Myths and Legends
Occult Signs and Symbols
GA 101
13 September 1907, Stuttgart
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Myths and Legends, Occult Signs and Symbols, tr. SOL
8. Okkulte Zeichen und Symbole I
8. Occult Signs and Symbols I
in ihrem Zusammenhang mit der astralen und geistigen Welt
in relation to the astral and spiritual worlds
[ 1 ] Diese vier Vorträge, die hier in Stuttgart stattfinden sollen, werden einen etwas intimeren Charakter haben, weil ja der Zuhörerkreis zum größten Teil wenigstens—sich aus Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft zusammensetzt, die schon mit den theosophischen Grundideen seit langer Zeit bekannt sind und daher wohl auch den Wunsch hegen, eine intimere Materie aus dem Gebiete der Theosophie kennenzulernen. Was in diesen Vorträgen behandelt werden soll, sind die okkulten Sinnbilder und Zeichen mit Beziehung auf die astralische und die geistige Welt. Eine Reihe von okkulten Symbolen und Sinnbildern soll in ihrer tieferen Bedeutung dargelegt werden. Dabei bitte ich Sie darauf Rücksicht zu nehmen, daß in den ersten beiden Vorträgen manches sonderbar klingen und erst im Laufe des dritten und vierten Vortrages seine volle Erklärung finden wird. Das liegt ja in der Natur der Sache, denn theosophische Vorträge können nicht wie andere Vorträge sein, die sich sozusagen in mathematischer Weise aus einfachen Elementen aufbauen. Manches wird im Anfang undeutlich sein müssen, aber nach und nach wird es klar und verständlich hervortreten.
[ 1 ] These four lectures, which are to take place here in Stuttgart, will have a somewhat more intimate character, since the audience consists—at least for the most part—of members of the Theosophical Society who have long been familiar with the basic ideas of theosophy and therefore likely also wish to learn about more intimate matters from the field of theosophy. The subject matter of these lectures will be the occult symbols and signs relating to the astral and spiritual worlds. A series of occult symbols and signs will be explained in their deeper meaning. In this regard, I ask you to bear in mind that some things may sound strange in the first two lectures and will only be fully explained in the course of the third and fourth lectures. This is simply in the nature of things, for theosophical lectures cannot be like other lectures, which are built up, so to speak, in a mathematical manner from simple elements. Some things will have to remain unclear at the beginning, but little by little they will emerge clearly and understandably.
[ 2 ] Sinnbilder und Zeichen machen—nicht nur in der profanen, sondern auch in der theosophischen Welt—oftmals den Eindruck von etwas mehr oder weniger Willkürlichem, das nur eine «Bedeutung» hat. Das ist durchaus nicht richtig. Sie alle haben schon von solchen Sinnbildern und Zeichen gehört und wissen wohl, daß zum Beispiel die verschiedenen Planeten des Weltalls durch Zeichen angedeutet werden. Sie wissen, daß ein bekanntes Zeichen in theosophischen Allegorien das sogenannte Pentagramm ist. Ferner ist Ihnen bekannt, daß in verschiedenen Religionen das Licht im Sinne von Weisheit, von geistiger Klarheit angeführt wird. Wenn Sie nun nach der Bedeutung solcher Dinge fragen, dann können Sie hören oder lesen, es bedeute dieses oder jenes; ein Dreieck zum Beispiel bedeute die höhere Dreiheit, und dergleichen mehr. Häufig auch werden in theosophischen Schriften und Vorträgen Mythen und Legenden ausgelegt, «sie bedeuten etwas», sagt man. Hinter den Sinn, hinter das Wesen dieser Bedeutung zu kommen, die Wirklichkeit solcher Sinnbilder zu erkennen, das eben soll die Aufgabe dieser Vorträge sein. Wie das gemeint ist, wollen wir uns an einem Beispiel klarmachen.
[ 2 ] Symbols and signs—not only in the profane world but also in the theosophical world—often give the impression of being more or less arbitrary, having only a “meaning.” That is by no means correct. You have all heard of such symbols and signs and are well aware that, for example, the various planets of the universe are represented by symbols. You know that a well-known symbol in theosophical allegories is the so-called pentagram. Furthermore, you are aware that in various religions, light is cited as a symbol of wisdom and spiritual clarity. If you now ask about the meaning of such things, you may hear or read that they signify this or that; a triangle, for example, signifies the higher Trinity, and so on. Myths and legends are also frequently interpreted in theosophical writings and lectures; “they signify something,” it is said. To get to the heart of the meaning, to the essence of this significance, to recognize the reality of such symbols—that is precisely the purpose of these lectures. Let us clarify what is meant by this with an example.
[ 3 ] Betrachten wir einmal das Pentagramm. Sie wissen, es ist vieles darüber spintisiert und ausgedacht worden; darum kann es sich im Okkultismus nicht handeln. Um zu verstehen, was der Okkultist vom Pentagramm sagt, müssen wir uns zunächst an die sieben Grundteile der menschlichen Wesenheit erinnern. Sie wissen Ja, daß es in der menschlichen Wesenheit die sieben Grundteile gibt: Physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich, ferner Geistselbst, Lebensgeist und den Geistesmenschen, oder—wie man in der theosophischen Literatur gewohnt ist, die letzteren zu nennen: Manas, Budhi, Atma. Wir wollen vom physischen Leib absehen, der etwas Stoffliches ist, den man mit Händen tasten kann; es ist der Ätherleib, der hier besonders in Betracht kommt. Der Ätherleib gehört schon zu dem für die physischen Sinne Verborgenen, zu dem sogenannten «Okkulten»; mit den gewöhnlichen Augen kann man ihn nicht sehen. Es bedarf der hellseherischen Methode, um ihn wahrzunehmen. Wenn man ihn aber schauen kann, dann ist er freilich etwas ganz, ganz anderes als der physische Leib. Der Ätherleib ist nicht etwa—wie sich die meisten Menschen vorstellen—ein dünner, stofflicher Körper, eine Art feineres Nebelgebilde. Das Charakteristische des Ätherleibes ist, daß er zusammengesetzt ist aus verschiedenen Strömungen, die ihn durchziehen. Er ist ja der Architekt, der Bildner des physischen Leibes. Wie sich das Eis aus dem Wasser herausgestaltet, so gestaltet sich der physische Leib aus dem Ätherleibe heraus; und durchzogen ist dieser Ätherleib nach allen Seiten hin von Strömungen, wie das Meer. Darunter gibt es nun fünf Hauptströmungen. Wenn Sie sich hinstellen mit auseinandergespreizten Beinen und die Hände ausgebreitet halten, dann stellt sich der menschliche Leib so dar, wie hier im Bilde (es wird gezeichnet):
[ 3 ] Let us consider the pentagram. As you know, much has been speculated and imagined about it; therefore, it cannot be a subject of occultism. To understand what the occultist says about the pentagram, we must first recall the seven fundamental parts of the human being. You know, of course, that there are seven fundamental parts of the human being: the physical body, the etheric body, the astral body, the ego, and furthermore the mental body, the Life-Spirit, and the Spirit-Man—or, as they are customarily called in theosophical literature: Manas, Budhi, Atma. Let us set aside the physical body, which is something material that can be touched with the hands; it is the etheric body that is of particular interest here. The etheric body already belongs to that which is hidden from the physical senses, to the so-called “occult”; it cannot be seen with the ordinary eyes. It requires the clairvoyant method to perceive it. But when one can see it, it is, of course, something quite, quite different from the physical body. The etheric body is not—as most people have in their mental image—a thin, material body, a sort of finer mist-like formation. The characteristic feature of the etheric body is that it is composed of various currents that permeate it. It is, after all, the architect, the creator of the physical body. Just as ice takes shape from water, so the physical body takes shape from the etheric body; and this etheric body is permeated on all sides by currents, like the sea. Among these there are five main currents. If you stand with your legs spread apart and your hands outstretched, then the human body appears as shown here in the picture (it is drawn):
[ 4 ] Sie können die Richtungen der fünf Hauptströmungen genau verfolgen; sie bilden ein Pentagramm. Diese fünf Strömungen hat jeder Mensch verborgen in sich. Sie durchströmen den Ätherleib in den durch die Pfeile angegebenen Richtungen (siehe Zeichnung), sie bilden sozusagen das «Knochengerüst» des menschlichen Ätherleibes. Fortwährend gehen diese Strömungen durch den Ätherleib, und dies bleibt auch der Fall, wenn der Mensch sich bewegt. Wie auch die Körperstellung sein mag, immer geht eine Strömung von der Mitte der Stirn, dem Punkte zwischen den Augenbrauen aus, hinunter zum rechten Fuß, von da nach der linken Hand, von da zur rechten Hand, dann zum linken Fuß und von da wieder zurück zur Stirn. Das, was man das Pentagramm nennt, das ist innerlich so beweglich im Ätherleib, wie es der menschliche physische Leib selbst ist. Und wenn der Okkultist vom Pentagramm als von der Figur des Menschen spricht, dann handelt es sich nicht um etwas Ausgeklügeltes, sondern er spricht davon wie der Anatom vom Knochengerüst. Diese Figur ist wirklich im Ätherleib vorhanden, sie ist eine Tatsache.
[ 4 ] You can clearly trace the directions of the five main currents; they form a pentagram. Every human being has these five currents hidden within them. They flow through the etheric body in the directions indicated by the arrows (see diagram); they form, so to speak, the “skeleton” of the human etheric body. These currents flow continuously through the etheric body, and this remains the case even when the person is moving. Whatever the posture of the body may be, a current always flows from the center of the forehead—the point between the eyebrows—down to the right foot, from there to the left hand, from there to the right hand, then to the left foot, and from there back to the forehead. What is called the pentagram is as mobile within the etheric body as the human physical body itself. And when the occultist speaks of the pentagram as the figure of the human being, he is not referring to something contrived, but speaks of it as the anatomist speaks of the skeletal structure. This figure truly exists in the etheric body; it is a fact.


[ 5 ] Schon aus diesem wenigen sehen wir, wie es sich mit der wirklichen Bedeutung eines Zeichens verhält. Alle Zeichen und Sinnbilder, die Ihnen im Okkultismus entgegentreten, führen zu solchen Wirklichkeiten hin. Das Pentagramm ist also das bewegliche «Knochengerüst» des Ätherleibes, deshalb ist es die Figur des Menschen. Dieses ist die wirkliche Bedeutung eines solchen Zeichens.
[ 5 ] From this brief example alone, we can see what the true meaning of a symbol is all about. All symbols and emblems you encounter in occultism point toward such realities. The pentagram is thus the flexible “skeleton” of the etheric body; that is why it represents the human figure. This is the true meaning of such a symbol.
[ 6 ] Wenn man nach und nach die richtigen Anweisungen bekommt, die Figuren oder Zeichen zu gebrauchen, dann sind sie ein Mittel, durch das der Mensch allmählich in die Erkenntnis der geistigen Welt eingeführt wird und hellsichtig werden kann. Wer sich in der Meditation in das Pentagramm vertieft, für den ist der Weg dieser Strömungen im Ätherleib zu finden. Es hat keinen Zweck, sich willkürliche Bedeutungen dieser Zeichen auszudenken. Wenn man sich dieses Zeichen in der Meditation vorhält—man muß es nur mit Geduld tun —, dann führt das zu okkulten Wirklichkeiten. Und so ist es mit allen Sinnbildern und Zeichen, auch mit denen, die Sie in den verschiedenen religiösen Urkunden finden können, denn diese Sinnbilder sind tief begründet im Okkultismus. Wenn irgendein Prophet oder Religionsstifter vom Lichte spricht und damit die Weisheit bezeichnen will, so müssen Sie nicht denken, daß ihm das nur so einfällt oder daß er diesen Ausdruck gebraucht, weil er vielleicht geistreich sein will. Der Okkultist fußt auf Tatsachen, deshalb liegt ihm nichts daran, geistreich zu sein. Er will nur wahr sein. Man muß als Okkultist sich das regellose Denken abgewöhnen, das heißt, man darf nicht in willkürlicher Weise Schlüsse ziehen und Urteile fällen, man muß Schritt für Schritt an der Hand geistiger Tatsachen das richtige Denken entwickeln.
[ 6 ] When one gradually receives the proper instructions on how to use the figures or symbols, they become a means by which a person is gradually introduced to the spiritual world and can become clairvoyant. For those who immerse themselves in the pentagram during meditation, the path lies in these currents within the etheric body. There is no point in inventing arbitrary meanings for these symbols. If one holds this symbol in mind during meditation—one must simply do so with patience—it leads to occult realities. And so it is with all symbols and signs, including those you can find in various religious texts, for these symbols are deeply rooted in occultism. When any prophet or founder of a religion speaks of the light and thereby intends to denote wisdom, you must not think that this simply occurs to him or that he uses this expression because he perhaps wishes to be witty. The occultist bases his work on facts; therefore, he has no interest in being witty. He only wants to be truthful. As an occultist, one must break the habit of haphazard thinking; that is, one must not draw conclusions or pass judgments arbitrarily, but must develop correct thinking step by step, guided by spiritual facts.
[ 7 ] Dieses Sinnbild vom Licht hat wiederum eine sehr, sehr tiefe Bedeutung, es ist eine geistige Tatsache. Um das zu erkennen, wenden wir uns wieder der menschlichen Wesenheit zu. Wir wissen, daß das dritte Glied der menschlichen Wesenheit der Astralleib ist, der der Träger ist von Lust und Leid, von Freude und Schmerz, von Trieb, Begierde und Leidenschaft, von allem, was der Mensch an inneren seelischen Erlebnissen hat. Die Pflanze hat keinen Astralleib, hat also auch nicht Lust und Leid wie der Mensch und das Tier. Wenn heute der Naturforscher von der Empfindung der Pflanze spricht, so beruht das auf einer vollständigen Verkennung dessen, was eigentlich das Wesen der Empfindung ist. Eine richtige Vorstellung dieses Astralleibes erhalten wir erst, wenn wir seine Entwickelung verfolgen, die er im Laufe der Zeiten erfahren hat. Wir haben schon früher die Entwickelung des Menschen im Zusammenhang mit der Entwickelung im großen Weltall betrachtet und dabei gefunden, daß der physische Leib des Menschen das älteste und komplizierteste Glied der menschlichen Wesenheit ist, daß der Ätherleib weniger alt ist, der Astralleib noch jünger, und daß das Ich endlich das jüngste Glied der menschlichen Wesenheit darstellt. Der Grund hierfür ist, daß der physische Leib in seiner Entwickelung schon durch vier planetarische Zustände der Erde hindurchgegangen ist; er war schon in seiner Anlage vorhanden, als unsere Erde in einer früheren Verkörperung war, die man als den Saturnzustand bezeichnet. Damals, vor langen Zeiträumen, war die Erde noch nicht Erde und der Mensch noch nicht in seiner heutigen Gestalt vorhanden; nur die Anlage zum physischen Leib war auf dem Saturn da; aber es fehlten noch alle seine übrigen Leiber, wie Ätherleib, Astralleib und so weiter. Erst in der zweiten Verkörperung der Erde, auf der Sonne, kam für den Menschen der Ätherleib dazu. Damals hatte dieser menschliche Ätherleib die Gestalt des Pentagramms am ausgesprochensten; später ist das etwas modifiziert worden dadurch, daß auf der dritten Verkörperung unseres Planeten, auf dem Monde, sich der astralische Leib hinzugesellte. Und dann verwandelte sich der Mond in die Erde, und zu den drei Leibern trat das Ich hinzu.
[ 7 ] This symbol of light, in turn, has a very, very deep meaning; it is a spiritual reality. To understand this, let us turn once more to the human being. We know that the third member of the human being is the astral body, which is the bearer of pleasure and suffering, of joy and pain, of instinct, desire, and passion—of everything that constitutes a person’s inner soul experiences. The plant has no astral body, and therefore does not experience pleasure and pain as humans and animals do. When naturalists today speak of the plant’s sensation, this is based on a complete misunderstanding of what sensation actually is. We can only gain a proper mental image of this astral body by tracing its development over the course of time. We have previously considered the development of the human being in connection with the development of the great cosmos, and in doing so found that the physical body of the human being is the oldest and most complex component of the human being, that the etheric body is less ancient, the astral body even younger, and that the I ultimately represents the youngest component of the human being. The reason for this is that the physical body has already passed through four planetary states of the Earth in its development; it was already present in its rudimentary form when our Earth existed in an earlier incarnation known as the Saturn state. Back then, long ago, the Earth was not yet the Earth and humanity did not yet exist in its present form; only the rudiment of the physical body was present on Saturn; but all its other bodies—such as the etheric body, the astral body, and so on—were still missing. It was not until the Earth’s second incarnation, on the Sun, that the etheric body was added for humanity. At that time, this human etheric body had the most pronounced form of the pentagram; later this was somewhat modified by the fact that, during the third incarnation of our planet, on the Moon, the astral body was added. And then the Moon transformed into the Earth, and the I joined the three bodies.
[ 8 ] Nun können wir fragen: Wo waren denn nun diese Leiber, bevor sie sich der menschlichen Wesenheit einverleibten? Wo war zum Beispiel das, was auf der Sonne als Ätherleib hineingezogen ist in den physischen Leib, wo war das auf dem alten Saturn? Irgendwoher muß der Ätherleib doch gekommen sein.—Er war im Umkreis des Saturn, geradeso wie heute die Luft im Umkreis der Erde ist. Alles, was später in den Menschen hineingezogen ist, das war im Umkreis, in der Atmosphäre des alten Saturn schon vorhanden. Ebenso war auf der alten Sonne der astralische Leib, der ja erst auf dem Monde hineingezogen ist, im Umkreis vorhanden. Sie können sich die alte Sonne so vorstellen, daß sie nicht aus Felsen, Pflanzen und Tieren bestand, wie heute die Erde, sondern da waren zwei Naturreiche, die es auf der Sonne gab. Die Wesen, die Menschen, die sich auf der Sonne befanden, waren erst menschliche Pflanzen. Daneben gab es auf der alten Sonne eine Art von Mineralien. Sie dürfen aber diese alte Sonne nicht mit der jetzigen Sonne verwechseln. Die alte Sonne war umflossen von einer mächtigen Astralhülle. Gleichsam von einer astralischen Lufthülle war die alte Sonne umgeben, und diese Astralhülle war leuchtend. So war der Schauplatz auf der alten Sonne.
[ 8 ] Now we may ask: Where were these bodies before they became part of the human being? Where, for example, was that which on the Sun was drawn into the physical body as the etheric body—where was it on ancient Saturn? The etheric body must have come from somewhere.—It was present in the atmosphere of Saturn, just as the air is present in the atmosphere of the Earth today. Everything that was later drawn into human beings was already present in the atmosphere, in the atmosphere of ancient Saturn. Likewise, on the ancient Sun, the astral body—which was only drawn into the Moon—was present in the atmosphere. You can form a mental image of the ancient Sun as not consisting of rocks, plants, and animals, as the Earth does today, but rather there were two kingdoms of nature that existed on the Sun. The beings, the humans, who were on the Sun were initially human plants. In addition, there was a kind of mineral on the ancient Sun. However, you must not confuse this ancient Sun with the present-day Sun. The ancient Sun was surrounded by a powerful astral shell. The ancient Sun was, as it were, enveloped by an astral atmosphere, and this astral shell was luminous. Such was the scene on the ancient Sun.
[ 9 ] Betrachten wir jetzt wieder den heutigen Menschen, der einen physischen Leib, einen Ätherleib, einen astralischen Leib und ein Ich hat. Wenn das Ich nun hineinarbeitet in den astralischen Leib und ihn immer mehr läutert in intellektueller, moralischer und geistiger Beziehung, dann wird aus diesem Astralleib Geistselbst oder Manas. Wenn in ferner Zukunft das vollendet sein wird, was heute kaum begonnen hat, wenn der Mensch seinen ganzen astralischen Leib umgewandelt haben wird, dann wird dieser astralische Leib «physisch» leuchtend sein. So wie die Pflanze schon den Keim zu neuem Leben in sich trägt, so enthält der astralische Leib schon den Keim eines Lichtes, das dereinst hinausstrahlen wird in den Weltenraum, wenn der Mensch seinen Astralleib immer mehr und mehr gereinigt und geläutert haben wird. Unsere Erde wird sich in andere Planeten verwandeln. Heute ist sie dunkel. Wer sie von außen beobachten könnte, würde sehen, daß sie nur durch das zurückgeworfene Licht der Sonne hell erscheint. Aber einst wird sie selbst leuchtend sein, leuchtend durch die Menschen, die dann ihren ganzen Astralleib umgewandelt haben werden. Die Summe aller Astralleiber wird hinausstrahlen als Licht in den Weltenraum.
[ 9 ] Let us now turn our attention once more to modern human beings, who possess a physical body, an etheric body, an astral body, and an ego. When the ego now works into the astral body and increasingly purifies it in intellectual, moral, and spiritual terms, then this astral body becomes the Spirit-Self or Manas. When, in the distant future, what has barely begun today is completed—when the human being has transformed his entire astral body—then this astral body will be “physically” luminous. Just as the plant already carries within itself the seed of new life, so the astral body already contains the seed of a light that will one day radiate out into space when humanity has purified and refined its astral body more and more. Our Earth will transform into other planets. Today it is dark. Anyone who could observe it from the outside would see that it appears bright only through the reflected light of the sun. But one day it will itself be luminous, luminous through the human beings who will then have transformed their entire astral bodies. The sum of all astral bodies will radiate out as light into outer space.
[ 10 ] So war es auch bei der alten Sonne. Die alte Sonne hatte als Bewohner höhere Wesen, als die heutigen Menschen sind, und diese Wesenheiten hatten leuchtende Astralleiber. Diese Wesenheiten, die die Bibel in sehr richtiger Weise Lichtgeister oder Elohim nennt, strahlten ihre Astralität hinaus in den Weltenraum.
[ 10 ] This was also the case with the ancient Sun. The ancient Sun was inhabited by beings more advanced than modern humans, and these beings had luminous astral bodies. These beings, whom the Bible very aptly calls spirits of light or Elohim, radiated their astral nature out into space.
[ 11 ] Wenn wir uns nun fragen: Was ist es, was der Mensch in seinen Astralleib hineinarbeitet? —, dann ist die Antwort: Es ist das, was wir das Gute, das Gescheite nennen, durch das der Mensch seinen Astralleib veredelt. Wenn wir einen Wilden betrachten, der noch auf der Stufe des Menschenfressers steht, der allen Leidenschaften blind folgt, und uns fragen, wodurch er sich unterscheidet von höherentwickelten Menschen, so müssen wir sagen: dadurch, daß der Kulturmensch schon gearbeitet hat an seinem Astralleib, der Wilde dagegen noch nicht. Der Mensch, der seine Triebe und Leidenschaften so auffaßt, daß er sich sagt: diesem darf ich folgen, anderem dagegen nicht —, bildet sich moralische Begriffe und Ideale, und das bedeutet Verwandlung und Veredelung des Astralleibes. Dadurch, daß der Mensch von Verkörperung zu Verkörperung an seinem Astralleib arbeitet, veredelt er sich immer mehr und mehr zu jener leuchtenden Wesenheit, von der wir vorhin gesprochen haben. Man nennt das das «Hineinarbeiten der Weisheit». Je mehr Weisheit in dem Astralleibe ist, desto leuchtender wird er sein. Die Elohim, jene Wesenheiten, die auf der Sonne wohnten, waren ganz Weisheitdurchdrungen. So wie unsere Seele sich zum Leibe verhält, so verhält sich die Weisheit zum Licht. Sie sehen, der Zusammenhang zwischen Licht und Weisheit ist nicht ein Bild, das man ausgesonnen hat; er beruht auf einer Tatsache, er ist eine Wahrheit. Das Licht ist tatsächlich der Körper der Weisheit. So lernen wir verstehen, daß die religiösen Urkunden vom Lichte sprechen als einer Versinnbildlichung der Weisheit.
[ 11 ] If we now ask ourselves: What is it that a human being works into their astral body? —, then the answer is: It is what we call goodness and wisdom, through which a human being refines their astral body. When we consider a savage who is still at the stage of a cannibal, who blindly follows all his passions, and ask ourselves what distinguishes him from more highly developed human beings, we must say: it is that the civilized human being has already worked on his astral body, whereas the savage has not. The human being who views his instincts and passions in such a way that he says to himself: ‘I may follow this one, but not the other’—forms moral concepts and ideals, and this signifies the transformation and refinement of the astral body. By working on his astral body from incarnation to incarnation, the human being refines himself more and more into that luminous being of which we spoke earlier. This is called “working wisdom into the astral body.” The more wisdom there is in the astral body, the more luminous it will be. The Elohim, those beings who dwelt on the Sun, were completely imbued with wisdom. Just as our soul relates to the body, so does wisdom relate to light. You see, the connection between light and wisdom is not a figure of speech; it is based on a fact; it is a truth. Light is indeed the body of wisdom. Thus we come to understand that the religious texts speak of light as a symbol of wisdom.
[ 12 ] Für den Lernenden, für den sich zu höherer Schaukraft, zu Hellsichtigkeit Entwickelnden ist es von großer Bedeutung, wenn er Übungen macht wie etwa die folgende: Er stellt sich den Raum finster vor, ohne daß ein äußeres Licht auf ihn einwirkt—sei es bei nächtlichem Dunkel oder durch Schließen der Augen—und sucht dann nach und nach vorzudringen durch eigene innere Kraft zu der Vorstellung des Lichts. Wenn der Mensch sich diese Vorstellung intensiv genug bilden kann, so wird es nach und nach heller, und er wird dann ein Licht sehen, das kein physisches Licht ist, sondern ein Licht, das er nun sich selber schafft, das er durch innere Kraft in sich erzeugt. Und das ist ein Licht, das durchstrahlt sein wird von der Weisheit, in dem ihm die schaffende Weisheit erscheint. Das ist das, . was man Astrallicht nennt. Durch Meditation kommt der Mensch dazu, durch innere Kraft Licht zu erzeugen. Dieses Licht ist ein Vorbote dessen, was der Mensch dereinst—nicht mit physischen Augen, sondern mit feineren Sinnesorganen—sehen wird. Es wird das Kleid werden für wirklich vorhandene Geistwesen, wie es die Elohim sind. Wenn der Mensch diese Übung in der richtigen Weise macht, ist sie ein Mittel, zu diesen höheren Wesen in Beziehung zu kommen. So haben es diejenigen gemacht, die aus eigener Erfahrung etwas wissen von der geistigen Welt.
[ 12 ] For the learner who is developing greater perceptive power and clairvoyance, it is of great importance to perform exercises such as the following: They imagine the room to be dark, without any external light affecting them—whether in the darkness of night or by closing their eyes—and then gradually seek to penetrate, through their own inner power, to the mental image of light. If the person can form this mental image intensely enough, it will gradually grow brighter, and he will then see a light that is not physical light, but a light that he now creates for himself, which he generates within himself through inner power. And this is a light that will be radiant with wisdom, in which creative wisdom appears to him. This is what is called astral light. Through meditation, a person comes to generate light through inner strength. This light is a harbinger of what a person will one day see—not with physical eyes, but with finer sense organs. It will become the garment for truly existing spiritual beings, such as the Elohim. If a person performs this exercise correctly, it is a means of entering into a relationship with these higher beings. This is how those who know something of the spiritual world from their own experience have done it.
[ 13 ] Durch gewisse andere Methoden, von denen wir später sprechen werden, kann der Mensch dahin gelangen, daß ihm durch eigene innere Kraft der Raum nicht nur vom Lichte erleuchtet, vom Weisheitslichte durchflossen sein wird, sondern daß der Raum gleichsam zu tönen beginnt. In der alten pythagoreischen Philosophie wurde, wie Sie wissen, von Sphärenmusik gesprochen. Unter «Sphäre» wird dabei der Weltenraum begriffen, der Raum, in dem die Sterne schweben. Das ist kein erdachtes, ausspintisiertes Bild, kein poetischer Vergleich, sondern das ist eine Wirklichkeit. Wenn der Mensch sich genügend nach den Angaben des Geheimlehrers geübt hat, dann lernt er, innerlich nicht nur einen erhellten, durchleuchteten Raum zu schauen, der der Ausdruck der Weisheit ist, sondern er lernt auch zu hören die Sphärenmusik, die den Weltenraum durchflutet. Und wenn der Raum zu erklingen beginnt, dann sagt man, der Mensch sei in der himmlischen Welt, im Devachan. Richtig ist, daß der Raum erklingt, aber es ist nicht ein physischer Ton, sondern dies sind geistige Töne, die nicht in der Luft leben, sondern in einem viel höheren, feineren Stoffe, im Akasha-Stoff. Fortwährend ist der Raum von solcher Musik erfüllt, und es gibt in dieser Sphärenmusik gewisse Grundtöne.
[ 13 ] Through certain other methods, which we will discuss later, a person can reach a state in which, through their own inner power, space is not only illuminated by light—permeated by the light of wisdom—but also begins, as it were, to resonate. In ancient Pythagorean philosophy, as you know, there was talk of the music of the spheres. By “sphere” here is meant the cosmic space, the space in which the stars float. This is not an imagined, fanciful image, nor a poetic comparison, but a reality. When a person has practiced sufficiently according to the instructions of the secret teacher, they learn not only to see inwardly an illuminated, radiant space that is the expression of wisdom, but they also learn to hear the music of the spheres that floods the cosmic space. And when space begins to resound, it is said that the person is in the heavenly world, in Devachan. It is true that space resounds, but it is not a physical sound; rather, these are spiritual tones that do not exist in the air, but in a much higher, finer substance, the Akashic substance. Space is constantly filled with such music, and there are certain fundamental tones within this music of the spheres.
[ 14 ] Wir wollen jetzt einmal betrachten, was man unter Sphärenmusik zu verstehen hat. Ich weiß sehr wohl, daß die heutigen mathematischen Astronomen es für hellen Wahnsinn erklären würden, wie ‚man im Okkultismus über die Planeten spricht. Das macht nichts, deshalb ist es doch wahr.
[ 14 ] Let us now consider what is meant by “sphere music.” I am well aware that today’s mathematical astronomers would dismiss as utter madness the way “one speaks of the planets in occultism.” That does not matter; it is true nonetheless.
[ 15 ] Wir haben davon gesprochen, daß unsere Erde sich nach und nach entwickelt hat; von Erdverkörperungen haben wir gesprochen. Unsere Erde war erst Saturn, wurde dann Sonne, dann Mond, jetzt ist sie Erde, später wird sie Jupiter, Venus, Vulkan werden. Nun können Sie fragen: Es steht doch auch heute ein Saturn am Himmel; hat nun dieser heutige Saturn etwas zu tun mit dem Saturn, der die erste Verkörperung der Erde war?—Wenn wir den gestirnten Himmel betrachten, sehen wir da die uns exoterisch bekannten Planeten. Die Namen dieser Planeten sind nicht willkürlich gewählt, nicht etwa, wie es in neuerer Zeit Brauch geworden ist, nach einem bestimmten Manne, etwa nach ihrem Entdecker, sondern es sind bedeutungsvolle Namen, die aus tiefem Wissen über das Wesen der Sterne heraus gegeben wurden. Heute tut man das ja nicht mehr, und zum Beispiel der Uranus hat nicht einen solchen berechtigten Namen, weil er erst später entdeckt wurde. Das, was Sie heute als Saturn am Himmel sehen, steht auf der Stufe der Entwickelung wie unsere Erde, als sie noch im Zustande des Saturn war. Der exoterische Saturn verhält sich zur Erde etwa so wie ein Knabe zum Greis. So wenig wie der Greis sich aus einem neben ihm stehenden Knaben entwickelt hat—er war selbst einmal ein Knabe —, ebensowenig hat die Erde sich aus dem heutigen Saturn entwickelt. Der Saturn, der heute am Himmel steht, wird auch einmal «Erde» werden; er steht jetzt in einer Art Jugendstadium. Und ähnlich ist es auch mit den anderen Himmelskörpern. Die Sonne ist ein solcher Körper, wie die Erde es einstmals war, nur ist sie sozusagen «avanciert». Und so, wie bei den Menschen verschiedene Altersstufen beisammen sind, wie neben dem Greis der Knabe steht, so stehen am Himmel die verschiedenen Planeten nebeneinander auf verschiedenen Entwickelungsstufen, die unsere Erde, welche sich jetzt in ihrer vierten Verkörperung befindet, zum Teil schon durchgemacht hat, zum Teil noch durchmachen wird. Die Planeten stehen in ganz bestimmten Verhältnissen zueinander. Aber der Okkultist drückt diese Verhältnisse anders aus, als es der heutige Astronom tut.
[ 15 ] We have spoken of how our Earth has developed gradually; we have spoken of Earth incarnations. Our Earth was first Saturn, then became the Sun, then the Moon; now it is Earth, and later it will become Jupiter, Venus, and Vulcan. Now you may ask: There is also a Saturn in the sky today; does this present-day Saturn have anything to do with the Saturn that was the first embodiment of the Earth?—When we look at the starry sky, we see the planets known to us exoterically. The names of these planets were not chosen arbitrarily, not—as has become customary in recent times—after a specific person, such as their discoverer, but rather they are meaningful names given out of a deep knowledge of the nature of the stars. Today, this is no longer done, and Uranus, for example, does not have such a justified name because it was discovered only later. What you see today in the sky as Saturn stands at the same stage of development as our Earth did when it was still in the Saturn state. Exoteric Saturn relates to Earth much as a boy relates to an old man. Just as the old man did not develop from a boy standing next to him—he himself was once a boy—so too did Earth not develop from today’s Saturn. The Saturn that stands in the sky today will one day become “Earth”; it is now in a sort of youthful stage. And it is similar with the other celestial bodies. The Sun is such a body as the Earth once was, only it is, so to speak, “advanced.” And just as different stages of life coexist among humans—just as the boy stands beside the old man—so do the various planets stand side by side in the heavens at different stages of development, stages that our Earth, which is now in its fourth incarnation, has already partly gone through and will partly still go through. The planets stand in very specific relationships to one another. But the occultist expresses these relationships differently than today’s astronomer does.
[ 16 ] Sie wissen, die Planeten bewegen sich mit ganz bestimmten Geschwindigkeiten um die Sonne. Aber auch diese bewegt sich, und es ist diese Bewegung, wie auch die der Planeten, welche von den okkulten Astronomen genau erforscht worden sind. Die Forschung hat ergeben, daß die Sonne sich um einen geistigen Mittelpunkt bewegt, und daß die Bahnen der Planeten Spiralen sind, deren Richtlinie die Sonnenbahn ist. Die Geschwindigkeiten, womit die einzelnen Planeten ihre Bahnen vollziehen, stehen zueinander in ganz bestimmten, harmonischen Verhältnissen, und es stellen sich diese Verhältnisse als Töne für den Hörenden zu einer Symphonie zusammen, welche durch die Pythagoreer als Sphärenmusik bezeichnet wurde. Dies Zusammenklingen, diese Musik ist also ein Abbild kosmischer Vorgänge, und was die pythagoreische Schule lehrt, ist nichts Ausgeklügeltes. Die alten okkulten Astronomen sagten sich: Der Sternenhimmel, welcher scheinbar ruhend sich ausnimmt, ist in Wahrheit in Bewegung und dreht sich um den geistigen Mittelpunkt mit solcher Geschwindigkeit, daß er in 100 Jahren um 1° vorrückt. Es verhalten sich nun die Geschwindigkeiten der Planeten zueinander wie folgt: wobei die Geschwindigkeit des Saturn 1200mal größer ist als die des ganzen Sternenhimmels, oder 12° im Jahre vorrückt.
[ 16 ] You know that the planets move around the Sun at very specific speeds. But the Sun itself is also in motion, and it is this motion, as well as that of the planets, that has been thoroughly studied by occult astronomers. Research has shown that the Sun moves around a spiritual center, and that the orbits of the planets are spirals whose axis is the Sun’s orbit. The speeds at which the individual planets travel along their orbits are in very specific, harmonious ratios to one another, and to the listener, these ratios combine into a symphony of sounds, which the Pythagoreans called the music of the spheres. This harmonious blending, this music, is thus a reflection of cosmic processes, and what the Pythagorean school teaches is by no means a contrived notion. The ancient occult astronomers observed: The starry sky, which appears to be at rest, is in truth in motion and revolves around the spiritual center with such speed that it advances by 1° in 100 years. The speeds of the planets in relation to one another are as follows: Saturn’s speed is 1,200 times greater than that of the entire starry sky, or it advances 12° per year.
Geschwindigkeit des Saturn = 2 1/2 mal die des Jupiter
des Jupiter = 5 mal die des Mars
des Mars = 2 mal die von Sonne, Merkur und Venus
der Sonne = 12 mal die des Mondes
Saturn's speed = 2.5 times that of Jupiter
Jupiter's speed = 5 times that of Mars
Mars' speed = 2 times that of the Sun, Mercury, and Venus
the Sun's speed = 12 times that of the Moon
[ 17 ] Wenn physische musikalische Harmonien entstehen, beruht das darauf, daß beispielsweise verschiedene Saiten verschiedenartig schwingen, die eine schneller, die andere langsamer. Je nach der Geschwindigkeit, mit der sich die einzelnen Saiten bewegen, erklingt ein höherer oder tieferer Ton, und das Zusammenklingen dieser verschiedenen Töne ertönt als Musik, ergibt die Harmonie. Genauso wie Sie nun musikalische Eindrücke hier im Physischen von den Bewegungen der Saiten erhalten, so hört derjenige, der zu der Stufe des Hellhörens im Devachan emporgedrungen ist, die Bewegung der Himmelskörper als Sphärenmusik. Und durch das Verhältnis der verschiedenen Schnelligkeiten in der Bewegung der Planeten entstehen die Grundtöne der Sphärenharmonie, die durch das ganze Weltall erklingt. In der Pythagoreischen Schule wird also mit Recht von einer Sphärenmusik gesprochen, man kann sie mit geistigen Ohren hören.
[ 17 ] When physical musical harmonies arise, it is because, for example, different strings vibrate at different rates—one faster, the other slower. Depending on the speed at which the individual strings move, a higher or lower tone is produced, and the blending of these different tones sounds as music, resulting in harmony. Just as you now receive musical impressions here in the physical realm from the movements of the strings, so does the one who has ascended to the stage of clairaudience in Devachan hear the movement of the celestial bodies as celestial music. And through the relationship of the various speeds in the movement of the planets, the fundamental tones of celestial harmony arise, which resound throughout the entire universe. In the Pythagorean school, therefore, one rightly speaks of celestial music; it can be heard with spiritual ears.
[ 18 ] Wir können bei diesen Betrachtungen noch auf ein anderes Phänomen hindeuten. Wenn Sie eine dünne Messingplatte nehmen, sie möglichst gleichmäßig mit feinem Staube bestreuen und mit einem Fiedelbogen diese Platte streichen, dann wird nicht nur ein Ton hörbar, sondern es ordnen sich die Staubpartikelchen in ganz bestimmten Linien an. Da bilden sich allerlei Figuren, dem Tone entsprechend. Der Ton bewirkt eine Verteilung der Materie, des Stoffes. Das sind die bekannten Chladnischen Klangfiguren.
[ 18 ] In these observations, we can also point to another phenomenon. If you take a thin brass plate, sprinkle it as evenly as possible with fine dust, and stroke the plate with a violin bow, not only will a sound be audible, but the dust particles will arrange themselves in very specific lines. All sorts of patterns form, corresponding to the tone. The tone causes a distribution of the matter, of the substance. These are the well-known Chladni figures.
[ 19 ] Als der geistige Ton durch das Weltall erklang, ordnete er die Planeten in ihren Verhältnissen zueinander zu einer Sphärenharmonie. Was Sie im Weltenraume ausgebreitet sehen, das hat dieser schaffende Ton der Gottheit angeordnet. Dadurch, daß dieser Ton in den Weltenraum hineintönte, gestaltete sich die Materie zu einem System, dem Sonnen- und Planetensystem. So ist auch der Ausdruck «Sphärenharmonie» nicht ein geistreicher Vergleich; er ist Wirklichkeit.
[ 19 ] As the spiritual tone resounded through the universe, it arranged the planets in their relative positions to form a spherical harmony. What you see spread out in outer space has been arranged by this creative tone of the Deity. As this tone resounded into outer space, matter took shape to form a system, the solar and planetary system. Thus, the expression “sphere harmony” is not merely a witty comparison; it is reality.
[ 20 ] Nun wollen wir zu etwas anderem übergehen. Wir wissen, daß unsere Erde nicht immer so war, wie sie jetzt ist. Wer sich längere Zeit mit Theosophie beschäftigt hat, der weiß, daß unsere Erde in ihrer jetzigen Verkörperung verschiedene Entwickelungsstufen durchgemacht hat. In urferner Vergangenheit war sie in einem feuerflüssigen Zustande. Was unsere heutigen Steine und Metalle sind, war einmal aufgelöst in dieser feuerflüssigen Erde vorhanden. Der Einwand, daß in solcher Glut keine Menschen und keine anderen Wesen leben konnten, muß dahin beantwortet werden: Der menschliche Leib war damals in einem solchen physischen Zustande, der den damaligen Bedingungen angepaßt war; er konnte leben in einer Temperatur, die noch heißer war als die heutigen Schmelzöfen. Diesem Feuerzeitalter der Erde ist ein Wasserzeitalter gefolgt, das wir das atlantische Zeitalter nennen. Betrachten wir einmal dieses atlantische Zeitalter. Der atlantische Kontinent, der zwischen dem heutigen Europa und Amerika in der Mitte des atlantischen Ozeans sich ausbreitete, wurde bewohnt von unseren Vorfahren, welche natürlich ganz anders beschaffen waren als die heutigen Menschen. Ihr Sehen war nicht wie das unsere; sie waren in gewisser Beziehung hellsehend. In der Entwickelung der Atlantier gab es verschiedene Stufen des Sehens. Die letzte Stufe, am Ende der atlantischen Zeit, war wie eine Art Nachklang von viel höheren Stufen. Einen äußeren Gegenstand zum Beispiel konnte der Atlantier erst in der letzten Zeit der Atlantis sehen. Früher war sie so von dichten Wassernebelmassen erfüllt, daß sich die Gegenstände nicht räumlich voneinander abgrenzten. In dieser ersten Zeit der atlantischen Entwickelung war die Art der Wahrnehmung ganz anders. Nicht zuerst den Umriß, die Physiognomie eines Menschen oder eines Gegenstandes sah der alte Atlantier, wenn er sich einem Dinge oder einem Wesen näherte, es stieg vielmehr in ihm ein Farbenbild auf, das nichts mit dem Äußeren zu tun hatte, sondern einen inneren Seelenzustand wiedergab. Farbenbilder sagten ihm, ob ein entgegenkommendes Wesen nützlich oder gefährlich für ihn war. War es zum Beispiel ein Rachegefühl, was der Entgegenkommende für den anderen hatte, so drückte sich ihm dies durch ein entsprechendes Farbenbild aus, und er rannte davon. Nahte sich ein wildes Tier, erkannte er es ebenso, und er konnte sich retten. Die Seelenzustände seiner Umgebung nahm der Atlantier wahr in dieser letzten Phase des Hellsehens. Erst allmählich entwickelt sich daraus das heutige Sehen. Denken Sie sich einen recht nebligen Tag, wie da die Gegenstände verschwimmen. Denken Sie sich an einem solchen Tage die Straßenlaterne, die erst wie ein Punkt auftaucht; dann allmählich unterscheiden Sie die Umrisse. So ganz allmählich lernte der Atlantier sehen. Was der Mensch früher sah, war eine Art astraler Farbe, die er anfänglich noch frei schwebend sah und die sich ihm gleichsam über die Dinge gelegt hat.
[ 20 ] Now let us move on to something else. We know that our Earth has not always been as it is now. Anyone who has studied theosophy for some time knows that our Earth, in its present incarnation, has gone through various stages of development. In the distant past, it was in a molten state. What are now our stones and metals were once present in a dissolved state within this molten Earth. The objection that no humans or other beings could have lived in such intense heat must be answered as follows: The human body was then in a physical state adapted to the conditions of that time; it could live at a temperature even hotter than today’s smelting furnaces. This fiery age of the Earth was followed by a watery age, which we call the Atlantean age. Let us now consider this Atlantean Age. The Atlantean continent, which stretched between present-day Europe and America in the middle of the Atlantic Ocean, was inhabited by our ancestors, who were, of course, quite different in nature from people today. Their vision was not like ours; in a certain sense, they were clairvoyant. In the development of the Atlanteans, there were various stages of vision. The final stage, at the end of the Atlantean era, was like a kind of echo of much higher stages. For example, the Atlantean could see an external object only in the final period of Atlantis. Earlier, the atmosphere was so filled with dense masses of watery mist that objects did not stand out spatially from one another. In this earliest period of Atlantean development, the nature of perception was entirely different. When approaching an object or a being, the ancient Atlantean did not first see the outline or the physiognomy of a person or an object; rather, a color image arose within him that had nothing to do with the exterior, but rather reflected an inner state of the soul. Color images told him whether an approaching being was helpful or dangerous to him. If, for example, the approaching person harbored a feeling of vengeance toward the other, this was expressed to him through a corresponding color image, and he would run away. If a wild animal approached, he recognized it in the same way and was able to save himself. The Atlantean perceived the states of mind of his surroundings in this final phase of clairvoyance. Only gradually did modern vision develop from this. Imagine a very foggy day, how objects become blurred. Imagine, on such a day, a streetlamp that first appears as a dot; then, gradually, you make out its outlines. Just like that, the Atlantean learned to see. What humans used to see was a kind of astral color, which they initially perceived as floating freely and which, as it were, lay over the objects.
[ 21 ] Natürlich war diese andere Art der Wahrnehmung damit verbunden, daß der damalige Mensch ganz anders ausschaute als der heutige. In der letzten Zeit der atlantischen Periode hatte der Mensch zum Beispiel eine weit zurückliegende physische Stirn, über welche der Ätherleib wie eine mächtige Kugel herausragte. Der Punkt hinter der Stirn, zwischen den Augen etwas zurückliegend, war bei physischem Leib und Ätherleib noch nicht zusammenfallend. Dann zogen sich physischer Leib und Ätherleib zusammen, und die Vereinigung dieser beiden Punkte in Ätherleib und physischem Leib war ein wichtiger Moment in der Menschheitsentwickelung. Heute paßt in den Ätherkopf der physische Kopf ungefähr gerade hinein. Beim Pferd ist das noch anders. Aber wie sich dieser Kopf verändert hat beim Menschen, so haben sich auch seine Gliedmaßen verändert. Allmählich bildete sich seine jetzige Körpergestalt heran. Denken Sie sich lebhaft hinein in das Ende der atlantischen Zeit. Wie war das eigentlich damals? Der Mensch nahm wahr in einer Art von Hellsehen die Seelenzustände seiner Umgebung. Denken Sie sich noch einmal diese dichte Nebelatmosphäre, die mit schweren Wasserdünsten durchschwängerte Luft. Die Sonne, die Sterne und alle Gegenstände um Sie her hätten Sie damals in dieser dichten wäßrigen Luft nicht sehen können. Den Regenbogen gab es damals noch nicht, denn der Regenbogen konnte sich noch nicht bilden. Alles war in dichte, schwere Nebelmassen gehüllt. Deshalb spricht die Sage von Niflheim, von einem Nebelheim. Allmählich verdichtete sich das Wasser, das mächtig in der Luft ausgedehnt war, «und die Wasser der Sintflut strömten zur Erde nieder». Damit ist nichts anderes gemeint, als daß sich die mächtigen Nebelmassen zu Wasser verdichteten und als Niederschläge, als Regen herunterfielen. Indem das Wasser sich von der Luft schied, wurde die Luft reiner, und mit dem Reinerwerden der Luft bildete sich die heutige Art des Anschauens heraus. Der Mensch hat sich selbst erst sehen können, als er die Gegenstände um sich her sehen konnte.
[ 21 ] Of course, this different mode of perception was linked to the fact that people at that time looked quite different from people today. In the final phase of the Atlantean period, for example, the human forehead was set far back, over which the etheric body protruded like a massive sphere. The point behind the forehead, set back slightly between the eyes, had not yet coincided with the physical body and the etheric body. Then the physical body and the etheric body drew together, and the union of these two points in the etheric body and the physical body was an important moment in human evolution. Today, the physical head fits roughly right into the etheric head. With the horse, it is still different. But just as this head has changed in humans, so too have their limbs changed. Gradually, their present physical form took shape. Imagine vividly the end of the Atlantean era. What was it actually like back then? Humans perceived the soul states of their surroundings through a kind of clairvoyance. Imagine once more that dense, foggy atmosphere, the air saturated with heavy water vapor. You would not have been able to see the sun, the stars, or any objects around you back then in that dense, watery air. The rainbow did not yet exist, for the rainbow could not yet form. Everything was shrouded in dense, heavy masses of fog. That is why the legend speaks of Niflheim, a “home of fog.” Gradually, the water, which had spread powerfully through the air, condensed, “and the waters of the Flood poured down upon the earth.” This means nothing other than that the massive masses of fog condensed into water and fell as precipitation, as rain. As the water separated from the air, the air became purer, and as the air became purer, the modern way of seeing took shape. Human beings were only able to see themselves once they could see the objects around them.
[ 22 ] Nun weist der physische Leib des Menschen viele Regelmäßigkeiten auf, die von tiefer Bedeutung sind. Eine davon ist die folgende: Wenn Sie eine Kiste fabrizieren würden in den Verhältnissen, daß sich Höhe, Breite und Länge verhalten wie drei Teile zu fünf Teilen zu dreißig Teilen, und wenn dabei die Länge der Körperlänge entspricht, dann finden Sie dieselben Maßverhältnisse im menschlichen Körper. Mit anderen Worten: Es ist damit das Verhältnis einer regelmäßigen Gliederung des menschlichen Leibes angegeben. Damals, als der Mensch den Fluten der Atlantis entstieg, war sein Leib so gebildet, daß er den Maßverhältnissen 3:5:30 entsprach. In schöner Weise ist das in der Bibel ausgedrückt mit den Worten: «Und Gott befahl Noah, einen Kasten zu bauen von dreihundert Ellen Länge, fünfzig Ellen Breite und dreißig Ellen Höhe.» In diesen Maßen der Arche Noah haben wir genau die Maße der Harmonie des menschlichen Leibes.
[ 22 ] Now, the human physical body exhibits many patterns that are of profound significance. One of these is as follows: If you were to construct a box with dimensions such that the height, width, and length are in the ratio of three parts to five parts to thirty parts, and if the length corresponds to the length of the body, then you will find the same proportional relationships in the human body. In other words: This indicates the ratio of a regular structure of the human body. Back when humanity emerged from the floods of Atlantis, the human body was formed in such a way that it corresponded to the proportions 3:5:30. This is beautifully expressed in the Bible with the words: “And God commanded Noah to build an ark three hundred cubits long, fifty cubits wide, and thirty cubits high.” In these dimensions of Noah’s Ark, we have precisely the dimensions of the harmony of the human body.
[ 23 ] Okkulte Zeichen und Sinnbilder sind eben aus dem Wesen der Dinge heraus genommen und zeigen darum, wie wir durch sie in die Verhältnisse der geistigen Welten hineinschauen können.
[ 23 ] Occult signs and symbols are derived from the very essence of things and therefore show us how we can use them to gain insight into the conditions of the spiritual worlds.
