The Apocalypse of John
GA 104
30 June 1908, Nuremberg
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The Apocalypse of John, tr. SOL
Zwölfter Vortrag
Twelfth Lecture
[ 1 ] Es könnte demjenigen, der sich mit seinem Gefühle die Ausführungen überlegt, die uns am Ende der gestrigen Betrachtung entgegengetreten sind, ein gewisser Anflug von Bangigkeit kommen über das Schicksal der zukünftigen Menschheit. Es mußte gestern vor Ihre Seele hingestellt werden ein Bild dieser Menschenzukuntt, wie es auf der einen Seite allerdings groß, gewaltig und mit Seligkeit erfüllend ist, ein Bild, das dem Dasein jenes zukünftigen Menschen entspricht, welcher die Mission unserer Gegenwart auf der Erde begriffen hat, der den Christus-Geist in sich aufgenommen hat und dadurch Schritt hat halten können mit der notwendigen Vergeistigung unserer Erde, ein herrliches, beseligendes Bild derjenigen Menschen, die man gewöhnlich im exoterischen Christentum die «Erlösten» oder auch mit einem nicht ganz zutreffenden Ausdruck die «Auserwählten» nennt. Aber auch das Gegenbild mußte vor Ihre Seele hingestellt werden, jenes Bild des Abgrunds, in dem sich eine Menschheit findet, welche nicht in der Lage war, aufzunehmen diesen Christus-Geist, die in der Materie steckengeblieben ist, sich sozusagen von dem in die Zukunft hineingehenden Vergeistigungsprozeß ausgeschlossen hat, die herausgefallen ist aus der vergeistigten Erde und in gewisser Beziehung abseits davon einem furchtbaren Schicksal entgegengeht. Wenn uns aus dem Abgrund herauf anstarrt das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, verführt durch das andere furchtbare Wesen, das zweihörnige Tier, so erscheint uns allerdings dieses Bild Furcht und Schrecken erregend, und mancher könnte sich fragen: Ist es denn nicht von einer Vorsehung hart und unweise, eine Anzahl von Menschen einem so furchtbaren Schicksal entgegenzuführen, eine Anzahl von Menschen gewissermaßen zu verdammen zum Abgrund des Bösen?
[ 1 ] Anyone who reflects with feeling on the ideas presented to us at the end of yesterday’s meditation might feel a certain sense of foreboding regarding the fate of humanity in the future. Yesterday, a picture of this human future must have been set before your soul—a picture that, on the one hand, is indeed grand, mighty, and filled with bliss; a picture that corresponds to the existence of that future human being who has grasped the mission of our present time on Earth, who has taken in the Christ Spirit, and who has thereby been able to keep pace with the necessary spiritualization of our Earth— a magnificent, blissful image of those human beings whom exoteric Christianity usually calls the “redeemed” or, using a term that is not entirely accurate, the “chosen ones.” But the opposite image, too, must have been presented to your soul, that image of the abyss in which humanity finds itself—a humanity that was unable to receive this Christ Spirit, that has become stuck in matter, that has, so to speak, excluded itself from the process of spiritualization moving into the future, that has fallen out of the spiritualized Earth and, in a certain sense, is heading toward a terrible fate apart from it. When the beast with seven heads and ten horns stares up at us from the abyss, seduced by the other terrible being, the two-horned beast, this image certainly strikes us as terrifying and horrifying, and some might ask: Is it not harsh and unwise of Providence to lead a number of people toward such a terrible fate, to condemn a number of people, as it were, to the abyss of evil?
[ 2 ] Und es könnte die Frage auftauchen: Hätte es sich nicht für eine weise Vorsehung besser geziemt, von vornherein dieses furchtbare Schicksal abzuwenden?
[ 2 ] And the question might arise: Wouldn't it have been more fitting for a wise providence to have averted this terrible fate from the very beginning?
[ 3 ] Als Antwort kann man auf diese Fragen zunächst etwas abstrakt, etwas theoretisch sagen, und wer dieses Theoretische fühlen kann, für den bedeutet dies eigentlich schon sehr viel: Es ist außerordentlich weise, daß die Vorsehung dafür gesorgt hat, daß dieses furchtbare Schicksal als eine Möglichkeit vor einer Anzahl von Menschen stehen kann. Denn wäre es unmöglich, daß der Mensch in die Abgründe des Bösen hineinsegelt, dann wäre auch das für den Menschen nicht erreichbar, was wir auf der einen Seite Liebe und auf der anderen Seite Freiheit nennen, denn für den Okkultisten ist die Freiheit untrennbar verknüpft mit dem Begriff der Liebe. Freiheit wäre für den Menschen unmöglich, und Liebe wäre für den Menschen unmöglich, wenn nicht dieses Hinabsegeln möglich wäre. Ein Mensch, der nicht die Möglichkeit hätte, aus eigenem freien Entschluß das Gute oder auch das Böse zu wählen, der wäre ein Wesen, das nur am Gängelband zu einem notwendig zu erreichenden Guten geführt würde, in dessen Wahl es nicht stände, das Gute aus vollem, in sich selber geläutertem Wollen aus einer der Freiheit entspringenden Liebe zu wählen. Für einen Menschen, dem es nicht möglich wäre, die Gefolgschaft des Ungeheuers mit den zwei Hörnern einzuschlagen, für den wäre es auch nicht möglich, aus einer selbsteigenen Liebe dem Gotte zu folgen. Es lag im Sinne der weisen Vorsehung, der sich durch unser Planetensystem hindurch entwickelnden Menschheit die Möglichkeit der Freiheit zu geben, und diese Möglichkeit der Freiheit war unter keiner anderen Bedingung zu geben als dadurch, daß der Mensch selbst die freie Wahl zu treffen hat zwischen dem Guten und dem Bösen.
[ 3 ] In response to these questions, one can initially offer a somewhat abstract, somewhat theoretical answer; and for those who can sense this theoretical aspect, it actually means a great deal: It is extraordinarily wise that Providence has ensured that this terrible fate can exist as a possibility for a number of people. For if it were impossible for a human being to plunge into the abyss of evil, then what we call love on the one hand and freedom on the other would also be beyond human reach; for the occultist, freedom is inseparably linked to the concept of love. Freedom would be impossible for human beings, and love would be impossible for human beings, if this descent were not possible. A human being who did not have the possibility of choosing good or evil of his own free will would be a being led on a leash toward a good that must necessarily be attained; he would not have the choice to select the good out of a full, internally purified will arising from a love that springs from freedom. For a human being who could not possibly choose to follow the monster with the two horns, it would also be impossible to follow God out of a love that springs from within. It was the intention of wise Providence to grant humanity—as it develops throughout our planetary system—the possibility of freedom, and this possibility of freedom could be granted under no other condition than that human beings themselves must make the free choice between good and evil.
[ 4 ] Das ist aber doch nur, man möchte sagen, eine leere Theorie, und die Menschen schwingen sich ja nur langsam dazu auf, so etwas nicht nur mit Worten zu sagen und in theotetischen Augenblicken als eine Art Erklärung zu finden, sondern auch im Gefühle zu haben. Selten schwingen sich die Menschen heute schon auf zu dem Gedanken: Ich danke dir, o weise Vorsehung, daß du es möglich gemacht hast, daß ich dir nicht eine von dir selbst abgezwungene, sondern frei in meiner Brust entsprießende Liebe entgegenbringe; daß du mich nicht zwingst, dich zu lieben, sondern daß du mit es in Wahl gestellt hast, dir zu folgen. — Allerdings, zu dieser Empfindung müßte sich der Mensch aufschwingen, wenn er diese theoretische Erklärung wirklich fühlen könnte.
[ 4 ] But that is, one might say, merely an empty theory, and people are only slowly coming to not only express such things in words and find them as a kind of explanation in moments of reflection, but also to feel them in their hearts. Rarely do people today rise to the thought: I thank you, O wise Providence, that you have made it possible for me to offer you a love not forced upon me by you, but one that springs freely from my heart; that you do not compel me to love you, but have given me the choice to follow you. — Of course, a person would have to rise to this level of feeling if they could truly feel this theoretical explanation.
[ 5 ] Aber man kann auch aus der hellseherischen Betrachtung der Welt heraus einen anderen Trost oder besser gesagt eine andere Beruhigung geben. Denn gestern schon wurde berührt, daß eine fast unabänderliche Anlage für den Abgrund nur derjenige hat, der heute schon irgendwie verstrickt wird in die Fangarme des zweihörnigen Tieres, des großen Verführers zu den Künsten der schwarzen Magie. Und selbst für solche Menschen, die heute auf die Künste der schwarzen Magie hereinfallen, gibt es in der Zukunft noch einmal eine Möglichkeit, umzukehren. Diejenigen aber, und das sind ja vorläufig die meisten Menschen, welche überhaupt gar nicht in die Lage kommen, irgendwelchen Künsten der schwarzen Magie zu verfallen, für die ist wohl in dem, was auf den großen Krieg aller gegen alle folgt, eine gewisse Anlage zum endgültigen Bösen vorhanden, aber die Möglichkeit, in der Zukunft wieder umzukehren und sich dem Guten zuzuwenden, wird viel größer sein als der Zwang, unbedingt dem Bösen zu folgen.
[ 5 ] But one can also offer another form of comfort—or rather, another source of reassurance—based on a clairvoyant view of the world. For it was already mentioned yesterday that only those who are already somehow entangled today in the tentacles of the two-horned beast—the great seducer into the arts of black magic—possess an almost irreversible predisposition toward the abyss. And even for those people who fall prey to the arts of black magic today, there will still be an opportunity in the future to turn back. But for those—and for the time being, these are the majority of people—who do not even find themselves in a position to fall prey to any arts of black magic at all, there is likely a certain predisposition toward definitive evil in what follows the great war of all against all, but the possibility of turning back in the future and turning toward the good will be much greater than the compulsion to follow evil without exception.
[ 6 ] Aus den Vorträgen geht ja hervor, daß für diejenigen Menschen, die sich heute einer spirituellen Weltanschauung zuwenden, um hinüberzuleben über den großen Krieg in die sechste Periode hinein, die durch die Entsiegelung der Siegel dargestellt wird, daß für jene Schar es möglich ist, das Christus-Prinzip aufzunehmen. Sie werden aufnehmen können die geistigen Elemente, die in der durch die Gemeinde zu Philadelphia bezeichneten Zeit veranlagt werden, sie werden sich ausleben können in der nächsten Zeit mit einer starken Veranlagung zur Vergeistigung. Es nehmen heute diejenigen, die sich einer spirituellen Anschauung zuwenden, gewaltige Anlagen auf, um die aufwärtsgehende Bahn einzuschlagen. Es darf durchaus nicht verkannt werden, wie wichtig es ist, daß heute schon eine Anzahl von Menschen nicht taub ist gegen die Verkündigung der sogenannten anthroposophischen Weltanschauung, welche die ersten Anlagen zum spirituellen Leben in bewußter Weise in die Menschheit bringt, während es früher unbewußt geschah. Das ist das Wichtige, daß dieser Teil der Menschen die erste bewußte Anlage zur Aufwärtsbewegung aufnimmt.
[ 6 ] It is clear from the lectures that for those people who are turning today to a spiritual worldview in order to live beyond the Great War and into the sixth period—which is symbolized by the unsealing of the seals—it is possible for that group to embrace the Christ principle. They will be able to absorb the spiritual elements that are being laid the foundation for in the time designated by the Church of Philadelphia; they will be able to live out their lives in the coming era with a strong predisposition toward spiritualization. Those who are turning to a spiritual worldview today are absorbing tremendous potential to embark on the upward path. It must not be underestimated how important it is that even today a number of people are not deaf to the proclamation of the so-called anthroposophical worldview, which consciously brings the first seeds of spiritual life into humanity, whereas in the past this happened unconsciously. This is what is important: that this group of people is absorbing the first conscious seed for the upward movement.
[ 7 ] Aber dadurch, daß heute ein Häuflein sich aussondert, um einen großen Bruderbund zu begründen, der hinüberleben wird in die Zeit der sieben Siegel, dadurch wird gerade für die anderen Menschen, die heute noch ein taubes Ohr haben für die Verkündigung der anthroposophischen Weltanschauung, auch Rat geschaffen. Denn wir haben ja bis zum großen Kriege aller gegen alle noch viele Verkörperungen der gegenwärtigen Seelen durchzumachen und wiederum bis zum entscheidenden Punkte nach dem großen Kriege. Und auch nachher für die Zeit der Siegel haben wir viele Verwandlungen durchzumachen, und die Menschen werden oft und oft Gelegenheit haben, ihr Herz aufzuschließen der spirituellen Weltanschauung, die heute durch die anthroposophische Bewegung fließt. Oft und oft wird Gelegenheit sein, und Sie dürfen nicht glauben, daß die Gelegenheiten in der Zukunft nur solche sein werden, wie sie heute da sind. Oh, die Art und Weise, wie wir heute in der Lage sind, gegenüber den anderen Menschen die spirituelle Weltanschauung zu verkünden, ist etwas noch sehr Schwaches. Und würde heute ein Mensch selbst so reden, daß seine Stimme unmittelbar wie Feuer des Geistes ertönen würde, so wäre das noch etwas Schwaches gegenüber den Möglichkeiten, die in späteren, entwickelteren Leibern da sein werden, um die Mitmenschen hinzuweisen auf diese spirituelle Bewegung. Wenn die Menschheit im ganzen in den folgenden Zeiten immer höher und höher entwickelt sein wird, dahn werden sich noch ganz andere Mittel ergeben, durch welche die spirituelle Weltanschauung in die Herzen wird dringen können, und das flammendste Wort von heute wird gering und schwach sein gegen das, was in der Zukunft wirken wird, um all den Seelen die Möglichkeit zur spirituellen Weltanschauung zu geben, die heute noch in Leibern leben, in denen kein Herz schlägt für diese spirituelle Weltanschauung.
[ 7 ] But the fact that a small group is setting itself apart today to establish a great brotherhood that will endure into the time of the seven seals—this very fact provides guidance precisely for those other people who today still turn a deaf ear to the proclamation of the anthroposophical worldview. For we still have many incarnations of the present souls to go through until the great war of all against all, and again until the decisive point after the great war. And even afterward, during the time of the Seals, we will have to undergo many transformations, and people will have opportunity after opportunity to open their hearts to the spiritual worldview that flows through the anthroposophical movement today. There will be opportunity after opportunity, and you must not believe that the opportunities in the future will be only like those that exist today. Oh, the way in which we are able today to proclaim the spiritual worldview to others is still very weak. And even if a person were to speak today in such a way that his voice resounded directly like the fire of the spirit, that would still be something weak compared to the possibilities that will exist in later, more highly developed bodies for pointing fellow human beings toward this spiritual movement. As humanity as a whole continues to develop higher and higher in the times to come, entirely different means will emerge through which the spiritual worldview will be able to penetrate hearts, and even the most fiery words of today will be insignificant and weak compared to what will be at work in the future to give all those souls the opportunity for a spiritual worldview—souls who today still live in bodies in which no heart beats for this spiritual worldview.
[ 8 ] Wir stehen im Anfang der spirituellen Bewegung, und sie wird wachsen, und es wird viel Verstocktheit, viel Verhärtung dazu gehören, gegenüber den gewaltigen Eindrücken der Zukunft die Herzen und Seelen zu verschließen. Diejenigen Seelen, die heute in Leibern leben, welche Herzen haben, um die anthroposophische Weltanschauung zu hören und zu fühlen, diese Seelen bereiten sich dadurch vor, künftig in Leibern zu leben, in denen ihnen Kraft gegeben sein wird, um ihren Mitmenschen zu dienen, welche bis dahin nicht die Möglichkeit hatten, die Herzen so in sich selber schlagen zu fühlen. Erst die Vorbereiter der Vorbereiter sind wir, weiter noch nichts. Ein ganz kleines Flämmchen erst ist heute die spirituelle Bewegung, und sie wird sich zu einem gewaltigen geistigen Feuer in der Zukunft gestalten.
[ 8 ] We are at the beginning of the spiritual movement, and it will grow; and there will be much obstinacy and much hardening of heart involved in closing off hearts and souls to the powerful impressions of the future. Those souls who live in bodies today and whose hearts are open to hearing and feeling the anthroposophical worldview are thereby preparing themselves to live in bodies in the future in which they will be given the strength to serve their fellow human beings—those who, until then, have not had the opportunity to feel their hearts beating within themselves in this way. We are merely the preparers of the preparers; nothing more at this point. The spiritual movement is but a tiny flame today, and it will grow into a mighty spiritual fire in the future.
[ 9 ] Wenn wir dieses andere Bild vor unsere Seele hinstellen, wenn 'wir es so recht durchempfinden, dann wird ein ganz anderes Gefühl, eine ganz andere Erkenntnismöglichkeit dieser Tatsache in uns aufleben. Heute ist es das, was wir schwarze Magie nennen, dem die Menschen in gewisser Weise bewußt oder unbewußt verfallen können. Diejenigen, die heute so dahinleben in den Tag hinein, die heute gar nicht berührt werden von der spirituellen Weltanschauung, die in ihrem bequemen Alltagsdusel dahinleben und sagen: Was kümmert mich, was diese Träumer von Anthroposophen sprechen —, die haben die geringste Möglichkeit, in die Kreise der schwarzen Magie hineinzukommen. Für sie ist es so, daß sie heute nur die Gelegenheit versäumen, um einstmals ihren Mitmenschen zu helfen in den Bestrebungen zur Erlangung des spirituellen Lebens. Für sie selbst kann noch nicht sehr viel verloren sein. Diejenigen aber, die heute beginnen, auf eine unrechtmäßige Weise sich an das spirituelle Leben heranzumachen, die nehmen eigentlich in den allerersten Anfängen in sich die Anlage auf von etwas, was man schwarze Magie nennen könnte. Und nur ganz wenige Individuen gibt es, die heute schon der schwarzen Magie in jenem furchtbaren Sinn verfallen sind, in dem eigentlich von dieser scheußlichen Kunst der Menschheit gesprochen werden muß.
[ 9 ] When we place this other image before our soul, when we truly feel it through and through, then a completely different feeling, a completely different way of understanding this fact, will arise within us. Today, this is what we call black magic, to which people can, in a certain sense, fall—consciously or unconsciously. Those who today simply drift through life day by day, who are not at all touched by the spiritual worldview, who live in their comfortable, everyday complacency and say, “What do I care what these dreamers of anthroposophy are talking about?”—they have the greatest likelihood of falling into the circles of black magic. For them, the reality is that they are merely missing an opportunity today to one day help their fellow human beings in their efforts to attain spiritual life. As far as they themselves are concerned, not much can be lost yet. But those who today begin to approach spiritual life in an improper way are, in fact, taking into themselves, right from the very beginning, the seeds of something that could be called black magic. And there are only very few individuals who have already fallen prey to black magic in that terrible sense in which one must actually speak of this hideous art of humanity.
[ 10 ] Sie werden am besten verstehen, daß es wirklich so ist, wenn ich Ihnen nur ganz leise Andeutungen mache darüber, wie in systematischer Weise schwarze Magie gepflogen wird, und dann werden Sie schon sehen, daß Sie Umschau halten können hinauf und hinab unter all Ihren Bekannten, und daß Sie niemand finden werden, dem Sie zutrauen könnten, daß er solchen Künsten heute schon zuneigt. Alles übrige ist im Grunde genommen nur purster Dilettantismus, der in den folgenden Perioden sehr leicht wird ausgetrieben werden können. Es ist ja schlimm genug, daß in unserer Zeit manchmal Dinge angepriesen werden, um die Menschen zu übervorteilen und so weiter, die in gewisser Beziehung auch der Anfang sind schwarzer magischer Kunst. Schlimm ist es auch, daß gewisse Anschauungen hereinspielen, welche, wenn sie auch durchaus nicht zur schwarzen Kunst gehören, doch eine gewisse Verführung bilden. Es sind das Anschauungen, die heute die Welt beherrschen in gewissen Kreisen und allerdings unter den materialistischen Gedanken wuchern können, die aber, wenn sie auch durchaus nicht ungefährlich sind, doch nicht unheilbar sein werden für die nächsten Epochen. Erst wenn einmal begonnen wird damit, daß der Mensch sozusagen das Abc der schwarzen Magie absolviert, dann ist er auf dem gefährlichen Wege nach dem Abgrund. Und dieses Abc besteht darin, daß ein Mensch, der der Schüler eines schwarzen Magiers wird, dazu angehalten wird, in ganz bewußter Weise das Leben zu ertöten, dem Leben vor allen Dingen in der Ertötung soviel Schmerz als möglich zuzufügen, und in diesem Zufügen des Schmerzes eine gewisse Befriedigung zu fühlen. Wenn die Absicht besteht, in ein Lebewesen zu stechen oder zu schneiden mit der Absicht, in dem Schmerze desselben Seligkeit zu fühlen, dann liegt darin das Abc der schwarzen Künste. Was darüber hinausgeht, kann nicht gestreift werden. Aber Sie werden es schon scheußlich genug finden, wenn Ihnen gesagt wird, daß der schwarzmagische Anfänger zu schneiden und zu stechen hat in lebendiges Fleisch, nicht so wie der Vivisektor schneidet — es ist dies auch schon etwas Schlimmes, doch findet das Wesen der Vivisektion seine Überwindung in den Vivisektoren selber, indem diese in Kamaloka an sich selbst die Schmerzen werden zu spüren haben, die sie ihren Opfern zugefügt haben, und deshalb die Vivisektion in Zukunft lassen werden -, sondern wer in systematischer Weise ins Fleisch schneidet und daraus Befriedigung empfindet, der fängt an, auf die abschüssige Bahn der schwarzen Magie zu kommen. Und dadurch ist die Möglichkeit gegeben für ihn, immer mehr und mehr sich jenem Wesen zu nähern, dem zweihörnigen Tier.
[ 10 ] You will best understand that this is indeed the case if I merely give you very subtle hints about how black magic is practiced in a systematic way, and then you will see that you can look around among all your acquaintances and find no one whom you could suspect of already being inclined toward such arts today. Everything else is, in essence, nothing but sheer amateurism, which will be very easy to root out in the coming years. It is bad enough that in our time certain things are sometimes touted to take advantage of people and so on—things that, in a certain sense, also mark the beginning of black magic. It is also bad that certain views are gaining ground which, even if they do not belong to black magic at all, still constitute a certain temptation. These are views that dominate the world today in certain circles and can indeed take root among materialistic ideas; yet, although they are by no means harmless, they will not prove insurmountable for the coming eras. Only once a person begins, so to speak, to master the ABCs of black magic do they set out on the dangerous path toward the abyss. And this “ABC” consists in the fact that a person who becomes the disciple of a black magician is urged to consciously take a life, to inflict as much pain as possible upon that life—above all through the act of killing—and to feel a certain satisfaction in inflicting that pain. If the intention is to stab or cut a living being with the aim of deriving bliss from its pain, then therein lies the ABCs of the black arts. Anything beyond that cannot be touched upon. But you will find it dreadful enough when you are told that the novice in black magic must cut and stab into living flesh—not as the vivisectionist cuts—which is already a terrible thing in itself— yet the essence of vivisection finds its overcoming in the vivisectors themselves, in that they will have to feel upon themselves in Kamaloka the pains they inflicted upon their victims, and will therefore abandon vivisection in the future—but whoever systematically cuts into flesh and derives satisfaction from it begins to descend the slippery slope of black magic. And this opens the possibility for them to draw ever closer to that being, the two-horned beast.
[ 11 ] Dieses Wesen selbst, das wir als das zweihörnige Tier charakterisiert haben, brauchen wir uns durchaus nur so vorzustellen, daß es als verführendes Wesen von ganz anderer Art als der Mensch ist. Es stammt aus anderen Weltperioden, hat anderer Weltperioden Neigungen angenommen und wird sich tief befriedigt fühlen, wenn es auf Wesen stößt, wie diese bösen Wesen sein werden, die sich geweigert haben, innerlich anzunehmen, was als Gutes aus der Erde fließen kann. Dieses Wesen hat nichts von der Erde haben können. Es hat kommen sehen die Erdenentwickelung, aber es hat sich gesagt: Ich bin nicht mit der Erde so fortgeschritten, daß ich von dem irdischen Dasein irgend etwas haben kann. — Dieses Wesen hätte nur dadurch etwas haben können von der Erde, wenn es in einem bestimmten Augenblick die Herrschaft hätte erlangen können, nämlich da, wo das Christus-Prinzip heruntergestiegen ist auf die Erde. Wenn dieses Christus-Prinzip damals im Keim erstickt worden wäre, wenn der Christus von dem Widersacher hätte überwunden werden können, dann allerdings wäre es möglich gewesen, daß die Erde in ihrer Ganzheit diesem Sorat-Prinzip verfallen wäre. Das ist nicht der Fall gewesen, und so muß sich dieses Wesen begnügen mit den Abfällen, die sich nicht hingeneigt haben zum Christus-Prinzip, mit jenen Menschen, die in der Materie steckengeblieben sind. Die werden in der Zukunft seine Heerscharen sein.
[ 11 ] We need only imagine this being—which we have characterized as the two-horned beast—as a seductive being of a completely different nature than that of human beings. It originates from other world periods, has adopted the inclinations of other world periods, and will feel deeply satisfied when it encounters beings such as these evil beings, who have refused to accept inwardly what can flow from the Earth as good. This being has been unable to derive anything from the Earth. It foresaw the Earth’s development, but it said to itself: I am not advanced enough with the Earth to be able to gain anything from earthly existence. — This being could have gained something from the Earth only if it had been able to gain dominion at a specific moment—namely, when the Christ Principle descended to Earth. If this Christ Principle had been nipped in the bud at that time, if the Christ could have been overcome by the Adversary, then indeed it would have been possible for the Earth in its entirety to have fallen prey to this Sorat Principle. That was not the case, and so this being must content itself with the outcasts who did not incline toward the Christ principle—those human beings who have remained stuck in the material world. They will be its legions in the future.
[ 12 ] Nun müssen wir, um diese Heerscharen noch genauer zu begreifen, uns bekanntmachen mit zwei Begriffen, die Ihnen in gewisser Beziehung ein Schlüssel sein können zu bestimmten Kapiteln der Apokalypse. Wir müssen uns bekanntmachen mit den Begriffen «erster Tod» und «zweiter Tod». Was ist der erste Tod, und was ist der zweite Tod des Menschen oder der Menschheit? Wir müssen uns ein genaues Bild machen von den Begriffen, die der Apokalyptiker mit diesen Worten verbunden hat. Dazu müssen wir noch einmal vor unsere Seele die elementaren Wahrheiten über das Menschendasein hinstellen.
[ 12 ] Now, in order to understand these hosts even more clearly, we must familiarize ourselves with two concepts that, in a certain sense, can serve as a key to specific chapters of the Apocalypse. We must familiarize ourselves with the terms “first death” and “second death.” What is the first death, and what is the second death of the human being or of humanity? We must form a precise picture of the concepts that the author of the Book of Revelation associated with these words. To do this, we must once again bring to mind the fundamental truths about human existence.
[ 13 ] Nehmen Sie den Menschen von heute, wie Sie selber einer sind. Er lebt so, daß er vom Morgen, wenn er aufwacht, bis zum Abend, wo er einschläft, aus vier Gliedern besteht, aus dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wir wissen auch, daß der Mensch während seines Erdendaseins von seinem Ich aus die niederen Glieder seiner Wesenheit bearbeitet und daß es ihm gelingen muß, während des Erdendaseins den astralischen Leib unter die Herrschaft des Ich zu bringen. Wir wissen, daß die Erde abgelöst werden wird von dem Jupiter, ihrer nächsten Verkörperung. Wenn der Mensch auf dem Jupiter angelangt sein wird, dann wird er als ein anderes Wesen vor uns stehen. Dieser Jupitermensch wird von seinem Ich aus durchgearbeitet haben seinen astralischen Leib. Und wenn wir heute sagen, der Erdenmensch, der im wachen Zustand vor uns steht, hat ausgebildet zunächst physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, so müssen wir vom Jupitermenschen sagen, er wird ausgebildet haben physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, aber seinen astralischen Leib wird er umgestaltet haben zu Geistselbst. Er wird auf einer höheren Stufe des Bewußtseins leben, auf einer Stufe, die folgenderweise charakterisiert werden kann. Jenes alte, dumpfe Bilderbewußtsein des Mondes, das auch noch in den ersten Zeiten des Erdenbewußtseins da war, das wird in seinen Bildern als hellseherisches Bewußtsein wieder da sein, aber es wird ausgestattet sein mit dem menschlichen Ich, so daß der Mensch so logisch überlegend sein wird mit diesem Jupiterbewußtsein, wie er es heute mit dem Tagesbewußtsein der Erde ist.
[ 13 ] Consider the human being of today, just as you yourself are one. From the moment he wakes in the morning until he falls asleep at night, he consists of four aspects: the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I.” We also know that during their earthly existence, human beings work on the lower aspects of their being from the perspective of their “I,” and that they must succeed in bringing the astral body under the control of the “I” during their earthly existence. We know that the Earth will be succeeded by Jupiter, its next incarnation. When humanity reaches Jupiter, it will stand before us as a different being. This Jupiter human will have worked through his astral body from the perspective of his I. And if we say today that the Earth human standing before us in the waking state has developed, first of all, a physical body, an etheric body, an astral body, and an “I,” then we must say of the Jupiter human that he will have developed a physical body, an etheric body, an astral body, and an “I,” but he will have transformed his astral body into the spiritual self. He will live on a higher level of consciousness, a level that can be characterized as follows. That ancient, dim, pictorial consciousness of the Moon—which was still present even in the earliest stages of Earth consciousness—will return in its images as clairvoyant consciousness, but it will be endowed with the human “I,” so that with this Jupiter consciousness, human beings will be as logically reflective as they are today with the Earth’s daytime consciousness.
[ 14 ] Der Jupitermensch wird also in gewisser Beziehung ein niedriger Hellseher sein. Es wird ein Teil der seelischen Welt für ihn offenliegen. Er wird Wohl und Wehe seiner Umgebung in Bildern empfinden, die aufsteigen innerhalb seines imaginativen Bewußtseins. Dieser Jupitermensch wird daher in ganz anderen moralischen Verhältnissen leben. Denken Sie sich, daß Sie als Jupitermensch eine menschliche Seele vor sich haben: Der Schmerz, die Lust dieser Seele wird aufsteigen in Bildern vor Ihrer Seele, und die Bilder des Schmerzes der anderen Seele werden Sie quälen, und Sie werden, wenn Sie den Schmerz der anderen Seele nicht beseitigen, unmöglich den Schmerz der anderen Seele mit Ihrem eigenen Wohlsein vereinigen können. Oh, die Bilder des Leides würden eine Qual sein für den Jupitermenschen mit dem erhöhten Bewußtsein, wenn er nichts tun würde, um dieses Leid zu mildern und so seine eigenen quälenden Bilder, die nichts anderes sind als der Ausdruck des Leides um ihn herum, gleichfalls wegzuschaffen. Nicht wird das Wohl und Wehe des einzelnen möglich sein ohne das des anderen.
[ 14 ] The Jupiter human will thus, in a certain sense, be a lower-level clairvoyant. A part of the spiritual world will be open to him. He will perceive the joys and sorrows of his surroundings in images that arise within his imaginative consciousness. This Jupiter human will therefore live under entirely different moral conditions. Imagine that, as a Jupiter-type person, you have a human soul before you: the pain and joy of that soul will arise as images before your soul, and the images of the other soul’s pain will torment you; and if you do not alleviate the other soul’s pain, you will find it impossible to reconcile the other soul’s pain with your own well-being. Oh, the images of suffering would be a torment for the Jupiter-type with heightened consciousness if he did nothing to alleviate this suffering and thereby also dispel his own tormenting images, which are nothing other than the expression of the suffering around him. The well-being and misfortune of the individual will not be possible without that of the other.
[ 15 ] So sehen wir, wie der Mensch zu seinem gegenwärtigen Bewußtsein, dem Ich-Bewußtsein, einen ganz neuen Bewußtseinszustand hinzuerobert. Wenn wir verstehen wollen, was das für eine Tragweite hat in der Weltentwickelung, so müssen wir den schlafenden Menschen noch einmal vor unsere Seele führen. Im Schlafe liegt im Bette Ihr physischer und Ätherleib, und außerhalb ist das Ich und der astralische Leib. In der Nacht ist es so, daß er — wenn wir etwas, sagen wir, ungenau reden — schnöde seinen physischen und Ätherleib verläßt. Dadurch aber, daß der Mensch in der Lage ist, in der Nachtzeit frei zu werden von seinem physischen und Ätherleib, dadurch, daß der Mensch in der Nachtzeit leben kann in einer geistigen Welt, ist die Möglichkeit herbeigeführt, daß er gerade hier in diesem Erdendasein von seinem Ich aus umgestaltend wirken kann auf seinen astralischen Leib. Wie geschieht nun diese Wirkung?
[ 15 ] Thus we see how human beings are gaining a completely new state of consciousness in addition to their present consciousness, the “I”-consciousness. If we want to understand the significance of this for the evolution of the world, we must once again bring the sleeping human being before our inner eye. During sleep, their physical and etheric bodies lie in bed, while the “I” and the astral body are outside. At night—to put it somewhat imprecisely—they simply leave their physical and etheric bodies behind. But because the human being is able to free himself from his physical and etheric bodies at night, and because he can live in a spiritual world at night, this creates the possibility that he can, precisely here in this earthly existence, work transformatively on his astral body from the perspective of his I. How does this effect come about?
[ 16 ] Wenn wir es anschaulich beschreiben wollen, können wir sagen: Nehmen wir den Menschen in seinem tagwachen Zustand. Nehmen wir an, er finde neben seinen Berufsarbeiten und Pflichten eine wenn auch kurze Zeit, um sich höheren Betrachtungen hinzugeben, um sich die großen Impulse zu eigen zu machen, die etwa aus dem Johannes-Evangelium fließen, aus den Worten: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott.» Nehmen wir an, er lasse so in sich erstehen die großen Bilder, die ihm durch das Johannes-Evangelium vorgeführt werden, er sei immer von dem Gedanken erfüllt: Damals, im Beginne unserer Zeitrechnung, lebte in Palästina eine Wesenheit, der ich nachfolgen will. Ich will mein Leben so einrichten, daß alles vor dieser Wesenheit bestehen kann, daß ich mich betrachten kann als einen Menschen, der diese Persönlichkeit sich zum Ideal genommen hat. — Dabei brauchen wir aber nicht in Intoleranz nur an das Johannes-Evangelium zu denken. Auf manch andere Weise ist es möglich, sich hineinzuvertiefen in dasjenige, was die Seele mit solchen Bildern erfüllen kann. Und wenn wir auch in gewisser Weise das Johannes-Evangelium als das Größte bezeichnen müssen, was innerhalb der Menschheit entstanden ist, was die gewaltigste Wirkung ausüben kann, so dürfen wir doch sagen: Der andere, der hingebungsvoll in der Lehre der Vedanta-Weisheit aufgeht oder sich in die Bhagavad Gita oder in das Dhammapada vertieft, auch für den wird genügend Gelegenheit vorhanden sein, in folgenden Verkörperungen gerade durch das, was er so aufgenommen hat, zum Christus-Prinzip zu kommen. — Nehmen wir also an, ein Mensch durchdringe tagsüber seine Seele mit solchen Bildern und Vorstellungen, dann wird sein astralischer Leib von diesen Gedanken, Gefühlen und Bildern ergriffen, und sie bilden Kräfte in seinem astralischen Leib, erzeugen in ihm die verschiedenartigsten Wirkungen. Wenn dann der Mensch aus seinem physischen und Ätherleib des Nachts herausrückt, bleiben diese Wirkungen im astralischen Leibe drinnen, und derjenige, der bei Tag sich hat vertiefen können in die Bilder und Gefühle des Johannes-Evangeliums, hat etwas geschaffen in seinem astralischen Leib, das in der Nacht als gewaltige Wirkung darin auftritt. So, müssen wir sagen, wirkt der Mensch heute während des tagwachenden Bewußtseins auf seinen astralischen Leib.
[ 16 ] If we want to describe it vividly, we can say: Let’s consider a person in their waking state. Let’s assume that, alongside his professional work and duties, he finds—even if only for a short time—the opportunity to devote himself to higher contemplation, to make his own the great impulses that flow, for example, from the Gospel of John, from the words: “In the beginning was the Word, and the Word was with God.” Let us suppose that he thus allows the great images presented to him through the Gospel of John to arise within himself, and that he is always filled with the thought: Back then, at the beginning of our era, there lived in Palestine a being whom I wish to follow. I want to organize my life so that everything can stand before this being, so that I can regard myself as a person who has taken this personality as his ideal. — In doing so, however, we need not think only of the Gospel of John in a narrow-minded way. There are many other ways to immerse oneself in what can fill the soul with such images. And even if, in a certain sense, we must describe the Gospel of John as the greatest work to have emerged within humanity—one capable of exerting the most powerful influence—we may still say: The person who devotes himself wholeheartedly to the teachings of Vedanta or immerses himself in the Bhagavad Gita or the Dhammapada will also have ample opportunity, in subsequent incarnations, to attain the Christ principle precisely through what he has thus absorbed. — Let us assume, then, that a person fills their soul with such images and ideas during the day; their astral body will then be permeated by these thoughts, feelings, and images, and they will form forces within their astral body, producing the most varied effects within it. When the person then steps out of his physical and etheric bodies at night, these effects remain within the astral body, and the one who has been able to immerse himself during the day in the images and feelings of the Gospel of John has created something in his astral body that manifests as a powerful effect within it at night. Thus, we must say, the human being today influences his astral body during his waking consciousness.
[ 17 ] Sich bewußt werden dieser Wirkungen kann heute nur der Eingeweihte; aber der Mensch entwickelt sich ja allmählich hin zu diesem Bewußtsein. Diejenigen Menschen, die das Ziel der Erdenentwickelung erreichen werden, werden dann einen ganz und gar vom Ich mit dem geistigen Inhalt, den sie sich erarbeitet haben, durchdrungenen astralischen Leib haben, sie werden dieses Bewußtsein als ein Ergebnis, als eine Frucht der Erdenentwickelung haben und hinübertragen in die Jupiterentwickelung. Wir möchten sagen, daß der Mensch, wenn die Erdenzeit so zu Ende gegangen ist, Fähigkeiten erlangt hat, die symbolisch dargestellt werden durch die Erbauung des neuen Jerusalem. Da wird der Mensch schon hineinblicken in jene Bilderwelt des Jupiter, das Geistselbst ist dann ausgebildet in ihm. Das ist das Ziel der Erdenentwickelung. Was also soll der Mensch im Verlaufe der Erdenentwickelung erlangen? Was ist das erste Ziel? Die Umwandlung des astralischen Leibes. Oh, dieser astralische Leib, der heute des Nachts immer frei wird vom physischen und Ätherleib, der wird in Zukunft als ein umgebildeter Teil der menschlichen Wesenheit erscheinen. Da hinein trägt der Mensch, was ihm auf der Erde gegeben wird. Aber das würde noch nicht genügen für die Erdenentwickelung. Denken Sie sich, daß der Mensch jede Nacht herauskommen würde aus dem physischen und Ätherleib und jede Nacht seinen astralischen Leib durchdringen würde mit dem, was er aufgenommen hat tagsüber, daß aber der physische und der Ätherleib gar nicht davon berührt würden, dann würde der Mensch das Erdenziel dennoch nicht erreichen. Es muß noch etwas anderes eintreten. Es muß möglich sein, daß der Mensch während der Erdenentwickelung immer und immer wieder wenigstens in den Ätherleib hineinprägt dasjenige, was er also in sich aufgenommen hat. Es ist notwendig, daß dieser Ätherleib auch Wirkungen empfangen kann von dem, was der Mensch im astralischen Leib heranbildet.
[ 17 ] Only the initiate can become aware of these effects today; but human beings are, after all, gradually evolving toward this awareness. Those who will reach the goal of Earth’s evolution will then have an astral body completely permeated by the “I” and the spiritual content they have acquired; they will possess this consciousness as a result, as a fruit of Earth’s evolution, and will carry it over into Jupiter’s evolution. We would like to say that when the Earth era has come to an end in this way, humanity will have attained abilities symbolically represented by the building of the New Jerusalem. There, humanity will already be able to glimpse into that world of images belonging to Jupiter; the spiritual self will then be fully developed within them. That is the goal of Earth’s evolution. So what is humanity to attain in the course of Earth’s evolution? What is the first goal? The transformation of the astral body. Oh, this astral body, which today is always freed from the physical and etheric bodies at night, will in the future appear as a transformed part of the human being. Into it, the human being carries what is given to them on Earth. But that would not yet be sufficient for Earth’s development. Imagine that every night a human being would emerge from the physical and etheric bodies and every night would imbue their astral body with what they have absorbed during the day, yet the physical and etheric bodies would remain entirely unaffected by this—even then, the human being would still not achieve the earthly goal. Something else must occur. It must be possible for a human being, throughout Earth’s evolution, to imprint—again and again—at least into the etheric body what he has thus taken in. It is necessary that this etheric body also be able to receive effects from what the human being develops within the astral body.
[ 18 ] Der Mensch kann noch nicht durch sich selbst in diesen Ätherleib hineinwirken. Auf dem Jupiter, wenn der Mensch seinen astralischen Leib umgebildet haben wird, wird er fähig werden, auch in diesen Ätherleib hineinzuwirken. Heute aber kann er das nicht, heute braucht er sozusagen noch Helfer. Auf dem Jupiter wird der Mensch fähig werden, die eigentliche Arbeit am Ätherleibe zu beginnen. Auf der Venus wird er am physischen Leibe arbeiten; das ist der am schwersten zu überwindende Teil. Heute aber muß der Mensch noch die beiden, den physischen und den Ätherleib, nachts im Bett liegen lassen und herauskommen. Daß aber dennoch zunächst der Ätherleib seine Wirkungen empfängt, so daß der Mensch allmählich lernt hineinzuarbeiten in den Ätherleib, dazu braucht er einen Helfer. Und dieser Helfer, der das ermöglicht, ist kein anderer wiederum als die Christus-\Wesenheit, während wir diejenige Wesenheit, die dem Menschen hilft, in den physischen Leib hineinzuarbeiten, als den «Vater» bezeichnen. Bevor aber nicht der Helfer kommt, der es ermöglicht, in den Ätherleib hineinzuarbeiten, kann der Mensch nicht in seinen physischen Leib hineinarbeiten: «Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.» Niemand erlangt die Fähigkeit, in den physischen Leib hineinzuarbeiten, der nicht durch das Christus-Prinzip hindurchgegangen ist. So wird der Mensch dann, wenn er am Ziele der Erdenentwickelung angelangt sein wird, durch die Fähigkeit, seinen astralischen Leib aus eigenen Kräften umzubilden, auch die Fähigkeit haben, bis hinunter auf den Ätherleib zu wirken. Das verdankt er dem lebendigen Dasein des Christus-Prinzips auf der Erde. Hätte sich dieses nicht als Lebendiges vereinigt mit der Erde, wäre es nicht hineingekommen in die Aura der Erde, dann würde das, was im astralischen Leib ausgebildet ist, sich nicht hineinbilden in den Ätherleib. Wir sehen also, daß derjenige, der sich verschließt, indem er sich abkehrt von dem Christus-Prinzip, sich der Möglichkeit entzieht, in seinen Ätherleib so hineinzuarbeiten, wie es schon während der Erdenentwickelung notwendig ist.
[ 18 ] Human beings are not yet able to work into this etheric body on their own. On Jupiter, once human beings have transformed their astral bodies, they will become capable of working into this etheric body as well. Today, however, they cannot do this; today, they still need helpers, so to speak. On Jupiter, human beings will become capable of beginning the actual work on the etheric body. On Venus, they will work on the physical body; that is the part that is most difficult to overcome. Today, however, human beings must still leave both the physical and the etheric bodies behind in bed at night and step out of them. Yet in order for the etheric body to begin receiving its influences—so that human beings gradually learn to work into it—they need a helper. And this helper, who makes this possible, is none other than the Christ-Beings, whereas we refer to the Being who helps the human being to work into the physical body as the “Father.” But until the helper comes who makes it possible to work into the etheric body, the human being cannot work into his physical body: “No one comes to the Father except through me.” No one acquires the ability to work into the physical body who has not passed through the Christ principle. Thus, when human beings reach the goal of earthly evolution, through the ability to transform their astral body by their own efforts, they will also have the ability to act all the way down into the etheric body. This is due to the living presence of the Christ principle on Earth. Had this principle not united with the Earth as a living force, had it not entered the Earth’s aura, then what is formed in the astral body would not be able to take shape within the etheric body. We see, then, that anyone who closes themselves off by turning away from the Christ Principle deprives themselves of the opportunity to work into their etheric body in the way that is already necessary during the Earth’s evolution.
[ 19 ] So also werden wir in einer anderen Weise charakterisieren können die zwei Arten von Menschen, die am Ziel der Erdenentwickelung vor uns stehen: Wir haben solche Menschen, welche in sich das Christus-Prinzip aufgenommen haben, welche dadurch ihren astralischen Leib umgebildet und von Christus die Hilfe erlangt haben, auch den Ätherleib umzuwandeln, und andere haben wir, die nicht hingekommen sind zum Christus-Prinzip, die auch nicht in der Lage waren, irgend etwas im Ätherleib zu verändern, denn sie konnten nicht den Helfer finden, den Christus.
[ 19 ] Thus, we will be able to characterize in a different way the two types of people who stand before us at the goal of Earth’s evolution: There are those who have taken in the Christ principle, who have thereby transformed their astral bodies and, with Christ’s help, have also been able to transform their etheric bodies; and there are others who have not reached the Christ principle, who were also unable to change anything in their etheric bodies, for they could not find the Helper, Christ.
[ 20 ] Nun schauen wir einmal hin auf diese Menschenzukunft. Die Erde vergeistigt sich, das heißt der Mensch muß etwas vollständig verlieren, was er jetzt in seinem physischen Dasein als zu ihm gehörig betrachtet. Wir können uns ein Bild davon machen, was da mit dem Menschen geschieht, wenn wir schon den gewöhnlichen Verlauf seines Lebens nach dem Tode betrachten. Der Mensch verliert den physischen Leib nach dem Tode. Diesem physischen Leibe ist es zuzuschreiben, daß der‘ Mensch Begierden und Neigungen hat, die sich an das gewöhnliche Leben knüpfen, und wir haben es geschildert, was der Mensch nach dem Tode erlebt. Nehmen wir einen Menschen an, der irgendeine leckere Speise besonders liebte. Im Leben kann er sich den Genuß verschaffen, nach dem Tode nicht. Die Begierde hört aber nicht auf, denn sie hat nicht im physischen, sondern im Astralleib ihren Sitz. Weil nun aber das physische Werkzeug fehlt, so fehlt auch die Möglichkeit, diese Begierde zu befriedigen. Solche Menschen schauen im Kamaloka hinunter in die physische Welt, die sie verlassen haben, sie schauen da, was ihnen jetzt noch Genuß machen könnte von alledem, was unten auf der physischen Welt ist, aber sie können es nicht genießen, weil sie kein physisches Instrument dazu haben, und dadurch kommt jener brennende Durst in sie. So ist es mit allen Begierden, die im Menschen geblieben sind nach dem Tode und die hingeordnet sind nach der physischen Welt, weil sie nur durch physische Werkzeuge befriedigt werden können. So ist es jedesmal nach dem Tode: Der Mensch sieht jedesmal seinen physischen Leib abfallen, und dadurch, daß ihm von diesem physischen Leib etwas geblieben ist, dadurch drängt es ihn noch hin zur gewöhnlichen Welt unseres physischen Planes und es wird, bis er sich das abgewöhnt hat in der geistigen Welt, für ihn die Zeit der Begierdenglut da sein.
[ 20 ] Now let us take a look at this future of humanity. The Earth is becoming spiritualized; that is to say, human beings must completely lose something that they now regard as belonging to them in their physical existence. We can form a picture of what happens to human beings in this regard if we simply consider the ordinary course of their life after death. After death, a person loses their physical body. It is due to this physical body that a person has desires and inclinations tied to ordinary life, and we have described what a person experiences after death. Let us take the example of a person who particularly loved some delicious food. In life, they can obtain that pleasure; after death, they cannot. Yet the desire does not cease, for it is rooted not in the physical body but in the astral body. But since the physical instrument is now lacking, so too is the possibility of satisfying this desire. Such people look down from the Kamaloka into the physical world they have left behind; they look to see what among all that is down in the physical world might still give them pleasure, but they cannot enjoy it because they lack the physical instrument to do so, and this gives rise to that burning thirst within them. This is the case with all desires that remain in a person after death and are oriented toward the physical world, because they can be satisfied only through physical means. This is how it is every time after death: Each time, a person sees his physical body fall away, and because something of this physical body has remained with him, it still draws him toward the ordinary world of our physical plane; and until he has weaned himself from this in the spiritual world, he will experience a time of burning desire.
[ 21 ] Denken Sie sich nun die letzte irdische Verkörperung vor der Vergeistigung der Erde, das Ablegen des letzten physischen Leibes. Die Menschen, die heute auf der Erde leben, werden so weit sein durch das Christus-Prinzip, daß ihnen in gewisser Weise dieses Ablegen des allerletzten physischen Leibes keine besonderen Schwierigkeiten macht. Aber sie werden doch etwas verlassen müssen, denn von der vergeistigten Erde ist hingeschwunden ein für allemal dasjenige, was Freude geben kann aus den Gegenständen dieser Erde. Denken Sie an den letzten Tod, der möglich ist in der Erdenentwickelung, an das letzte Ablegen des physischen Leibes. Dieser letzte Tod der Verkörperungen, das ist es, was in der Apokalypse der erste Tod genannt wird. Und diejenigen, die das Christus-Prinzip aufgenommen haben, sehen diesen physischen Leib sozusagen wie eine abfallende Schale. Für sie hat jetzt der Ätherleib Bedeutung. Der ist mit Hilfe des Christus so organisiert, daß er dem astralischen Leib vorderhand angepaßt ist, daß er nicht mehr Lust und Begierde hat nach dem, was da unten in der physischen Welt ist. Nur mit all dem, was durch die Hilfe des Christus in den Ätherleib hineingebracht worden ist, leben die Menschen jetzt weiter in der vergeistigten Erde. Sie haben sich eine Harmonie geschaffen zwischen ihrem astralischen Leib und ihrem Ätherleib. Das ChristusPrinzip hat eben diesen Einklang geschaffen.
[ 21 ] Now imagine the last earthly incarnation before the spiritualization of the Earth—the shedding of the very last physical body. The people living on Earth today will have progressed so far through the Christ principle that, in a certain sense, shedding this very last physical body will pose no particular difficulties for them. But they will still have to leave something behind, for from the spiritualized Earth has vanished once and for all that which can bring joy from the objects of this Earth. Think of the final death that is possible in Earth’s evolution—the final shedding of the physical body. This final death of incarnations is what is called the “first death” in the Book of Revelation. And those who have taken in the Christ principle view this physical body, so to speak, as a shedding shell. For them, the etheric body is now what matters. With the help of Christ, it is organized in such a way that it is, for the time being, adapted to the astral body, so that it no longer has any desire or craving for what lies down there in the physical world. It is only through all that has been brought into the etheric body with the help of Christ that human beings now continue to live in the spiritualized Earth. They have created harmony between their astral body and their etheric body. The Christ principle has created precisely this harmony.
[ 22 ] Dagegen gibt es die anderen, die das Christus-Prinzip nicht in sich aufgenommen haben. Diese anderen haben solchen Einklang nicht. Den physischen Leib müssen auch sie verlieren, denn einen physischen Leib gibt es zunächst in der vergeistigten Erde nicht. Alles Physische muß zunächst aufgelöst werden. Es bleibt zurück als Begierde nach dem Physischen, als das ungeläuterte Geistige, als das in der Materie verhärtete Geistige. Ein Ätherleib bleibt zurück, dem nicht der Christus geholfen hat, dem astralischen Leib angepaßt zu sein, der hingeordnet ist nach dem physischen Leib. Das sind diejenigen Menschen, die heiße Begierdenglut empfinden werden nach der physischen Sinnlichkeit. Ungestillte, brennende Begierdenglut werden sie im Ätherleib empfinden durch das, was sie im physischen Leben gehabt haben und was sie jetzt entbehren müssen. So haben wir in dieser nächsten Zeit, nachdem das Physische abgeschmolzen ist, Menschen, die in ihrem Ätherleib als in einem Wesensgliede leben, das harmonisch zusammenklingt mit dem astralischen Leibe, und wir haben die anderen Menschen, deren Ätherleib in Mißklang lebt, weil sie Begierde nach dem haben, was abgefallen ist im physischen Leibe.
[ 22 ] In contrast, there are others who have not internalized the Christ principle. These others do not possess such harmony. They, too, must lose their physical body, for there is no physical body in the spiritualized Earth at first. Everything physical must first be dissolved. What remains is a craving for the physical, the unpurified spiritual, the spiritual that has become hardened in matter. An etheric body remains behind—one that Christ has not helped to adapt to the astral body, which is subordinate to the physical body. These are the people who will feel a burning passion for physical sensuality. They will feel an unquenched, burning passion in their etheric body because of what they had in their physical life and what they must now do without. Thus, in this coming time, after the physical body has dissolved, we will have people who live in their etheric body as in a member of their being that resonates harmoniously with the astral body, and we will have others whose etheric body lives in disharmony because they have a craving for what has been shed by the physical body.
[ 23 ] Und dann tritt in der weiteren Entwickelung ein Zustand ein, wo die Vergeistigung der Erde so fortschreitet, daß es auch keinen Ätherleib mehr geben kann. Diejenigen, deren Ätherleib ganz im Einklang ist mit dem astralischen Leib, die werfen ohne Schmerzen diesen Ätherleib ab, denn sie bleiben in ihrem astralischen Leibe, der erfüllt ist von der Christus-Wesenheit, und sie empfinden es als Entwickelungsnotwendigkeit, daß der Ätherleib abgestreift wird. Denn sie fühlen in sich die Fähigkeit, ihn wiederum selbst aufzubauen, weil sie Christus in sich aufgenommen haben. Diejenigen aber, die in diesem Ätherleib die Begierde nach dem haben, was vergangen ist, die können diesen Ätherleib auch nicht behalten, wenn alles astralisch wird. Er wird ihnen genommen werden, wird aus ihnen gerissen werden, und jetzt empfinden sie das als ein zweites Sterben, als den «zweiten Tod». Dieser zweite Tod geht an den anderen, die ihren Ätherleib mit dem astralischen Leib durch Aufnahme des Christus-Prinzips harmonisch gemacht haben, unvermerkt vorüber. Über sie hat der zweite Tod keine Macht. Die anderen empfinden aber den zweiten Tod beim weiteren Hinüberleben in jene folgende astralische Gestalt. Dann ist die Menschheit in jenem Zustand, wo diejenigen, die das Ziel der Entwickelung erreicht haben, ihren astralischen Leib ganz durchdrungen haben mit Christus. Sie sind reif, hinüberzuleben nach dem Jupiter, sie entwerfen auf unserer Erde den Plan zur Jupiterentwickelung. Das ist der Plan, der genannt wird das neue Jerusalem. Sie leben in einem «neuen Himmel» und einer «neuen Erde»: das ist Jupiter.
[ 23 ] And then, as development progresses, a state arises in which the spiritualization of the Earth advances to such an extent that there can no longer be an etheric body. Those whose etheric body is completely in harmony with their astral body shed this etheric body without pain, for they remain in their astral body, which is filled with the Christ-essence, and they perceive the shedding of the etheric body as a necessary step in their development. For they feel within themselves the ability to rebuild it on their own, because they have taken Christ into themselves. But those who, within this etheric body, harbor a longing for what has passed cannot retain this etheric body even when everything becomes astral. It will be taken from them, torn from them, and they now experience this as a second dying, as the “second death.” This second death passes unnoticed by those who have harmonized their etheric body with their astral body by assimilating the Christ principle. The second death has no power over them. The others, however, experience the second death as they continue on into that subsequent astral form. Then humanity will be in that state where those who have reached the goal of evolution have completely permeated their astral bodies with Christ. They are ready to pass on to Jupiter; on our Earth, they are drawing up the plan for Jupiter’s evolution. This is the plan known as the New Jerusalem. They live in a “new heaven” and a “new earth”: this is Jupiter.
[ 24 ] Dieser neue Jupiter wird begleitet sein wie von einem Trabanten von denjenigen, die ausgeschlossen sind von dem Leben im Geistigen, die den zweiten Tod erlebt haben, die daher keine Möglichkeit haben, das Jupiterbewußtsein zu erlangen. Wir haben also solche Menschen, die zum Jupiterbewußtsein vorgerückt sind, die Manas erlangt haben, und solche Wesenheiten, welche von sich gestoßen haben die Kräfte, die ihnen dieses Bewußtsein gegeben hätten. Das sind diejenigen, welche auf dem Jupiter erst das Ich-Bewußtsein der Erde erlangt haben, die also sozusagen dastehen, wie heute der Mensch auf der Erde dasteht mit seinen vier Gliedern. Aber ein solcher Mensch kann sich nur innerhalb der Erde entwickeln, nur die Erde hat die Umgebung — den Boden, die Luft, die Wolken, die Pflanzen, die Mineralien —, die notwendig ist für den Menschen, wenn er das erreichen will, was innerhalb der vier Glieder zu erreichen ist. Der Jupiter wird ganz anders gestaltet sein, eine «neue Erde» wird er sein. Anders werden Boden, Luft, Wasser, anders wird ein jegliches Wesen sein, und nicht wird die Möglichkeit vorhanden sein, ein Normalleben zu führen für Wesen, die erst das Erdenbewußtsein erlangt haben. Sie werden die zurückgebliebenen Wesenheiten sein.
[ 24 ] This new Jupiter will be accompanied, as by a satellite, by those who are excluded from life in the spiritual realm, who have experienced the second death, and who therefore have no possibility of attaining Jupiter consciousness. So we have, on the one hand, those who have advanced to Jupiter consciousness—who have attained Manas—and, on the other hand, those beings who have cast off the forces that would have granted them this consciousness. These are the ones who first attained Earth ego-consciousness on Jupiter; they thus stand, so to speak, as human beings stand today on Earth with their four limbs. But such a human being can develop only within the Earth; only the Earth has the environment—the soil, the air, the clouds, the plants, the minerals—that is necessary for the human being if they wish to achieve what can be achieved within the four limbs. Jupiter will be structured quite differently; it will be a “new Earth.” The soil, air, and water will be different, every being will be different, and there will be no possibility of leading a normal life for beings who have only just attained Earth consciousness. They will be the beings who have fallen behind.
[ 25 ] Aber nun kommt etwas, was wiederum zu unserer Beruhigung gehört. Selbst auf diesem Jupiter gibt es noch eine letzte Möglichkeit, durch die starke Kraft, welche die Vorgerückteren haben, diese also Hinuntergesunkenen noch einmal zur Umkehr zu bewegen und auch eine Anzahl zur Umkehr zu bringen. Erst bei der Venusverkörperung wird die allerletzte Entscheidung fallen, die unabänderliche Entscheidung. Wenn wir das alles überdenken, dann wird der Gedanke, den wir neulich besprochen haben, doch eine andere Färbung erlangen. Da wird er unmöglich Bangigkeit und Beunruhigung hervorrufen, sondern nur das eine Streben: Ich will alles tun, was nötig ist, um die Erdenmission zu erfüllen.
[ 25 ] But now comes something that, in turn, serves to reassure us. Even on this Jupiter, there is still one last possibility: through the powerful influence wielded by the more advanced beings, to once again persuade those who have fallen into this state to turn back—and to bring a number of them to repentance. It is only during the Venus incarnation that the very last decision—the irrevocable decision—will be made. When we reflect on all of this, the thought we discussed recently will take on a different hue. It will not evoke fear or anxiety, but only this one aspiration: I will do whatever is necessary to fulfill the Earth mission.
[ 26 ] Wenn wir uns das alles in entsprechender Weise vor die Seele rücken, dann eröffnet sich ein großes, gewaltiges Bild der Menschheitszukunft, und wir ahnen, was alles in der erleuchteten Seele des Apokalyptikers war, der niedergeschrieben hat, was wir eben in diesen Betrachtungen stammelnd herausfinden konnten aus der Apokalypse. Jedes Wort des Apokalyptikers ist von Bedeutung, ja jede Wendung. Wir müssen sie nur klar zu verstehen suchen. So wird uns hingewiesen, im Sinne der gestrigen Betrachtung, in 666 auf das Tier mit den zwei Hörnern, und dann wird gesagt ein merkwürdig Wort: «Hie ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.» Ein scheinbarer Widerspruch, aber einer von den vielen Widersprüchen, die durchaus in jeder okkulten Schrift und Betrachtung zu finden sind. Sie können nämlich dessen gewiß sein, daß eine Betrachtung, die so glatt verläuft, daß man mit dem gewöhnlichen MenschenAlltagsverstand keinen Widerspruch finden kann, gewiß nicht auf okkultem Boden steht. Was in der Welt sich entwickelt, ist nicht so flach und trivial wie das, was der menschliche Verstand, die gewöhnliche Intelligenz als Widerspruchslosigkeit empfindet. Man muß eben tiefer in die Untergründe menschlicher Betrachtung hinuntertauchen, dann verschwinden schon die Widersprüche. Derjenige, der eine Pflanze betrachtet, wie sie wächst von der Wurzel bis zur Frucht, wie das grüne Blatt sich verwandelt in das Blumenblatt, das Blumenblatt in die Staubgefäße und so weiter, der kann sagen: Hier haben wir widersprechende Gestalten, das Blumenblatt widerspricht dem Stengelblatt. — Wer aber tiefer sieht, wird die Einheit erblicken, die tiefere Einheit im Widerspruch. So ist es mit dem, was der Verstand in der Welt sehen kann. Er sieht gerade in den tiefsten Weisheiten Widersprüche. Daher darf es uns nicht berühren, wenn uns hier in der Apokalypse ein scheinbarer Widerspruch entgegentritt: «Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.»
[ 26 ] When we bring all of this to mind in the proper way, a vast, awe-inspiring picture of humanity’s future unfolds before us, and we begin to sense the depth of the enlightened soul of the apocalyptic writer who recorded what we have just been able to stammer our way toward understanding from the Book of Revelation in these reflections. Every word of the apocalyptic writer is significant—indeed, every turn of phrase. We need only strive to understand them clearly. Thus, in line with yesterday’s reflection, we are directed in 666 to the beast with the two horns, and then a curious phrase is spoken: “Here is wisdom! Let the one who has understanding calculate the number of the beast, for it is the number of a man.” An apparent contradiction, but one of the many contradictions that can certainly be found in every occult text and meditation. For you can be certain that a meditation which proceeds so smoothly that one cannot find any contradiction using ordinary, everyday human understanding certainly does not stand on occult ground. What unfolds in the world is not as shallow and trivial as what the human mind—ordinary intelligence—perceives as free of contradiction. One must simply delve deeper into the depths of human contemplation; then the contradictions will vanish. Anyone who observes a plant as it grows from root to fruit—how the green leaf transforms into a petal, the petal into the stamens, and so on—might say: Here we have contradictory forms; the petal contradicts the stem leaf. —But whoever looks more deeply will perceive the unity, the deeper unity within the contradiction. So it is with what the intellect can perceive in the world. It sees contradictions precisely in the deepest wisdom. Therefore, we should not be troubled when we encounter an apparent contradiction here in the Apocalypse: “Let the one who has understanding calculate the number of the beast, for it is the number of a man.”
[ 27 ] Wir müssen da noch einmal betrachten, wodurch der Mensch hineinkommen kann in die Möglichkeit, von dem zweihörnigen Tier verführt zu werden. Wir haben darauf hingewiesen, daß der Mensch seit der Mitte der atlantischen Zeit sozusagen die höhere geistige Entwickelung verschlafen hat. Diese Schlafenszeit ist die heutige Zeit. Sie war aber notwendig. Wenn sie nicht eingetreten wäre, wäre niemals das gekommen, was wir in unserem heutigen Sinn Verstand nennen. Die Menschen vor unserer Zeit haben das nicht gehabt. Die haben aus anderen Impulsen heraus gehandelt. Ihre Bilder haben sie hingetrieben zu ihren Handlungen ohne Überlegung. Diese alte Hellsehergabe hat der Mensch verloren, und dafür hat er den Verstand eingetauscht und ist heruntergestiegen in die Materie. Dadurch ist ihm der Schleier gewoben worden vor die geistige Welt, dadurch aber hat er sich gleichzeitig den Verstand erworben. Dieser kann eine wichtige Hemmung sein für die spirituelle Entwickelung. Nichts anderes wird es zuletzt sein, was den Menschen davon abhalten kann, gründlich davon abhalten kann, zum Christus-Prinzip zu kommen, als dieser verführte Verstand, diese verführte Intelligenz. Und wenn diejenigen, die zuletzt dem zweihörnigen Tier verfallen werden, zurückblicken könnten auf das, was ihnen eigentlich den bösesten Streich gespielt hat, dann würden sie sagen: Zwar ist die Anlage zum Abgrund erst später gekommen, aber was mir verfinstert hat das Christus-Prinzip, das ist der Verstand. — Oh, derjenige, der diesen Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres! Denn gerade dadurch, daß der Mensch Mensch geworden ist, das heißt mit diesem Ich-Verstand begabt worden ist, dadurch kann er verfallen dem Tiere 666. Denn die Zahl des Tieres ist zugleich eines Menschen Zahl, und daß es eines Menschen Zahl ist, kann kein anderer einsehen als derjenige, der Verstand hat: Desjenigen Menschen Zahl ist es, der sich durch seinen Verstand hat verführen lassen. — Solche tiefen Wahrheiten stecken darin in diesen Dingen.
[ 27 ] We must once again consider what enables human beings to become susceptible to being seduced by the two-horned beast. We have pointed out that, since the middle of the Atlantean epoch, human beings have, so to speak, slept through their higher spiritual development. This period of slumber is the present age. Yet it was necessary. If it had not occurred, what we today call “intellect” in our modern sense would never have come into being. People before our time did not possess this. They acted on the basis of different impulses. Their visions drove them to act without reflection. Humanity has lost this ancient gift of clairvoyance, and in exchange has acquired the intellect and descended into the material world. As a result, a veil was woven before the spiritual world; yet at the same time, humanity acquired the intellect. This can be a significant obstacle to spiritual development. Ultimately, nothing else will be able to prevent humanity—to thoroughly prevent it—from reaching the Christ principle other than this deluded intellect, this deluded intelligence. And if those who will ultimately fall prey to the two-horned beast could look back on what actually played the worst trick on them, they would say: Although the predisposition toward the abyss came only later, what has darkened the Christ principle for me is the intellect. — Oh, let the one who possesses this intellect consider the number of the beast! For it is precisely because man has become human—that is, has been endowed with this “I”-mind—that he can fall prey to the beast 666. For the number of the beast is at the same time the number of a human being, and that it is the number of a human being can be understood by no one other than the one who possesses reason: it is the number of that human being who has allowed himself to be led astray by his own reason. — Such profound truths are contained within these things.
[ 28 ] So sehen Sie, daß der Apokalyptiker Ihnen vieles gibt, wenn Sie die einzelnen Andeutungen, die wir gemacht haben, in sich aufnehmen. Vieles gibt er, was wir heute anthroposophische Wahrheiten nennen. Er gibt, was er verspricht. Er führt den Menschen hin zur Anschauung dessen, was kommen wird: zur Anschauung der Wesenheiten und Mächte, welche die Welt lenken. Er führt uns zu dem Geiste, der uns auf dem ersten Siegel, zu der Gestalt, die uns auf dem letzten Siegel gegeben wird. Da sieht man, wie ihm hellseherisch die Regelmäßigkeit des neuen Jerusalem sich ausdrückt. Das ist das Seherische daran. Die Regelmäßigkeit des neuen Jerusalem drückt sich dabei aus; Sie können im 21. Kapitel sehen, wie sozusagen dieses neue Jerusalem beschrieben wird als Würfel (Vers 16). Zu beschreiben, was auf diesem letzten Bilde ist, würde uns zu weit führen. (Siehe das siebente Siegelbild.)
[ 28 ] As you can see, the apocalyptic writer offers you much if you take to heart the individual insights we have shared. He offers much of what we today call anthroposophical truths. He delivers what he promises. He leads people to a vision of what is to come: to a vision of the beings and powers that guide the world. He leads us to the spirit revealed to us on the first seal, and to the figure revealed to us on the last seal. There one sees how the regularity of the New Jerusalem is expressed to him through clairvoyance. That is the visionary aspect of it. The regularity of the New Jerusalem is expressed here; in chapter 21, you can see how this New Jerusalem is described, so to speak, as a cube (verse 16). To describe what is depicted in this final image would take us too far afield. (See the image of the seventh seal.)
[ 29 ] Jetzt ist es notwendig, daß wir darauf hinweisen, zu welchem Zwecke die Apokalypse geschrieben ist. Ich müßte freilich viel sprechen, wenn ich ausführlich beschreiben wollte, wozu sie geschrieben ist. Aber eine Andeutung wenigstens sollen Sie mit nach Hause nehmen, eine Andeutung, die sich uns ergibt aus einer ganz bestimmten Stelle der Apokalypse. Derjenige, der die Apokalypse geschrieben hat, sagt, daß eine Zeit kommen wird, wo wirklich jener hohe Bewußtseinsgrad sich entwickelt haben wird, wo die Menschen sehen werden in erhöhtem Bewußtsein die Wesenheiten, welche die Welt leiten, die Wesenheiten, die durch das Lamm, die durch das Erscheinen des Menschensohnes mit dem flammenden Schwert charakterisiert wurden. Wir werden hingewiesen darauf in Tönen, die schon in sich schließen jene Beruhigung, von der wir gesprochen haben. Der Apokalyptiker, der tiefer Hellseher ist, weiß, daß in alten Zeiten die Menschen begabt waren mit einem dämmerhaften Hellsehen. Wir haben es ja charakterisiert und gesehen, wie die Menschen damals sozusagen Genossen waren der göttlichen Geisterwelt, wie sie selbst gesehen haben die göttlich-geistige Welt. Aber wer hat sie verloren, diese Sehergabe, wer? Das müssen wir jetzt als wichtige Frage hinstellen. Wir haben gesehen, daß sie im Grunde diejenigen Menschen verloren haben, die herausgeführt sind auf den physischen Plan, zum physischen Leben, damals, als die zweite Hälfte der atlantischen Zeit begann. Die Menschen sahen auf die festen Gebilde unserer Erde, auf die begrenzten Gegenstände unserer Erde. Das alte Hellsehen verschwand. Selbstbewußt wurden die Menschen, aber vor ihnen verschloß sich die geistige Welt. Die Gebilde, welche in alten Zeiten die Luft durchdrungen haben wie ein Nebelmeer, verschwanden, die Luft wurde rein, der Boden frei. Die Menschen traten heraus auf die freie Erde. Das ist verhältnismäßig spät geschehen; es fällt zusammen mit dem Erlangen des gegenwärtigen Verstandes, des jetzigen Selbstbewußtseins des Menschen.
[ 29 ] Now it is necessary for us to point out the purpose for which the Apocalypse was written. Of course, I would have to speak at length if I were to describe in detail why it was written. But you should at least take home one hint—a hint that emerges from a very specific passage in the Book of Revelation. The author of the Apocalypse says that a time will come when that high level of consciousness will indeed have developed, when people, in a heightened state of consciousness, will see the beings who guide the world—the beings who were characterized by the Lamb and by the appearance of the Son of Man with the flaming sword. We are pointed to this in words that already contain within them that sense of reassurance of which we have spoken. The apocalyptic writer, who is a deep clairvoyant, knows that in ancient times people were endowed with a dim form of clairvoyance. We have, after all, described this and seen how people back then were, so to speak, companions of the divine spiritual world, how they themselves saw the divine-spiritual world. But who lost this gift of vision—who? We must now pose this as an important question. We have seen that, essentially, it was those people who were led out onto the physical plane, into physical life, at the time when the second half of the Atlantean epoch began, who lost it. People looked upon the solid forms of our Earth, upon the finite objects of our Earth. The ancient clairvoyance disappeared. People became self-conscious, but the spiritual world closed itself off from them. The forms that in ancient times permeated the air like a sea of mist disappeared; the air became clear, the ground unobstructed. People stepped out onto the open earth. This happened relatively late; it coincides with the attainment of the present intellect, of humanity’s current self-awareness.
[ 30 ] Und jetzt erinnern wir uns, was wir gesagt haben von dieser Erde. Wir erinnern uns daran, daß wir den großen Moment von Golgatha hingestellt haben vor unsere Seele. Wenn jemand damals die Erde von ferne betrachtet hätte mit hellseherischem Blick, so hätte er wahrgenommen in dem Augenblick, wo das Blut aus den Wunden des Erlösers floß, daß die ganze astralische Aura der Erde sich veränderte. Da ist die Erde durchdrungen worden von der Christus-Kraft. Durch dieses Ereignis kann sich die Erde dereinst wieder mit der Sonne vereinigen. Diese Kraft wird wachsen. Das ist die Kraft, die unseren Ätherleib vor dem zweiten Tode bewahrt. Christus wird immer mehr und mehr der Erdgeist, und derjenige, der ein rechter Christ ist, versteht die Worte: «\Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», der betrachtet den Leib der Erde als den Leib des Christus. Die Erde als planetarischer Körper ist der Leib des Christus, freilich erst im Anfange. Es wird erst der Christus Erdgeist, er wird sich völlig mit der Erde vereinigen. Und wenn sich die Erde später mit der Sonne vereinigen wird, wird der große Erdgeist Christus Sonnengeist sein.
[ 30 ] And now let us recall what we have said about this Earth. We recall that we have set the great moment of Golgotha before our souls. If anyone back then had viewed the Earth from afar with clairvoyant vision, they would have perceived, at the very moment the blood flowed from the Savior’s wounds, that the entire astral aura of the Earth was transformed. The Earth was permeated by the Christ force. Through this event, the Earth will one day be able to reunite with the Sun. This power will grow. It is the power that preserves our etheric body from the second death. Christ is becoming more and more the Earth Spirit, and whoever is a true Christian understands the words: “Whoever eats my bread tramples me underfoot”; such a person regards the body of the Earth as the body of Christ. The Earth, as a planetary body, is the body of Christ—though, admittedly, only in its infancy. Christ will first become the Earth Spirit; He will unite completely with the Earth. And when the Earth later unites with the Sun, the great Earth Spirit, Christ, will be the Sun Spirit.
[ 31 ] Der Leib der Erde wird der Leib des Christus sein. Und die Menschen müssen diesen Leib bearbeiten. Sie haben damit begonnen, als sie heraustraten auf die Erde; sie haben diese Erde mit ihren Kräften bearbeitet. In allen Traditionen kann man etwas finden, was wenig beachtet wird, weil man es wenig versteht. So zum Beispiel in der persischen Tradition, daß die Menschen seit jener Zeit, seit der sie herausgetreten sind aus dem hellseherischen Bewußtsein, Wesen geworden sind, welche die Erde durchstochen haben. Während die Menschen in der Phase leben, daß sie die Erde durchstechen, das heißt die Erde bearbeiten, während dieser Zeit also, wo sie den Leib des Christus durchstechen, sehen sie nicht im hellseherischen Bewußtsein die leitenden Kräfte, vor allen Dingen nicht den Christus, von Angesicht zu Angesicht. Aber der Apokalyptiker weist auf die Zeit hin, wo nicht nur die Hellseher von damals das Geistige sehen, sondern wo die Menschheit wieder angekommen sein wird auf der Stufe, die es ihr ermöglicht, das Christus-Wesen selber zu sehen. Sehen werden ihn alle Wesen, und diejenigen, die ihn durchstochen haben, werden ihn auch sehen; diejenigen, die einen Teil ihrer Entwickelung durchmachen mußten im Bebauen der Erde, im Durchstechen der Erde, sie werden den Christus sehen. Denn solche Worte sind so, daß sie denjenigen, der sie allmählich enthüllen lernt, tief hineinführen in die Vorstellungswelt der Mysterien, der apokalyptischen Sprache.
[ 31 ] The body of the Earth will be the body of Christ. And human beings must work this body. They began doing so when they emerged onto the Earth; they have worked this Earth with their own powers. In all traditions, one can find something that is given little attention because it is poorly understood. For example, in the Persian tradition, it is said that ever since that time—since they stepped out of clairvoyant consciousness—human beings have become beings who have pierced through the Earth. While human beings live in the phase of piercing the earth—that is, working the earth—during this time, that is, while they are piercing the body of Christ, they do not see the guiding forces in clairvoyant consciousness, above all not Christ, face to face. But the apocalyptic writer points to the time when not only the clairvoyants of that era will see the spiritual, but when humanity will once again have reached the stage that enables it to see the Christ-being itself. All beings will see him, and even those who pierced him will see him; those who had to undergo part of their development by cultivating the earth, by piercing the earth, will see the Christ. For such words are such that they lead those who gradually learn to unravel them deep into the world of the mysteries, into the language of the Apocalypse.
[ 32 ] Was hat also der Apokalyptiker schreiben wollen, was hat er darstellen wollen? Diese Frage beantwortet sich uns damit, daß wir kurz hinweisen auf den Ursprung der Apokalypse. Wo ist zuerst enthalten das, was in der Apokalypse geschrieben ist? Könnten Sie zurückgehen in die Mysterien des alten Griechenlands, in die Orphischen, die Eleusinischen Mysterien, zurückgehen in die Mysterien der alten Ägypter, Chaldäer, Perser und Inder, allüberall würden Sie die Apokalypse finden. Sie ist vorhanden gewesen, sie war da. Sie war nicht geschrieben, aber sie lebte von Priestergeneration zu Priestergeneration, durch die Generationen der Initiatoren hindurch, wo das Gedächtnis so lebendig war, daß man so reiche Stoffe bewältigen konnte. Das Gedächtnis war ja auch in viel späteren Zeiten noch weit besser als bei uns. Man erinnere sich nur an die Sänger der Iliade, wie sie herumgezogen sind und aus dem Gedächtnis ihre Gesänge singen konnten. Es ist verhältnismäßig noch nicht so lange Zeit, daß das Gedächtnis so sehr zurückgegangen ist. In den Mysterien wurden diese Wahrheiten nicht aufgeschrieben, aber sie lebten von Generation zu Generation der Initiatoren.
[ 32 ] So what did the author of the Apocalypse intend to write, and what did he intend to portray? This question is answered by briefly referring to the origins of the Apocalypse. Where is what is written in the Apocalypse first found? If you were to go back to the mysteries of ancient Greece—the Orphic and Eleusinian mysteries—or to the mysteries of the ancient Egyptians, Chaldeans, Persians, and Indians, you would find the Apocalypse everywhere. It has existed; it was there. It was not written down, but it was passed down from one generation of priests to the next, through the generations of initiators, whose memory was so vivid that they could master such rich material. Even in much later times, their memory was still far superior to ours. Just recall the singers of the Iliad, how they traveled about and were able to recite their songs from memory. It has not been that long, relatively speaking, since memory has declined so much. In the Mysteries, these truths were not written down, but they were passed down from generation to generation of initiates.
[ 33 ] Was hatte sie für eine Aufgabe, die Apokalypse? Sie hatte die Aufgabe, eine Instruktion zu sein für denjenigen, der die Schüler zur Weihe brachte. Damals war es so, daß der Mensch, an dem die Einweihung vollzogen werden sollte, herausgeführt wurde aus seinem physischen Leibe und wie tot blieb. Aber wenn er herausgeführt war, dann ließ ihn der Initiator in seinem ätherischen Leibe sehen, was nachher durch den Christus-Impuls im physischen Leib hellseherisch hat gesehen werden können. So waren die alten Eingeweihten die Propheten, die hinweisen konnten auf Christus. Und sie haben es getan, sie haben es tun können, weil der Christus in dieser Apokalypse gezeigt worden ist als etwas, was in der Zukunft erscheint. Noch nie hatte sich das Ereignis von Golgatha abgespielt, in welchem ein Mensch im physischen Leibe das ganze Initiationsdrama vor der Geschichte dargelebt hätte.
[ 33 ] What was the purpose of the Apocalypse? Its purpose was to serve as a guide for the one who led the disciples to initiation. At that time, the person upon whom the initiation was to be performed was led out of his physical body and remained as if dead. But once he had been taken out, the initiator allowed him, in his etheric body, to see what could later be perceived clairvoyantly in the physical body through the Christ impulse. Thus, the ancient initiates were the prophets who could point to Christ. And they did so—they were able to do so—because Christ was revealed in this Apocalypse as something that would appear in the future. Never before had the event of Golgotha taken place, in which a human being in a physical body would have lived out the entire drama of initiation before the eyes of history.
[ 34 ] Wo war also die Möglichkeit, dieses Ereignis von Golgatha zu begreifen? Auf gewisser Stufe hatten es die Eingeweihten außerhalb ihres Leibes begriffen. In einem anderen Bewußtsein war vorgegangen, was auf Golgatha sich abspielte. Tausende hätte es geben können, und das Ereignis von Golgatha hätte an ihnen vorbeigehen können. Was wäre es ihnen gewesen? Der Tod eines gewöhnlichen Verurteilten! Die Möglichkeit, das zu begreifen, was sich auf Golgatha vollzog, war nur dort, wo man den Inhalt der Mysterien kannte. Die Initiatoren konnten sagen: Derjenige, den wir euch gezeigt haben während der dreieinhalb Tage, den die Propheten euch verkündigt haben, den könnt ihr begreifen, wenn ihr die Mittel aus den Mysterien nehmt.
[ 34 ] So where was the opportunity to comprehend this event at Golgotha? At a certain level, the initiates had comprehended it outside their physical bodies. What took place at Golgotha had already occurred in a different state of consciousness. There could have been thousands of people, and the event at Golgotha could have passed them by. What would it have meant to them? The death of an ordinary condemned man! The ability to comprehend what took place on Golgotha existed only where the content of the Mysteries was known. The initiators could say: “The one we have shown you during the three and a half days, the one the prophets have announced to you—you can comprehend him if you draw upon the means provided by the Mysteries.”
[ 35 ] Der Apokalyptiker hat die mündliche Überlieferung der Mysterien in sich aufgenommen, er sagte sich: Wenn ich mich durchdringe mit dem, was man in den Mysterien hat erfahren können, dann erscheint mir der Christus. — So war die Apokalypse nichts Neues, aber die Anwendung auf das einzige Ereignis von Golgatha, das war etwas Neues. Das war das Wesentliche, daß für diejenigen, die Ohren hatten zu hören, es eine Möglichkeit gab, mit Hilfe dessen, was in der Apokalypse des Johannes steht, nach und nach zum wirklichen Verständnis des Ereignisses von Golgatha vorzudringen. Das war die Absicht des Apokalyptikers. Aus den alten Mysterien hatte er die Apokalypse; sie ist ein uralt-heiliges Buch der Menschen und ist nur äußerlich der Menschheit geschenkt worden durch den Jünger, den der Herr lieb hatte und dem er testamentarisch vermacht hatte, seine wahre Gestalt zu verkünden. Er soll bleiben, bis Christus kommt, so daß diejenigen, die mit erleuchtetem Bewußtsein ausgestattet sind, ihn erfassen können. Er ist der große Lehrer des wahren Ereignisses von Golgatha. Er hat den Menschen die Mittel übergeben, das Ereignis von Golgatha wirklich zu verstehen.
[ 35 ] The apocalyptic writer had absorbed the oral tradition of the Mysteries; he told himself: If I immerse myself in what one could experience in the Mysteries, then Christ will appear to me. — Thus, the Apocalypse was nothing new, but its application to the singular event of Golgotha—that was something new. That was the essential point: that for those who had ears to hear, there was a possibility, with the help of what is written in the Apocalypse of John, to gradually arrive at a true understanding of the event of Golgotha. That was the apocalyptic writer’s intention. He derived the Apocalypse from the ancient mysteries; it is an ancient and sacred book of humanity and was given to humanity only outwardly through the disciple whom the Lord loved and to whom He had bequeathed, in His will, the task of proclaiming His true form. It is to remain until Christ comes, so that those endowed with an enlightened consciousness may grasp it. It is the great teacher of the true event of Golgotha. It has given humanity the means to truly understand the event of Golgotha.
[ 36 ] Am Eingang der Apokalypse sagt der Apokalyptiker — ich habe versucht, die ersten Worte so zu übersetzen, wie sie übersetzt werden müssen, wenn sie richtig sein sollen —: «Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die Gott dargeboten hat seinem Diener, zu veranschaulichen in Kürze, wie sich das Notwendige vollziehen soll. Dies ist in Zeichen gesetzt und gesandt durch seinen Engel seinem Diener Johannes, und dieser hat es zum Ausdrucke gebracht.» Er will «in Kürze» schildern. Was ist damit gemeint? Das heißt soviel, wie wenn man ausdrücken wollte: Wenn ich euch im einzelnen schildern wollte alles, was sich von jetzt bis zum Ziel der Erdenentwickelung abspielt, dann müßte ich vieles, vieles schreiben. Ich will es euch in einem kurzen Abriß darstellen. — Das haben dann die Übersetzer, die nicht eindringen konnten in den Geist der Apokalypse, so übersetzt, daß sie sagten: «zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll». Sie waren der Meinung, was sich da abspielt, was da geschildert ist, das soll in kurzer Zeit geschehen. Es soll aber heißen: in kurzem Abriß soll geschildert werden, was sich da vollzieht. Der ursprüngliche Text hat eine Wendung, die durchaus als richtige Übersetzung das zuläßt, was ich in der Einleitung der «Bilder okkulter Siegel und Säulen» in richtiger Weise zu geben versucht habe.
[ 36 ] At the beginning of the Apocalypse, the apocalyptic writer says—I have tried to translate the first words exactly as they must be translated if they are to be correct—: “This is the Revelation of Jesus Christ, which God gave to his servant to illustrate in brief how the necessary events are to unfold. This was set forth in signs and sent by his angel to his servant John, and he has put it into writing.” He wants to describe it “briefly.” What does that mean? It is as if he were saying: If I wanted to describe to you in detail everything that will take place from now until the culmination of Earth’s evolution, then I would have to write a great deal. I want to present it to you in a brief outline. — The translators, who were unable to penetrate the spirit of the Apocalypse, then translated this to mean: “to show what is to happen in a short time.” They believed that what takes place there, what is described there, is to happen in a short time. But it is meant to say: what is taking place there is to be described in a brief outline. The original text contains a phrase that, as a correct translation, fully permits the interpretation I have attempted to convey accurately in the introduction to Images of Occult Seals and Pillars.
[ 37 ] Nun haben wir in einer Reihe von Betrachtungen manches über diese uralt-heilige Urkunde des Menschengeschlechtes gesagt, manches über dasjenige, was als seine Geheimnisse der Herr mitgeteilt hat der Menschheit durch den Jünger, den er lieb hatte. Sie haben vielleicht dadurch ahnen gelernt, daß diese Apokalypse ein tiefes Buch ist, voller Weisheit, und haben vielleicht manchmal während dieser Betrachtungen Bangigkeit gehabt darüber, daß manches in ihr so schwer verständlich ist. Nun möchte ich Ihnen eines sagen am Ende unserer Betrachtungen: Alles, was ich Ihnen sagen konnte, entspricht ganz genau den Intentionen des Apokalyptikers und wurde immer so in den Schulen, welche die Absicht des Apokalyptikers bewahrt haben, gelehrt. Aber es ist nicht alles, lange nicht alles, was zu sagen wäre, und man kann noch viel tiefer in die Wahrheiten, in die Untergründe der Apokalypse gehen. Und wenn wir in alle Tiefen eindringen würden, dann würde Ihnen das, was ich Ihnen habe sagen können, so erscheinen, daß man es nur als eine erste oberflächliche Darstellung charakterisieren könnte. Das geht nicht anders, man kann zuerst nur eine oberflächliche Darstellung geben. Durch diese muß man hindurchgehen. Man muß einmal mit dem Elementaren anfangen, dann wird sich schon, wenn man ein kleines Stück gegangen ist, auch die Tiefe ergeben. Denn es liegt viel, viel unter der Oberfläche, die ein klein wenig zu lüften, ein klein wenig zu enthüllen wiederum möglich war. Und wenn Sie die Bahn weiterschreiten, die Sie in gewisser Weise begonnen haben, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit der Erläuterung der Apokalypse des Johannes zugewendet haben, so werden Sie allmählich in die Tiefen des geistigen Lebens hineinkommen. Sie werden in Tiefen hineinkommen, die heute gar nicht möglich sind auszusprechen, weil sie nicht bewußt werden könnten, weil eben noch niemand Ohren hätte, sie zu hören. Es müssen erst durch solche Erklärungen, wie sie nun gegeben worden sind, die Ohren vorbereitet werden, zu hören. Dann werden sie allmählich da sein, die Ohren, Ohren, die hören können das Wort, das so tief durch die Apokalypse fließt. Wenn Sie also einiges aufgenommen haben von dem, was gesagt werden konnte, so seien Sie sich bewußt, daß doch nur die erste Oberfläche gegeben werden konnte, und von dieser nur einzelne Bemerkungen. Lassen Sie es einen Impuls werden, immer tiefer und tiefer in das einzudringen, was durch diese Vorträge nur geahnt werden kann. Wenn ich selbst nur dasjenige sagen wollte, was über die Oberfläche gesagt werden kann, dann müßte ich Ihnen noch viele, viele Wochen lang Vorträge halten. Nur eine Anregung konnten diese Vorträge sein, und derjenige, der sie so empfindet, daß er sich sagt: Ich muß tiefer und tiefer eindringen -, der wird in richtigem Sinne diese Vorträge aufgenommen haben.
[ 37 ] Now, in a series of reflections, we have said a great deal about this ancient and sacred document of the human race, and a great deal about what the Lord has revealed to humanity as its mysteries through the disciple whom he loved. Perhaps through this you have come to sense that this Apocalypse is a profound book, full of wisdom, and perhaps at times during these reflections you have felt daunted by the fact that so much of it is so difficult to understand. Now, at the end of our reflections, I would like to tell you one thing: Everything I have been able to tell you corresponds exactly to the intentions of the author of the Apocalypse and has always been taught in this way in the schools that have preserved the author’s original intent. But this is not everything—far from everything—that could be said, and one can delve much deeper into the truths and the underlying foundations of the Apocalypse. And if we were to penetrate to all the depths, then what I have been able to tell you would appear to you as something that could only be characterized as an initial, superficial presentation. There is no other way; at first, one can only give a superficial presentation. One must work through this. One must begin with the elementary; then, once one has gone a short distance, the depth will reveal itself. For there lies much, much beneath the surface, which it was possible to lift the veil on just a little, to reveal just a little. And if you continue along the path that you have, in a certain sense, begun by turning your attention to the exposition of the Book of Revelation, you will gradually enter into the depths of spiritual life. You will enter depths that cannot be expressed at all today, because they could not be brought to consciousness—simply because no one yet has ears to hear them. First, through explanations such as those that have now been given, the ears must be prepared to hear. Then, gradually, those ears will be there—ears that can hear the word that flows so deeply through the Book of Revelation. So if you have taken in some of what could be said, be aware that only the very surface could be presented, and of that, only a few remarks. Let this serve as an impulse to penetrate ever deeper and deeper into what can only be glimpsed through these lectures. If I myself were to say only what can be said about the surface, I would have to give you lectures for many, many more weeks. These lectures could be nothing more than a stimulus, and whoever perceives them in such a way that they say to themselves, “I must penetrate deeper and deeper”—that person will have truly taken these lectures to heart.
