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The Influence of
Spiritual Beings upon Man
GA 102

24 March 1908, Berlin

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Wer den letzten hier gehaltenen Vortrag noch einmal aufmerksam durchdenkt und sich dabei erinnert, wie die Wiederholung gewisser vorher durchgemachter Zustände in einem späteren Stadium stattfindet - also zum Beispiel auf unserer Erde nach und nach ein Saturn-, ein Sonnen- und ein Mondzustand eintritt und dann erst sich unser Erdzustand vollkommen entwickelt -, könnte sich zu folgender Bemerkung gedrängt fühlen.

[ 1 ] Anyone who carefully reflects once more on the last lecture given here and recalls how certain states previously experienced are repeated at a later stage—for example, how on our Earth a Saturnian, a Solar, and a Lunar state gradually emerge, and only then does our Earth state fully develop—might feel compelled to make the following observation.

[ 2 ] Er könnte sagen: Es ist doch in verschiedenen früheren Vorträgen behauptet worden, daß auf dem Saturn die erste physische Menschenanlage so etwas durchgemacht hat wie eine Art Sinnessystem, wie wenn diese erste Saturnanlage des menschlichen physischen Leibes aus primitiven, elementaren Sinnesorganen bestanden hätte. Auf der Sonne hätte sich dann ein Drüsensystem entwickelt, auf dem Mond das Nervensystem, und von allem geschah auf unserer Erde eine Wiederholung. Wie reimt sich das aber damit, daß das letzte Mal gesagt wurde: Das erste, was auf der Erde herauskommt, ist die erste Anlage zum Blutsystem, eine Art Wärmemensch; dann, indem sich der Erdzustand verdichtet zum Luftzustand und das Licht hinzutritt, gliedert sich an auf der einen Seite eine Art Luftsystem, das sich dann später zum heutigen Atmungssystem umbildet, während sich das Wärmesystem umbildet zum späteren Blutsystem; und auf der anderen Seite unter der Einwirkung des Lichtes bildet sich heraus eine Art von innerlich schauendem Nervensystem. Weiter wurde geschildert, wie sich das alles noch in einem feinen ätherischen Zustand befindet, und wie es dann gleichsam ausgefüllt wird mit einer Art Eiweißsubstanz, die unter dem Einfluß des Weltenschalles, des Weltentones, sich gliedert zu den einzelnen Stoffen. Wenn ich nun annehme — könnte der Betreffende sagen —, daß das Drüsensystem doch erst mit der Einlagerung dieses organischen Stoffes beginnt, dann würde zuerst auf der Erde eine Art Wärmesystem da sein, das die erste Anlage zum Blutsystem bildet, und eine Art Nervensystem, das ja allerdings in feinen ätherischen Kraftlinien vorhanden ist; dann würde das Drüsensystem kommen, das in einer gewissen Beziehung ja schon organisch-stofflich ist, und zuletzt würde sich einlagern das Mineralische, wie das das letzte Mal geschildert worden ist. Wenn so diese aufeinanderfolgenden Zustände von Saturn, Sonne und Mond eingetreten sind und diese Zustände sich dann auf der Erde wiederholen, so ist es doch merkwürdig, daß da nicht auch auf der Erde zuerst ein Sinnessystem, dann ein Drüsensystem, ein Nervensystem und zuletzt ein Blutsystem auftritt. Das letzte Mal ist es aber gerade umgekehrt geschildert worden: erst Blut, dann Nerven, Drüsen und zuletzt die festen Einlagerungen, die ja, wie betont worden ist, erst die Sinne nach außen öffnen. Es könnte jemand sagen, dieses Wiederholungsprinzip sei sehr schlecht weggekommen, indem gerade das letzte Mal eine Art umgekehrte Ordnung erzählt worden ist als die, welche man hätte erwarten müssen, wenn eine wirklich buchstäbliche Wiederholung stattfindet.

[ 2 ] He might say: It has been claimed in various earlier lectures that on Saturn, the first physical human form underwent something like a kind of sensory system, as if this first Saturnian form of the human physical body had consisted of primitive, elemental sense organs. A glandular system would then have developed on the Sun, the nervous system on the Moon, and everything was repeated here on our Earth. But how does this fit with what was said last time: The first thing to emerge on Earth is the first rudiment of the circulatory system, a sort of “heat-being”; then, as the Earth’s state condenses into the air state and light is added, a kind of air system forms on one side, which later transforms into today’s respiratory system, while the heat system transforms into the later circulatory system; and on the other side, under the influence of light, a kind of inwardly perceiving nervous system emerges. It was further described how all of this is still in a fine, ethereal state, and how it is then, as it were, filled with a kind of protein substance that, under the influence of the world sound, the world tone, differentiates into the individual substances. If I now assume—the person in question might say—that the glandular system does not begin until this organic substance is incorporated, then there would first be on Earth a kind of thermal system that forms the initial basis for the circulatory system, and a kind of nervous system that is, of course, present in fine etheric lines of force; then the endocrine system would emerge, which in a certain sense is already organic and material, and finally the mineral would be incorporated, as was described last time. If these successive states of Saturn, the Sun, and the Moon have occurred in this way and these states are then repeated on Earth, it is nevertheless strange that a sensory system does not appear first on Earth, followed by a glandular system, a nervous system, and finally a circulatory system. Last time, however, it was described exactly the other way around: first blood, then nerves, glands, and finally the solid deposits, which, as has been emphasized, are what first open the senses to the outside world. One might say that this principle of repetition has been portrayed very poorly, in that last time, in particular, a sort of reversed order was described compared to what one would have expected if a truly literal repetition were taking place.

[ 3 ] Es muß zugegeben werden, daß, wenn jemand aus dem bloßen Intellekt heraus die folgenden Verhältnisse schildern wollte als eine bloße Wiederholung der vorhergehenden, er wahrscheinlich eine Schilderung gegeben haben würde, die das Gegenteil des wirklich Gewesenen bedeutet hätte. Denn der Verstand würde so schließen, daß in schablonenhafter Weise auf der Erde zuerst wiederholt wird, was auf dem Saturn, dann, was auf der Sonne, und dann, was auf dem Mond durchgemacht wurde, und daß dann erst das Blutsystem herauskäme. Es ist schon öfter von mir betont worden, daß man im Okkultismus in der Regel fehlgeht und greuliche Irrtümer begehen kann, wenn man nicht aus den okkulten Tatsachen heraus schildert, sondern sich auf den bloßen Intellekt, auf irgendwelche bloß logischen Schlüsse einläßt. Denn wenn man in der Akasha-Chronik die Entwickelung von Saturn, Sonne und Mond verfolgt, ist es tatsächlich so, daß man sagen muß: auf dem Saturn ist veranlagt eine Art Sinnessystem, auf der Sonne ein Drüsensystem, auf dem Mond ein Nervensystem, und mit der Erde kommt das Blut hinzu. Verfolgt man dann die okkulten Tatsachen weiter, so ist es auf der Erde so, daß zuerst eine Art Blutsystem erscheint, dann ein Drüsensystem, ein Nervensystem, und dann erst bildet sich heraus, was als das Sinnessystem in dieser für die Erdenverhältnisse brauchbaren Gestalt erscheint. Wenn man also von Wiederholungen sprechen will, müßte man den Tatsachen entsprechend von einer umgekehrten Wiederholung reden. Was früher dargestellt worden ist, und was in dem letzten Vortrag dargestellt worden ist, das entspringt keiner Spekulation, sondern das entspricht wirklichen Tatsachen, und da stellt sich eine solche Umkehrung bei dem Tatbestand heraus, und das macht die Wiederholung um vieles komplizierter.

[ 3 ] It must be admitted that if someone were to describe the following circumstances based solely on intellect—as a mere repetition of the preceding ones—he would likely have given a description that would have meant the opposite of what actually happened. For the intellect would conclude that what was experienced on Saturn is first repeated on Earth in a formulaic manner, then what was experienced on the Sun, and then what was experienced on the Moon—and only then would the blood system emerge. I have often emphasized that in occultism one generally goes astray and can commit grievous errors if one does not describe things based on occult facts, but instead relies on mere intellect or on purely logical conclusions. For when one traces the evolution of Saturn, the Sun, and the Moon in the Akashic Records, it is indeed the case that one must say: on Saturn, a kind of sensory system is predisposed; on the Sun, a glandular system; on the Moon, a nervous system; and with the Earth, the blood system is added. If one then continues to trace the occult facts, it is the case on Earth that first a kind of circulatory system appears, then a glandular system, a nervous system, and only then does what appears as the sensory system in this form—suitable for Earthly conditions—take shape. So if one wishes to speak of repetitions, one would have to speak, in accordance with the facts, of a reverse repetition. What has been described previously, and what was described in the last lecture, does not stem from speculation but corresponds to actual facts; and in this context, such a reversal of the facts becomes apparent, which makes the repetition far more complicated.

[ 4 ] Wir müssen uns nun auch nicht mit der Annahme begnügen, daß wir es mit einer bloßen Umkehrung zu tun hätten. Sondern so wie das Blutsystem zuerst heraustritt bei der ersten Veranlagung auf unserer Erde als eine Art von Wärmemensch, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, so ist das Blutsystem wirklich zu gleicher Zeit eine Art Sinnessystem. Es ist nämlich ein Wärme- und Erkenntnissystem. Der Mensch ist sozusagen ganz Blut- oder Wärmemensch. Er ist nicht von Blutsubstanz durchzogen, sondern ätherische Wärmekraftlinien durchziehen ihn, und diese ätherischen Wärmekraftlinien, aus denen später das Blutsystem entsteht, sind in der ersten Veranlagung durchaus eine Art Sinnessystem. Es ist erst in der ersten Anlage und ist selbst ein Sinnessystem, und das Nerven- und Lichtsystem ist auf der Erde zuerst eine Art von Drüsensystem; und wirklich kann sich das spätere Drüsensystem nur dadurch eingliedern, daß die anderen Systeme, das Blutsystem und das Nervensystem, die sich jetzt schon eingegliedert haben, vorrücken in ihrer Entwickelung. Dieses Vorrücken geschieht in der folgenden Weise: Während sich das Nervensystem herausbildet als eine Art Drüsensystem, bleibt vom Blut etwas zurück als die spätere Anlage des Blutes. Aber zu gleicher Zeit bildet sich auch während des zweiten Zustandes das Blutsystem selbst um zu einer Art von Nervensystem; und wenn das erreicht ist und in dem dritten Zustand das Drüsensystem sich eingliedert, gliedern sich wiederum erst die zwei früheren Systeme um, so daß in der Tat das Blutsystem wieder vorrückt um einen Grad und das Nervensystem auch um einen Grad. So also geschehen fortwährend Umformungen, Transformationen. Die Entwickelung ist eben eine sehr komplizierte, und es ist auch nicht so, daß man sich bei dem Begriff der umgekehrten Wiederholung beruhigen dürfte, Denn diese Umkehrung ist auch wieder nur eine teilweise; das Blutsystem ist ein Sinnessystem, das sich später umwandelt, und ebenso ist es beim Nervensystem und so weiter.

[ 4 ] Nor must we now be content with the assumption that we are dealing with a mere reversal. Rather, just as the blood system first emerges in the initial constitution on our Earth as a kind of “heat-being,” as I described last time, so the blood system is in fact, at the same time, a kind of sensory system. For it is, in fact, a system of warmth and cognition. The human being is, so to speak, entirely a blood- or warmth-being. He is not permeated by blood substance, but by ethereal lines of warmth-force, and these ethereal lines of warmth-force—from which the blood system later arises—are, in the first stage of development, quite clearly a kind of sensory system. It exists only in its initial form and is itself a sensory system, while the nervous and light systems are, on Earth, initially a kind of glandular system; and indeed, the later glandular system can only integrate itself through the advancement in development of the other systems—the circulatory and nervous systems—which have already integrated themselves. This advancement occurs in the following manner: While the nervous system develops as a kind of glandular system, something of the blood remains behind as the later foundation of the blood. But at the same time, even during the second stage, the circulatory system itself transforms into a kind of nervous system; and once this is achieved and the endocrine system integrates itself in the third stage, the two earlier systems in turn transform again, so that in fact the circulatory system advances another step and the nervous system also advances another step. Thus, transformations and metamorphoses take place continuously. Development is indeed a very complicated process, and one should not be lulled into complacency by the concept of “reverse repetition.” For this reversal, too, is only partial; the circulatory system is a sensory system that later transforms, and the same is true of the nervous system, and so on.

[ 5 ] Sie sehen also, was vorgegangen ist, damit der Mensch seine gegenwärtige Höhe hat erreichen können, ist durchaus nicht eine bequeme Sache für den Verstand, und es handelt sich darum, daß man mit Geduld und Ausdauer sich hineinfindet in diesen komplizierten Gang der Entwickelung. Dies ist aber nur eine Art Einleitung, die ich geben wollte für die, die sich das, was das letzte Mal gesagt worden ist, noch einmal emsig vor die Seele geführt haben.

[ 5 ] So you see, what has taken place to enable humankind to reach its present level is by no means a simple matter for the mind, and the point is that one must, with patience and perseverance, familiarize oneself with this complex course of development. However, this is merely a kind of introduction I wanted to offer to those who have once again earnestly reflected on what was said last time.

[ 6 ] Heute soll uns vielmehr etwas ganz anderes als Aufgabe obliegen: den Menschen selbst auf der Erde wiederum von einem ganz anderen Gesichtspunkt aus in seiner Entwickelung zu betrachten, so daß uns immer mehr dieses Menschenwesen ganz und gar anschaulich vor Augen treten soll. Wenn wir zu diesem Zwecke noch einmal zurückblicken auf die vorhergehende Verkörperung unserer Erde, den alten Mond, dann stellt sich uns, wenn wir uns diesen Menschen auf dem alten Mond vor die Seele rücken, dieser Mensch so dar, daß er seinen physischen Leib, seinen Ätherleib, seinen astralischen Leib, aber noch nicht sein persönliches Ich hat, wie er es erst auf der Erde jetzt hat. Wenn wir nun den Bewußtseinszustand eines solchen Mondmenschen untersuchen, so ist dieser in der Tat ein ganz radikal anderer als der Bewußtseinszustand des Erdenmenschen. Der Zustand des Erdenmenschen drückt sich wirklich in dem aus, was man nennen könnte die Persönlichkeit. Mit diesem Wort ist viel zur Charakteristik des Erdenmenschen gesagt; denn eine Persönlichkeit gab es auf dem alten Mond noch nicht. Wir haben gesehen, daß sich erst auf der Erde diese Persönlichkeit nach und nach ganz herausgebildet hat und daß in alten Zeiten sich der Mensch noch viel mehr als ein Glied einer ganzen Zusammengehörigkeit fühlte. Selbst wenn wir gar nicht weit zurückgehen in den Gegenden, wo wir selbst wohnen, ja selbst wenn wir zurückgehen in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte, so finden wir da noch letzte Nachklänge eines uralten Bewußtseins. Der alte Cherusker, der alte Sugambrer, Heruler, Brukterer fühlte sich noch nicht in demselben Maße als ein persönlicher Mensch wie der heutige Mensch, sondern er fühlte sich als ein Glied seines Stammes. Und wenn er «Ich» sagte, so bedeutete dieses Ich noch etwas durchaus anderes, als es heute bedeutet. Heute meint der Mensch, wenn er sein Ich ausspricht, das Wesen seiner Persönlichkeit, wie es sozusagen in seiner Haut eingeschlossen ist. Damals fühlte der Mensch sich gegenüber seinem Stamme so, wie ein Glied sich an unserem Organismus fühlt. Er fühlte sich in erster Linie als Sugambrer, Heruler, Brukterer, Cherusker, und erst in zweiter Linie als ein persönliches Ich. Viele Zustände in dieser alten Zeit werden Sie besser begreifen, wenn Sie diese radikale Änderung der Persönlichkeit ins Auge fassen, wenn Sie sich klarmachen, daß zum Beispiel gewisse Formen der Blutrache, der Familienrache, der Stammesrache ihre vollständige Erklärung finden in dem gemeinsamen Bewußtsein des Stammes, in dem Bewußtsein einer Art von Gruppenseele. Die Menschen empfanden sich eben als Gruppen von gemeinsamem Blut, wodurch eine Tötung an dem ganzen Stamme des Mörders gerächt wurde wie an ihm selbst. Und wenn wir noch weiter zurückgehen bis in die klassische alttestamentliche Zeit, in die Zeit des jüdischen Volkes, so wissen wir, daß der einzelne Jude sich durchaus als ein Glied des ganzen jüdischen Volkes fühlte, daß er, wenn er «Ich» aussprach, sich nicht als Repräsentant seines persönlichen Ichs fühlte, sondern daß er das Blut des ganzen jüdischen Volkes fühlte, wie esin den Generationen herabgeströmt ist seit dem Vater Abraham: «Ich und der Vater Abraham sind eins!» In diesem Bewußtsein fühlte sich der Angehörige des Volkes geborgen und gewürdigt. Er fühlte diese Gruppenseele im Blut weit hinauf, bis zum Vater Abraham. Und wenn wir noch weiter zurückgehen in urferne Zeiten der Erde, so finden wir das Gruppenseelenhafte noch viel deutlicher ausgeprägt. Da erinnert sich der Einzelne gedächtnismäßig an das, was die Vorfahren getan haben, bis zu dem Urahn hinauf. Jahrhunderte hinauf reicht die Erinnerung des Nachkommen.

[ 6 ] Today, however, we have a very different task before us: to observe human beings on Earth in their development from an entirely different perspective, so that this human being may become increasingly vivid and clear before our eyes. If, for this purpose, we look back once more at the previous incarnation of our Earth—the ancient Moon—and bring the image of the human being on the ancient Moon before our inner eye, we see that this human being possesses a physical body, an etheric body, and an astral body, but not yet a personal “I,” as he now has on Earth. If we now examine the state of consciousness of such a lunar human being, it is in fact radically different from that of the earthly human being. The state of the earthly human being is truly expressed in what one might call “personality.” This word says a great deal about the nature of the earthly human being; for on the ancient Moon, personality did not yet exist. We have seen that it was only on Earth that this personality gradually developed fully, and that in ancient times, human beings felt themselves to be much more a part of a greater community. Even if we do not go very far back in the regions where we ourselves live—indeed, even if we go back to the first centuries after Christ—we still find there the last echoes of an ancient consciousness. The ancient Cherusci, Sugambri, Heruli, and Brukteri did not yet feel themselves to be individual human beings to the same extent as people do today; rather, they felt themselves to be members of their tribe. And when they said “I,” this “I” still meant something entirely different from what it means today. Today, when a person says “I,” they mean the essence of their personality, as it were, enclosed within their own skin. Back then, a person felt toward their tribe much as a limb feels toward our organism. They felt first and foremost as a Sugambri, a Heruli, a Brukteri, or a Cherusci, and only secondarily as an individual “I.” You will better understand many conditions of that ancient time if you consider this radical change in the concept of personality, if you realize, for example, that certain forms of blood feud, family vendetta, and tribal revenge find their complete explanation in the collective consciousness of the tribe—in the consciousness of a kind of group soul. People simply saw themselves as groups bound by common blood, whereby a killing was avenged against the murderer’s entire tribe as well as against himself. And if we go back even further to the classical Old Testament era, to the time of the Jewish people, we know that the individual Jew felt himself to be a member of the entire Jewish people; that when he said “I,” he did not feel himself to be a representative of his personal self, but rather felt the blood of the entire Jewish people, as it had flowed down through the generations since the father Abraham: “I and the father Abraham are one!” In this awareness, the member of the people felt secure and valued. He felt this group soul in his blood reaching far back, all the way to Father Abraham. And if we go back even further to the primeval times of the Earth, we find the group soul aspect even more clearly pronounced. There, the individual recalls, as if in memory, what the ancestors did, all the way back to the forefather. The descendant’s memory reaches back centuries.

[ 7 ] In unserer Zeit erinnert sich der Mensch unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht mehr an das, was sein Vater getan hat, wenn er es nicht gesehen hat. Er erinnert sich nicht mehr an das, was seine Ahnen erlebt haben. Sein Gedächtnis umfaßt nur sein eigenes Leben. In alten Zeiten erinnerte sich der Mensch innerlich durch sein Gedächtnis nicht nur an das, was er selbst erlebt hatte, sondern auch an das, was seine Ahnen erlebt hatten, mit denen er gemeinsamen Blutes war, nicht weil er es wußte, sondern weil das Gedächtnis sich fortpflanzte über die Geburt hinaus, Und wir wissen, daß das Alter der alten Patriarchen, des Adam und der nachfolgenden Ahnen des jüdischen Volkes, ursprünglich nichts anderes zu bedeuten hatte als die Länge des Gedächtnisses, wie weit man sich erinnerte in der Ahnenreihe hinauf. Warum lebten Adam und die anderen Patriarchen so lange? Weil man nicht die einzelne Persönlichkeit bezeichnete, sondern weil man sich so weit erinnerte durch die Generationen hindurch, wie man sich heute an seine eigene Jugend erinnert. Das bezeichnete man mit einem gemeinschaftlichen Ausdruck. Die Persönlichkeit kam gar nicht in Betracht. Man erinnerte sich nicht nur an das, was man in seiner Kindheit erlebt hatte, sondern man erinnerte sich, was der Vater in seiner Kindheit erlebt hatte, was der Großvater erlebt hatte, und so durch Jahrhunderte hindurch; und den Inhalt dieser Erinnerung faßte man als eine Einheit zusammen und nannte es meinetwillen «Adam» oder «Noah» und dergleichen. Die abgeschlossene Persönlichkeit hatte in den Urzeiten noch keineswegs den Wert, den sie heute hat; sondern das Gedächtnis reichte über Vater, Mutter, Großvater und so weiter hinaus; und so weit, wie es reichte, gebrauchte man einen gemeinschaftlichen Namen. Das ist etwas, was für die gegenwärtige materialistische Weltanschauung plump und phantastisch aussieht; aber es ist das doch etwas, was eine gründliche Seelenkunde, die mit den Tatsachen zu rechnen weiß, aus den Tiefen der Tatsachen heraus konstatieren muß.

[ 7 ] In our time, under ordinary circumstances, people no longer remember what their father did unless they saw it themselves. They no longer remember what their ancestors experienced. Their memory encompasses only their own lives. In ancient times, people remembered inwardly—through their memory—not only what they themselves had experienced, but also what their ancestors, with whom they shared a common bloodline, had experienced—not because they knew it, but because memory was passed down beyond birth, And we know that the age of the ancient patriarchs—Adam and the subsequent ancestors of the Jewish people—originally meant nothing other than the length of memory: how far back one could recall in the ancestral line. Why did Adam and the other patriarchs live so long? Not because one referred to the individual personality, but because one remembered so far back through the generations as one remembers one’s own youth today. This was expressed with a collective term. The individual personality was not even a consideration. People did not merely recall what they had experienced in their own childhood, but also what their father had experienced in his childhood, what their grandfather had experienced, and so on through the centuries; and the content of this memory was summarized as a single entity and, for my sake, called “Adam” or “Noah” and the like. In ancient times, the individual personality by no means had the value it has today; rather, memory extended beyond one’s father, mother, grandfather, and so on; and as far as it reached, a collective name was used. This is something that appears crude and fanciful to the present-day materialistic worldview; yet it is precisely what a thorough study of the soul—one that knows how to reckon with the facts—must ascertain from the depths of those facts.

[ 8 ] Da kommen wir schon auf unserer Erde dahin, daß der Mensch eine Art von Gruppenbewußtsein hatte, das seiner Gruppenseele anhaftete. Würden wir zurückgehen bis zum alten Mond, wo der Mensch nicht ein so begrenztes, im Gruppenbewußtsein eingebettetes Ich hatte, sondern wo er überhaupt noch kein Ich hatte, wo er noch aus physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib bestand, da würden wir finden, daß das Bewußtsein auf diesem alten Mond nicht ein kleineres war, sondern gewaltige, große Gruppen umfaßte, daß in der Tat umfassende Gruppenseelen dem Menschengeschlecht des Mondes zugrunde lagen. Diese Gruppenseelen des Mondes, die sozusagen die einzelnen Mondmenschen nur wie ihre Glieder hinstellten auf dem Mond, waren weise Seelen. Wir haben ja auch die Tiergruppenseelen auf der Erde beschrieben, und haben dabei auch die Weisheit als ein hervorstechendes Merkmal gefunden. Diese Gruppenseelen des Mondes haben dazumal unserem Planeten in seiner vorhergehenden Verkörperung jene Weisheit eingepflanzt, die wir heute kennen und bewundern. Und wenn wir heute bewundern, wie jedes Knochenstück, wie Herz und Gehirn, wie jedes Pflanzenblatt durchzogen und durchtränkt ist von Weisheit, dann wissen wir, daß jene Weisheit von den Gruppenseelen, die in der Atmosphäre des alten Mondes waren, herunterträufelte - wie die Wolken heute den Regen herunterträufeln lassen — und sich eingliederte allen Wesen, die sie als Anlage aufnahmen und sie wieder herausbrachten, als sie nach dem Pralaya auf der Erde wieder entstanden. Also weisheitsvolle, umfassende Gruppenseelen waren auf dem Mond vorhanden.

[ 8 ] We are already arriving at a point on our Earth where human beings had a kind of group consciousness that was attached to their group soul. If we were to go back to the ancient Moon, where human beings did not have such a limited “I” embedded in group consciousness, but rather where they had no “I” at all—where they still consisted of a physical body, an etheric body, and an astral body— we would find that consciousness on that ancient Moon was not a smaller one, but encompassed vast, great groups; that, in fact, all-encompassing group souls underlay the human race of the Moon. These group souls of the Moon, which, so to speak, placed the individual Moon humans on the Moon merely as their members, were wise souls. We have, after all, also described the animal group souls on Earth, and in doing so have found wisdom to be a prominent characteristic. These group souls of the Moon implanted in our planet, in its previous incarnation, the very wisdom that we know and admire today. And when we admire today how every bone, how the heart and brain, how every plant leaf is permeated and imbued with wisdom, then we know that this wisdom dripped down from the group souls that were in the atmosphere of the ancient Moon—just as the clouds today let the rain drip down — and became integrated into all beings who absorbed it as a potential and brought it forth again when they reemerged on Earth after the Pralaya. Thus, wise and all-encompassing Group Souls existed on the Moon.

[ 9 ] Wenn wir auf dem alten Mond nach einer Eigenschaft suchen würden, die wir heute auf unserer Erde in immer größerem Maßstabe mit dem Fortschreiten der Erdentwickelung finden, so würden wir diese Eigenschaft bei den Mondwesen nicht finden. Diese Eigenschaft ist die Liebe, der Trieb, welcher die Wesen aus freiem Willen zueinanderführt. Liebe ist die Mission unseres Erdenplaneten. Daher nennen wir im Okkultismus den Mond auch den «Kosmos der Weisheit» und die Erde den «Kosmos der Liebe». Und wie wir heute, auf der Erde stehend, die ihr eingegliederte Weisheit bewundern, so werden die Wesen des Jupiter einstmals Wesen gegenüberstehen, aus denen ihnen die Liebe entgegenduften wird. Herausschmecken und herausriechen werden sie sozusagen die Liebe aus den Wesen, die um sie herum sind. So wie uns auf der Erde die Weisheit entgegenleuchtet, so wird auf dem Jupiter den Jupiterwesen entgegenduften, was aus der reinen Geschlechtsliebe bis zu der spinozistischen Gottesliebe hier auf der Erde als Liebe sich entwickelt. Herausduften wird es, wie heute die Pflanzen in den verschiedenen Aromas duften. So werden die Grade der Liebe herausströmen als jener Duft, der aufsteigen wird aus dem Kosmos, den wir als Nachfolger unserer Erde den Jupiter genannt haben. So ändern sich die Verhältnisse im Laufe der Evolution, und immer, wenn irgendein Fortschritt in der Evolution stattfindet, nehmen die Wesen daran teil. Dann steigen die Wesen, die mit der betreffenden planetarischen Entwickelungsstufe verknüpft sind, zu immer höherer Entwickelungsstufe hinan. Heute sind die Menschen, die auf der Erde leben, sozusagen die Werkzeuge der Liebesentwickelung; vorher hat das Tierreich diese verschiedenen Formen der Liebe als zurückgebliebene Formen entwickelt, und insofern als die Liebe bei den Tieren herauskommt, würde eine einfache Betrachtung zeigen, daß das alles Vorstufen der menschlichen, der immer mehr sich vergeistigenden Liebe sind. Wie der Mensch auf der Erde das Werkzeug der Liebesentwickelung ist, so wird er, wenn er sich bis zum Jupiter hin entwickelt haben wird, zur Aufnahme einer noch höheren Eigenschaft fähig sein. So wurden auch diejenigen Wesen, die aus dem Umkreis des Mondes die Weisheit herunterträufelten, einer höheren Entwickelung fähig, indem der Mond Erde wurde; sie stiegen höher hinauf. Diese Wesen, die dazumal die Macht hatten, Weisheit einträufeln zu lassen in die Mondwesen, waren ja ganz genau dieselben, welche an jenem Punkt der Erdentwickelung, als die Sonne aus der Erde sich herausbewegte, so weit waren, daß sie mit der Sonne herausgehen und die Sonne zu ihrem Schauplatz machen konnten. Die Wesenheiten, die auf dem Monde die Geister der Weisheit, der herabträufelnden Weisheit waren - es sind das andere Geister der Weisheit als die, welche in Verbindung mit dem Saturn genannt worden sind —, diese Geister, oder wenigstens eine große Anzahl von ihnen, wählten sich die Sonne zu ihrem Schauplatz. Nur diejenige Wesenheit, welche man als Jahve oder Jehova bezeichnet, die auf dem Monde zuletzt die volle Reife erlangt hat, wurde der Herr der Form auf der Erde, der Regierer der Mondkräfte.

[ 9 ] If we were to search the ancient Moon for a quality that we find today on our Earth on an ever-greater scale as Earth’s evolution progresses, we would not find this quality among the lunar beings. This quality is love, the impulse that draws beings to one another of their own free will. Love is the mission of our Earth. That is why, in occultism, we also call the Moon the “Cosmos of Wisdom” and the Earth the “Cosmos of Love.” And just as we today, standing on Earth, admire the wisdom inherent in it, so will the beings of Jupiter one day stand before beings from whom love will emanate toward them. They will, so to speak, taste and smell the love emanating from the beings around them. Just as wisdom shines forth toward us here on Earth, so will the beings of Jupiter be enveloped by the fragrance of what develops as love here on Earth—ranging from pure sexual love to the Spinozist love of God. It will emanate, just as plants today emit their various fragrances. Thus, the degrees of love will flow forth as that fragrance which will rise from the cosmos we have named Jupiter, the successor to our Earth. In this way, conditions change in the course of evolution, and whenever any progress occurs in evolution, the beings participate in it. Then the beings associated with the respective planetary stage of development ascend to ever higher stages of development. Today, the people living on Earth are, so to speak, the instruments of the development of love; previously, the animal kingdom developed these various forms of love as rudimentary forms, and to the extent that love manifests itself in animals, a simple observation would show that all of these are preliminary stages of human love, which is becoming increasingly spiritual. Just as human beings on Earth are the instruments of the evolution of love, so too, when they have evolved as far as Jupiter, they will be capable of assimilating an even higher quality. In the same way, those beings who poured wisdom down from the vicinity of the Moon became capable of a higher evolution when the Moon became Earth; they ascended to a higher level. These beings, who at that time had the power to infuse wisdom into the lunar beings, were in fact precisely the same ones who, at that point in Earth’s evolution when the Sun emerged from the Earth, had reached a stage where they could go out with the Sun and make the Sun their sphere of activity. The beings who were the spirits of wisdom on the Moon—the wisdom that trickled down—(these are different spirits of wisdom from those mentioned in connection with Saturn)—these spirits, or at least a large number of them, chose the Sun as their realm. Only the being known as Yahweh or Jehovah—who had most recently attained full maturity on the Moon—became the Lord of Form on Earth, the ruler of the lunar forces.

[ 10 ] Nun haben wir aber schon von anderen Wesenheiten gesprochen, die nicht die volle Entwickelung des Mondes bis zu Ende durchgemacht hatten, die sozusagen stehengeblieben waren mitten drinnen zwischen Menschen- und Götterdasein. Wir haben sie in der mannigfaltigsten Weise charakterisiert. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß die Sonne in einem gewissen Stadium ihrer Entwickelung Venus und Merkur aus sich herausgespalten hat, um diesen Wesen einen Schauplatz zu geben, der für sie geeignet ist. Wir haben auch schon besprochen, wie sich an der fortschreitenden Entwickelung der Menschen Wesenheiten beteiligt haben, die, wie die Venus- und Merkurwesenheiten, für die Menschheit die großen Lehrer in den Mysterien geworden sind. Heute wollen wir von einem anderen Gesichtspunkt aus dieses Bild ergänzen.

[ 10 ] But we have already spoken of other beings who had not completed the Moon’s full evolution, who had, so to speak, come to a standstill in the middle, between human and divine existence. We have characterized them in a wide variety of ways. We have pointed out that, at a certain stage of its evolution, the Sun split off Venus and Mercury from itself in order to provide these beings with a setting suited to them. We have also already discussed how beings—who, like the Venusian and Mercurian beings, became the great teachers of humanity in the mysteries—have participated in the ongoing development of humankind. Today we wish to supplement this picture from a different perspective.

[ 11 ] Angedeutet haben wir schon, daß, wenn diejenigen Kräfte und Wesenheiten, die mit der Sonne herausgestiegen sind aus der Erde, in ihrer ursprünglichen Weise mit der Erde verbunden geblieben wären, der Mensch sich in einem raschen Tempo hätte entwickeln müssen, das er nicht hätte aushalten können. Er hätte überhaupt nicht zu seiner Entwickelung kommen können, wenn die Geister der Weisheit mit der Erde verbunden geblieben wären, wie sie mit dem Mond verbunden waren. Sie mußten sich entfernen und von außen einwirken, wenn der Mensch das richtige Zeitmaß in seiner Entwickelung haben sollte. Der Mensch würde sonst, kaum daß er geboren ist, gleich wieder alt sein; er würde ein zu rasches Tempo in seiner Entwickelung durchmachen. Auch in einer anderen Weise kann ich Ihnen das anschaulich machen.

[ 11 ] We have already indicated that if those forces and beings that emerged from the Earth along with the Sun had remained connected to the Earth in their original way, human beings would have had to develop at such a rapid pace that they could not have endured it. Humanity would not have been able to develop at all if the spirits of wisdom had remained connected to the Earth as they were connected to the Moon. They had to withdraw and exert their influence from the outside so that humanity could maintain the proper pace in its development. Otherwise, humans would grow old again almost as soon as they were born; their development would proceed at too rapid a pace. I can also illustrate this to you in another way.

[ 12 ] Diese Geister, die sich selbst bis zum Sonnendasein hinaufentwickelt haben, haben kein Interesse daran, daß der Mensch stufenweise durch die verschiedenen Lebensalter, durch das Kindesalter, Jugendalter, reifes Alter, Greisenalter geht und in der Körperlichkeit langsam und allmählich irdische Erfahrungen sammelt. Sie haben nur ein Interesse an der vollkommenen Entwickelung zur Geistigkeit. Würden sie mit der Erde verbunden geblieben sein, so wären die Körper in einer gewissen Weise verkümmert, verbrannt worden. Ohne die Früchte aus der Eroberung des Erdendaseins zu zeitigen, wäre der Geist einer raschen Entwickelung entgegengegangen und der Mensch wäre alles dessen verlustig gegangen, was er auf dem Schauplatz der Erde lernen kann. Vor allem würde die Einprägung der Liebe in die kosmische Entwickelung verborgen geblieben sein. Damit die Liebe sich auf der Erde entwickeln konnte, mußte zunächst der Körper auf einer primitiven Stufe entwickelt sein. Die Liebe mußte in der niedersten Form als geschlechtliche Liebe angelegt werden, um sich durch die verschiedenen Stufen hinauf zu entwickeln, und zuletzt, wenn die Erde in ihrer Vollendung in ihrer letzten Epoche angekommen ist, wird die Liebe veredelt emporgehoben, zur rein geistigen Liebe sich im Menschen ausprägen. Alle niedere Liebe ist Schulung für die höhere Liebe. Der Erdenmensch soll die Liebe in sich ausbilden, um sie am Ende seiner Entwickelung der Erde zurückgeben zu können; denn alles, was im Mikrokosmos entwickelt wird, wird dem Makrokosmos zuletzt eingegossen. Der Fortschritt des Menschen wird eine Fortentwickelung des Makrokosmos. Die Weisheit, die in den Mondmenschen eingeströmt ist, leuchtet dem Erdenmenschen entgegen als Weisheit, die seinen Bau durchdringt. Die Liebe, die während der Erde in den Menschen stufenweise eingepflanzt wird, sie wird den Jupiterwesen entgegenduften aus dem ganzen Reiche des Jupiter. Diesen Weg müssen die einzelnen kosmischen Kräfte machen.

[ 12 ] These spirits, who have evolved to the level of the Sun, have no interest in humanity progressing step by step through the various stages of life—childhood, youth, maturity, and old age—and slowly and gradually gaining earthly experiences in physical form. They are interested only in the complete development toward spiritual existence. Had they remained connected to the Earth, their bodies would, in a certain sense, have withered away or been consumed. Without bearing the fruits of conquering earthly existence, the spirit would have moved toward rapid development, and human beings would have lost everything they can learn on the Earthly stage. Above all, the imprint of love would have remained hidden from cosmic evolution. In order for love to develop on Earth, the body first had to be developed to a primitive stage. Love had to be laid down in its lowest form as sexual love in order to develop upward through the various stages, and finally, when the Earth has reached its completion in its last epoch, love will be ennobled and elevated, manifesting itself in human beings as purely spiritual love. All lower forms of love are training for higher love. Earthly human beings are meant to cultivate love within themselves so that, at the end of their development, they may return it to the Earth; for everything that is developed in the microcosm is ultimately poured into the macrocosm. Human progress becomes a further development of the macrocosm. The wisdom that has flowed into the lunar beings shines forth toward the earthly human being as wisdom that permeates his very being. The love that is gradually implanted in human beings during the Earth period will radiate toward the Jupiter beings from the entire realm of Jupiter. This is the path that the individual cosmic forces must follow.

[ 13 ] So also war der Ausgangspunkt unserer Erdenmission — die Einprägung der Liebe — gewissermaßen vor folgende zwei Richtungen gestellt: Die Geister der Weisheit, die Schöpfer der Weisheit, die auf dem Monde den Erdenreichen die Weisheit eingeströmt haben, waren auf der Erde für sich selber, als Geister der Weisheit, uninteressiert an der physischen Leiblichkeit des Menschen. Sie haben, insofern sie nur für die Weisheit interessiert waren, die besondere Erdenmission an die Geister der Liebe abgegeben, die eine andere Klasse sind und die als Geister der Liebe zunächst auch fähig waren, eine Zeitlang mit auf der Sonne sich zu entwickeln. Auf diese Weise haben wir zweierlei in der Entwickelung der Erde: eine Einströmung der Liebe, die sozusagen neu auftritt, und eine Einströmung von Weisheit, die von außen wirkt, weil die Geister, die sich vorzugsweise für Weisheit interessieren, auf den Sonnenschauplatz sich zurückgezogen haben. Das ist sehr wichtig, daß wir dieses Zusammenwirken der Geister der Weisheit und der Geister der Liebe richtig fassen, denn es drückt sich ein unendlich wichtiger Gegensatz aus in diesem Zusammenwirken der Geister der Weisheit und der Geister der Liebe. Wenn ich jetzt in menschliche Sprache umsetzen will, was da geschah, so drückt sich dieser Gegensatz dadurch aus, daß die Geister der Weisheit den einzelnen Menschen zwischen Geburt und Tod, wie er sich da entwickelt, ganz überlassen den Geistern der Liebe und für sich das Regiment der Individualität übernehmen, die durch die verschiedenen Persönlichkeiten im Laufe der Reinkarnationen durchgeht. Jetzt haben Sie, wenn Sie sich den Menschen in seiner Ganzheit vorstellen, auseinandergelegt, unter welchen zwei Regimentern der Mensch steht in der kosmischen Regierung. Was der Mensch zwischen Geburt und Tod ist, was er da in sich entwickelt, weil er in einer Leiblichkeit lebt, was ihn sozusagen so recht zu einem Wesen macht, das mit seinen zwei Beinen hier auf dem Erdengrund steht, das steht unter dem Regiment der Geister der Liebe. Was sich hindurchzieht durch die Persönlichkeiten als die bleibende Individualität, was mit dem Menschen geboren wird, stirbt, wieder geboren wird, wieder stirbt und so weiter, das steht in einer gewissen Beziehung unter dem Regiment der Geister der Weisheit. Nun dürfen Sie aber wiederum nicht schablonisieren und sagen: Du behauptest also, die menschliche Individualität stünde unter dem Einfluß der Geister der Weisheit, und die menschliche Persönlichkeit stünde unter dem der Geister der Liebe. Wenn man schablonisieren würde, dann käme wiederum ein bloßer Unsinn heraus. Denn Begriffe sind nur dann gültig, wenn man sie in ihrer Relativität begreift, wenn man weiß, daß jeder Begriff seine zwei Seiten hat. Nur wenn Sie der Meinung wären, daß dieses eine Leben zwischen Geburt und Tod bedeutungslos wäre für alle folgenden Leben, dann dürften Sie so schablonisieren. Wenn Sie sich aber vor Augen halten, was von mir immer betont worden ist, daß die Früchte jedes einzelnen Erdenlebens, also die Früchte alles dessen, was unter dem Einfluß der Geister der Liebe gewonnen wird, einströmen in alle Entwickelung, in das, was die Geister der Weisheit leiten, und wenn Sie auf der anderen Seite sich klar sind, daß alles unter der Kraft der Geister der Weisheit hervorgeht, was im menschlichen Leibe ist bis zum astralischen Leib hin — wir haben ja auch schon beschrieben, wie die auf der Erde gemachten Erfahrungen umgebildet und umgestaltet werden müssen -, so wirken auf des Menschen Wesenheit, weil er einen physischen Leib, einen Ätherleib und einen astralischen Leib hat, doch wieder die Geister der Weisheit. Und weil das, was der Mensch als Persönlichkeit unter dem Element der Liebe entwickelt, wenn er es einmal entwickelt hat, bleibend wird für seine Individualität, so wirken wiederum auf dem Umweg der Weisheit die Geister der Liebe hinein in das, was im einzelnen menschlichen Leben entwickelt wird. So wirken sie zusammen. Dann ist das Regiment dieser Geister in der Weise wieder getrennt, daß alles, was Persönlichkeit ist, unmittelbar, direkt dem Regiment der Liebe untersteht, und alles, was zwischen Geburt und Tod vorgeht, indirekt dem Element der Weisheit untersteht.

[ 13 ] Thus, the starting point of our mission on Earth—the instilling of love—was, so to speak, confronted with the following two directions: The spirits of wisdom—the creators of wisdom who, from the Moon, poured wisdom into the earthly realms—were, on Earth, concerned only with themselves as spirits of wisdom and had no interest in the physical nature of human beings. Since they were interested only in wisdom, they entrusted the specific Earth mission to the spirits of love, who belong to a different class and who, as spirits of love, were initially also capable of developing for a time on the Sun. In this way, we have two aspects in the development of the Earth: an inflow of love, which appears, so to speak, anew, and an inflow of wisdom, which acts from the outside, because the spirits who are primarily interested in wisdom have withdrawn to the solar realm. It is very important that we correctly grasp this interplay between the spirits of wisdom and the spirits of love, for an infinitely important contrast is expressed in this interplay between the spirits of wisdom and the spirits of love. If I now wish to translate what happened there into human language, this contrast is expressed in the fact that the spirits of wisdom leave the individual human being—as he develops between birth and death—entirely in the care of the spirits of love, while they themselves assume the governance of the individuality that passes through the various personalities in the course of reincarnations. Now, when you imagine the human being in his entirety, you have seen under which two realms of governance the human being stands within the cosmic order. What the human being is between birth and death—what he develops within himself because he lives in a physical body, what, so to speak, truly makes him a being who stands here on Earth with both feet—that stands under the governance of the spirits of love. What runs through the personalities as the enduring individuality—what is born with the human being, dies, is reborn, dies again, and so on—is, in a certain sense, subject to the rule of the spirits of wisdom. But now you must not, in turn, resort to generalizations and say: “So you’re claiming that human individuality is under the influence of the spirits of wisdom, and human personality is under that of the spirits of love.” If one were to generalize in this way, the result would again be sheer nonsense. For concepts are valid only when one understands them in their relativity, when one knows that every concept has two sides. Only if you were of the opinion that this one life between birth and death were meaningless for all subsequent lives would you be justified in generalizing in this way. But if you bear in mind what I have always emphasized—that the fruits of every single earthly life, that is, the fruits of everything gained under the influence of the Spirits of Love, flow into the entire process of development, into that which is guided by the Spirits of Wisdom—and if, on the other hand, you realize that everything arises under the power of the Spirits of Wisdom, —what is within the human body, extending even to the astral body—for we have already described how the experiences made on Earth must be transformed and reshaped—then the Spirits of Wisdom once again exert their influence on the human being’s essence, since he possesses a physical body, an etheric body, and an astral body. And because what a human being develops as personality under the element of love—once developed—becomes permanent for his individuality, the Spirits of Love, in turn, influence what is developed in the individual human life through the mediation of wisdom. Thus they work together. Thus, the rule of these spirits is again divided in such a way that everything that constitutes the personality is immediately and directly subject to the rule of love, and everything that takes place between birth and death is indirectly subject to the element of wisdom.

[ 14 ] So sehen wir, wie des Menschen Persönlichkeit und des Menschen Individualität in verschiedenen Richtungen und Strömungen drinnen sind. Wichtig ist das aus dem folgenden Grunde: Hätten diejenigen Geister der Weisheit, die jetzt gemeint sind, sozusagen das Regiment sich angemaßt, so würde jene sprudelnde, vehemente Entwickelung eingetreten sein, die man auch charakterisieren könnte, indem man sagt: der Mensch würde in einer einzigen Inkarnation alle mögliche Vervollkommnung von allen Inkarnationen zusammengedrängt erlebt haben. So aber wurde das, was die Geister der Weisheit geben sollten, verteilt auf die ganzen aufeinanderfolgenden Inkarnationen auf der Erde. Man drückt das im Okkultismus durch ein ganz bestimmtes Wort aus. Wären die Geister der Weisheit in der Entwickelung geblieben, so hätte der Mensch durch alle Entwickelungsstufen hindurch, körperlich sich verbrennend, sich schnell zur Geistigkeit entwickelt. So aber verzichteten die Geister der Weisheit darauf, den Menschen zu einer solchen vehementen Entwickelung zu bringen. Sie gingen weg von der Erde, um sie zu umkreisen, um die Zeiten, die sonst vehement abgelaufen wären, zu mäßigen, maßvoll zu machen. Man sagt daher im Okkultismus, daß diese Geister der Weisheit «Geister der Umlaufszeiten» wurden. In aufeinanderfolgenden Umlaufszeiten, die geregelt sind durch den Gang der Gestirne, wurden des Menschen aufeinanderfolgende Inkarnationen geregelt. Die Geister der Weisheit wurden Geister der Umlaufszeiten. Sie wären fähig gewesen, den Menschen von der Erde hinwegzuheben durch ihre weisheitsvolle Macht; aber die Menschen hätten darauf verzichten müssen, die Früchte zu zeitigen, die nur innerhalb der Zeit reifen können. Die Früchte der Liebe, der Erdenerfahrung, wären nicht zu gewinnen gewesen. Diejenigen Geheimnisse, welche Wesenheiten haben und beherzigen müssen, um die Früchte der Liebe, der Erdenerfahrung zu zeitigen, waren diesen Geistern der Umlaufszeiten verborgen. Deshalb heißt es in der Schrift: «Sie verhüllten ihr Antlitz vor dem mystischen Lamm!» Denn das «mystische Lamm» ist der Sonnengeist, der das Geheimnis hat, nicht nur die Geister hinwegzuheben von der Erde, sondern die Leiber von der Erde zu erlösen, sie zu vergeistigen, nachdem sie durch die vielen Inkarnationen hindurchgegangen sind. Der Besitzer des Liebesgeheimnisses, das ist der Sonnengeist, den wir den Christus nennen; und weil er nicht nur ein Interesse hat an der Individualität, sondern unmittelbar an jeder einzelnen Persönlichkeit der Erde, nennen wir ihn deshalb das «große Opfer der Erde» oder das «mystische Lamm».

[ 14 ] Thus we see how human personality and human individuality are present within various directions and currents. This is important for the following reason: If those spirits of wisdom—to whom we are now referring—had, so to speak, assumed control, that effervescent, vehement development would have taken place which one could also characterize by saying: the human being would have experienced, compressed into a single incarnation, all possible perfection from all incarnations. Instead, however, what the Spirits of Wisdom were to bestow was distributed across all successive incarnations on Earth. In occultism, this is expressed by a very specific term. Had the Spirits of Wisdom remained in the process of evolution, humanity would have rapidly developed into a spiritual being, physically burning itself out as it passed through all stages of development. Instead, however, the Spirits of Wisdom refrained from bringing humanity to such a rapid development. They departed from Earth to circle around it, in order to moderate the periods that would otherwise have passed rapidly, making them more measured. It is therefore said in occultism that these Spirits of Wisdom became “Spirits of the Cyclical Periods.” In successive cycles, governed by the course of the celestial bodies, human beings’ successive incarnations were regulated. The spirits of wisdom became spirits of the cycles. They would have been capable of lifting humanity away from Earth through their wisdom-filled power; but humanity would then have had to forgo bearing the fruits that can ripen only within time. The fruits of love and earthly experience would not have been attainable. The mysteries that beings must possess and take to heart in order to bear the fruits of love and earthly experience were hidden from these Spirits of the Cycles. That is why it is written in Scripture: “They veiled their faces from the mystical Lamb!” For the “mystical Lamb” is the Sun Spirit, who possesses the secret not only of lifting the spirits from the earth, but also of redeeming the bodies from the earth and spiritualizing them after they have passed through many incarnations. The possessor of the mystery of love is the Spirit of the Sun, whom we call Christ; and because He is concerned not only with individuality but directly with every single personality on Earth, we therefore call Him the “great sacrifice of the Earth” or the “mystical Lamb.”

[ 15 ] So wurden die einen die Geister der Umlaufszeiten und regelten die aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Der Christus wurde der Mittelpunkt, insofern die einzelnen Persönlichkeiten der Menschen geheiligt und geläutert werden sollten. Alles, was der Mensch aus der einzelnen Persönlichkeit als Frucht hineinbringen kann in die Individualität, erlangt er dadurch, daß er einen Zusammenhang hat mit dem Christus-Wesen. Das Hinschauen, das Sich-verbunden-Fühlen mit dem Christus-Wesen läutert und veredelt die Persönlichkeit. Wäre die Erdentwickelung verlaufen ohne die Erscheinung des Christus, so wäre der Leib des Menschen, wenn wir den Ausdruck umfassend gebrauchen, böse geblieben; er hätte sich mit der Erde verbinden müssen und wäre für immer der Materialität verfallen. Und wenn trotzdem die Geister der Weisheit. nicht darauf verzichtet hätten, den Menschen gleich im Anfange der eigentlichen Erdentwickelung zu vergeistigen, so hätte folgendes eintreten können: Entweder hätten die Geister der Weisheit sogleich bei Beginn der Erdentwickelung — also in der lemurischen Zeit - den Menschen herausgerissen aus dem Leib, ihn einer raschen geistigen Entwickelung entgegengeführt und seinen Leib rasch verbrannt; dann hätte die Erde niemals ihre Mission erfüllen können. Oder die Geister der Weisheit hätten gesagt: Das wollen wir nicht; wir wollen, daß sich der Leib des Menschen voll entwickle; aber wir selber haben daran kein Interesse, also überlassen wir das dem Spätgeborenen, dem Jehova, der ist der Herr der Form! Dann wäre der Mensch mumifiziert worden, wäre vertrocknet. Der Leib des Menschen aber wäre mit der Erde verbunden geblieben; er wäre niemals einer Vergeistigung entgegengegangen.

[ 15 ] Thus, some became the spirits of the cycles and governed the successive incarnations. Christ became the center insofar as the individual personalities of human beings were to be sanctified and purified. Everything that a person can bring into their individuality as a fruit of their unique personality is attained through their connection with the Christ Being. Contemplation and a sense of connection with the Christ Being purify and ennoble the personality. Had Earth’s evolution proceeded without the appearance of the Christ, the human body—if we use the term in its broadest sense—would have remained evil; it would have had to unite with the Earth and would have fallen forever into materiality. And if, despite this, the Spirits of Wisdom had not refrained from spiritualizing human beings right at the beginning of Earth’s actual development, the following could have occurred: Either the Spirits of Wisdom would have torn human beings out of their bodies immediately at the start of Earth’s development—that is, during the Lemurian period—guided them toward rapid spiritual development, and swiftly burned their bodies; in that case, the Earth would never have been able to fulfill its mission. Or the Spirits of Wisdom might have said: “We do not want that; we want the human body to develop fully; but we ourselves have no interest in it, so we leave that to the One born later, to Jehovah, who is the Lord of Form!” Then the human being would have been mummified, would have withered away. But the human body would have remained connected to the Earth; it would never have moved toward spiritualization.

[ 16 ] Beide Wege wurden nicht gewählt; sondern damit ein Gleichgewicht eintreten konnte zwischen den Geistern der Weisheit und dem Letztgeborenen des Mondes, dem Herrn der Form, der der Ausgangspunkt für das Schaffen des Mondes ist, wurde eine Mittellage geschaffen; und diese Mittellage bereitete vor die Erscheinung des Christus, der über die Weisheit erhaben ist, vor dem die Geister der Weisheit ihr Antlitz in Demut verhüllen, und der dadurch, daß die Menschen sich immer mehr mit seinem Geiste erfüllen und durchdringen, die Menschen erlösen wird. Und wenn die Erde selbst an dem Punkte anlangt, wo der Mensch sich voll vergeistigt haben wird, dann wird nicht ein trockener Ball herausfallen aus der Evolution, sondern es wird der Mensch durch das, was er aus der Entwickelung hat herausholen können, seine sich immer mehr veredelnde Menschenform der vollständigen Vergeistigung entgegenführen. Und wir sehen, wie die Menschen sich vergeistigen. Wenn wir uns die ursprünglichen Menschenkörper der lemurischen Zeit ansehen würden - ich werde niemals in einem öffentlichen Vortrag diese lemurischen Menschenkörper beschreiben! -, so würden wir finden, daß sie sich uns an der äußersten Grenze der Häßlichkeit stehend darstellen. Erst allmählich bilder sich der menschliche Körper in der Form, wie wir ihn heute kennen. Und immer veredelter und veredelter treten die Menschen auf, indem sie von der Liebe immer mehr und mehr gereinigt werden. Aber auch über das heutige Menschenantlitz wird sich der Mensch hinausentwickeln. Wie sich der Menschenleib immer mehr vergeistigt hat seit der lemurischen Rasse, so wird sich auch das menschliche Antlitz immer mehr vergeistigen. Wir sind heute in der fünften Rasse. Wie sich jetzt schon im menschlichen Antlitz das Gute und Edle, das in der Seele lebt, ausprägt, so wird in der sechsten Rasse des Menschen Antlitz leuchten von innerer Güte. Eine ganz andere Physiognomie wird der Mensch dann haben, so daß man an der äußeren Gestalt erkennen wird, wie gut und wie edel er ist, und erkennen wird man an dem Antlitz, was für innere seelische Eigenschaften in dem Menschen sind; und immer mehr wird sich das, was an Edelmut und Güte in der Menschenseele enthalten ist, der menschlichen Physiognomie einprägen, bis am Ende der Erdenzeit das Leibliche des Menschen ganz durchdrungen ist vom Geistigen und sich ganz und gar abheben wird von denen, die an der Materialität hängen geblieben sind, die das Abbild des Bösen darstellen werden, die zurückbleiben auf dem mineralischen Standpunkt. Das ist das, was kommen wird, und was man das «Jüngste Gericht» nennt, die Scheidung von Guten und Bösen. Es ist die Vergeistigung des menschlichen Körpers oder, wie man es populär nennt, die «Auferstehung des Fleisches». Man muß diese Dinge nur verstehen mit dem gesunden Sinn aus dem Okkultismus heraus; dann kann gar kein Angriff gegen sie geführt werden. Die Aufklärerei wird allerdings nicht verstehen können, daß das, was Materie ist, einmal etwas anderes werden könnte als Materie. Was im besten Sinne des Wortes genannt werden könnte der «Wahnsinn der Materialität», das wird sich niemals vorstellen können, daß das Materielle sich einmal vergeistigen könnte, das heißt, daß einmal so etwas eintreten wird, was man nennt die Vergeistigung, die Auferstehung des Fleisches. Aber die Dinge sind so, und so ist der Gang der Erdentwickelung, und so ergibt sich der Sinn der Erdentwickelung und die Stellung des Christus innerhalb der Erdentwickelung.

[ 16 ] Neither path was chosen; rather, so that a balance might be established between the spirits of wisdom and the Last-Born of the Moon—the Lord of Form, who is the starting point for the creation of the Moon—a middle ground was established; and this middle ground prepared the way for the appearance of the Christ, who is exalted above wisdom, before whom the spirits of wisdom humbly veil their faces, and who will redeem humanity as people become increasingly filled with and permeated by his spirit. And when the Earth itself reaches the point where humanity has become fully spiritualized, then not a barren sphere will fall out of the course of evolution, but rather, through what humanity has been able to draw from this development, it will lead its ever-more-ennobled human form toward complete spiritualization. And we see how human beings are becoming spiritualized. If we were to look at the original human bodies of the Lemurian era—I will never describe these Lemurian human bodies in a public lecture!—we would find that they appear to us as standing at the very limit of ugliness. Only gradually did the human body take on the form we know today. And human beings appear ever more refined as they are purified more and more by love. But humanity will also evolve beyond the human face as we know it today. Just as the human body has become increasingly spiritualized since the Lemurian race, so too will the human face become increasingly spiritualized. We are now in the fifth race. Just as the goodness and nobility that live in the soul are already expressed in the human face, so in the sixth race the human face will radiate inner goodness. Human beings will then have an entirely different physiognomy, so that one will be able to recognize from their outward appearance just how good and noble they are, and one will be able to discern from their face what inner spiritual qualities reside within them; and increasingly, the nobility and goodness contained in the human soul will be imprinted upon human physiognomy, until, at the end of the Earth’s history, the physical body of humankind is completely permeated by the spiritual and will stand out entirely from those who have remained attached to materiality—those who will represent the image of evil, who will remain at the mineral level. This is what is to come, and what is called the “Last Judgment”—the separation of the good from the evil. It is the spiritualization of the human body or, as it is popularly called, the “resurrection of the flesh.” One need only understand these things with sound reasoning grounded in occultism; then no attack can be launched against them. The Enlightenment, however, will not be able to understand that what is matter could one day become something other than matter. What might be called, in the best sense of the word, the “madness of materialism” will never be able to conceive that the material could one day become spiritual—that is, that something will one day occur that is called spiritualization, the resurrection of the flesh. But this is how things are, and this is the course of Earth’s evolution, and this is how the meaning of Earth’s evolution and the place of Christ within it emerge.

[ 17 ] Wenn wir bloß auf alles dasjenige sehen würden, was wir bis jetzt in Betracht gezogen haben innerhalb unserer heutigen Darstellung, dann würde sich uns ein eigentümliches Bild unserer Erdentwickelung ergeben. Dieses Bild würde so sein, daß in der Tat die Waage gehalten würde zwischen den Geistern der Form und den Geistern, die die Geister der Umlaufszeiten geworden sind, den eigentlichen Geistern des Lichtes. Dadurch, daß der Christus von dem Mysterium von Golgatha an die künftige Erdentwickelung zu führen hat, wären diese in der Gleichgewichtslage, und ein sukzessiver Aufstieg würde in der Tat das sein, was da kommen würde. Aber so einfach ist die Sache wiederum nicht. Wir wissen, daß Geister zurückgeblieben sind, Geister, die die volle Reife der Weisheitsentwickelung nicht erlangt hatten, die daher kein Interesse daran haben, ihr Regiment abzutreten an die Strömung der Liebe. Diese Geister wollten fortwirken und weiter die Weisheit einströmen lassen. Sie wirkten auf den Menschen und sie haben deshalb nicht etwa unfruchtbar auf der Erde gewirkt. Sie haben den Menschen die Freiheit gebracht. Hat das Christus-Prinzip die Liebe gebracht, so haben diese Geister, die wir die luziferischen Geister nennen, dem Menschen die Freiheit gebracht, die Freiheit der Persönlichkeit. Sie gaben dem Menschen die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. Auch das Zurückbleiben gewisser Geister hat seine sehr gute Seite, und alles, ob Vorschreiten oder Zurückbleiben, ist göttlicher Natur. So gab es also Geister der Umlaufszeiten, welche die fortschreitenden Inkarnationen leiteten, das, was als die Individualität durch alle Inkarnationen hindurchgeht; so gab es Geister der Liebe unter der Führung des Christus-Prinzips, welche diese Individualität so vorbereiteten, daß die Persönlichkeit nach und nach übergehen kann in ein Reich der Liebe. Wenn wir das große Ideal, das uns als ein Reich der Liebe vorschwebt, charakterisieren wollen, so können wir das in folgender Weise tun.

[ 17 ] If we were to consider only all that we have taken into account so far in our present exposition, a peculiar picture of the Earth’s evolution would emerge. This picture would be such that a balance would indeed be maintained between the spirits of form and the spirits that have become the spirits of the cosmic cycles—the true spirits of light. Because Christ, through the Mystery of Golgotha, is to guide future Earth evolution, these spirits would be in a state of equilibrium, and a gradual ascent would indeed be what lies ahead. But the matter is not quite that simple. We know that certain spirits have remained behind—spirits who had not attained the full maturity of wisdom’s development and who therefore have no interest in yielding their dominion to the current of love. These spirits wished to continue their influence and to keep wisdom flowing. They acted upon humanity and therefore did not act fruitlessly on Earth. They brought freedom to humanity. Just as the Christ principle brought love, so these spirits—whom we call the Luciferic spirits—brought freedom to humanity: the freedom of the personality. They gave humanity the ability to choose between good and evil. Even the fact that certain spirits remained behind has its very positive side, and everything—whether progress or remaining behind—is of a divine nature. Thus, there were spirits of the cycles who guided the successive incarnations—that which passes through all incarnations as individuality; and there were spirits of love under the guidance of the Christ principle, who prepared this individuality in such a way that the personality can gradually transition into a realm of love. If we wish to characterize the great ideal that we envision as a realm of love, we can do so in the following way.

[ 18 ] Heute ist noch in den weitesten Kreisen der gründliche Irrtum verbreitet, daß das Wohl und Heil der einzelnen Persönlichkeit möglich sei ohne das Wohl und Heil aller anderen Persönlichkeiten der Erde. Wenn auch die Menschen das nicht direkt zugeben, praktisch ist doch alles darauf gebaut, daß so, wie wir heute leben, der Einzelne auf Kosten der anderen lebt, und der Glaube ist weit verbreitet, daß das Wohl des Einzelnen unabhängig ist von dem Wohl der anderen. Die zukünftige Entwickelung wird die volle Gemeinschaft des Geistes entwickeln, das heißt, auf dem Jupiter wird der Glaube zu herrschen beginnen, daß es kein Wohl und Heil des Einzelnen gibt ohne das Wohl und Heil aller übrigen, und zwar eben das gleiche Wohl und Heil aller übrigen Einzelnen. Das Christentum bereitet diese Anschauung vor, und es ist dazu da, sie vorzubereiten. Eine Gemeinsamkeit hat sich auf der Erde zunächst ergeben durch die Liebe, die an das Blut gebunden ist. Dadurch war der pure Egoismus überwunden. Das Christentum hat nun die Aufgabe, in den Menschen diejenige Liebe zu entzünden, die nicht mehr an das Blut gebunden ist, das heißt, sie sollen die reine Liebe finden lernen, wo das Wohl und das Heil des Einzelnen gar nicht gedacht wird ohne das Wohl und das Heil des anderen. Das Reich der Liebe wird sich so darstellen, daß, wie zuerst die Blutsverwandtschaft die Menschen aneinanderband, nun der Mensch in jedem Menschen den Verwandten sehen wird, ohne Rücksicht auf das gemeinsame Blut. Das ist in den Worten angedeutet: «Wer nicht verläßt Vater und Mutter, Weib und Kind, Bruder und Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Alles andere ist kein wirkliches Christentum. So können wir die Hinentwickelung des Menschen zu einem höheren Zustand charakterisieren. Aber die Hinentwickelung zu einem solchen Zustand geschieht in Zyklen, nicht sukzessive. Sie können sich durch eine einfache Betrachtung diese Zyklen klarmachen.

[ 18 ] Even today, the profound misconception is widespread, even in the broadest circles, that the well-being and salvation of the individual is possible without the well-being and salvation of all other individuals on Earth. Even if people do not admit this directly, in practice everything is based on the fact that, as we live today, the individual lives at the expense of others, and the belief is widespread that the well-being of the individual is independent of the well-being of others. Future development will bring about full spiritual communion; that is to say, on Jupiter the belief will begin to prevail that there is no well-being or salvation for the individual without the well-being and salvation of all others—and indeed, the very same well-being and salvation for all other individuals. Christianity prepares the ground for this view, and its purpose is to prepare it. A sense of community has initially emerged on Earth through love bound by blood ties. Through this, pure selfishness was overcome. Christianity now has the task of kindling in people that love which is no longer bound by blood—that is, they must learn to find pure love, in which the well-being and salvation of the individual cannot even be conceived of without the well-being and salvation of others. The Kingdom of Love will manifest itself in such a way that, just as blood ties once bound people together, people will now see a kinship in every human being, regardless of shared blood. This is implied in the words: “Whoever does not leave father and mother, wife and child, brother and sister, cannot be my disciple.” Anything else is not true Christianity. This is how we can characterize humanity’s evolution toward a higher state. But this evolution toward such a state occurs in cycles, not successively. You can understand these cycles clearly through simple observation.

[ 19 ] Sehen Sie, wie in der ersten Epoche der nachatlantischen Zeit eine Kultur, die brahmanische Kultur, aufgeht, ihren Höhepunkt erreicht und wieder in Dekadenz kommt, wie sie ihren Höhepunkt erlangt auf dem Gebiete der Flucht aus der Materialität, in der sie ihre Erlösung sucht, wie sie aber wieder zurückgehen muß, weil sie ihre Kultur gesucht hat auf dem Gebiete der Nichtanerkennung der Materie. Sie sehen dann, wie ein neuer Zyklus eintritt in der altpersischen Kultur, wie die altpersische Kultur den Erdball erobert dadurch, daß sie die Materie anerkennt, allerdings als eine dem Menschen widerstrebende Macht, die der Mensch durch seine Arbeit bezwingt; und wiederum erreicht diese Kultur ihren Höhepunkt, und versinkt in Dekadenz. Aber eine neue Kultur steigt herauf, die ägyptisch-chaldäisch-assyrisch-babylonische, die nicht mehr bloß die Materie anerkennt, sondern die die Materie durchdringt mit menschlicher Intelligenz, wo die Bahnen der Sterne erforscht werden, wo Bauten aufgeführt werden gemäß dem, was man aus der Sternenweisheit gewonnen hatte, indem menschliche Bebauungen der Erde nach Gesetzen der Geometrie angelegt werden. Die Materie ist jetzt nicht mehr bloß eine widerstrebende Macht, sondern sie wird umgegossen und umgeformt zu dem Geistigen. Die Pyramiden sind ein Abbild von dem, was der Mensch aus den Sternen er sah. Und wir gehen weiter hinüber, nachdem die ägyptisch-chaldäisch-assyrisch-babylonische Kultur in Dekadenz geraten ist, zu der griechisch-lateinischen Kultur, wo der Mensch in der griechischen Kunst die Materie so umgestaltet hat, daß er sein eigenes Abbild in sie hineingeformt hat, wo der Mensch zur Überwindung der Materie durch die Schönheit gelangt. Das war früher nicht der Fall, daß, wie in der griechischen Plastik, griechischen Baukunst und Dramatik, der Mensch sein eigenes Abbild in die Materie hineinprägt. Die menschliche Persönlichkeit wird als der höchste Ausdruck der Schönheit in der griechischen Kunst verherrlicht. Und mit der römischen Kultur sehen wir hinzukommen den Rechtsbegriff der Persönlichkeit. Es ist auch nur wieder eine ganz verkehrte Gelehrsamkeit - ein einziger Blick eines verständigen Menschen kann das erkennen -, die da sagt, daß es früher auch schon den Rechtsbegriff gegeben hätte. Das Gesetzbuch des Hammurabi ist etwas ganz anderes, als das, was in Rom geschaffen worden ist als Jurisprudenz. Das ist ein eigentlich römisches Produkt, denn die Jurisprudenz tauchte da auf, wo die einzelne Persönlichkeit sich auch im Recht ihr Abbild schafft; da ist der Mensch ganz auf die eigene Persönlichkeit gestellt. Man studiere und vergleiche das Testament im römischen Recht mit dem, was im Gesetzbuch des Hammurabi zu finden ist, wo die Persönlichkeit des Menschen ganz in eine Theokratie hineingestellt war. Der «römische Bürger» ist ein neues Element in dem Entwickelungszyklus der Menschheit. Noch tiefer herab in die Materie muß der Mensch in der fünften, in der germanischen Kultur; die Überwindung der Naturkräfte, die Triumphe der Technik, sie sind die Folge davon. Doch sind wir über den tiefsten Punkt dieser Entwickelung etwas hinweg. Und ein neuer Zyklus ist derjenige, der dann da sein wird, wenn die Menschen das, was sich heute als Theosophie zeigt, ganz ergriffen haben werden. Wir sehen, wie jeder Zyklus in der Kultur seinen Gipfel erreicht und wieder heruntersinkt, und wie jeder neue Zyklus die Aufgabe hat, die Kultur weiterzubringen... [Lücke im Text.]

[ 19 ] Observe how, in the first epoch of the post-Atlantean era, a culture—the Brahmanic culture—emerges, reaches its zenith, and then falls into decadence; how it attains its zenith in the realm of escape from materiality, in which it seeks its salvation; and how, however, it must decline again because it sought its culture in the realm of the non-acknowledgment of matter. You will then see how a new cycle begins in ancient Persian culture, how ancient Persian culture conquers the globe by acknowledging matter—albeit as a force opposed to humanity, which humans subdue through their labor; and once again, this culture reaches its zenith and sinks into decadence. But a new culture rises, the Egyptian-Chaldean-Assyrian-Babylonian culture, which no longer merely acknowledges matter but permeates it with human intelligence—where the paths of the stars are explored, where structures are erected in accordance with what was derived from the wisdom of the stars, and where human settlements on Earth are laid out according to the laws of geometry. Matter is now no longer merely a resistant force, but is recast and transformed into the spiritual. The pyramids are a reflection of what humanity saw in the stars. And we move on further, after the Egyptian-Chaldean-Assyrian-Babylonian culture had fallen into decadence, to the Greco-Latin culture, where, in Greek art, humanity reshaped matter in such a way that it formed its own image within it, where humanity achieved the overcoming of matter through beauty. This was not the case earlier—that, as in Greek sculpture, architecture, and drama, humans would imprint their own image upon matter. The human personality is glorified in Greek art as the highest expression of beauty. And with Roman culture, we see the legal concept of personality emerge. It is yet another example of completely misguided scholarship—a single glance from a discerning person can see this—to claim that the legal concept of personality already existed in earlier times. The Code of Hammurabi is something entirely different from what was created in Rome as jurisprudence. This is truly a Roman product, for jurisprudence emerged where the individual personality also creates its image within the law; there, the human being is entirely grounded in his or her own personality. One should study and compare the will in Roman law with what is found in the Code of Hammurabi, where the human personality was entirely subsumed within a theocracy. The “Roman citizen” is a new element in the cycle of human development. In the fifth, Germanic culture, humanity must descend even deeper into the material world; the mastery of natural forces and the triumphs of technology are the result of this. Yet we have moved somewhat beyond the lowest point of this development. And a new cycle will be the one that emerges when people have fully embraced what is revealed today as theosophy. We see how every cultural cycle reaches its peak and then declines, and how every new cycle has the task of advancing culture... [Gap in the text.]

[ 20 ] ...Die feste Gleichgewichtslage gibt dem Menschen die Sicherheit, daß er erlöst werden kann von der Erde; und das Auf- und Abstreben ist das, was wir das Streben nach der eigentlichen Freiheit nennen, was die luziferischen Geister der Menschheit eingeprägt haben. So wirken in dem Weltengange zusammen das Christus-Prinzip und die luziferischen Geister und bedingen die Kultur. Es macht nichts, daß man in den ersten Zeiten des Christentums das luziferische Prinzip ausschloß, und die Menschen nur auf das Christus-Prinzip hingewiesen worden sind. Die Menschheit wird schon wieder dazu kommen, sich die Freiheit zu erobern in der vollen Hingabe an das Christus-Prinzip; denn das Christus-Prinzip ist so umfassend, daß nur der es erfassen kann, der es auf der Stufe der höchsten Weisheit zu umspannen versucht.

[ 20 ] ...This stable state of equilibrium gives human beings the assurance that they can be redeemed from the earth; and this striving upward and downward is what we call the pursuit of true freedom—a concept that the Luciferic spirits have instilled in humanity. Thus, in the course of world history, the Christ principle and the Luciferic spirits work together and give rise to civilization. It does not matter that in the early days of Christianity the Luciferic principle was excluded, and people were directed solely toward the Christ principle. Humanity will once again come to win its freedom through complete devotion to the Christ principle; for the Christ principle is so all-encompassing that only those who attempt to embrace it on the level of the highest wisdom can grasp it.

[ 21 ] Blicken wir zurück in die vorchristlichen Zeiten. Da finden wir, wie die Religionen da sind als die Vorbereitung für das Christentum. Wir sehen bei den Indern und Persern wohl Religionen, aber Religionen, die geeignet sind für das betreffende Volk, aus dem sie herausgeboren sind. Es sind nationale, Stammes-, Rassenreligionen, die mit dem Volk auftreten, aus dem sie entstanden sind, beschränkt in ihrem inneren Wesen, weil sie in einer gewissen Weise noch hervorgehen aus den Gruppenseelen und mit ihnen verbunden sind. Mit der Christus-Religion tritt in die Menschheitsentwickelung ein Element ein, das so recht das Element der Erdenentwickelung ist. In den ersten Zeiten ist das Christentum so, daß es allerdings sofort alle früheren Religionsprinzipien durchbricht. Schroff stellt es sich entgegen dem Satz: «Ich und der Vater Abraham sind eins.» Zuerst stellt es sich dem entgegen, daß man sich mit irgend etwas, was nur menschliche Gruppe ist, als Einheit fühlen kann; vielmehr muß sich die Seele, die in jeder Persönlichkeit wohnt, mit dem ewigen Weltengrunde, der der «Vater» genannt wird, und der in jeder Seele wohnt, eins fühlen können, und das drückt es aus in dem Satz: «Ich und der Vater sind eins.» Und gegenüber dem Alten Testament, das beginnt mit den Worten: «Am Anfang war das Licht», stellt das Christentum als das Neue Testament die Worte hin: «Im Urbeginne war das Wort!» Damit war einer der größten Fortschritte der Menschheitsentwickelung gegeben. Denn bei dem Licht, das hervortritt, spricht man, soweit man von Licht sprechen kann, von etwas äußerlich Sichtbarem. Daher enthalten die alten Urkunden eine Genesis, die das Physische als eine Offenbarung des Lichtes hinstellt. Das «Wort» aber ist das, was aus dem Inneren des Wesens hervorkommt. Und ehe alle Offenbarung des Lichtes gekommen war, war das vom Menschen, «was da war, was da ist, was da sein wird» — das will sagen das, was mit dem innersten Wesen des Menschen gemeint ist. Im Urbeginn war nicht das Licht, sondern war das Wort. Das Johannes-Evangelium ist ein Dokument, das nicht neben die anderen gestellt werden darf; sondern das die anderen Urkunden erweitert von dem Zeitlichen zu dem Ewigen.

[ 21 ] Let us look back to pre-Christian times. There we find that religions existed as a preparation for Christianity. We do indeed see religions among the Indians and Persians, but these are religions suited to the specific peoples from whom they arose. These are national, tribal, and racial religions that arise with the people from whom they originated, limited in their inner nature because, in a certain sense, they still emerge from the group souls and are connected to them. With the Christian religion, an element enters human evolution that is truly the element of Earth’s evolution. In its early stages, Christianity immediately breaks through all earlier religious principles. It stands in stark contrast to the statement: “I and Abraham’s father are one.” First, it opposes the idea that one can feel a sense of unity with anything that is merely a human group; rather, the soul that dwells within every individual must be able to feel at one with the eternal foundation of the world—which is called the “Father” and which dwells within every soul—and this is expressed in the statement: “I and the Father are one.” And in contrast to the Old Testament, which begins with the words, “In the beginning was the light,” Christianity, as the New Testament, sets forth the words: “In the very beginning was the Word!” This marked one of the greatest advances in human development. For when speaking of light that emerges—insofar as one can speak of light at all—one is referring to something outwardly visible. Therefore, the ancient texts contain a Genesis that presents the physical as a revelation of light. The “Word,” however, is that which emerges from the innermost being. And before any revelation of light had come, what belonged to humanity was “what was, what is, what will be”—that is to say, what is meant by the innermost being of the human being. In the very beginning, it was not the light, but the Word. The Gospel of John is a document that must not be placed alongside the others; rather, it expands the other texts from the temporal to the eternal.

[ 22 ] So steht das Christentum da nicht als eine Religion, die eine Stammesreligion wäre, sondern es steht da als eine Menschheitsreligion, wenn es richtig verstanden wird. Indem der Christ sich eins fühlt mit dem «Vater», steht Seele der Seele gegenüber, gleichgültig welchem Stamme sie angehört. So werden alle Schranken fallen müssen unter den Einwirkungen des Christentums, und der Jupiterzustand muß vorbereitet werden unter den Einwirkungen dieses Prinzips. Daher hat das Christentum begonnen als Religion, denn die Menschheit war auf Religion gebaut. Religion aber ist etwas, was im Laufe der Menschheitsentwickelung abgelöst werden muß durch Weisheit, durch Erkenntnis. Insofern Religion auf Glauben gebaut ist und nicht von der vollen Erkenntnis durchglüht ist, ist sie etwas, was im Laufe des Menschheitsfortschrittes abgelöst werden muß. Und während der Mensch früher glauben mußte, um zum Wissen zu kommen, wird in Zukunft volle Erkenntnis leuchten, und der Mensch wird wissen und von da aus aufsteigen zur Anerkennung der höchsten geistigen Welten. Von der Religion entwickelt sich die Menschheit zu der von der Liebe wieder durchglühten Weisheit. Erst Weisheit, dann Liebe, dann von der Liebe durchglühte Weisheit.

[ 22 ] Thus, Christianity does not stand as a religion that is a tribal religion, but rather as a religion of humanity, when properly understood. As the Christian feels at one with the “Father,” soul faces soul, regardless of which tribe it belongs to. Thus, all barriers must fall under the influence of Christianity, and the Jupiter state must be prepared under the influence of this principle. That is why Christianity began as a religion, for humanity was built upon religion. Religion, however, is something that must be superseded in the course of human development by wisdom, by knowledge. Insofar as religion is built upon faith and is not imbued with full knowledge, it is something that must be superseded in the course of human progress. And while in the past human beings had to believe in order to attain knowledge, in the future full insight will shine forth, and human beings will know and, from there, ascend to the recognition of the highest spiritual worlds. From religion, humanity is evolving toward wisdom once again inflamed by love. First wisdom, then love, then wisdom inflamed by love.

[ 23 ] Nun können wir fragen: Wenn aber die Religion aufgehen wird in der Erkenntnis, wenn dem Menschen nicht mehr nach der alten Form Religion gegeben sein wird, daß er bloß dem Glauben nach auf die Weisheit hingewiesen sein wird, welche die Evolution leitet, wird dann auch das Christentum nicht mehr sein? Keine andere Religion wird sein, die auf bloßen Glauben gebaut ist. Das Christentum wird bleiben, denn das Christentum ist zwar in seinem Anfang Religion gewesen, aber das Christentum ist größer als alle Religion! Das ist die Rosenkreuzerweisheit. Umfassender war das religiöse Prinzip des Christentums in seinem Anfange als das religiöse Prinzip aller anderen Religionen. Aber das Christentum ist noch größer als das religiöse Prinzip selbst. Wenn die Glaubenshüllen fortfallen werden, wird es Weisheitsform sein. Es kann ganz und gar die Glaubenshüllen abstreifen und Weisheitsreligion werden, und dazu wird Geisteswissenschaft helfen, die Menschen vorzubereiten. Die Menschen werden ohne die alten Religions- und Glaubensformen leben können, aber sie werden nicht leben können ohne das Christentum; denn das Christentum ist größer als alle Religion. Das Christentum ist dazu da, alle Religionsformen zu sprengen, und das, was als Christentum die Menschen erfüllt, das wird noch sein, wenn die Menschenseelen hinausgewachsen sind über alles bloße religiöse Leben.

[ 23 ] Now we may ask: But when religion is absorbed into knowledge, when humanity is no longer given religion in its old form—so that it is guided solely by faith toward the wisdom that directs evolution—will Christianity then also cease to exist? There will be no other religion built on mere faith. Christianity will remain, for although Christianity was a religion in its beginnings, Christianity is greater than all religion! This is the Rosicrucian wisdom. In its early days, the religious principle of Christianity was more comprehensive than the religious principles of all other religions. But Christianity is even greater than the religious principle itself. When the veils of faith fall away, it will become a form of wisdom. It can completely shed the veils of faith and become a religion of wisdom, and spiritual science will help prepare people for this. People will be able to live without the old forms of religion and faith, but they will not be able to live without Christianity; for Christianity is greater than all religion. Christianity exists to transcend all forms of religion, and that which fills people as Christianity will still be present when human souls have outgrown all mere religious life.