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The Apocalypse of John
GA 104

21 June 1908, Nuremberg

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Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] Es hat sich uns gestern ergeben, inwiefern die Apokalypse des Johannes prophetisch hinweist auf den Zyklus der Menschenentwickelung, der da liegt zwischen jener großen Umwälzung auf unserer Erde, welche die verschiedenen Völker als Sintflut bezeichnen, welche die Geologen charakterisieren als die Eiszeit, und jener Epoche, die wir als die des Krieges aller gegen alle bezeichnen. In dem Zeitraum zwischen diesen beiden Epochen liegt alles das, worauf das apokalyptische Buch mit den sieben Sendschreiben prophetisch hinweist, dieses Buch, das uns die Wesenheiten der vergangenen Zeiten zeigt, um daraus herzuleiten, was unseren Willen, unsere Impulse befeuern soll für die Zukunft. Und wir haben gesehen, wie wir selbst innerhalb der spirituellen Bewegung, in der wir stehen, die Worte des sogenannten fünften Sendschreibens als eine Aufforderung betrachten sollen, zu handeln, zu wirken. Wir haben gesehen, wie darauf hingewiesen wird, daß wir folgen sollen jener Wesenheit mit den sieben Geistern Gottes und den sieben Sternen. Und wir haben gesehen, wie durch diese spirituelle geistige Bewegung der nächstfolgende Zeitraum vorbereitet wird, der repräsentiert ist durch die Gemeinde von Philadelphia, der Zeitraum, in dem herrschen soll bei allen denen, welche das Wort der Aufforderung verstanden haben, jene Bruderliebe über die ganze Erde hin, die vorgezeichnet ist im Evangelium des Johannes. Darauf wird noch ein anderer, der siebente Unterzeitraum folgen, der dadurch bezeichnet wird, daß uns auf der einen Seite hingestellt wird alles das, was schlimm ist in der Gemeinde, die den siebenten Zeitraum repräsentiert, was lau ist, nicht heiß und nicht kalt, was sich nicht erwärmen konnte für das spirituelle Leben und daher abfallen muß, und auf der anderen Seite werden diejenigen gezeigt, die das Wort der Aufforderung verstanden haben, die die Gefolgschaft bilden werden dessen, der da sagt, Ich bin das Amen — das heißt: Ich bin der, der das Ziel der menschlichen Wesenheit in sich vereinigt, der das Christus-Prinzip in sich selber enthält.

[ 1 ] Yesterday we saw to what extent the Apocalypse of John prophetically points to the cycle of human development that lies between that great upheaval on our Earth—which various peoples refer to as the Flood and which geologists characterize as the Ice Age—and that epoch we call the war of all against all. The period between these two epochs encompasses everything to which the apocalyptic book with the seven epistles prophetically points—this book that reveals to us the beings of past times so that we may deduce from them what should inspire our will and our impulses for the future. And we have seen how, within the spiritual movement in which we stand, we ourselves should regard the words of the so-called fifth epistle as a call to act and to work. We have seen how it is pointed out that we are to follow that being with the seven spirits of God and the seven stars. And we have seen how, through this spiritual movement, the next period is being prepared—represented by the church of Philadelphia—the period in which, among all those who have understood the call, that brotherly love throughout the whole earth, as described in the Gospel of John, is to prevail. This will be followed by yet another, the seventh sub-period, characterized by the fact that, on the one hand, we are shown all that is wrong with the church representing the seventh period—that which is lukewarm, neither hot nor cold, that which could not warm itself to spiritual life and must therefore fall away— and on the other hand, those are shown who have understood the call—who will form the following of the One who says, “I am the Amen”—that is to say: “I am the One who unites within Himself the goal of human existence, who contains the Christ principle within Himself.”

[ 2 ] Wir wollen nun alles das, was noch zur weiteren Erklärung der einzelnen Sendschreiben, was noch zur Rechtfertigung der einzelnen Namen der Städte hinzuzufügen wäre, für einen späteren Zeitpunkt aufbewahren. Heute wollen wir weiterschreiten in unserer Betrachtungsweise zu dem, was sich dem Menschen bietet, wenn er die nächste Stufe der Einweihung beschreitet. Die sieben Unterzeiträume unseres Menschheitszyklus traten uns entgegen, und wir haben gesagt, daß dieser ganze Zyklus mit seinen sieben Unterkreisläufen selbst wiederum ein kleiner Zyklus ist in einem großen umfassenden Zeitenlauf, der gleichfalls sieben einzelne Epochen enthält. Unserem Zyklus von sieben Zeitläufen ging der atlantische voran, in dem sich die Rassen, deren Nachklänge jetzt noch vorhanden sind, ausgebildet haben. Unserem jetzigen Zyklus, das heißt dessen siebentem Unterzyklus, wird unmittelbar folgen ein anderer, wiederum aus sieben Gliedern bestehender Zeitraum. Diesen Zeitraum, den bereitet der jetzige auch mittelbar vor. So daß wir sagen können: Nach und nach wird sich unsere Kultur hineinleben in eine Kultur der Bruderliebe, wo ein verhältnismäßig kleiner Teil der Menschen verstanden haben wird das spirituelle Leben, vorbereitet haben wird den Geist und die Gesinnung der Bruderliebe. — Diese Kultur wird dann wiederum einen kleineren Teil von Menschen aussondern, und der wird hinüberleben über jenes Ereignis, das so zerstörend auf unseren Kreislauf wirken wird, über den Krieg aller gegen alle. Bei diesem allgemein zerstörenden Elemente werden überall einzelne sein, die sich herausheben aus der übrigen, sich gegenseitig bekriegenden Menschheit, einzelne, die das spirituelle Leben verstanden haben und die den Grundstock bilden werden für eine neue, andere Epoche, die Epoche des sechsten Zeitraumes.

[ 2 ] We will now set aside for a later time everything that remains to be added for a further explanation of the individual epistles and for a justification of the individual names of the cities. Today we wish to proceed with our examination of what is presented to the human being when he enters the next stage of initiation. We have considered the seven sub-periods of our human cycle, and we have said that this entire cycle, with its seven sub-cycles, is itself a small cycle within a large, comprehensive cycle of time that likewise contains seven distinct epochs. Our cycle of seven time periods was preceded by the Atlantean cycle, during which the races—whose echoes still exist today—developed. Our present cycle—that is, its seventh subcycle—will be immediately followed by another period, also consisting of seven parts. The present cycle is indirectly preparing the way for this period as well. So we can say: Gradually, our culture will evolve into a culture of brotherly love, in which a relatively small portion of humanity will have understood spiritual life and will have prepared the spirit and mindset of brotherly love. — This culture will then, in turn, single out a smaller portion of people, and they will survive that event which will have such a destructive effect on our cycle—the war of all against all. Amid this generally destructive force, there will be individuals everywhere who stand out from the rest of humanity—who are at war with one another—individuals who have understood the spiritual life and who will form the foundation for a new, different epoch: the epoch of the sixth period.

[ 3 ] So ging es auch beim Herüberleben vom vierten Zeitlauf in unsere Zeit herein. Derjenige, der mit hellseherischen Blicken den Zeitenlauf zurückverfolgen kann, der kommt, wenn er hindurchgegangen ist durch die Zeiträume, die wir betrachtet haben — den griechisch-römischen, den ägyptisch-babylonischen, den altpersischen und den altindischen —, wenn er hindurchgegangen ist auch durch die Zeit der großen Flut, er kommt dann in die atlantische Zeit hinein. Wir brauchen sie nicht ausführlich zu betrachten, aber wir müssen uns wenigstens klarmachen, wie sich diese atlantische Kultur herüberentwickelt hat. Auch da war es so, daß der große Teil der atlantischen Bevölkerung unreif war, sich weiterzuentwikkeln, unfähig war, herüberzukommen in unsere Zeiten. Ein kleiner Teil, der in einem Gebiete in der Nähe des heutigen Irland lebte, entwickelte sich zur höchsten Kulturblüte des atlantischen Landes und zog gegen Osten. Wir müssen uns klar sein, daß dies nur der Hauptzug ist. Immer wanderten Völker von Westen nach Osten, und alle die späteren Völker in europäischen Gegenden, im nördlichen und im mittleren Europa, alle diese rührten her von jenem Zug, der da ging von Westen nach Osten. Nur war unter der Leitung eines großen Führers der Menschheit derjenige Teil der Bevölkerung, der es zur höchsten Blüte gebracht hatte, am weitesten vorgeschritten. Der siedelte sich in Mittelasien an als ein ganz kleiner Volksstamm von auserwählten Menschen, und von da aus ging die Kolonie nach jenen Kulturgebieten, die wir angeführt haben, von da aus ging die Kulturströmung nach Alt-Indien, nach Persien, Ägypten, Griechenland und so weiter.

[ 3 ] This is also how things unfolded as we transitioned from the fourth era into our own time. Anyone who can trace the course of time with clairvoyant insight—having passed through the eras we have considered—the Greco-Roman, the Egyptian-Babylonian, the ancient Persian, and the ancient Indian—and having also passed through the time of the Great Flood—will then enter the Atlantean era. We need not examine it in detail, but we must at least understand how this Atlantean culture developed. Here, too, the majority of the Atlantean population was not yet ready to evolve further and was unable to make the transition into our time. A small portion, living in a region near present-day Ireland, developed into the highest cultural flowering of the Atlantic land and moved eastward. We must be clear that this is only the main current. Peoples have always migrated from west to east, and all the later peoples in European regions—in northern and central Europe—all of them originated from that movement that proceeded from west to east. However, under the guidance of a great leader of humanity, the portion of the population that had reached the highest cultural flowering was the most advanced. They settled in Central Asia as a very small tribe of chosen people, and from there the colony spread to the cultural regions we have mentioned; from there the cultural current flowed to ancient India, Persia, Egypt, Greece, and so on.

[ 4 ] Sie können nun leicht fragen: Ist das nicht ein ungeheuer harter Gedanke, daß ganze Völkermassen unreif werden und nicht die Fähigkeiten entwickeln, sich zu entfalten, daß nur eine kleine Gruppe fähig wird, den Keim zur nächsten Kultur abzugeben? — Aber dieser Gedanke wird für Sie nicht mehr etwas Beängstigendes haben, wenn Sie unterscheiden zwischen Rassenentwickelung und Seelenentwickelung. Denn keine Seele ist dazu verdammt, innerhalb irgendeiner Rasse zu bleiben. Die Rasse kann zurückbleiben, eine Völkergemeinschaft kann zurückbleiben, die Seelen aber schreiten über die einzelnen Rassen hinaus. Wenn wir uns die Sache ganz genau vorstellen wollen, so müssen wir uns sagen: Alle Seelen, welche heute in den Körpern der zivilisierten Länder wohnen, waren einst in atlantischen Körpern verkörpert. Dort entwickelten sich einige in entsprechender Weise weiter. Sie blieben nicht bei den atlantischen Körpern. Weil sie sich weiterentwickelt hatten, konnten sie die Seelen der auch weiter fortgeschrittenen Leiber werden. Nur diejenigen Seelen, die als Seelen zurückgeblieben waren, mußten Körper beziehen, die als Leiber auf einer niedrigen Stufe zurückgeblieben waren. Würden alle Seelen entsprechend vorwälttsgeschritten sein, so würde die zurückgebliebene Rasse entweder in sehr geringer Zahl vorhanden geblieben sein, oder es würden von neu hinzukommenden niedrigen Seelen ihre Leiber noch bewohnt worden sein. Denn es gibt immer Seelen, die zurückgebliebene Leiber bewohnen können. Keine Seele ist an einen zurückgebliebenen Leib gebunden, wenn sie sich nicht selber bindet.

[ 4 ] You might well ask: Isn’t it a terribly harsh thought that entire masses of people remain immature and fail to develop the abilities to flourish, and that only a small group is capable of passing on the seed of the next culture? — But this idea will no longer be frightening to you if you distinguish between racial evolution and soul evolution. For no soul is condemned to remain within any one race. The race may lag behind, a community of peoples may lag behind, but the souls transcend the individual races. If we wish to visualize this very precisely, we must tell ourselves: All souls that now inhabit the bodies of civilized countries were once incarnated in Atlantean bodies. There, some continued to develop in a corresponding manner. They did not remain in the Atlantean bodies. Because they had developed further, they were able to become the souls of bodies that were also more advanced. Only those souls that had remained behind as souls had to take up residence in bodies that had remained at a lower level of development. If all souls had advanced accordingly, the backward race would either have remained in very small numbers, or their bodies would still have been inhabited by newly arriving, less developed souls. For there are always souls capable of inhabiting bodies that have lagged behind. No soul is bound to a body that has lagged behind unless it binds itself.

[ 5 ] Wie sich Seelen- und Rassenentwickelung verhält, das ist uns aufbewahrt in einem wunderbaren Mythus. Denken wir uns Rasse auf Rasse folgen, Kulturgemeinschaft auf Kulturgemeinschaft. Die Seele, die ihre Erdenmission in der richtigen Weise durchläuft, ist verkörpert in einer Rasse. Sie strebt innerhalb dieser Rasse, die Fähigkeit dieser Rasse eignet sie sich an, um das nächstemal in einer höheren Rasse verkörpert zu sein. Nur diejenigen Seelen, welche untergehen in der Rasse, die nicht herausstreben aus der physischen Materialität, die werden sozusagen durch ihre eigene Schwere in der Rasse zurückgehalten. Sie erscheinen ein zweites Mal in derselben Rasse, ein drittes Mal eventuell im Leibe gleichgestalteter Rassen. Solche Seelen wirken aufhaltend auf die körperliche Rasse. In einer Sage hat sich uns das schön erhalten.

[ 5 ] The relationship between the evolution of the soul and that of races is preserved for us in a marvelous myth. Let us imagine one race following another, one cultural community following another. The soul that fulfills its earthly mission in the proper way is incarnated within a race. It strives within that race, acquiring the abilities of that race so that it may be incarnated in a higher race the next time. Only those souls who perish within the race—who do not strive to rise above physical materiality—are, so to speak, held back within the race by their own heaviness. They reappear a second time in the same race, and possibly a third time in the bodies of races of the same form. Such souls have a retarding effect on the physical race. This has been beautifully preserved for us in a legend.

[ 6 ] Wir wissen ja, daß der Mensch dadurch weiterschreitet in der Bahn der Erdenmission, daß er den großen Führern der Menschheit folgt, die ihr die Ziele anweisen. Stößt er sie von sich, folgt er ihnen nicht, dann eben muß er bei seiner Rasse zurückbleiben, dann kann er nicht hinaus über sie. Denken wir uns einmal eine Persönlichkeit, die das Glück hat, einem großen Führer der Menschheit gegenüberzustehen, denken wir uns eine solche Persönlichkeit zum Beispiel, die dem Christus Jesus selber gegenübersteht, die sieht, wie er alle Zeichen tut, um die Menschheit vorwärtszuführen, die aber nichts wissen will von diesem Aufstieg, die hinwegstößt den Menschheitsführer. Eine solche Persönlichkeit, eine solche Seele würde verurteilt sein, in der Rasse zu bleiben. Und wenn wir uns das radikal ausgestaltet denken, so müßte eine solche Seele immer wieder und wieder in derselben Rasse erscheinen, und wir haben die Sage von Ahasver, der immer wieder in derselben Rasse erscheinen muß, weil er den Christus Jesus von sich stieß.

[ 6 ] We know, of course, that human beings advance along the path of their earthly mission by following the great leaders of humanity who set their goals. If they reject these leaders and do not follow them, then they must remain behind their race; they cannot rise above it. Let us imagine a person who has the good fortune to stand before a great leader of humanity—let us imagine, for example, such a person standing before Christ Jesus himself, who sees how he performs all manner of miracles to lead humanity forward, but who wants nothing to do with this ascent and who rejects the leader of humanity. Such a person, such a soul, would be condemned to remain within the race. And if we take this thought to its logical extreme, such a soul would have to reappear again and again within the same race—and we have the legend of Ahasver, who must reappear again and again within the same race because he rejected Jesus Christ.

[ 7 ] In solchen ehernen Sagentafeln werden uns die großen Wahrheiten der Menschheitsentwickelung hingestellt. Seelenentwickelung und Rassenentwickelung müssen wir trennen. Keine Seele hat unverdient in alten Körpern bleiben müssen, keine Seele wird unverdient bleiben in den Leibern unseres Zeitalters. Die Seelen, die hören werden die Stimme, die da ruft, um vorwärtszuschreiten, sie werden über die große Zerstörungsperiode des Krieges aller gegen alle hinüberleben und in neuen Leibern erscheinen, in Leibern ganz anderer Art als die heutigen. Denn es ist sehr kurzsichtig, wenn man sich zum Beispiel die atlantischen Leiber der Menschen so denkt wie die heutigen Leiber. Im Laufe von Jahrtausenden ändern sich die Menschen auch der äußeren Physiognomie nach, und der Mensch, der nach dem großen Kriege aller gegen alle kommen wird, wird ganz anders gestaltet sein als der heutige. Heute ist der Mensch so gestaltet, daß er in einer gewissen Beziehung in sich verbergen kann sein Gutes und sein Böses. Zwar verrät die Physiognomie des Menschen schon viel, und derjenige, der sich darauf versteht, wird manches aus den Gesichtszügen lesen können. Aber es ist heute doch möglich, daß der Schurke holdselig lächelt mit der unschuldigsten Miene und für einen Ehrenmann gehalten wird. Und auch das Umgekehrte ist möglich, daß unerkannt bleibt, was in der Seele lebt an guten Trieben. Es ist möglich, daß alles das, was in der Seele an Gescheitheit und Dummheit lebt, an Schönheit und Häßlichkeit, daß es sich verbirgt hinter der allgemeinen Physiognomie, die dieser oder jener Menschenschlag hat. Solches wird in jenem Zeitraum, der dem unsrigen folgen wird nach dem großen Krieg aller gegen alle, nicht mehr der Fall sein. Auf der Stirne und in der ganzen Physiognomie wird dem Menschen geschrieben sein, ob er gut ist oder böse. Das Innerste der Seele wird der Mensch als Physiognomie in seinem Antlitz tragen, ja, der ganze Leib wird ein Abbild sein dessen, was in seiner Seele lebt. Wie sich der Mensch in sich selbst entwickelt hat, ob er die guten oder bösen Triebe entfaltet hat, das wird an seiner Stirne geschrieben sein. Und zweierlei Menschen werden nach dem großen Krieg aller gegen alle vorhanden sein. Diejenigen, die sich vorher bemüht hatten, dem Ruf zu folgen, der zum spirituellen Leben aufrief, die der Spiritualisierung, der Veredlung des seelisch-geistigen Lebens folgten, sie werden dieses seelisch-geistige Leben auf ihren Antlitzen tragen und in ihren Gesten, in ihren Handbewegungen zum Ausdrucke bringen. Und jene, die sich abgekehrt haben von dem spirituellen Leben, wie sie uns repräsentiert sind durch die Gemeinde zu Laodizea, die da lau waren, nicht warm und nicht kalt, die werden hinüberleben in das andere nächste Zeitalter als solche, die die Menschheitsevolution verzögern, die die rückständigen Kräfte der Entwickelung bewahren. Sie werden die bösen, die dem Geistigen feindlichen Leidenschaften und Triebe und Instinkte auf dem häßlichen, unintelligenten, auf dem böseblickenden Antlitz tragen. Sie werden in ihren Gesten und der Handhabung von allem, was sie tun, ein äußeres Abbild bilden dessen, was an Häßlichem in ihrer Seele lebt. Wie sich die Menschen auseinandergetrennt haben in Rassen, in Kulturgemeinschaften, so werden sie sich in zwei große Strömungen scheiden, in die gute und in die böse. Und man wird es ihnen ansehen — nicht mehr werden sie es verleugnen können, die einzelnen Menschen —, wozu sie ihre Seele gebracht haben.

[ 7 ] The great truths of human evolution are presented to us in such bronze tablets of wisdom. We must distinguish between the evolution of the soul and the evolution of the race. No soul has had to remain in old bodies undeservedly, and no soul will remain in the bodies of our age undeservedly. The souls who will hear the voice calling them to move forward will survive the great period of destruction—the war of all against all—and appear in new bodies, bodies of a completely different kind than those of today. For it is very short-sighted to imagine, for example, the Atlantean bodies of human beings as being like today’s bodies. Over the course of millennia, human beings also change in their outward appearance, and the human being who will emerge after the great war of all against all will be shaped quite differently from today’s human being. Today, human beings are shaped in such a way that, in a certain sense, they can conceal both their good and their evil within themselves. True, a person’s physiognomy already reveals a great deal, and those who are skilled in this art can read much from facial features. Yet even today, it is possible for a villain to smile sweetly with the most innocent expression and be taken for a man of honor. And the reverse is also possible: that the good impulses living within the soul remain unrecognized. It is possible that everything that dwells in the soul—whether cleverness or stupidity, beauty or ugliness—is hidden behind the general physiognomy characteristic of this or that type of person. Such will no longer be the case in the era that will follow ours, after the great war of all against all. It will be written on a person’s forehead and in their entire physiognomy whether they are good or evil. A person will bear the innermost essence of their soul as a physiognomy on their face; indeed, their entire body will be a reflection of what lives within their soul. How a person has developed within themselves—whether they have cultivated the good or the evil impulses—will be written on their forehead. And after the great war of all against all, there will be two kinds of people. Those who had previously strived to follow the call to spiritual life, who pursued spiritualization and the ennoblement of their soul-spiritual life—they will bear this soul-spiritual life on their faces and express it in their gestures and the movements of their hands. And those who have turned away from the spiritual life—as represented to us by the church in Laodicea, who were lukewarm, neither hot nor cold—will carry over into the next age as those who delay human evolution and preserve the backward forces of development. They will bear the evil passions, drives, and instincts—hostile to the spiritual—on their ugly, unintelligent, malevolent-looking faces. In their gestures and in the way they handle everything they do, they will form an outward reflection of the ugliness that dwells within their souls. Just as people have divided themselves into races and cultural communities, so will they split into two great currents: the good and the evil. And it will be evident in their appearance—they, as individuals, will no longer be able to deny—what they have made of their souls.

[ 8 ] Wenn wir zurückschauen, wie sich die Menschheit bisher entwickelt hat im Gang unserer Erde, so werden wir diese eben charakterisierte Zukunftsentwickelung durchaus damit im Einklange finden. Schauen wir zurück auf den Ursprung unserer Erdenentwikkelung, nachdem Saturn, Sonne, Mond und ein längerer Zwischenraum vorüber waren. Da tauchte die Erde neu heraus aus dem Weltendunkel. Damals, in der ersten Zeit der Erdenentwickelung, waren noch keine anderen Geschöpfe auf der Erde als der Mensch. Er ist der Erstgeborene. Er war ganz geistig. Denn die Verleiblichung besteht in einer Verdichtung. Denken wir uns einmal eine Wassermasse, die frei schweben könnte. Durch irgendeinen Vorgang in dieser Wassermasse werden Teile kristallisiert. Wir denken uns zuerst einen kleinen Teil des Wassers kristallisiert zu Eis, und dann, daß derselbe Vorgang sich immer wiederholt. Und nun denken wir uns, daß ein Teil der Wassermassen die kleinen Eisstückchen, die herauskristallisiert sind, hat fallen lassen, so daß diese kleinen Eisstückchen nun abgetrennt sind von der ganzen Wassermasse. Weil nun jedes kleine Eisstückchen sich nur so lange vergrößern kann, als es innerhalb der ganzen \Wassermasse ist, so bleibt es, wenn es herausgefallen ist aus dieser Masse, auf der Stufe, auf der es steht. Denken wir uns einen Teil der Wassermassen als kleine Eisstückchen ausgesondert, denken wir uns weiter fortschreitend das Gefrieren der Wassermassen und auf einer nächsten Stufe wiederum sich anschließend an die kleinen Eisklümpchen neue Wassermassen, diese dann wiederum herausfallend, und so fort, bis zum Schluß ein ganz großer Teil aus der Wassermasse sich herauskristallisiert und Eisgestalt annimmt. Dieser letztere hat am meisten herausgenommen aus der Wasser-Muttersubstanz, er hat am längsten warten können, bevor er sich getrennt hat von dieser WasserMuttersubstanz.

[ 8 ] If we look back at how humanity has developed so far in the course of our Earth’s history, we will find that this future development, as just described, is entirely consistent with it. Let us look back to the origin of our Earth’s development, after Saturn, the Sun, the Moon, and a longer intervening period had passed. That is when the Earth emerged anew from the darkness of the cosmos. Back then, in the earliest period of Earth’s development, there were no other creatures on Earth besides human beings. Humanity is the firstborn. Humanity was entirely spiritual. For incarnation consists of a process of densification. Let us imagine a mass of water that could float freely. Through some process within this mass of water, parts of it crystallize. First, let us imagine a small portion of the water crystallizing into ice, and then that the same process repeats itself over and over. And now let us imagine that a portion of the body of water has released the small ice particles that have crystallized out, so that these small ice particles are now separated from the entire body of water. Since each small ice particle can grow only as long as it remains within the entire body of water, once it has fallen out of this body, it remains at the stage it has reached. Let us imagine a portion of the water mass separated as small ice particles; let us further imagine the freezing of the water mass continuing, and at the next stage, new water masses forming adjacent to the small ice clumps, which then in turn fall out, and so on, until finally a very large portion of the water mass crystallizes out and takes on the form of ice. This latter portion has extracted the most from the parent water substance; it has been able to wait the longest before separating from this parent water substance.

[ 9 ] So ist es mit der Entwickelung. Die niedersten tierischen Wesen haben nicht warten können, haben zu früh verlassen ihre geistige Muttersubstanz und sind daher auf einer früheren Evolutionsstufe stehengeblieben. Und so bedeuten die stufenweise heraufsteigenden niederen Wesen in der Entwickelung stehengebliebene Stufen. Der Mensch hat bis zuletzt gewartet, zuletzt erst hat er seine geistiggöttliche Muttersubstanz verlassen und ist herabgestiegen als dichte Masse in fleischliche Gestalt. Die Tiere sind früher herabgestiegen und daher stehengeblieben. Weshalb das geschehen ist, werden wir später sehen, jetzt interessiert uns die Tatsache, daß sie heruntergestiegen sind und frühere Stufen der Entwickelung festgehalten haben. Was ist also eine Tiergestalt? Eine Gestalt, die, wenn sie mit dem Geist, aus dem sie hervorgegangen ist, verbunden geblieben wäre, sich bis zur heutigen Menschheit heraufentwickelt hätte. So aber sind sie stehengeblieben, so haben sie den geistigen Keim verlassen, sie haben sich abgespalten und stehen heute im Niedergang, stellen dar einen Zweig des großen Menschheitsbaumes. Der Mensch hat gleichsam die Tierheit in sich gehabt in alten Zeiten, hat sie aber als Seitenzweige herausgespalten. Alle Tiere in ihren verschiedenen Formen stellen nichts anderes dar als zu früh verdichtete einzelne menschliche Leidenschaften. Was der Mensch heute noch geistig hat in seinem Astralleib, das stellen die Tiergestalten einzeln physisch dar. Er hat das im Astralleib bewahrt bis zum spätesten Zeitraum im Erdendasein. Daher konnte er am höchsten hinaufschreiten.

[ 9 ] Such is the nature of evolution. The lowest animal beings were unable to wait; they left their spiritual mother substance too early and have therefore remained at an earlier stage of evolution. And so the lower beings, as they ascend step by step, represent stages of evolution that have come to a standstill. Human beings waited until the very end; only then did they leave their spiritual-divine mother substance and descend as a dense mass into a physical form. The animals descended earlier and have therefore remained stagnant. We will see later why this happened; for now, we are interested in the fact that they descended and have retained earlier stages of evolution. What, then, is an animal form? A form that, had it remained connected to the spirit from which it emerged, would have evolved all the way up to present-day humanity. But as it is, they have remained stagnant; they have abandoned the spiritual seed, they have split off, and today they are in decline, representing a branch of the great tree of humanity. In ancient times, humanity, so to speak, contained the animal nature within itself but split it off as side branches. All animals, in their various forms, represent nothing other than individual human passions that have solidified too early. What humanity still possesses spiritually in its astral body today is physically represented by the individual animal forms. Humanity has preserved this in the astral body until the very latest period of earthly existence. That is why it was able to ascend to the highest level.

[ 10 ] Auch jetzt hat der Mensch etwas in sich, was als ein abwälrtsgehender Zweig, wie die anderen Tiergestalten, heraus muß aus der allgemeinen Entwickelung. Was der Mensch in sich hat als Anlagen zum Guten und Bösen, zum Gescheiten und Dummen, zum Schönen und Häßlichen, das stellt die Möglichkeit eines Aufwärtsganges und eines Zurückbleibens dar. Wie die Tiergestalt sich herausentwickelt hat, wird sich die Rasse der Bösen mit den häßlichen Angesichtern herausentwickeln aus der fortschreitenden Menschheit, die der Spiritualisierung entgegengeht und das spätere Menschheitsziel erreicht. So wird eine Zukunft nicht nur die Tiergestalten sehen, die verkörperte Abbilder der menschlichen Leidenschaften sind, sondern es wird in einer Rasse leben, was der Mensch jetzt in seinem Innern als Teil des Bösen birgt, was er heute noch verbergen kann, was aber später erscheinen wird. Was dereinst hauptsächlich erscheinen wird, das wird uns durch eine Betrachtung klar werden, die Ihnen vielleicht seltsam dünken wird.

[ 10 ] Even now, human beings have something within them that, like the other animal forms, must branch off downward from the general course of evolution. What human beings possess within themselves—the predispositions toward good and evil, toward wisdom and folly, toward beauty and ugliness—represents the possibility of either an upward ascent or of falling behind. Just as the animal form has evolved, so too will the race of the wicked, with their ugly faces, emerge from the advancing human race, which is moving toward spiritualization and achieving humanity’s ultimate goal. Thus, the future will not only see animal forms—which are embodied reflections of human passions—but will also harbor within a race what human beings now hold within themselves as part of evil: what they can still conceal today, but which will later come to light. What will primarily emerge in the future will become clear to us through a line of reasoning that may seem strange to you.

[ 11 ] Es muß uns klar sein, daß diese Absonderung der Tiergestalten tatsächlich für den Menschen notwendig war. Jede Tiergestalt, die sich in der verflossenen Zeit vom allgemeinen Strom abgesondert hat, bedeutet, daß der Mensch um ein Stück weitergeschritten ist. Denken Sie sich, daß alle Eigenschaften, die in der Tierheit zerstreut sind, im Menschen waren. Er hat sich davon gereinigt. Dadurch konnte er sich höherentwickeln. Wenn wir eine trübe Flüssigkeit vor uns haben und das Grobe derselben sich als Bodensatz setzen lassen, so bleibt das Feinere oben übrig. Ebenso hat sich in den Tiergestalten das Gröbere, das der Mensch nicht zu seinem heutigen Entwickelungszustand hätte brauchen können, wie Bodensatz abgesetzt. Dadurch, daß der Mensch diese Tiergestalten als seine älteren Brüder aus seiner Entwickelungsreihe hinausgeworfen hat, ist er zu seiner jetzigen Höhe gekommen. So steigt die Menschheit, indem sie die niederen Gestalten aus sich heraussondert, um sich zu reinigen. Und weiter wird die Menschheit steigen, indem sie wiederum ein Naturreich, das Reich der bösen Rasse, aussondern wird. So steigt die Menschheit aufwärts. Und jede Eigenschaft, die der Mensch heute hat, verdankt er dem Umstande, daß er eine bestimmte Tiergestalt herausgesetzt hat. Wer mit dem Blicke des Hellsehers die verschiedenen Tiere ansieht, der weiß genau, was wir dem einzelnen Tiere verdanken. Da sehen wir auf die Löwengestalt und sagen uns: Wäre der Löwe nicht, dann hätte der Mensch diese oder jene Eigenschaft nicht, denn dadurch, daß er ihn herausgesetzt hat, hat er sich diese oder jene Eigenschaft angeeignet. — Und so ist es bei allen übrigen Gestalten der Tierwelt.

[ 11 ] We must realize that this separation of animal forms was indeed necessary for humankind. Every animal form that has separated itself from the general stream in the past signifies that humankind has taken another step forward. Imagine that all the qualities scattered throughout the animal kingdom were once present in humankind. Humankind has purified itself of them. This enabled it to evolve to a higher level. If we have a cloudy liquid before us and allow its coarser elements to settle as sediment, the finer elements remain on top. In the same way, the coarser elements in the animal forms—which humanity could not have needed for its present stage of development—have settled out like sediment. By casting these animal forms aside as its elder brothers in its evolutionary lineage, humanity has reached its present height. Thus, humanity ascends by separating the lower forms from itself in order to purify itself. And humanity will continue to rise by once again separating out a natural kingdom—the kingdom of the evil race. Thus does humanity ascend. And every quality that human beings possess today they owe to the fact that they have set aside a particular animal form. Anyone who looks at the various animals with the eye of a clairvoyant knows exactly what we owe to each individual animal. We look at the form of the lion and say to ourselves: If the lion did not exist, then human beings would not possess this or that quality; for by separating it from themselves, they have acquired this or that quality. — And so it is with all the other forms of the animal world.

[ 12 ] Nun sind unsere ganzen fünf Menschheitsentwickelungsepochen, die verschiedenen Kulturetappen von der altindischen bis herauf zu der unsrigen, eigentlich dazu da, um die Intelligenz, den Verstand und alles, was mit zu diesen zwei Fähigkeiten und Kräften gehört, zu entwickeln. Das alles war in der atlantischen Zeit nicht da. Gedächtnis war vorhanden und auch andere Eigenschaften, aber die Intelligenz zu entwickeln mit dem, was dazu gehört, mit dem Zugewandtsein des Blickes auf die äußere Welt, das ist die Aufgabe des fünften Zeitraumes. Derjenige, der den Hellseherblick auf die Umwelt richtet, fragt: Welcher Tatsache verdanken wir, daß wir Menschen intelligent geworden sind? Welche Tiergestalt haben wir herausgesetzt, um intelligent zu werden? — So sonderbar, so grotesk es erscheinen mag, so wahr ist es: Wären um uns nicht die Tiere, die repräsentiert sind durch die Pferdenatur, der Mensch hätte sich niemals die Intelligenz aneignen können.

[ 12 ] Now, all five epochs of human development—the various cultural stages from ancient India up to our own—actually serve to develop intelligence, reason, and everything associated with these two faculties and powers. None of this existed in the Atlantean era. Memory was present, as were other qualities, but developing intelligence—along with everything that goes with it, including the focus of our gaze on the external world—is the task of the fifth epoch. Those who direct their clairvoyant gaze toward their surroundings ask: To what fact do we owe the fact that we humans have become intelligent? What animal form did we set aside in order to become intelligent? — As strange and grotesque as it may seem, it is true: if the animals represented by the nature of the horse were not around us, human beings would never have been able to acquire intelligence.

[ 13 ] Das fühlte noch der Mensch in früherer Zeit. Alle die intimen Verhältnisse, die sich zwischen gewissen Menschenrassen und dem Pferde abspielen, rühren her von einem Gefühl, das sich vergleichen läßt mit dem geheimnisvollen Gefühl der Liebe zwischen den beiden Geschlechtern, von einem gewissen Gefühl dafür, was der Mensch diesem Tiere verdankt. Deshalb, als heraufkam die neue Kultur in der altindischen Zeit, war es ein Pferd, das eine geheimnisvolle Rolle im Kultus, im Götterdienste bildete, und alles, was sich an Gebräuchen an das Pferd anknüpft, führt auf diese Tatsache zurück. Wenn Sie bei Völkern, die noch nahe dem alten Hellsehen waren, bei den alten Germanen zum Beispiel, Umschau halten und sehen, wie sie Pferdeschädel vor ihren Häusern angebracht haben, so führt Sie das zurück auf dieses Bewußtsein: der Mensch ist hinausgewachsen über den unintelligenten Zustand dadurch, daß er diese Form abgesondert hat. Es ist ein tiefes Bewußtsein vorhanden dafür, daß die Erlangung der Klugheit damit zusammenhängt. Sie brauchen sich nur an Odysseus zu erinnern, an das hölzerne Pferd von Troja. Oh, in solchen Sagen liegt tiefe Weisheit, viel tiefere Weisheit als in unserer Wissenschaft. Nicht umsonst ist ein solcher Typus verwendet in der Sage wie der Pferdetypus. Herausgewachsen ist der Mensch aus einer Gestalt, die sozusagen das, was im Pferde verkörpert ist, noch in sich hatte, und in der Gestalt des Kentauren hat die Kunst noch hingestellt einen Menschen, wie er verbunden war mit diesem Tier, um an die Entwickelungsstufe des Menschen zu erinnern, aus der er herausgewachsen ist, von der er sich losgerungen hat, um der heutige Mensch zu werden.

[ 13 ] People still felt this in earlier times. All the intimate relationships that exist between certain human races and the horse stem from a feeling comparable to the mysterious feeling of love between the two sexes—a certain sense of what humans owe to this animal. That is why, when the new culture emerged in ancient India, it was the horse that played a mysterious role in worship and in the service of the gods, and all customs associated with the horse can be traced back to this fact. If you look around among peoples who were still close to the ancient clairvoyance—the ancient Germanic peoples, for example—and see how they have mounted horse skulls in front of their houses, this leads you back to this awareness: humanity has transcended the state of unintelligence by separating itself from this form. There is a deep awareness that the attainment of wisdom is connected to this. You need only recall Odysseus and the wooden horse of Troy. Oh, there is deep wisdom in such legends—much deeper wisdom than in our science. It is no coincidence that such a type—the horse type—is used in legend. Human beings evolved from a form that, so to speak, still contained within itself what is embodied in the horse, and in the figure of the centaur, art has depicted a human being as he was connected to this animal, to remind us of the stage of human development from which he has evolved—from which he has broken free—to become the human being of today.

[ 14 ] Was so sich abgespielt hat in der Vorzeit, um zu unserer gegenwärtigen Menschheit zu führen, das wiederholt sich auf höherer Stufe in der Zukunft. Es ist aber nicht etwa so, als ob sich nun in der Zukunft dasselbe in der physischen Welt abspielen müßte. Für denjenigen Menschen, der an der Grenze zwischen dem astralischen und dem Devachanplan hellsehend wird, zeigt es sich, wie der Mensch immer mehr und mehr veredelt und ausbildet, was er der Absonderung der Pferdenatur verdankt. Die Spiritualisierung der Intelligenz wird er bewirken. Was heute bloßer Verstand, bloße Klugheit ist, wird er zur Weisheit, zur Spiritualität erheben nach dem großen Krieg aller gegen alle. Das werden diejenigen erleben, die dann das Ziel erreicht haben werden. Was sich infolge der Absonderung der Pferdenatur in der Menschheit entwickeln konnte, das wird sich in seiner Frucht zeigen.

[ 14 ] What took place in ancient times to lead to our present-day humanity will repeat itself on a higher level in the future. However, this does not mean that the same events must necessarily unfold in the physical world in the future. For those who become clairvoyant at the boundary between the astral and devachanic planes, it becomes evident how humanity increasingly refines and develops what it owes to the separation from its animal nature. He will bring about the spiritualization of intelligence. What today is mere intellect, mere cleverness, he will elevate to wisdom and spirituality after the great war of all against all. Those who will have reached the goal by then will experience this. What was able to develop in humanity as a result of the separation of the horse-nature will bear fruit.

[ 15 ] Und jetzt denken wir uns einen Hellseher, der hineinschaut in die Menschenzukunft. Was wird sich ihm zeigen? Alles, was der Mensch vorbereitet hat durch die sieben Kulturzeiträume — denn seine Seele war verkörpert in den vergangenen Kulturen und wird es auch in den zukünftigen sein —, alles das wird in einem folgenden Zeitraum verkörpert sein und hinüberleben über den großen Krieg aller gegen alle in das spirituellere Zeitalter hinein. In jedem Zeitraum nahm er auf, was aufzunehmen war. Denken Sie sich zurück mit Ihrer Seele, wie Sie gelebt haben in der altindischen Kultur. Da haben Sie aufgenommen die wunderbaren Lehren von den heiligen Rishis; wenn Sie sie auch vergessen haben, später werden Sie sich ihrer erinnern. Und weiter sind Sie geschritten von einer Verkörperung zur anderen. Sie haben lernen können, was die persische, die ägyptische, die griechisch-römische Kultur ermöglichten. Das ist heute in der Seele darinnen. Heute zeigt es sich im Antlitz noch nicht als äußerer Ausdruck. Sie werden weiterleben in die Zeit hinein von Philadelphia, Sie werden weiterleben in die Zeit, die beherrscht werden wird von dem Amen, und immer mehr und mehr wird sich eine Menschheitsgemeinschaft entwickeln, welche in den Antlitzen der Menschen zeigen wird, was sich in unseren Zeiträumen vorbereitet hat. Was jetzt in Ihrer Seele schon arbeiter, was Sie aufgenommen haben durch den indischen Zeitraum, wird sich in Ihrer Physiognomie zeigen in dem ersten Unterzeitraum der nächstfolgenden Periode, nach dem großen Krieg aller gegen alle, und was sich der Mensch angeeignet hat im altpersischen Zeitraume, wird das Antlitz verändern auf der zweiten Stufe, und so Stufe für Stufe. Alles das, was Sie, wie Sie jetzt hier sitzen, mit Ihren Seelen aufnehmen, die spirituellen Lehren von heute, die sich mit Ihren Seelen verbinden, das wird seine offenbaren Früchte tragen in der Zeit nach dem großen Kriege. Heute vereinigen Sie das, was die sieben Geister Gottes geben und die sieben Sterne, mit dem Leben ihrer Seele. Sie tragen es nach Hause. In Ihren Antlitzen wird niemand es heute lesen und auch noch nicht nach Jahrhunderten, aber nach jenem großen Krieg aller gegen alle wird es herauskommen. Da wird ein fünfter Zeitraum kommen und da werden Sie in Ihrem Antlitz das Abbild davon tragen. An Ihrer Stirne wird es Ihnen geschrieben sein, was Sie sich jetzt erarbeitet haben, was jetzt Ihre Gedanken und Gefühle sind.

[ 15 ] And now let us imagine a clairvoyant who looks into the future of humanity. What will he see? Everything that humanity has prepared through the seven cultural epochs—for its soul was incarnated in past cultures and will be in future ones as well—all of that will be embodied in a subsequent epoch and will survive the great war of all against all, entering into the more spiritual age. In each epoch, humanity absorbed what was to be absorbed. Think back with your soul to how you lived in ancient Indian culture. There you absorbed the wonderful teachings of the holy Rishis; even if you have forgotten them, you will remember them later. And you have moved on from one incarnation to the next. You were able to learn what the Persian, Egyptian, and Greco-Roman cultures made possible. That is within your soul today. Today it does not yet manifest in the face as an outward expression. You will continue to live into the time of Philadelphia; you will continue to live into the time that will be ruled by the Amen, and more and more a human community will develop that will reveal in people’s faces what has been preparing itself throughout our eras. What is already at work in your soul—what you have absorbed during the Indian epoch—will manifest in your physiognomy during the first sub-epoch of the next period, following the great war of all against all; and what humanity has assimilated during the ancient Persian epoch will transform the face in the second stage, and so on, stage by stage. Everything that you, as you sit here now, take in with your souls—the spiritual teachings of today that connect with your souls—will bear its revealed fruits in the time after the great war. Today you unite what the seven spirits of God and the seven stars bestow with the life of your soul. You carry it home. No one will be able to read it in your faces today, nor even centuries from now, but after that great war of all against all, it will come to light. Then a fifth era will dawn, and you will bear its image on your faces. What you have now worked out for yourselves—what your thoughts and feelings are at this moment—will be written on your foreheads.

[ 16 ] So wird stufenweise nach dem großen Kriege aller gegen alle herauskommen, sich enthüllen, was jetzt in die Seele hineinverborgen wird. Denken wir uns den Anbruch des großen Krieges: Die Seele, die gehört hat den Ruf, den von Periode zu Periode das Christus-Prinzip hat ertönen lassen, sie wird hinüberleben in alles dasjenige, was in den Sendschreiben angedeutet ist. Sieben Zeiträume hindurch ist hineingelegt worden, was diese Zeiträume geben können. Stellen wir uns die Seele vor, wie sie wartet, wie sie hinüberwartet. Siebenmal versiegelt ist sie. Jeder Kulturzeitraum hat ihr ein Siegel angelegt. Versiegelt ist in Ihnen das, was die Inder in die Seele geschrieben haben, versiegelt ist in Ihnen, was die Perser, Ägypter, Griechen, Römer in die Seele geschrieben haben und was unsere Kulturepoche hineinschreibt. Gelöst werden die Siegel, das heißt äußerlich offenbar erscheinen die Dinge, die hineingeschrieben werden, nach dem großen Kriege aller gegen alle. Und das Prinzip, die Kraft, welche die Menschen dahin führt, daß die wahren Früchte unserer Kulturzeiträume erscheinen auf den Antlitzen, dieses Prinzip, diese Kraft haben wir zu sehen im Christus Jesus. Sieben Siegel müssen gelöst werden von einem Buch. Welches ist dies Buch? Wo ist es?

[ 16 ] Thus, following the great war of all against all, what is now hidden within the soul will gradually emerge and reveal itself. Let us imagine the dawn of the great war: The soul that has heard the call—the one the Christ Principle has sounded from period to period—will live on into all that is hinted at in the Epistles. Throughout seven epochs, what these epochs could offer has been laid within it. Let us imagine the soul as it waits, as it waits to pass over. It is sealed seven times. Each cultural epoch has placed a seal upon it. Sealed within it is what the Indians have inscribed upon the soul; sealed within it is what the Persians, Egyptians, Greeks, and Romans have inscribed upon the soul; and what our own cultural epoch is inscribing upon it. The seals will be broken—that is, the things that have been inscribed will become outwardly apparent after the great war of all against all. And the principle, the power that leads people to the point where the true fruits of our cultural epochs appear on their faces—this principle, this power—we must see in Christ Jesus. Seven seals must be broken from a book. What is this book? Where is it?

[ 17 ] Wir wollen uns klarmachen, was im Sinne der Schrift ein Buch, eine Bibel ist. Das Wort «Buch» kommt in der Bibel nur an ganz wenigen Stellen vor. Das darf man nicht übersehen. Es kommt vor, wenn Sie aufschlagen im Alten Testament 1. Buch Mose 5, 1: «Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Gleichnis Gottes und schuf sie einen Mann und ein Weib», und so weiter. Dann können Sie aufschlagen, wo Sie wollen, Sie finden das Wort «Buch» erst wiederum im ersten Evangelium, Kapitel 1: «Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte Jakob» und so weiter. Wiederum werden die Geschlechter aufgezählt. Es wird aufgezählt, was durch lange Reihen hindurchfließt. Und wiederum erscheint der Ausdruck «Buch» hier in der Apokalypse des Johannes. Er erscheint da, wo gesagt wird, daß das Lamm allein würdig ist, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. Der Ausdruck «Buch» wird immer einheitlich, nie anders gebraucht. Nun muß man eben die Urkunden wörtlich verstehen. Ein Buch in unserem heutigen Sinne ist nicht damit gemeint. Viel eher hat der Ausdruck «Grundbuch» die alte Bedeutung des Wortes Buch bewahrt. Das Wort Buch wird da angewendet, wo aufeinanderfolgend etwas eingetragen wird, das eins von dem anderen abhängt, wo also der Besitz eingetragen wird, damit er sich forterben kann. Wir haben es mit einer solchen Urkunde zu tun, wodurch eine Grundlage geschaffen wird für dasjenige, was sich fortpflanzt. Für das Alte Testament haben wir es bei dem Worte Buch mit einer Urkunde zu tun, in det die Geschlechter, die durch das Blut sich vererben, aufgezeichnet werden. In keinem anderen Sinne wird es da gebraucht, als daß die Geschlechter aufgezeichnet werden. Ebenso ist es nachher im ersten Evangelium angewandt für die Aufzeichnung von Geschlechterfolgen. Was also sich in der Zeit folgt, das ist in einem «Buche» aufgeschrieben. Nie ist mit Buch etwas anderes gemeint als die Aufzeichnung dessen, was in der Zeit folgt, also ungefähr in dem Sinne von Chronik, Geschichte.

[ 17 ] Let’s clarify what a book, or a Bible, is in the sense of Scripture. The word “book” appears in the Bible only in very few places. This should not be overlooked. It appears when you open the Old Testament to Genesis 5:1: “This is the book of the genealogy of Adam. When God created man, He made him in the likeness of God; He created them male and female,” and so on. Then, no matter where you turn, you won’t find the word “book” again until the first Gospel, chapter 1: “This is the book of the genealogy of Jesus Christ, the son of David, the son of Abraham. Abraham was the father of Isaac, and Isaac was the father of Jacob,” and so on. Once again, the genealogies are listed. It enumerates what flows through long lines of descent. And once again, the term “book” appears here in the Book of Revelation. It appears where it is said that the Lamb alone is worthy to open the book with the seven seals. The term “book” is always used consistently, never differently. Now, one must simply understand the texts literally. This does not refer to a book in the sense we understand it today. Rather, the term “land register” has preserved the ancient meaning of the word “book.” The word “book” is used in contexts where entries are made sequentially, each dependent on the one before it—that is, where property is registered so that it can be passed down through inheritance. We are dealing with such a document, which establishes a foundation for that which is passed down. In the Old Testament, the word “book” refers to a document in which the lineages—which are inherited through blood—are recorded. It is used there in no other sense than that of recording lineages. Similarly, it is later used in the first Gospel to refer to the recording of genealogical lines. Thus, what follows one another in time is written down in a “book.” The term “book” never refers to anything other than the recording of what follows one another in time—roughly in the sense of a chronicle or history.

[ 18 ] Das Lebensbuch, das jetzt angelegt wird in der Menschheit, in der von Kulturzeitraum zu Kulturzeitraum in dem Ich des Menschen eingeschrieben wird, was jeder Zeitraum gibt, dieses Buch, das in die Seelen der Menschen geschrieben ist und das entsiegelt wird nach dem großen Krieg aller gegen alle, dies Buch ist auch hier in der Apokalynse gemeint. In diesem Buch werden sie stehen, die Eintragungen der Kulturzeiträume. So wie durch die Generationen die Eintragungen gemacht worden sind in die Geschlechtsregister der alten Bücher, so ist es auch hier, nur daß jetzt das eingetragen wird, was sich der Mensch geistig erwirbt. Und da er sich dutch Klugheit erwirbt, was in unserem Zeitraum zu erwerben ist, so wird nach und nach das Fortschreiten dieser Entwickelung imaginativ darzustellen sein durch das Symbolum, das der Klugheit entspricht. Dadurch, daß der Mensch den indischen Zeitraum durchlebt hat in einer Stimmung, in der er absah von der physischen Welt und den Blick hinaufrichtete nach dem Geistigen, dadurch wird er in dem ersten Zeitraum nach dem Kriege aller gegen alle über das Physisch-Sinnliche siegen. Sieger wird der Mensch sein dadurch, daß er sich aneignet, was sich im ersten Zeitraum in seine Seele geschrieben hat. Und weiter: Was sich im zweiten Kulturzeitraum herausstellte, die Überwindung der Materie durch die Urperser, diese Überwindung erscheint uns im zweiten Zeitraum nach dem Kriege aller gegen alle: das Schwert, das da bedeutet das Instrument zum Besiegen der äußeren Welt. Was sich der Mensch angeeignet hat in der babylonisch-ägyptischen Kulturepoche, als er die Maße lernte, als er lernte alles gerecht abzumessen, das tritt uns im nächsten Zeitraum nach dem großen Kriege aller gegen alle entgegen als dasjenige, was angezeigt wird durch die Waage. Und der vierte Zeitraum zeigt uns an, was zum Wichtigsten gehört, das, was der Mensch im vierten Zeitraum unseres Zyklus durch den Christus Jesus und sein Erscheinen sich angeeignet hat: das geistige Leben, die Unsterblichkeit des Ich. Daß alles, was nicht zur Unsterblichkeit geeignet ist, was dem Tode geweiht ist, abfällt, das muß sich für diesen vierten Zeitraum zeigen.

[ 18 ] The Book of Life, which is now being compiled within humanity—in which, from one cultural era to the next, what each era imparts is inscribed in the human ego—this book, which is written in the souls of human beings and which will be unsealed after the great war of all against all, is also what is meant here in the Apocalypse. In this book will be recorded the entries of the cultural epochs. Just as entries have been made through the generations in the genealogical records of ancient books, so it is here as well—only now what is recorded is what human beings acquire spiritually. And since they acquire through wisdom what is to be acquired in our era, the progress of this development will gradually be depicted imaginatively through the symbol corresponding to wisdom. Because humanity lived through the Indian epoch in a mood in which it turned away from the physical world and raised its gaze toward the spiritual, it will triumph over the physical-sensual in the first epoch following the war of all against all. Humanity will be victorious by appropriating what has been inscribed in its soul during the first epoch. And furthermore: What emerged in the second cultural epoch—the overcoming of matter by the ancient Persians—will appear to us in the second epoch following the war of all against all: the sword, which signifies the instrument for conquering the external world. What humanity assimilated during the Babylonian-Egyptian cultural epoch—when it learned measurement, when it learned to measure everything justly—appears to us in the next period following the great war of all against all as that which is symbolized by the scales. And the fourth period reveals to us what is most important—that which humankind has acquired in the fourth period of our cycle through Christ Jesus and his appearance: spiritual life, the immortality of the “I.” The fact that everything not suited to immortality—everything destined for death—will fall away must become evident in this fourth period.

[ 19 ] So kommt nacheinander alles das heraus, was sich in unseren Zeiträumen vorbereitet hat, und es kommt heraus dadurch, daß es uns durch das Symbolum angedeutet wird, das der Intelligenz entspricht. Lesen wir die Entsiegelung der ersten vier Siegel im sechsten Kapitel der Apokalypse des Johannes, wir werden sehen, das, was hier enthüllt wird, drückt uns Stufe für Stufe in gewaltiger Symbolik aus, was einst offenbar werden wird. «Und ich sah, und siehe, ein weiß Pferd» — das ist die Andeutung, daß die spiritualisierte Intelligenz herauskommt — «und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm ward gegeben eine Krone, und er zog aus zu überwinden, und daß er siegte. Und da es das andere Siegel auftat, hörte ich das andere Tier sagen: Komm! — Und siehe, es ging heraus ein ander Pferd, das war rot, und dem, der darauf saß, ward gegeben, den Frieden zu nehmen von der Erde, und daß sie sich untereinander erwürgeten» — daß zugrunde gehe, was nicht wert ist mitzugehen im Aufstieg der Menschheit — «und ihm ward gegeben ein groß Schwert. Und da es das dritte Siegel auftat, hörete ich das dritte Tier sagen: Komm! — Und ich sahe, und siehe, ein schwarz Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörete eine Stimme unter den vier Tieren sagen: Ein Maß Weizen um einen Groschen und drei Maß Gerste um einen Groschen» — Maß und Groschen, um hinzudeuten auf das, was die Menschheit gelernt hat innerhalb des dritten Zeitraums: die Früchte werden hinübergetragen und entsiegelt. Und im vierten Zeitraum ist Christus Jesus erschienen, um den Tod zu überwinden, und es zeigt sich die Offenbarung dieser Errungenschaft: «Und da es das vierte Siegel auftat, hörete ich die Stimme des vierten Tieres sagen: Komm! — Und ich sahe, und siehe, ein fahl Pferd, und der darauf saß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgete ihm nach.» «Siehe, ein fahl Pferd»: all das fällt ab, verfällt in die Rasse der Bösen; was aber den Ruf gehört hat, was den Tod überwunden hat, macht das spirituelle Leben mit. Die das «Ich-bin» und seinen Ruf verstanden haben, das sind diejenigen, die den Tod überwunden haben. Sie haben die Intelligenz spiritualisiert. Und jetzt kann das, was sie geworden sind, nicht mehr durch das Pferd symbolisiert werden. Ein neues Symbolum muß auftreten für diejenigen, die verstanden haben zu folgen dem Rufe dessen, der da hat die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne. Sie erscheinen jetzt unter dem Symbolum derer, die da mit weißen Kleidern angetan sind, die da die Hülle des unsterblichen, des ewigen geistigen Lebens angenommen haben.

[ 19 ] Thus, everything that has been prepared during our time periods comes to light one after another, and it comes to light through the symbol that corresponds to the intellect. If we read about the breaking of the first four seals in the sixth chapter of the Book of Revelation, we will see that what is revealed here expresses to us, step by step in powerful symbolism, what will one day be made manifest. “And I looked, and behold, a white horse”—this is the indication that spiritualized intelligence is emerging—“and the one sitting on it had a bow; and a crown was given to him, and he went out conquering and to conquer. And when he opened the second seal, I heard the second living creature say, ‘Come!’ — And behold, another horse came out, a red one, and the one sitting on it was given the power to take peace from the earth, so that people would slaughter one another”—so that what is unworthy of participating in humanity’s ascent might perish—“and he was given a great sword. And when it opened the third seal, I heard the third living creature say, ‘Come!’ — And I looked, and behold, a black horse, and the one sitting on it had a pair of scales in his hand. And I heard a voice among the four living creatures say: ‘A measure of wheat for a penny, and three measures of barley for a penny’—measure and penny, to point to what humanity has learned within the third period: the fruits are carried over and unsealed. And in the fourth epoch, Christ Jesus appeared to overcome death, and the revelation of this achievement is made clear: “And when He opened the fourth seal, I heard the voice of the fourth living creature say, ‘Come!’ — And I looked, and behold, a pale horse, and the one sitting on it was named Death, and Hades followed him.” “Behold, a pale horse”: all of this falls away, decays into the realm of the wicked; but those who have heard the call, those who have overcome death, participate in spiritual life. Those who have understood the “I Am” and His call—these are the ones who have overcome death. They have spiritualized their intellect. And now what they have become can no longer be symbolized by the horse. A new symbol must emerge for those who have understood how to follow the call of the One who possesses the seven spirits of God and the seven stars. They now appear under the symbol of those clothed in white, who have taken on the garment of immortal, eternal spiritual life.

[ 20 ] Und weiter wird uns nun erzählt, wie herauskommt alles das, was hinaufgeht ins Gute, was hinuntergeht ins Böse. Das wird uns klar zum Ausdrucke gebracht. «Und da es das fünfte Siegel auftat, sahe ich unter dem Altar die Seelen derer, die erwürget waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie schrien mit großer Stimme und sprachen: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächest nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? — Und ihnen wurde gegeben einem jeglichen ein weiß Kleid, und ward zu ihnen gesagt, daß sie ruheten noch eine kleine Zeit, bis daß vollends dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch sollten noch ertötet werden gleich wie sie» — der äußeren Gestalt nach ertötet werden und im Spirituellen wieder aufleben. Wie kommt das zum Ausdruck?

[ 20 ] And we are now told how everything that ascends into goodness and everything that descends into evil comes to pass. This is clearly explained to us. “And when He opened the fifth seal, I saw under the altar the souls of those who had been slain for the word of God and for the testimony they had borne. And they cried out with a loud voice, saying, ‘O Lord, You who are holy and true, how long will You not judge and avenge our blood on those who dwell on the earth?’ — And each of them was given a white robe, and they were told to rest a little while longer, until the number of their fellow servants and brothers who were to be killed as they had been was complete”—that is, to be killed outwardly and to come to life again in the spiritual realm. How is this expressed?

[ 21 ] Vergegenwärtigen wir uns, was aus der äußeren sinnlichen Welt wird im rechten anthroposophischen Leben. Wie haben wir sie geschildert, die sieben Sterne? Wir sind zurückgegangen zum Saturn und haben gezeigt, wie der physische Menschenleib entstanden ist, wie er aus Wärme zusammengefügt war. Wir haben gesehen, wie die Sonne herauskam. Im Geiste haben wir nachgezeichnet diese Welt. Die Sonne ist für uns nicht bloß eine physische Sonne, sie ist die Bringerin des Lebens, das als geistiges Leben in seiner höchsten Form erscheinen wird in der Menschenzukunft. Der Mond ist für uns das Element, das den Sturmschritt des Lebens aufhält und den Menschen so weit verlangsamt, wie es nötig ist. So sehen wir geistige Mächte in Sonne und Mond. Und das, was wir als anthroposophische Weisheit uns aneignen, auch das erscheint im zukünftigen Zeitraum richtig symbolisiert: Sonne und Mond erscheinen vor unserem geistigen Blick als dasjenige, was uns Menschen auferbaut hat. Symbolisch verschwindet der äußere physische Sonnenball, der äußere Mond, und wird wie ein menschliches Wesen, aber in Elementarform. «Und ich sahe, daß es das sechste Siegel auftat, und siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward wie Blut.» Das alles ist die symbolische Erfüllung dessen, was wir suchen im spirituellen Leben.

[ 21 ] Let us consider what becomes of the external sensory world in a true anthroposophical life. How did we describe the seven stars? We went back to Saturn and showed how the physical human body came into being, how it was formed from heat. We have seen how the Sun emerged. In our minds, we have traced the contours of this world. For us, the Sun is not merely a physical Sun; it is the bringer of life, which will appear as spiritual life in its highest form in humanity’s future. For us, the Moon is the element that holds back the stormy pace of life and slows humanity down as much as is necessary. Thus we see spiritual powers in the sun and the moon. And what we assimilate as anthroposophical wisdom also appears to be correctly symbolized in the future era: the sun and the moon appear before our spiritual gaze as that which has built us up as human beings. Symbolically, the outer physical sun and the outer moon disappear and become like human beings, but in elemental form. “And I saw when he opened the sixth seal, and behold, there was a great earthquake, and the sun became black as sackcloth, and the moon became like blood.” All of this is the symbolic fulfillment of what we seek in spiritual life.

[ 22 ] So sehen wir, daß in bedeutsamen Bildern für den nächsten Zeitraum prophezeit wird, was sich in diesem Zeitraum vorbereitet. Heute tragen wir unsichtbar in uns jene Verwandlung, die wir mit Sonne und Mond vornehmen, wenn sich das Physische verwandelt in die geistigen Elemente. Wenn der hellseherische Blick sich in die Zukunft wendet, dann verschwindet in der Tat das Physische, und das Symbol der Spiritualisierung der Menschheit tritt vor uns hin.

[ 22 ] Thus we see that significant images foretell for the coming period what is being prepared during this period. Today we carry within us, invisibly, that transformation which we undergo with the sun and moon when the physical is transformed into the spiritual elements. When the clairvoyant gaze turns toward the future, the physical does indeed disappear, and the symbol of humanity’s spiritualization appears before us.

[ 23 ] In etwas gewagten Zügen haben wir heute angedeutet, was die sieben Siegel und ihre Enthüllung in der Apokalypse uns sagen sollen. Wir müssen allerdings noch tiefer darauf eingehen, dann wird uns manches von dem, was uns heute unwahrscheinlich erscheinen könnte, vollständig deutlich. Aber wir sehen schon, wie innerlich sich zusammenordnen die gewaltigen Bilder, die der Seher gesehen hat von Gegenwart und Zukunft der Menschheitsentwickelung, wie das hineingeht in eine weitere Zukunft und uns dadurch immer stärkere Impulse gibt, selbst hineinzuleben in die Zukunft, Hand anzulegen zur Spiritualisierung des Menschenlebens.

[ 23 ] Today we have outlined, in somewhat bold strokes, what the seven seals and their unveiling in the Book of Revelation are meant to tell us. We must, however, delve even deeper into this; then much of what might seem improbable to us today will become completely clear. But we can already see how the powerful images the seer beheld—of the present and future of human development—are internally coming together, how they extend into a more distant future, and how this gives us ever stronger impulses to live into the future ourselves and to take up the task of spiritualizing human life.