck hat, dann wird die Sache etwas anders. Die der Wahrheit entsprechende Erzählung bildet die Lebenskräfte für die Fortentwickelung. Die unrichtige Behauptung schlägt an die Wahrheit und schlägt zurück auf den Menschen selbst. Alles, was der Mensch lügt, hat er später selber zu fühlen. Lügen sind die größten Hemmnisse für die Weiterentwickelung. Nicht umsonst nennt man den Teufel den Geist der Lügen und Hindernisse. Der explosive Stoff der Lüge tötet objektiv und entlädt sich auf den, der sie aussendet.
[ 8 ] Today I would like to discuss some questions that might be raised in this context. First: What if Theosophy were to merge with the Rosicrucian movement and find its expression in those ideas? — Let us form some ideas about this in relation to theosophical ethics or moral philosophy. Theosophical ethics is not the kind that says: “You must do this or that, or you must not do this or that.” — Theosophy is not concerned with demands and commandments, but with facts and narratives. One need only take an example of a fact from the astral world to see that there is no need to preach morality. Besides, this serves no purpose anyway, for admonitions and commandments do not establish true morality; rather, this is achieved through the facts of the higher life. When you hear occultists say that “lying is murder and suicide,” this acts as an impulse with such ethical power that it cannot be compared to the simple admonition: “You shall not lie.” - When one knows what a lie is and what truth is, when one knows that everything leaves its mark in the spiritual realm, then the matter takes on a different character. A narrative that corresponds to the truth fosters the life forces necessary for further development. A false assertion strikes at the truth and rebounds upon the person themselves. Everything a person lies about, they will later have to experience themselves. Lies are the greatest obstacles to further development. It is not for nothing that the devil is called the spirit of lies and obstacles. The explosive nature of a lie objectively kills and backfires on the one who utters it.
[ 9 ] Drei Vorstellungen von dem Persönlichen kennen wir: das Persönliche, das Unpersönliche und das Überpersönliche. Es gab einstmals einen Menschenvorfahren, welcher höher war als jedes Tier, aber niedriger als der Mensch. Er bestand aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Dann kommt das Ich dazu, welches die höheren Teile wieder aus sich heraus bildet, zur siebengliedrigen Menschennatur.
[ 9 ] We are familiar with three concepts of the personal: the personal, the impersonal, and the transpersonal. There was once a human ancestor who was higher than any animal but lower than the human being. He consisted of a physical body, an etheric body, and an astral body. Then the “I” is added, which in turn forms the higher parts from within itself, resulting in the sevenfold human nature.
[ 10 ] Die Entwickelung von physischem Leib, Ätherleib und Astralleib geht durch lange Zeiträume. Sie haben sich dadurch reif gemacht, das Ich-Bewußtsein in sich aufzunehmen. Die Tendenz der drei niederen Glieder und die Art und Weise, wie sie sich entwickelt haben, soll uns heute interessieren. Immer mehr ist der Mensch fähig geworden, ein selbstbewußtes Wesen zu werden. Das ist nur möglich durch die Kraft des Egoismus, der Selbstsucht. Sie kann göttlich oder teuflisch sein. Diese Worte müssen nicht nur nach der Empfindung, sondern nach ihrem wahren Kern beurteilt werden. Die Selbständigkeit setzt voraus, daß der Mensch ein egoistisches Wesen wurde.
[ 10 ] The development of the physical body, the etheric body, and the astral body spans long periods of time. Through this process, they have matured to the point where they can incorporate the sense of self. Today, we will focus on the tendencies of the three lower bodies and the way in which they have developed. Human beings have become increasingly capable of becoming self-aware beings. This is possible only through the power of egoism, of self-interest. It can be divine or diabolical. These words must be judged not merely by how they sound, but by their true essence. Independence presupposes that human beings have become egoistic beings.
[ 11 ] Mit der Entwickelung des Egoismus hängt zusammen die Form des — scheinbaren — Bewußtseinsverlustes, die wir als Tod im jetzigen menschlichen Leben kennen. In demselben Grade wie sich die Selbstsucht entwickelt hat, hat sich auch der Tod entwickelt. In den ersten Zeiten starb der Mensch nicht. Er war wie ein Glied, das vertrocknet und dann wieder nachwächst, etwa so wie der Nagel am Finger abfällt und wieder nachwächst. Unser jetziges Sterben und Wiedergeborenwerden ist gekommen, damit wir unser jetziges Ich-Bewußtsein haben können. Egoismus und Tod sind zwei Seiten derselben Sache. Das Höhere der menschlichen Natur ist so, daß es den Egoismus wieder überwindet, sich zu dem Göttlichen hinaufarbeitet und damit den Tod überwindet. Je mehr ein Mensch den höheren Teil in sich entwickelt, desto mehr entwickelt er das Bewußtsein seiner Unsterblichkeit. In dem Augenblick, wo der Mensch egoistisch geworden ist, ist er auch eine Persönlichkeit geworden. Das Tier ist nicht persönlich, weil es das Ich als Gruppenseele hat, die nicht vom Astralplan heruntersteigt. Die Persönlichkeit ist dasjenige, was die drei Leiber — physischer Leib, Ätherleib und Astralleib - vom Ich durchstrahlt sein läßt. Das kann auch unklar, schattenhaft sein - und wenn dies der Fall ist, so ist der betreffende Mensch eine schwache Persönlichkeit.
[ 11 ] The form of — apparent — loss of consciousness that we know as death in present-day human life is linked to the development of selfishness. Death has developed to the same extent that selfishness has. In the earliest times, human beings did not die. They were like a limb that withers and then grows back, much like a fingernail falls off and grows back. Our present dying and rebirth have come about so that we may have our present sense of self. Egoism and death are two sides of the same coin. The higher aspect of human nature is such that it overcomes selfishness, works its way up toward the Divine, and thereby overcomes death. The more a person develops the higher part within themselves, the more they develop an awareness of their immortality. The moment a person becomes selfish, they also become a personality. The animal is not a personality because its “I” is a group soul that does not descend from the astral plane. Personality is that which allows the three bodies—the physical body, the etheric body, and the astral body—to be permeated by the “I.” This can also be unclear or shadowy—and if this is the case, then the person in question has a weak personality.
[ 12 ] Für den Hellseher ist dies durchaus erkennbar. Er sieht den Menschen von einer farbigen Aura umflossen, in der sich seine Stimmungen, Leidenschaften, Gefühle, Empfindungen in Farbströmungen und Farbwolken genau ausdrücken. Versetzen wir uns in die Zeit, in welcher die drei Wesensglieder erst bereit waren, das menschliche Ich aufzunehmen, so würden wir auch bei diesem noch nicht ganz Mensch gewordenen Wesen eine Aura finden. Es würden aber darin die gelben Strömungen fehlen, in denen die höhere Natur des Menschen zum Ausdruck gelangt. Starke Persönlichkeiten haben eine stark gelb strahlende Aura. Nun kann man eine starke Persönlichkeit sein, aber ohne Aktivität, man kann innerlich stark reagieren, ohne ein Tatenmensch zu sein. Dann zeigt die Aura gleichwohl viel Gelb. Ist man aber ein Tatenmensch und wirkt sich die Persönlichkeit in der Außenwelt aus, so geht das Gelb allmählich in ein strahlendes Rot über. Eine rot strahlende Aura ist die eines Tatenmenschen; sie muß aber strahlen.
[ 12 ] This is quite evident to the clairvoyant. He sees the human being surrounded by a colored aura in which the person’s moods, passions, feelings, and sensations are precisely expressed in streams and clouds of color. If we were to transport ourselves back to the time when the three constitutional elements were just ready to receive the human “I,” we would also find an aura around this being who had not yet fully become human. However, the yellow currents—in which the higher nature of the human being finds expression—would be absent from it. Strong personalities have an aura that radiates a strong yellow glow. Now, one can be a strong personality without being active; one can react strongly inwardly without being a person of action. In that case, the aura still displays a great deal of yellow. But if one is a person of action and the personality exerts its influence in the outer world, the yellow gradually gives way to a radiant red. A radiant red aura is that of a person of action; however, it must be radiant.
[ 13 ] Doch gibt es eine Klippe, wenn die Persönlichkeit zu Taten drängt. Das ist der Ehrgeiz, die Eitelkeit. Davon können besonders leicht starke Naturen befallen werden. Der Hellseher sieht dies in der Aura. Ohne den Ehrgeiz geht das Gelb unvermittelt in Rot über. Ist der Mensch jedoch ehrgeizig, so hat er viel Orange in der Aura. Diese Schwelle muß man überwinden, um zur objektiven Tat zu gelangen.
[ 13 ] However, there is a pitfall when the personality pushes toward action. This is ambition, vanity. Strong-willed individuals are particularly susceptible to this. The clairvoyant sees this in the aura. Without ambition, the yellow abruptly turns to red. If, however, a person is ambitious, there is a great deal of orange in their aura. One must overcome this threshold in order to achieve objective action.
[ 14 ] Schwache Persönlichkeiten sind solche, die mehr darauf gerichtet sind, daß man ihnen gibt, als daß sie geben und etwas tun. Da sehen Sie dann hauptsächlich blaue Farben, und wenn die Menschen besonders bequem sind, die Indigofarbe. Es bezieht sich dies mehr auf die innerliche Bequemlichkeit als auf die äußere.
[ 14 ] Weak personalities are those who are more focused on receiving than on giving and taking action. In such cases, you will mainly see shades of blue, and if people are particularly complacent, shades of indigo. This refers more to inner complacency than to outward complacency.
[ 15 ] Sie sehen, wie sich in der Aura des Menschen die starke oder schwache Persönlichkeit abspiegelt. Der Mensch soll das Persönliche immer mehr überwinden und das Höhere wirken lassen. Daher hören Sie viel reden von der Überwindung der Persönlichkeit und des Egoismus. Nun kommen wir aber auf den Hauptpunkt. Es kommt darauf an, ob wir das Persönliche durch das Unpersönliche oder durch das Überpersönliche überwinden.
[ 15 ] You can see how a strong or weak personality is reflected in a person’s aura. A person should increasingly overcome the personal and allow the Higher to act. That is why you hear so much talk about overcoming the personality and egoism. But now let us come to the main point. It depends on whether we overcome the personal through the impersonal or through the supra-personal.
[ 16 ] Was heißt: sich überwinden durch das Unpersönliche? Das heißt, die starke Kraft abschwächen, die Energie der Persönlichkeit zurückdrängen wollen. Das würde dann unpersönlich sein. Überpersönlich würde in gewisser Beziehung genau das Gegenteil davon sein. Es würde die Erhöhung der Energie der Persönlichkeit sein, die Hervorkehrung der starken Kräfte der Persönlichkeit.
[ 16 ] What does it mean to “overcome oneself through the impersonal”? It means seeking to weaken that strong force, to suppress the energy of the personality. That would then be impersonal. In a certain sense, the “superpersonal” would be exactly the opposite of that. It would be the elevation of the personality’s energy, the bringing forth of the personality’s strong forces.
[ 17 ] Das Ich finden wir in der Seele, und darin erstens das Mutartige, zweitens aber das Begehrliche und Begierdenhafte der Seele. Auf diese zwei Dinge läßt sich im Grunde genommen alles im Seelenleben zurückführen. Die Dinge erfahren da eine verschiedene Behandlung. Und diese verschiedene Behandlung rührt von folgendem her: Der Mensch gibt sich nicht genügend Mühe, das Höhere aufzunehmen. Er entwickelt sich dann wohl weiter, aber das Niedere entwickelt sich, das Mutartige und Begierdenhafte entwickelt sich im rohen Stil. Wenn er das einfach abschwächen würde, so wäre das eine Kultur des Unpersönlichen. Der Mensch würde das Aktive verlieren. Das Tätige, dasjenige, was den Menschen zu einem Menschen macht, der unter die anderen geht und das tut, wozu er fähig ist, das bringt in gewisser Beziehung einen solchen Menschen immer in Kollision mit anderen. Und er muß in Kollision kommen, wenn er sich zu etwas berufen glaubt.
[ 17 ] We find the “I” in the soul, and within it, first, the courageous aspect, and second, the desiring and craving aspect of the soul. Essentially, everything in the life of the soul can be traced back to these two things. These two aspects are treated differently. And this difference stems from the following: Human beings do not make sufficient effort to assimilate the higher aspects. They may continue to develop, but the lower aspects—the courageous and the desiring—develop in a crude manner. If they were simply to tone these down, it would amount to a culture of the impersonal. Human beings would lose their active nature. The active aspect—that which makes a person a human being who goes out among others and does what he is capable of—in a certain sense always brings such a person into conflict with others. And he must come into conflict if he believes himself called to something.
[ 18 ] Man kann auch seine Begierden abtöten. Dadurch wird aber die Persönlichkeit farblos. Man kann indessen auch etwas anderes tun: Man kann sie veredeln. Man braucht sie nicht in ihrer Stärke abzutöten. Man kann sie auf höhere Gegenstände richten. Dann braucht die Persönlichkeit nichts von ihrer Stärke zu verlieren, und dennoch wird sie edler und göttlicher. Man braucht die Begierden nicht abzutöten, sondern nur umzuwandeln in feinere und edlere Begierden, dann können sie mit derselben Vehemenz sich ausleben. Ein Beispiel: Denken Sie sich ein Tingeltangel. Der, welcher nicht hineingeht, braucht deshalb noch kein Asket zu sein. Er hat nur die niederen Begierden in höhere umgebildet, so daß er sich im Tingeltangel nur langweilen würde.
[ 18 ] One can also suppress one’s desires. But this makes the personality colorless. One can, however, do something else: one can refine them. There is no need to suppress them in their intensity. One can direct them toward higher objectives. Then the personality need not lose any of its strength, and yet it becomes nobler and more divine. One need not suppress the desires, but only transform them into finer and nobler desires; then they can be lived out with the same intensity. An example: Imagine a nightclub. The person who does not go in does not necessarily have to be an ascetic. He has simply transformed his lower desires into higher ones, so that he would only be bored in the nightclub.
[ 19 ] Die Theosophie ist in dieser Beziehung am meisten von den Theosophen mißverstanden worden. Es kann sich ja nicht darum handeln, das Persönliche zu ertöten, sondern ihm einen Aufschwung nach oben, zu einem Höheren zu geben. Dazu ist gerade all das notwendig, was uns durch die Theosophie vermittelt wird. Es handelt sich also vor allern darum, daß höhere Interessen geweckt werden. Solche Interessen ergreifen den Menschen schon. Er braucht seine Gefühle gar nicht herabzudämpfen, sondern er wendet sie dann auf das höhere göttliche Werden an, auf die großen Weltentatsachen. Wenn wir unsere Gefühle darauf hinlenken, verlieren wir zwar das Interesse für die brutale Seite des Lebens, aber unsere Gefühle werden dadurch nicht abgestumpft, sondern sie werden reich, und die ganze Natur des Menschen entzündet sich daran. Hat ein Mensch viel übrig für einen guten Schweinebraten, so geht es nicht darum, sein Gefühl für den Schweinebraten zu ertöten, sondern dieses Gefühl umzuwandeln. Eine Metamorphose des Gefühls muß angestrebt werden. Dieselben Gefühle, die der eine für die Symphonie des Mahles hat, verwendet ein anderer für eine wirkliche Symphonie. Predigen Sie die Überwindung der Begierde und Aktivität, dann predigen Sie das Unpersönliche. Zeigen Sie aber den Weg, der dazu führt, die Begierde auf das Geistige zu richten, dann verweisen Sie auf das Überpersönliche. Und dieses Überpersönliche muß das Ziel der theosophischen Bewegung sein.
[ 19 ] In this regard, theosophy has been most misunderstood by theosophists. It is certainly not a matter of killing off the personal, but rather of giving it an upward impulse toward something higher. To this end, everything that is conveyed to us through theosophy is precisely what is necessary. The primary concern, therefore, is to awaken higher interests. Such interests already take hold of the human being. He does not need to suppress his feelings at all; rather, he then directs them toward the higher divine becoming, toward the great facts of the universe. When we direct our feelings toward these things, we do indeed lose interest in the brutal side of life, but our feelings are not dulled as a result; rather, they become enriched, and the whole nature of the human being is ignited by them. If a person has a great fondness for a good roast pork, the point is not to kill their feeling for the roast pork, but to transform that feeling. We must strive for a metamorphosis of feeling. The very same feelings that one person has for the “symphony of the meal,” another directs toward a true symphony. If you preach the overcoming of desire and activity, then you are preaching the impersonal. But if you show the path that leads to directing desire toward the spiritual, then you are pointing to the Transpersonal. And this Transpersonal must be the goal of the Theosophical Movement.
[ 20 ] Die Geisteswissenschaft soll und will nicht Stubenhocker und Sonderlinge erziehen, sondern sie will Menschen der Tat, wirkende Menschen hervorbringen, die hinaustreten in die Welt. Wie kommen wir aber zum Überpersönlichen? Nicht dadurch, daß wir uns ins Persönliche einfressen, sondern daß wir das Wahre, Große und Umfassende ergreifen. Deshalb ist es nicht unnötig, wenn in der Theosophie der Blick für die großen Zusammenhänge des Daseins gepflegt wird. Wir wachsen dadurch über das Kleine hinaus und lernen die Dinge nicht unpersönlich, sondern überpersönlich nehmen.
[ 20 ] Spiritual science is not meant to—nor does it seek to—educate homebodies and eccentrics; rather, it aims to produce people of action, active individuals who step out into the world. But how do we arrive at the transpersonal? Not by becoming absorbed in the personal, but by grasping what is true, great, and all-encompassing. That is why it is not unnecessary for theosophy to cultivate an eye for the grand interconnections of existence. Through this, we grow beyond the small and learn to view things not impersonally, but transpersonally.
[ 21 ] Auf einem Gebiet können wir durch eine Art Experimentum crucis den Unterschied zwischen persönlich, unpersönlich und überpersönlich erkennen. Von der Liebe wird man leicht glauben, daß das, was ein Mensch für den anderen fühlt, etwas Unpersönliches sei. Aber das braucht noch lange nicht das zu sein, was mit einem Überpersönlichen zu tun hat. Dem Menschen läuft hier eine merkwürdige Illusion unter: Er verwechselt Eigenliebe mit Liebe zum anderen. Die meisten Menschen glauben einen anderen zu lieben, weil sie sich selber in dem anderen lieben. Das Aufgehen in dem anderen ist doch nur etwas, was den eigenen Egoismus befriedigt. Der Betreffende weiß es nicht, braucht es gar nicht zu wissen, aber es ist im Grunde eben doch ein Umweg zur Befriedigung des Egoismus.
[ 21 ] In one area, we can discern the difference between the personal, the impersonal, and the transpersonal through a kind of experimentum crucis. When it comes to love, one might easily believe that what one person feels for another is something impersonal. But that is by no means necessarily the same as something transpersonal. People are subject to a strange illusion here: they confuse self-love with love for another. Most people believe they love another because they love themselves in that other person. Merging with another is, after all, merely something that satisfies one’s own selfishness. The person in question is unaware of this and does not even need to know it, but at its core, it is simply a roundabout way of satisfying selfishness.
[ 22 ] Der Mensch ist eben nicht ein Einzelwesen. Er ist ein Glied an einem Ganzen. Der Finger ist in liebevollem Zusammenhang mit der Hand und dem Organismus. Würde er das nicht sein, so würde er absterben. Der Finger liebt meine Hand und den Organismus, weil er sie braucht. Ebenso könnte der Mensch nie ohne die anderen Menschen sein. Das bewirkt, daß der Mensch die Menschen gern hat. — Manche Liebe entspringt häufig nur aus Seelenarmut, und Seelenarmut entspringt immer einem verstärkten Egoismus. Und wenn jemand behauptet, daß er ohne einen anderen nicht leben könne, so ist seine eigene Persönlichkeit verarmt, und er sucht nach etwas, das ihn ausfüllt. Er verhüllt das Ganze darin, daß er sagt: Ich werde unpersönlich, ich liebe den anderen.
[ 22 ] Human beings are not isolated entities. They are part of a whole. The finger is lovingly connected to the hand and the body. If it were not, it would die. The finger loves my hand and the body because it needs them. Likewise, a person could never exist without other people. This is why people love one another. — Some love often springs solely from spiritual poverty, and spiritual poverty always stems from heightened selfishness. And when someone claims that they cannot live without another person, their own personality is impoverished, and they are searching for something to fulfill them. They mask this by saying, “I am becoming impersonal; I love the other.”
[ 23 ] Die schönste, selbstlose Liebe äußert sich darin, daß man den anderen nicht braucht, daß man ihn auch entbehren kann. Der Mensch liebt dann nicht um seiner selbst, sondern um des anderen willen. Er verliert dann auch nichts, wenn er von dem anderen verlassen wird. Dazu ist freilich nötig, daß man den Wert eines Menschen durchschauen kann, und das lernt man nur, wenn man sich in die Welt vertieft. Je mehr Sie Theosoph werden, desto mehr werden Sie lernen, auf das innere Wesen eines anderen einzugehen. Und um so fähiger werden Sie dann, seinen Wert zu empfinden und ihn nicht aus Selbstsucht zu lieben. Gehen Sie so durch die Welt, dann werden Sie auch sehen, daß die einen diesen, die anderen jenen Egoismus haben, und jeder lebt dem Werte seines Egoismus nach.
[ 23 ] The most beautiful, selfless love is expressed in the fact that one does not need the other, that one can do without them. A person then loves not for their own sake, but for the sake of the other. They lose nothing, even if they are abandoned by the other. Of course, this requires the ability to see through to a person’s true worth, and one learns this only by immersing oneself in the world. The more you become a Theosophist, the more you will learn to attune yourself to the inner essence of another. And the more capable you will become of perceiving their value and loving them without selfishness. If you go through the world in this way, you will also see that some people have this kind of selfishness, others that kind, and that everyone lives according to the value of their own selfishness.
[ 24 ] Erforderlich ist die Höherentwickelung der Persönlichkeit. Eine unpersönliche Liebe, welche der Schwäche entspringt, wird immer auch mit Leid verknüpft sein. Die überpersönliche Liebe erwächst aus Stärke und gründet sich auf Erkenntnis des anderen. Sie kann ein Quell von Freude und Befriedigung werden. Ein Hinundherpendeln zwischen allen möglichen Stimmungen der Liebe ist immer ein Zeichen dafür, daß diese Liebe ein maskierter Egoismus ist und einer verarmten Persönlichkeit entstammt. So können wir uns am besten an der Liebe den Unterschied zwischen unpersönlich und überpersönlich klarmachen.
[ 24 ] What is required is the higher development of the personality. An impersonal love that springs from weakness will always be linked to suffering. Transpersonal love arises from strength and is based on an understanding of the other. It can become a source of joy and fulfillment. Fluctuating between all possible moods of love is always a sign that this love is a disguised form of selfishness and stems from an impoverished personality. This is how we can best understand the difference between impersonal and transpersonal love.
[ 25 ] Wem die Geisteswissenschaft nicht einen Fonds für das Leben gibt, der hat sie nicht begriffen, denn sie ist ein Quell innerer Lebensbefriedigung für die Zukunft. Wenn der Materialismus immer mehr überhandnehmen würde, und damit auch der Egoismus, der zu ihm gehört, so würde die Menschheit immer mehr in den Pessimismus verfallen, der die Schlacke ausgebrannter Geister ist. Wird die Menschheit die Geisteswissenschaft aufnehmen, so wird ihr die wahre Heiterkeit, die zugleich die Quelle der Gesundheit ist, wiedergegeben werden. Disharmonie ist letzten Endes ein Ausfluß des Egoismus, und heitere, frohe Stimmung entströmt dem höheren Menschen. Je mehr das Höhere, das Göttliche Platz greift, desto seliger wird der Mensch werden. Wir sollten mehr daran denken, wie wir der ganzen Menschheit helfen, als daran, wie die Geisteswissenschaft gerade uns helfen kann. Wir kommen immer mehr zum Erkennen des Quells echter Heiterkeit und Freude, ewiger Jugend, wenn wir uns mit der Ethik des Überpersönlichen bekanntmachen.
[ 25 ] Anyone for whom the spiritual science does not provide a foundation for life has not understood it, for it is a source of inner satisfaction in life for the future. If materialism were to gain ever more ground—and with it the selfishness that goes hand in hand with it—humanity would sink ever deeper into pessimism, which is the dregs of burnt-out spirits. If humanity embraces spiritual science, it will regain true serenity, which is also the source of health. Disharmony is, in the final analysis, an outflow of selfishness, and a cheerful, joyful disposition flows from the higher human being. The more the Higher, the Divine, takes hold, the more blissful humanity will become. We should think more about how we can help all of humanity than about how spiritual science can help us personally. We come to recognize more and more the source of genuine cheerfulness and joy, of eternal youth, as we familiarize ourselves with the ethics of the transpersonal.
[ 26 ] Nicht in einer Verneinung liegt das Ziel der Theosophie, sondern in der Bejahung. Das Unpersönliche bedeutet Verneinung, das Überpersönliche Bejahung, selbst wenn es noch so schwach auftreten sollte. Das ist es, was uns zugleich die Aufgabe der Geisteswissenschaft aus dem Wesen der Menschheit heraus zeigt. «An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen -», daran, daß sie die Menschen geeignet und tüchtig für das Leben macht, mit Gesichtern, die Ausdruck einer harmonischen Seele sind. Der Geist drückt sich niemals in einem vergrämten Gesicht aus. Selbst was der Mensch an Schmerz durchmachen muß, wandelt sich in dem Antlitz des Denkers um und erscheint veredelt; der Ausdruck des Schmerzes zeigt sich gereinigt in dem harmonischen Denkergesicht. Das vergrämte Gesicht ist der Ausdruck eines noch nicht überwundenen Egoismus. Die Geisteswissenschaft leitet uns an, aus uns herauszugehen, aber uns nicht zu verlieren, sondern uns die Außenwelt zu erhalten. Sie führt uns über das Persönliche hinaus, nicht durch eine Vernichtung der Persönlichkeit ins Unpersönliche, sondern durch eine Steigerung ins Überpersönliche.
[ 26 ] The goal of theosophy does not lie in negation, but in affirmation. The impersonal signifies negation; the transpersonal signifies affirmation, even if it should manifest only very faintly. This is what reveals to us, at the same time, the task of spiritual science as arising from the very nature of humanity. “By their fruits you shall know them”—in that it makes people fit and capable for life, with faces that are the expression of a harmonious soul. The spirit never expresses itself in a sullen face. Even the pain a person must endure is transformed on the thinker’s face and appears ennobled; the expression of pain is purified in the harmonious face of the thinker. The sullen face is the expression of an egoism that has not yet been overcome. Spiritual science guides us to step outside ourselves, not to lose ourselves, but to preserve our connection to the external world. It leads us beyond the personal—not into the impersonal through the annihilation of personality, but through an elevation into the transpersonal.
