Myths and Legends
Occult Signs and Symbols
GA 101
14 September 1907, Stuttgart
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Myths and Legends, Occult Signs and Symbols, tr. SOL
9. Okkulte Zeichen und Symbole II
9. Occult Signs and Symbols II
in ihrem Zusammenhang mit der astralen und geistigen Welt
in relation to the astral and spiritual worlds
[ 1 ] Wir blieben gestern bei einem Hinweis auf die Arche Noah stehen, und zwar bemerkten wir, daß in den Maßverhältnissen, die sie in Höhe, Breite und Länge hatte, sich die Maßverhältnisse des menschlichen Leibes ausdrückten. Um nun einzusehen, welche Bedeutung diese Arche der religiösen Urkunde der Bibel hat, müssen wir zwererlei betrachten. Wir müssen uns nicht nur klarmachen, welchen Sinn es hat, daß ein Fahrzeug, durch das der Mensch gerettet werden soll, bestimmte Maße hat, die an die Maße des menschlichen Leibes erinnern, es wird auch notwendig sein, sich in jene Zeit der Menschheitsentwickelung zu vertiefen, in der sich die wirklichen Geschehnisse abspielten, auf die in der Geschichte von Noah hingewiesen wird.
[ 1 ] Yesterday we concluded with a reference to Noah’s Ark, noting that its proportions—in height, width, and length—reflected the proportions of the human body. To understand the significance of this ark in the religious narrative of the Bible, we must consider two points. We must not only understand the significance of a vessel intended to save humanity having specific dimensions that resemble those of the human body; it will also be necessary to delve into that period of human development in which the actual events referred to in the story of Noah took place.
[ 2 ] Immer wenn Menschen, die etwas von Okkultismus verstanden haben, in der äußeren Welt irgendeinen Gegenstand schufen, so hatte das einen ganz bestimmten Zweck, eine ganz bestimmte Bedeutung für die menschlichen Seelen. Erinnern Sie sich einmal an die gotischen Kirchen und Dome, an die ganz speziellen Eigentümlichkeiten dieser Bauwerke, die in der ersten Zeit des Mittelalters entstanden sind und sich vom Westen nach Mitteleuropa hin ausgebreitet haben. Diese Kirchen tragen einen ganz bestimmten Baustil, der sich darin ausdrückt, daß die eigenartige Bogenart, die aus zwei oben in eine Spitze auslaufenden Teilen besteht, sich über das Ganze als Stimmung ergießt, daß das Ganze nach oben strebt, daß die Pfeiler eine bestimmte Gestalt haben und so weiter. Ganz unrecht hätte derjenige, der behaupten wollte, solch ein gotischer Dom sei bloß aus äußeren Bedürfnissen hervorgegangen, etwa aus einer gewissen Sehnsucht, ein Gotteshaus zu schaffen, welches dieses oder jenes ausdrücken oder bedeuten soll. Oh nein! Der Gotik liegt etwas viel Tieferes zugrunde. Diejenigen, die die ersten Ideen angaben für das Entstehen der gotischen Bauten in der Welt, waren Kenner des Okkultismus, sie waren bis zu einem gewissen Grade Eingeweihte. Ganz bestimmte Absichten verbanden die großen Führer der Menschheit mit dem Entstehen solcher Bauten, solcher Baustile. Die Gotik, die gotischen Dome und Kirchen, lösen ganz bestimmte Seeleneindrücke aus bei dem, der sie betritt. Es ist, als trete man in eine Art von Hain in diesem hohen gewölbten Dome mit den aufstrebenden Säulen. Der Aufenthalt dort wirkt ganz anders auf die Seele, als wenn Sie zum Beispiel in ein gewöhnliches Haus gehen oder in ein Bauwerk, das eine Renaissance-Kuppel oder eine Kuppel romanischen Stiles hat. Es gehen ganz bestimmte Wirkungen von den Formen aus. Der gewöhnliche Mensch wird sich dessen nicht bewußt, für ihn lebt dies alles im Unbewußten, in seinem Unterbewußtsein. Verstandesmäßig macht der Mensch sich nicht klar, was in seiner Seele vorgeht, wenn er solche Formen um sich hat. Und was da vorgeht, ist je nach der Beschaffenheit seiner Umgebung sehr verschieden. Viele Menschen glauben, daß der Materialismus unserer modernen Zeit davon herrühre, daß so viele materialistische Schriften gelesen werden. Aber der Okkultist weiß, daß dies nur einen geringen Einfluß hat. Das, was das Auge sieht, ist von weit größerer Wichtigkeit, denn es hat Einfluß auf Vorgänge der Seele, die mehr oder weniger im Unbewußten verlaufen. Das hat eine eminent praktische Bedeutung. Und wenn die Geisteswissenschaft einmal in Wahrheit die Seele ergreifen wird, dann wird diese praktische Wirkung auch im Öffentlichen Leben bemerkbar werden. Ich habe öfters schon darauf aufmerksam gemacht, daß es etwas anderes war als heute, wenn man im Mittelalter durch die Straßen ging. Rechts und links, an jeder Häuserfassade trug alles das Gepräge dessen, der es verfertigt hatte. Jeder Gegenstand, alles, was die Menschen umgab, jedes Türschloß, jeder Schlüssel, war aufgebaut aus etwas, worin die Seele des Verfertigers ihre Gefühle verkörperte. Mit Liebe war alles gemacht. Machen Sie sich einmal klar, wie der einzelne Handwerker seine Freude an jedem Stück hatte, wie er seine Seele da hineinarbeitete. In jedem Ding war ein Stück seiner Seele. Und wo in der äußeren Form Seele ist, da strömen auch die Seelenkräfte über auf den, der es sieht und ansieht. Vergleichen Sie das mit einer Stadt von heute. Wo ist heute noch Seele in den Dingen? Da ist ein Schuhwaren-, ein Messergeschäft, ein Metzgerladen, dann ein Bierhaus und so weiter. Nehmen Sie nur unsere Plakatkunst; was für Produkte bringt sie hervor? Eine gräßliche Plakatkunst haben wir! Alt und Jung wandert durch ein Meer solcher scheußlicher Erzeugnisse, die die schlimmsten Kräfte der Seele im Unterbewußtsein auslösen. Die theosophische Erziehungskunst wird darauf aufmerksam machen, daß das, was das Auge sieht, den Menschen tief beeinflußt. Und betrachten Sie gar unsere modernen Witzblätter, was wird da geboten! Das soll keine Kritik sein, sondern nur ein Hinweisen auf Tatsachen. Denn das alles gießt einen Strom von Kräften in die menschliche Seele hinein, die den Menschen hinlenken nach einer gewissen Richtung, die zeitbestimmend sind. Der Geisteswissenschafter weiß, wieviel davon abhängt, ob der Mensch in dieser oder in jener Formenwelt lebt.
[ 2 ] Whenever people who understood something of the occult created any object in the external world, it served a very specific purpose and held a very specific meaning for the human soul. Just think of the Gothic churches and cathedrals, of the very special characteristics of these structures, which were built in the early Middle Ages and spread from the West into Central Europe. These churches feature a very specific architectural style, expressed in the fact that the distinctive type of arch—consisting of two parts that taper to a point at the top—permeates the entire structure as a mood, that the whole structure strives upward, that the pillars have a specific shape, and so on. Anyone who were to claim that such a Gothic cathedral arose merely from external needs—such as a certain longing to create a house of God intended to express or signify this or that—would be quite wrong. Oh no! Something much deeper underlies the Gothic style. Those who provided the initial ideas for the emergence of Gothic buildings in the world were connoisseurs of the occult; they were, to a certain degree, initiates. Very specific intentions connected the great leaders of humanity with the emergence of such buildings, such architectural styles. Gothic architecture, the Gothic cathedrals and churches, evoke very specific spiritual impressions in those who enter them. It is as if one were entering a kind of grove within this high, vaulted dome with its soaring columns. Being there has a very different effect on the soul than, for example, entering an ordinary house or a building with a Renaissance dome or a dome in the Romanesque style. Very specific effects emanate from the forms. The ordinary person is not aware of this; for them, all of this lives in the unconscious, in their subconscious. Intellectually, people do not realize what is going on in their soul when they are surrounded by such forms. And what goes on there varies greatly depending on the nature of their surroundings. Many people believe that the materialism of our modern age stems from the fact that so many materialistic writings are read. But the occultist knows that this has only a minor influence. What the eye sees is of far greater importance, for it influences processes of the soul that take place more or less in the unconscious. This has an eminently practical significance. And once Spiritual Science truly takes hold of the soul, this practical effect will also become noticeable in public life. I have often pointed out that walking through the streets in the Middle Ages was quite different from today. To the right and left, on every house facade, everything bore the imprint of the one who had crafted it. Every object, everything that surrounded people, every door lock, every key, was made of something in which the maker’s soul embodied his feelings. Everything was made with love. Just imagine how the individual craftsman took joy in every piece, how he worked his soul into it. In every thing was a piece of his soul. And where there is soul in the outer form, the soul’s power also flows over to the one who sees and looks upon it. Compare that with a city of today. Where is there still soul in things today? There is a shoe store, a knife shop, a butcher’s shop, then a beer hall, and so on. Just take our poster art; what kind of products does it produce? We have such dreadful poster art! Old and young wander through a sea of such hideous creations that trigger the worst forces of the soul in the subconscious. Theosophical educational art will point out that what the eye sees deeply influences people. And just look at our modern humor magazines—what is offered there! This is not meant to be a criticism, but merely a pointing out of facts. For all of this pours a stream of forces into the human soul that steer people in a certain direction, forces that shape the times. The Spiritual Science expert knows how much depends on whether a person lives in this or that world of forms.
[ 3 ] Um die Mitte des Mittelalters entstand längs des Rheines jene merkwürdige religiöse Bewegung, welche man die deutsche Mystik nennt. Eine ungeheure Vertiefung und Verinnerlichung ging von den führenden Geistern der christlichen Mystik aus, von Meister Eckhart, Tauler, Suso, Ruysbroek und anderen, die man «Pfaffen» nannte. Im 13. und 14. Jahrhundert hatte der Name «Pfaffe» noch nicht die Bedeutung wie heute, er war noch etwas Verehrungswürdiges. Man nannte den Rhein damals die «große Pfaffengasse Europas». Und wissen Sie, wo diese große Vertiefung und Verinnerlichung des menschlichen Gemütes, diese frommen Gefühle, die eine innige Vereinigung mit den göttlichen Wesenskräften suchten, erzeugt worden sind? Sie sind heranerzogen worden in den gotischen Domen mit ihren Spitzbogen, Pfeilern und Säulen. Das hat diese Seelen erzogen. So stark wirkt das Gesehene. Was der Mensch sieht, was hineingegossen wird in seine Seele aus seiner Umgebung, das wird in ihm eine Kraft. Danach formt er sich selbst - bis in seine nächste Inkarnation.
[ 3 ] Around the middle of the Middle Ages, a remarkable religious movement known as German mysticism emerged along the Rhine. A tremendous deepening and internalization emanated from the leading figures of Christian mysticism—Meister Eckhart, Tauler, Suso, Ruysbroek, and others—who were called “Pfaffen.” In the 13th and 14th centuries, the name “Pfaffe” did not yet carry the connotation it does today; it was still something worthy of reverence. At that time, the Rhine was called the “great priestly avenue of Europe.” And do you know where this great deepening and internalization of the human soul, these pious feelings that sought an intimate union with the divine forces of being, were generated? They were nurtured in the Gothic cathedrals with their pointed arches, pillars, and columns. That is what shaped these souls. That is how powerfully what is seen affects us. What a person sees, what is poured into their soul from their surroundings, becomes a force within them. They then shape themselves accordingly—right into their next incarnation.
[ 4 ] Wir wollen uns das hier einmal schematisch aus der EntwickeJung des Menschen heraus vor die Seele stellen. Ein Baustil wird nicht erfunden, er wird in einer Zeit herausgeboren aus den großen Gedanken der Eingeweihten; sie lassen ihn einfließen in die Welt. Die Bauwerke entstehen, sie wirken auf die Menschen; die menschlichen Seelen nehmen in sich etwas auf von der in diesen Formen lebenden spirituellen Kraft. Das, was die Seele aufgenommen hat durch das Anschauen der Bauformen - zum Beispiel der Gotik -, das tritt hervor in der Stimmung der Seelen: inbrünstige Seelen werden entstehen, die zum Hohen aufblicken. Vor einigen Jahrhunderten haben Menschen das, was in der Gotik lebte, in sich aufgenommen. Und jetzt verfolgen wir diese Menschen einige Jahrhunderte weiter, die in der Seele die Kraft dieser Bauformen aufgenommen haben - sie zeigen nun in ihrer nächsten Inkarnation den Ausdruck dieser inneren Gemütsverfassung in ihrer Physiognomie, in ihren Antlitzen. Die Seelen der Menschen haben die Gesichter gebildet. So erkennt man, warum solche Künste geübt werden. Weit, weit hinaus in ferne Zukunft der Menschheit sehen die Eingeweihten. Deshalb formen sie in einer bestimmten Zeit äußere Kunstformen, äußere Baustile im großen. So wird in die Menschenseele der Keim für zukünftige Menschheitsepochen gelegt.
[ 4 ] Let us try to visualize this schematically in terms of human development. An architectural style is not invented; it is born in a given era out of the great thoughts of the initiates, who allow it to flow into the world. The buildings arise; they have an effect on people; human souls absorb something of the spiritual power living within these forms. What the soul has absorbed by beholding the architectural forms—for example, the Gothic—emerges in the mood of the souls: fervent souls will arise who look up to the Highest. Centuries ago, people absorbed what lived in Gothic architecture. And now we follow these people a few centuries further; having absorbed the power of these architectural forms into their souls, they now express this inner state of mind in their physiognomy, in their faces, in their next incarnation. The souls of human beings have shaped the faces. Thus one recognizes why such arts are practiced. The initiates look far, far into the distant future of humanity. That is why, at a specific time, they shape external art forms, external architectural styles on a grand scale. Thus the seed for future epochs of humanity is planted in the human soul.
[ 5 ] Wenn Sie sich das so recht vor Augen halten, dann werden Sie auch begreifen, was sich damals am Ende der atlantischen Zeit abspielte. Versetzen wir uns noch einmal in die Zeit hinein, als das Ende, der Untergang der Atlantis hereinbrach. Es gab ja zu jener Zeit noch keine Luft wie heute, die Luft- und Wasserverteilung war noch eine ganz andere; Nebelmassen umgaben die Atlantis. Die Nebel verdichteten sich zu Wolken, und als strömender Regen ergoß sich die Sintflut über das Land. Ganz allmählich muß man sich den Untergang der Atlantis vorstellen. Das spielte sich nicht in kurzen Zeiträumen ab, es war ein Prozeß, welcher Jahrtausende dauerte. Mit der Änderung der äußeren Lebensverhältnisse veränderte sich auch der Mensch selbst. Vorher nahmen die Menschen wahr durch eine Art von Hellsehen. Und als die Regenströme auftraten, mußten die Menschen sich nach und nach an eine ganz neue Lebensweise gewöhnen, an ein neues Anschauen, eine neue Art von Wahrnehmen. Verändern mußten sich die Körper der Menschen. Sie würden staunen, wenn Sie die atlantischen Menschen einmal aufgezeichnet sehen würden, wie verschieden sie von den heutigen Menschen waren. Aber glauben Sie ja nicht, daß diese Umwandlung von selbst geschah. Der menschliche Leib mit seinen Sinnesorganen hat sich erst nach und nach herausgebildet. Die menschlichen Seelenkräfte mußten durch lange Zeiten hindurch an diesen menschlichen Leibern arbeiten und so wirken, wie ich es vorhin an dem einfachen Beispiel geschildert habe. Erst sieht der Mensch die Bauformen, sie wirken auf sein Gemüt, und das Gemüt wirkt wiederum in einem späteren Leben auf die Physiognomie, auf das Antlitz des Menschen.
[ 5 ] If you really take this to heart, you will also understand what happened back then at the end of the Atlantean era. Let us transport ourselves back to the time when the end, the downfall of Atlantis, was upon us. At that time, there was no air as we know it today; the distribution of air and water was quite different; masses of fog surrounded Atlantis. The fog condensed into clouds, and the deluge poured down upon the land as torrential rain. One must create a mental image of the downfall of Atlantis as a very gradual process. It did not take place over short periods of time; it was a process that lasted millennia. As external living conditions changed, so too did human beings themselves. Previously, people perceived the world through a kind of clairvoyance. And when the torrential rains began, people had to gradually accustom themselves to an entirely new way of life, a new way of seeing, a new mode of perception. Human bodies had to change. You would be amazed if you ever saw depictions of the Atlanteans, how different they were from people today. But do not believe for a moment that this transformation happened of its own accord. The human body, with its sensory organs, developed only gradually. The human soul forces had to work on these human bodies over long periods of time and act in the way I described earlier using the simple example. First, the human being perceives the forms of architecture; they affect his or her mind, and the mind, in turn, influences the physiognomy—the human face—in a later life.
[ 6 ] Als die atlantische Zeit überging in die nachatlantische Zeit, formte sich erst die Seele des Menschen um und modelte danach seinen Leib um. Wir wollen uns noch weiter dahinein vertiefen. Stellen wir uns einen recht alten Atlantier vor; er hatte noch hellseherisches Bewußtsein, und das hing zusammen mit der Umgebung, in der er lebte, mit der nebelerfüllten Atmosphäre. Dadurch stellten sich ihm die Dinge nicht in fest umrissenen Grenzen dar. Es waren mehr Farbenbilder, die vor ihm auftauchten, Fluten von Farben, die durcheinanderwogten und die ihm die Seelenzustände der Menschen anzeigten. Statt des Gegenstandes, der ihm nahte, nahm der atlantische Mensch eine Lichtform wahr, eine blaue für Liebe, eine rote für Leidenschaft, Zorn und so weiter. Um ihn herum breiteten sich die Seelenkräfte aller Menschen aus. Wenn dieser Zustand fortgedauert hätte, niemals hätte der Mensch seinen jetzigen Leib erlangen können. Als die Luft frei wurde vom Wasser und die Gegenstände immer klarer und deutlicher hervortraten und ihre jetzigen Begrenzungen bekamen, war die Zeit gekommen, wo die Seele des Menschen neue Eindrücke empfangen mußte. Und nach diesen Eindrücken formte sie ihren Leib. Denn nach dem, was Sie denken und fühlen, formen Sie Ihren Leib. Was mußte nun die Menschenseele erleben, als sie sich aus der atlantischen Wasserlandschaft hinausrettete in die neue Luftlandschaft, damit der Leib seine heutige Form bilden konnte? Die Menschenseele mußte von einer solchen Form umgeben sein, die eine bestimmte Länge, eine bestimmte Breite und eine bestimmte Tiefe hatte, damit sich der Leib danach formte. Diese Form wurde ihm tatsächlich gegeben durch das, was die Bibel die Arche Noah nennt. Wie die Stimmung der Mystik sich aus der Form der gotischen Dome gebildet hat und der Hellseher nachweisen könnte, welche Gesichter sich danach gebildet haben, so bildeten sich die Leiber der Menschen der alten Atlantis nach und nach um, weil tatsächlich die Menschen in Fahrzeugen lebten, die sie unter dem Einflusse von großen Eingeweihten nach den Maßen gebaut hatten, wie die Bibel die Arche Noah beschreibt. Das Leben in der Zeit der alten Atlantis war eine Art von Wasser- oder Seeleben, wo die Menschen zum größten Teile auf Fahrzeugen auf dem Wasser lebten und sich erst allmählich an das Leben auf dem Lande gewöhnten. Denn die alte Atlantis war nicht nur von einer Wassernebelluft umgeben, ein großer Teil der Atlantis war von der See bedeckt. Der Mensch lebte in diesen Fahrzeugen, damit sein Leib so gebaut werden konnte, wie er heute ist. Das ist das tiefe Mysterium der Arche Noah. Wenn man aus der Bibel wiederum die Tiefe ihrer geheimwissenschaftlichen Bedeutung herauszulesen versteht, dann breitet sich über diese Urkunde ein Glanz von Weisheit und unendlicher Erhabenheit aus. Der Mensch lebte auf Fahrzeugen, weil ihm der Eindruck der Abgeschlossenheit in seiner Haut werden mußte. So wirkten die Eingeweihten durch die Jahrtausende auf die Erziehung des Menschen. Was Ihnen in den religiösen Urkunden entgegentritt, ist eben tief herausgeholt aus der okkulten Wirklichkeit.
[ 6 ] As the Atlantean era gave way to the post-Atlantean era, the human soul first transformed itself and then reshaped the body accordingly. Let us delve even deeper into this. Let us imagine a rather elderly Atlantean; he still possessed clairvoyant consciousness, which was connected to the environment in which he lived, to the mist-filled atmosphere. As a result, things did not appear to him within clearly defined boundaries. Rather, images of color arose before him—floods of color surging in confusion—which revealed to him the states of people’s souls. Instead of the object approaching him, the Atlantean perceived a form of light—a blue one for love, a red one for passion, anger, and so on. The soul forces of all people spread out around him. If this state had continued, humanity would never have been able to attain its present physical body. When the air was freed from the water and objects emerged ever more clearly and distinctly, taking on their present contours, the time had come for the human soul to receive new impressions. And according to these impressions, it shaped its body. For according to what you think and feel, you shape your body. What, then, did the human soul have to experience as it rescued itself from the Atlantean water landscape into the new air landscape, so that the body could take on its present form? The human soul had to be surrounded by a form that had a certain length, a certain width, and a certain depth, so that the body could shape itself accordingly. This form was indeed given to it by what the Bible calls Noah’s Ark. Just as the mood of mysticism was shaped by the form of the Gothic cathedrals and a clairvoyant could demonstrate which faces were formed in accordance with them, so the bodies of the people of ancient Atlantis gradually transformed, because people actually lived in vessels that they had built under the influence of great initiates according to the dimensions described in the Bible for Noah’s Ark. Life in the time of ancient Atlantis was a kind of aquatic or maritime life, where people lived for the most part on vessels on the water and only gradually became accustomed to life on land. For ancient Atlantis was not only surrounded by a misty, watery atmosphere; a large part of Atlantis was covered by the sea. Man lived in these vessels so that his body could be built as it is today. This is the profound mystery of Noah’s Ark. If one is able to read the depth of its esoteric significance from the Bible, then a radiance of wisdom and infinite sublimity spreads over this text. Human beings lived on vessels because the sense of being enclosed within their own skin had to become ingrained in them. Thus, the initiates worked over the millennia to shape human development. What you encounter in the religious texts is drawn directly from the depths of occult reality.
[ 7 ] Ein anderes Sinnbild finden wir im ersten Kapitel der Bibel, in der Genesis: das Sinnbild der Schlange. Und in den römischen Katakomben tritt uns vielfach das Zeichen des Fisches entgegen. Es ist überliefert, daß dieser Fisch, der immer wiederkehrt als Abbildung, das Christliche oder Christus selber bedeute. Wenn jemand nachdenken wollte über diese Sinnbilder, so könnte er wahrscheinlich viel Geistreiches zutage fördern, aber das wäre nur Spekulation; und wir wollen es nur mit Wirklichkeiten zu tun haben. Auch diese Abbildungen sind aus der geistigen Welt heraus gegeben. Wenn Sie mir ein paar Minuten folgen wollen in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit, dann werden Sie sehen, welche Wahrheiten in diesen Symbolen der Schlange und des Fisches enthalten sind.
[ 7 ] We find another symbol in the first chapter of the Bible, in Genesis: the symbol of the serpent. And in the Roman catacombs, we frequently encounter the sign of the fish. It is said that this fish, which appears repeatedly as an image, signifies Christianity or Christ himself. If one were to reflect on these symbols, one could probably uncover many profound insights, but that would be mere speculation; and we wish to deal only with realities. These images, too, have been given to us from the spiritual world. If you will follow me for a few minutes through the history of human development, you will see what truths are contained in these symbols of the serpent and the fish.
[ 8 ] Erinnern wir uns noch einmal daran, daß die Erde ebenso verschiedene Verkörperungen durchgemacht hat wie der Mensch. Sie wissen, daß sie einstmals Saturn, Sonne, Mond gewesen ist, bevor sie Erde wurde. Der menschliche Leib war schon vorhanden auf den verschiedenen planetarischen Zuständen, sein Ich aber hat der Mensch erst auf der Erde aufgenommen. Wir wollen uns nun ein wenig anschauen, wie diese Erde aussah, als sie noch in ihrer ersten Verkörperung war, als sie noch Saturn war. So etwas wie Felsen und Ackererde gab es damals noch nicht. Der menschliche physische Körper war zwar vorhanden, aber ganz fein; erst nach und nach hat er sich verdichtet zu der heutigen fleischlichen Gestalt.
[ 8 ] Let us recall once again that the Earth has undergone just as many incarnations as human beings. You know that it was once Saturn, the Sun, and the Moon before it became the Earth. The human body already existed in the various planetary states, but it was only on Earth that human beings acquired their I. Let us now take a brief look at what this Earth looked like when it was still in its first incarnation, when it was still Saturn. There were no rocks or arable soil at that time. The human physical body did exist, but it was very subtle; only gradually did it condense into the physical form we see today.
[ 9 ] Wenn wir die heutigen Stoffe um uns herum betrachten, so finden wir, daß sie verschiedene Zustände haben, feste, flüssige, gasförmige. Im Okkultismus nennt man alle festen Körper «Erde», unter «Wasser» versteht man alle flüssigen Stoffe und unter «Luft» alles Luftförmige, Gasförmige. Noch feiner als die anderen Zustände ist das «Feuer», die Wärme. Der heutige Physiker wird das ja freilich nicht gelten lassen. Aber der Okkultist weiß, daß das «Feuer» in der Tat etwas ist, was mit Erde, Wasser, Luft sich vergleichen läßt, es ist nur ein noch feinerer Zustand. Wo Sie Wärme empfinden, da ist etwas vorhanden, was noch feiner ist als die Luft. Von dem, was wir im okkulten Sinne als Erde, Wasser und Luft bezeichnen, war auf dem Saturn gar nichts vorhanden. Diese festen, körperhaften Zustände entstanden erst auf der Sonne, dem Mond und der Erde. Der dichteste Zustand auf dem Saturn war Wärme oder «Feuer». Darin lebte der Menschenkörper, und der Ring, der den Saturn umgab - jeder Saturn hat nämlich einen Ring -, das sind eigentlich zurückgeworfene Spiegelbilder, Aussonderungen vom Feuer. Das näher auszuführen, würde uns heute zu sehr von unserem Thema entfernen.
[ 9 ] When we look at the materials around us today, we find that they exist in different states: solid, liquid, and gaseous. In occultism, all solid bodies are called “earth”; “water” refers to all liquid substances; and “air” refers to everything gaseous. Even finer than the other states is “fire,” or heat. Today’s physicists, of course, will not accept this. But the occultist knows that “fire” is indeed something comparable to earth, water, and air; it is simply an even finer state. Wherever you feel heat, there is something present that is even finer than air. Of what we call earth, water, and air in the occult sense, there was absolutely nothing present on Saturn. These solid, corporeal states first arose on the Sun, the Moon, and the Earth. The densest state on Saturn was heat or “fire.” The human body lived within this, and the ring surrounding Saturn—for every Saturn has a ring—are actually reflected images cast back, emanations from the fire. To elaborate on this further would take us too far from our topic today.
[ 10 ] Gehen wir nun vom Saturn zur Sonne über; da tritt zu dem Feuer die Luft hinzu. Auf der Sonne war der dichteste Zustand Luft. Es war eine Art Luftsonne. Der Mensch war auf der Sonne ein Luftwesen und wurde dazumal imprägniert mit dem Ätherleib. Es gab keine anderen als Luftwesen. Man hätte durch diese Luftmenschen hindurchgehen können, denn sie waren «durchdringlich», wie die Luft ist. Man könnte sie mit einer Fata Morgana vergleichen, so leicht, so flüchtig waren sie. Freilich war die Luft auf der alten Sonne dichter als die heutige. - Auf dem alten Monde entstand zuerst der wäßrige Zustand, und alles, was auf diesem Mond lebte, bildete sich durch eine Verdichtung des Wassers. Quallen und Schleimtiere, wie sie auch heute noch zu sehen sind, geben uns eine Vorstellung von diesen Wasserwesen. So waren damals alle physischen Körper beschaffen, und nur physische Körper dieser Art waren imstande, einen Astralleib in sich aufzunehmen. Die Entwickelung ging nun allmählich weiter. So hängen diese Dinge zusammen, der Mensch und die Erde, denn der Mensch gehört zu seinem Planeten. Und nun betrachten wir den Sinn dieser planetarischen Entwickelung. Auf dem Saturn war erst der Keim, die Anlage zum physischen Leibe vorhanden. Auf der Sonne trat der Ätherleib hinzu, auf dem Monde der Astralleib. Auf dem Monde geschah aber noch etwas anderes. Der alte Mond spaltete sich in zwei Körper, in eine Art verfeinerte alte Sonne und den eigentlichen alten Mond. Der Mensch, der damals auf dem alten Monde blieb, war im Grunde genommen ein viel schlechteres Wesen als der heutige Mensch, er war viel niedriger in seiner Entwickelung, denn der Astralleib war auf dem alten Monde voller wütender Leidenschaften. Erst viel später, als das Ich hinzukam, begann die Läuterung des Astralleibes.
[ 10 ] Let us now move from Saturn to the Sun; there, air is added to the fire. On the Sun, the densest state was air. It was a kind of air-sun. On the Sun, the human being was an air-being and was imbued at that time with the etheric body. There were no beings other than air-beings. One could have walked right through these air-beings, for they were “permeable,” just as air is. One could compare them to a mirage, so light and fleeting were they. Of course, the air on the ancient Sun was denser than it is today. — On the ancient Moon, the watery state arose first, and everything that lived on this Moon was formed through a condensation of water. Jellyfish and slime molds, as they can still be seen today, give us a mental image of these water beings. Such was the nature of all physical bodies at that time, and only physical bodies of this kind were capable of taking on an astral body. Development then continued gradually. Thus these things are connected—humanity and the Earth—for humanity belongs to its planet. And now let us consider the meaning of this planetary development. On Saturn, only the seed, the predisposition for the physical body, was present. On the Sun, the etheric body was added; on the Moon, the astral body. But something else happened on the Moon. The ancient Moon split into two bodies: a kind of refined ancient Sun and the actual ancient Moon. The human being who remained on the old Moon at that time was, in essence, a far inferior being compared to today’s human; he was much lower in his development, for the astral body on the old Moon was filled with raging passions. It was not until much later, when the ego was added, that the purification of the astral body began.
[ 11 ] Dazu war eine weitere Entwickelung notwendig: Der Mond mußte wiederum zusammenfallen mit der Sonne; die beiden Körper, alter Mond und Sonne, mußten wieder ein Körper werden. [Lücken in den Nachschriften.] Die hohen Wesenheiten, die auf der abgetrennten Sonne lebten, hatten sich vom Monde trennen müssen, um in ihrer eigenen Entwickelung weiterkommen zu können. Nun aber mußten diese auf dem Monde zurückgebliebenen Wesen, die sich dort weiter verfestigt hatten, gerettet werden; deshalb mußte sich die Sonne mit dem Monde wieder vereinigen.
[ 11 ] This required a further development: the Moon had to merge with the Sun once more; the two bodies, the old Moon and the Sun, had to become one body again. [Gaps in the transcripts.] The high beings who lived on the separated Sun had had to separate from the Moon in order to advance in their own development. Now, however, these beings who had remained on the Moon and had further solidified there had to be saved; therefore, the Sun had to reunite with the Moon.
[ 12 ] Fragen wir uns nun, was geschehen wäre, wenn Sonne und Mond sich nicht wieder vereinigt hätten, wenn sie sich separat weiterentwickelt hätten. Dann hätte der Mensch niemals seine heutige Gestalt erhalten können. Wäre der alte Mond seinen Weg allein gegangen, hätte er nicht durch seine Wiedervereinigung mit der Sonne neue Kräfte schöpfen können, dann wäre das höchste Wesen, das er je hätte hervorbringen können, etwa wie die heutigen Schlangen gewesen. Die Sonnenwesen dagegen, sie hätten - wenn sie allein geblieben wären - als höchstes die Gestalt des Fisches erreichen können. Die Fischgestalt ist der äußere Ausdruck für Wesen, die viel höher stehen als der Mensch. Die Fischgruppenseele steht tatsächlich auch heute sehr hoch; die äußere Gestalt ist aber etwas ganz anderes als die Seele. Woher ist also jenen Wesen des alten Mondes die Kraft gekommen, sich über die Schlange zu erheben? Von den Wesenheiten der Sonne ist ihnen diese Kraft gekommen. Und die Reinheit des Sonnenzustandes jener hohen Wesen drückt sich materiell in der Fischgestalt aus, denn das ist die höchste materielle Gestalt, die von den Wesenheiten der alten Sonne erlangt werden kann.
[ 12 ] Let us now ask ourselves what would have happened if the Sun and the Moon had not reunited, if they had continued to evolve separately. Then human beings would never have been able to attain their present form. If the old Moon had gone its own way, it would not have been able to draw new strength from its reunion with the Sun; then the highest being it could ever have produced would have been something like today’s snakes. The solar beings, on the other hand, if they had remained alone, would have been able to attain, at most, the form of a fish. The fish form is the outer expression of beings who stand much higher than human beings. The fish group soul indeed stands very high even today; but the outer form is something quite different from the soul. Where, then, did those beings of the ancient Moon obtain the power to rise above the serpent? This power came to them from the beings of the Sun. And the purity of the solar state of those high beings is expressed materially in the form of a fish, for that is the highest material form that can be attained by the beings of the ancient Sun.
[ 13 ] Christus, der Sonnenheld, der die ganze Kraft der Sonne auf die Erde verpflanzt hat, wird ja durch das Zeichen des Fisches symbolisiert. Jetzt werden Sie verstehen, mit welch tiefer Intuition das esoterische Christentum die Bedeutung der Fischgestalt erfaßt hat; sie ist ihm das äußere Sinnbild der Sonnenkraft, der Kraft des Christus. Wohl ist der Fisch äußerlich ein unvollkommenes Wesen, aber er ist nicht so tief hinuntergestiegen in die Materie; wenig nur ist er von Ichsucht durchzogen.
[ 13 ] Christ, the Sun Hero who brought the full power of the sun to Earth, is symbolized by the sign of the fish. Now you will understand with what deep intuition esoteric Christianity has grasped the significance of the fish figure; to it, the fish is the outward symbol of the power of the sun, the power of Christ. True, the fish is outwardly an imperfect being, but it has not descended so deeply into matter; it is only slightly permeated by selfishness.
[ 14 ] Für den Okkultisten ist die Schlange das Symbolum der Erde, wie sie sich aus dem alten Monde entwickelt hat, und der Fisch ist das Symbolum des Geistwesens der alten Sonne. Unsere Erde mit ihren festen Substanzen hat in der Schlange ihr tiefstes Wesen symbolisiert, das Erdenwesen. Das, was sich als wäßrige Substanz abgesondert hat, zeigt sich symbolisiert im Fisch. Dem Okkultisten erscheint der Fisch wie etwas, das aus dem Wasser herausgeboren ist. Was ist nun aus der Luft herausgeboren, was aus dem Feuer? Das sind Gebiete, auf denen schwer zu folgen ist. Einige Andeutungen wenigstens sollen hier gegeben werden.
[ 14 ] For the occultist, the serpent is the symbol of the Earth as it evolved from the ancient Moon, and the fish is the symbol of the spiritual being of the ancient Sun. Our Earth, with its solid substances, has symbolized its deepest essence—the Earth being—in the serpent. That which has separated as an aqueous substance is symbolized by the fish. To the occultist, the fish appears as something born out of water. What, then, is born out of air, and what out of fire? These are areas that are difficult to follow. At least a few hints should be given here.
[ 15 ] Wie hat es damals ausgeschaut, als die Erde sich eben aus dem Saturnzustande zu dem Sonnenzustande hinüberentwickelt hatte? Der Mensch war eine Art Luftwesen; Tod und Sterben im heutigen Sinne kannte er nicht. Er wandelte sich um. Machen wir uns einmal in einer schematischen Zeichnung klar, wodurch der Mensch in das heutige Bewußtsein von Tod und Sterben hineingekommen ist. Als die Erde sich vom Saturn- zum Sonnenzustande hinüberentwickelt hatte, lebte die Seele des Menschen noch in der die Sonne umgebenden Atmosphäre, aber sie stand in Beziehung zu dem, was unten als Körper war. Wie heute in der Nacht während des Schlafes der Astralleib des Menschen zum physischen Körper gehört, auch wenn er hinausgeschlüpft ist, so war es auch auf dem alten Saturn und der alten Sonne, nur schlüpfte die Seele dazumal niemals hinein in den physischen Leib. Wohl gehörte zu einem bestimmten Leibe schon eine Seele, die ein geistiges Bewußtsein hatte, aber sie dirigierte den Leib von außen. Sie müssen sich das so vorstellen: Etwas «Äußeres» war die Seele. Dieser Leib war noch nicht dem Gesetze des Todes unterworfen. Die Menschen wußten noch nichts vom Sterben. Anders vollzog sich Wachstum und Absterben, als das heute der Fall ist. Der Leib verlor gewisse Teile, aber es setzten sich neue Teile wieder an. Etwa so wie heute Hunger und Ernährung zusammenhängen, so spielte sich damals dieses Verhältnis des Zerstörens und Wiederansetzens des physischen Leibes ab. Lange Zeiten hindurch lebte die Seele so fort, während der Leib sich verwandelte. Kein Sterben, keinen Tod gab es damals. Allerdings von einem gewissen Zeitpunkte des Sonnenzustandes fing es an, daß die Menschenseele sich zuerst einen bestimmten Leib bildete, das heißt, sie bildete ihn in immer andere, verschiedene Formen um. Zuerst wurde ein Leib von bestimmter Form gebildet, dann verwandelte sie diese Form in eine andere, wieder in eine andere und in eine vierte; und darauf kam sie wieder auf den ersten Zustand zurück. Der Mensch behielt solange dasselbe Bewußtsein. Die Formen wechselten; und wenn die Menschenseele wieder in die erste Form zurückkam, nachdem sie die drei anderen Zustände durchlebt hatte, dann fühlte sie sich neu verkörpert. Erhalten sehen Sie diesen Entwickelungsprozeß beim Schmetterling, der sich in vier Formen verwandelt: Ei, Raupe, Puppe, Schmetterling. Der Schmetterling ist die Hieroglyphe, das Zeichen für den Luftzustand des Menschen auf der alten Sonne. Der heutige Schmetterling, der unter ganz veränderten Verhältnissen lebt, ist freilich eine Dekadenzform dieser Zustände. Der Schmetterling ist ein Symbolum für den Luftzustand, über den der Mensch hinausgeschritten ist. Deshalb wird er im Okkultismus als Luftwesen bezeichnet, wie die Schlange als Erdenwesen und der Fisch als Wasserwesen bezeichnet werden. Weshalb die Vögel nicht als Luftwesen bezeichnet werden, soll später einmal dargestellt werden.
[ 15 ] What was it like back then, when the Earth had just evolved from the Saturn state to the Sun state? Human beings were a kind of airy being; they knew nothing of death and dying in the modern sense. They simply transformed. Let us use a schematic drawing to clarify how humanity came to have the modern consciousness of death and dying. When the Earth had evolved from the Saturn state to the Sun state, the human soul still lived in the atmosphere surrounding the Sun, but it was connected to what was below as the body. Just as today, during sleep at night, the human astral body belongs to the physical body even when it has slipped out of it, so it was also on ancient Saturn and the ancient Sun; only, back then, the soul never slipped into the physical body. A soul possessing spiritual consciousness did indeed belong to a particular body, but it directed the body from the outside. You must have in your mind the mental image of the soul as something “external.” This body was not yet subject to the law of death. People knew nothing yet of dying. Growth and decay took place differently than is the case today. The body lost certain parts, but new parts grew back. Much as hunger and nourishment are related today, so did this process of destruction and regeneration of the physical body take place back then. For long periods, the soul continued to live in this way while the body underwent transformation. There was no dying, no death back then. However, from a certain point in the Sun stage, the human soul began first to form a specific body, that is, it transformed it into ever-changing, different forms. First, a body of a certain form was formed; then it transformed this form into another, then into yet another, and into a fourth; and thereafter it returned to the first state. The human being retained the same consciousness throughout. The forms changed; and when the human soul returned to the first form after having lived through the three other states, it felt newly incarnated. You can observe this process of development in the butterfly, which transforms into four forms: egg, caterpillar, chrysalis, butterfly. The butterfly is the hieroglyph, the symbol for the human’s air state on the ancient Sun. Today’s butterfly, which lives under entirely different conditions, is, of course, a degenerate form of these states. The butterfly is a symbol of the air state that humanity has transcended. That is why it is referred to in occultism as an air being, just as the snake is referred to as an earth being and the fish as a water being. Why birds are not referred to as air beings will be explained later.


[ 16 ] Nun gehen wir zurück auf den ersten Saturnzustand, wo der Mensch ein geistig-seelisches Wesen war, das überhaupt immer denselben Leib hatte, das sich unsterblich wußte auf niederer Stufe und seinen Leib fortwährend umwandelte. Dieser Zustand ist uns noch erhalten geblieben bei einem Wesen, das in seinem Gemeinschaftsleben ein ganz eigentümliches ist, und das, wenn man es als Gruppenseele betrachtet, in gewisser Beziehung höher steht als der Mensch. Ich meine die Biene. Der ganze Bienenstock muß anders betrachtet werden als die einzelne Biene. Der Bienenstock - nicht die einzelne Biene - hat ein geistiges Wesen, das in gewisser Beziehung übereinstimmt mit dem Wesen des Menschen auf dem einstigen Saturn auf niederer Stufe, das der Mensch auf höherer Stufe wiederum erreichen wird auf der Venus. Der Bienenleib ist auf der alten Saturnstufe stehengeblieben. Wir müssen wohl unterscheiden: Bienenstock und einzelne Biene. Die Seele des Bienenstockes ist keine gewöhnliche Gruppenseele, sondern ein besonderes Wesen für sich. Die einzelne Biene hat in der Form dasjenige bewahrt, was der Menschenleib auf dem Saturn durchgemacht hat. Der Geist des Bienenstockes steht höher als der Geist des einzelnen Menschen, er hat heute schon ein Venus-Bewußtsein. Die Biene ist das Symbolum des Geistesmenschen, der nichts von Sterblichkeit weiß. Die Geistigkeit, die der Mensch hatte, als der Planet sich noch in feurigem Zustande befand [Saturn], wird er auf höherer Stufe wiederum erreichen, wenn der Planet als Venus wieder feurig sein wird. Deshalb wird die Biene im Okkultismus als Wärme- oder Feuerwesen bezeichnet.
[ 16 ] Now let us return to the first Saturn state, where human beings were spiritual-soul beings who always had the same body, knew themselves to be immortal on a lower level, and continually transformed their bodies. This state has been preserved for us in a being that is quite unique in its communal life and which, when viewed as a group soul, stands in a certain sense higher than the human being. I am referring to the bee. The entire beehive must be viewed differently from the individual bee. The beehive—not the individual bee—possesses a spiritual being that, in a certain respect, corresponds to the nature of human beings on the former Saturn at a lower stage, a stage that humanity will once again attain on Venus at a higher level. The bee’s body has remained at the old Saturn stage. We must make a clear distinction: the beehive and the individual bee. The soul of the beehive is not an ordinary group soul, but a special being in its own right. The individual bee has preserved in its form what the human body underwent on Saturn. The spirit of the beehive stands higher than the spirit of the individual human; it already possesses a Venusian consciousness today. The bee is the symbol of the Spirit-Man who knows nothing of mortality. The spirituality that humans possessed when the planet was still in a fiery state [Saturn] will be attained again on a higher level when the planet, as Venus, becomes fiery once more. That is why the bee is referred to in occultism as a being of warmth or fire.
[ 17 ] Es ist sehr interessant, einen Parallelismus zu verfolgen, von dem die physische Wissenschaft nicht viel sagen kann. Was hat denn der heutige Mensch vom Saturnzustand noch in sich? Die Wärme! Die Blutwärme. Was damals im ganzen Saturn verteilt war - die Wärme -, das hat sich herausgelöst und bildet heute das warme Blut des Menschen und der Tiere. Wenn Sie die Temperatur eines Bienenstockes untersuchen, so finden Sie ungefähr dieselbe Temperatur, wie sie das menschliche Blut hat. Der ganze Bienenstock entwickelt also eine Temperatur, die der Bluttemperatur des Menschen entspricht, und die auf dieselbe Entwickelungsstufe zurückgeht wie das menschliche Blut. Daher bezeichnet der Okkultist die Biene als aus der Wärme herausgeboren, als Wärmewesen, wie er den Schmetterling bezeichnet als aus Luft geboren, als Luftwesen, den Fisch als Wasserwesen und die Schlange als Erdenwesen.
[ 17 ] It is very interesting to trace a parallel that physical science cannot explain very well. What, then, does modern humanity still possess from the Saturn state? Heat! The warmth of the blood. What was once distributed throughout Saturn—the heat—has separated out and now forms the warm blood of humans and animals. If you measure the temperature of a beehive, you will find it is roughly the same as that of human blood. The entire beehive thus develops a temperature corresponding to the temperature of human blood, and one that dates back to the same stage of development as human blood. That is why the occultist describes the bee as born of warmth, as a being of warmth, just as he describes the butterfly as born of air, as a being of air, the fish as a being of water, and the snake as a being of earth.
[ 18 ] Sie sehen auch aus diesen Ausführungen, wie tief das, was okkulte Symbole und Zeichen ausdrücken wollen, zusammenhängt mit der Entwickelungsgeschichte des Planeten und der Menschen.
[ 18 ] As you can see from these remarks, there is a deep connection between what occult symbols and signs seek to express and the history of the planet’s and humanity’s development.
