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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Christian Mystery
GA 97

13 October 1906, Leipzig

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29. Edelsteine und Metalle in ihrem Zusammenhang mit der Erden- und Menschheitsevolution

29. Gemstones and Metals in Relation to the Evolution of the Earth and Humanity

[ 1 ] Ich sprach Ihnen früher davon, daß in jedem Menschen Kräfte schlummern, die entwickelt werden können und die ihn zu höherer Daseinsstufe erheben. Wie die physische Welt durch physische Organe wahrgenommen wird, so kann die übersinnliche Welt durch übersinnliche Organe wahrgenommen werden. Damals wurden die Mittel angegeben, wenn auch bruchstückweise, durch die der Mensch sich sehend machen kann. Heute wollen wir, um zu unserem Thema hinüberzuleiten, gewisse Mittel anführen, die innerhalb der inneren Schulung gebraucht werden.

[ 1 ] I have spoken to you before about how there are powers lying dormant within every human being that can be developed and that elevate them to a higher level of existence. Just as the physical world is perceived through physical senses, so too can the supersensory world be perceived through supersensory senses. At that time, the means by which a person can become clairvoyant were described, albeit in a fragmentary manner. Today, to transition to our topic, we will mention certain methods used in inner training.

[ 2 ] Auf jeder Stufe sind neue Anweisungen zu befolgen. Was heute besprochen wird, genügt nicht allein, aber es reiht sich ein. Auf dem Weg zur Schülerschaft wird eine Anweisung gegeben, die dahin geht, daß der Mensch sich angewöhnt, ein ganz bestimmtes Verhältnis zur übersinnlichen Welt zu bekommen, ein moralisches Verhältnis. Auf der ersten Stufe muß der Mensch sich klarmachen, daß ebenso wie er ein empfindendes Wesen ist, auch die Tiere empfindende Wesen sind. Wie jedoch der Mensch eine individuelle Seele hat, so haben die Tiergruppen eine Gattungsseele. So haben alle Löwen, alle Haifische, alle Frösche und so weiter zusammen eine Seele. Anders ausgedrückt: Während der Mensch die Seele als Inneres hat, reichen die Tierseelen, gleichsam die seelischen Verbindungsfaden der Tiere, bis in die astrale Welt hinein, und dort sind die Gemeinschaftsseelen der Tiergruppen. Wenn man dem Menschen weh tut, so empfindet er es allein. Verletzt man aber den Löwen, so empfindet das die Gruppenseele, die nicht auf dem physischen Plan lebt, sondern auf dem astralen Plan.

[ 2 ] At each stage, new instructions must be followed. What is discussed today is not sufficient on its own, but it is part of the whole. On the path to becoming a disciple, an instruction is given that aims to help a person develop the habit of establishing a very specific relationship with the supersensible world—a moral relationship. On the first stage, a person must realize that just as he is a sentient being, animals are also sentient beings. However, just as a person has an individual soul, animal groups have a group soul. Thus, all lions, all sharks, all frogs, and so on, share a single soul. To put it another way: While human beings possess the soul as something inner, the animal souls—the spiritual connecting threads of the animals, so to speak—extend into the astral world, where the group souls of the animal groups reside. When a human being is harmed, they feel it alone. But if a lion is harmed, the group soul—which does not live on the physical plane but on the astral plane—feels it.

[ 3 ] Die Schulung geht nun dahin, ein Verhältnis, ein Empfindungsverhältnis zu den Tierseelen auf dem astralen Plan zu bekommen. Hierfür ein Beispiel: In manchen Gegenden galt den alten Deutschen das Pferd als Verehrungsgegenstand. Sie pflanzten einen Pferdeschädel als Symbol auf ihre Häuser. Die Wahl eines solchen Symbols zeigt, daß sie in einem ganz bestimmten Verhältnis zum Pferd standen. Woher kam das? Das Pferd entstand erst zu einer ganz bestimmten Zeit. In der Mitte der atlantischen Zeit trat diese Gattung Tiere, selbstverständlich nach und nach, auf. Dies fiel zusammen mit der Entwickelung der Klugheit. Wenn der Mensch sich das auch nicht in Begriffen besonders klarmachte, so hatte er vergleichsweise eine Anziehung zu dem Pferd wie der Liebende zur Geliebten. Der Araber hat noch heute ein besonderes Verhältnis zu seinem Pferd. Manche Hinweise finden sich in der Mythologie. So ersann die Klugheit des Odysseus ein hölzernes Pferd. In diesem Sinne wird der Mensch eine Empfindung für die Gattungsseele der verschiedenen Tiere bekommen. Wenn dies ins Bewußtsein übergehen wird, dann beginnt das Verhältnis zum astralischen Plan aufzugehen.

[ 3 ] The training now aims to develop a relationship—an emotional connection—with the animal souls on the astral plane. Here is an example: In some regions, the ancient Germans regarded the horse as an object of veneration. They placed a horse skull on their houses as a symbol. The choice of such a symbol shows that they had a very specific relationship with the horse. Where did this come from? The horse first appeared at a very specific time. In the middle of the Atlantean epoch, this species of animal appeared—gradually, of course. This coincided with the development of intelligence. Even if humans did not articulate this particularly clearly in conceptual terms, they felt a comparative attraction to the horse, much like a lover feels toward a beloved. Arabs still have a special relationship with their horses today. There are many references to this in mythology. For example, Odysseus’s wisdom led him to devise a wooden horse. In this sense, human beings will develop a sense of the group soul of the various animals. When this enters into consciousness, the connection to the astral plane will begin to unfold.

[ 4 ] Auf diese Weise kann auch ein moralisches Verhältnis zur Pflanzenwelt entstehen. Der Okkultist sieht nicht nur die Schönheit der Pflanze, sondern er empfindet etwas wie ein lächelndes oder ein trauriges Antlitz. Man hat sehr viel von diesem moralischen Empfinden. Wenn Sie ein solches moralisches Verhältnis ausbilden, dann treten Sie in Beziehung zur unteren Region des Devachanplanes.

[ 4 ] In this way, a moral relationship with the plant world can also develop. The occultist not only sees the beauty of the plant, but also perceives something like a smiling or sad face. This moral sensibility is of great value. If you develop such a moral relationship, you enter into a connection with the lower region of the Devachan plane.

[ 5 ] Auch für die tote Steinwelt kann man eine feine Empfindung ausbilden. Das Gestein hat eine Gruppenseele auf dem Devachanplan, so wie das Tier eine Gruppenseele auf dem astralen Plan besitzt. Im Devachan leben die Seelen der Minerale. Deshalb sind sie für den Menschen nicht erreichbar. Wie die Fliege, wenn sie über unsere Hand läuft, nicht ahnt, daß dahinter eine Seele liegt, so wissen die Menschen nicht, daß Steine Seele haben.

[ 5 ] One can also develop a subtle sensitivity toward the inanimate world of stones. Rock has a group soul on the Devachan plane, just as animals have a group soul on the astral plane. The souls of minerals dwell in Devachan. That is why they are inaccessible to humans. Just as a fly, when it walks across our hand, has no inkling that there is a soul behind it, so humans do not know that stones have souls.

[ 6 ] Wenn nun Steine Seelen haben, dann werden Sie auch verstehen, wie ein moralisches Verhältnis zu ihnen entstehen kann. Ein menschlicher, ein tierischer Leib hat Begierden, Leidenschaften und Triebe. Der Pflanzenleib hat keine Begierden mehr, aber er hat noch Triebe. Der Steinleib hat weder Begierde noch Trieb, deshalb stellt er uns Menschen ein Ideal vor, dahingehend, daß unsere Triebe vergeistigt werden sollen. Und in ferner Menschenzukunft wird das erreicht werden: Leiber ohne Begierde und Triebe werden die Menschen haben. Einst wird der Mensch diamantgleich sein, er wird nicht mehr innerliche Triebe haben, sondern solche sind dann äußerlich beherrscht.

[ 6 ] If stones do indeed have souls, then you will also understand how a moral relationship with them can develop. A human or animal body has desires, passions, and instincts. A plant body no longer has desires, but it still has instincts. The body of a stone has neither desire nor instinct; therefore, it presents us humans with an ideal, namely that our instincts should be spiritualized. And in the distant future of humanity, this will be achieved: humans will have bodies without desire or instinct. One day, humans will be like diamonds; they will no longer have inner instincts, but rather these will then be controlled externally.

[ 7 ] Der Stein stellt schon heute diese Keuschheit dar, er ist begierdelose Materie. Dieses Begierdenlose muß der okkulte Schüler bereits jetzt in sich ausbilden. In diesem Sinn steht der Stein über Tier, Pflanze und Mensch. Eine alte Rosenkreuzerformel beginnt damit, daß es heißt: Ich habe das ewige Schöpferwort in den Stein gelegt. - Keusch und jungfräulich bewahrt der Stein dieses Schöpferwort in den Tiefen des physischen Daseins.

[ 7 ] The stone already embodies this chastity today; it is matter devoid of desire. The occult student must cultivate this lack of desire within himself even now. In this sense, the stone stands above animals, plants, and humans. An ancient Rosicrucian formula begins by stating: “I have placed the eternal Word of the Creator within the stone.”—Chaste and virginal, the stone preserves this Word of the Creator in the depths of physical existence.

[ 8 ] Wenn man solches Empfinden gegenüber dem Stein zur spirituellen Erfahrung steigern kann, wird man hellsichtig in den höchsten Partien des Devachan.

[ 8 ] If one can elevate such a feeling toward the stone to a spiritual experience, one becomes clairvoyant in the highest regions of Devachan.

[ 9 ] Ich werde nun das Mineralreich von einer andern Seite charakterisieren. Gehen wir in der Evolution der Erde, wie wir sie kennen, bis zur atlantischen Zeit zurück. Die Atmosphäre war von Wasserdampf erfüllt. Auch der Atlantier schaute ganz anders aus als der heutige Mensch. Und noch weiter zurück, als der lemurische Kontinent bestand, als noch eine sehr hohe Temperatur herrschte, war der Mensch ein halbes Wassergeschöpf. Damals waren auch alle Mineralien in anderem Zustand. Blei konnte da unmöglich fest sein. Es gab auch eine Zeit, in der das Gold noch nicht fest war; das war der Fall, als Sonne und Erde noch vereinigt waren. Als die Erde aus der Sonne schied, zeigten sich noch Spuren von diesem feineren Stoff. Dieser gerann wie alle Metalle und bildete nun im Gestein Adern von Gold. Noch weiter zurückgehend, kommen wir zu einer Zeit, in der auch die Edelsteine geronnen sind. Damals war auch die Kohle noch durchsichtig und bildete den Diamanten. Die zu dieser frühen Zeit herrschenden physikalischen Verhältnisse ermöglichten das. Zu anderer Zeit entstand der Karneol, wieder zu anderer der Topas.

[ 9 ] I will now describe the mineral kingdom from a different perspective. Let us go back in the evolution of the Earth, as we know it, to the Atlantean era. The atmosphere was filled with water vapor. The Atlanteans, too, looked quite different from modern humans. And even further back, when the Lemurian continent existed and temperatures were still very high, humans were half-aquatic creatures. At that time, all minerals were also in a different state. Lead could not possibly have been solid then. There was also a time when gold was not yet solid; this was the case when the Sun and Earth were still united. When the Earth separated from the Sun, traces of this finer substance were still visible. Like all metals, it solidified and formed veins of gold within the rock. Going even further back, we come to a time when the gemstones also solidified. Back then, coal was still transparent and formed diamonds. The physical conditions prevailing during that early period made this possible. At another time, carnelian was formed; at yet another, topaz.

[ 10 ] Nun müssen Sie festhalten, daß die Seele des Menschen auch damals schon vorhanden war, doch hatte sie noch keinen physischen Leib. Die Erde befand sich einstmals in einem Zustand, in dem es vollständig unmöglich gewesen wäre, daß ein physischer Leib sie bewohnte. Der Mensch hatte da nur den Ätherleib. In diesem Ätherleib entstand zu einer bestimmten Zeit die Anlage zu den Augen. Das physische Auge ist erst später durch den Ätherleib herausgebildet worden. Alle andern Organe sind zuerst aus dem Ätherleib heraus gegliedert und gebildet worden. Jedesmal, wenn ein solches Ätherorgan sich bildete, war die Veranlassung die Begierde. Der Astralleib hatte die Begierde, etwas wahrzunehmen, zu sehen, da wirkte er auf den Ätherleib und formte aus diesem heraus das Ätherauge; später erst wurde das physische Auge herausgegliedert. Das ätherische Gegenbild entstand im Mineralreich, und dieses begierdelose Gegenbild ist der Chrysolith. So ist tatsächlich ein intimer Zusammenhang zwischen dem menschlichen Sehen und dem Chrysolith. Daher verwendet der Okkultist zu besonderen Zwecken Steine. Er empfindet eine Sympathie zwischen dem Sehen und dem Chrysolith und weiß, wie auf gewisse Augenkrankheiten damit zu wirken ist.

[ 10 ] Now you must understand that the human soul already existed back then, but it did not yet have a physical body. The Earth was once in a state in which it would have been completely impossible for a physical body to inhabit it. At that time, human beings had only the etheric body. Within this etheric body, the rudiments of the eyes developed at a certain point in time. The physical eye was only formed later from the etheric body. All other organs were first differentiated and formed from the etheric body. Each time such an etheric organ formed, the impetus was desire. The astral body had the desire to perceive something, to see; so it acted upon the etheric body and formed the etheric eye from it; only later was the physical eye differentiated from it. The etheric counterpart arose in the mineral kingdom, and this desireless counterpart is chrysolite. Thus, there is indeed an intimate connection between human vision and chrysolite. This is why the occultist uses stones for specific purposes. He senses a sympathy between vision and chrysolite and knows how to use it to treat certain eye diseases.

[ 11 ] Früher als die Gesichtsanlage entstand die Anlage zum Hören. Da wurde im keuschen Steinreich das Hören als Onyx vorgebildet. Nun hängt der Sinn des Gehörs am nächsten mit der reinsten Materie zusammen. Wo Tonwellen den Raum durchfluten, da ist der feinste Klangäther, auch Zahlenäther oder chemischer Äther genannt. Es gibt noch den Wärme-, Licht- und Lebensäther. Der feine Klangäther war die Veranlassung zum Gehör und zur Bildung der Anlage zum Onyx. Ich erinnere Sie hierbei an den Alten mit der Lampe in Goethes «Märchen von der grünen Schlange». Seine Lampe verwandelte alles Holz in Silber, tote Tiere in Edelsteine, den Mops, den toten Hund, in Onyx.

[ 11 ] The faculty of hearing arose earlier than that of sight. In the chaste realm of stone, hearing was prefigured as onyx. Now, the sense of hearing is most closely connected with the purest form of matter. Where sound waves flood through space, there is the finest sound ether, also called the numerical ether or chemical ether. There are also the heat, light, and life ethers. The subtle sound ether was the impetus for hearing and for the formation of the predisposition toward onyx. I remind you here of the old man with the lamp in Goethe’s “Fairy Tale of the Green Snake.” His lamp transformed all wood into silver, dead animals into gemstones, and the pug—the dead dog—into onyx.

[ 12 ] Mit dem Tastsinn entstand der Karneol, mit dem Geschmackssinn der Topas, mit dem Geruchssinn der Jaspis, mit der Ausbildung des Verstandes der Beryll und mit der Entstehung des bildlichen Vorstellungsvermögens der Karfunkel. Wie eine schöne Legende berichtet, verlor Luzifer, als er aus den himmlischen Bereichen herabgestürzt wurde, einen Stein aus seinem Diadem — das war der Karfunkel. In der Tat entstand dieser Edelstein zur selben Zeit, als das menschliche Vorstellungsvermögen, zunächst bildhaft, zu erwachen begann.

[ 12 ] Carnelian arose with the sense of touch, topaz with the sense of taste, jasper with the sense of smell, beryl with the development of the intellect, and the carbuncle with the emergence of the power of imagination. As a beautiful legend recounts, when Lucifer was cast down from the heavenly realms, he lost a stone from his diadem—that was the carbuncle. In fact, this gemstone came into being at the very moment when the human imagination, initially pictorial, began to awaken.

[ 13 ] Mit dem Sonnengeflecht, das mit den unwillkürlichen, unbewußten Bewegungen im menschlichen Leibe zusammenhängt, entstand der Smaragd. Zur Zeit der ältesten Bildung, als der erste Ansatz zum menschlichen physischen Leib entstand, bildete sich die Anlage zum Diamanten. Sie schen, wie tief die Zusammenhänge in der Welt sind. Das ist nicht Aberglaube, sondern Weisheit.

[ 13 ] The emerald arose from the solar plexus, which is connected to the involuntary, unconscious movements of the human body. At the time of the earliest formation, when the first beginnings of the human physical body emerged, the potential for the diamond took shape. See how deep the connections in the world are. This is not superstition, but wisdom.

[ 14 ] Hier will ich Ihnen zwei Tatsachen aus dem reichen Feld des Okkultismus nennen. Sie wissen, daß es unter den Arbeitergewerkschaften auch gemäfßigte Richtungen gibt. Eine besonders gemäRigte Gruppe umfaßt eine bestimmte Berufsgenossenschaft, das sind die Buchdrucker. Der Redakteur ihrer Zeitung wurde sogar hinausgeworfen, weil er so gemäßigt eingestellt war. Bei den Buchdruckern begegneten sich zuerst Arbeiter und Prinzipale. Der Mensch ahnt gar nicht, wie abhängig er von seiner Umgebung ist. Weil der Buchdrucker mit Blei zu tun hat — es greift das nicht nur die Lunge an -, entsteht ein seelischer Effekt: Eine gewisse nüchterne Gesinnung wird herbeigeführt.

[ 14 ] Here I would like to mention two facts from the rich field of the occult. You know that there are also moderate factions among the labor unions. One particularly moderate group comprises a specific trade association—the printers. The editor of their newspaper was even fired because he held such moderate views. It was among the printers that workers and employers first came together. People have no idea how dependent they are on their surroundings. Because printers work with lead—which doesn’t just affect the lungs—it has a psychological effect: it fosters a certain sober mindset.

[ 15 ] Ein anderes Beispiel. Ich kam mit einem Menschen zusammen, der nach und nach ein guter Theosoph wurde. Eine ganz unerklärliche Fähigkeit machte ihm Sorge. Er gibt eine Zeitschrift heraus und ist imstande, rasch Analogien zu finden. Würde ein Gelehrter nach solchen Analogien suchen, so würde er vielleicht unter Umständen monatelang ratlos dasitzen. Der Betreffende fand mit einem Griff nach dem Bücherbord das Gewünschte. Sein Denken wurde so frei, daß es nicht mehr durch das physische Gehirn beengt wurde. Das hat aber auch seine großen Gefahren. «Woher kommt das bei mir?» fragte er mich. Da sagte ich ihm, möglicherweise hätte er viel mit Kupfer zu tun. So war es wirklich: Er blies das Waldhorn, das auch Kupfer enthält. Dies genügte, um eine so starke Wirkung hervorzurufen. Daraus ersehen Sie, wie alles draußen in der Welt einen tiefen Einfluß auf den Menschen hat, und so stehen Metalle und Edelsteine in Beziehung zu der Natur des Menschen.

[ 15 ] Here is another example. I became acquainted with a person who gradually became a good theosophist. A completely inexplicable ability troubled him. He publishes a magazine and is able to quickly find analogies. If a scholar were to search for such analogies, he might, under certain circumstances, sit there at a loss for months on end. This person, however, found what he was looking for with a single reach to the bookshelf. His thinking had become so free that it was no longer constrained by the physical brain. But this also carries great dangers. “Where does this come from in me?” he asked me. So I told him that he might have a lot to do with copper. That was indeed the case: he played the French horn, which also contains copper. This was enough to produce such a powerful effect. From this you can see how everything out in the world has a profound influence on human beings, and how metals and gemstones are related to human nature.

Fragenbeantwortung

FAQ

Frage nicht notiert.

Question not recorded.

[ 16 ] Mit dem künstlerischen Anschauen der Pflanzen verhält es sich so, daß dieses allerdings zunächst auf den astralischen Leib wirkt, während das okkulte Schauen in den Ätherleib hineinwirkt. Der Künstler mag zu manchen seiner Werke, sei es Skulptur, Bild oder Melodie, den Urbildern begegnen, bewußt findet man sie auf dem Devachanplan.

[ 16 ] When it comes to the artistic contemplation of plants, this initially affects the astral body, whereas occult vision affects the etheric body. The artist may encounter the archetypes in some of his works—be they sculptures, paintings, or melodies—but one finds them consciously on the Devachan plane.

Was ist Gold?

What is gold?

[ 17 ] Als Erde und Sonne noch eine Masse bildeten und alles noch reiner Äther war, da war alles aufgelöst, und zwar in eine Feinheit wie das Sonnenlicht. Da konnten die Minerale nicht gerinnen. Erst nachdem die Sonne sich abgetrennt hatte und als etwas vom reinen Sonnenlicht bei der Erde verblieben war, verdichtete sich dieses in den Adern der Erde zum Gold. Das Gold ist verdichteter Sonnenstrahl und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Sonne.

[ 17 ] When the Earth and the Sun still formed a single mass and everything was still pure ether, everything was in a state of dissolution, with a subtlety akin to that of sunlight. At that time, the minerals could not solidify. Only after the Sun had separated and some of the pure sunlight remained with the Earth did it condense into gold within the Earth’s veins. Gold is condensed sunlight and is directly connected to the Sun.

[ 18 ] Saphir entspricht am Menschen den Füßen. Die Füße sind ein viel wichtigeres Glied, als man gewöhnlich annimmt. Einstmals hatten die Füße noch die Fähigkeit, sich wie ansaugend festzuhalten, ähnlich wie die Fliege es tut.

[ 18 ] In humans, the sapphire corresponds to the feet. The feet are a much more important part of the body than is generally assumed. In the past, the feet still had the ability to cling as if by suction, much like a fly does.

[ 19 ] Opal entspricht mehr einer Region, der auch die Lunge entsprossen ist.

[ 19 ] Opal is more like a region from which the lungs also originated.

[ 20 ] Rubin hängt zusammen mit dem, was man das höhere Organ des Gehirns nennt, mit dem Intuitionsorgan.

[ 20 ] Rubin is connected to what is called the higher organ of the brain, the organ of intuition.

[ 21 ] Eisen ruft im Menschen eine gewisse Erregung der sinnlichen Natur hervor. Als die Erde sich mit dem Mars begegnete, wurde auch jene Eigenschaft im Blut erzeugt. Der Okkultist greift nicht gerne rein eiserne Gegenstände an.

[ 21 ] Iron evokes a certain sensual excitement in humans. When the Earth encountered Mars, that same quality was also generated in the blood. The occultist is reluctant to handle objects made entirely of iron.

Frage nach der Bedeutung des Romans «Vril» von Edward Bulwer.

Question about the meaning of Edward Bulwer’s novel Vril.

[ 22 ] Alles, was es früher in der Welt gab, kommt wieder. Der VrilKraft liegt etwas Besonderes zugrunde. Jetzt kann der Mensch eigentlich nur die Kräfte der mineralischen Natur benutzen. Schwerkraft ist mineralisch, Elektrizität ist ebenfalls mineralisch. Den Betrieb von Eisenbahnen verdanken wir der Steinkohle. Was aber der Mensch noch nicht zu benützen versteht, das ist die pflanzliche Kraft. Die Kraft, die in einem Getreidefeld die Halme herauswachsen läßt, ist noch eine latente Kraft, und diese wird der Mensch ebenso in seinen Dienst zwingen wie die Kraft der Steinkohle. Das ist Vril. Es ist dieselbe Kraft, die die Fakire noch benützen. Sie leben im Atavismus -— Ahnenzustandsmerkmal.

[ 22 ] Everything that once existed in the world will return. There is something special underlying the Vril force. At present, humankind can really only make use of the forces of the mineral kingdom. Gravity is mineral in nature, and electricity is likewise mineral. We owe the operation of railroads to coal. But what humankind does not yet know how to use is the power of the plant kingdom. The force that causes the stalks to grow in a grain field is still a latent force, and humankind will harness this force just as it has harnessed the power of coal. This is Vril. It is the same force that the fakirs still use. They live in atavism—a characteristic of the ancestral state.

War Goethe ein Eingeweihter?

Was Goethe an initiate?

[ 23 ] Die Initiation Goethes fand statt zwischen seinem Leipziger und Straßburger Aufenthalt, wo er dem Tode nahe war. Es kam ihm aber damals nicht zum Bewußtsein. Dies geschah erst 1795. Schon 1784 tauchte es wieder neu in ihm auf, aber noch undeutlich. Damals schrieb er das Fragment gebliebene Gedicht «Die Geheimnisse» in einem erleuchteten Augenblick. Erst im «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» legte er sein Bekenntnis nieder. Seine Einweihung auf dem physischen Plan geschah durch eine ganz bestimmte Persönlichkeit.

[ 23 ] Goethe’s initiation took place between his stays in Leipzig and Strasbourg, where he was close to death. However, he was not aware of it at the time. This did not happen until 1795. As early as 1784, it resurfaced within him, but still vaguely. At that time, in a moment of enlightenment, he wrote the poem “The Secrets,” which remained a fragment. It was not until “The Fairy Tale of the Green Snake and the Beautiful Lily” that he set forth his creed. His initiation on the physical plane was carried out by a very specific individual.