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The Influence of
Spiritual Beings upon Man
GA 102

13 April 1908, Berlin

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Das letzte Mal, als wir hier unsere Betrachtungen anstellten, konnte ich damit schließen, daß ich sagte, das Christentum sei weiter, umfassender als dasjenige, was innerhalb des religiösen Elementes eingeschlossen ist, und in jenen Zukünften, in denen die Menschheit hinausgewachsen sein wird über das, was man im Laufe der Zeit gewohnt worden ist, Religion zu nennen, in jenen Zukünften, so wurde gesagt, werde der Inhalt des Christentums, befreit von dem im alten Sinne religiösen Element, ein geistiger Kulturfaktor für die Menschheit geworden sein. Das Christentum vermag also selbst diejenige Form zu überwinden, die wir nach den bisherigen Kulturentwickelungen als die Form des religiösen Lebens aufzufassen das Recht haben.

[ 1 ] The last time we engaged in these reflections here, I was able to conclude by saying that Christianity is broader and more comprehensive than what is contained within the religious element, and that in those futures in which humanity will have outgrown what, over the course of time, has come to be called religion—in those futures, it was said, the essence of Christianity—freed from the religious element in the old sense—will have become a spiritual cultural factor for humanity. Christianity is thus capable of transcending even that form which, based on cultural developments to date, we are justified in regarding as the form of religious life.

[ 2 ] Seit jenem letzten Vortrage sind mannigfaltige Symptome des Kulturlebens an mir vorübergezogen. Sie wissen ja, daß zwischen jener und unserer heutigen Betrachtung ein kleines Stück geisteswissenschaftlicher Arbeit in den drei nördlichen Ländern liegt: in Schweden, Norwegen und Dänemark. Die vorletzte Woche hatte ich unter anderen schwedischen Orten auch in Stockholm vorzutragen. Es wird Ihnen begreiflich sein, wenn ich Ihnen sage, daß in jenen nördlichen Ländern, in denen ja wegen der geringen Zahl der Einwohner so viel Platz ist für die Menschen, daß sie weiter auseinander wohnen als in unseren mitteleuropäischen Kulturländern — wir brauchen uns nur daran zu erinnern, daß ganz Schweden soviel Einwohner hat wie London allein —, daß in jenen Gegenden, in denen so viel Platz ist, auch Gelegenheit ist, daß noch hereinspielen die alten nordischen Götter und Wesenheiten des geistigen Lebensumkreises. Man darf wohl sagen: für denjenigen, welcher etwas weiß vom Spirituellen, ist es in gewisser Beziehung so, daß an allen Ecken und Enden herausblicken die Geistesantlitze jener alten nordischen Götterwesen, welche vor dem geistigen Antlitz der nordischen Eingeweihten in den nordischen Mysterien standen in jener Zeit, in welcher noch nicht die christliche Idee hingeflutet ist über die Welt.

[ 2 ] Since that last lecture, a wide variety of manifestations of cultural life have come to my attention. As you know, between that lecture and our discussion today lies a small body of work in the humanities carried out in the three northern countries: Sweden, Norway, and Denmark. The week before last, I gave lectures in Stockholm, among other Swedish cities. You will understand when I tell you that in those northern countries—where, due to the small number of inhabitants, there is so much space for people that they live farther apart than in our Central European cultural countries —we need only recall that all of Sweden has as many inhabitants as London alone—that in those regions where there is so much space, there is also an opportunity for the old Norse gods and beings of the spiritual realm to still make their presence felt. One may well say: for those who know something of the spiritual realm, it is in a certain sense the case that the spiritual countenances of those ancient Norse deities—who stood before the spiritual gaze of the Norse initiates in the Norse mysteries during that time when the Christian idea had not yet flooded the world—peek out from every nook and cranny.

[ 3 ] Innerhalb dieser nicht bloß im poetischen, sondern auch im spirituellen Sinne sagenumwobenen Gegenden konnte man ein anderes Symptom mitten hineingestellt finden. Zwischen den Tagen der Stockholmer Vorträge hatte ich auch in Uppsala vorzutragen. In der Bibliothek zu Uppsala — mitten drinnen zwischen all dem, was an Manifestationen spiritueller Art vorliegt von den alten vorchristlichen Götterzeiten her -, da liegt ruhig die erste alte germanische Bibelübersetzung: der sogenannte Silberne Kodex, die vier Evangelien, im 4. Jahrhundert von dem gotischen Bischof Ulfilas -Wulfila — übersetzt. Merkwürdig: durch eine karmische Verkettung wurde im Dreißigjährigen Kriege dieses Dokument des Christentums aus Prag, wo es bis dahin war, hinauf erbeutet und ist nun aufbewahrt mitten unter denjenigen geistigen Wesenheiten, die — wenigstens in ihren Erinnerungen - die geistige Atmosphäre jener Gegenden durchschwirren. Und als ob es sich so gehörte, daß jenes Dokument an dieser Stelle ruhte, stellt sich auch noch die merkwürdige Tatsache hinein, daß elf Blätter dieses Silbernen Kodex einst von einem Liebhaber gestohlen wurden. Sein Erbe bekam nach längerer Zeit solche Gewissensbisse, daß er diese elf Blätter wiederum nach Uppsala schicken ließ, so daß sie also jetzt wieder mit den anderen der ersten germanischen Bibelübersetzung zusammenliegen.

[ 3 ] Within these regions, steeped in legend not only in a poetic sense but also in a spiritual one, one could find another symptom right in the midst of it all. Between the days of the Stockholm lectures, I also had to give a lecture in Uppsala. In the Uppsala Library—right in the midst of all the manifestations of a spiritual nature dating back to the ancient pre-Christian times of the gods—lies quietly the first ancient Germanic translation of the Bible: the so-called Silver Codex, the four Gospels, translated in the 4th century by the Gothic bishop Ulfilas (Wulfila). It is curious: through a karmic chain of events, during the Thirty Years’ War, this document of Christianity was captured from Prague—where it had been kept until then—and is now preserved amidst those spiritual beings who—at least in their memories—permeate the spiritual atmosphere of those regions. And as if it were meant to be that this document should rest in this place, there is also the curious fact that eleven leaves of this Silver Codex were once stolen by a collector. After some time, his heir was overcome by such pangs of conscience that he had these eleven leaves sent back to Uppsala, so that they now lie once again alongside the others in the first Germanic translation of the Bible.

[ 4 ] Unter den drei öffentlichen Vorträgen in Stockholm hatte ich einen zu halten über die leitende Idee in Wagners Nibelungenring, und als man über die Straße ging, da war an den Säulen für die Oper angeschlagen: «Wagner: Ragnarök — die Götterdämmerung», als der letzte Abend der Aufführung dieses Nibelungenringes. Es sind das wirkliche Symptome, die sich da in einer merkwürdigen Weise durcheinanderweben: die nordische Sagenwelt, die ja auf ihrem Grunde überall den tieftragischen Zug hat, darauf hinzuweisen, daß da Einer kommen wird, der diese nordische Götter-Geisterwelt ablösen werde. Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Stimmungszug der nordischen Sagenwelt wie in einem Nachklange selbst noch in der mittelalterlichen Gestalt dadurch herauskommt, daß Siegfried getötet wird an der einzigen Stelle, wo er noch verwundbar war und wie damit prophetisch auf diejenige Stelle hingedeutet wird, die später bei einem anderen zugedeckt wird durch das Kreuz, gleichsam um anzudeuten: hier ist eine Stelle, wo noch etwas fehlt. Das ist nicht bloß eine dichterische, poetische Anspielung, sondern das ist etwas, was tief aus der Inspiration der Sagenwelt herausgeholt ist. Denn dieser tragische Zug ruht sowohl in der nordischen Sage als auch in dem ihr zugrunde liegenden Mysterium, daß an die Stelle der nordischen Götterwelt später das christliche Prinzip treten werde. In den nordischen Mysterien hat man überall darauf aufmerksam gemacht, was diese Götterdämmerung eigentlich bedeute. Es ist zu gleicher Zeit bezeichnend — ich meine damit wiederum etwas mehr als ein bloß poetisches Bild -, daß bis ins Volksgemüt hinein da oben die Erinnerungen an die alten Götter mit einer großen Friedlichkeit sich vertragen mit dem, was vom Christentum hereingetragen und eingewandert ist. Man empfindet es als Symptom, diese ruhende gotische Bibel inmitten der alten Erinnerungen.

[ 4 ] Among the three public lectures in Stockholm, I was to give one on the central theme in Wagner’s Ring of the Nibelung, and as we were walking down the street, I saw a notice posted on the columns of the opera house that read: “Wagner: Ragnarök—The Twilight of the Gods,” as the final evening of the performance of this Ring of the Nibelung. These are genuine symptoms that intertwine in a curious way: the Norse mythological world, which at its core is permeated everywhere by a profoundly tragic thread, pointing to the fact that one will come who will supplant this Norse world of gods and spirits. I have often drawn your attention to the fact that this mood of Norse mythology, as if in an echo, still emerges even in its medieval form through the fact that Siegfried is killed at the very spot where he was still vulnerable—and how this prophetically points to the very spot that will later be covered by the cross in the case of another, as it were, to suggest: here is a place where something is still missing. This is not merely a literary or poetic allusion, but something drawn deeply from the inspiration of the mythological world. For this tragic element lies both in the Norse saga and in the mystery underlying it—that the Christian principle would later take the place of the Norse pantheon. Throughout the Nordic mysteries, attention has been drawn everywhere to what this “twilight of the gods” actually signifies. It is also significant—and here again I mean something more than a mere poetic image—that, deep within the folk consciousness up there, memories of the old gods coexist with great serenity alongside what has been brought in and assimilated from Christianity. One perceives this resting Gothic Bible amidst the old memories as a symptom.

[ 5 ] Man kann es weiter als ein Symptom empfinden, als einen Hinweis auf die Zukunft, wenn in dem Lande, wo die Götter der Götterdämmerung so lebendig waren wie nur irgend möglich, diese Götter in der Richard Wagnerischen Form wieder erstehen, auferstehen außerhalb des in engen Grenzen sich bewegenden religiösen Lebens. Denn wer nur ein wenig die Zeichen der Zeit zu deuten vermag, wird in Richard Wagners Kunst den ersten aufleuchtenden Stern sehen, wie das Christentum in seiner tiefsten Idee heraustritt aus dem engen Rahmen des religiösen Lebens in den weiten Umkreis moderner geistiger Kultur. Man möchte es förmlich in Richard Wagners Seele selbst erlauschen, wie die religiöse Idee des Christentums heraustritt,-wie sie die religiösen Fesseln sprengt und etwas Umfassenderes wird. Wenn er an den Ufern des Zürichsees von der Villa Wesendonk aus, gerade am Karfreitag des Jahres 1857, hinausblickt auf die ersten aufsprießenden Frühlingsblumen und ihm in diesem aufsprießenden Leben der erste Seelenkeim des «Parsifal» aufgeht, so ist das eine solche Transformation dessen, was im Christentum zunächst als religiöse Idee lebt, auf einen größeren Plan hinaus. Und nachdem er sich zuerst erhoben hat in seinem Gemüt zu jener prophetischen Vorherverkündigung des Christentums, die bei ihm so gewaltig aufleuchtete in seiner Nibelungenring-Dichtung, ist später im «Parsifal» diese christliche Idee ganz herausgetreten und hat einen weiteren Horizont gewonnen. Damit ist sie der Ausgangspunkt für jene Zukunft geworden, wo das Christentum nicht nur religiöses Leben sein wird, sondern Erkenntnisleben, Kunstleben, Schönheitsleben im umfassenden Sinne des Wortes.

[ 5 ] One might further perceive it as a symptom, as a sign of things to come, when in the land where the gods of Götterdämmerung were as alive as could possibly be, these gods are reborn in Richard Wagner’s form, rising again outside the confines of religious life, which moves within narrow boundaries. For anyone who is even slightly able to interpret the signs of the times will see in Richard Wagner’s art the first shining star, as Christianity, in its deepest essence, steps out of the narrow confines of religious life into the broad sphere of modern intellectual culture. One can almost hear it within Richard Wagner’s very soul: how the religious idea of Christianity breaks free—how it shatters its religious bonds and becomes something more all-encompassing. When, on the shores of Lake Zurich from Villa Wesendonk, on Good Friday of the year 1857, he looks out upon the first spring flowers sprouting and the first seed of the soul of Parsifal dawns upon him amid this burgeoning life, this marks such a transformation of what initially lives in Christianity as a religious idea into a grander vision. And after he had first risen in his spirit to that prophetic foreshadowing of Christianity, which shone so powerfully in his Ring of the Nibelung poetry, this Christian idea later emerged fully in Parsifal and gained a broader horizon. It has thus become the starting point for that future in which Christianity will be not only religious life, but also a life of knowledge, a life of art, and a life of beauty in the fullest sense of the word.

[ 6 ] Das sollte heute hingestellt werden vor Ihre Seele in Anknüpfung an den Schluß unserer vorigen Betrachtung als etwas, was eine Grundempfindung erregen kann für das, was das Christentum einstmals der Menschheit werden kann. Daran anknüpfend wollen wir heute aus den Tiefen der Menschheitsentwickelung heraus die Beziehungen zwischen Religion und Christentum ein wenig ins Auge fassen. Auch der Zeitpunkt, in dem wir diese Betrachtung anstellen, ist nicht ungeeignet, gerade eine solche Betrachtung vor unsere Seele hinzuzaubern.

[ 6 ] This should be presented to your soul today, following on from the conclusion of our previous reflection, as something that can stir a fundamental sense of what Christianity could once have become for humanity. Building on that, let us today take a brief look at the relationship between religion and Christianity from the depths of human evolution. The timing of this reflection is also well-suited to bringing just such a contemplation to mind.

[ 7 ] Wir stehen unmittelbar vor jenem großen symbolischen Fest, das man ausdrücken könnte als das Fest, das anzeigt den Sieg des Geistes über den Tod, wir stehen vor dem Osterfest, und wir erinnern uns vielleicht jener Betrachtung, wo wir Weihnachten zu begreifen versuchten aus den Tiefen des Mysterienwesens heraus. Wenn wir von einem höheren Standpunkte aus auf der einen Seite das Weihnachtsfest, auf der anderen Seite das Osterfest mit seinem Ausblick nach dem Pfingstfeste ins Auge fassen, dann stellt sich uns gerade jenes Verhältnis zwischen Religion und Christentum, wenn wir es recht betrachten, in einer wunderbaren Art vor die geistigen Augen.

[ 7 ] We are on the very threshold of that great symbolic festival which could be described as the festival that signifies the victory of the spirit over death; we are on the threshold of Easter, and we may recall that meditation in which we sought to understand Christmas from the depths of the mystery tradition. When we view, from a higher vantage point, Christmas on the one hand and Easter—with its outlook toward Pentecost—on the other, then, if we look at it correctly, that very relationship between religion and Christianity presents itself in a wondrous way before our spiritual eyes.

[ 8 ] Wir werden jetzt etwas weither holen müssen die Grundlage zu dieser Betrachtung, aber wir werden daraus auch sehen, was eigentlich in solchen Festen konserviert ist und was sie in unserer Seele auferwecken können. Weit werden wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, wenn auch nicht so weit, wie das in unseren letzten Vorträgen der Fall war, weder der Zeit noch dem Raume nach. Aber die Betrachtungen, die wir angestellt haben, werden uns eine Hilfe sein, weil wir daraus den Hergang der Erdentwickelung und ihren Zusammenhang mit der Entwickelung der Wesenheiten des Himmelsraumes ersehen haben. Wir werden heute nur zurückgehen ungefähr bis in die Mitte des atlantischen Zeitalters. Es ist dasjenige Zeitalter, in dem die Vorfahren der heutigen Menschheit im Westen von Europa gewohnt haben, zwischen Europa und Amerika, auf jenem Kontinent, der heute den Boden des Arlantischen Ozeans bildet. Die Erde hat dazumal anders ausgesehen. Was heute Wasseroberfläche ist, war damals Landoberfläche, und da wohnten die Vorfahren der Menschen, die heute die europäisch-asiatische Kulturmenschheit ausmachen. Wenn wir nun einen geistigen Blick auf das Seelenleben dieses vorsintflutlichen atlantischen Volkes werfen, dann stellt sich uns dasselbe ganz anders dar als das Seelenleben der nachatlantischen Menschheit. Wir wissen aus früheren Betrachtungen, wie gewaltig im Laufe der Erdentwickelung sich alles, auch in der Seele der Menschen, geändert hat. Bis zu jenem Wechselzustande hin von täglichem Wachen und nächtlichem Schlafen hat sich alles im menschlichen Bewußtseinsleben geändert seit jener Zeit.

[ 8 ] We will now have to go back a bit further to lay the foundation for this discussion, but we will also see from this what is actually preserved in such festivals and what they can awaken in our souls. We will go far back in human evolution, though not as far as we did in our last lectures, neither in time nor in space. But the reflections we have made will be of help to us, because through them we have gained insight into the course of Earth’s evolution and its connection with the evolution of the beings of the celestial realms. Today we will go back only to approximately the middle of the Atlantean epoch. This is the epoch in which the ancestors of present-day humanity lived in the west of Europe, between Europe and America, on that continent which today forms the bed of the Atlantic Ocean. The Earth looked different back then. What is now the surface of the water was then land, and that is where the ancestors of the people who today constitute the European-Asian cultural humanity lived. If we now cast a spiritual glance at the inner life of this pre-Flood Atlantean people, it appears to us quite different from the inner life of post-Atlantean humanity. We know from earlier considerations how profoundly everything—including the human soul—has changed in the course of Earth’s evolution. Since that time, everything in human consciousness has changed, right down to that alternating state of waking by day and sleeping by night.

[ 9 ] Heute ist es ja das Normale des Menschen, wenn er am Morgen aufwacht, daß er mit seinem Astralleibe und dem Ich in den physischen Leib und Ätherleib untertaucht. Und indem er untertaucht, bedient er sich seiner Augen zum Sehen, seiner Ohren zum Hören und seiner anderen Sinneswerkzeuge, um die Eindrücke aus der Sinneswelt um sich herum wahrzunehmen. Er taucht unter in sein Gehirn und sein Nervensystem und kombiniert die Sinneseindrücke. Das ist sein Tagesleben. Abends zieht er wieder seinen astralischen Leib und sein Ich heraus aus dem physischen und dem Ätherleibe. Und wenn der Mensch einschläft und sein physischer und Ätherleib im Bett liegen, dann versinken alle die Eindrücke der Sinneswelt und des Tageslebens. Da versinken Lust und Leid, Freude und Schmerz, alles, was das innere Seelenleben ausmacht, und dunkel und finster ist das Leben in der Nacht um den Menschen herum.

[ 9 ] Today, it is perfectly normal for a person, when he wakes up in the morning, to descend with his astral body and his “I” into his physical body and etheric body. And as he merges, he uses his eyes to see, his ears to hear, and his other sense organs to perceive the impressions from the sensory world around him. He merges into his brain and nervous system and processes the sensory impressions. This is his daily life. In the evening, he draws his astral body and his “I” out of the physical and etheric bodies again. And when a person falls asleep and his physical and etheric bodies lie in bed, all the impressions of the sensory world and of daily life subside. Pleasure and suffering, joy and pain—everything that constitutes the inner life of the soul—subside, and life around the person at night is dark and gloomy.

[ 10 ] Das war etwa in der Mitte der atlantischen Zeit noch nicht so. Da bietet das Bewußtseinsleben des Menschen ein wesentlich anderes Bild. Wenn der Mensch des Morgens untertauchte in seinen physischen Leib und seinen Ätherleib, dann traten ihm nicht jene bestimmten, scharf umrissenen Bilder der physischen Außenwelt entgegen, sondern die Bilder waren viel unbestimmter, etwa so, wie uns heute die Straßenlaternen im dichten Nebel wie aurisch umsäumt erscheinen von regenbogenförmigen Farbengebilden. Da haben Sie einen kleinen Vergleich, um sich eine Vorstellung von dem zu bilden, was der Atlantier in der Mitte seines Zeitalters sah. Nur waren diese Farben, die die Gegenstände umsäumten und die ihre scharfen Grenzen, wie sie der Mensch heute sieht, noch nicht zuließen, und auch die Töne, die aus den Gegenständen erklangen, noch nicht solche nüchternen Farben und Töne wie heute. Es drückte sich in diesen Farbenrändern, die auch alle lebenden Wesen umgaben, etwas aus von dem inneren Seelenleben der Wesen, so daß der Mensch, wenn er in seinen physischen und seinen Ätherleib untertauchte, noch sozusagen etwas von dem geistigen Wesen der Dinge, die um ihn herum waren, wahrnahm, zum Unterschied von heute, wo er, wenn er am Morgen untertaucht in seinen physischen und Ätherleib, bloß die physischen Dinge in ihren scharfen Grenzen und farbigen Oberflächen wahrnimmt. Und wenn des Abends der Mensch seinen physischen und seinen Ätherleib verließ, dann breitete sich um ihn herum nicht lautlose Stille und Finsternis aus. Dann waren diese Bilder, die er wahrnahm, höchstens ein wenig anders, aber kaum viel schwächer als am Tage. Es bestand nur der Unterschied, daß er während des Tageslebens die äußeren Gegenstände des mineralischen, pflanzlichen, tierischen und Menschenreiches wahrnahm. Des Nachts aber, wenn der Mensch sich heraushob aus seinem physischen und Ätherleib, dann war ihm der Raum auch von solchen Farbenbildern und Tönen erfüllt, auch von allen möglichen Eindrücken des Geruchs und Geschmacks, von allem, was ringsherum war. Aber diese Farben und Töne und diese Eindrücke von Wärme und Kälte, die er da wahrnahm, das waren die Kleider und Hüllen von geistigen Wesenheiten, welche gar nicht heruntergestiegen waren bis zu einer physischen Verkörperung, von Wesenheiten, deren Namen und Vorstellung in den Sagen und Mythen erhalten sind. Denn Sagen und Mythen sind nicht «Volksdichtungen», sondern Erinnerungen an jene Schauungen, welche die Menschen in alten Zeiten in solchen Zuständen hatten; denn diese Menschen nahmen Geistiges bei Tag und Geistiges bei Nacht wahr. Der Mensch lebte wirklich umgeben in der Nacht von jener nordischen Götterwelt, die in Sagen und Mythen erhalten ist. Odin und Freya und all die anderen Gestalten der nordischen Sage sind nicht erfunden. Sie sind ebenso wahr erlebt worden in der geistigen Welt von jener Vormenschheit, wie heute der Mensch in seiner Umgebung seine Mitmenschen erlebt. Und die Sagen und Mythen sind die Erinnerungen an das, was der Mensch in allem erlebte, was er in seinem dämmerhaften, hellseherischen Zustande durchgemacht hat.

[ 10 ] This was not yet the case around the middle of the Atlantean epoch. At that time, human consciousness presented a fundamentally different picture. When the human being of that time sank into his physical body and his etheric body in the morning, he was not met by those specific, sharply defined images of the physical external world; rather, the images were much more vague—much like how streetlights appear to us today, shrouded in dense fog and surrounded by auric, rainbow-colored formations. Here is a small comparison to help you form an idea of what the Atlantean saw in the middle of his era. However, these colors, which fringed the objects and did not yet allow for the sharp boundaries that people see today, and the sounds that emanated from the objects, were not yet the sober colors and tones we experience today. These colored borders—which also surrounded all living beings—expressed something of the beings’ inner soul life, so that when a person immersed themselves in their physical and etheric bodies, they still perceived, so to speak, something of the spiritual essence of the things around them—unlike today, when, upon immersing themselves in their physical and etheric bodies in the morning, perceives only physical things within their sharp boundaries and colored surfaces. And when, in the evening, a person left his physical and etheric bodies, silence and darkness did not spread around him. The images he perceived were, at most, slightly different, but hardly any fainter than during the day. The only difference was that during the day he perceived the external objects of the mineral, plant, animal, and human kingdoms. At night, however, when a person emerged from his physical and etheric bodies, space was also filled for him with such images of color and sound, as well as with all manner of impressions of smell and taste—with everything that was all around him. But these colors and sounds, and these impressions of warmth and cold that he perceived there, were the garments and veils of spiritual beings who had not descended as far as to take on a physical form—beings whose names and images are preserved in legends and myths. For legends and myths are not “folk poetry,” but rather memories of those visions that people in ancient times experienced in such states; for these people perceived the spiritual both by day and by night. People truly lived at night surrounded by that Norse pantheon that has been preserved in legends and myths. Odin and Freya and all the other figures of Norse legend are not invented. They were experienced just as truly in the spiritual world by that pre-human race as people today experience their fellow human beings in their surroundings. And the legends and myths are the memories of what people experienced in everything they went through in their twilight, clairvoyant states.

[ 11 ] Als dieser Bewußtseinszustand, der sich aus einem noch älteren Zustand entwickelt hat, mehr und mehr herauswuchs, da war am Himmel stehend die Sonne im Zeichen der Waage in dem Zeitpunkt, den wir heute den Frühling nennen. Und indem wir uns jetzt weiterbewegen in der Zeit, die die atlantische heißt, sehen wir, wie sich immer mehr herausbildet der Zustand, den wir heute haben. Immer dumpfer, immer unbeträchtlicher wurden die Eindrücke, die der Mensch hatte, wenn sein Astralkörper und sein Ich in der Nacht aus dem physischen und dem Ätherleibe heraus waren. Immer deutlicher wurden die Tagesbilder, die er empfing, wenn er in seinem physischen und seinem Ätherleibe darinnen war, kurz, immer mehr und mehr - so dürfen wir paradox sagen — wurde für ihn die Nacht zur Nacht und der Tag zum Tage.

[ 11 ] As this state of consciousness—which had developed from an even earlier state—became increasingly pronounced, the sun stood in the sign of Libra at the time of year we now call spring. And as we now move forward in time—into what is called the Atlantean era—we see how the state we have today is increasingly taking shape. The impressions that people had when their astral body and their “I” were outside the physical and etheric bodies at night became increasingly dull and insignificant. The images he received during the day, while he was within his physical and etheric bodies, became ever clearer; in short, more and more—as we might paradoxically say—night became night for him and day became day.

[ 12 ] Dann kam die atlantische Flut, und auf gingen die späteren nachatlantischen Kulturen, jene Kulturen, die ich Ihnen oft geschildert habe, die wir nennen die alte indische Kultur, innerhalb welcher die heiligen Rishis selber die Menschen gelehrt haben, die alte persische, die chaldäisch-assyrisch-babylonisch-ägyptische Kultur, dann die griechisch-lateinische und endlich unsere Kultur. Wollen wir heute die Stimmung schildern, in der die Menschen in der nachatlantischen Zeit und zum Teil auch schon in den letzten Zeiten der atlantischen Epoche waren, so tritt uns diese Stimmung so entgegen: Überall waren die Völker, auch die, welche nach dem Osten gezogen waren und sich dort angesiedelt haben als die Nachkommen der atlantischen Völker, noch im Besitz der alten Erinnerungen, der alten Sagen und Mythen, welche wiedergaben, was die Menschen in einer früheren Zeit, in einem früheren Bewußtseinszustande der atlantischen Zeit erlebt haben. Diesen Sagenschatz hatten sich die Völker aus der atlantischen Zeit mitgebracht, und sie bewahrten und erzählten ihn. Das war dasjenige, was sie erfüllte, und die ältesten Bewohner des Nordens spürten durchaus noch die Kraft, die aus den Sagen und Mythen zu ihnen sprach, weil die ältesten Ahnen die Erinnerung daran hatten, daß einst die Vorfahren selbst das geschen hatten, was da erzählt wird. Noch etwas anderes wurde innerhalb dieser Völker bewahrt, was zwar die Völker nicht erlebt haben, was aber diejenigen erlebt haben, welche die Eingeweihten jener alten Zeiten waren, die Mysterienpriester und Mysterienweisen. Sie hatten geistig hineinschauen dürfen in dieselben Tiefen des Weltendaseins, die heute wiederum durch die Geistesforschung erschlossen werden. Sie hatten hineinschauen dürfen, weil die Seelenzustände der menschlichen Vorfahren innerhalb der Eingeweihtenschaft geradeso waren, wie die der Volksseele, die in den alten Zeiten noch mitten darin lebte in der geistigen Welt. Wenn auch in dämmerhafter Weise, so war doch jener hellsehende Zustand in jenen alten Zeiten noch vorhanden. Bewahrten sich so die Völker ihre Sagen und Märchen und Mythen auf, die in vielfach gebrochenen Strahlen das zeigten, was früher erlebt worden war, so wurde in der uralten Weisheit dasjenige bewahrt, was in den Mysterien erschaut wurde, was in den alten Zeiten gepflegt worden war: eine umfassende Weltanschauung, die dann in den Mysterien denen, die eingeweiht wurden, zum unmittelbaren individuellen Bewußtsein gebracht werden konnte. Nur noch künstlich konnte man in den alten Mysterien jene Zustände hervorrufen, die in den alten Zeiten natürlich waren.

[ 12 ] Then came the Atlantean Flood, and the subsequent post-Atlantean cultures arose—those cultures I have often described to you, which we call the ancient Indian culture, within which the holy Rishis themselves taught the people; the ancient Persian, Chaldean-Assyrian-Babylonian-Egyptian culture; then the Greco-Latin culture; and finally, our own culture. If we wish to describe today the mood in which people lived during the post-Atlantean era—and to some extent even during the final stages of the Atlantean epoch—this mood presents itself to us as follows: Everywhere, the peoples—including those who had migrated eastward and settled there as descendants of the Atlantean peoples—still possessed the ancient memories, legends, and myths that reflected what people had experienced in an earlier time, in an earlier state of consciousness during the Atlantean era. The peoples had brought this treasure trove of legends with them from the Atlantean era, and they preserved and recounted it. This was what filled their lives, and the oldest inhabitants of the North still distinctly felt the power that spoke to them through the legends and myths, because their most ancient ancestors retained the memory that their forebears themselves had once lived through what was being recounted there. Something else was also preserved among these peoples—something they themselves had not experienced, but which had been experienced by those who were the initiates of those ancient times: the mystery priests and mystery sages. They had been permitted to look spiritually into the very same depths of world existence that are now once again being explored through spiritual research. They were permitted to look into these depths because the states of the souls of human ancestors within the initiated community were exactly the same as those of the national soul, which in ancient times still lived right in the midst of the spiritual world. Even if only in a dim and vague way, that clairvoyant state still existed in those ancient times. Thus, the peoples preserved their legends, fairy tales, and myths, which, in many refracted rays, revealed what had been experienced in the past; so too was preserved in the ancient wisdom that which was beheld in the Mysteries, that which had been cultivated in ancient times: a comprehensive worldview that could then be brought into the immediate individual consciousness of those who were initiated in the Mysteries. In the ancient Mysteries, it was only possible to artificially evoke those states that had been natural in ancient times.

[ 13 ] Warum war in jenen alten Zeiten jener Zustand des geistigen Wahrnehmens natürlich? Deshalb, weil noch ein anderer Zusammenhang zwischen dem physischen und dem Ätherleib bestand. Der heutige Zusammenhang ist erst im Laufe der letzten atlantischen Zeit entstanden. Beim atlantischen Menschen ragte der obere Teil des Ätherkopfes und noch manche andere Teile des ätherischen Leibes weit hinaus über den physischen Kopf, und nach und nach, erst gegen Ende der Atlantis, rückte der Ätherkopf vollständig in den physischen Kopf hinein. Da brachte sich der Ätherleib fast zur Deckung mit dem physischen Leib. Durch dieses Zusammenfallen des physischen und des Ätherteiles des Kopfes wurde der spätere Bewußtseinszustand hervorgerufen, der den Menschen nach der atlantischen Zeit eigen geworden war: die Möglichkeit, in scharfen Grenzen die physischen Gegenstände im heutigen Sinne wahrzunehmen. Daß er die Töne hören kann, die Gerüche empfindet, die Farben an der Oberfläche sieht, wo sie ihm nicht mehr die Zeugen für das geistige Innere der Dinge sind, dies alles war mit jenem festeren Zusammenfügen des physischen Leibes und des Ätherleibes verbunden, das damals nach und nach eintrat.

[ 13 ] Why was that state of spiritual perception natural in those ancient times? Because there was still a different connection between the physical body and the etheric body. The connection we have today only developed during the latter part of the Atlantean era. In Atlantean human beings, the upper part of the etheric head—and many other parts of the etheric body as well—protruded far beyond the physical head, and gradually, only toward the end of the Atlantean epoch, did the etheric head move completely into the physical head. At that point, the etheric body came to almost coincide with the physical body. This merging of the physical and etheric parts of the head gave rise to the state of consciousness that later became characteristic of human beings after the Atlantean era: the ability to perceive physical objects within sharp boundaries, as we understand it today. The fact that he can hear sounds, perceive smells, and see colors on the surface—where they no longer serve as witnesses to the spiritual inner nature of things—all of this was connected with that firmer fusion of the physical body and the etheric body, which gradually took place at that time.

[ 14 ] In den noch älteren Zeiten, wo der Ätherleib noch zum Teil außerhalb des physischen Leibes war, war es noch so, daß dieser draußen befindliche Teil des Ätherleibes immer noch vom Astralleib seine Eindrücke empfangen konnte, und diese Eindrücke waren die Wahrnehmungen des alten dämmerhaften Hellsehens. Erst als der Ätherleib völlig in den physischen Leib untertauchte, war dem Menschen das alte dämmerhafte Hellsehen völlig entzogen. In jenen alten vorchristlichen Mysterien mußte daher derjenige Zustand bei dem Einzuweihenden von dem Initiierenden künstlich hervorgerufen werden, der in der atlantischen Zeit natürlich war. Da sehen wir, daß die einzuweihenden Schüler in den Mysterientempeln so behandelt wurden, daß, nachdem der astralische Leib die entsprechenden Eindrücke erhalten hatte, der Ätherleib zum Teil herausgehoben wurde durch den einweihenden Priester, wodurch der physische Leib während dreieinhalb Tagen in einen lethargischen Schlaf, in eine Art Lähmungszustand versetzt wurde. Dann konnte, während der Ätherleib frei geworden war, der Astralleib in ihn eindrücken all die Erlebnisse, die der frühere atlantische Mensch in natürlichem Zustand gehabt hat. Da konnte der alte Einzuweihende sehen, was nun nicht mehr bloß durch die Schrift aufbewahrt, nicht für ihn Tradition war, sondern was jetzt für ihn ein individuelles Erlebnis wurde.

[ 14 ] In even earlier times, when the etheric body was still partly outside the physical body, this part of the etheric body that was located outside could still receive impressions from the astral body, and these impressions were the perceptions of the ancient, twilight-like clairvoyance. It was only when the etheric body became completely immersed in the physical body that human beings were completely deprived of the old, twilight-like clairvoyance. In those ancient pre-Christian mysteries, the initiator therefore had to artificially induce in the initiate the very state that had been natural during the Atlantean era. Here we see that the students to be initiated in the mystery temples were treated in such a way that, after the astral body had received the corresponding impressions, the etheric body was partially lifted out by the initiating priest, thereby placing the physical body into a lethargic sleep—a kind of state of paralysis—for three and a half days. Then, while the etheric body was freed, the astral body could imprint upon it all the experiences that the ancient Atlantean human had undergone in a natural state. Thus the initiate could see what was no longer merely preserved in scripture—what was not merely tradition for him—but what now became an individual experience for him.

[ 15 ] Vergegenwärtigen wir uns, was der Einzuweihende da durchlebt hat. Während der Mysterienpriester aus dem physischen Leib den Ätherleib zum Teil herausholte und hineinleitete die Eindrücke des Astralleibes in diesen herausgehobenen Ätherleib, da erlebte der Einzuweihende die geistigen Welten so stark, daß er die Erinnerung daran in die physische Welt mit hereinbrachte. Er war Zeuge dessen geworden, was in den geistigen Welten vorging. Er konnte Zeugnis davon ablegen, und er war hinausgehoben über all dasjenige, was sonst geteilt war nach Völkern und Nationen, denn er war eingeweiht in dasjenige, was alle, alle Völker miteinander verbindet: in die Urweisheit, in die Urwahrheit. So war es in den alten Mysterien. So war es auch in denjenigen Augenblicken, von denen ich Ihnen bei dem Weihnachtsmysterium sprechen durfte, wo diejenigen Dinge, welche das eigentlich Charakteristische des späteren Bewußtseins bildeten, vor dem Blicke des Eingeweihten verschwanden. Bedenken Sie einmal, daß ja darin das Wesentliche des nachatlantischen Bewußtseins bestand, daß der Mensch jetzt nicht mehr vermochte in das Innere der Dinge hineinzuschauen, daß eine Grenze zwischen ihm und dem Inneren des Dinges besteht und daß er von den Dingen der physischen Welt nur die Oberfläche sieht. Was undurchschaubar und undurchsichtig geworden war für das Bewußtsein des Menschen der nachatlantischen Zeit, das wurde für den Einzuweihenden durchsichtig und durchschaubar. Er konnte dann, wenn der große Moment an ihn herantrat, in dem, was man Weihenacht nennt, die feste Erde durchschauen, und er konnte «die Sonne um Mitternacht sehen», das Geistige der Sonne «um Mitternacht» sehen.

[ 15 ] Let us consider what the initiate went through at that moment. While the priest of the mysteries partially drew the etheric body out of the physical body and channeled the impressions of the astral body into this separated etheric body, the initiate experienced the spiritual worlds so intensely that he brought the memory of them back into the physical world. He had become a witness to what was taking place in the spiritual worlds. He could bear witness to it, and he was elevated above all that which was otherwise divided among peoples and nations, for he was initiated into that which unites all—all peoples—with one another: into primordial wisdom, into primordial truth. Such was the case in the ancient mysteries. Such was also the case in those moments of which I was permitted to speak to you in connection with the Christmas Mystery, when those things that actually constituted the defining characteristic of later consciousness vanished from the initiate’s gaze. Consider for a moment that the very essence of post-Atlantean consciousness lay in the fact that human beings were no longer able to look into the inner nature of things, that a boundary exists between them and the inner nature of things, and that they see only the surface of the things of the physical world. What had become inscrutable and opaque to the consciousness of human beings in the post-Atlantean era became transparent and comprehensible to the initiate. When the great moment came for him—what is called the Night of Initiation—he could see through the solid earth, and he could “see the sun at midnight,” see the spiritual essence of the sun “at midnight.”

[ 16 ] Im wesentlichen war also diese vorchristliche Einweihung etwas wie ein Zurückrufen dessen, was in alten Zeiten den Menschen natürlich war, was in alten Zeiten die Menschen als ihren natürlichen Bewußtseinszustand erlebten. Immer mehr wuchsen die Menschen heraus aus dieser Erinnerung an die alten Zeiten. Wir haben gesehen, wie Stück für Stück mit den fortschreitenden Kulturzyklen die Menschheit herausgewachsen ist aus jenen alten Erinnerungen und wie ihr immer mehr die Fähigkeit abhanden gekommen ist, außerhalb des physischen Leibes etwas zu erleben.

[ 16 ] In essence, then, this pre-Christian initiation was something like a recalling of what had come naturally to people in ancient times—what people in those days experienced as their natural state of consciousness. Gradually, people grew out of this memory of ancient times. We have seen how, bit by bit, as the cultural cycles progressed, humanity outgrew those ancient memories and how it increasingly lost the ability to experience anything outside the physical body.

[ 17 ] In der ersten Zeit der nachatlantischen Epoche, im alten Indertum, in der persischen, chaldäischen, ja sogar in der ägyptischen Kultur gab es noch viele Menschen, welche ihren Ätherleib mit dem physischen Leib durchaus noch nicht so fest verkettet hatten, daß sie nicht noch Eindrücke aus den geistigen Welten wie atavistische Rückbleibsel aus einer früheren Zeit hätten erhalten können. Dann aber, während der griechisch-lateinischen Zeit, schwanden sozusagen alle diese Rückbleibsel aus einer früheren Zeit dahin, und immer weniger ergab sich die Möglichkeit, die alte Einweihung in derselben Weise durchzuführen wie früher. Immer geringer wurde auch die Möglichkeit, die Erinnerungen an die alte Urweisheit für die Menschheit zu bewahren. Wir nähern uns immer mehr unserem eigenen fünften Zeitalter, das, innerlich angesehen, etwas ganz Besonderes bedeutet innerhalb der Menschheitsevolution.

[ 17 ] In the early days of the post-Atlantean epoch—in ancient India, in Persian and Chaldean culture, and even in Egyptian culture—there were still many people whose etheric bodies were not yet so firmly bound to their physical bodies that they could not still receive impressions from the spiritual worlds, like atavistic remnants from an earlier time. But then, during the Greco-Latin period, all these vestiges from an earlier time faded away, so to speak, and the possibility of conducting the ancient initiation in the same way as before became increasingly rare. The possibility of preserving the memories of the ancient primordial wisdom for humanity also became increasingly rare. We are drawing ever closer to our own fifth epoch, which, viewed from within, holds a very special significance within human evolution.

[ 18 ] In dem vierten Zeitraum, also in der griechisch-lateinischen Zeit, war die Sache noch so, daß man sagen kann, es war noch ebensogut die Möglichkeit vorhanden, sich zurückzuerinnern an das, was die Menschheit einst geschaut hatte im alten dämmerhaften Hellsehen, wie auf der anderen Seite bei einigen Menschen ein vollständiges Wohnen in dem physischen Leibe vorhanden war und damit ein vollständiges Abgeschlossensein von den geistigen Welten. Unser ganzes Leben zeigt uns, daß der Mensch unseres fünften nachatlantischen Zeitalters noch tiefer in den physischen Leib untergetaucht ist. Das äußere Kennzeichen dafür ist das Auftauchen der materialistischen Vorstellungen. Sie tauchen zuerst in dem vierten Zeitraum auf, bei den althellenischen Atomisten. Dann verschwinden sie und tauchen immer wieder auf, bis sie immer mächtiger werden in den letzten vier Jahrhunderten, so daß der Mensch nicht nur die positiven alten Inhalte der Erinnerung an die geistigen Welten verliert, sondern auch den Glauben an die geistigen Welten überhaupt. Das ist der Tatbestand. So tief ist der Mensch in diesem fünften Zeitraum in den physischen Leib untergetaucht, daß er sogar den Glauben verloren hat. In vielen Menschen ist dieser Glaube an das Vorhandensein der geistigen Welten völlig verlorengegangen.

[ 18 ] In the fourth period—that is, the Greco-Roman era—the situation was still such that one could say, the possibility still existed to recall what humanity had once perceived through the ancient, twilight-like clairvoyance, just as, on the other hand, some people were completely at home in the physical body and thus completely cut off from the spiritual worlds. Our entire life shows us that human beings of our fifth post-Atlantean epoch have sunk even deeper into the physical body. The outward sign of this is the emergence of materialistic ideas. They first appear in the fourth epoch, among the ancient Hellenic atomists. Then they disappear and reappear time and again, until they have grown ever more powerful over the last four centuries, so that human beings have lost not only the positive, ancient content of their memory of the spiritual worlds, but also their belief in the spiritual worlds altogether. That is the reality of the situation. Human beings have become so deeply immersed in the physical body during this fifth epoch that they have even lost their faith. In many people, this belief in the existence of the spiritual worlds has been completely lost.

[ 19 ] Fragen wir uns jetzt von einem anderen Gesichtspunkte aus: Wie war also der Gang der Menschheitsentwickelung? Wir blicken zurück in jene alte atlantische Zeit, die wir uns anschaulich zu machen versuchten, und wir können sagen, der Mensch lebte da noch mit seinen Göttern. Er glaubte nicht nur an sich selber und an die drei Reiche der Natur, sondern er glaubte auch an die höheren Reiche der geistigen Welten, denn er war ja ihr Zeuge in der atlantischen Zeit. Es war kein großer Unterschied zwischen seinem nächtlichen und seinem Tagesbewußtsein. Sie hielten sich noch die Waage, und der Mensch wäre ein Tor gewesen, wenn er abgeleugnet hätte, was tatsächlich um ihn herum wahrnehmbar war, denn er sah die Götter. Religion in unserem heutigen Sinne konnte es damals noch nicht geben, denn man brauchte noch nicht die Religion. Was der Inhalt der Religion ist, war für die Menschen der atlantischen Zeit eine Tatsache. Ebensowenig wie Sie eine Religion brauchen, um an Rosen, Lilien, Felsen und Bäume zu glauben, ebensowenig brauchte der Atlantier eine Religion, um an Götter zu glauben, denn sie waren für ihn Tatsachen.

[ 19 ] Let us now ask ourselves from a different perspective: What, then, was the course of human development? We look back to that ancient Atlantean era, which we have tried to visualize, and we can say that human beings still lived with their gods at that time. They believed not only in themselves and in the three realms of nature, but also in the higher realms of the spiritual worlds, for they were, after all, witnesses to them during the Atlantean era. There was no great difference between their nocturnal and diurnal consciousness. The two were still in balance, and human beings would have been fools if they had denied what was actually perceptible around them, for they saw the gods. Religion as we understand it today could not yet exist at that time, for religion was not yet needed. What constitutes the essence of religion was a fact of life for the people of the Atlantean era. Just as you do not need a religion to believe in roses, lilies, rocks, and trees, so too did the Atlanteans not need a religion to believe in gods, for to them, the gods were a reality.

[ 20 ] Immer mehr verschwanden aber diese Tatsachen. Immer mehr wurde der Inhalt der geistigen Welten zu einer Erinnerung, zum Teil aufbewahrt in Traditionen von dem, was man aus alten Zeiten erzählte, daß es die Vorväter gesehen hätten, zum Teil aufbewahrt in den Sagen und Mythen und in dem, was einzelne, besonders veranlagte hellsehende Menschen davon noch selbst sahen. Vor allem wurde dieser Inhalt der geistigen Welten aber aufbewahrt in dem, was in den Mysterien die Mysterienpriester hüteten. Alles was die Hermespriester in Ägypten, die Priester des Zarathustra in Persien, was die chaldäischen Weisen, was die indischen Nachfolger der heiligen Rishis bewahrten, das war nichts anderes als die Kunst, den Menschen in der Einweihung wieder zum Zeugen dessen zu machen, was die Vormenschheit auf natürliche Weise in ihrer Umgebung gesehen hat. Und je nachdem ein Volk beschaffen war, mit seinen besonderen Befähigungen und Empfindungen, je nach dem Klima, in dem es lebte, wurde dasjenige, was in den Mysterien aufbewahrt wurde, in der Religion des Volkes verbildlicht, da in dieser und dort in jener Religion. Aber die Urweisheit lag allen diesen Religionen zugrunde als die große Einheit derselben. Diese Urweisheit war die gleiche, eine einheitliche, ob sie Pythagoras in seiner Schule pflegte, ob die Hermesschüler in Ägypten, ob die chaldäischen Weisen in Vorderasien, ob Zarathustra in Persien oder die Brahmanen in Indien sie lehrten: überall die gleiche Urweisheit, nur abgestuft nach den Bedürfnissen und nach den besonderen Verhältnissen in den Volksreligionen, wie sie uns in den einzelnen Gegenden entgegentreten. Da sehen wir das Werden der religiösen Kultur.

[ 20 ] But these facts gradually faded from memory. The content of the spiritual worlds increasingly became a memory—partly preserved in traditions of what was recounted from ancient times as having been seen by the forefathers, and partly preserved in legends and myths and in what individual, specially gifted clairvoyant people still saw for themselves. Above all, however, this content of the spiritual worlds was preserved in what the mystery priests guarded within the mysteries. Everything that the Hermes priests in Egypt, the priests of Zarathustra in Persia, the Chaldean sages, and the Indian successors of the holy Rishis preserved was nothing other than the art of making people, through initiation, witnesses once again to what pre-humanity had naturally seen in its surroundings. And depending on the nature of a people—with their particular abilities and sensibilities—and depending on the climate in which they lived, what was preserved in the Mysteries was embodied in the religion of that people, here in this religion and there in that one. But primordial wisdom underlay all these religions as their great unity. This primordial wisdom was the same, a unified whole, whether Pythagoras cultivated it in his school, whether the Hermetic disciples in Egypt, the Chaldean sages in the Near East, Zarathustra in Persia, or the Brahmins in India taught it: everywhere the same primordial wisdom, graded only according to the needs and specific circumstances of the folk religions as they appear to us in the various regions. There we see the development of religious culture.

[ 21 ] Was ist also diese religiöse Kultur? Religiöse Kultur ist die eben geschilderte Art der Vermittlung der geistigen Welten für diejenige Menschheit, die nicht mehr die Fähigkeit hat, mit eigenen Wahrnehmungswerkzeugen diese geistige Welt zu erleben. Religion wurde die Kunde, die Botschaft von der geistigen Welt für alle diejenigen, die nicht mehr die geistige Welt als Tatsache erleben konnten. So breitete sich das geistige Leben als Kultur in religiöser Form über das Erdenrund aus. Es lebte so in den verschiedenen Kulturperioden, von der altindischen, altpersischen, ägyptisch-chaldäischen, griechisch-lateinischen Epoche bis in unsere Zeiten.

[ 21 ] So what is this religious culture? Religious culture is the manner of conveying the spiritual worlds—as just described—to those people who no longer have the ability to experience this spiritual world through their own faculties of perception. Religion became the message from the spiritual world for all those who could no longer experience the spiritual world as a reality. Thus, spiritual life spread across the globe as culture in religious form. It lived on in this way through the various cultural periods, from the ancient Indian, ancient Persian, Egyptian-Chaldean, and Greek-Latin eras right up to our own time.

[ 22 ] Untergetaucht ist der Mensch in seinen physischen Leib zum Zwecke, die Außenwelt zu erfahren, zu erleben mit den physischen Sinnen, um dasjenige, was er draußen erlebt mit den physischen Sinnen, hineinzunehmen in seine Geistigkeit, um sie künftigen Evolutionsstufen entgegenzuführen. Nun sind wir aber jetzt, insofern wir hinuntergetaucht sind in den physischen Leib, weil wir die Mitte unserer nachatlantischen Kulturen überschritten haben, in einem ganz besonderen Falle. Noch nicht alle, aber zahlreiche Menschen sind schon in diesem Falle. Alle Entwickelung innerhalb der Menschheit geht in merkwürdiger Weise vor sich. Sie geht sozusagen bis zu einem gewissen Punkte voran, und von da ab geht sie dann in entgegengesetzter Richtung. Nachdem die Entwickelung bis zu einem gewissen Punkte heruntergestiegen ist, steigt sie wieder hinauf und kommt wieder an denselben Etappen an, nur in einer höheren Form, so daß der Mensch heute tatsächlich vor einer merkwürdigen Zukunft steht: vor der Zukunft - das weiß jeder, der diese tief bedeutsame Tatsache der Menschheitsentwickelung kennt -, daß sich sein Ätherleib nach und nach wieder lockert, nachdem er untergetaucht war in den physischen Leib, in welchem er in scharfen Grenzen und Formen alles dasjenige wahrgenommen hat, was in der physischen Welt heute wahrzunehmen ist. Der Ätherleib muß sich wieder lockern, muß sich wieder herausheben, damit der Mensch zu der Vergeistigung aufsteigen kann und in der geistigen Welt wahrnehmen kann. Tatsächlich ist die Menschheit heute schon wiederum an dem Punkte, wo bei einem großen Teil der menschlichen Individuen die Ätherleiber sich wieder lockern.

[ 22 ] Human beings have incarnated into their physical bodies for the purpose of experiencing the external world through the physical senses, so that they may take what they experience outwardly with their physical senses into their spirituality and carry it forward toward future stages of evolution. Now, however, since we have descended into the physical body—having passed the midpoint of our post-Atlantean cultures—we find ourselves in a very special situation. Not everyone yet, but numerous people are already in this situation. All development within humanity proceeds in a remarkable way. It advances, so to speak, up to a certain point, and from there it then moves in the opposite direction. After development has descended to a certain point, it ascends again and reaches the same stages once more, only in a higher form, so that humanity today actually faces a remarkable future: a future—as everyone who is familiar with this profoundly significant fact of human development knows—in which their etheric body will gradually loosen again after having been submerged in the physical body, within which it perceived, within sharp boundaries and forms, everything that can be perceived in the physical world today. The etheric body must loosen up again, must emerge once more, so that human beings can ascend to spiritualization and perceive in the spiritual world. In fact, humanity is already once again at the point where, for a large portion of human individuals, the etheric bodies are loosening up again.

[ 23 ] Nun tritt uns etwas höchst Merk würdiges entgegen. Es ist geradezu das Geheimnis unserer Kulturzeit, an das wir jetzt streifen, wenn wir uns diese Tatsache vor Augen führen. Wir müssen uns vorstellen, daß der Ätherleib tief in den physischen Leib hineingestiegen ist und nun wieder den Rückweg antreten muß. Er muß mitnehmen aus dem physischen Leibe alles, was er mit seinen physischen Sinnen wahrnehmen konnte. Aber dadurch, daß sich der Ätherleib wieder lockert, wird alles, was früher physische Wirklichkeit war, sich nach und nach wieder vergeistigen müssen. Der Mensch muß nun mitnehmen in die Zukunft hinein das Bewußtsein, die Gewißheit, daß es ein Geistiges auch im Physischen gibt. Denn, was tritt sonst für ihn ein? Sein Ätherleib geht sonst aus dem physischen Leib heraus, aber der Mensch behält nur den Glauben an die physische Welt und ihm fehlt das Bewußtsein, daß das Geistige im Physischen eine Wirklichkeit hat, welche mit dem Ätherleibe selbst als Frucht des im physischen Leibe Erlebten heraustritt. So könnte es passieren, daß die Menschen sozusagen nicht den Anschluß fänden an dieses Heraustreten ihres Ätherleibes.

[ 23 ] Now we encounter something most remarkable. It is, in fact, the very mystery of our cultural era that we are now touching upon as we consider this fact. We must imagine that the etheric body has descended deep into the physical body and must now begin its return journey. It must take with it from the physical body everything it was able to perceive with its physical senses. But as the etheric body loosens again, everything that was once physical reality will gradually have to become spiritual once more. Human beings must now carry into the future the awareness, the certainty, that there is a spiritual aspect even within the physical. For what else would happen to him? Otherwise, his etheric body would emerge from the physical body, but the human being would retain only a belief in the physical world and lack the awareness that the spiritual has a reality within the physical—a reality that emerges with the etheric body itself as the fruit of what was experienced in the physical body. Thus it could happen that human beings would, so to speak, fail to connect with this emergence of their etheric body.

[ 24 ] Halten wir genau und bestimmt den Punkt fest, wo der Ätherleib des Menschen ganz und gar darinnensitzt im physischen Leibe und beginnt, wiederum herauszugehen. Nehmen wir nun an, der Mensch entläßt seinen Ätherleib so, daß er verloren hat den Glauben, das Bewußtsein einer geistigen Welt, solange er im physischen Leibe lebte, daß er sich so abgeschnitten hat den Zusammenhang mit der geistigen Welt im physischen Leibe. Nehmen wir an, er ist so fest und tüchtig hinabgestiegen in den physischen Leib, daß er sich nichts hat retten können als den Glauben, daß das physische Leben allein Wirklichkeit sei. Und nun tritt er in die folgende Zeit hinein. Der Ätherleib tritt heraus, verläßt ihn unweigerlich, und der Mensch ist nicht imstande, sich das hineinzuretten in diesen Zustand, daß es ein Bewußtsein einer geistigen Welt gibt. Er erkennt dann diese geistige Welt nicht, Das ist das, was der Menschheit in der nächsten Zeit bevorstehen könnte: daß sie die geistige Welt, die sie durch die Lockerung des Ätherleibes erleben müßte, nicht erkennt, daß sie diese für Einbildung, Phantastik, Illusion hält. Und diejenigen, die in der raffiniertesten Weise — vielleicht sagen wir, um nicht anzüglich zu sein: in der subtilsten Art - hinabgestiegen sind in den physischen Leib, welche die materialistischen Gelehrten geworden sind, das heißt, sich die starrsten Begriffe über die Materie angeeignet haben, das sind die, welche am stärksten vor der Gefahr stehen, bei der Lockerung ihres Ätherleibes keine Ahnung zu haben, daß es eine geistige Welt gibt. Sie halten dann alles, was sie von einer geistigen Welt erleben, für Illusion, Phantastik, Träumerei.

[ 24 ] Let us pinpoint precisely and definitively the moment when the human etheric body is completely immersed within the physical body and begins to emerge from it once more. Let us now suppose that a person sheds his etheric body in such a way that, while living in the physical body, he has lost his faith in and awareness of a spiritual world—that is, he has severed his connection with the spiritual world while in the physical body. Let us assume that they have descended so firmly and thoroughly into the physical body that they have been able to preserve nothing but the belief that physical life alone is reality. And now they enter the next phase. The etheric body steps out, inevitably leaving him, and the human being is unable to carry into this state the awareness that a spiritual world exists. He then fails to recognize this spiritual world. This is what might lie ahead for humanity in the coming era: that it will fail to recognize the spiritual world—which it ought to experience through the loosening of the etheric body—and will regard it as a figment of the imagination, fantasy, or illusion. And those who, in the most subtle way—perhaps we should say, so as not to be suggestive: in the most subtle way—have descended into the physical body, who have become the materialistic scholars, that is, who have adopted the most rigid concepts of matter; these are the ones who face the greatest danger of having no inkling, upon the loosening of their etheric body, that a spiritual world exists. They then regard everything they experience of a spiritual world as illusion, fantasy, or daydreaming.

[ 25 ] Nur ein Beispiel sei vor Sie hingestellt: ein psychologisches Buch ist in der letzten Zeit von einem deutschen Professor erschienen. Darin soll gezeigt werden, daß die Seele eigentlich ganz identisch ist mit dem Gehirn und nur von einer anderen Seite aus die Verrichtungen zeigt, einmal von außen, einmal von innen. Das Innerliche sei Gefühl, Vorstellung und Wille, und das Außere das Gehirn, anatomisch-physiologisch untersucht. In diesem Buche finden Sie einen merkwürdigen Ausspruch; da wird darauf hingewiesen, daß, wenn eine selbständige Seele da wäre, dann müßte man doch annehmen, daß diese selbständige Seele ihre Kräfte durch alle die Eindrücke, die der Mensch empfängt, vermehren oder vermindern müßte. Aber nun bestehe da das Energiegesetz, das besagt, daß alle diejenigen Kräfte, die der Mensch von außen aufnimmt, auch wieder von ihm ausströmen müssen, und es wird darauf hingewiesen, wie bei einem Menschen auch die ganze Wärmeenergie, die er aufnimmt, wiederum abgegeben werde. Da das dem allgemeinen Energiegesetz unterliegt, und da man sieht, daß das, was hineingeht, auch wieder herauskommt, müsse man daraus schließen, daß darin doch keine selbständige Seele eingriffe, sondern daß da rein materielle Vorgänge vorliegen, die sich da drinnen umsetzen und die wiederum ausströmen.

[ 25 ] Let me give you just one example: a book on psychology was recently published by a German professor. It sets out to demonstrate that the soul is, in fact, entirely identical to the brain and merely reveals its functions from different perspectives—sometimes from the outside, sometimes from the inside. The inner aspect is said to consist of feeling, imagination, and will, while the outer aspect is the brain, examined from an anatomical and physiological perspective. In this book, you will find a curious statement: it points out that if there were an independent soul, one would have to assume that this independent soul would increase or decrease its powers through all the impressions a person receives. But now there is the law of energy, which states that all the forces a person absorbs from the outside must also flow out from them again, and it is pointed out how, in a human being, all the thermal energy they absorb is also given off again. Since this is subject to the general law of energy, and since we see that what goes in must also come out again, one must conclude that no independent soul is at work here, but rather that purely material processes are taking place within the body, which are then radiated outward.

[ 26 ] Nicht soll irgend etwas Abträgliches an Kritik gesagt werden über solch ein Buch und über solch eine Lehre, die an den offiziellen Lehrkanzeln unserer offiziellen Wissenschaft gelehrt wird, denn die Menschen können nichts dafür, daß sie solche Lehren ausdenken; sie leben unter den furchtbarsten Suggestionen. In Wahrheit ist es ebenso gescheit, wenn man untersucht, wieviel Wärme in den Menschen hinein- und wieder herauskommt und daraus schließt, daß er keine Seele habe, wie wenn jemand sich vor dem Büro eines Bankhauses aufstellte und prüfen wollte, wieviel Geldmassen hineingehen und wieder herauskommen und nun daraus schließen wollte, nachdem alle die Energien, also die Geldmassen, wieder herausgekommen sind, daß keine Bankbeamten drinnen seien! Derlei Gedankenformen finden Sie heute fast überall in alledem, was als offizielle Psychologie gilt. Und wie unge ana heuer suggestiv wirken sie auf unsere heutige Menschheit! Das ist das Zeitalter, in dem am stärksten in den physischen Leib untergetaucht sind gerade diejenigen, welche die Führer der Menschheit sein wollen und die da glauben, mit einer voraussetzungslosen Wissenschaft zu operieren. Sie haben während des Untertauchens des Ätherleibes in den physischen Leib vollständig das Bewußtsein verloren, daß es eine geistige Welt gibt, und es muß gesagt werden, daß gerade diese Gelehrten am stärksten dem Schicksal verfallen werden, welches ich Ihnen jetzt schildern muß. Was kann denn das Schicksal dieser Menschen in der Zukunft sein?

[ 26 ] No harmful criticism should be leveled against such a book or against such a doctrine as is taught from the official pulpits of our official science, for people are not to blame for devising such doctrines; they live under the most terrible influences. In truth, it is just as foolish to measure how much heat enters and leaves a person and conclude from this that they have no soul, as it would be for someone to stand in front of a bank’s office, count how much money goes in and comes out, and then conclude—after all that energy, that is, all that money, has come out again—that there are no bank employees inside! You will find such thought forms almost everywhere today in what is regarded as official psychology. And how suggestively they affect humanity today! This is the age in which precisely those who wish to be the leaders of humanity—and who believe they are operating with an unbiased science—have sunk deepest into the physical body. During the immersion of the etheric body into the physical body, they have completely lost the awareness that a spiritual world exists, and it must be said that it is precisely these scholars who will fall most deeply prey to the fate I must now describe to you. What, then, can the future hold for these people?

[ 27 ] Wenn der Mensch in der Zukunft sein Leben richtig leben soll, wenn der Ätherleib wieder gelockert ist, muß der Mensch das Bewußtsein haben von dem, was sich diesem Ätherleib bietet und was der Menschheit dann entspricht. Und damit er ein Bewußtsein habe von dem, was sich bietet als Erkenntnis der geistigen Welt, ist es notwendig, daß die Menschheit über den Punkt, wo der Mensch ganz hineinversenkt ist in das Physisch-Sinnliche, sich hinüberbewahre die Erkenntnis, daßes eine geistige Welt gibt. Es darf niemals der Anschluß vom religiösen Leben zum Leben in der Erkenntnis verloren werden. Von dem Leben unter den Göttern ist der Mensch ausgegangen; zu einem Leben mit den Göttern wird er wieder aufsteigen. Aber er wird sie erkennen müssen! Er wird wirklich wissen müssen, daß die Götter Wirklichkeiten sind. An die alten Zeiten wird sich der Mensch nicht mehr erinnern können, wenn sein Ätherleib wieder gelockert wird. Hat er in den mittleren Zeiten das Bewußtsein der geistigen Welt verloren, hat er sich einzig und allein angeeignet den Glauben, daß das Leben im physischen Leibe und das im physischen Leib Schaubare das einzig Wirkliche sind, dann schwebt er für alle Zukunft in der Luft. Dann kennt er sich nicht aus in den geistigen Welten, dann hat er den Boden unter den Füßen verloren. Dann tritt für ihn die Gefahr dessen ein, was man den «geistigen Tod» nennt; denn dasjenige, was um ihn herum ist, ist dann Unwirklichkeit, Illusion, für dessen Wirklichkeit er kein Bewußtsein hat, woran er keinen Glauben hat, und er stirbt ab. Das ist das wirkliche Absterben in der geistigen Welt, ist etwas, was den Menschen droht, wenn sie nicht mitbringen beim Eintritt in die geistigen Welten das Bewußtsein von dieser geistigen Welt. Wo aber ist der Punkt in der Menschheitsevolution, wo völlig errungen werden kann das Bewußtsein von der geistigen Welt? Da ist der Punkt, wo durch ein Hinuntersteigen in einen physischen Leib und durch die Überwindung desselben das große Vorbild vor die Menschen hingestellt worden ist, jenes große Vorbild, das in dem Christus gegeben ist. In dem völligen Verständnis für den Christus ist dasjenige zu erringen, was der Menschheit die Möglichkeit bietet, den Anschluß zu gewinnen an alle Erinnerungen der Vorzeit und an alle Prophetie der Zukunft. Denn alle Religionsstifter vor Christus, worauf wiesen sie hin? Sie wiesen hin auf die früheren Inkarnationen und auf die späteren Inkarnationen des Menschen. Der Christus trat ein in den Leib des Jesus von Nazareth, als der Jesus von Nazareth dreißig Jahre alt war. Christus war die Wesenheit, die in einem physischen Leibe nur einmal lebte. Und durch dieses einmalige Besiegen des Todes, wenn es richtig verstanden wird, wird dem Menschen gezeigt, wie er zu leben hat, um in alle künftigen Zeiten das Bewußtsein hineinzubringen, daß es eine geistige Welt gibt. Das ist die Vereinigung mit dem Christus.

[ 27 ] If human beings are to live their lives properly in the future, once the etheric body has been freed again, they must be aware of what is offered to this etheric body and what is appropriate for humanity at that time. And in order for humanity to have an awareness of what is offered as knowledge of the spiritual world, it is necessary that, even beyond the point where human beings are completely immersed in the physical-sensory realm, they preserve the knowledge that a spiritual world exists. The connection between religious life and a life of knowledge must never be lost. Human beings originated from a life among the gods; they will ascend once more to a life with the gods. But they will have to recognize them! They will truly have to know that the gods are real. Human beings will no longer be able to remember the ancient times when their etheric body is loosened again. If, in the intervening ages, they have lost consciousness of the spiritual world and have adopted solely the belief that life in the physical body and what is visible in the physical body are the only realities, then they will float in the air for all eternity. Then they will be lost in the spiritual worlds; they will have lost the ground beneath their feet. Then they face the danger of what is called “spiritual death”; for what surrounds them will then be unreality, an illusion—a reality of which they have no awareness, in which they have no faith—and they will wither away. This is true spiritual death; it is something that threatens human beings if they do not bring with them, upon entering the spiritual worlds, an awareness of this spiritual world. But where is the point in human evolution where awareness of the spiritual world can be fully attained? That is the point where, through a descent into a physical body and the overcoming of that body, the great example has been set before humanity—that great example found in the Christ. Through a complete understanding of the Christ, one can attain that which offers humanity the possibility of connecting with all the memories of the past and all the prophecies of the future. For all the founders of religions before Christ—what did they point to? They pointed to the earlier incarnations and to the later incarnations of the human being. Christ entered the body of Jesus of Nazareth when Jesus of Nazareth was thirty years old. Christ was the Being who lived in a physical body only once. And through this once-in-a-lifetime victory over death—if it is correctly understood—humanity is shown how to live in order to bring into all future times the awareness that a spiritual world exists. This is union with Christ.

[ 28 ] Und wie wird die Christus-Idee leben in dem Menschen der Zukunft? Der Mensch der Zukunft wird ebenso zurückblicken auf unsere Epoche, wo der Mensch im physischen Leibe gelebt hat, wie der Mensch der nachatlantischen Zeit in die atlantische Zeit zurückblickt, wo die Menschen noch mit den Göttern zusammenlebten. Er wird sich fühlen als der Sieger über dasjenige, was im physischen Leibe erlebt wird. Wenn er dann wieder zum geistigen Plan aufsteigt, wird er herunterweisen auf das Physische als auf das, was überwunden ist. Das sollen wir fühlen in einer großen prophetischen Tat, wenn wir auf das Osterwunder hinschauen.

[ 28 ] And how will the Christ idea live on in the human beings of the future? The human beings of the future will look back on our epoch—when human beings lived in physical bodies—just as the human beings of the post-Atlantean era look back on the Atlantean era, when human beings still lived alongside the gods. He will feel himself to be the victor over that which is experienced in the physical body. When he then ascends again to the spiritual plane, he will look down upon the physical as that which has been overcome. This is what we should feel in a great prophetic act when we contemplate the Easter miracle.

[ 29 ] Zweierlei Möglichkeiten hat der Mensch der Zukunft vor sich. Die eine Möglichkeit ist diese, daß er sich zurückerinnert an jene Zeit, wo er die Erlebnisse im physischen Leibe gehabt hat und sich sagt: Das allein, was damals war, war wirklich. Wir sind nunmehr in der Welt der Illusionen; die Wirklichkeit war das Leben im physischen Leib. -Dieser Mensch blickt hin auf das verlassene Physische wie auf ein Grab, und das, was er in dem Grabe erblickt, ist Leichnam; aber der Leichnam stellt als das Physische für ihn die wahre Wirklichkeit dar. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit ist die, daß der Mensch zurückblickt auf das in der physischen Welt Erlebte wiederum wie auf ein Grab, aber so, daß er denen, die glauben, daß das Physische allein das Wahre, Wirkliche gewesen ist, sagt und tief fühlt die Wahrheit dieser Worte: «Den ihr suchet, der ist nicht mehr da!» Das Grab ist leer und Derjenige, um den es sich handelt, der ist auferstanden! Das leere Grab und der auferstandene Christus, das ist das Mysterium der Prophetie; und so haben wir in dem Ostermysterium das Mysterium der Prophetie.

[ 29 ] The human being of the future has two possibilities before him. One possibility is that he recalls the time when he had experiences in the physical body and says to himself: Only what was back then was real. We are now in the world of illusions; reality was life in the physical body. —This person looks upon the abandoned physical body as upon a grave, and what he sees in that grave is a corpse; but the corpse, as the physical body, represents true reality for him. That is one possibility. The other possibility is that the person looks back on what was experienced in the physical world, again as if upon a tomb, but in such a way that he says to those who believe that the physical alone was the true and real, and deeply feels the truth of these words: “The one you seek is no longer here!” The tomb is empty, and the One in question has risen! The empty tomb and the risen Christ—that is the mystery of prophecy; and so, in the Easter mystery, we have the mystery of prophecy.

[ 30 ] Die große Synthesis von dem Weihnachtsmysterium als Wiederholung der alten Mysterien und dem Ostermysterium, als das Mysterium der Zukunft, das Mysterium des auferstandenen Christus, das wollte Christus vor die Menschheit hinstellen. Das ist das Mysterium des Osterfestes. Das wird die Zukunft des Christentums sein, daß die christliche Idee nicht bloß etwas ist wie eine Kunde von höheren Welten, nicht bloß etwas wie Religion ist, sondern daß die christliche Idee ein Bekenntnis und ein Impuls des Lebens ist: ein Bekenntnis, weil der Mensch in dem auferstandenen Christus dasjenige sieht, was er selbst zu erleben hat in aller Zukunft, eine Tat des Lebens, weil der Christus nicht bloß dasjenige ist, zu dem er hinaufschaut, der ihm etwa bloß '[rost gewährt, sondern der ihm das große Vorbild ist, dem er nachlebt, indem er den Tod überwindet. Im Geiste des Christentums tätig sein, leben, in dem Christus nicht bloß den Tröster sehen, sondern den Christus als den ansehen, der uns vorangeht und der im tiefsten Sinne mit unserer tiefsten Wesenheit verwandt ist, dem wir nachleben: das ist die Christus-Idee der Zukunft, die zu durchdringen vermag alle Erkenntnis, alle Kunst, alles Leben. Und wenn wir uns erinnern wollen, was alles die Osteridee enthält, so werden wir in ihr ein Symbolum finden des Christentums der wahren Tat und des wahren Lebens.

[ 30 ] Christ wanted to present to humanity the great synthesis of the Christmas Mystery—as a repetition of the ancient mysteries—and the Easter Mystery—as the mystery of the future, the mystery of the risen Christ. That is the mystery of Easter. This will be the future of Christianity: that the Christian idea is not merely something like a message from higher worlds, not merely something like religion, but that the Christian idea is a confession and an impulse of life: a confession, because in the risen Christ, the human being sees what he himself must experience in all the future; an act of life, because Christ is not merely the one to whom he looks up, who merely “grants him grace,” but is the great model whom he emulates by overcoming death. To act and live in the spirit of Christianity, seeing in Christ not merely the Comforter, but regarding Christ as the One who goes before us and who, in the deepest sense, is akin to our deepest being—the One whom we strive to emulate: this is the Christ-idea of the future, which is capable of permeating all knowledge, all art, and all life. And if we wish to recall all that the idea of Easter encompasses, we will find in it a symbol of Christianity in true action and true life.

[ 31 ] Wenn die Menschen längst nicht mehr brauchen werden die religiösen Mitteilungen, die ihnen Kunde bringen von den Göttern der alten Zeiten, weil sie wieder leben werden unter den Göttern, dann wird ihnen Christus derjenige sein, der sie stark und kräftig machen wird, um den richtigen Standpunkt zu finden mitten unter den Göttern. Der Religion wird es dann nicht mehr bedürfen, um an Götter zu glauben, die die Menschen wieder sehen werden, wie es ihrer früher nicht bedurfte, als sie unter Göttern lebten. Da brauchten sie nicht zu glauben, und sie werden nicht brauchen zu glauben an die Götter, die sie wieder sehen werden, wenn sie gestärkt und gekräftigt mit dem, was aus dem Christentum zu gewinnen ist, unter diese Götter treten werden. Dann werden sie selbst vergeistigt unter geistigen Wesenheiten sein und dann ihre Arbeit unter den geistigen Wesenheiten vollbringen können. So wird der Mensch in einer gar nicht so fernen Zukunft wiederum sehen, wie die physische Welt für ihn ihre Bedeutung verliert und wie sozusagen die physischen Dinge verblassen. Ihre Wirklichkeit wird verblassen, auch wenn der Mensch noch lange auf der Erde sein wird. Wenn aber die physischen Dinge ihre Bedeutung und Wichtigkeit verlieren werden und verblassen werden, dann wird der Mensch entweder dahinschwinden sehen die Wesentlichkeit des Physischen und nicht glauben können an die Geistigkeit, die vor ihm aufsteigt, oder aber er wird glauben können und das Bewußtsein sich hinüberretten für die Geistigkeit der Zukunft, und er wird dann nicht den geistigen Tod erleben.

[ 31 ] When people will no longer need the religious teachings that tell them of the gods of ancient times—because they will once again be living among the gods—then Christ will be the one who will make them strong and powerful so that they may find the right perspective in the midst of the gods. Religion will then no longer be necessary to believe in the gods whom people will see again, just as it was not necessary in the past when they lived among the gods. Back then, they did not need to believe, and they will not need to believe in the gods whom they will see again when, strengthened and empowered by what can be gained from Christianity, they step among these gods. Then they themselves will be spiritualized among spiritual beings and will be able to carry out their work among the spiritual beings. Thus, in a not-too-distant future, human beings will once again see how the physical world loses its significance for them and how, so to speak, physical things fade away. Their reality will fade, even though human beings will remain on Earth for a long time to come. But when physical things lose their significance and importance and begin to fade, humanity will either witness the essence of the physical world vanishing and be unable to believe in the spirituality that rises before them, or they will be able to believe and carry their consciousness over into the spirituality of the future—and they will then not experience spiritual death.

[ 32 ] Einer Wirklichkeit gegenüberstehen, die man nicht als eine solche erkennt, heißt zerrüttet sein im Geiste. In eine geistige Zerrüttung hinein würden die Menschen leben, wenn die geistigen Welten vor ihnen auftauchen würden bei der Lockerung des Ätherleibes und sie sie nicht als solche erkennen würden. Heute könnte schon mancher von den geistigen Welten ein Bewußtsein haben, aber er hat es nicht, und so schlagen sie auf ihn selbst zurück, und das zeigt sich in seiner Nervosität, der Neurasthenie, in der pathologischen Krankheitsfurcht. Das ist nichts anderes als der Rückschlag dessen, was das Nichtbewußtsein von der geistigen Welt hervorruft. Wer das fühlt, der fühlt auch die Notwendigkeit einer geistigen Bewegung, die über die bloße Religion hinauswachsend den Glauben an den Menschen, an den ganzen Menschen, das heißt auch an den geistigen Menschen bewahrt und volle Erkenntnis des geistigen Menschen bringt. Und Christus erkennen heißt, auch den geistigen Menschen erkennen.

[ 32 ] To be confronted with a reality that one does not recognize as such is to be spiritually disoriented. People would live in a state of spiritual disorientation if the spiritual worlds were to appear before them as their etheric body loosens and they did not recognize them as such. Today, many people might already be conscious of the spiritual worlds, but they are not, and so these worlds rebound upon them; this manifests itself in their nervousness, neurasthenia, and a pathological fear of illness. This is nothing other than the backlash caused by a lack of awareness of the spiritual world. Whoever feels this also feels the necessity for a spiritual movement that, transcending mere religion, preserves faith in the human being—in the whole human being, that is, also in the spiritual human being—and brings full knowledge of the spiritual human being. And to recognize Christ means also to recognize the spiritual human being.

[ 33 ] Mit der Christus-Idee in die Zukunft der Menschheit hineinleben heißt, selbst das Christentum als Religion überwinden und das Chri Mar stentum als Erkenntnis auf den weitesten Horizont bringen. Das Christentum wird untertauchen in die Kunst, wird sie erweitern und beleben, wird künstlerische Gestaltungskraft im reichsten Maße geben. Richard Wagners «Parsifal» ist eine Vorbereitung davon. Das Christentum wird in alles Leben und Weben auf der Erde hineintauchen, und wenn die Religionen schon lange nicht mehr für die Menschheit notwendig sein werden, dann wird die Menschheit gerade stark und kräftig sein unter dem Einfluß der christlichen Impulse, die damals der Menschheit gegeben werden mußten, als sie in der Mitte des vierten Kulturzeitraumes war. In der griechisch-lateinischen Kulturzeit trat der Christus unter die Menschheit, Wie die Menschheit hinuntertauchen mußte in die tiefste Tiefe des materiellen Lebens, so muß sie wieder hinaufgebracht werden zu der Erkenntnis des Geistes. Und diesen Impuls hat das Erscheinen des Christus gegeben.

[ 33 ] To live into the future of humanity with the idea of Christ means to transcend Christianity itself as a religion and to extend the Christian ideal as a form of knowledge to the broadest horizons. Christianity will permeate art, expand it, and enliven it, imparting artistic creative power in the richest measure. Richard Wagner’s Parsifal is a foreshadowing of this. Christianity will permeate all life and activity on Earth, and when religions have long since ceased to be necessary for humanity, humanity will be strong and vigorous precisely under the influence of the Christian impulses that had to be given to humanity back when it was in the middle of the fourth cultural epoch. During the Greco-Latin cultural epoch, Christ came among humanity. Just as humanity had to descend into the deepest depths of material life, so must it be brought back up to the knowledge of the Spirit. And the appearance of Christ provided this impulse.

[ 34 ] Diese Empfindungen sollen uns beseligen in den Tagen, in denen wir symbolisch um uns herum haben die Ostermysterien, in der Osterzeit. Denn das Ostermysterium ist nicht bloß ein Mysterium der Erinnerung, sondern auch ein Mysterium der Zukunft, der Prophetie für den Menschen, der sich allmählich immer mehr befreit aus den Banden und den Umgarnungen und Verstrickungen des bloß physisch-sinnlichen Lebens.

[ 34 ] These feelings are meant to bring us joy during the days when we are symbolically surrounded by the mysteries of Easter, during the Easter season. For the Easter mystery is not merely a mystery of remembrance, but also a mystery of the future, a prophecy for humankind, which is gradually freeing itself more and more from the bonds, entanglements, and snares of a purely physical and sensual life.