Nature and Spirit Beings
Their Influence on Our Visible World
GA 98
2 February 1908 a.m., Frankfurt
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11. Über die Gruppen-Iche von Tieren, Pflanzen und Mineralien
11. About the group Egos of Animals, Plants, and Minerals
[ 1 ] Es wird immer wieder zu betonen sein, daß Theosophie Leben werden muß in dem Sinne, daß der Mensch durch die Theosophie nicht nur dies oder jenes lernt, sondern daß er lernt anders zu denken, zu fühlen, zu empfinden in bezug auf seine ganze Umgebung. Dies tritt für den Menschen ein, wenn er im rechten Sinne die theosophischen Impulse aufnimmt. Er muß lernen mitzufühlen, mitzuleben mit allen Wesen. Am meisten muß sich das allerdings beziehen auf die anderen Menschen. Aber wir lernen am besten mit den Menschen mitzufühlen, wenn wir es zuerst lernen für die ganze übrige Welt.
[ 1 ] It cannot be emphasized enough that theosophy must become a way of life—in the sense that through theosophy, a person does not merely learn this or that, but learns to think, feel, and perceive differently in relation to their entire environment. This happens when a person truly takes in the theosophical impulses. They must learn to empathize and share in the lives of all beings. Of course, this must apply most of all to other human beings. But we learn best to empathize with people when we first learn to do so for the rest of the world.
[ 2 ] Der Mensch lernt allmählich die ganze Welt um sich herum kennen. Er lernt allmählich, daß er überall von geistigen Wesen umgeben ist, daß er überall durch geistige Wesen hindurchschreitet. Er lernt das verstehen hinsichtlich des Gefühls, hinsichtlich der Empfindung. Er lernt erkennen, was um uns herum ist in den drei Reichen der Natur. Er lernt erkennen die Wesen im mineralischen, pflanzlichen und tierischen Reich. Anders schreitet er durch Wiesen und Wälder, über Äcker und Fluren als der Mensch, der nicht durch die theosophische Schulung hindurchgegangen ist.
[ 2 ] Human beings gradually come to know the entire world around them. They gradually come to realize that they are surrounded everywhere by spiritual beings, that they pass through spiritual beings everywhere. They come to understand this in terms of feeling and sensation. They learn to recognize what surrounds us in the three kingdoms of nature. They learn to recognize the beings in the mineral, plant, and animal kingdoms. They walk through meadows and forests, across fields and pastures, differently than those who have not undergone theosophical training.
[ 3 ] Schauen wir die anderen Wesen an, so könnte man zunächst glauben, die tierischen Wesenheiten hätten nicht eine Seele wie der Mensch. Allerdings unterscheidet sich das Ich des Menschen, des Menschen Seele von dem tierischen Ich. Das Ich des Menschen lebt auf dem physischen Plan. Wenn wir das Tier als solches betrachten, hat das einzelne Tier einen physischen Leib, Äther- und Astralleib. Beim Menschen haben wir außer den drei Gliedern auch noch das Ich. So ist im Menschen im wachen Zustand sein Ich enthalten. Das Tier hat aber das Ich nicht auf dem physischen Plan. Da müssen wir schon etwas tiefer eindringen in die sogenannte astralische Welt. Da finden wir, so wie hier auf dem physischen Plan eine Bevölkerung von Menschen, auf dem Astralplan eine Bevölkerung von tierischen Ichen. So wie der Mensch hier den Menschen begegnet, so kann der Seher auf dem Astralplan ebenso abgeschlossenen Persönlichkeiten begegnen; das sind die tierischen Iche.
[ 3 ] If we look at other beings, we might at first believe that animal beings do not have a soul like humans do. However, the human “I”—the human soul—differs from the animal “I.” The human “I” lives on the physical plane. When we consider the animal as such, the individual animal has a physical body, an etheric body, and an astral body. In humans, in addition to these three members, we also have the “I.” Thus, in the waking state, the human “I” is present within the person. The animal, however, does not have the “I” on the physical plane. To find it, we must delve somewhat deeper into the so-called astral world. There, just as we find a population of human beings here on the physical plane, we find a population of animal “I’s” on the astral plane. Just as a human being encounters other human beings here, so too can the seer encounter distinct personalities on the astral plane; these are the animal “I’s.”
[ 4 ] Man hat sich das so vorzustellen: Wir denken uns die zehn Finger eines Menschen durch eine Wand gesteckt. Sie bewegen sich. Wir sehen die zehn Finger sich bewegen, aber nicht den Menschen selbst. Der ist hinter der Wand verborgen. Wir können uns nicht erklären, daß die zehn Finger von selber durch die Wand kommen und sich bewegen. Wir müssen annehmen, daß irgendeine Wesenheit dazu gehört. So ist es mit den Tieren in der physischen Welt. Alle gleichgestalteten Tiere haben ein Gruppen-Ich. Hier im Physischen sehen wir die Tiere umherwandeln. Was wir da sehen, das hat einen physischen Leib, Äther- und Astralleib. Sehen wir hier im Physischen zum Beispiel Löwen, so sind diese Löwen hervorgebrachte Organe des im Astralen lebenden Löwen-Ichs. Das LöwenIch, das Gruppen-Ich physischer Löwen, ist ebenso auf dem Astralplan eine abgeschlossene Wesenheit, wie wir hier abgeschlossene Wesenheiten sind. So hat jede Tiergruppe ein Ich auf dem Astralplan; ein Löwen-Ich, ein Tiger-Ich, ein Geier-Ich sind auf dem Astralplan. Die einzelnen Tiere sind hier im Physischen, so wie die Finger durch eine Wand hindurchgestreckt.
[ 4 ] Your mental image is of ten fingers of a person sticking through a wall. They are moving. We see the ten fingers moving, but not the person himself. He is hidden behind the wall. We cannot explain how the ten fingers come through the wall and move on their own. We must assume that some kind of being is involved. So it is with animals in the physical world. All animals of the same species have a group-I. Here in the physical world, we see the animals moving about. What we see there has a physical body, an etheric body, and an astral body. If, for example, we see lions here in the physical world, these lions are the manifested organs of the lion-I living in the astral. The lion-I—the group-I of physical lions—is just as much a distinct entity on the astral plane as we are distinct entities here. Thus, every animal group has an I on the astral plane; a lion-I, a tiger-I, and a vulture-I exist on the astral plane. The individual animals are here in the physical world, just as fingers are extended through a wall.
[ 5 ] Wenn wir die einzelnen Tiere hier betrachten, so erscheinen uns viele als außerordentlich gescheit. Diese Tiere werden vom astralen Plan geordnet. Dort sind die Tier-Iche, die Gruppen-Iche. Diese Bevölkerung des Astralplans ist viel gescheiter als die Menschen. Die tierischen Gruppen-Iche auf dem astralen Plan sind sehr weise Wesen. Beobachten wir den Vogelflug, wie die Vögel ziehen durch die verschiedenen Gegenden, wie ihr Flug angeordnet ist, wie sie im Herbst ziehen in wärmere Gegenden und sich im Frühling wieder sammeln. Wenn wir da tief hineinschauen in die weisen Einrichtungen, da müssen wir fragen: Wer ist da hinter der Wand verborgen, der das alles anordnet? — Das sind die Gruppen-Iche. Wenn wir den Biber bauen sehen, dann werden wir beobachten, daß der Biber weiser baut als die größte Ingenieurkunst. Man hat beobachtet, wie die Intelligenz der Bienen wirkt, hat den Bienen Zucker statt Honig hingeworfen. Dann hat man sie beobachtet. Sie können den Zucker nicht mitnehmen. Sie holen andere Bienen, fliegen zuerst nach einer Wasserquelle, und jedes Bienchen bringt einen Wassertropfen mit und durchtränkt den Zucker damit und verwandelt ihn in eine Art von Sirup. Diesen trägt es dann in den Bienenstock. Der Geist des Bienenstocks steht hinter dieser Arbeit der Bienen. Die einzelnen Bienen gehören zu einer einzigen Bienenpersönlichkeit, wie unsere Glieder zu uns gehören. Nur daß die einzelnen Bienen mehr getrennt sind, und unsere einzelnen Glieder näher zusammen, kompakter sind. Wir gehen, für uns unsichtbar, überall auch durch Wesen hindurch, durch die tierischen Gruppen-Iche, die sich der physischen Beobachtung entziehen.
[ 5 ] When we observe the individual animals here, many of them appear to us to be extraordinarily intelligent. These animals are governed by the astral plane. There are the animal “I’s,” the group “I’s.” This population of the astral plane is much more intelligent than humans. The animal group-I’s on the astral plane are very wise beings. Let us observe the flight of birds—how they migrate through different regions, how their flight is organized, how they migrate to warmer regions in the fall and gather again in the spring. When we look deeply into these wise arrangements, we must ask: Who is hidden behind the wall, orchestrating all of this? — These are the group-I’s. When we see a beaver building, we observe that the beaver builds with greater wisdom than the greatest feat of engineering. People have observed how the intelligence of bees works by throwing sugar at them instead of honey. Then they watched them. The bees cannot carry the sugar away. They summon other bees, fly first to a water source, and each little bee brings back a drop of water, soaks the sugar with it, and transforms it into a kind of syrup. It then carries this back to the hive. The spirit of the hive is behind this work of the bees. The individual bees belong to a single bee personality, just as our limbs belong to us. The only difference is that the individual bees are more separate, while our individual limbs are closer together and more compact. Invisible to ourselves, we pass everywhere, even through beings—through the collective “I”s of animal groups—that elude physical observation.
[ 6 ] Wie wir da anfangen mit Wesenheiten zu fühlen, von denen der Mensch nichts ahnt, so können wir auch fühlen mit den Pflanzenseelen. Die Pflanzen-Iche leben in einer noch höheren Welt als die tierischen Iche. Die pflanzlichen Iche, jene abgeschlossenen Gruppen-Iche, zu denen wieder eine Reihe von Pflanzen gehören, sind auf dem sogenannten Devachanplan. Wir können auch den Ort angeben, wo eigentlich diese Pflanzen-Iche alle sind. Alle Pflanzen-Iche sind im Mittelpunkt der Erde. Die tierischen Gruppen-Iche kreisen um die Erde wie die Passatwinde. So sind die Pflanzen-Iche im Mittelpunkt der Erde. Sie sind Wesen, die sich alle gegenseitig durchdringen. In der geistigen Welt herrscht das Gesetz der Durchgängigkeit. Ein Wesen geht durch das andere hindurch. Wir sehen die tierischen Gruppen-Iche über die Erde hinfahren wie die Passatwinde und sehen, wie sie das aus ihrer Weisheit verrichten, was wir in den Taten der Tiere vernehmen. Wenn wir die Pflanzen betrachten, sehen wir den Kopf der Pflanze, die Wurzel, nach dem Mittelpunkt der Erde zu gerichtet, weil im Mittelpunkt der Erde deren Gruppen-Ich ist.
[ 6 ] Just as we begin to feel a connection with beings of which human beings are completely unaware, so too can we feel a connection with the plant souls. The plant “I”-beings live in a world even higher than that of the animal “I”-beings. The plant “I”-beings—those self-contained group “I”-beings, each of which encompasses a series of plants—are on the so-called Devachan plane. We can also specify the location where all these plant “I’s” actually are. All plant “I’s” are at the center of the Earth. The animal group “I’s” circle the Earth like the trade winds. Thus, the plant “I’s” are at the center of the Earth. They are beings who all interpenetrate one another. In the spiritual world, the law of interpenetration prevails. One being passes through another. We see the animal group-I’s moving across the Earth like the trade winds and observe how, through their wisdom, they carry out what we perceive in the actions of animals. When we observe the plants, we see the head of the plant—the root—directed toward the center of the Earth, because their group-I is located at the center of the Earth.
[ 7 ] Die Erde selbst ist der Ausdruck seelisch-geistiger Wesenheiten. Die Pflanze erscheint uns vom geistigen Gesichtspunkt so wie etwa die Nägel an unseren Fingern. Die Pflanzen gehören zur Erde. Wer die einzelnen Pflanzen betrachtet, betrachtet sie nie ganz vollständig. Jede Pflanze gehört zu der Summe von Wesenheiten, die die Pflanzen-Iche bilden. Wir können uns so hineinleben in das Empfinden und Fühlen der Pflanzen selber. Was von der Pflanze aus der Erde herauswächst, was vom Innern der Erde nach der Oberfläche hinstrebt, hat ein anderes Wesen, als was unter der Erde wächst. Wenn man die Blüte, Stengel und Blätter der Pflanze abschneidet, so ist das etwas anderes, als wenn man die Wurzel ausreißt. Wenn man sie abschneidet, so ist das eine Art Wohlgefühl, wie eine Wollust für die Pflanzenseele. Ähnlich ist diese Lust zum Beispiel wie die, welche die Kuh empfindet, wenn das junge Kalb am Euter saugt. Was von der Pflanze aus der Erde herauswächst, das ist wirklich etwas Ähnliches wie die Milch der Tiere. Wenn wir im Herbst durch die Felder gehen und die Halme unter der Sense des Schnitters dahinfallen, wenn die Sense durch die Garben streicht, dann strömen, dann hauchen Gefühle von Wohlgefühl, von Wollust durch die Felder dahin. Etwas ungeheuer Bedeutendes ist es, wenn wir nicht nur mit physischen Augen die hinfallenden Garben sehen, sondern wenn wir sehen, wie diese Wohlgefühle über die Erde streichen, wenn der Schnitter mit der Sense durch die Felder geht. Wenn man aber die Wurzeln der Pflanzen ausreißt, so ist das für die Pflanzenseele ein Wehgefühl. In den höheren Welten ist nicht dieselbe Gesetzmäßigkeit wie in der physischen Welt. Wir kommen zu andern Vorstellungen, wenn wir hinaufdringen in die geistigen Welten. Auch hier in der physischen Welt widerspricht manchmal das Prinzip der Schönheit dem Prinzip des Schmerzes oder der Lust. Es kann sein, daß, vom Schönheitsgefühl getrieben, jemand sich die weißen Haare ausreißt, aber weh tut es doch. So ist es auch mit den Pflanzen. Wenn man sie mit der Wurzel ausreißt, so mag das ordentlicher aussehen, so mag das schöner sein, aber es bereitet dennoch der Pflanze Schmerz.
[ 7 ] The Earth itself is the expression of soul-spiritual beings. From a spiritual point of view, plants appear to us much like the nails on our fingers. Plants belong to the Earth. Anyone who observes individual plants never sees them in their entirety. Every plant belongs to the sum of beings that constitute the plant-I. In this way, we can immerse ourselves in the sensations and feelings of the plants themselves. What grows out of the earth from the plant—what strives from the earth’s interior toward the surface—has a different nature than what grows beneath the earth. Cutting off the flower, stem, and leaves of a plant is different from pulling out the root. Cutting them off is a kind of sense of well-being, like a delight for the plant’s soul. This delight is similar, for example, to what a cow feels when her young calf suckles at her udder. What grows out of the earth from the plant is truly something akin to the milk of animals. When we walk through the fields in the fall and the stalks fall beneath the reaper’s scythe, when the scythe sweeps through the sheaves, then feelings of well-being, of delight, flow and waft through the fields. It is something immensely significant when we do not merely see the falling sheaves with our physical eyes, but when we see how these feelings of well-being sweep across the earth as the reaper moves through the fields with his scythe. But when the roots of the plants are torn out, this is a feeling of pain for the plant soul. In the higher worlds, the same laws do not apply as in the physical world. We arrive at different mental images when we ascend into the spiritual worlds. Even here in the physical world, the principle of beauty sometimes contradicts the principle of pain or pleasure. It may be that, driven by a sense of beauty, someone pulls out their white hairs, but it still hurts. So it is with plants as well. If you pull them out by the roots, it may look neater, it may be more beautiful, but it still causes the plant pain.
[ 8 ] Auch die Steine sind leblos nur in der physischen Welt. In den höheren Welten haben auch sie ihre Gruppen-Iche. In den höheren Partien des Devachanplanes sind die Gruppen-Iche der Mineralien vorhanden. Auch sie erleiden Freude oder Schmerz. Nicht durch Spekulation können wir darüber etwas erfahren, sondern nur durch die Geisteswissenschaft.
[ 8 ] Even stones are lifeless only in the physical world. In the higher worlds, they, too, have their group-I’s. In the higher regions of the Devachan plane, the group-I’s of the minerals are present. They, too, experience joy or pain. We cannot learn anything about this through speculation, but only through Spiritual Science.
[ 9 ] Wenn wir in einem Steinbruch sehen, wie der Arbeiter Stein um Stein abbricht, so könnten wir glauben, das verursache der Steinseele Schmerz. Es ist aber nicht so. Gerade wenn der Stein zersprengt wird, so spritzen nach allen Seiten Wohlgefühle heraus aus dem Stein. Aus dem Steinbruch, aus dem die Felsen herausgesprengt werden, strömen nach allen Seiten starke Wohlgefühle hervor. Wenn wir in einem Glase Wasser haben und tun Salz hinein, und das Salz löst sich auf, so wird das Wasser durchströmt von Wollust, von Lustgefühl. Freude durchströmt das Wasser, wenn man die Auflösung des Salzes vom geistigen Standpunkt aus betrachtet. Wenn wir aber das aufgelöste Salz wieder fest werden lassen, so geschieht das unter Schmerzgefühl. So würde es auch unter Schmerzgefühl der Steinseele sich vollziehen, wenn wir die zersprengten Felsen wieder zusammenbacken könnten.
[ 9 ] When we see a worker in a quarry breaking off stone after stone, we might think that this causes the stone’s soul pain. But that is not the case. Precisely when the stone is blasted apart, feelings of well-being burst forth from the stone in all directions. From the quarry where the rocks are blasted out, powerful feelings of well-being flow out in all directions. When we have a glass of water and add salt to it, and the salt dissolves, the water is filled with pleasure, with a sense of delight. Joy flows through the water when one views the dissolution of the salt from a spiritual perspective. But if we allow the dissolved salt to solidify again, this occurs amid a sense of pain. In the same way, it would take place amid the stone soul’s sense of pain if we could bind the shattered rocks back together again.
[ 10 ] Die Seher haben immer in ihren Geheimschriften, den religiösen Urkunden, den Menschen Kunde gegeben von diesen Geheimnissen. Aber die Menschen haben verlernt, diese Geheimschriften zu verstehen. Denken wir uns zurück in ferne, vergangene Zeiträume unserer Erdentwickelung. Wir sehen die Steinmassen der Gebirge, die zusammengeschichtet sind aus verschiedenen Tonmassen, basaltischen Gesteinen und so weiter. Weiter zurückgehend finden wir, daß die Dinge auf der Erde immer weicher werden. Dann kommen wir zurück in eine Zeit, wo die Erde erfüllt war von mächtigen Wärmefeuermassen, wo das Eisen, wo alle Metalle, alle Mineralien aufgelöst waren in Geistiges. Der Mensch war damals auch ein geistiges Wesen. Sollte der Mensch sich weiter entwickeln, sollte er seine heutigen Formen erhalten, so mußte jene weiche Masse sich verfestigen. Die Gebirge entstanden, die Mineralmassen lösten sich aus der weichen Substanz heraus, und die Erde wurde der Wohnplatz des jetzigen Menschen. Es kristallisierte sich die leblose Gesteinsmasse aus der feuerflüssigen Erde heraus wie das Salz aus der Salzlösung. Alles hat sich so gestaltet, daß die festen Massen sich herausgestalteten aus dem flüssigen Zustande. Das geschah nicht ohne Schmerz. Der ganze Verfestigungsprozeß des Erdballes ist verbunden gewesen mit Schmerzen der Steinseele.
[ 10 ] The seers have always revealed these mysteries to humanity in their secret writings—the religious texts. But people have forgotten how to understand these secret writings. Let us think back to distant, bygone eras of our Earth’s evolution. We see the massive rock formations of the mountains, layered from various clays, basaltic rocks, and so on. Going further back, we find that the substances on Earth become increasingly soft. Then we arrive at a time when the Earth was filled with powerful masses of heat and fire, when iron—and all metals and minerals—were dissolved into the spiritual realm. Human beings were also spiritual beings at that time. If humanity was to continue developing and take on its present forms, that soft mass had to solidify. The mountains arose, the mineral masses separated from the soft substance, and the Earth became the dwelling place of modern humanity. The lifeless rock mass crystallized out of the molten Earth, just as salt crystallizes out of a salt solution. Everything unfolded in such a way that the solid masses took shape from the liquid state. This did not happen without pain. The entire process of the Earth’s solidification was accompanied by the suffering of the soul of the stone.
[ 11 ] In der Zukunft wird die Erde sich wiederum vergeistigen. Die ganze Erde wird sich wieder zersplittern, wie heute schon das Radium zeigt. Der Auflösungsprozeß der Erde wird eintreten, eine Vergeistigung, eine Vergöttlichung, die Annahme an Kindesstatt. Hören wir nun, was der Apostel Paulus sagt: «Die ganze Erde, alle Wesen seufzen unter Schmerzen, der Annahme an Kindesstatt harrend.»
[ 11 ] In the future, the Earth will once again become spiritualized. The entire Earth will disintegrate once more, as radium already demonstrates today. The process of the Earth’s dissolution will begin—a spiritualization, a deification, the adoption as children. Let us now hear what the Apostle Paul says: “The whole Earth, all beings, groan in labor pains, waiting for the adoption as children.”
[ 12 ] Da haben wir eine Darstellung dessen, was geschieht auf der Erde, wo die Steinseele unter Schmerz leidet, bis der Zustand eintritt auf der Erde, wo sie die Annahme an Kindesstatt findet. Es könnte einem die Seele wehtun, wenn die, welche die religiösen Urkunden den Menschen verkünden, alles mögliche hineinträumen in die religiösen Urkunden, weil sie sich nicht bemühen wollen, einzudringen in die Tiefen dieser religiösen Urkunden. Für die, welche die Menschen leiten, ist es geradezu eine Pflichtverletzung, wenn sie nicht eindringen wollen in ihre religiösen Urkunden.
[ 12 ] Here we have a depiction of what happens on Earth, where the soul of stone suffers until the state is reached on Earth where it is accepted as a child. It could be painful to the soul when those who proclaim religious texts to people project all sorts of things into those texts because they do not want to make the effort to penetrate the depths of these religious texts. For those who guide people, it is nothing short of a dereliction of duty if they do not wish to delve into their religious texts.
[ 13 ] Der Apostel Paulus hat gewußt, was die Vorgänge auf der Erde bedeuten. Die Theosophie soll in unserer neuen Zeit die Menschen hinführen in die Tiefen der religiösen Urkunden. Es ist traurig, wenn die berufenen Vertreter derselben sich gar nicht bemühen, in sie einzudringen, aber sie haben gar nicht den Willen, sie zu verstehen. Aller Hochmut der Gegenwart, der sagt: Wie haben wir es so herrlich weit gebracht! - der muß schwinden. Wie viele glauben, unsere Vorfahren haben nichts gewußt! Da kommen die Menschen und legen die Schriften des Paulus, die religiösen Urkunden aus, wie sie wollen, aber erfüllt von Hochmut, mit dem Gefühl, daß sie mehr wissen als unsere Vorfahren. Wie wirken aber die Worte auf uns: «Alle Wesen seufzen unter Schmerzen, der Annahme an Kindesstatt harrend» — dann, wenn wir auf uns wirken lassen die Erkenntnis der fühlenden Steinseele, wie sie harrt in Schmerzen, der Annahme an Kindesstatt gewärtig? Die Menschen mit materialistischer Gesinnung glauben, daß sie draußen bloß durch Luft, durch Wind und Nebel gehen, durch Sauerstoff und Stickstoff. Der Mensch aber, der die geistige Erkenntnis hat, weiß, daß er durch geistige Wesenheiten überall hindurchgeht, daß er mit jedem Atemzug geistige Wesenheiten einatmet und sich einfügt.
[ 13 ] The Apostle Paul understood the significance of the events unfolding on Earth. In our new age, theosophy is meant to guide people into the depths of the religious texts. It is sad when the appointed representatives of these texts make no effort whatsoever to delve into them—but they lack even the will to understand them. All the arrogance of the present day—which proclaims, “How wonderfully far we have come!”—must fade away. How many believe that our ancestors knew nothing! People come along and interpret the writings of Paul and the religious texts as they please, yet they are filled with arrogance, feeling that they know more than our ancestors did. But how do these words affect us: “All creation groans in labor pains, waiting for adoption as sons”—when we allow the realization of the sentient soul of stone to take hold of us, as it waits in pain, anticipating adoption as a child? People with a materialistic mindset believe that, out in the world, they merely pass through air, wind, and fog—through oxygen and nitrogen. But the person who possesses spiritual insight knows that he passes through spiritual beings everywhere, that with every breath he inhales spiritual beings and becomes one with them.
[ 14 ] So haben wir gesehen, wie die tierischen Iche die Erde im Kreise umziehen wie die Passatwinde, wie die Pflanzen-Iche im Mittelpunkt der Erde versammelt sind, wie die Erde selbst etwas empfindet, wenn wir die Pflanzen ausreißen, und wie die Erde selbst lebt und beseelt ist und etwas empfindet. Alles draußen ist beseelt und durchlebt.
[ 14 ] Thus we have seen how the animal “I”s move in circles around the Earth like the trade winds, how the plant “I”s are gathered at the center of the Earth, how the Earth itself feels something when we uproot the plants, and how the Earth itself is alive, animated, and capable of feeling. Everything outside is animated and full of life.
[ 15 ] So wie der physische Leib herausgeboren ist aus den physischen Stoffen und Kräften, so sind herausgeboren unsere geistigen Glieder aus dem großen All. Da fangen wir an, in uns eine kleine Welt zu sehen, die ruht in der großen Welt. Das bewirkt ein beseligendes Gefühl in uns. Nur wenn wir mitfühlen lernen mit Mineralien, Pflanzen und Tieren, dann lernen wir auch fühlen, wie unser Ich ruht im ganzen Weltenall.
[ 15 ] Just as the physical body is born of physical substances and forces, so too are our spiritual members born of the great universe. There we begin to see within ourselves a small world that rests within the great world. This evokes a blissful feeling within us. Only when we learn to empathize with minerals, plants, and animals do we also learn to feel how our “I” rests within the entire universe.
[ 16 ] So sehen wir, wie die Theosophie in die geistigen Untergründe des Daseins führt. Sie ist etwas, was unser Lebensgefühl, unsere Lebensimpulse umgestaltet, so daß wir dadurch andere Menschen werden. Die theosophischen Vorstellungen sind Keime, Willensimpulse für wirkliches Erleben.
[ 16 ] Thus we see how theosophy leads us into the spiritual depths of existence. It is something that transforms our attitude toward life and our life impulses, so that we thereby become different people. Theosophical mental images are seeds, impulses of the will for genuine experience.
