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The Rudolf Steiner Archive

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The Influence of
Spiritual Beings upon Man
GA 102

20 April 1908, Berlin

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Heute möchte ich zu Ihnen über etwas sprechen, das zum Teil aus dem fortlaufenden Rahmen der Vorträge etwas herausfällt, in anderer Beziehung aber wieder eine Ergänzung bildet, indem manches, was wir in den verflossenen Vorträgen gesagt haben, dabei wiederholt werden wird, aber auch in einer gewissen Beziehung besser beleuchtet werden kann.

[ 1 ] Today I would like to speak to you about something that, in part, falls somewhat outside the ongoing framework of these lectures, but in another respect serves as a complement to them, in that some of what we have said in previous lectures will be repeated here, while other aspects can be better illuminated.

[ 2 ] Wir wissen ja, daß der Mensch, wie er jetzt ist, in einer langen Evolution erst geworden ist, daß er sich durch planetarische Zustände hindurch bis zu seiner heutigen Höhe entwickelt hat. Wir wissen auch, daß er sich in der Zukunft zu höheren Entwickelungsstufen emporheben wird. Nun haben wir uns ja schon mit dem Gedanken bekanntgemacht, daß damals, als der Mensch auf dem alten Saturn noch in einem ganz dumpfen Bewußtseinszustand war, auch schon Wesen vorhanden waren, welche so hoch standen, wie der Mensch heute steht; es gab auch damals schon Wesenheiten, die weit höher standen, als der Mensch heute steht. Wir wissen, daß es auch heute Wesenheiten gibt, die in der Gegenwart eine Entwickelungsstufe erlangt haben, die der Mensch erst in der Zukunft erlangen wird. So können wir den Blick erheben zu einer - wie man sie im Okkultismus nennt - Hierarchie von dem Menschen übergeordneten Wesenheiten, die immer eine Stufe höher stehen als der Mensch. Diese nächste Stufe von Wesenheiten, welche über dem Menschen stehen, nennen wir in der esoterisch-christlichen Bezeichnung «Engel», «Angelos». Also sind uns Engel Wesenheiten, die bereits auf der Mondenstufe, dem planetarischen Vorgänger unserer Erde, das Menschenbewußtsein erlangt hatten, und die heute um eine Stufe höher stehen als der Mensch. Der Mensch selbst wird auf der Stufe des Jupiterdaseins dasjenige Bewußtsein haben, das heute das Bewußtsein dieser Wesenheiten ist, die wir als Engel, Angeloi, bezeichnen. Damit haben wir die erste Stufe der über dem Menschen stehenden Wesenheiten bereits ins Auge gefaßt. Wir kennen ja aus gewissen anderen Zusammenhängen bereits die folgenden Stufen. Wir wissen, daß wir von den Engeln aufwärts die «Erzengel» haben, «Archangeloi»; dann haben wir die Ordnung der «Urkräfte», die wir auch «Archai» nennen; dann kennen wir die «Offenbarungen» oder «Gewalten», «Exusiai»; dann haben wir die sogenannten «Mächte», «Dynamis», die «Herrschaften», «Kyriotetes»; dann die «Throne», die «Cherubim» und die «Seraphim». Erst dann, jenseits der Seraphim, würden wir von dem sprechen, was man im christlichen Sinne die eigentliche «Gottheit» nennt. Denn der wirkliche Okkultist, die wirkliche Geisteswissenschaft oder der Okkultismus kann nicht die gewöhnliche, triviale Vorstellung teilen, daß der Mensch unmittelbar aufblikken könnte zur höchsten Gottheit; sondern wir haben die ganze Leiter von Wesenheiten, die wir im christlichen Sinne Engel, Erzengel und so weiter nannten, dazwischen stehen. Und in einer gewissen Beziehung muß es uns als eine Bequemlichkeit des Geistes gelten, wenn man heute vielfach hören kann: Ach, was brauchen wir die ganze Stufenleiter von Wesenheiten, der Mensch kann doch in ein unmittelbares Verhältnis zu der Gottheit kommen! Diese Bequemlichkeit kann der Theosoph und Okkultist nicht mitmachen; denn die Wesenheiten sind durchaus wirklich, und wir wollen heute einiges sprechen von der Aufgabe, von der Arbeit dieser Wesen für die Weltevolution und von den Eigentümlichkeiten und Eigenschaften dieser Wesen.

[ 2 ] We know, of course, that human beings, as they are today, have come into being through a long process of evolution, that they have developed through various planetary stages to reach their present level. We also know that in the future, humans will rise to higher stages of development. Now, we have already become acquainted with the idea that back when humans on ancient Saturn were still in a very dull state of consciousness, there were already beings who had reached the same level as humans have today; even then, there were beings who stood far higher than humans do today. We know that even today there are beings who have attained a stage of development that humanity will only reach in the future. Thus we can lift our gaze to what is called in occultism a “hierarchy” of beings superior to humanity, who are always one step higher than humanity. We refer to this next level of beings, who stand above humanity, by the esoteric-Christian term “angels,” “Angelos.” Thus, angels are beings who had already attained human consciousness on the lunar stage—the planetary predecessor of our Earth—and who today stand one level higher than humanity. Humanity itself will, at the stage of Jupiter existence, possess the very consciousness that is today the consciousness of these beings whom we call “angels,” “Angelos.” With this, we have already considered the first level of beings standing above humanity. We are already familiar with the following stages from certain other contexts. We know that, ascending from the angels, we have the “archangels,” “Archangeloi”; then we have the order of the “primordial forces,” which we also call “Archai”; then we know the “manifestations” or “powers,” “Exusiai”; then we have the so-called “powers,” “Dynamis,” the “dominions,” “Kyriotetes”; then the “thrones,” the “Cherubim,” and the “Seraphim.” Only then, beyond the Seraphim, would we speak of what is called, in the Christian sense, the actual “Deity.” For the true occultist, true spiritual science, or occultism cannot share the common, trivial notion that human beings could look up directly to the highest Deity; rather, we have the entire hierarchy of beings—which we, in the Christian sense, call angels, archangels, and so on—standing in between. And in a certain sense, we must regard it as a mental convenience when one often hears people say today: “Oh, what do we need this whole ladder of beings for? After all, human beings can enter into a direct relationship with the Deity!” The theosophist and occultist cannot go along with this complacency; for these beings are entirely real, and today we wish to speak a little about the task and work of these beings in the evolution of the world, as well as about their peculiarities and characteristics.

[ 3 ] Zunächst wollen wir versuchen, uns eine Vorstellung zu bilden von dem, was man die Wesen der Engel nennt. Wir werden uns über das Bewußtsein dieser Wesenheiten am leichtesten dadurch eine Vorstellung machen können, daß wir einmal dessen eingedenk sind, daß der Mensch in seinem äußeren physischen Bewußtsein heute vier Naturreiche umfaßt, die er sozusagen wahrnehmen kann: mineralische Wesenheiten, pflanzliche Wesenheiten, tierische Wesenheiten und das Menschenreich selber; so daß wir das menschliche Bewußtsein nach seinem Inhalte als ein solches beschreiben können, das diese vier für die äußeren Sinne wahrnehmbaren Reiche umfaßt. Alles was der Mensch wahrnimmt durch seine Sinne, was es auch sei, gehört einem dieser vier Reiche an. Wenn wir uns nun fragen: Wie ist das Bewußtsein der Engelwesenheiten? — so bekommen wir zur Antwort: Es ist in einer gewissen Beziehung ein höheres Bewußtsein, und es ist dadurch als ein höheres Bewußtsein charakterisiert, daß es nicht bis zum mineralischen Reiche hinunterreicht. Bis dahin, wo die Steine sind, die Mineralien, reicht das Engelbewußtsein nicht herunter. Dagegen sind in diesem Engelbewußtsein pflanzliche Wesenheiten, tierische Wesenheiten, menschliche Wesenheiten und das eigene Reich der Engel, das dort die gleiche Rolle spielt wie das Reich der Menschen für uns. Daher können wir sagen: diese Engel nehmen mit ihrem Bewußtsein auch vier Reiche wahr, das Reich der Pflanzen, der Tiere, der Menschenwesen und das Reich der Engel.

[ 3 ] First, let us try to form a conception of what are called the beings of the angels. The easiest way to form a concept of the consciousness of these beings is to bear in mind that human beings, in their outer physical consciousness today, encompass four kingdoms of nature that they can, so to speak, perceive: mineral beings, plant beings, animal beings, and the human kingdom itself; so that we can describe human consciousness, in terms of its content, as one that encompasses these four kingdoms perceptible to the external senses. Everything that a human being perceives through their senses, whatever it may be, belongs to one of these four kingdoms. If we now ask ourselves: What is the consciousness of the angelic beings like? — we receive the answer: In a certain sense, it is a higher consciousness, and it is characterized as such by the fact that it does not extend down to the mineral kingdom. Angelic consciousness does not extend as far as the stones, the minerals. On the other hand, this angelic consciousness encompasses plant beings, animal beings, human beings, and the realm of the angels itself, which plays the same role there as the human realm does for us. Therefore, we can say: with their consciousness, these angels also perceive four realms—the realm of plants, of animals, of human beings, and the realm of the angels.

[ 4 ] Das ist das Eigentümliche der Engelwesen: sie haben keinen physischen Leib, und aus diesem Grunde also auch keine Organe des physischen Leibes, keine Augen und Ohren und so weiter. Deshalb nehmen sie das physische Reich nicht wahr. Sie haben als ihre niederste Wesenheit ihren ätherischen Leib. Dadurch haben sie eine gewisse Verwandtschaft mit den Pflanzen. Sie können also mit ihrem Bewußtsein herabsteigen bis zu den Pflanzen; sie können Pflanzen noch wahrnehmen. Dagegen wo ein Mineral ist, nehmen sie einen Hohlraum wahr, geradeso wie wir es beschrieben haben für den Menschen während des Devachanzustandes, wo der Mensch auch den Raum, den hier auf dem physischen Plan ein Mineral ausfüllt, als einen Hohlraum wahrnehmen wird. So nehmen diese Engel überall da, wo hier physisches Reich ist, einen Hohlraum wahr. Dagegen ragt ihr Bewußtsein da hinauf, wo des Menschen Bewußtsein heute noch nicht hinaufragt.

[ 4 ] This is what is unique about angelic beings: they have no physical body, and for this reason, they also have no physical organs—no eyes, ears, and so on. Therefore, they do not perceive the physical realm. Their lowest form of being is their etheric body. Through this, they share a certain kinship with plants. They can therefore descend with their consciousness down to the level of plants; they can still perceive plants. In contrast, where there is a mineral, they perceive a void, just as we have described for human beings during the Devachan state, where the human being will also perceive the space that a mineral fills here on the physical plane as a void. Thus, wherever the physical realm exists, these angels perceive a void. In contrast, their consciousness reaches upward to places where human consciousness does not yet extend.

[ 5 ] Aber wir wissen, daß auch die Menschen heute schon in einer gewissen. Beziehung zueinander stehen als solche, die leiten, und solche, die geleitet werden. Ich will dabei auf gar nichts anderes anspielen als auf die Kinder und die erwachsenen Erzieher: Die Kinder müssen so lange geleitet werden, bis sie so reif sind wie die erwachsenen Erzieher. Die Menschen wachsen in ihrer jetzigen Entwickelung in das Jupiterbewußtsein hinein. Das wird das gleiche sein, das die Engel heute schon haben. Weil das Engelbewußtsein so ist, sind die Engel heute tatsächlich die Führer der Menschen, ihre Leiter, bereiten sie vor, und es besteht ein inniger Zusammenhang zwischen dem, was sich im Menschen allmählich ausbildet, und dem, was die Aufgabe dieser Engelwesen ist. Was bildet sich denn im Menschen für den Rest seines Erdendaseins? Das haben wir öfter besprochen. Wir haben gesagt, der Mensch hat einen physischen Leib, einen Ätherleib, einen astralischen Leib und ein Ich, und daß er jetzt gerade daran ist, seinen astralischen Leib so umzubilden, daß er nach und nach vollständig das Geistselbst sein wird. Zwar arbeitet der Mensch auch schon an seinen anderen Gliedern; aber das Wesentliche der Erdenentwickelung besteht darin, daß das Geistselbst voll entwickelt werde. Die Engel haben heute bereits das Geistselbst entwickelt; sie hatten es-schon entwickelt, als das Erdendasein begonnen hat. Daher sind die Engel in der Hierarchie der Entwickelung diejenigen Geister, welche diese Arbeit, den astralischen Leib in das Geistselbst umzubilden, beim Menschen leiten.

[ 5 ] But we know that even today, people already stand in a certain relationship to one another—those who lead and those who are led. I am referring to nothing other than children and their adult educators: Children must be guided until they are as mature as their adult educators. In their present stage of development, human beings are growing into Jupiter consciousness. This will be the same consciousness that the angels already possess today. Because angelic consciousness is what it is, the angels are in fact the guides of human beings today—they lead them and prepare them—and there is an intimate connection between what is gradually developing within the human being and the task of these angelic beings. What, then, is developing within human beings for the remainder of their earthly existence? We have discussed this on several occasions. We have said that human beings have a physical body, an etheric body, an astral body, and an “I,” and that they are currently in the process of transforming their astral body so that it will gradually become the spiritual self in its entirety. It is true that human beings are already working on their other constituents; but the essence of earthly evolution lies in the full development of the spiritual self. The angels have already developed the spiritual self; they had already developed it when earthly existence began. Therefore, in the hierarchy of evolution, the angels are those spirits who guide this work—the transformation of the astral body into the spiritual self—in human beings.

[ 6 ] Nun fragen wir uns: Wie tun sie das? - Da erinnern wir uns einmal daran, daß wir gesagt haben, wenn der Mensch stirbt, so hat er nach dem Tode zunächst das um sich herum, was wir genannt haben das lange Erinnerungstableau an das eben verflossene Leben. Das bleibt zwei bis drei Tage; für die einzelnen Menschen ist das etwas verschieden. Es bleibt in der Regel ungefähr so lange, wie der betreffende Mensch es im Leben aushalten konnte ohne zu schlafen. Die verschiedenen Menschen sind sehr verschieden darin. Der eine ist gewohnt, nach je zwölf Stunden zu schlafen, und es fallen ihm dann die Augen zu; andere dagegen können sich vier bis fünf Tage wachhalten. So lange wie sich der Mensch halten kann ohne zu schlafen, so lange dauert sein Erinnerungstableau. Dann löst sich der Ätherleib auf und es bleibt nur ein Extrakt davon zurück, die Lebensfrucht des vergangenen Lebens. Die wird mitgenommen für die ganzen folgenden Zeiten und wird seiner Wesenheit einverleibt, und bildet das, wonach sich der Mensch in der nächsten Inkarnation seinen physischen Leib aufbauen kann. Dadurch ist er imstande, seinen nächsten Leib vollkommener aufzubauen, weil er die Früchte seines vergangenen Lebens dazu benutzen kann. Also der Mensch hat diese Lebensessenz und bildet sich daraus im folgenden Leben seinen nächsten Leib.

[ 6 ] Now let’s ask ourselves: How do they do that? — Let’s recall that we said that when a person dies, they are initially surrounded by what we have called the “long tableau of memories” of the life that has just passed. This lasts two to three days; it varies somewhat from person to person. As a rule, it lasts about as long as the person in question was able to go without sleep during their lifetime. People vary greatly in this regard. One person is accustomed to sleeping every twelve hours, and their eyes then close; others, on the other hand, can stay awake for four to five days. As long as a person can remain awake without sleeping, that is how long their tableau of memories lasts. Then the etheric body dissolves, and only an extract of it remains—the fruit of the past life. This is carried over into all subsequent lifetimes, incorporated into the person’s being, and forms the basis upon which the person can build their physical body in the next incarnation. This enables them to construct their next body more perfectly, because they can use the fruits of their past life for that purpose. Thus, the person possesses this life essence and uses it to form their next body in the following life.

[ 7 ] Nun wissen wir auch noch etwas anderes. Wir wissen, daß der Mensch nicht nur diesen seinen Leib bildet, sondern daß er auch im Devachan gar nicht untätig ist. Es ist eine falsche Vorstellung, wenn wir glauben würden, daß der Mensch sich nur mit sich selbst zu befassen hätte. So auf den Egoismus ist die Welt gar nicht gebaut. Sie ist so gebaut, daß der Mensch in jeder Lage mitzuarbeiten hat an der Erde; und er arbeitet mit in jener Zeit im Devachan an der Umgestaltung der Erdoberfläche. Wir wissen selbst, daß zum Beispiel der Boden, auf dem wir heute hier stehen, vor noch wenigen Jahrhunderten ganz anders ausgesehen hat als heute. Die Erde wird fortwährend umgestaltet. Zur Zeit, als der Christus Jesus noch auf der Erde wandelte, waren hier mächtige Waldungen; ganz andere Pflanzen und Tiere waren da. So wird das Antlitz der Erde fortwährend umgeändert. Wie die Menschen fortwährend, indem sie auf dem physischen Plan arbeiten, indem sie Städte bauen und so weiter, mit den Kräften arbeiten, die im Physischen wirken, ebenso wirken sie vom Devachan aus mit denjenigen Kräften, welche die Physiognomie der Erde, also auch das Pflanzenreich und das Tierreich, umgestalten. Darum trifft der Mensch in einer neuen Inkarnation wiederum einen Boden, der ein ganz anderes Bild bietet, so daß er also immer etwas Neues erlebt. Denn man wird nicht umsonst in eine neue Inkarnation hineingeboren, sondern damit man etwas Neues erleben soll. Der Mensch trägt selbst dazu bei, diese Erde umzugestalten; aber er kann das nicht ohne Anleitung tun. Er kann nicht die folgenden Inkarnationen bestimmen, denn dann brauchte er nicht erst zu erleben, was in der Zukunft geschehen soll. Und die nächsten leitenden Wesenheiten, die den Menschen anleiten, von den Kräften des Devachan aus an der Umgestaltung der Erde mitzuarbeiten, die den Einklang schaffen zwischen den einzelnen menschlichen Individualitäten und der Evolution der Erde, so wie sie diesen einzelnen Individualitäten entspricht, diese geistigen Wesenheiten sind die Engel. An den Steinen, an der festen Erdrinde können sie nicht mitarbeiten; denn bis zu den Steinen reicht ihr Bewußtsein nicht herunter. Wohl aber reicht es bis zu dem Pflanzenreich herunter, das die Erde trägt. Da können sie zwar nicht schöpferisch, aber doch umgestaltend wirken.

[ 7 ] Now we know something else as well. We know that human beings not only form this physical body of theirs, but that they are by no means idle in Devachan either. It is a misconception to believe that human beings have only themselves to concern themselves with. The world is not built on such selfishness at all. It is built in such a way that human beings must contribute to the Earth in every situation; and during that time in Devachan, they work toward the transformation of the Earth’s surface. We know ourselves that, for example, the ground on which we stand here today looked quite different just a few centuries ago than it does today. The Earth is constantly being reshaped. At the time when Jesus Christ still walked the Earth, there were vast forests here; there were entirely different plants and animals. Thus, the face of the Earth is constantly changing. Just as human beings, by working on the physical plane—building cities and so on—are constantly working with the forces active in the physical realm, so too do they work from Devachan with those forces that reshape the Earth’s physiognomy, including the plant and animal kingdoms. That is why, in a new incarnation, a person once again encounters a landscape that presents a completely different picture, so that he or she always experiences something new. For one is not born into a new incarnation in vain, but rather so that one may experience something new. Human beings themselves contribute to reshaping this Earth; but they cannot do so without guidance. They cannot determine their subsequent incarnations, for then they would not need to first experience what is to happen in the future. And the next guiding beings who instruct human beings—from the forces of Devachan—to collaborate in the transformation of the Earth, who create harmony between the individual human personalities and the evolution of the Earth as it corresponds to these individual personalities—these spiritual beings are the angels. They cannot work on the stones or the solid Earth’s crust, for their consciousness does not extend down to the level of the stones. However, it does extend down to the plant kingdom that sustains the Earth. There they cannot act creatively, but they can still bring about transformation.

[ 8 ] Und in der Tat, so ist es, daß mit jeder menschlichen Individualität ein solches Engelwesen wirkt, welches den Menschen leitet und lenkt bei seiner Arbeit, das Geistselbst im astralischen Leibe auszubilden, bis er es ausgebildet hat. Daher spricht man in einem Teil der christlichen Lehre von den menschlichen Schutzengeln. Das ist eine Vorstellung, die durchaus der gesetzmäßigen Realität entspricht. Es sind das die Wesen, die den Einklang schaffen zwischen der einzelnen menschlichen Individualität und dem Gange der Erdenentwickelung, bis der Mensch selbst am Ende der Erdenentwickelung so weit sein wird, daß er seinen Engel ablösen kann, weil er dann selbst ein solches Bewußtsein haben wird, wie es ein Engel hat.

[ 8 ] And indeed, it is true that a such angelic being works with every human individual, guiding and directing the person in their work of developing the spiritual self within the astral body until it is fully developed. This is why part of Christian teaching speaks of human guardian angels. This is a concept that corresponds entirely to the reality of the laws of nature. These are the beings who create harmony between the individual human being and the course of Earth’s evolution, until, at the end of Earth’s evolution, the human being will have reached a point where he can take the place of his angel, because he will then possess the same kind of consciousness that an angel has.

[ 9 ] Nun werden Sie es leicht verstehen, daß die Erzengel ein Bewußtsein haben, das nicht mehr hinunterreicht bis ins Pflanzenreich, sondern nur bis ins Tierreich. Die Pflanzen sind sozusagen nicht mehr für sie da; diese sind für sie ein zu untergeordnetes, zu unbedeutendes Reich. Im Tierischen haben sie noch Angriffspunkte; das Tierreich nehmen sie wahr. Sie haben keinen Ätherleib, sondern als unterstes Glied ihrer Wesenheit ihren astralischen Leib. Das Tier hat auch einen astralischen Leib; daher wirken die Erzengel in die astralischen Leiber der Tiere durchaus hinein. Dann nehmen sie das Menschenreich wahr, das Reich der Engel und ihr eigenes Reich. Das, wozu sie «Ich» sagen, was so ist wie für den Menschen das Menschen-Ich, das ist das Erzengelreich. Auch diese Wesenheiten haben eine wesentliche Mission, und Sie können schon begreifen, da sie ein um zwei Stufen höheres Bewußtsein haben als der Mensch, daß diese Mission eine sehr hohe sein kann. Denn so hoch ist dieses Bewußtsein der Erzengel, daß sie die Buddhi, den Lebensgeist, vollständig ausgebildet haben, und daher lenkend und leitend sein können in der Erdenevolution aus einer solchen Einsicht heraus, die dem Lebensgeist, der Buddhi, entspricht. Das äußert sich nun darin, daß diese Erzengel zunächst die Lenker und Leiter sind ganzer Volksstämme. Was man Volksgeist nennt, was also der gemeinsame Geist der Völker ist, das ist im Konkreten irgendeiner der Erzengel. Nun werden Sie es auch begreiflich finden, daß diejenigen Völker, die von einem solchen spirituellen Zusammenhange noch ein Bewußtsein hatten, nicht gleich bis zu der höchsten Wesenheit hinaufschauten, sondern daß sie sozusagen die nächsten Wesenheiten, welche sie lenkten und leiteten, ins Auge faßten.

[ 9 ] Now you will easily understand that the archangels have a consciousness that no longer extends down into the plant kingdom, but only as far as the animal kingdom. The plants, so to speak, are no longer part of their realm; for them, the plant kingdom is too subordinate, too insignificant. In the animal realm, they still have points of contact; they perceive the animal kingdom. They do not have an etheric body, but rather, as the lowest link in their being, they have an astral body. Animals also have an astral body; therefore, the archangels do indeed influence the astral bodies of animals. Then they perceive the human kingdom, the kingdom of the angels, and their own kingdom. That which they refer to as “I”—which is analogous to the human “I” for human beings—is the realm of the archangels. These beings, too, have an essential mission, and you can already understand—since they possess a consciousness two levels higher than that of human beings—that this mission must be a very lofty one. For the consciousness of the archangels is so high that they have fully developed the buddhi, the life spirit, and can therefore guide and direct Earth’s evolution based on an insight that corresponds to the life spirit, the buddhi. This manifests in the fact that these archangels are, first and foremost, the guides and leaders of entire tribes. What is called the “spirit of a people”—that is, the collective spirit of a people—is, in concrete terms, one of the archangels. Now you will also find it understandable that those peoples who still had an awareness of such a spiritual connection did not immediately look up to the highest being, but rather focused, so to speak, on the nearest beings who guided and directed them.

[ 10 ] Nehmen wir das althebräische Volk. Es verehrte als den höchsten Gott den Jahve- oder Jehova-Gott selber. Aber dieser Jahve-Gott gehörte für sie zu der Ordnung der «Offenbarungen». Das war eine erhabene Wesenheit, die sie als ihren Gott anerkannten. Aber sie sagten: Derjenige, der uns lenkt und leiter im Auftrage als der eigentliche Erzbote des Jehova, das ist «Michael», einer der Erzengel — er heißt zu deutsch «der vor Gott steht». Im Althebräischen nannte man ihn auch das «Antlitz Gottes», weil der Angehörige des alten Bundes, wenn er zu Gott aufblickte, empfand, daß Michael vor Gott stand und sein Wesen ausdrückte, wie das menschliche Antlitz das Menschenwesen ausdrückt. Man nannte ihn daher wörtlich das Antlitz Gottes.

[ 10 ] Let us consider the ancient Hebrew people. They worshiped Yahweh—or Jehovah—himself as the supreme God. But for them, this God Yahweh belonged to the order of “revelations.” He was a sublime being whom they recognized as their God. But they said: The one who guides and leads us on behalf of Jehovah as his true archangel is “Michael,” one of the archangels—whose name in German means “he who stands before God.” In ancient Hebrew, he was also called the “Face of God,” because when the followers of the Old Covenant looked up to God, they sensed that Michael stood before God and expressed His essence, just as the human face expresses the human being. He was therefore literally called the Face of God.

[ 11 ] Wenn man von «Volksgeist» spricht, spricht man also im Sinne des Okkultismus nicht von einer unfaßbaren begrifflichen Wesenheit. Wenn man heute in unserem materialistischen Zeitalter vom Volksgeist spricht, meint man damit eigentlich nichts; denn man meint damit eine abstrakte äußere Zusammenfassung der Eigentümlichkeiten des Volkes. In Wahrheit gibt es einen geistigen Repräsentanten, den man Erzengel nennt, und der das ganze Volk als Ganzes lenkt und leitet. Diese Wesenheit reicht herunter bis in die Tierwelt. Die Völker empfanden das auch. Denn es ist ja, man möchte sagen, aus dem Volksinstinkt heraus leicht zu empfinden. Das eine Volk wohnt da, das andere dort. Je nach den verschiedenen Gegenden, in denen die Völker wohnen, mußten sie sich dieser oder jener Tiere bedienen, und das, so empfanden die Völker instinktiv, ist ihnen von ihrem Volksgeist zuerteilt. Der wirkte herein bis in die Tierwelt, so daß der alte Agypter, der das sehr wohl empfand, sagte: Wenn wir die Pflanzenentwickelung betrachten, so wirken da Engel hinein; wenn wir die Tiere betrachten, so sind diese uns zuerteilt von dem lenkenden Geist des ganzen Volkes! Daher sahen sie die Kraft, die die Tiere zu ihnen führte, als eine heilige Kraft an, und die Art, wie sie sich zu den Tieren verhielten, war ein Ausdruck dieses Bewußtseins. Sie haben nicht von Erzengeln gesprochen; aber sie hatten dabei dieselbe Empfindung. Das ist die eigentliche Empfindung, welche die Ägypter mit dem Tierdienst verbanden; und dem liegt nun wiederum zugrunde, daß da, wo ein Bewußtsein vorhanden war von diesem ganzen spirituellen Zusammenhang, diese Geister zwar nicht mit den Bildern von irdischen Tieren, aber doch mit Bildern von Tieren wie der Sphinx, von geflügelten Tieren und so weiter, dargestellt wurden, die Sie in den verschiedenen Abbildungen der Völker finden. Das war so, wie wenn hineinschienen die lenkenden Erzengel. Sie können daher in den verschiedenen tierischen Gruppen nachgebildet sehen den esoterischen Ausdruck der waltenden Erzengel, und viele von den ägyptischen Götzenbildern führten auf diese Vorstellung zurück, daß der Erzengel, der leitende Geist des Volkstums, herunterreicht bis in die Tiere. Dies ist im wesentlichen die Aufgabe der Erzengel; es gibt aber noch eine andere.

[ 11 ] When one speaks of the “national spirit,” one is not, in the occult sense, referring to an incomprehensible conceptual entity. When one speaks of the national spirit today, in our materialistic age, one does not actually mean anything by it; for one means by it an abstract, external summary of the characteristics of the people. In truth, there is a spiritual representative, called an archangel, who guides and directs the entire people as a whole. This being extends all the way down into the animal kingdom. The peoples sensed this as well. For it is, one might say, easy to perceive out of a kind of national instinct. One people lives here, another there. Depending on the different regions in which the peoples lived, they had to make use of this or that animal, and the peoples instinctively felt that this was assigned to them by their national spirit. This spirit extended even into the animal kingdom, so that the ancient Egyptian, who sensed this very clearly, said: When we observe the development of plants, angels are at work there; when we observe animals, they are assigned to us by the guiding spirit of the entire people! Therefore, they regarded the power that led the animals to them as a sacred power, and the way they related to the animals was an expression of this awareness. They did not speak of archangels; yet they had the same sense of this connection. This is the very sense that the Egyptians associated with the worship of animals; and this, in turn, is the basis for the fact that where there was an awareness of this entire spiritual context, these spirits were depicted—not with images of earthly animals, but with images of animals such as the Sphinx, winged creatures, and so on—which you find in the various depictions of different peoples. It was as if the guiding archangels were shining through them. You can therefore see in the various groups of animals the esoteric expression of the ruling archangels, and many of the Egyptian idols can be traced back to this idea that the archangel—the guiding spirit of the people—reaches down into the animals. This is essentially the task of the archangels; but there is another as well.

[ 12 ] Es sind ja dem heutigen Menschenbewußtsein wie eine Sage aus ferner Urzeit noch bekannt Uriel, Gabriel, Raphael und Michael; aber Sie brauchen nur im Buche Henoch nachsehen, um die Namen noch anderer Erzengel zu finden. So war nämlich auch einer der Erzengel Phanuel; das ist ein wichtiger Erzengel, der nicht nur die Aufgabe hatte, irgendeinen Volksstamm zu lenken, sondern auch noch eine andere. Wir wissen ja, daß die Einweihung darin besteht, daß der Mensch zu einem immer höheren Bewußtsein hinaufzusteigen sich bestrebt, und schon jetzt im Laufe der Erdenevolution zu einem immer höheren Bewußtsein aufsteigt. Nun wußten die Leute in den Einweihungsstätten sehr wohl, daß dazu auch wiederum lenkende und leitende Kräfte gehören. Daher brachten sie diejenigen, die eingeweiht werden sollten, unter den Schutz desjenigen Erzengels, den man Phanuel nannte. Er war der Beschützer, der angerufen wurde von denjenigen, welche die Einweihung anstrebten.

[ 12 ] Uriel, Gabriel, Raphael, and Michael are still known to modern human consciousness, much like a legend from distant prehistory; but you need only look in the Book of Enoch to find the names of other archangels as well. For instance, one of the archangels was Phanuel; he is an important archangel whose task was not merely to guide a particular tribe, but also to fulfill another mission. We know, of course, that initiation consists in the human being striving to ascend to an ever-higher level of consciousness, and that even now, in the course of Earth’s evolution, humanity is already ascending to an ever-higher level of consciousness. Now, the people in the places of initiation knew very well that this process also requires guiding and directing forces. Therefore, they placed those who were to be initiated under the protection of the archangel known as Phanuel. He was the protector invoked by those who sought initiation.

[ 13 ] Andere dieser geistigen Wesenheiten auf dieser Stufe haben wiederum andere Aufgaben. So ist zum Beispiel wirklich dem ganzen Weltengange, der ganzen Weltenevolution zugrunde liegend eine Summe von Kräften, die von gewissen Wesenheiten geführt wird. So gibt es da einen Erzengel, Surakiel nannte man ihn früher, dessen Aufgabe es ist, besonders weitgehende Untugenden einer Stadt oder eines ganzen Gebietes auszutilgen und umzuformen zu Tugenden. Wer diesen Zusammenhang kennt, der sieht daraus, wie das, was man mit einem allgemeinen abstrakten Wort «Vorsehung» nennt, wirklich geführt wird. Wenn man einmal beflissen ist, die geistigen Welten kennenzulernen, soll man sich nicht zufrieden geben mit den allgemeinen Abstraktionen, sondern eingehen auf diese Einzelheiten. Denn die höchsten Wesenheiten, die der Mensch erahnend sich noch vorstellen kann, leiten durch solche Mittelwesen, wie wir sie eben kennengelernt haben, den Gang der Weltenentwickelung. Das ist das, was man bezeichnen kann als die verschiedenen Aufgaben der Erzengel.

[ 13 ] Other spiritual beings at this level, in turn, have different tasks. For example, the entire course of the world, the entire evolution of the world, is truly underpinned by a sum of forces guided by certain beings. There is, for instance, an archangel—formerly known as Surakiel—whose task is to eradicate particularly pervasive vices in a city or an entire region and transform them into virtues. Anyone familiar with this context can see from it how what is generally and abstractly termed “Providence” is actually guided. Once one is eager to learn about the spiritual worlds, one should not be content with general abstractions but should delve into these details. For the highest beings, whom human beings can still intuitively conceive of, guide the course of world evolution through such intermediary beings as we have just come to know. This is what can be described as the various tasks of the archangels.

[ 14 ] Nun kommen wir zu der Ordnung der Urkräfte. Es sind das noch erhabenere Wesenheiten, deren Bewußtsein nicht einmal mehr bis zu den Tieren herunterreicht. Wenn der Eingeweihte sich erhebt zu dem Verkehr mit den Urkräften, teilt er ihnen nicht aus seinem Menschenbewußtsein mit, wie die Gestalten der 'Tiere auf der Erde sind. Denn sie selbst reichen mit ihrem Bewußtsein nur herunter bis zu den Menschen. Dann kennen sie das Reich der Engel, das Reich der Erzengel und ihr eigenes Reich; zu sich selbst sagen sie «Ich», und die Menschen sind es, welche sie zuletzt wahrnehmen. Was der Stein, das mineralische Reich für den Menschen ist, das ist der Mensch für die Urkräfte: das unterste Reich. Damit ist schon gesagt, daß sie aus einer sehr hohen Höhe den Gang der Menschheit leiten. Die Menschen spüren das hier und da, daß es so etwas gibt wie eine Art «Geist der Zeiten», der so verschieden ist je nach den verschiedenen Epochen. Die Menschen spüren, daß es einen «Geist der Epochen» gibt. Wir haben hier öfters gesprochen von dem Geist der Epochen. Wir haben zum Beispiel gesagt, daß in der ersten Kultur der nachatlantischen Zeit, im alten indischen Volke, der Geist der Epoche darin bestand, daß die Menschen das Bewußtsein gehabt haben, daß sie sich wieder zurücksehnten nach den alten atlantischen Zeiten, wo sie um sich herum höhere Reiche dämmerhaft wahrnahmen. Das bildete sich zu dem Jogasystem aus, durch das sie wieder hinauf wollten in die höheren Welten. Mit diesem alten Bewußtsein war verknüpft, daß die Menschen wenig hielten von der äußeren Wirklichkeit, von dem physischen Plan. Maja, Illusion wird für die Menschen der physische Plan. Die uralt indische Kultur hatte sozusagen sehr wenig Interesse für den physischen Plan. Es wird Ihnen sonderbar erscheinen, aber es ist wirklich wahr: Wäre die uralt indische Kultur geblieben, so würde es Eisenbahnen, Telephone und solche Dinge, die es heute auf dem physischen Plan gibt, nie gegeben haben; denn es wäre gar nicht so wichtig erschienen, sich so stark mit den Gesetzen der physischen Welt zu befassen, um diese physische Welt mit alledem zu bevölkern, was sich uns heute als Kulturerrungenschaften darstellt.

[ 14 ] Now we come to the order of the primal forces. These are even more exalted beings whose consciousness does not even extend down to the animals. When the initiate rises to commune with the primordial forces, he does not convey to them, from his human consciousness, what the forms of the “animals” on Earth are like. For their own consciousness extends only down to the human beings. They know the realm of the angels, the realm of the archangels, and their own realm; they refer to themselves as “I,” and it is human beings who perceive them last. Just as the stone—the mineral kingdom—is to human beings, so is the human being to the primordial forces: the lowest kingdom. This alone shows that they guide the course of humanity from a very great height. People sense here and there that there is such a thing as a kind of “spirit of the times,” which varies according to the different epochs. People sense that there is a “spirit of the epochs.” We have often spoken here of the spirit of the epochs. We have said, for example, that in the first culture of the post-Atlantean era—among the ancient Indian people—the spirit of the epoch consisted in the fact that people were conscious of longing to return to the old Atlantean times, when they dimly perceived higher realms around them. This developed into the system of yoga, through which they sought to ascend once more into the higher worlds. Linked to this ancient consciousness was the fact that people held the outer reality—the physical plane—in low regard. Maya, or illusion, became the physical plane for them. The ancient Indian culture, so to speak, had very little interest in the physical plane. It may seem strange to you, but it is truly so: Had ancient Indian culture persisted, there would never have been railroads, telephones, and such things as exist today on the physical plane; for it would not have seemed at all important to concern oneself so deeply with the laws of the physical world in order to populate that physical world with all that appears to us today as cultural achievements.

[ 15 ] Dann kam der Geist der persischen Epoche. Der Mensch lernte durch ihn in der Materie ein widerstrebendes Element kennen, das er bearbeiten mußte. Er verband sich mit dem guten Geist Ormuzd gegen den Geist der Materie, Ahriman. Aber der Perser hatte schon Interesse am physischen Plan. Dann kommt der Geist jener Epoche, der auf der einen Seite sich auslebt in der babylonisch-assyrisch-chaldäischen, auf der anderen Seite in der ägyptischen Kultur. Es wird menschliche Wissenschaft begründet. Mit Geometrie sucht man die Erde für den Menschen geeignet zu machen. Man sucht den Sinn des Ganges der Sterne in Astrologie, in Astronomie kennenzulernen, und man richtet das, was auf der Erde geschieht, nach dem Gange der Sterne ein. Gerade im sozialen Leben richtete man sich im alten Ägypten sehr ein nach dem Gange der Sterne. Was man als die Geheimnisse der Sterne erkundete, darnach richtete man sich. Wenn der alte Inder den Weg zu den Göttern abzulauschen versuchte, indem er ganz die Aufmerksamkeit ablenkte von der äußeren Wirklichkeit, studierte der Ägypter die Gesetze, die in der äußeren Wirklichkeit herrschen, um zu untersuchen, wie sich der Wille und der Geist der Götter in den Gesetzen der äußeren Natur zum Ausdruck bringen. Das war wieder eine andere Epoche. So haben Sie für jede Epoche einen bestimmten Geist, und die Entwickelung auf der Erde kommt dadurch zustande, daß ein Geist der Epochen einen anderen Geist der Epochen ablöst. Das ist im einzelnen der Fall. Die Menschen schwingen sich auf zu den Anschauungen der Zeiten, aber sie wissen nicht, daß hinter diesem ganzen Gange der Zeiten Epochalgeister stehen; und die Menschen wissen nicht, daß sie hier auf der Erde, um den Geist ihrer Epoche zum Ausdruck zu bringen, sozusagen nur die Werkzeuge sind dieser hinter ihnen stehenden Geister der Epochen. Denken Sie einmal an Giordano Bruno. Wäre Giordano Bruno als solcher im 8. Jahrhundert geboren worden, er wäre nicht derjenige geworden, der er geworden ist in dem Zeitalter, in dem der Epochalgeist herrschte, dessen Ausdruck er dann wurde, Er war das Werkzeug des Zeitgeistes, und ebenso ist es bei anderen Geistern. Und ebenso die umgekehrte Möglichkeit: Wenn Giordano Bruno im 8. Jahrhundert geboren worden wäre, unmöglich hätte der Epochalgeist einen solchen Ausdruck finden können, wie er ihn in Giordano Bruno gefunden hat. An diesen Dingen sehen wir, wie die Menschen die Werkzeuge der Epochalgeister sind, die die lenkenden Wesenheiten der großen Epochen sind und auch der «Geister der Meinungen und Anschauungen» der kleineren Epochen. Das sind die Urkräfte. Sie reichen hinunter bis zum Menschen. Sie lenken nicht etwas, was den Menschen zusammenbringt mit anderen Reichen der Natur; denn bis zum Tierreich reicht ihr Bewußtsein nicht mehr. Die Ordnungen, gemäß denen aus den Zeitgeistern heraus die Menschen sich ihr Leben zubereiten, Staaten gründen, Wissenschaften gründen, ihren Acker bebauen - alles, was aus dem Menschen stammt -, dieser Gang der Kultur von Anfang bis zu Ende steht unter der Leitung der Urkräfte. Sie leiten die Menschen insofern, als die Menschen es zu tun haben mit den Menschen selber.

[ 15 ] Then came the spirit of the Persian epoch. Through it, humankind came to recognize in matter a resistant element that it had to work through. It allied itself with the good spirit Ormuzd against the spirit of matter, Ahriman. But the Persians were already interested in the physical plane. Then came the spirit of that epoch, which found expression, on the one hand, in Babylonian-Assyrian-Chaldean culture and, on the other, in Egyptian culture. Human science was established. Through geometry, people sought to make the Earth suitable for human habitation. People sought to understand the meaning of the movements of the stars through astrology and astronomy, and they aligned what happened on Earth with the movements of the stars. In ancient Egypt, social life in particular was very much guided by the movements of the stars. People guided their lives according to what they discovered as the mysteries of the stars. While the ancient Indian sought to eavesdrop on the path to the gods by completely diverting his attention from external reality, the Egyptian studied the laws governing external reality in order to investigate how the will and spirit of the gods are expressed in the laws of external nature. That was yet another epoch. Thus, each epoch has a specific spirit, and development on Earth comes about through one spirit of the epochs succeeding another. This is the case in detail. People rise to the perspectives of the ages, but they do not know that behind this entire course of time stand epochal spirits; and people do not know that here on Earth, in order to express the spirit of their epoch, they are, so to speak, merely the instruments of these epochal spirits standing behind them. Consider Giordano Bruno, for example. Had Giordano Bruno been born as he was in the 8th century, he would not have become the person he became in the age in which the spirit of the epoch reigned—the very spirit of which he then became the expression. He was the instrument of the spirit of his age, and the same is true of other spirits. And the reverse is also true: If Giordano Bruno had been born in the 8th century, it would have been impossible for the spirit of the epoch to find such an expression as it did in Giordano Bruno. In these things we see how human beings are the instruments of the spirits of the epochs—who are the guiding entities of the great epochs—and also of the “spirits of opinions and views” of the smaller epochs. These are the primal forces. They extend all the way down to human beings. They do not guide anything that connects human beings with other realms of nature; for their consciousness no longer extends as far as the animal kingdom. The orders according to which, guided by the spirits of the age, human beings organize their lives, establish states, found sciences, and cultivate their fields—everything that originates from human beings—this entire course of culture from beginning to end stands under the guidance of the primal forces. They guide human beings insofar as human beings are concerned with human beings themselves.

[ 16 ] Ich habe auch zu verschiedenen Zeiten darauf aufmerksam machen können, wie von jeder Hierarchie der Geister gewisse Wesenheiten zurückbleiben, die nicht so weit aufgestiegen sind wie die anderen, die sozusagen sitzengeblieben sind im Weltengange. Nun werden Sie sich leicht vorstellen können, daß es Wesenheiten gibt, die sozusagen hätten aufsteigen sollen während der Mondenentwickelung zu der Ordnung der Offenbarungen oder Gewalten, und die nur bis zu den Urkräften gekommen sind. Das sind andere Urkräfte als die, welche im regelrechten Gange der Entwickelung aufgestiegen sind zu Urkräften. Es gibt also solche Urkräfte, die auf der Erde eigentlich verkappte Gewalten sind. Wir lernen jetzt von einem anderen Aspekt aus mancherlei kennen, was wir von einer anderen Seite her schon kennengelernt haben. Es verbergen sich also hinter den Urkräften auch solche, die eigentlich schon Gewalten sein könnten; und zu den Urkräften, die eigentlich widerrechtlich da sind, zu denen gehört — allerdings nur für diejenigen, die so etwas vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus ansehen -- dasjenige Wesen, das man mit Recht den «Satan» nennt, Satan, der widerrechtliche Fürst dieser Welt, denn der rechtliche ist eine «Gewalt»: Jahve oder Jehova; der widerrechtliche gehört der Ordnung der Urkräfte an. Er drückt sich dadurch aus, daß er bei den Menschen den Zeitgeist fortwährend in Verwirrung bringt, daß er die Menschen dazu bringt, dem Epochalgeist fortwährend zu widersprechen. Das ist die wirkliche Wesenheit des Geistes, den man auch nennt den «Geist der Finsternis» oder den widerrechtlichen Fürsten dieser unserer Erde, der Anspruch darauf macht, eigentlich die Menschen zu lenken und zu leiten. Und Sie werden jetzt begreifen, was für einen tiefen Sinn es hat, daß der Christus erschien, um durch seine Mission sein Licht zu werfen auf die ganze folgende Evolution, und daß er den Kampf ausfechten mußte gegen diesen widerrechtlichen Fürsten dieser Welt. Dahinter liegt die allertiefste Weisheit, die sich in diesem wunderbaren Teil des Evangeliums ausdrückt.

[ 16 ] I have also been able to point out on various occasions how, from every hierarchy of spirits, certain beings remain behind—beings who have not ascended as far as the others, who, so to speak, have been left behind in the course of world history. Now you can easily imagine that there are beings who, so to speak, should have ascended during the lunar evolution to the order of the Revelations or Powers, but who have only reached the level of the Primordial Forces. These are Primordial Forces different from those that ascended to the rank of Primordial Forces in the regular course of evolution. There are, therefore, such Primordial Forces that are, in fact, disguised Powers on Earth. We are now learning about various things from a different perspective—things we have already come to know from another angle. Thus, hidden behind the primal forces are also those that could actually already be powers; and among the primal forces that are actually present unlawfully is—though only for those who view such things from the standpoint of spiritual science—that being rightly called “Satan,” Satan, the unlawful prince of this world, for the lawful one is a “power”: Yahweh or Jehovah; the unlawful one belongs to the order of the primal forces. He expresses himself by constantly throwing the spirit of the age into confusion among human beings, by causing them to continually contradict the spirit of the epoch. This is the true nature of the spirit also called the “spirit of darkness” or the illegitimate prince of this earth of ours, who lays claim to actually guiding and directing human beings. And you will now understand the profound significance of Christ’s appearance—to shed light through his mission on the entire course of evolution that followed—and that he had to wage battle against this unlawful prince of this world. Behind this lies the deepest wisdom, expressed in this wondrous passage of the Gospel.

[ 17 ] Es ist billig, was Sie über Satan heute nicht bloß bei materialistisch gesinnten Leuten hören, sondern auch bei solchen, bei denen noch gewisse alte Vorstellungen spuken, die aber solche Vorstellungen mißverstehen; denn schon seit langem wird über den Satan ziemlich hohnvoll gesprochen. Und selbst Menschen, die gern die anderen geistigen Wesenheiten anerkennen: dem Satan wollen sie nicht gern eine Wirklichkeit zugestehen, den leugnen sie. Das rührt davon her, daß schon im Mittelalter die Menschen ganz kuriose Anschauungen über den Satan hatten und sagten: Er: ist doch eigentlich ein zurückgebliebener Geist von der Stufenfolge der Gewalten; wenn er ein Geist von der Stufenfolge der Gewalten ist, so ist er zurückgeblieben. - Wo sind die Geister der Gewalten? Sie drücken sich aus in dem, was sich in der Welt an Geist offenbart. Man nannte den Satan einen Geist der Finsternis, aber man sagte: Finsternis ist doch nur eine Negation des Lichtes. Das Licht ist wirklich, aber die Finsternis ist nicht wirklich. - Man meinte das auch geistig. So schrieb man den Geistern, die sich im Licht manifestieren, wohl Wirklichkeit zu; aber dem Satan, der sich in der Finsternis manifestiert, sprach man die Wirklichkeit ab. Das ist ungefähr so gescheit, wie wenn jemand, der einem Physiker zugehört hat, sagen würde: Kälte istnur ein Mangel an Wärme, sie ist eigentlich nichts Wirkliches. Wenn wir die Wärme immer geringer machen, wird es immer kälter, aber wenn wir auch immer mehr Wärme wegnehmen, die Kälte ist kein Wirkliches; also denken wir nicht an den Winter! — Aber trotzdem Kälte nur eine Negation von Wärme ist, ist sie doch sehr wohl zu spüren, wenn nicht eingeheizt wird. So ist Satan sehr wohl ein Wirkliches, wenn er auch nur die Negation des Lichtes ist.

[ 17 ] It is common these days to hear such things about Satan not only from materialistically minded people, but also from those who are still haunted by certain old notions, yet misunderstand those very notions; for people have been speaking of Satan rather scornfully for quite some time now. And even people who are willing to acknowledge other spiritual beings are reluctant to concede that Satan is real; they deny his existence. This stems from the fact that as early as the Middle Ages, people held quite peculiar views about Satan and said: He is, after all, actually a backward spirit from the hierarchy of powers; if he is a spirit from the hierarchy of powers, then he is backward. - Where are the spirits of the powers? They express themselves in whatever manifests as spirit in the world. Satan was called a spirit of darkness, but people said: Darkness is, after all, merely a negation of light. Light is real, but darkness is not real. - This was also understood in a spiritual sense. Thus, the spirits that manifest themselves in the light were certainly attributed reality; but Satan, who manifests himself in darkness, was denied reality. This is about as sensible as if someone who had listened to a physicist were to say: Cold is merely a lack of heat; it is not actually real. If we keep reducing the heat, it gets colder and colder, but even if we keep taking away more and more heat, the cold is not real; so let’s not think about winter! — But even though cold is merely a negation of heat, it can certainly be felt when the heat isn’t on. In the same way, Satan is very much real, even if he is only the negation of light.

[ 18 ] Damit haben wir uns erhoben bis zu schon sehr hohen Geistern, die man «Offenbarungen», «Exusiai» nennt. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Wesenheit, die wir in anderem Zusammenhang kennengelernt haben als Jahve oder Jehova und auch seine Genossen, die Elohim. Die Lichtgeister gehören zu der Ordnung der Gewalten oder Offenbarungen. Wir wissen, daß Jahve sechs Genossen hatte, die für sich die Sonne lostrennten. Jahve selbst ging mit dem Monde, der das reflektierte Licht der Sonne der Erde zuströmt; aber er ist ein Genosse der anderen Elohim. Wenn Sie jetzt versuchen, das Bewußtsein dieser Offenbarungen nach der Analogie des vorhergehenden sich zu konstruieren, so werden Sie sich sagen: Um die einzelnen Menschen kümmern sich diese Geister nicht mehr. Der einzelne Mensch wird gelenkt durch die Geister, die wir Engel, Erzengel, Urkräfte genannt haben, bis zu dem, was wir Epochalgeister nannten. Das ganze Bild, in das der Mensch eingebettet ist, die Lenkung und Leitung des Planeten und das, was auf ihm vorgeht, ist jetzt Sache der Offenbarungen oder Gewalten. Denn wir haben gesagt, es hätte die ganze heutige Entwickelung des Menschen nicht vor sich gehen können, wenn nicht auf der einen Seite die fortstürmenden Sonnenkräfte und auf der anderen Seite die hemmenden Mondkräfte wären. Die Offenbarungen oder Gewalten haben es gar nicht mehr mit dem einzelnen Menschen zu tun, sondern mit den Menschengruppen. Sie lenken die äußeren Mächte und Wesenheiten, die den Planeten konfigurieren, und die der Mensch braucht, damit er auf diesem Planeten seine Entwickelung durchmachen kann. Und so sehen wir zuletzt hinauf zu einer hohen Wesenheit, die über alles das hinausgeht, was wir eben besprochen haben, zu der Christus-Wesenheit selbst, die auf die Erde etwas bringt, was nicht mit dem einzelnen Menschen zu tun hat, sondern mit der Lenkung der ganzen Menschheit. Und zu dem Christus muß der Mensch seinen Weg selber finden; denn gezwungen, sich leiten zu lassen, wird er nur noch von den Urkräften; zu dem Christus muß er freiwillig kommen.

[ 18 ] We have thus ascended to spirits that are already very high, known as “Revelations” or “Exusiai.” Among them is, for example, the being we have come to know in another context as Yahweh or Jehovah, as well as his companions, the Elohim. The spirits of light belong to the order of powers or revelations. We know that Yahweh had six companions who separated the sun for themselves. Yahweh himself went with the moon, which showers the Earth with the reflected light of the sun; but he is a companion of the other Elohim. If you now try to construct a conception of the consciousness of these manifestations by analogy with what has been said previously, you will say to yourself: These spirits no longer concern themselves with individual human beings. The individual human being is guided by the spirits we have called angels, archangels, and primal forces, up to what we have called epochal spirits. The entire picture in which human beings are embedded—the guidance and direction of the planet and what takes place on it—is now the domain of the revelations or powers. For we have said that the entire course of human development today could not have taken place were it not for the surging solar forces on the one hand and the restraining lunar forces on the other. The revelations or powers no longer have anything to do with the individual human being at all, but rather with groups of people. They direct the outer forces and beings that configure the planet and that humanity needs so that it can undergo its development on this planet. And so we finally look up to a high being who transcends everything we have just discussed—to the Christ Being Himself, who brings to Earth something that has nothing to do with the individual human being, but rather with the guidance of all humanity. And humanity must find its own path to the Christ; for it is compelled to be guided only by the primordial forces; it must come to the Christ of its own free will.

[ 19 ] So haben wir uns zunächst von den untersten Stufen der dem Menschen übergeordneten Hierarchien, von den Engeln, Erzengeln und ein wenig auch von den Urkräften und Gewalten, eine Anschauung gebildet, und nur erahnend vermögen wir zu einer noch höheren Wesenheit, zum Christus, aufzublicken. - Wir können ein anderes Mal die Gelegenheit benutzen, um das ins Auge zu fassen, was von den «Thronen» und so weiter zu sagen ist. Heute wollte ich Ihnen etwas von dem geistigen Gefüge erzählen, in das der Mensch eingeflochten ist, insofern Engel, Erzengel, Urkräfte und Gewalten daran beteiligt sind.

[ 19 ] Thus, we have first formed a conception of the lowest levels of the hierarchies superior to humankind—the angels, archangels, and, to some extent, the primordial forces and powers—and we can only intuitively look up toward an even higher being, Christ. - We can take the opportunity another time to consider what can be said about the “Thrones” and so on. Today I wanted to tell you something about the spiritual structure into which human beings are woven, insofar as angels, archangels, primordial forces, and powers are involved.