Myths and Legends
Occult Signs and Symbols
GA 101
21 October 1907 afternoon, Berlin
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Myths and Legends, Occult Signs and Symbols, tr. SOL
7. Weiße und schwarze Magie
7. White and Black Magic
[ 1 ] Es ist der Wunsch geäußert worden, daß wir noch über das sprechen, was gewöhnlich «weiße und schwarze Magie» genannt wird, und daf3 dies mit einigen anderen Begriffen, die die Theosophen kennen, in Zusammenhang gebracht werde.
[ 1 ] A request has been made that we discuss what is commonly referred to as “white and black magic,” and that this be placed in the context of several other concepts familiar to theosophists.
[ 2 ] Nun ist das, was damit berührt werden muß, ein sehr weit verzweigtes, ausgebreitetes Gebiet okkulter und geisteswissenschaftlicher Betrachtungsweise, und es wird daher nur möglich sein, sozusagen einige elementare Dinge auf diesem Gebiete zu berühren. Aber auch diese machen ja schon die Voraussetzung notwendig, das, was wir jetzt betrachten, so aufzunehmen, als sei es durchaus eben nur gemeint für Schüler der Geisteswissenschaft und nicht für irgend jemand anderen, der nicht mit geisteswissenschaftlicher Gesinnung und Denkungsart ausgestattet ist. Man muß gewisse Voraussetzungen machen, wenn man über ein solches Thema sprechen will.
[ 2 ] Now, what needs to be addressed here is a very broad and extensive field of occult and Spiritual Science inquiry, and it will therefore only be possible to touch upon, so to speak, a few fundamental aspects of this field. But even these necessitate the premise that what we are now considering must be received as if it were intended solely for students of Spiritual Science and not for anyone else who is not endowed with a spiritual-scientific mindset and way of thinking. One must make certain assumptions if one wishes to speak on such a topic.
[ 3 ] Die Worte «weiße und schwarze Magie» werden oft gerade in theosophischen Kreisen angewendet, und es tritt uns ja unendlich häufig die Bezeichnung des «schwarzen Magiers» entgegen als eine Anschuldigung, auch von solchen, die in der theosophischen Strömung wirken. Manche von Ihnen werden es schon selbst gehört haben, wie man leichten Herzens dies oder jenes als «schwarze Magie» bezeichnet hat. Ja, es ist sogar einmal vorgekommen, daß nach der Lektüre unserer «Mitteilungen» — wie mir scheint, war es das erste Blatt — an einem Orte Leute gesagt haben: Was bei jener Generalversammlung vorgegangen und in den «Mitteilungen» erzählt worden sei, darin stecke schwarze Magie. Es war damals von einigen Menschen geradezu die Behauptung aufgestellt worden, daß in der Führung jener Generalversammlung ein böser Zauber gesteckt haben müsse. Das ist nur ein Beispiel für etwas, was öfter auftritt und was herrührt von einer ziemlich trivialen Auffassung nicht nur des Begriffes «schwarze Magie», sondern des Begriffes «Magie» überhaupt.
[ 3 ] The terms “white and black magic” are often used, particularly in theosophical circles, and we encounter the label “black magician” all too frequently as an accusation, even from those active within the theosophical movement. Some of you will have heard it yourselves, how people have casually referred to this or that as “black magic.” Indeed, it even happened once that after reading our “Communications”—as I recall, it was the very first issue—people in a certain place said: What took place at that General Assembly and was reported in the “Communications” was the work of black magic. At the time, some people had actually asserted that there must have been an evil spell at work in the conduct of that General Assembly. This is just one example of something that occurs frequently and stems from a rather trivial understanding not only of the term “black magic,” but of the term “magic” in general.
[ 4 ] Wir müssen uns zunächst klarmachen, was man unter «Magie» versteht, um dann einsehen zu können, was man unter «schwarzer Magie» zu verstehen hat. Viele Leute glauben folgendes: Sie sagen, man könne okkulte Kräfte erwerben, und denken dabei gewöhnlich an recht minderwertige, elementare okkulte Kräfte. Denn gewöhnlich wissen diejenigen, die von solchen Dingen reden, nichts von höheren okkulten Kräften; sie haben gemeinhin gar keine Vorstellung davon, was sie sich unter okkulten Kräften eigentlich denken sollen. Gewöhnlich setzen die Leute dann noch hinzu, derjenige treibe schwarze Magie, der im Dienste des persönlichen Egoismus solche Kräfte anwende. Solch ein Ausspruch ist einer von denen, bei welchen man nicht einmal sagen kann, er sei falsch. Aber es kommt auch nicht vie] darauf an, daß man sagt, er sei richtig, denn es ist gar nichts besonderes damit gesagt. Es ist der Ausfluß einer ganz abstrakten Denkweise. Wer von solchen Dingen reden will, muß vor allen Dingen fest auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, sei es der physischen, sei es der geistigen Wirklichkeit; er muß wissen, was real ist, dann wird er nicht mehr von allerlei Dingen schwatzen, die mit der Wirklichkeit in keinem Zusammenhang stehen.
[ 4 ] We must first clarify what is meant by “magic” in order to then understand what is meant by “black magic.” Many people believe the following: They say that one can acquire occult powers, and in doing so usually think of rather inferior, elementary occult powers. For usually those who speak of such things know nothing of higher occult powers; they generally have no mental image at all of what they are actually supposed to think of as occult powers. People usually add that someone who uses such powers in the service of personal selfishness is practicing black magic. Such a statement is one of those where one cannot even say it is wrong. But it also does not matter much whether one says it is right, for it says nothing of particular significance. It is the outgrowth of a completely abstract way of thinking. Anyone who wishes to speak of such things must, above all, stand firmly on the ground of reality, be it physical or spiritual reality; they must know what is real, and then they will no longer prattle on about all sorts of things that have no connection to reality.
[ 5 ] Liegt denn in einem solchen Ausspruch, man solle okkulte Kräfte nicht im Dienste des persönlichen Egoismus anwenden, nicht in gewisser Beziehung eine unmögliche Forderung für die Menschen der Gegenwart? Diese Frage müssen wir uns zuerst beantworten. Freilich stellen solche, die das sagen, als erstes Gebot auf: Du sollst nicht egoistisch sein! — Gewiß, das ist ein höchstes Gebot. Aber es handelt sich für den, der real denkt, nicht darum, daß solche Gebote aufgestellt werden, sondern darum, ob solche Gebote überhaupt erfüllt werden können. Und wer glaubt, daß das Gebot, nicht egoistisch zu sein, von den Menschen der Gegenwart so ohne weiteres erfüllt werden kann, der gibt sich einer sehr großen Illusion hin. Derjenige, der es als seine Pflicht erkennt, Illusionen zu zerstreuen, der muß auch jene Illusion zerstreuen, daß ein solches Gebot leicht erfüllt werden könne.
[ 5 ] Is a statement such as this—that one should not use occult powers in the service of personal selfishness—not, in a certain sense, an impossible demand for people today? We must first answer this question. Admittedly, those who say this set forth as their first commandment: Thou shalt not be selfish! — Certainly, this is a supreme commandment. But for the person who thinks realistically, the issue is not that such commandments are established, but whether such commandments can be fulfilled at all. And anyone who believes that the commandment not to be selfish can be fulfilled so readily by people today is indulging in a very great illusion. Anyone who recognizes it as their duty to dispel illusions must also dispel the illusion that such a commandment can be easily fulfilled.
[ 6 ] Da tritt vielleicht ein Mensch auf und sagt: Ich will einmal in der Welt in ganz und gar selbstloser Weise wirken! — Zunächst kann er gar nicht wissen, daß unter den Kräften, mit denen er wirkt, eine ganze Menge okkulter Kräfte darunter sind. Von jedem Menschen gehen okkulte Kräfte aus. Wenn nun jemand sagt, er wolle in selbstloser Weise in der Welt wirken, so ist das ein sehr, sehr schönes Ideal. Aber wenn man einmal versucht, weiter zu fragen: Warum willst du selbstlos sein, warum legst du dir dieses Gebot auf, selbstlos zu sein? —, da wird man merkwürdige Antworten erhalten, zum Beispiel: Durch Selbstlosigkeit komme ich allmählich zu höheren Stufen der Vollkommenheit hinauf; ich kann es nicht ertragen, ein wertloser Mensch zu sein; ich will ein Mensch sein, der wertvoll ist in der Welt. — Wenn man dieses Gefühl analysieren würde, so würde man dahinterkommen, daß hinter den Gründen zur Selbstlosigkeit oft der unglaublichste Egoismus steckt, oft ein viel größerer Egoismus, als er bei den Menschen anzutreffen ist, die gar nicht selbstlos sein wollen, sondern sich einfach ihren selbstischen Instinkten hingeben. Malen Sie sich den Gedanken aus, und Sie werden sehen, wieviel Selbstsucht in dem Drang nach Selbstlosigkeit steckt.
[ 6 ] Someone might come along and say: I want to work in the world in a completely selfless way! — At first, they cannot possibly know that among the forces with which they are working, there are a great many occult forces. Occult forces emanate from every human being. If someone says they want to work in the world in a selfless way, that is a very, very beautiful ideal. But if one tries to ask further: Why do you want to be selfless, why do you impose this commandment on yourself to be selfless? — one will receive strange answers, for example: Through selflessness I gradually ascend to higher levels of perfection; I cannot bear to be a worthless person; I want to be a person who is valuable in the world. — If one were to analyze this feeling, one would discover that behind the reasons for selflessness often lies the most incredible selfishness, often a much greater selfishness than is found in people who do not want to be selfless at all, but simply indulge their selfish instincts. Think this through, and you will see how much selfishness lies in the urge toward selflessness.
[ 7 ] Und wie sollte es auch anders sein? Die Selbstsucht ist eine Kraft, die nicht deshalb von den Göttern in die Menschennatur verpflanzt worden ist, damit der Mensch sie so ohne weiteres verleugne oder verneine. Es gehört sogar die Selbstsucht zu den wesentlichsten Dingen, durch die der Mensch wirkt. Wenn wir den Gründen der Selbstsucht nachforschen, wenn wir uns fragen: Warum haben denn die Götter, die gütigen Götter dem Menschen die Selbstsucht eingepflanzt? —, da diese so etwas Abscheuliches ist nach Ansicht so vieler Leute, da bekommen wir aus dem wirklichen Okkultismus herausgeboren die Antwort, daß die Selbstsucht ein ganz gewaltiger Schutz ist gegenüber dem, was mit dem Menschen in der Welt geschehen würde, wenn er nicht diese Selbstsucht hätte. Wissen Sie, was den Menschen am besten davor schützt, gewisse recht schlimme Kräfte anzuwenden, von denen wir gleich nachher sprechen werden? Es wäre ein Leichtes heute für jemand, der selbst schwarze Magie betreiben wollte, einen Menschen als Schüler zu sich heranzuziehen und diesem Schüler gewisse Handgriffe und Machinationen der wirklichen schwarzen Magie beizubringen; er würde in der entsetzlichsten Weise in der Welt wirken können. Die meisten aber werden das nicht so ohne weiteres tun. Und wissen Sie, warum nicht? Aus dem einfachen Grunde nicht, weil sie sich fürchten, weil sie für ihre Persönlichkeit fürchten. Sie gewahren ein klein wenig von den Folgen im Geist und fürchten sich selbstsüchtig davor. Und das ist ganz gut, daß sie sich fürchten und die Sache deshalb bleiben lassen. Wenn im Beginne der Erdenentwickelung die Menschen alles gleich ausgeliefert erhalten hätten, was es an Kräften gibt, um auf den astralischen, auf den ätherischen und auf den physischen Leib zu wirken, dann würden diese Menschen schlimme Dinge in der Welt angestellt haben. So aber ist ihnen der Egoismus gegeben worden, und der bringt den Menschen dazu, daß er zunächst nur für sich selbst sorgt, und daß die Sorge für sich selbst ihn ganz beschäftigt. Wie eine Schutzwand haben die Götter den Egoismus um die Menschen herum errichtet. Der Egoismus ist es, der den Menschen den Einblick in die Dinge verhüllt, die hinter der Welt der Erscheinungen liegen. Das zu betrachten ist außerordentlich wichtig. Es ist eine von den weisen Bremsvorrichtungen, welche die Götter aufgestellt haben, damit der Mensch nicht zu schnell eindringe in die geistigen Reiche. Das ist also der Egoismus; er ist ein gutes Schutzmittel.
[ 7 ] And how could it be otherwise? Selfishness is a force that was not implanted in human nature by the gods so that humans might simply deny or reject it. Selfishness is, in fact, one of the most essential things through which humans act. When we investigate the reasons for selfishness, when we ask ourselves: Why did the gods, the benevolent gods, implant selfishness in human beings? — since this is something so abhorrent in the view of so many people — we receive the answer, born of true occultism, that selfishness is a tremendous protection against what would happen to human beings in the world if they did not possess this selfishness. Do you know what best protects human beings from employing certain truly evil forces, which we will speak of shortly? It would be easy today for someone who wished to practice black magic to take on a disciple and teach that disciple certain techniques and machinations of true black magic; they would be able to work in the most horrific way imaginable. But most people will not do this so readily. And do you know why not? For the simple reason that they are afraid—afraid for their own personalities. They sense a little of the consequences in their minds and selfishly fear them. And it is quite good that they are afraid and therefore leave the matter alone. If, at the beginning of Earth’s evolution, people had been given equal access to all the forces available to act upon the astral, the etheric, and the physical bodies, then these people would have done terrible things in the world. But instead, they have been given egoism, and this leads people to care first and foremost only for themselves, and to be completely absorbed in caring for themselves. Like a protective wall, the gods have erected egoism around human beings. It is egoism that veils human insight into the things that lie beyond the world of appearances. It is extremely important to consider this. It is one of the wise restraining mechanisms that the gods have put in place so that human beings do not penetrate too quickly into the spiritual realms. This, then, is egoism; it is a good means of protection.
[ 8 ] So also soll man mit solchen Worten nicht herumwerfen, denn es ist noch eine lange Strecke bis dahin, wo der Mensch selbstlos werden kann, wo er reif wird zur Selbstlosigkeit. Gar nicht braucht daran erinnert zu werden, wie alles Predigen von Selbstlosigkeit sich gerade in unserem Zeitalter so komisch ausnimmt, im Zeitalter des höchstpotenzierten Egoismus, wo jeder so viel erraffen will von dem, was in der sozialen Ordnung begründet ist. Da führt diese «Selbstlosigkeit» dazu, sich ganz und gar zu umgeben mit einem Wirbel von Illusionen. Sie glauben gar nicht, wenn Sie nicht gründlich darüber nachdenken, wie die Menschen sich heute einhüllen in einen Wirbel von Ilusionen, wie sich namentlich durch "Theorien unsere Zeitgenossen einhüllen lassen in einen Wirbel von Illusionen. Da werden soziale Theorien geprägt und gepredigt von Professoren und Nichtprofessoren. Aber gerade ein großer Teil der Theorien über die sozialen Heilmittel des Gesellschaftskörpers sind nichts weiter als ein Ausfluß von «Psychopathia professoralis». Sie können es in der Praxis verfolgen, wie die Leute verkehrt denken und verkehrt handeln. Wo können Sie nicht in irgendeiner Gesellschaft oder Kommune erleben, daß die Menschen nachsinnen über dieses und jenes Heilmittel, zum Beispiel gegen die Arbeitslosigkeit. Wenn Arbeitslosigkeit da ist, ist Hunger da. Wie machen wir es aber, daß diesem abgeholfen wird? Da wird dann der Entschluß gefaßt: Man muß den Leuten Arbeit geben. — Und nun erfindet man irgend etwas, um den Leuten Arbeit, Beschäftigung zu geben, damit sie Geld bekommen und sich kaufen können, was sie wollen. Das scheint ein sehr probates Mittel zu sein, um gesellschaftliche Schäden abzuwenden: den Leuten Beschäftigung zu geben. Aber es ist ein sehr gefährliches Mittel, den Leuten Beschäftigung um jeden Preis zu geben, solange man nicht die Art der Beschäftigung in produktive und unproduktive Beschäftigung unterscheidet. Solange man diese Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Beschäftigung nicht macht, ist dies sogar ein furchtbares Mittel in seiner Wirkung auf die Gesellschaft. Denken Sie sich den radikalen Fall: Jemand wollte, weil in einer bestimmten Gegend, wo durch Erfindung einer neuen Maschine eine Anzahl Personen brotlos geworden sind, diesen Leuten schnell Arbeit und Brot verschaffen. Er erfindet einen Artikel, wo er wertlose Abfallprodukte für Toilettengegenstände verwendet. Die Leute können dann etwas verdienen und sich Brot kaufen. — Das ist aber nur ein Mittel, um die Armut von einer Seite auf die andere umzulegen, denn es wird gar nichts produziert auf diese Weise, gar nichts hervorgebracht. Jeder kann das an folgendem Falle selbst einmal bedenken: Es setzt sich jemand draußen auf dem Lande in ein Restaurant und sagt: Kellner, geben Sie mir zehn Ansichtskarten! und schickt sie ab, ohne dabei zu bedenken, wie viele Briefträger dadurch vier oder fünf Stockwerke hinaufgehen müssen, und ohne zu bedenken, daß dadurch nichts an realer Kraft in der Welt in Bewegung gesetzt wird. Gar nicht bedenkt man, daß damit nichts Wirkliches, den Geist und Körper Förderndes erzielt wird. Wenn Sie das dem Betreffenden sagen, so wird er natürlich eine Ausrede haben. Er könnte zum Beispiel sagen, es könnten ja neue Briefträger eingestellt werden, dadurch bekämen mehr Leute Arbeit. Man bedenkt dabei aber gar nicht, daß, wenn man da neue Menschen einstellt, durch deren Arbeit nichts Neues geschaffen wird, sondern daß man nur die Armut anders verteilt hat. Das zeigt, daß die Menschen erst etwas wissen müssen über die Verteilung der Arbeit auf der Erde, bevor sie anfangen können mit dem kleinsten Reformgedanken. Unwissenheit, die reformieren will, ist im Weltzusammenhang etwas Furchtbares. Es ist furchtbar, daß die Menschen oftmals nicht die Geduld haben, abzuwarten, bis sie gelernt haben, etwas Überschau darüber zu haben, wie man helfen kann, sondern Vereinsmeierei treiben, damit dies oder jenes geschehe. Das sind alles Illusionen, mit denen sich die Menschen umhüllen. Und eine solche Illusion ist es auch, wenn in der trivialen Theosophie die Leute von Selbstlosigkeit reden. Wir müssen, wenn wir uns über weiße und schwarze Magie unterrichten wollen, zunächst uns einiges von dem Begriff «Magie» vor die Seele führen, worüber diejenigen, welche die letzten Vorträge gehört haben, schon etwas wissen. Auch öffentlich habe ich das Wesen der Magie schon kurz berührt.
[ 8 ] So one should not throw such words around lightly, for there is still a long way to go before a person can become selfless, before they are ready for selflessness. There is no need to be reminded of how all preaching about selflessness looks so strange, especially in our age—the age of egoism raised to the highest power—where everyone wants to grab as much as possible of what is established in the social order. This “selflessness” leads to surrounding oneself entirely with a whirlwind of illusions. You would not believe it, unless you think deeply about how people today wrap themselves in a whirlwind of illusions, how, particularly through “theories,” our contemporaries allow themselves to be enveloped in a whirlwind of illusions. Social theories are formulated and preached by professors and non-professors alike. But a large part of the theories regarding the social remedies for the body of society are nothing more than an outflow of “Psychopathia professoralis.” You can observe in practice how people think and act wrongly. Where in any society or community can you not observe people pondering this or that remedy, for example against unemployment? Where there is unemployment, there is hunger. But how do we go about remedying this? Then the decision is made: We must give people work. — And now they invent something to give people work, to keep them occupied, so they can earn money and buy whatever they want. This seems like a very effective way to avert social harm: giving people work. But it is a very dangerous approach to give people work at any cost, as long as one does not distinguish between productive and unproductive work. As long as one does not make this distinction between productive and unproductive employment, this is actually a terrible measure in its effect on society. Consider the extreme case: Someone wanted, because in a certain area where a number of people had lost their livelihoods due to the invention of a new machine, to quickly provide these people with work and bread. He invents a product where he uses worthless waste products for toiletries. People can then earn a little money and buy bread. — But this is merely a means of shifting poverty from one side to the other, for nothing at all is produced in this way, nothing is created. Everyone can consider this for themselves using the following example: Someone sits down in a restaurant out in the countryside and says, “Waiter, give me ten postcards!” and sends them off, without considering how many mail carriers will have to climb four or five flights of stairs as a result, and without considering that this sets no real force in motion in the world. One doesn’t even consider that nothing real, nothing that benefits the mind and body, is achieved by this. If you tell this to the person in question, they will of course have an excuse. They might say, for example, that new mail carriers could be hired, which would provide work for more people. But they don’t consider at all that, if new people are hired there, their work creates nothing new, but merely redistributes poverty. This shows that people must first understand the distribution of labor on Earth before they can begin with even the smallest reformist idea. Ignorance that seeks to reform is a terrible thing in the context of the world. It is terrible that people often lack the patience to wait until they have learned to gain some perspective on how to help, but instead engage in club-like agitation to make this or that happen. These are all illusions with which people surround themselves. And it is also such an illusion when, in trivial theosophy, people speak of selflessness. If we wish to learn about white and black magic, we must first bring to mind some of the concept of “magic,” about which those who have heard the recent lectures already know something. I have also briefly touched upon the nature of magic in public.
[ 9 ] Was ist nun Magie? In allen alten okkulten Schulen gab es drei Arten, hinaufzugelangen zu den höchsten Gebieten des Erkennens. Die erste Art war die des Fingeweihten, des Initiierten, die zweite Art war die des Hellsehers, und die dritte Art war die des Magiers. Das sind drei ursprünglich voneinander grundverschiedene Dinge: Einweihung, Hellsehertum und Magie. Machen wir uns zunächst durch einen einfachen Vergleich klar, was ein Eingeweihter, was ein Hellseher und was ein Magier ist. Denken Sie sich irgendeine Gegend, wo man keine Eisenbahnen, keine Dampfschiffe und so weiter kennt, wo die Menschen ohne Eisenbahnen und ohne Dampfschiffe leben. In einer solchen Gegend ist der Umstand, daß es Eisenbahnen und Dampfschiffe gibt, der reine Okkultismus. Okkult bedeutet so viel wie geheim, etwas, wovon die Leute nichts wissen. Wenn nun einer aus der Gegend, wo es keine Eisenbahnen und so weiter gibt, in eine andere Gegend reist, wo er Eisenbahnen und Dampfschiffe sieht, und er kommt dann wieder in seine Heimat zurück, dann erzählt er seinen Leuten, daß es Eisenbahnen und Dampfschiffe gibt. Er weiß es aus eigener Anschauung, denn er hat in eine Welt hineingesehen, die für die anderen noch ein Geheimnis ist.
[ 9 ] What, then, is magic? In all ancient occult schools, there were three ways to ascend to the highest realms of knowledge. The first was that of the initiate, the second was that of the clairvoyant, and the third was that of the magician. These are three fundamentally different things: initiation, clairvoyance, and magic. Let us first clarify, through a simple comparison, what an initiate is, what a clairvoyant is, and what a magician is. Imagine any region where people are unfamiliar with railroads, steamships, and so on—where people live without railroads and steamships. In such a region, the very fact that railroads and steamships exist is pure occultism. Occult means something like secret, something people know nothing about. Now, if someone from a region where there are no railroads and so on travels to another region where he sees railroads and steamships, and he then returns to his homeland, he tells his people that railroads and steamships exist. He knows this from his own experience, for he has glimpsed a world that is still a mystery to the others.
[ 10 ] Wer durch okkulte Schulung hineingeführt wird in die höheren Welten, der ist in dieser Beziehung ein Hellseher. Er weiß aus eigener Anschauung, daß es geistige Welten und Wesenheiten, geistige Kräfte gibt. Die geistigen Welten haben verschiedene Stufen. Es kann ein Mensch auf der einen Stufe Hellseher sein, einige Erscheinungen sehen, aber andere Erscheinungen nicht sehen. Nun müssen Sie sich etwas vor die Seele rufen, was hier öfters gesagt worden ist: Zum Auffinden und zum selbständigen Erforschen okkulter Wahrheiten gehört Hellsehertum. Nicht aber gehört Hellsehertum dazu, diese Wahrheiten einzusehen. Dazu reicht der gewöhnliche Menschenverstand aus, wenn er nur in genügend umfassender Weise richtig angewendet wird. Wer sagt, was in okkulten Berichten mitgeteilt wird, das könne er nur begreifen, wenn er ein Hellseher wäre, der benützt einfach seinen Verstand nicht genügend. Finden kann der Mensch die okkulten Wahrheiten nicht mit dem Verstande, aber einsehen kann er sie. Alles, was aus der Geistesforschung heraus erzählt wird, kann man einsehen, wenn man nur gründlich nachdenken will. Nur finden kann man ohne Hellsehen die okkulten Wahrheiten nicht, dazu gehört Hellsehertum. Was also durch Theosophie verkündigt wird, das könnten die, welche gründlich darüber nachdenken, auch einsehen.
[ 10 ] Anyone who is initiated into the higher worlds through occult training is, in this respect, a clairvoyant. They know from personal experience that spiritual worlds, spiritual beings, and spiritual forces exist. The spiritual worlds have different levels. A person may be a clairvoyant at one level, seeing some phenomena but not others. Now you must recall something that has often been said here: Clairvoyance is necessary for discovering and independently investigating occult truths. But clairvoyance is not necessary for understanding these truths. Ordinary human reason is sufficient for this, provided it is applied correctly and comprehensively enough. Anyone who says that they can only understand what is communicated in occult reports if they were a clairvoyant is simply not using their reason sufficiently. A person cannot discover occult truths with their reason, but they can comprehend them. Everything that is recounted through spiritual research can be understood if one is only willing to think deeply. However, one cannot discover the occult truths without clairvoyance; that requires clairvoyance. Thus, what is proclaimed through Theosophy could also be understood by those who think deeply about it.
[ 11 ] Man kann, bis in die höchsten Gebiete der okkulten Erlebnisse hinauf, die Sachen erzählt erhalten, und man kann sie dann einsehen. So gab es in den okkulten Schulen immer Hellseher, welche durch jene Methoden, die angewendet wurden, hineinschauen lernten in die geistigen Welten. Das waren oftmals sehr langwierige Methoden. Aber neben diesen Hellsehern gab es immer auch Eingeweihte. Das waren diejenigen, die aus ihren umfassenden und willig angewandten Verstandeskräften heraus die Tatsachen und Gesetze der höheren Welten eingesehen hatten. Das waren Eingeweihte. Heute ist dieses Verhältnis von Eingeweihten und Hellsehern kaum mehr gut möglich, weil heute jeder Mensch von dem großen Egoismus befallen ist, selbst sehen zu wollen. Von jener Liebe und jenem Vertrauen, die in den okkulten Schulen der Vorzeit herrschten, machen sich die Menschen heute kaum einen Begriff. Da war der Hellseher, der vielleicht durch Inkarnationen hindurch in entsagender Weise die Methoden anwendete und sich geübt hat, um hineinzuschauen in die höheren Welten, der vieles sehen konnte in diesen höheren Welten, und der sich selbst enthielt, die Gesetze dieser höheren Welten kennenzulernen, um sich nicht aufzuhalten durch Gesetze, sondern um durch eine raschere Entwickelung hellseherischer Fähigkeiten der Menschheit einen größeren Dienst zu erweisen. Dieses Entsagen ist nicht so ohne weiteres leicht zu nehmen. Es ist etwas Großes und Gewaltiges, wenn irgend jemand sich entschließt, Hellseher zu werden, ohne zu gleicher Zeit die ganze Art der Gesetzmäßigkeit in den höheren Welten kennenzulernen; und wenn er darauf wartet — vielleicht Tausende von Jahren —, bis er das erreicht, so kann er das nur unter der Bedingung tun, daß er sich unter die strenge Obhut eines gewählten Gurus oder Lehrers stellt. Denn träte er als bloßer Hellseher an die Dinge der geistigen Welt heran, ohne deren Gesetze zu kennen, so würde er bald auf Irrpfade und in die wüstesten Irrtümer hineinkommen, wenn er nicht in allen wichtigen Dingen den Rat des Guru annehmen würde.
[ 11 ] One can hear accounts of these matters, even from the highest realms of occult experience, and one can then come to understand them. Thus, in the occult schools there were always clairvoyants who, through the methods employed there, learned to look into the spiritual worlds. These were often very laborious methods. But alongside these clairvoyants, there were always initiates as well. These were the ones who, through their comprehensive and willingly applied intellectual powers, had grasped the facts and laws of the higher worlds. These were the initiates. Today, this relationship between initiates and clairvoyants is hardly possible anymore, because today every person is afflicted by the great egoism of wanting to see for themselves. People today can scarcely conceive of the love and trust that prevailed in the occult schools of antiquity. There was the clairvoyant who, perhaps through many incarnations, selflessly applied these methods and trained himself to look into the higher worlds, who could see much in these higher worlds, and who refrained from learning the laws of these higher worlds, so as not to be held back by laws, but rather to render a greater service to humanity through a more rapid development of clairvoyant abilities. This self-denial is not so easily undertaken. It is a great and mighty undertaking when anyone resolves to become a clairvoyant without simultaneously learning the entire nature of the laws governing the higher worlds; and if he waits—perhaps for thousands of years—until he achieves this, he can do so only on the condition that he places himself under the strict guidance of a chosen guru or teacher. For if they were to approach the matters of the spiritual world as mere clairvoyants, without knowing its laws, they would soon stray onto the wrong path and fall into the most grievous errors, unless they accepted the guru’s counsel in all important matters.
[ 12 ] Andere gab es, die verzichteten überhaupt auf die Entwickelung höherer hellseherischer Gaben, weil sie eingeweiht werden wollten in die Gesetze der höheren Welten. Sie vertrauten in Liebe und Hingebung dem, was ihnen die Seher sagten, aber sie kannten die Gesetze. Um das zu erläutern, kann man ein Beispiel anführen aus der gewöhnlichen Welt. Denken Sie sich einen Menschen, der außerordentlich gut sieht, der alle möglichen Phänomene sehen kann mit seinen Augen, der aber von den Gesetzen der Lichterscheinungen nichts versteht. Und denken Sie sich einen anderen Menschen, der sehr kurzsichtig ist und kaum ein paar Zentimeter vor seine Augen hin sieht, der aber die physikalischen Gesetze der Lichterscheinungen gut kennt. Die beiden können gut zusammenwirken und -arbeiten, der eine kennt die Gesetze, der andere kennt sie gar nicht, aber dafür sieht er die Erscheinungen. Und das gilt noch viel mehr für die höheren Gebiete. Es ist möglich, daß einer ein in höhere Grade Eingeweihter wird, ohne Anspruch zu machen auf hellseherische Kräfte. Das war in den alten okkulten Schulen durchaus üblich, daß diese zwei Klassen nebeneinander waren. Willig haben die Hellseher den Ratschlag von gar nicht hellsehenden Eingeweihten angenommen. Insbesondere war dies notwendig für die Fälle, in denen ein hoher Grad des Hellsehens und ein hoher Grad der Einweihung erforderlich war, so zum Beispiel für alles, was sich auf das astrologische Gebiet bezieht. Das war so, daß diejenigen, welche sich die umständlichen Gesetze der Astrologie umfassend aneignen wollten, in der Regel verzichten mußten auf jenes hohe Hellsehen, welches die astralischen Hellseher sich anzueignen hatten. Sie ergänzten sich gegenseitig. Nur in der neueren Zeit, wo der Mensch materialistisch denkt und fühlt, muß man sich klar machen, daß es unmöglich ist, diese beiden Gebiete streng zu trennen, und deshalb wird seit dem 14. Jahrhundert kein Unterschied mehr zwischen den beiden Klassen gemacht, so daß der Lehrer keinem eine Einweihung mehr erteilt, ohne zu gleicher Zeit einen gewissen Grad des Hellsehens zu geben. Das geht nicht anders, weil es mit dem Egoismus und mit der Vertrauenslosigkeit, die heute herrschen, gar nicht anders vereinbar sein würde. Daher wird zwischen den beiden kein Unterschied mehr gemacht, denn die Menschen können heute gar nicht selbstlos sein.
[ 12 ] There were others who chose not to develop higher clairvoyant gifts at all, because they wished to be initiated into the laws of the higher worlds. They trusted with love and devotion what the seers told them, but they knew the laws. To explain this, one can cite an example from the ordinary world. Imagine a person who sees exceptionally well, who can perceive all manner of phenomena with his eyes, but who understands nothing of the laws governing light phenomena. And imagine another person who is very nearsighted and can barely see a few centimeters in front of his eyes, but who knows the physical laws of light phenomena well. The two can work well together; one knows the laws, the other knows them not at all, but in return he sees the phenomena. And this applies even more so to the higher realms. It is possible for someone to become an initiate of a higher degree without claiming to possess clairvoyant powers. It was quite common in the ancient occult schools for these two classes to exist side by side. The clairvoyants willingly accepted the advice of initiates who were not clairvoyant at all. This was particularly necessary in cases where a high degree of clairvoyance and a high degree of initiation were required, such as for everything pertaining to the field of astrology. It was the case that those who wished to master the complex laws of astrology comprehensively generally had to forgo the high level of clairvoyance that astral clairvoyants had to acquire. They complemented one another. Only in more recent times, when people think and feel materialistically, must one realize that it is impossible to strictly separate these two fields; and therefore, since the 14th century, no distinction has been made between the two classes, so that the teacher no longer grants an initiation to anyone without simultaneously imparting a certain degree of clairvoyance. There is no other way, because it would be entirely incompatible with the selfishness and distrust that prevail today. Therefore, no distinction is made between the two anymore, for people today are simply incapable of being selfless.
[ 13 ] Nun unterscheidet sich aber sowohl vom Hellseher als auch vom Eingeweihten der Magier. Für den, der selbst in die höheren Welten hineinschauen kann, folgt noch lange nicht, daß er die in die sinnliche Welt hineinwirkenden Kräfte auch schon beherrschen und anwenden kann. Oder glauben Sie, daß ein Mensch, der in eine Gegend die Kenntnis von der Lokomotive, dem Dampfschiff und der Dampfmaschine gebracht hat, nun auch gleich eine solche Maschine bauen könnte? Er kann ihnen erzählen, wie solche Dinge ausschauen, aber er wird nicht gleich verstehen, sie zu bauen. Daß der Hellseher selbst hineinsehen kann in die höheren Welten, daraus folgt noch nicht, daß er auch die Kräfte, die hereinwirken in die Sinneswelt, zu beherrschen und anzuwenden versteht. Der erst ist Magier oder Adept, der die höheren Kräfte, von denen alles physische Geschehen ein Ausdruck ist, in der Welt hier anzuwenden versteht, der also imstande ist, nicht nur die physischen Kräfte und die physischen Mächte zu Rate zu ziehen, wenn es sich um irgend etwas bei seinem Tun handelt, sondern der die höheren Kräfte spielen lassen kann. Das ist in unserer Zeit eigentlich keine Kleinigkeit, Magier oder Adept zu sein. Es gibt keine Zeit in der Menschheitsentwickelung, die dem Magiertum oder Adeptentum so durchaus entgegengesetzt war, wie unsere heutige es ist. Und man dient heute der Menschheit unter gewissen Verhältnissen am besten dadurch, daß man sich darauf beschränkt, die Erkenntnisse der höheren Welten zu verbreiten, und selbst — vielleicht mit blutendem Herzen — auch in Fällen, wo die Anwendung magischer Kräfte vielleicht am Platze wäre, darauf verzichtet. Denn das heutige öffentliche Leben ist so fremd dem Begriffe des Magiertums, daß unter Umständen der Einfluß höherer Welten auf diese unsere Welt einen Rückschlag bedeuten würde, wenn unmittelbar magische Kräfte angewendet würden. Wer eine gewisse Übung in der Anwendung der Kräfte hat, und zu den Kenntnissen sich auch den Mechanismus angeeignet hat, der muß in gewissen Fällen sich enthalten, diese Kräfte anzuwenden, aus dem einfachen Grunde, weil es unmöglich ist, heute gegen die Strömung der Zeit in der Welt anzulaufen. Zum Magier gehört nicht nur Hellsehen und Einweihung, zum Magier gehört auch Übung. Das ist es, um was es sich handelt. Der Magier muß entsagungsvoll durch lange Zeiten hindurch gewisse Verrichtungen sich aneignen, er muß sich üben. Denken Sie nur einmal, wieviel Sie wissen können — schon in der physischen Welt —, ohne daß Sie selbst in der Lage wären, auch wirklich das ausführen zu können, wovon Sie erzählen können, wovon Sie etwas wissen. In vieles können Sie eingeweiht sein. Ganz genau können Sie wissen, wie eine Lokomotive konstruiert ist, aber ohne daß Ihnen jemand gleich den Auftrag geben würde, eine Lokomotive zu bauen, da er damit riskieren würde, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen. So ist es auch auf den höheren Gebieten. Übung macht den Magier, Wahrnehmen in den höheren Welten macht den Hellseher, Wissen und Erkenntnis der Gesetze in den höheren Welten macht den Eingeweihten.
[ 13 ] However, the magician differs from both the clairvoyant and the initiate. For someone who can look into the higher worlds does not necessarily follow that he can already master and apply the forces that act within the physical world. Or do you believe that a person who has brought knowledge of the locomotive, the steamship, and the steam engine to a region could now immediately build such a machine? He can describe to them what such things look like, but he will not immediately know how to build them. The fact that the clairvoyant can see into the higher worlds does not mean that he also knows how to master and apply the forces that act upon the sensory world. Only he is a magician or adept who knows how to apply the higher forces—of which all physical events are an expression—in the world here; that is, who is capable not only of consulting the physical forces and powers when it comes to any matter in his work, but who can also allow the higher forces to act. In our time, being a magician or adept is actually no small matter. There is no period in human development that has been as thoroughly opposed to magicianhood or adeptship as our present age is. And today, under certain circumstances, one best serves humanity by limiting oneself to spreading the knowledge of the higher worlds, and—perhaps with a heavy heart—refraining from using magical powers even in cases where their application might be appropriate. For public life today is so alien to the concept of magicianhood that, under certain circumstances, the influence of the higher worlds on our world would constitute a setback if magical powers were applied directly. Anyone who has a certain degree of practice in the application of these powers, and who has mastered not only the knowledge but also the mechanism, must in certain cases refrain from applying these powers, for the simple reason that it is impossible today to swim against the current of the times in the world. To be a magician requires not only clairvoyance and initiation; to be a magician also requires practice. That is what is at stake. The magician must, through long periods of self-denial, master certain tasks; he must practice. Just think for a moment how much you can know—even in the physical world—without being in a position to actually carry out what you can describe, what you know something about. You may be initiated into many things. You may know exactly how a locomotive is constructed, but no one would immediately commission you to build one, since they would risk throwing money out the window. It is the same in the higher realms. Practice makes the magician; perception in the higher worlds makes the clairvoyant; knowledge and understanding of the laws in the higher worlds make the initiate.
[ 14 ] Es war nun in den verflossenen Zeiten durchaus unstatthaft, irgendeine magische Verrichtung zu vollziehen, ohne im Einklang zu stehen mit den Leitern der Welt, der «Erden-Regierung», die man auch nennt die großen Meister der sogenannten weißen Loge. Alle okkulten Schulen, alle Schulen, die es überhaupt gibt und alles Lehren kann nur die unterste Stufe zur höheren Entwickelung sein; auf ihr müssen sich immer höhere und höhere Stufen aufrichten, bis hinauf zu den eigentlichen Leitern der Erdenentwickelung. Auf der höchsten Stufe sind diejenigen, die die Weisheit nicht nur wissen, sondern welche die Erde in ihrer Entwickelung «regieren», welche die Weisheit einfließen lassen in die Erdenentwickelung. Sie allein sind imstande, bei jeder einzelnen Handlung, der geistige Kräfte zugrundeliegen, anzugeben, ob sie in dem ganzen Zusammenhang stört oder nicht stört. Wenn Sie ein Haus bauen und den Plan zum Haus angeben, so muß jeder einzelne Arbeiter an dem Haus im Einklang mit dem Plane arbeiten. Und wenn jemand kommt und es ihm einfällt, ein Fenster anders zu machen, als es im Plan vorgesehen ist, so kann dieses Fenster noch so schön und großartig sein das ganze Haus ist gestört. Wenn irgend jemand in der Welt durch geistige Kräfte etwas vollbringen will, so kann dies noch so bedeutungsvoll und noch so grandios sein — wenn es in den ursprünglichen Plan der Erdenentwickelung nicht hineinpaßt, so stört es die Erdenentwickelung und wirft sie zuweilen um lange Zeit zurück. Unmöglich kann der Mensch, der keine geistigen Kräfte anwendet, diesen Plan der Erdenentwickelung stören. Und warum nicht? Weil in bezug auf die geistigen Kräfte dasjenige, was die Menschen ohne Wissen von den höheren Welten tun, sich so verhält wie ein Naturereignis zu einem Haus. Was von der Witterung durch Wärme- und Sonnenverhältnisse an einem Haus ruiniert wird, das muß ruiniert werden, das ist in einer gewissen Weise selbstverständlich. So verhalten sich auch die Absichten derer, die keine Beziehung haben zu der höheren Welt. Die Taten derjenigen aber, die irgendeine Beziehung haben zu den höheren Welten, die verhalten sich, wenn sie etwas tun, was nicht im Einklange ist mit der geistigen Welt, so, wie wenn jemand mit einem Hammer auf eine Sache einschlägt. Was ist also notwendig, damit der Fortschritt des Menschengeschlechtes sich vollzieht? Wenn okkulte Kräfte angewendet werden, so ist es absolut notwendig, daß der Zusammenhang mit den zentralen geistigen Mächten der Welt aufrechterhalten wird, und es ist absolut notwendig, daß an keinen, der diesen Zusammenhang nicht suchen will, die geistigen Kräfte ausgeliefert werden. Damit hängt es zusammen, daß in allen wirklichen okkulten Schulen über der Mitteilung geistiger Kräfte das Geheimnis waltet, und daß keinem, der sich nicht verpflichtet, den Zusammenhang mit den führenden geistigen Wesenheiten aufrechtzuerhalten, solche Geheimnisse ausgeliefert werden. Nur bei der «zentralen Regierung» der Erde steht die Möglichkeit, zu wissen, um was es sich handelt. Und das muß man wissen, wenn man geistige Kräfte anwenden will. Teilt man irgend etwas einem anderen mit in unbefugter Weise, wodurch dieser andere sich in Gegensatz stellen kann zum großen Plan der Erdenentwickelung, dann begeht man die erste Art von schwarzmagischer Handlung. Daher gilt als Grundsatz: Die erste schwarzmagische Handlung ist der Verrat okkulter Geheimnisse. Das Schwätzen und Ausplaudern von okkulten Geheimnissen ist der erste Fall von schwarzer Magie, denn da liefern Sie die okkulten Geheimnisse aus an diejenigen, welche sich in Gegensatz stellen zu der zentralen Leitung der Erdenentwickelung, weil Sie den Zusammenhang nicht kennen. Wo tritt denn das auf, wo wird das real? Real wird es überall da, wo im Dienste nicht der ganzen Erdenführung, sondern im Dienste irgendeiner begrenzten Körperschaft, die keinen Zusammenhang haben will mit der im Dienste der Menschheit stehenden Erdenführung, okkulte Geheimnisse ins Werk gesetzt werden. Erhält also zum Beispiel der Mensch diejenigen Dinge, die er nur dann anwenden darf, wenn er über alle nationalen und Rassenvorurteile hinweg ist, früher ausgeliefert, wendet er sie an, bevor er über diese Vorurteile hinweg ist und bevor er eine Ahnung davon hat, was es heißt, ein «heimatloser Mensch» zu sein, dann geht ganz genau dasselbe, was sonst weiße Magie ist, in den Dienst der schwarzen Magie über. Ganz genau dasselbe. Wenn dasjenige, was der Menschheit dienen soll, verwendet wird in dem Dienst einer abgesonderten Rasse, etwa um dieser Rasse die Oberherrschaft über die Erde zu verschaffen, dann ist das im großen Maßstabe schwarze Magie, denn es geschieht nicht im Einklange mit der Erdenführung. Es ist das erste Erfordernis: hinaus zu sein über das, was uns nur mit einem Teil der Menschheit verbindet. Für einen heutigen weißen Magier gilt das als erster Grundsatz. Nicht Selbstlosigkeit kann der Mensch anstreben, aber Liebe für die ganze Menschheit. Erweitern kann er das Gebiet seiner Liebe. Das kann er, und das ist es auch, worum es sich handelt.
[ 14 ] In times past, it was absolutely forbidden to perform any magical act without being in harmony with the leaders of the world, the “Earth Government,” who are also known as the great masters of the so-called White Lodge. All occult schools, all schools that exist at all, and all teachings can only be the lowest step toward higher development; upon this, ever higher and higher steps must be built, all the way up to the actual leaders of Earth’s development. At the highest level are those who not only know the wisdom but who “govern” the Earth in its development, who allow the wisdom to flow into Earth’s development. They alone are capable of determining, for every single action based on spiritual forces, whether it disrupts the overall context or does not disrupt it. If you build a house and provide the blueprint for it, every single worker on the house must work in accordance with the blueprint. And if someone comes along and decides to make a window differently than what is specified in the blueprint, no matter how beautiful or magnificent that window may be, the entire house is disrupted. If anyone in the world wishes to accomplish something through spiritual forces, no matter how significant or magnificent it may be—if it does not fit into the original plan of Earth’s development, it disrupts that development and sometimes sets it back by a long time. It is impossible for a person who does not apply spiritual forces to disrupt this plan of Earth’s development. And why not? Because, with regard to spiritual powers, what people do without knowledge of the higher worlds behaves like a natural phenomenon toward a house. What is ruined by the weather—through heat and sunlight—in a house must be ruined; that is, in a certain sense, self-evident. So too do the intentions of those who have no connection to the higher world behave. But the actions of those who have some connection to the higher worlds—when they do something that is not in harmony with the spiritual world—behave as if someone were striking an object with a hammer. What, then, is necessary for the progress of the human race to take place? When occult forces are applied, it is absolutely necessary that the connection with the central spiritual powers of the world be maintained, and it is absolutely necessary that spiritual forces not be entrusted to anyone who does not wish to seek this connection. This is why, in all genuine occult schools, secrecy reigns regarding the imparting of spiritual powers, and why such secrets are not entrusted to anyone who does not commit to maintaining the connection with the leading spiritual beings. Only the “central government” of the Earth possesses the ability to know what is at stake. And this must be known if one wishes to apply spiritual powers. If one discloses anything to another in an unauthorized manner, whereby that other may place themselves in opposition to the great plan of Earth’s evolution, then one commits the first type of black magic. Therefore, the following principle applies: The first act of black magic is the betrayal of occult secrets. Gossiping and divulging occult secrets is the first instance of black magic, for in doing so you hand over the occult secrets to those who oppose the central guidance of Earth’s development, because you do not understand the context. Where does this occur, where does it become a reality? It becomes a reality wherever occult secrets are put into practice not in the service of the entire Earth’s leadership, but in the service of some limited body that wishes to have no connection with the Earth’s leadership serving humanity. So, for example, if a person is given those things that they may only use once they have transcended all national and racial prejudices, but instead applies them before having transcended these prejudices and before having any inkling of what it means to be a “homeless human being,” then exactly the same thing that is otherwise white magic passes into the service of black magic. Exactly the same thing. When that which is meant to serve humanity is used in the service of a separate race, for example to secure that race’s supremacy over the Earth, then that is black magic on a grand scale, for it does not occur in harmony with the Earth’s guidance. This is the first requirement: to transcend that which connects us only to a part of humanity. For a white magician today, this is the first principle. A person cannot strive for selflessness, but for love for all of humanity. They can expand the scope of their love. They can do this, and that is what it is all about.
[ 15 ] Nun geschieht es aber sehr häufig, daß die Menschen durch irgendwelche Machinationen zu erzwingen suchen, etwas zu erhalten, was ihnen sonst nie mitgeteilt werden kann. Jetzt kommen wir zu den eigentlichen Methoden, zu den Machinationen, die auszuführen notwendig sind, um in den Besitz schwarzmagischer Kräfte zu gelangen. Das ist etwas, was man durchaus ganz im einzelnen beschreiben kann. Sie haben das erste Mittel, den ersten Weg gesehen, um in den Besitz schwarzmagischer Kräfte zu kommen; es ist das, sich die Mittel eben mitteilen zu lassen von den berufenen Kräften und Wesenheiten. Ja, was sind sie denn überhaupt, diese magischen Mittel? Sie sind dasjenige, wodurch wir die geistigen Kräfte benutzen können, um hier in der Sinneswelt zu wirken, um hier Resultate und Erfolge zu erzielen. Das sind solche Mittel. Aber es gibt ja überhaupt keine anderen Wirkungen in der sinnlichen Welt als solche, die von den geistigen Welten ausgehen. Alle Wirkungen, Erfolge und Taten in der sinnlichen Welt gehen von den geistigen Welten aus. Daher kann derjenige, der nicht auf dem rechtmäßigen Wege des langsamen Studiums — durch diejenigen, die Eingeweihte oder Hellseher oder selbst Adepten oder Magier sind — zu diesen Dingen kommen will, auch nur einen anderen Weg wählen, und der besteht darin, daß er sich, statt an die Menschen, welche die Verkörperungen höherer geistiger Wesenheiten sind, an die Natur selbst wendet und der Natur abzulauschen versucht die Art und Weise, wie in sie hineingeflossen sind die geistigen Kräfte. Denn alles, was in der Natur ist, fließt aus den geistigen Welten in sie ein, und wir können der Natur durch gewisse Machinationen und Verrichtungen diese geistigen Kräfte wieder ablauschen. In dem Augenblicke nun, wo wir in bezug auf dasjenige, was wir nicht wissen, nicht die Natur handeln lassen, sondern dasjenige, was wir wollen, selbst ausführen, also da selbst handeln, wo wir nichts wissen, in dem Augenblicke sind wir auch imstande, uns Kräfte aus dem Gebiete der schwarzen Magie zu verschaffen. Wenn wir nicht auf dem Umwege durch Weisheit und Einsicht an die inneren Kräfte der Natur kommen wollen, und wenn wir alles vermeiden, was durch Weisheit und Einsicht auf dem Wege der Entwickelung der inneren Kräfte geschieht, sondern andere Mirtel wählen, so sind wir durch diese anderen Mittel immer auf dem Wege zu schwarzmagischen Verrichtungen, zur schwarzen Magie.
[ 15 ] However, it happens very often that people try to use various schemes to force others to reveal something that would otherwise never be disclosed to them. Now we come to the actual methods, to the machinations that must be carried out in order to acquire black magical powers. This is something that can certainly be described in great detail. You have seen the first means, the first way, to acquire black magical powers; it is to have the means revealed to you by the appointed forces and beings. Yes, what exactly are these magical means? They are that through which we can use the spiritual forces to act here in the sensory world, to achieve results and successes here. These are such means. But there are, in fact, no other effects in the sensory world than those that emanate from the spiritual worlds. All effects, successes, and deeds in the sensory world originate from the spiritual worlds. Therefore, anyone who wishes to attain these things without following the proper path of gradual study—through those who are initiates, clairvoyants, or even adepts and magicians—can only choose another path, and that consists in turning, instead of to human beings—who are the incarnations of higher spiritual beings—to nature itself, and attempting to discern from nature the manner in which spiritual forces have flowed into it. For everything that is in nature flows into it from the spiritual worlds, and through certain manipulations and actions we can once again discern these spiritual forces in nature. Now, at the very moment when, with regard to that which we do not know, we do not let nature act, but instead carry out what we will ourselves—that is, act ourselves where we know nothing—at that very moment we are also capable of acquiring powers from the realm of black magic. If we do not wish to arrive at the inner forces of nature by the roundabout way of wisdom and insight, and if we avoid everything that occurs through wisdom and insight on the path of developing the inner forces, but instead choose other means, then through these other means we are always on the path to black-magical practices, to black magic.
[ 16 ] Sehen Sie, wer heute ein schwarzer Magier werden wollte, der hätte von vornherein einen großen Fonds für die schwarzmagischen Verrichtungen, wenn er ein furchtbarer Hasenfuß wäre, schauderhafte Furcht hätte vor alledem, was ihm passieren könnte. Eine solche Furcht im Inneren des Menschen ist ein sehr guter Ausgangspunkt für den schwarzen Magier, denn diese Furcht ist nur komprimierter Egoismus. Nehmen Sie einmal an, irgendein Mensch beabsichtige, in größerem Umfange schwarzmagische Künste zu treiben. Da würde er sich zunächst in der Welt umschauen nach möglichst hasenfußartigen Individuen. Denn dieser Fonds von Furcht ist ein gutes Mittel, das man so umbilden, umwandeln kann, daß die betreffenden hasenfüßigen Personen gewisse andere Kräfte und Macht bekommen, ohne Wissen und Einsicht, in viel größerem Umfange, als sie der Mensch sonst haben kann. Was müßte ein solcher Zauberkünstler machen, der solche Künste haben wollte? Er müßte sich zunächst ein Laboratorium einrichten, in dem er diese Hasenfüße dazu abrichtete — ich spreche radikal, aber es wird Ihnen so am besten klar werden —, sich ganz zu verhärten durch das Mittel, sie fortwährend in lebendiges Fleisch schneiden zu lassen und Blut rinnen zu sehen. Was in den Furchtgefühlen, die der Hasenfuß in hohem Maße hat, als eine gewisse Kraft nach außen wirkt, das kann in etwas Entgegengesetztes umgewandelt werden, wenn man den Menschen lehrt, sich durch Schneiden in lebendiges Fleisch abzuhärten. Bei einem Menschen, der keine Furcht hat, würde diese Prozedur gar nichts nützen.
[ 16 ] You see, anyone who wanted to become a black magician today would, from the very start, have a great deal of material for black magic rituals if he were a terrible coward, filled with dreadful fear of everything that might happen to him. Such fear within a person is a very good starting point for the black magician, for this fear is nothing but compressed egoism. Suppose, for a moment, that some person intends to practice black magic on a large scale. He would first look around the world for individuals who are as cowardly as possible. For this reservoir of fear is a good means that can be reshaped and transformed so that the cowardly individuals in question acquire certain other powers and strength, without knowledge or insight, to a much greater extent than a person can otherwise possess. What would such a sorcerer, who wished to possess such arts, have to do? He would first have to set up a laboratory in which he trained these cowards—I am speaking radically, but this will make it clearest to you—to harden themselves completely by having them continually cut into living flesh and watching blood flow. What manifests outwardly as a certain power in the feelings of fear that the coward possesses to a high degree can be transformed into something opposite if one teaches people to harden themselves by cutting into living flesh. In a person who has no fear, this procedure would be of no use at all.
[ 17 ] Das ist sozusagen das Abc, das allererste, was in der schwarzen Magie getan wird. Und wenn das getan würde, würde sich das, was früher als Furcht im Menschen war, umwandeln in Kräfte, durch die er in der Tat einen gewissen Einfluß auf seine Umgebung gewinnen könnte; und wer sich solcher Gehilfen bedienen würde, würde die unglaublichsten Scheußlichkeiten in der Welt verrichten können. Wer aber ohne Gehilfen selbst ein großer schwarzer Magier werden will, der tut manchmal noch etwas ganz anderes. Ein solcher schwarzer Magier wollte einst ein Mensch des 15. Jahrhunderts werden, Gilles de Rais, den die profane Welt «Ritter Blaubart» genannt hat. Dieser Mensch suchte gewaltige okkulte Kräfte in seinen Besitz zu bekommen, nicht auf dem rechtmäßigen Wege des Lernens, sondern dadurch, daß er gewisse tief in ihm liegende egoistische Gefühle umwandelte. Er war zu gleicher Zeit ein ausgezeichneter Beobachter seiner selbst. Verzeihen Sie, wenn ich ein Wort ausspreche, das sonderbar klingen wird. Dieser Mann war das, was man nennen könnte «der radikalste christliche Egoist» oder «egoistische Christ». Solche hat es nämlich auch gegeben und gibt es noch. Es sind solche, die das Christentum vor allen Dingen als eine Brücke betrachten, um für sich selbst möglichst viel zu erlangen, weil es ihnen klar ist, daß ein guter Christ weit kommen kann in der Seligkeit. Durch Selbsterkenntnis bemerkte er dies in seiner Natur, und als er es bei sich bemerkt hatte, kannte er schon das beste Mittel, wodurch man das umwandeln kann in unglaubliche Zauberkräfte. Es ist ihm allerdings früh das Handwerk gelegt worden. Es wurde ihm der Prozeß gemacht, und da zeigte sich, daß der Mann 1432 angefangen hatte, um seine besonderen okkulten Kräfte zu entwickeln, ein Kind nach dem anderen zu morden. Leben zu vernichten, das hat er angesehen als ein besonderes Mittel, um das, was er nicht selbst als Wissen haben konnte, der Natur abzulauschen. Der Mann hat, wie sich in dem Prozeß herausgestellt hat, in kurzer Zeit 800 Kinder ermordet. Jetzt werden einige von Ihnen begreifen, die den Roman von Mabel Collins «Flita. Wahre Geschichte einer schwarzen Magierin» gelesen haben, warum da am Anfang ein Mord steht. Der gehört dazu. Der Roman «Flita» ist schon von jemand geschrieben, der das weiß. Was die schwarze Magierin wollte, das konnte nur entwickelt werden unter dem Einflusse dieses Mordes, der am Ausgangspunkt der Erzählung steht.
[ 17 ] This is, so to speak, the ABC, the very first thing done in black magic. And once that is done, what was once fear within a person would be transformed into powers through which he could indeed gain a certain influence over his surroundings; and whoever made use of such assistants would be able to commit the most unbelievable atrocities in the world. But whoever wishes to become a great black magician on his own, without assistants, sometimes does something quite different. One such black magician once sought to become a man of the 15th century: Gilles de Rais, whom the secular world called “Knight Bluebeard.” This man sought to acquire immense occult powers, not through the legitimate path of learning, but by transforming certain deeply rooted selfish feelings within himself. He was, at the same time, an excellent observer of himself. Forgive me if I utter a word that will sound strange. This man was what one might call “the most radical Christian egoist” or “an egoistic Christian.” For such people have existed and still exist. They are those who view Christianity above all as a bridge to gain as much as possible for themselves, because it is clear to them that a good Christian can go far in bliss. Through self-knowledge, he noticed this in his nature, and once he had noticed it in himself, he already knew the best means by which one can transform it into incredible magical powers. His activities were, however, put to an end early on. He was put on trial, and it emerged that the man had begun in 1432 to murder one child after another in order to develop his special occult powers. He regarded the destruction of life as a special means of eavesdropping on nature to gain knowledge he could not possess himself. As the trial revealed, the man murdered 800 children in a short period of time. Now some of you who have read Mabel Collins’ novel Flita: The True Story of a Black Magician will understand why a murder appears at the beginning. It is part of the story. The novel “Flita” was written by someone who knows this. What the black sorceress wanted could only have developed under the influence of this murder, which stands at the starting point of the narrative.
[ 18 ] Und nun betrachten Sie einmal diese Geschichte ganz ernsthaft, und fragen Sie sich, was die meisten Menschen schützen könnte vor diesen Prozeduren, die ich Ihnen angeführt habe, und durch die der Mensch ganz sicher zur Beherrschung schwarzmagischer Kräfte geführt werden könnte. Der Egoismus, er ist ein sehr gutes Mittel, sich dagegen zu schützen. Es wird nicht jeder sich überwinden können, in lebendiges Fleisch zu schneiden; dabei würden die meisten Menschen in Ohnmacht fallen, und Ohnmacht ist nichts anderes, als ein Ausdruck der Selbstsucht. Das ist also schon in seiner physischen Wirkung ein gutes Mittel, davon abgehalten zu werden, schwarze Magie zu treiben. Es ist auch schwer, ein Ritter Blaubart zu werden, davor behütet die meisten Menschen ihr ganz gesunder Egoismus; er tritt auf wie eine Schranke gegen das Sich-hinein-Versetzen in Mittel zur Erlangung schwarzmagischer Kräfte.
[ 18 ] Now consider this story very seriously, and ask yourself what could protect most people from the procedures I have described to you, through which a person could most certainly be led to master the powers of black magic. Selfishness is a very good means of protecting oneself against this. Not everyone will be able to bring themselves to cut into living flesh; most people would faint at the thought, and fainting is nothing other than an expression of self-interest. So even in its physical effect, this is a good means of being deterred from practicing black magic. It is also difficult to become a Knight Bluebeard; most people are protected from this by their perfectly healthy egoism; it acts as a barrier against immersing oneself in the means of acquiring black magic powers.
[ 19 ] Nun, sehen Sie, das wollte ich nur anführen, um nicht in Phrasen zu reden. Das ist nicht meine Art. Ich rede lieber von wirklichen Tatsachen. Ich wollte Ihnen durch Beispiele zeigen, worin die Aneignung von Machinationen auf dem Gebiete der schwarzen Magie besteht. Der Verrat okkulter Geheimnisse an Profane ist die erste und einfachste Art. Solche Handlungen aber, wie ich sie eben charakterisiert habe, gehören zu den Lehrmethoden der schwarzen Magie, sie sind sozusagen das Abc. Und was nach diesem Abc kommt, woran die schwarzmagischen Schüler unterrichtet werden im «Lesen» — wenn ich Ihnen das erzählen würde, dann würden wahrscheinlich mehrere von Ihnen hier ohnmächtig werden. Daher hören wir lieber bei dieser ersten Stufe auf. Diese Dinge sind durchaus nicht etwas, womit sich spaßen läßt, auch nicht mit Worten, sie sind etwas höchst Ernsthaftes; und sie sind was die Menschen nicht wissen — leider, leider nur zu sehr verbreitet in der Welt. Die meisten Menschen haben gar nicht den Willen dazu, darauf einzugehen, wie diese Dinge in der Welt verbreitet sind.
[ 19 ] Well, you see, I only wanted to mention that so as not to speak in clichés. That’s not my style. I prefer to talk about real facts. I wanted to use examples to show you what the practice of black magic entails. The betrayal of occult secrets to the uninitiated is the first and simplest form. But such acts, as I have just described them, belong to the teaching methods of black magic; they are, so to speak, the ABCs. And what comes after these ABCs—what black magic students are taught to “read”—if I were to tell you that, then several of you here would probably faint. Therefore, we’d better stop at this first stage. These things are by no means something to be trifled with, not even in words; they are something of the utmost seriousness; and they are—unfortunately, all too widespread in the world—things that people do not know. Most people have no desire whatsoever to consider how these things are spread throughout the world.
[ 20 ] Nun steht die Entwickelung solcher Dinge in innigem Zusammenhang, in inniger Beziehung zu der ganzen Erdenentwickelung, überhaupt zu der Entwickelung eines Planeten, und wir verstehen eine solche Sache in der richtigen Weise erst dann, wenn wir eine Ahnung haben von der Tatsache, wie von einem Planeten geistig auf seinen Nachfolger, auf den nächsten Planeten, herübergewirkt wird, wie also zum Beispiel vom Mond auf die Erde herübergewirkt wurde, und wie wiederum von der Erde auf ihren Nachfolger, den Jupiter, hinübergewirkt wird. Sie alle wissen, daß die Erde in einer gewissen Weise von der sogenannten «weißen Loge» geführt wird, in der vereinigt sind gewisse hochentwickelte Menschen-Individualitäten mit Individualitäten noch höherer Art. Was tun sie da? Sie arbeiten, sie führen die Erdenentwickelung. Während der Führung der Erdenentwickelung arbeiten sie einen ganz bestimmten Plan aus. Das ist tatsächlich der Fall, daß während der Entwickelung eines jeden Planeten von den führenden Mächten ein bestimmter Plan ausgearbeitet wird. Während sich die Erde entwickelt, wird in der sogenannten «weißen Loge» der Erde der Plan für das Einzelne dessen aufgestellt, wie der Jupiter sein muß, der die Erde ablöst. Der ganze Plan wird in allen Einzelheiten entwickelt. Und darin besteht der Segen und das Heil der Fortentwickelung, daß im Einklang mit diesem Plan gehandelt wird. Wenn nun eine planetarische Entwickelung zu Ende geht, wenn also unsere Erde am Ende ihrer planetarischen Entwickelung angelangt sein wird, dann werden auch die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen fertig sein mit dem Plane, den sie für den Jupiter ausgearbeitet haben.
[ 20 ] Now, the development of such things is intimately connected with, and closely related to, the entire development of the Earth—indeed, to the development of a planet in general— and we can only understand such a matter correctly when we have an inkling of the fact that a planet exerts a spiritual influence on its successor, on the next planet—just as, for example, the Moon exerted an influence on the Earth, and just as the Earth, in turn, exerts an influence on its successor, Jupiter. You all know that the Earth is guided in a certain way by the so-called “White Lodge,” in which certain highly developed human individualities are united with individualities of an even higher order. What do they do there? They work; they guide the development of the Earth. While guiding the Earth’s development, they work out a very specific plan. It is indeed the case that during the development of every planet, a specific plan is drawn up by the guiding powers. As the Earth develops, the plan for the specific nature of Jupiter—which will succeed the Earth—is established in the Earth’s so-called “White Lodge.” The entire plan is worked out in every detail. And therein lies the blessing and salvation of further development: that action is taken in accordance with this plan. When a planetary development comes to an end—that is, when our Earth has reached the end of its planetary development—then the Masters of Wisdom and Harmony of Feelings will also have completed the plan they have drawn up for Jupiter.
[ 21 ] Und jetzt, am Ende einer solchen Entwickelung eines Planeten, geschieht etwas höchst Eigentümliches. Dieser Plan wird durch eine Prozedur zu gleicher Zeit unendlich verkleinert und unendlich vervielfältigt, so daß von dem ganzen Jupiterplan unendlich viele Exemplare, aber ganz en miniature, vorhanden sind. So war es auch auf dem Monde. Der Plan der Erdenentwickelung war da, unendlich vervielfältigt und unendlich verkleinert. Und wissen Sie, was das ist, was von den Meistern der Weisheit damals auf dem Monde ausgearbeitet worden ist? Das sind die Atome, die Atome der Erde. Und die Atome der Jupiterentwickelung sind es, deren Plan von der führenden «weißen Loge» auf unserem Planeten ausgearbeitet wird. Das ist das wirkliche Atom, und alles andere Reden über ein Atom ist nichts. Der erst erkennt das Atom eines Planeten, der in ihm den verkleinerten Plan der Entwickelung des Planeten erkennt. Wenn Sie dieses Atom, das der Erde zugrundeliegt, nach und nach erkennen wollen, so werden Ihnen zur Erkenntnis dieses Atoms eben diejenigen Maßregeln entgegentreten, die von den großen Magiern der Welt ausgehen. Nun können wir über diese Dinge natürlich nur andeutungsweise sprechen, aber wir können wenigstens etwas kennenlernen, was uns einen Begriff von dem gibt, worum es sich hier handelt. Die Erde ist in gewisser Weise zusammengesetzt aus diesen ihren Atomen, und ein jedes Wesen, Sie selbst alle, Sie sind in gewisser Weise zusammengesetzt aus solchen Atomen; und Sie stehen dadurch im Einklang mit der ganzen Erdenentwickelung, daß Sie in unendlicher Zahl den verkleinerten Plan des Erdplaneten in sich tragen, der früher ausgearbeitet worden ist. Dieser Erdenplan konnte auf dem vorhergehenden planetarischen Zustande unserer Erde, auf dem Monde, also auf dem Planeten, der unserer Erdenentwickelung vorangegangen ist, nur dadurch ausgearbeitet werden, daß führende Wesenheiten gewirkt haben im Einklange mit der ganzen planetarischen Entwickelung von Saturn, Sonne, Mond und so weiter. Nun handelt es sich aber darum, den unendlich vielen Atomen dasjenige mitzugeben, was sie in die richtigen Verhältnisse bringt, sie in der richtigen Weise zusammenordnet. Ihnen das mitzugeben, war den führenden Geistern des Mondes nur möglich, wenn sie die Erdenentwickelung in ganz bestimmte Bahnen lenkten. Die Bahnen, in die sie die Erdenentwickelung gelenkt haben, habe ich ja schon öfter beschrieben. Als die Erde nach der Mondenentwickelung wieder hervortrat, da war sie eigentlich noch nicht unsere heutige Erde. Da war sie Erde plus Sonne plus Mond. Diese waren ein Körper. Wenn Sie also die heutige Erde zusammenrühren würden mit dem Mond und der Sonne und einen einzigen Körper daraus machten, würden Sie das haben, was die Erde im Beginne ihrer Entwickelung war. Zuerst trennte sich die Sonne von der Erde ab, und damit trennten sich auch alle diejenigen Kräfte, die für den Menschen zu dünn, zu geistig waren, unter deren Einfluß er sich zu schnell vergeistigt haben würde. Wenn der Mensch nur unter dem Einfluß der Kräfte gestanden hätte, die in diesem Sonne-Mond-Erdenkörper zusammen enthalten waren, dann würde er sich sehr rasch vergeistigt haben, er würde sich nicht bis in die physische Materialität herunter entwickelt haben, und er hätte dann nicht ein eigenes Selbstbewußtsein, ein Ich-Bewußtsein erlangen können, das er erlangen mußte.
[ 21 ] And now, at the end of such a planetary evolution, something most peculiar occurs. This plan is simultaneously infinitely reduced and infinitely multiplied through a specific procedure, so that an infinite number of copies of the entire Jupiter plan exist—but in miniature form. It was the same on the Moon. The plan for Earth’s evolution was there, infinitely multiplied and infinitely reduced. And do you know what it is that was worked out by the Masters of Wisdom on the Moon back then? These are the atoms, the atoms of the Earth. And it is the atoms of Jupiter’s evolution whose plan is being worked out by the leading “White Lodge” on our planet. That is the true atom, and all other talk of an atom is nothing. Only he recognizes the atom of a planet who recognizes in it the reduced plan of the planet’s development. If you wish to gradually recognize this atom that underlies the Earth, then the very measures emanating from the great magicians of the world will present themselves to you for the recognition of this atom. Now, of course, we can only speak of these things in hints, but we can at least learn something that gives us an idea of what is at stake here. The Earth is, in a certain sense, composed of these atoms of its own, and every being—all of you yourselves—are, in a certain sense, composed of such atoms; and you are thereby in harmony with the entire development of the Earth, in that you carry within you, in infinite number, the miniature plan of the Earth planet that was worked out earlier. This Earth plan could only be worked out on the previous planetary state of our Earth, on the Moon—that is, on the planet that preceded our Earth’s development—through the work of leading beings in harmony with the entire planetary development of Saturn, the Sun, the Moon, and so on. Now, however, the task is to impart to the infinite number of atoms that which brings them into the right relationships, arranging them in the proper way. It was only possible for the leading spirits of the Moon to impart this to them if they guided Earth’s development along very specific paths. I have, of course, described the paths into which they steered Earth’s development on many occasions. When the Earth re-emerged after the Moon’s development, it was not yet the Earth we know today. It was Earth plus Sun plus Moon. These were a single body. So if you were to mix today’s Earth with the Moon and the Sun and make a single body out of them, you would have what the Earth was at the beginning of its development. First, the Sun separated from the Earth, and with it separated all those forces that were too subtle, too spiritual for humanity; under their influence, humanity would have become spiritualized too quickly. If humanity had been under the influence only of the forces contained within this Sun-Moon-Earth body, then it would have spiritualized very rapidly; it would not have developed down into physical materiality, and it would not have been able to attain its own self-consciousness, an “I”-consciousness, which it had to attain.
[ 22 ] Sie wissen alle, daß es eine imaginative Erkenntnis gibt und okkulte Schriftzeichen, [in denen die imaginative Erkenntnis ausgedrückt ist]. Ich kann Ihnen jetzt nur zwei okkulte Schriftzeichen angeben. Weitere zu besprechen würde uns zu weit führen. Das okkulte Schriftzeichen für diejenigen Kräfte, die gewirkt und der ganzen Erdenentwickelung die Richtung angegeben hätten, wenn die Sonne mit der Erde vereinigt geblieben wäre, das okkulte Schriftzeichen für diejenigen Kräfte also, welche die Erde zu früh vergeistigt hätten, ist dieses: In diesem Schriftzeichen kann derjenige, der okkulter Schüler ist, die die Menschheit schnell zur Geistigkeit führenden Kräfte erkennen. Dagegen würde die Menschheit, wenn sie sich mit der ganzen Erde aus der Sonne herausgetrennt hätte, aber mit dem Monde noch zusammengeblieben wäre, sehr rasch der Verknöcherung und Verhärtung anheimgefallen sein. Hätte die Erde den Mond in sich behalten, würden die Menschen sehr bald eine Art von Puppen geworden sein — Marionetten. Sie wären zu tief hinuntergestiegen in die Materie, wie sie auf der anderen Seite zu rasch sich vergeistigt hätten, wenn die Sonne mit der Erde verbunden geblieben wäre. Daher mußte der Mond heraus aus der Erde. Und alle diejenigen Kräfte, welche hinausbefördert worden sind und welche heute vom Monde aus herrschen und von außen hereinwirken auf die Erde, alle diese Kräfte werden zusammengefaßt dargestellt in diesem Zeichen, das wie ein Doppelhaken aussieht. Das ist das Zeichen des Tieres oder des Lammes mit zwei Hörnern aus der Apokalypse.
[ 22 ] You all know that there is such a thing as imaginative insight and occult symbols [in which imaginative insight is expressed]. I can only give you two occult symbols at this time. To discuss more would take us too far afield. The occult symbol for those forces that would have acted and set the course for the entire development of the Earth if the Sun had remained united with the Earth—that is, the occult symbol for those forces that would have spiritualized the Earth too soon—is this: In this symbol, the occult student can recognize the forces that would have led humanity rapidly toward spirituality. In contrast, if humanity had separated itself from the Sun along with the entire Earth but remained united with the Moon, it would very quickly have fallen prey to ossification and hardening. Had the Earth retained the Moon within itself, human beings would very soon have become a kind of puppet—marionettes. They would have descended too deeply into matter, just as they would have spiritualized too rapidly on the other hand if the Sun had remained connected to the Earth. Therefore, the Moon had to be separated from the Earth. And all those forces that were expelled and that today rule from the Moon and act upon the Earth from the outside—all these forces are symbolically represented in this sign, which looks like a double hook. This is the sign of the beast or the lamb with two horns from the Apocalypse.
[ 23 ] Das eine Zeichen heißt Nachiel, das andere Sorat. Dieses zweite Zeichen nennt man auch das Zeichen für das Erdendämonium. Alle diejenigen Kräfte, welche der schwarze Magier durch die Anwendung so scheußlicher Methoden entwickelt, führen auf okkulte Weise auf der Erde zur Vermehrung der Kräfte, die der dämonischen Natur der Erde angehören und die zur Verhärtung der Erde führen. Wenn viele Menschen schwarze Magier würden, so hätte das zur Folge, daß die Erde immer ähnlicher würde dem Monde, während dagegen durch die Kräfte der weißen Magie die Erde immer ähnlicher werden wird den Sonnenkräften, den Kräften, die in den Sonnenstrahlen sind.
[ 23 ] One sign is called Nachiel, the other Sorat. This second sign is also known as the sign of the Earth Demonium. All those powers which the black magician develops through the use of such abominable methods lead, in an occult manner, to an increase on Earth of the forces belonging to the Earth’s demonic nature, forces that lead to the hardening of the Earth. If many people were to become black magicians, the result would be that the Earth would become increasingly similar to the Moon, whereas, on the other hand, through the forces of white magic, the Earth will become increasingly similar to the forces of the Sun, the forces contained in the sun’s rays.
[ 24 ] Wozu also würde ein Überhandnehmen der schwarzen Magie auf unserer Erde führen? Es würde führen zur Verhärtung des Erdballes, dazu, daß der Erdball ein Mond würde. Dieselben Kräfte, wie sie mit dem Monde ausgeschieden worden sind, die sich herausentwickelt hatten aus der Substanz der Erde, sie sind als Anlage in den Schichten der Erde noch immer vorhanden. Neben all den Kräften, die die gute Anlage haben, Sonnenkräfte zu werden, sind auch die | Kräfte noch vorhanden, welche die Anlage haben, Mondenkräfte zu werden. Durch die weiße Magie wird die Erde immer mehr angenähert der Sonnennatur; durch die Kräfte der schwarzen Magie wird sie angenähert der Mondennatur. Durch die weiße Magie muß alles besiegt werden, was nicht auf dem Wege der Erleuchtung, der Weisheit, zur Beherrschung geistiger Kräfte führt. Denn alle solche Prozeduren, solche Tätigkeiten, wie sie genannt worden sind, führen nicht auf dem Wege der Weisheit, der Einsicht, nicht durch wirkliches Hineinschauen zur Beherrschung geistiger Kräfte, sondern sie sind der Natur abgelauscht, indem man mit ihr Machinationen und Prozeduren unternimmt, durch welche Kräfte ohne Erleuchtung errungen werden sollen. So ist denn tatsächlich das apokalyptische Siegel zu gleicher Zeit das Zeichen für die Überwindung der schwarzen Magie durch die weiße Magie. Durch die menschlichen Kräfte, die sich verwandeln, werden Sonnenkräfte geboren von dem Menschen selber, so daß die Mondenkräfte zu des Menschen Füßen liegen.
[ 24 ] So what would the prevalence of black magic on our Earth lead to? It would lead to the hardening of the globe, to the globe becoming a moon. The same forces that were separated from the moon—forces that had developed from the substance of the Earth—are still present as potential within the Earth’s layers. Alongside all the forces that have the potential to become solar forces, there are also still forces present that have the potential to become lunar forces. Through white magic, the Earth is brought ever closer to the nature of the Sun; through the forces of black magic, it is brought closer to the nature of the Moon. Through white magic, everything must be overcome that does not lead, through the path of enlightenment and wisdom, to the mastery of spiritual forces. For all such procedures, such activities, as they have been called, do not lead to the mastery of spiritual powers through the path of wisdom, of insight, or through genuine inner looking; rather, they are eavesdropped upon from nature, by engaging in machinations and procedures with it through which powers are to be attained without enlightenment. Thus, the apocalyptic seal is in fact simultaneously the sign of the overcoming of black magic by white magic. Through the human powers that are transformed, solar powers are born from the human being himself, so that the lunar powers lie at the feet of man.
[ 25 ] Das ist der Weg, den der Magier nehmen muß auf unserer Erde. Dann werden die Kräfte durch die neun Stufen hindurch, von denen Sie einen Begriff bekommen, wenn Sie meine «Theosophie» lesen, zu den neun Sternen. Was also muß der richtige schwarze Magier zu seinem Schüler sagen? Sehr einfach:
[ 25 ] This is the path the magician must take on our Earth. Then the forces pass through the nine stages—which you will come to understand when you read my Theosophy—to the nine stars. So what must the true black magician say to his disciple? Very simply:
Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,
Laß nur in Blend- und Zauberwerken
Dich von dem Lügengeist bestärken,
So hab’ ich dich schon unbedingt!—
Ihm hat das Schicksal einen Geist gegeben,
Der ungebändigt immer vorwärtsdringt
Und dessen übereiltes Streben
Der Erde Freuden überspringt.
Den schlepp’ ich durch das wilde Leben,
Durch flache Unbedeutendheit,
Er soll mir zappeln, starren, kleben,
Und seiner Unersättlichkeit
Soll Speis und Trank vor gier’gen Lippen schweben:
Er wird Erquickung sich umsonst erflehn,
Und hätt’ er sich auch nicht dem Teufel übergeben,
Er müßte doch zugrunde gehn!
Just scorn reason and science,
Let yourself be emboldened by the spirit of lies
Through illusions and sorcery,
And I’ve got you in my grasp!—
Fate has given him a spirit,
That ever presses forward unbridled
And whose hasty striving
Leaps over the earth’s delights.
I’ll drag him through the wild life,
Through shallow insignificance,
He shall squirm, stare, cling to me,
And his insatiability
Shall have food and drink hover before his greedy lips:
He will beg in vain for refreshment,
And even if he had not surrendered himself to the devil,
He would still be doomed to perish!
[ 26 ] Das ist es, worum es sich handelt: ob man auf dem Wege des Wissens oder ob man auf eine andere Art zur Beherrschung der geistigen Kräfte kommt. Zu den höchsten Stufen geistiger Kräfte zu kommen, ist nun aber gar nicht so einfach. Es wäre leicht, ungeheuer leicht und da kommen wir zu einem sehr subtilen Kapitel einerseits der Menschheitsentwickelung und andererseits der Magie —, es wäre leicht, einfach zu warten, bis alle Menschen fähig wären, die Dinge richtig einzusehen, die sie eben erst einsehen müssen, bevor sie auf dem Wege magischer Entwickelung weiterkommen. Das wäre unter Umständen ganz leicht. Aber dann würde man den Gang der menschlichen Entwickelung verzögern. Es muß auf irgendeine Weise möglich sein, den Menschen selbständig in die Hand zu geben die Verbreitung okkulter Wahrheiten — und das ist in gewissem Sinne auch immer etwas von der Verbreitung okkulter Kräfte —, und diese so zu verwenden, daß sie in der Welt richtig wirken. Den Menschen müssen okkulte Wahrheiten und Lehren in größerem Umfange zuteil werden, damit sie in gewissem Sinne okkulte Lehrer werden können.
[ 26 ] This is what it comes down to: whether one attains mastery of spiritual powers through the path of knowledge or by some other means. Reaching the highest levels of spiritual power, however, is by no means easy. It would be easy—incredibly easy—and here we come to a very subtle chapter concerning, on the one hand, human development and, on the other, magic—it would be easy simply to wait until all people were capable of seeing things clearly, which they must first come to understand before they can progress along the path of magical development. Under certain circumstances, that would be quite easy. But then one would be delaying the course of human development. It must be possible, in some way, to place the dissemination of occult truths—and in a certain sense this is always also a matter of disseminating occult powers—into the hands of human beings themselves, and to use these in such a way that they have the right effect in the world. People must be given access to occult truths and teachings on a larger scale so that they can, in a certain sense, become occult teachers.
[ 27 ] Nun könnte man ja fragen: Aber ist denn nicht jeder, der okkulte Lehren verbreitet, in gewisser Beziehung ein schwarzer Magier? Es ist durchaus wahr, daß jemand, der heute okkulte Lehren verbreitet, leicht zum schwarzen Magier werden kann. Dann nämlich, wenn er unfähig ist, den vollen Umfang der Wirkungen seiner okkulten Lehren zu ermessen. Daher müssen die okkulten Schulen dafür Sorge tragen, daß niemand wirklich okkulte Lehren verbreitet, der nicht fähig ist durch seine eigene Entwickelung, den Umfang und die Wirkung okkulter Wahrheiten zu ermessen. Es können heute okkulte Lehren verbreitet werden, indem sie ein Schüler dem anderen nachsagt oder von ihm abschreibt. Wenn der Betreffende Schüler oder Jünger sein will, so ist das ganz gut, denn dadurch verbreitet er das Ursprüngliche, von dem er gehört hat. Aber reden wir von dem Fall, wenn jemand selbständig okkulte Lehren verbreiten würde und sogar sein eigenes Urteil hineinmischen würde. Wenn jemand okkulte Wahrheiten in selbständiger Weise verbreiten will, dann muß vor allen Dingen Vorsorge dafür getroffen werden, daß dieser Mensch die Reife habe, selbständig okkulte Wahrheiten zu verbreiten, und das hängt nicht von einer verstandesmäßigen Schulung ab, sondern das machen die okkulten Schulen von etwas ganz anderem abhängig, nämlich davon, wie die einzelnen Glieder der menschlichen Natur sich nach und nach entwickeln.
[ 27 ] One might well ask: But isn’t everyone who disseminates occult teachings, in a certain sense, a black magician? It is certainly true that someone who disseminates occult teachings today can easily become a black magician. This is especially true if they are incapable of grasping the full scope of the effects of their occult teachings. Therefore, occult schools must ensure that no one who is not capable, through their own development, of grasping the scope and effect of occult truths actually disseminates occult teachings. Today, occult teachings can be disseminated by one student repeating after another or copying from them. If the person in question wishes to be a student or disciple, that is quite acceptable, for in doing so they are transmitting the original teachings they have heard. But let us consider the case where someone would disseminate occult teachings independently and even interject their own judgment. If someone wishes to disseminate occult truths independently, then above all, precautions must be taken to ensure that this person possesses the maturity to disseminate occult truths independently, and this does not depend on intellectual training; rather, the occult schools make it dependent on something entirely different, namely, how the individual aspects of human nature develop gradually.
[ 28 ] Sie wissen aus dem Aufsatz über die «Erziehung des Kindes», daß bei der Geburt des Menschen der physische Leib geboren wird, daß bis zum siebenten Jahre der Ätherleib, bis zum vierzehnten Jahre der astralische Leib, und bis zum einundzwanzigsten Jahre das Ich herauskommt. Wir können das weiterverfolgen und würden sehen, daß mit dem fünfunddreißigsten Jahre des Menschen, oder besser gesagt zwischen dem fünfunddreißigsten und vierzigsten Jahre, der Ätherleib und der Astralleib des Menschen so weit frei werden, daß der Mensch erst dann das nötige Verantwortungsgefühl haben kann für die Verbreitung okkulter Wahrheiten. Daher haben alle okkulten Schulen das strenge Gesetz, daß niemand als Lehrer okkulter Wahrheiten auftreten darf, bevor er dieses Alter erreicht hat. Und dieses Gesetz ist es auch, das der große Dichter Dante hingestellt hat, indem er gleich am Anfang seiner Dichtung «Die göttliche Komösdie» sagt: «Es war in des Lebens Mitte, daß ich mich verirrte im Walde...» und so weiter. Wenn Sie nachrechnen: Im Jahre 1300 war Dante fünfunddreißig Jahre alt. Da gingen alle diese großen Dinge an seiner Seele vorüber.
[ 28 ] You know from the essay on “The Education of the Child” that at birth the physical body is born, that by the age of seven the etheric body emerges, by the age of fourteen the astral body, and by the age of twenty-one the I. We can follow this further and would see that by the age of thirty-five, or rather between the ages of thirty-five and forty, the etheric body and the astral body of the human being become sufficiently free that only then can the person possess the necessary sense of responsibility for the dissemination of occult truths. That is why all occult schools have the strict rule that no one may act as a teacher of occult truths before reaching this age. And it is this very law that the great poet Dante set forth when, right at the beginning of his poem The Divine Comedy, he says: “It was in the middle of the journey of our life that I found myself in a dark wood…” and so on. If you do the math: In the year 1300, Dante was thirty-five years old. That is when all these great things passed by his soul.
[ 29 ] Das ist ein strenges Gesetz. Wenn Sie dieses strenge Gesetz einmal anschauen und manches dabei berücksichtigen, was in der Gegenwart geschieht, dann werden Sie unter diesem Gesichtspunkte einfach wissen, daß vieles, was verbreitet wird, nicht aus okkulten Quellen stammt. Keine okkulte Schule läßt es zu, daß Menschen selbständig okkulte Wahrheiten verbreiten, die dieses Alter nicht erreicht haben. Damit ist selbstverständlich nicht gesagt, daß man nicht früh genug damit anfangen kann, etwas zu lernen. Aber um als Lehrer des Okkultismus aufzutreten, kann man nicht spät genug anfangen. Viel, viel Übles würde vermieden werden, wenn die Leute wirklich den Okkultismus kennen würden und die strengen Gesetze, die da herrschen.
[ 29 ] This is a strict law. If you take a look at this strict law and consider some of what is happening in the present, you will simply realize, from this perspective, that much of what is being disseminated does not originate from occult sources. No occult school allows people to independently disseminate occult truths before they have reached this age. This does not, of course, mean that one cannot start learning early enough. But to act as a teacher of the occult, one cannot start late enough. Much, much harm would be avoided if people truly knew the occult and the strict laws that govern it.
[ 30 ] Das sind Dinge, die man im Zusammenhang mit dem Thema «Weiße und schwarze Magie», das nicht so leicht zu behandeln ist, beachten muß, und wovon ich wirklich nur einige Brocken gesagt habe. Wenn Sie manches von dem, was hier nur angedeutet werden konnte, in Ihrer Meditation in ernster Studienarbeit sich weiter ausführen, dann werden Sie sehen, daß schon mit diesen unvollkommenen Andeutungen die Anfangsschritte für mancherlei Wege gegeben sind, um in der Erkenntnis weiterzukommen. Vor allem werden Sie sich davon überzeugt haben, daß man über solche Dinge wie weiße und schwarze Magie nicht mit den gewöhnlichen trivialen Begriffen überhaupt reden kann, daß man sogar erst neue Begriffe formulieren muß, wenn man über solche hohen oder über so scheußliche Dinge reden will. Es ist heute wichtig, solche Dinge zu wissen, denn es ist vieles in der Welt, wovon der gewöhnliche Mensch nichts weiß, was er aber doch wissen sollte, damit er sich retten kann vor den Einflüssen magischer Künste. Manches kennen die Menschen auch, sehen es aber als etwas Harmloses an. Aber es ist gar nicht harmlos.
[ 30 ] These are things one must bear in mind when dealing with the subject of “white and black magic,” which is not an easy topic to address, and about which I have really only touched on a few points. If you explore some of what could only be hinted at here further in your meditation and serious study, you will see that even these imperfect hints provide the first steps toward various paths for advancing in knowledge. Above all, you will have become convinced that one cannot speak of such things as white and black magic at all using ordinary, trivial terms, that one must even first formulate new terms if one wishes to speak of such lofty or such abominable things. It is important today to know such things, for there is much in the world of which the ordinary person knows nothing, yet which he ought to know so that he may save himself from the influences of the magical arts. There are some things that people know, yet regard as harmless. But they are by no means harmless.
[ 31 ] Wir können, wenn wir ein solches Thema besprechen, nur einen Anfang machen, um dann immer weiter und weiter zukommen auf diesem Gebiet. Der Anfang ist am besten dann gemacht, wenn ein Gefühl von dem Ernst und der Bedeutung einer solchen Sache erweckt werden konnte. Wenn auch die Darstellungen in der Kürze der Zeit nur unvollkommen sein konnten, so hoffe ich doch, daß dadurch, daß real gesprochen worden ist, einiges davon in Sie übergegangen ist, um Sie zu veranlassen, die Sache mit dem höchsten Ernste zu betrachten.
[ 31 ] When discussing such a topic, we can only make a start, and then continue to make further progress in this area. The best way to begin is by conveying a sense of the gravity and significance of such a matter. Although the explanations could only be incomplete given the limited time, I hope that, because we spoke frankly, some of this has resonated with you, prompting you to view the matter with the utmost seriousness.
