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Cosmos, Earth and Man
GA 105

10 August 1908, Stuttgart

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Die Natur unseres Themas bringt es mit sich, daß wir in einer ganz eigenartigen Weise vorgehen, daß wir uns sozusagen im Kreise unserem Ziel nähern, daß wir vom Umfange aus immer engere Kreise ziehen, um dasjenige zu erreichen, was wir erreichen wollen. Daher kann es anfangs scheinen, als ob eine innere Systematik unseren Betrachtungen fehlte. Aber gerade dadurch, daß wir uns so allmählich von außen dem Inneren nähern, werden wir zu einem richtigen Verständnis der Sache vordringen.

[ 1 ] The nature of our topic requires that we proceed in a very peculiar way—that we approach our goal, so to speak, in a circular manner, drawing ever-tighter circles from the periphery in order to reach what we seek to achieve. Therefore, it may seem at first as if our considerations lack an internal structure. But it is precisely by approaching the inner from the outer in this gradual manner that we will arrive at a true understanding of the matter.

[ 2 ] Wir haben vorgestern unsere Betrachtungen so weit geführt, daß uns die Geister der Form, die Exusiai, oder wie man sie in der christlichen Esoterik nennt, die Gewalten, als die eigentlichen Regenten des menschlichen Erdendaseins entgegengetreten sind. Das ist das Innere der Sache, daß im Laufe unserer Erdenentwickelung in das Materielle und auch in das Seelische herein diese Geister wirkten, die auf einer so erhabenen Stufe stehen, daß sie in einem gewissen Zeitpunkt die Erde nicht mehr zu ihrem eigenen Schauplatz brauchen konnten. Wir haben gesehen, wie sie die feinsten Kräfte und Substanzen aus der Erde herauszogen und unsere Sonne zum Schauplatz ihrer eigenen Entwickelung machten. Und ferner haben wir betrachtet, wie einer der größten Geister sich aus diesem Reiche abgespalten hat von seinen Sonnengenossen und sich ganz hingeopfert hat. Es ist dies dieselbe Gestalt, die von da an mit den Mondkräften verbunden blieb, und die in der biblischen Urkunde als Jehova bezeichnet wird. Wir haben uns also vorzustellen, daß die ganze Zeit über, als die Sonne noch mit der Erde verbunden war, hohe, erhabene Geister auch mit dem Erdendasein verbunden waren; daß dann die erhabensten Geister sich absonderten und daß einer der Genossen dieser erhabenen Gewalten zurückblieb, verbunden blieb mit der Erde bis zu dem nächsten großen kosmischen Ereignis, bis zu der Abspaltung des Mondes von der Erde. Und seit jener Zeit ist in den von außen wirkenden Mondkräften enthalten, was wir den Ausfluß, die Arbeit des Jehova nennen. So wirkten also auf unsere Erde von außen herein auf der einen Seite die hohen Sonnengeister und auf der anderen Seite Jehova mit seiner Schar, mit den ihm dienenden Geistern, und in ihrem Zusammenwirken regelten sie nunmehr die Erdenentwickelung der Menschheit, die wir jetzt näher ins Auge fassen müssen.

[ 2 ] The day before yesterday, we took our reflections so far that we encountered the spirits of form—the Exusiai, or, as they are called in Christian esotericism, the Powers—as the actual rulers of human existence on Earth. This is the essence of the matter: that in the course of our earthly evolution, these spirits—who stand on such a sublime level that at a certain point they no longer needed the Earth as their own stage—were at work within both the material and the soul realms. We have seen how they drew the finest forces and substances out of the Earth and made our Sun the stage for their own evolution. Furthermore, we have considered how one of the greatest spirits separated from this realm—from his solar companions—and sacrificed himself entirely. This is the very same being who, from that time onward, remained connected to the lunar forces and who is designated as Jehovah in the biblical record. We must therefore imagine that throughout the entire period when the Sun was still connected to the Earth, high, exalted spirits were also connected to earthly existence; that then the most exalted spirits separated themselves, and that one of the companions of these exalted powers remained behind, remaining connected to the Earth until the next great cosmic event—the separation of the Moon from the Earth. And since that time, the lunar forces acting from without have contained what we call the outflow, the work of Jehovah. Thus, acting upon our Earth from without, on the one hand were the high solar spirits and, on the other, Jehovah with his host—the spirits serving him—and through their combined action they now governed the earthly development of humanity, which we must now examine more closely.

[ 3 ] Was heißt das: Die Geister der Form sind die eigentlichen Regenten des Erdendaseins? Waren denn diese Geister der Form nicht auch schon in den früheren Entwickelungsstufen unseres Planeten tätig? Während der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit? Ja, wohl waren sie auch schon früher tätig, aber sie hatten ein anderes Wirkungsfeld als auf der Erde. Wir werden das begreifen, wenn wir einfach die uns schon vor Augen getretenen Tatsachen in Erwägung ziehen. Auf dem Saturn war ja nur die erste Anlage zum physischen Leibe vorhanden, da war noch nicht eingeströmt der Ätherleib und nicht der Astralleib. Freilich wirkten damals schon diese Geister der Form, deren einer Jehova ist; aber, wenn wir uns trivial ausdrücken dürfen, sie hatten da für ihre Wirksamkeit nicht einen so vorbereiteten Boden, Erst dadurch, daß auf der Sonne die Geister der Weisheit den Ätherleib und auf dem Monde die Geister der Bewegung den Astralleib verliehen, fanden jene Wesenheiten, die wir die Gewalten nennen, ein zubereitetes Menschenwesen. Denn erst einem Menschenwesen, das schon physischen, Äther- und Astralleib in sich hatte, konnten sie dasjenige geben, was wir heute als die menschliche Form kennen. Auf keiner früheren Entwickelungsphase war diese Form, wie Sie sie heute an sich selbst beobachten können, vorhanden; vorbereitende Stadien waren es, die auf dem Monde, der Sonne und dem Saturn vorhanden waren, und alles mußte erst eine gewisse Entwickelung erfahren, ehe der Mensch zu der edlen Menschenform emporgehoben werden konnte. Wenn wir fragen, weshalb die Geister der Form nicht auf dem Saturn eingreifen konnten, so müssen wir erwidern: weil die dort ausgebildeten Keimanlagen des physischen Leibes sozusagen noch zu jung waren; ein gewisser Reifezustand mußte erst eintreten. Und dieser Reifezustand trat erst ein, als unsere Erde vor jener Entwickelung stand, von der ich Ihnen gesprochen habe, indem ich Ihnen schilderte, wie die Erde mit der Sonne zusammen eine Art feinen substantiellen Weltenkörper bildete und dann weiter in ihrer Entwickelung fortschritt. Da waren schon die Geister der Form tätig und bearbeiteten langsam und allmählich den Menschenleib, bis er endlich die menschliche Form erlangen konnte.

[ 3 ] What does this mean: that the spirits of form are the true rulers of earthly existence? Were these spirits of form not already active during the earlier stages of our planet’s development? During the Saturn, Sun, and Moon eras? Yes, they were indeed active even earlier, but their sphere of activity was different from that on Earth. We will understand this if we simply consider the facts that have already been presented to us. On Saturn, after all, only the first rudimentary form of the physical body existed; neither the etheric body nor the astral body had yet been infused into it. Of course, these spirits of form—one of whom is Jehovah—were already at work back then; but, if we may put it in simple terms, they did not have such a prepared ground for their activity there. It was only when, on the Sun, the spirits of wisdom bestowed the etheric body and, on the Moon, the spirits of movement bestowed the astral body that those beings we call the Powers found a human being who was ready. For it was only to a human being who already possessed a physical, etheric, and astral body within himself that they could give what we know today as the human form. At no earlier stage of development was this form—as you can observe it in yourselves today—present; there were preparatory stages on the Moon, the Sun, and Saturn, and everything first had to undergo a certain development before humanity could be raised to the noble human form. If we ask why the spirits of form could not intervene on Saturn, we must answer: because the embryonic structures of the physical body formed there were, so to speak, still too young; a certain state of maturity had to be reached first. And this state of maturity did not set in until our Earth stood on the threshold of that development I spoke to you about, when I described how the Earth, together with the Sun, formed a kind of fine, substantial world body and then continued to progress in its development. By then, the spirits of form were already at work, slowly and gradually shaping the human body until it could finally attain the human form.

[ 4 ] Wir können auf einen Zeitpunkt hindeuten, wo diese Formgebung des Menschen einen gewissen Abschluß gefunden hat, wo sozusagen die menschliche Form in der Hauptsache fertig war. In der ersten Zeit der atlantischen Periode war das noch nicht der Fall. Wenn wir bis in die erste Zeit hinter der gewaltigen Katastrophe zurückgehen, die die alte Atlantis weggeräumt hat, so finden wir unsere Vorfahren in einem Zustand, der von unserem heutigen sehr verschieden ist. Erst in der Mitte der atlantischen Zeitepoche ungefähr gelangen wir an den Zeitpunkt, wo der Mensch in der Hauptsache seine Menschengestalt erhalten hat, wie wir sie heute kennen. Vorher war der Mensch durchaus nicht in einer solchen Weise fest wie nachher, sondern sein ganzer materieller Inhalt, wenn wir uns so ausdrücken dürfen, war weicher. In der ersten atlantischen Zeit finden wir den Menschen aus weicher Materie bestehend, die noch nichts von der heutigen Knochenhärte hatte, ja nicht einmal so fest wie Knorpel war. Der Mensch schwamm sozusagen noch herum in der noch ganz von dichten Wassern angefüllten und durchsetzten Luft, er war eine Art von Wasserwesen, in der Art, wie es heute gewisse Tiere gibt, die man kaum vom Wasser unterscheiden kann. Veranlagt war auch schon damals in den Kräften der Knochenbau, aber er war noch nicht verhärtet. Das ist die Zeit, in welcher auch noch ein ganz anderer Zusammenhang zwischen den höheren und den niederen Gliedern des Menschenwesens bestand. Erinnern wir uns noch einmal daran, daß heute, wenn der Mensch schläft, er seinen physischen und seinen Ätherleib im Bette liegen läßt, während der Astralleib und das Ich draußen sind. Da heute der Ätherleib annähernd in Form und Größe dem physischen gleicht, so ist der Mensch, wenn er sich mit seinem Astralleib aus dem physischen Leibe begibt, auch sehr bald aus dem Ätherleibe heraus. So war das nicht in der ersten atlantischen Zeit. Da ragte der Ätherleib nach allen Seiten, namentlich am Kopfe, über den physischen Leib heraus. Dieses Herausragen hatte zur Folge, daß der Astralleib, wenn er schon aus dem physischen Leibe herausgetreten war, immer noch mit dem Ätherleibe verbunden blieb. Wenn beim heutigen Menschen der Astralleib heraustritt, so hat er in demselben Augenblick, wo er den physischen Leib verlassen hat, auch den Ätherleib verlassen. Und die Folge dieser Verbindung des Astralleibes mit dem Ätherleibe, die früher noch andauerte, wenn der physische Leib schon verlassen war, bestand darin, daß der Mensch in der Nacht nicht eine solche Finsternis und Bewußtlosigkeit um und in sich hatte, wie es heute der Fall ist. Dann, wenn er aus seinem physischen Leibe heraus war, konnte er in einem dämmerhaften Hellsehen seelisch-geistige Wesenheiten wahrnehmen. Es ist so, daß, wenn Sie sich vorstellen, daß Sie einschlafen und Ihr Astralleib aus dem physischen Leibe heraustritt, daß dann Ihr Blick sich ablenkt von der physischen Welt, dafür aber Ihnen eine Welt entgegentritt, die mit seelisch-geistigen Wesenheiten bevölkert ist. Ein solcher Mensch aber konnte keinen festen physischen Leib brauchen, ein festes Knochensystem konnte er nicht brauchen; denn dadurch, daß der physische Leib weich war, war er auch beweglicher.

[ 4 ] We can point to a point in time when this shaping of the human form reached a certain conclusion, when, so to speak, the human form was essentially complete. In the early days of the Atlantean period, this was not yet the case. If we go back to the early period following the massive catastrophe that swept away ancient Atlantis, we find our ancestors in a state very different from our own today. It is not until approximately the middle of the Atlantean epoch that we reach the point where human beings had, for the most part, attained the human form as we know it today. Before that, human beings were by no means as solid as they were afterward; rather, their entire physical constitution—if we may put it that way—was softer. In the early Atlantean period, we find human beings composed of soft matter that lacked the hardness of modern bones and was not even as firm as cartilage. Human beings, so to speak, were still floating about in the air, which was still entirely filled with and permeated by dense waters; they were a kind of aquatic creature, much like certain animals today that can hardly be distinguished from water. The potential for skeletal structure was already present in the forces at that time, but it had not yet hardened. This was the time when a completely different relationship still existed between the higher and lower members of the human being. Let us recall once more that today, when a person sleeps, they leave their physical and etheric bodies in bed, while the astral body and the ego are outside. Since today the etheric body is roughly similar in shape and size to the physical body, when a person leaves the physical body with their astral body, they very soon emerge from the etheric body as well. This was not the case in the early Atlantean period. At that time, the etheric body protruded beyond the physical body on all sides, particularly at the head. This protrusion meant that the astral body, even after it had already stepped out of the physical body, remained connected to the etheric body. When the astral body steps out of the physical body in modern humans, it has left the etheric body at the very moment it leaves the physical body. And the consequence of this connection between the astral body and the etheric body—which in the past persisted even after the physical body had been left—was that at night, human beings did not experience such darkness and unconsciousness around and within themselves as is the case today. Back then, when they were outside their physical bodies, they could perceive soul-and-spirit beings through a twilight form of clairvoyance. It is the case that when you imagine falling asleep and your astral body stepping out of the physical body, your gaze then turns away from the physical world, and instead a world populated by soul-spiritual beings comes into view. Such a person, however, had no need for a solid physical body or a solid skeletal system; for because his physical body was soft, he was also more agile.

[ 5 ] Und da kommen wir an etwas, was für das hellseherische Bewußtsein durchaus einmal vorhanden war, so sehr es für das heutige materialistische Bewußtsein auch ein Greuel sein mag: In der ersten atlantischen Zeit hatte der Mensch eine große Gewalt über die Gestalt seines Leibes. Denken Sie sich, der Mensch damals wollte, daß ein Glied, das später zur Hand wurde - grob ausgedrückt -, anders ausschauen sollte, daß es zum Beispiel sich verlängern sollte; dann konnte er es in der Tat elastisch verlängern, er konnte alle seine Glieder nicht nur bewegen, sondern auch elastisch dehnen, er konnte sich sozusagen aufblasen. Das war damals durchaus möglich, so sehr es auch dem heutigen materialistisch denkenden Menschen widerstrebt; er konnte die Finger weithin ausstrecken, verlängern; und besonders stark war das der Fall, wenn wir noch weiter zurückgehen, in das lemurische Zeitalter. Und jetzt werden Sie sehen, wie sich zwei Dinge zusammenschließen. Wann hat der Mensch die Fähigkeit verloren, seine Glieder auszustrecken, zu dehnen und wieder zusammenzuziehen? Als die Geister der Form fertig geworden waren mit der Ausarbeitung der Formen. Solange der Mensch die physische Form, die ihm bleiben sollte, noch nicht völlig erhalten hatte, so lange konnte er, beherrscht von anderen Geistern, seine Gestalt noch verändern. Gehen wir also in Zeiten zurück, die hinter der atlantischen Epoche liegen, so finden wir, daß die Gestalt des Menschen noch nicht abgeschlossen ist, daß der Mensch eine sich immer metamorphosierende Gestalt hat. Und wir müssen uns darüber klar sein, daß dann einmal ein Zeitpunkt gekommen ist, wo die Geister der Form fertig abgeschlossen hatten alles das, was sie zunächst zu tun hatten, um die menschliche Form ihrer eigenen Form gleich zu gestalten; denn sie gossen ja ihre eigene Gestalt hinein.

[ 5 ] And this brings us to something that was certainly once a reality for the clairvoyant consciousness, however abhorrent it may be to today’s materialistic consciousness: In the early Atlantean era, human beings had great power over the form of their bodies. Just imagine: if a person back then wanted a limb—which later became a hand, to put it crudely—to look different, for example, to be longer, then he could actually stretch it elastically; he could not only move all his limbs but also stretch them elastically; he could, so to speak, inflate himself. That was entirely possible back then, however much it may seem repugnant to today’s materialistically minded human being; they could stretch out and lengthen their fingers considerably; and this was especially true if we go even further back, to the Lemurian epoch. And now you will see how two things come together. When did human beings lose the ability to stretch out, extend, and contract their limbs? When the spirits of form had finished shaping the physical forms. As long as human beings had not yet fully acquired the physical form that was to remain with them, they could still change their shape, guided by other spirits. So if we go back to times that lie beyond the Atlantean epoch, we find that the human form is not yet complete, that human beings have a form that is constantly undergoing metamorphosis. And we must be clear that there eventually came a point when the spirits of form had completed everything they initially needed to do to shape the human form in the image of their own; for they did, after all, pour their own form into it.

[ 6 ] Nehmen wir nun an — und wir werden sehen, durch welche Ereignisse so etwas bewirkt worden ist -, irgendwelche Menschenwesen hätten sozusagen nicht warten können bis zu diesem Zeitpunkt, wo die Geister der Form mit ihrer Arbeit fertig waren: dann wären diese Wesen auf irgendeiner früheren Stufe erstarrt, sie wären gewissermaßen in der Form verknöchert; sie hätten eine frühere Gestalt festgehalten. Darauf aber kam es gerade an, daß dieses Wesen, das ein Mensch werden sollte, seine Form und Gestalt so lange beweglich erhielt, bis der normale Zeitpunkt für die feste Form eintreten konnte. Nehmen wir einen Zeitpunkt kurz zuvor - in Wirklichkeit liegt er allerdings weit zurück, denn es handelt sich da um lange Zeiträume. Da war das äußere Wesen des Menschen so, daß es immer noch die Kräfte brauchte, die es bearbeiteten, die es umarbeiteten, veredelten. Nehmen wir nun einmal an, durch Ereignisse, die wir später noch kennenlernen werden, hätten sich gewisse Menschenwesen losgelöst von den fort und fort wirkenden Formkräften, sie wären herausgefallen, so daß sie nicht mehr ganz von den formenden Kräften durchdrungen gewesen wären wie früher: dann wären diese Menschenwesen auf einer früheren Stufe stehengeblieben. Das ist nun in der Tat geschehen, und in diesen Wesen, die sich zu früh losgelöst haben, die uns zwar am nächsten stehen, die aber nicht lange genug auf sich wirken ließen die Geister der Form, in diesen Wesen haben wir die Affen. Sie konnten nicht warten, sie blieben nicht lange genug in dem Schoße der göttlichen Wesenheiten, die wir die Geister der Form nennen. Und das, was wir jetzt für die Affen geschildert haben, das trat immer wieder während des Erdendaseins für irgendwelche Wesenheiten ein; immer wieder blieben Wesenheiten zurück und erstarrten.

[ 6 ] Let us now assume—and we shall see what events brought this about—that certain human beings, so to speak, could not have waited until the point in time when the spirits of form had completed their work: then these beings would have become fixed at some earlier stage; they would, as it were, have ossified in their form; they would have retained an earlier form. But the crucial point was precisely that this being, who was to become a human, retained its form and shape in a flexible state until the normal time for the fixed form could arrive. Let us consider a point in time shortly before that—in reality, however, it lies far in the past, for we are dealing with long periods of time. At that time, the outer nature of the human being was such that it still needed the forces that were shaping it, transforming it, and refining it. Let us now suppose that, through events we will come to know later, certain human beings had detached themselves from the form-giving forces that were constantly at work; they would have fallen away, so that they were no longer completely permeated by the form-giving forces as before: then these human beings would have remained at an earlier stage. This is indeed what happened, and in these beings—who detached themselves too early, who are indeed closest to us but who did not allow the Spirits of Form to work upon them long enough—in these beings we find the apes. They could not wait; they did not remain long enough in the bosom of the divine beings we call the Spirits of Form. And what we have now described regarding the apes occurred time and again during earthly existence for various beings; time and again, beings fell behind and became rigid.

[ 7 ] Da haben Sie die ganze Reihe der heutigen Tiere. Wenn Sie aber fragen: Stammt irgendein menschliches Wesen von solchen Tierformen? — so ist die Antwort: Nein! - Der Mensch blieb sozusagen über dem Boden der Erdoberfläche in den reinen Elementen und verdichtete sich erst, als es für ihn Zeit war. Diesen Zeitpunkt, wo der Mensch aus reinen geistigen Höhen, ohne die irdische Verdichtung zu haben, heruntergestiegen ist auf die Erde, hält die biblische Urkunde sehr schön in der Paradiesessage fest. Das Paradies liegt trotz aller Forschung gar nicht auf dem Erdboden, sondern im Umkreise der Erde. Der Mensch stieg erst später von dem Paradies auf die Erde nieder, nachdem er seine abgeschlossene Form erhalten hatte.

[ 7 ] There you have the entire range of today’s animals. But if you ask: Does any human being descend from such animal forms? — the answer is: No! — Human beings remained, so to speak, above the surface of the Earth in the pure elements and only became more dense when the time was right for them. The biblical account beautifully captures this moment—when humanity descended to Earth from pure spiritual heights without having undergone earthly densification—in the story of Paradise. Despite all research, Paradise is not located on the Earth’s surface at all, but in the sphere surrounding the Earth. Humanity only descended from Paradise to Earth later, after having attained its complete form.

[ 8 ] Nun aber machen wir uns klar, was jetzt hätte geschehen sollen in der Mitte der atlantischen Zeit, damals als diese Geister der Form fertig waren mit der Ausbildung des physischen Leibes. In diesem Zeitpunkte hätte der Mensch mit seinen Sinnen, die ja dann auch fertig geworden waren, hinausblicken müssen in die Umgebung und hätte zuerst leben müssen mit seiner äußeren physischen Umgebung. Vorher war ja alles in der physischen Umgebung in unklaren Konturen vorhanden gewesen. Da erst wäre der Zeitpunkt gekommen, wo der Mensch mit der äußeren Welt sozusagen in normaler Weise in Beziehung hätte treten sollen. Dann würde in diesem Zeitpunkte der Mensch sich unterscheiden gelernt haben von seiner Umgebung, und er würde gelernt haben, Ich zu sich zu sagen, denn man kann nur dann zu sich Ich sagen, wenn man sich von den anderen Dingen unterscheiden kann. Das würde der Mensch in diesem Zeitpunkte gelernt haben. In dieser Zeit würde er einen solchen physischen Leib gehabt haben, den er einen entsprechenden Träger seines Ichs hätte nennen können.

[ 8 ] But let us now consider what should have happened in the middle of the Atlantean epoch, back when these spirits of form had finished shaping the physical body. At that point, human beings, with their senses—which had by then also reached maturity—should have looked out into their surroundings and should first have lived in harmony with their external physical environment. Before that, everything in the physical environment had existed with indistinct contours. Only then would the time have come when human beings should have entered into a relationship with the outer world, so to speak, in a normal way. At that point, human beings would have learned to distinguish themselves from their surroundings, and they would have learned to say “I” to themselves, for one can only say “I” to oneself when one can distinguish oneself from other things. Human beings would have learned this at that point. At that time, they would have possessed a physical body that they could have called a fitting vehicle for their “I.”

[ 9 ] Wir haben aber schon erwähnt, wie auf allen Stufen der Weltentwickelung gewisse Wesenheiten zurückgeblieben sind. Nicht alle Wesenheiten haben jene Stufe erlangt, daß sie in der eben beschriebenen Weise hätten wirken können, auch nicht alle Wesenheiten, die wir die Geister der Form oder Gewalten genannt haben. Und gerade die zurückgebliebenen Wesenheiten sind es, die für die menschliche Entwickelung auf der Erde ganz wesentlich in Betracht kommen.

[ 9 ] However, we have already mentioned how, at every stage of the world’s development, certain beings have fallen behind. Not all entities have reached the stage where they could have acted in the manner just described, nor have all the entities we have called the spirits of form or the powers. And it is precisely these lagging entities that play a crucial role in human development on Earth.

[ 10 ] Wir haben ja schon betrachtet, daß es außer den erhabenen Wesenheiten, die von der Sonne und dem Monde aus wirken, noch andere gibt, die auf einer Zwischenstufe stehen, auf einer Stufe zwischen den Menschen und den hohen Sonnen- und Mondgeistern, und die zu ihrem Schauplatz den Merkur und die Venus haben, jene Weltkörper, die zwischen Sonne und Erde eingestreut sind. So wie nun die Sonnengeister die normale Entwickelung erlangt hatten und genau den Zeitpunkt trafen, in dem sie in der richtigen Weise wirken konnten, so fanden diejenigen Wesen, die zwischen der Erde und den Sonnengeistern standen, diesen Zeitpunkt nicht in derselben Weise, und weil sie nicht in der normalen Entwickelung waren, griffen sie zu einer anderen Zeit ein. Und jetzt wollen wir einmal betrachten, was dadurch entstanden ist.

[ 10 ] We have already considered that, in addition to the exalted beings who work from the Sun and the Moon, there are others who occupy an intermediate stage—a stage between human beings and the high spirits of the Sun and Moon—and whose sphere of activity is Mercury and Venus, those celestial bodies scattered between the Sun and the Earth. Just as the solar spirits had reached their normal stage of development and struck exactly the right moment to act in the proper way, so those beings who stood between the Earth and the solar spirits did not find that moment in the same way; and because they were not following the normal course of development, they intervened at a different time. And now let us consider what resulted from this.

[ 11 ] Wir betrachten die Menschenentwickelung noch einmal so, wie sie verlaufen ist. Stellen wir uns wieder den physischen, den Äther-, den Astralleib und das Ich vor. Nun wissen wir ja, daß das Ich dazu berufen ist, die anderen Glieder der menschlichen Wesenheit umzugestalten, daß es damit beginnen muß, nach und nach den astralischen Leib in seine Gewalt und Herrschaft zu bekommen; das heißt nichts anderes, als daß der Mensch seine Leidenschaften und Triebe beherrscht. So war also der Zeitpunkt gekommen, wo das Ich so in normaler Weise im Menschen auftreten sollte, wo es am astralischen Leibe arbeiten sollte; nach und nach sollte der astralische Leib umgewandelt, sollte das Geistselbst ausgebildet werden. Als die erhabenen Gewalten in der Mitte der atlantischen Zeit eingriffen, war die erste Möglichkeit zu einer solchen Umwandlung gegeben. Jetzt werden wir verstehen, welch eine merkwürdige Aufgabe sich die zurückgebliebenen Wesenheiten stellen mußten. Sie waren nicht so weit, daß sie den Menschen bei der Ausarbeitung seines Geistselbst unterstützen konnten. Die Folge davon war, daß sie auf seinen noch nicht bis zum Ich vorgedrungenen Astralleib wirkten. Und sie wirkten auch schon vorher. Wir haben also in der Erdenmenschheitsentwickelung einen gewissen Zeitraum, wo der Astralleib, der sich noch nicht bis zum Ich heraufgestaltet hat, von diesen zurückgebliebenen geistigen Wesenheiten bearbeitet wird. Sie werden das noch besser verstehen, wenn Sie sich daran erinnern, daß der Mensch auf dem Monde physischen, Äther- und Astralleib hatte, und daß die Gewalten damals normalerweise auf den Astralleib eingewirkt haben. Diejenigen nun, die sich normal weiterentwickelt hatten, die wirkten jetzt auf das Ich, die anderen aber, die zurückgeblieben waren, wirkten nach ihrer alten Mondgewohnheit weiter auf den Astralleib. Ehe also der Mensch sein Ich ausgebildet hatte, wirkten diese zurückgebliebenen, aber hoch über den Menschen erhabenen Wesenheiten auf seinen Astralleib. Wir nennen sie nach ihrem Hauptrepräsentanten, nach ihrem Anführer die luziferischen Wesenheiten. Zwei Gattungen von Wesenheiten wirkten also auf den Menschen ein: jene normal wirkenden Geister, von denen wir das vorige Mal gesprochen haben, und diese luziferischen Wesenheiten, die es sozusagen nicht bis zu einem Wirken auf das Ich gebracht hatten, und die den menschlichen Astralleib vorher schon bearbeiteten. Und dadurch hielten diese letzteren auch den Menschen in seiner Entwickelung zurück. Hätten solche Wesen nicht auf den Menschen eingewirkt, dann wäre er in der Mitte der atlantischen Zeit so weit gewesen, daß die erhabenen Gewalten auf sein Ich eingewirkt hätten.

[ 11 ] Let us once again consider human evolution as it has unfolded. Let us once again picture the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I.” Now we know that the ego is called upon to transform the other members of the human being, that it must begin by gradually bringing the astral body under its control and dominion; this means nothing other than that the human being masters his passions and instincts. Thus the time had come when the “I” was to emerge in the human being in the normal way, when it was to work upon the astral body; little by little, the astral body was to be transformed, and the spiritual self was to be developed. When the exalted powers intervened in the middle of the Atlantean epoch, the first opportunity for such a transformation arose. Now we will understand what a remarkable task the lagging beings had to undertake. They were not yet advanced enough to support human beings in the development of their spiritual self. The consequence of this was that they acted upon the astral body, which had not yet progressed to the level of the “I.” And they had been acting upon it even before that. Thus, in the development of humanity on Earth, there is a certain period during which the astral body—which has not yet developed up to the “I”—is influenced by these backward spiritual beings. You will understand this even better if you recall that on the Moon, human beings had physical, etheric, and astral bodies, and that the forces at that time normally acted upon the astral body. Now, those who had developed normally were now influencing the “I,” while the others, who had lagged behind, continued to influence the astral body according to their old lunar habits. Thus, before human beings had developed their “I,” these lagging-behind entities—who were, however, far superior to human beings—were influencing their astral bodies. We call them the Luciferic beings, after their principal representative, their leader. Two kinds of beings thus influenced human beings: those normally acting spirits we spoke of last time, and these Luciferic beings, who, so to speak, had not yet advanced to the point of acting upon the ego, and who had already been working on the human astral body beforehand. And in this way, the latter also held back human beings in their development. Had such beings not influenced human beings, then by the middle of the Atlantean epoch they would have been far enough along that the exalted powers would have been able to influence their “I.”

[ 12 ] Nun können wir fragen: Ist das, was diese zurückgebliebenen Geister an dem Menschen getan haben, gegenüber dem, was die erhabenen Gewalten an ihm taten, im trivialen Sinne als etwas Schlechtes zu bezeichnen? Nein, durchaus nicht. Wenn wir uns die Tatsache vorhalten, die der hellseherische Blick prüfen kann, dann finden wir, daß sie in Wirklichkeit sogar die Entwickelung des Menschen beschleunigt haben. Der Mensch hätte mit der Ausbildung gewisser Fähigkeiten bis zum allerletzten Zeitpunkt warten müssen, während er sie dadurch früher erlangt hat. So erhielt der Mensch durch die luziferischen Wesenheiten vor der Zeit, die ihm zugedacht war, gewisse geistige Fähigkeiten und wurde so auf eine gewisse geistige Stufe hinaufgehoben. Das ist nichts Schlimmes, sondern so sonderbar es auch erscheinen mag, sogar etwas, was im höheren Sinne eine unendlich weise Führung in der Fortentwickelung der Menschheit bedeutet. Denn dadurch, daß der Mensch auf einer niedrigen Stufe gewisse Fähigkeiten erlangt hat, die ihm sonst erst in der Mitte der atlantischen Zeit zugedacht waren, trat er diesen Fähigkeiten in einer ganz anderen, selbstbewußten, freien Weise entgegen. Der Mensch wäre bis zur Mitte der atlantischen Zeit am Gängelbande geführt worden, wenn diese zurückgebliebenen Wesenheiten nicht eingegriffen hätten. Wie müssen wir daher ihr Zurückbleiben auffassen? Bei oberflächlichem Denken könnte man es leicht so auffassen, als ob sie zurückgeblieben wären, wie der Schüler im Gymnasium sitzen bleibt. Aber jene Geister sind nicht zurückgeblieben wegen ihrer Trägheit, sondern der Grund ihres Zurückbleibens war Opferwilligkeit. Um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, die Gabe der Geister der Form in einer höheren, freien Weise zu empfangen, opferten sie sich. Wir haben einen langen Zeitraum menschlicher Entwickelung, wo der Mensch durch diese luziferischen Wesenheiten die Anfänge erhalten hat von Sprache, von Denken, namentlich von denkerischem Gedächtnis, wo er die Keimanlage zu Kunst und Wissenschaft erhalten hat. Alles das würde er, da er nur eine instinktive Tätigkeit sonst gehabt hätte, vorher nicht erlangt haben. Allerdings wurde dadurch auch etwas anderes, das sonst durch die Leitung der Geister der Form unabhängig von dem Menschen gewesen wäre, nun in seine Macht, in seine Gewalt gegeben: der Mensch wurde ausgesetzt dem Guten und dem Bösen; abzuirren vom rechten Wege, dem wurde er dadurch ausgesetzt. Ohne das Eingreifen der luziferischen Wesenheiten wäre er nie dem Guten und Bösen ausgesetzt worden, aber es wäre auch um seine Freiheit geschehen gewesen. Dadurch, daß diese Wesenheiten ein Stück der Entwickelung in eine Vorzeit hinaufgerückt haben, dadurch haben sie dem Menschen die Freiheit gegeben. Wir alle tragen in uns den Samen der Wirksamkeit dieser luziferischen Geister.

[ 12 ] Now we may ask: Can what these backward spirits have done to human beings be described, in a trivial sense, as something bad, compared to what the sublime powers have done to them? No, not at all. If we consider the fact that can be verified by clairvoyant observation, we find that they have in reality even accelerated human development. Humanity would have had to wait until the very last moment to develop certain abilities, whereas through this, it acquired them earlier. Thus, through the Luciferic beings, humanity received certain spiritual abilities before the time intended for them and was thereby raised to a certain spiritual level. This is not a bad thing; rather, as strange as it may seem, it is even something that, in a higher sense, signifies an infinitely wise guidance in the further development of humanity. For by acquiring certain abilities at a lower stage—abilities that were otherwise intended for him only in the middle of the Atlantean epoch—humanity approached these abilities in a completely different, self-confident, and free manner. Humanity would have been led by the hand until the middle of the Atlantean epoch had these backward-remaining beings not intervened. How, then, should we interpret their lagging behind? At first glance, one might easily interpret it as though they had been left behind, just as a student is held back in high school. But those spirits were not left behind because of their sluggishness; rather, the reason for their remaining behind was their willingness to make a sacrifice. They sacrificed themselves in order to give humanity the opportunity to receive the gift of the spirits of form in a higher, freer way. We have a long period of human development during which, through these Luciferic beings, humanity received the beginnings of language, of thought—particularly of conceptual memory—and the seeds of art and science. Without this, since humans would otherwise have possessed only instinctive activity, they would never have attained any of this. However, this also meant that something else—which would otherwise have been independent of human beings through the guidance of the Spirits of Form—was now placed within their power and control: human beings were exposed to good and evil; they were thereby exposed to the risk of straying from the right path. Without the intervention of the Luciferic beings, he would never have been exposed to good and evil, but his freedom would also have been lost. By advancing a portion of evolution into a prehistoric era, these beings have thereby granted human beings freedom. We all carry within us the seed of the activity of these Luciferic spirits.

[ 13 ] Wir müssen also sagen: In der Mitte der atlantischen Zeit sind die Geister der Form heruntergestiegen, jene Geister, die ihre Entwickelung so weit vollendet hatten, daß sie dem Menschen abgeben konnten das, was sie selbst hatten: in dieser Zeit erst würde der Mensch seine völlige Keimanlage zum Ich erreicht haben, wenn nur sie tätig gewesen wären. Nun aber sind von einem früheren Zeitpunkt an die luziferischen Wesenheiten tätig gewesen, sie haben die Entwickelung um ein bedeutsames Stück beschleunigt — nach der einen Seite herauf, nach der anderen herunter, Dadurch ist etwas anderes, Wichtiges eingetreten. Hätte sich der Fortschritt ohne die luziferischen Wesenheiten vollzogen, dann hätte der Mensch in der Mitte der atlantischen Zeit einen gewissen Zustand, aber ohne die Möglichkeit der Freiheit erlangt. Ohne sein Verdienst wäre er reif geworden, die Gabe der Geister der Form zu empfangen. Da nun die luziferischen Wesenheiten ihn früher reif gemacht, war nach der anderen Richtung hin eine gewisse Verschlechterung eingetreten, und dadurch konnten in diesem Zeitpunkte nicht alle Kräfte der Geister der Form, nicht alle höheren Sonnengewalten auf ihn einwirken. Das schließt ein Wichtiges in sich. Wäre der Mensch ohne Freiheit, daher auch ohne sein Verdienst, bloß wie durch einen geistigen, höheren Instinkt in der Mitte der atlantischen Zeit angekommen, er hätte die Reife gehabt, daß schon damals jenes Prinzip auf die Erde heruntergestiegen wäre, das wir das Christus-Prinzip nennen: dann wäre der Christus schon damals erschienen. So aber war die Freiheit des Menschen gegeben, der Mensch dadurch unter seine instinktive, normale Entwickelungsstufe heruntergedrängt worden, und die Folge war, daß er jetzt erst durch sich selber heranreifen mußte: so daß er also das Christus-Prinzip um dieselbe Zeit später empfangen konnte, als vorher die luziferischen Wesen eingegriffen hatten. Wir müssen uns klar sein darüber, daß das Herabsteigen und Wirken des Christus durch das Eingreifen der luziferischen Wesenheiten verzögert worden ist. Dadurch aber waren auch die Menschen in einer reiferen Form, als der Christus niederstieg.

[ 13 ] We must therefore say: In the middle of the Atlantean epoch, the spirits of form descended—those spirits who had completed their development to such an extent that they could bestow upon human beings what they themselves possessed. It was only during this epoch that human beings would have attained the full germ of the “I,” had these spirits alone been active. But the Luciferic beings had been active from an earlier point onward; they accelerated evolution by a significant degree—pushing it upward in one direction and downward in the other. As a result, something else, something important, came to pass. Had progress taken place without the Luciferic beings, then by the middle of the Atlantean epoch, humanity would have attained a certain state, but without the possibility of freedom. Without his own merit, he would have become ripe to receive the gift of the Spirits of Form. Since, however, the Luciferic beings had made him ripe earlier, a certain deterioration had occurred in the other direction, and as a result, not all the powers of the Spirits of Form, not all the higher solar forces, could act upon him at that point in time. This implies something important. Had humanity, without freedom—and thus also without its own merit—merely arrived in the middle of the Atlantean period as if guided by a higher spiritual instinct, it would have possessed the maturity necessary for that principle we call the Christ principle to have descended to Earth even then; in that case, the Christ would have appeared already at that time. But as it was, human beings were endowed with freedom; as a result, they were forced down below their instinctive, normal stage of development, and the consequence was that they now had to mature through their own efforts: so that they could receive the Christ principle at the same time after the Luciferic beings had intervened. We must be clear that the descent and work of Christ were delayed by the intervention of the Luciferic beings. As a result, however, human beings were also in a more mature state when Christ descended.

[ 14 ] So sehen wir, daß diese Wesenheiten es sind, die den Menschen zu dem gemacht haben, was er heute ist, die ihn vorbereitet haben auf den großen Zeitpunkt des Niederstieges des Christus-Prinzips. Sie haben sich gleichsam gesagt: Lassen wir den Menschen so, daß er in die atlantische Zeit nur instinktiv hineinlebt, dann empfängt er auch das Christus-Prinzip instinktiv, dann ist er nicht frei, nicht in Freiheit reif. Wir opfern uns und bilden in ihm gewisse Fähigkeiten aus, gewisse Eigenschaften, und verzögern den Zeitpunkt, wo er des Christus ansichtig werden kann. — Genau ebenso lange vor der Mitte der atlan"tischen Zeit haben die luziferischen Wesenheiten ihr Wirken begonnen, als nach diesem Zeitpunkte der Christus erschienen ist.

[ 14 ] Thus we see that it is these beings who have made humankind what it is today, who have prepared it for the great moment of the descent of the Christ principle. They said to themselves, as it were: If we leave humanity such that it lives through the Atlantean era solely by instinct, then it will also receive the Christ Principle instinctively; then it will not be free, nor will it have matured in freedom. We sacrifice ourselves and develop certain abilities and qualities within him, thereby delaying the moment when he can come face to face with Christ.—The Luciferic entities began their work exactly as long before the middle of the Atlantean era as Christ appeared after that point.

[ 15 ] Wenn wir nun fragen: Was war der Anteil derjenigen Gewalten, die der Mensch schon hat empfangen können in der Mitte der atlantischen Zeit? — so müssen wir antworten: Es war etwas, was nur von außen herantreten konnte an den Menschen, wobei er noch nicht mit seiner eigenen Seele sein konnte. Deshalb war alles, was von den Gewalten, die schon früher wirken konnten, an den Menschen herankam, so, daß es nicht aus dem innersten Wesen des Menschen herausfloß: er folgte einem Äußeren, er gehorchte Gesetzen. Geradeso wie auch das Tier seinen Gesetzen, die ihm eingepflanzt sind, folgen muß, ganz instinktiv, so gab Jehova den Menschen Gesetze. Das Gesetz gab er ihnen, das dann auch äußerlich realisiert wurde durch Moses und die Propheten. Mittlerweile aber reiften sie heran, um in sich selbst den Antrieb und Impuls zu dem zu empfangen, was sie tun sollten. Und so sehen wir, daß ohne das Zutun der Menschen ihre Ordnung auf der Erde vorbereitet wird durch die Gewalten. Wo wirken sie denn, diese Gewalten? Sie wirken vorzugsweise da, wo, trivial ausgedrückt, das Blut redet: in der Fortpflanzung und in all dem, was damit zusammenhängt. Da haben wir in der alten Zeit Götter und Volksgeister, wir haben Gruppengeister, und innerhalb der Gruppen schaffen sie durch die Gesetzesordnung. Da liebt sich, was blutsverwandt ist, und es liebt sich, indem die Liebe durch Naturgesetze eingepflanzt ist. Und je weiter wir zurückgehen, desto mehr finden wir, daß sich alles das als zusammengehörig betrachtet, daß alles das sich liebt, was die Liebe durch Naturgesetze, durch äußere Formkräfte eingepflanzt bekommen hat. Das Jehovaprinzip wirkte in dem gleichen Blut, daher das Zusammengehören. Da lebte und schaffte Jehova durch diese Verwandtschaft, die mit dem Blute zusammenhängt, Ordnung und Harmonie. Und diejenigen, die ihm entgegenwirkten, die ihre stärksten Angriffe gegen das Prinzip der Blutsverwandtschaft richteten, das waren die luziferischen Wesenheiten. Sie wollen immer den Menschen auf den Mittelpunkt seiner eigenen Persönlichkeit stellen, sie wollen ihn herausreißen aus seiner Blutsverwandtschaft bis zu der Zeit, wo Christus kommt und ihn ganz auf die Spitze seiner Persönlichkeit stellt, indem er seine innerste Kraft gibt, die Weisheit und Gnade zu dem innersten Impuls seines Wesens macht. Und das haben zubereitet lange, lange Zeiten hindurch die luziferischen Wesenheiten. Reif ist der Mensch geworden für das, was diese luziferischen Wesenheiten wollten, erst als Christus niedergestiegen ist. Die Bekenner solcher Anschauungen wußten wohl, was sie sagten, wenn sie den Ausspruch taten: Christus verus Luciferus, Christus ist der wahre Luzifer. - Das ist ein esoterischer Ausspruch.

[ 15 ] If we now ask: What was the extent of those forces that human beings were already able to receive in the middle of the Atlantean epoch? — we must answer: It was something that could only approach human beings from the outside, and they could not yet be present with their own soul. Therefore, everything that came to human beings from the forces that were already active earlier was such that it did not flow from the innermost being of the human being: they followed something external; they obeyed laws. Just as the animal must follow the laws implanted within it, entirely instinctively, so Jehovah gave laws to human beings. He gave them the Law, which was then also externally realized through Moses and the prophets. In the meantime, however, they matured to the point of receiving within themselves the drive and impulse toward what they were to do. And so we see that, without human intervention, their order on earth is prepared by the forces. Where, then, do these forces act? They operate primarily where, to put it simply, blood speaks: in procreation and in everything connected with it. There, in ancient times, we have gods and national spirits; we have group spirits; and within the groups, they create through the order of laws. There, those who are related by blood love one another, and they love one another because love is implanted through the laws of nature. And the further back we go, the more we find that all of this regards itself as belonging together, that all of this loves one another—those in whom love has been implanted through the laws of nature, through external formative forces. The Jehovah principle operated within the same bloodline; hence the sense of belonging. Through this kinship—which is connected to the blood—Jehovah lived and created order and harmony. And those who opposed him, who directed their strongest attacks against the principle of blood kinship, were the Luciferic entities. They always seek to place the human being at the center of his own personality; they seek to tear him away from his blood kinship until the time when Christ comes and places him entirely at the pinnacle of his personality by imparting his innermost power, making wisdom and grace the innermost impulse of his being. And this is what the Luciferic entities have been preparing for over long, long ages. Humanity only became ripe for what these Luciferic entities intended when Christ descended. Those who professed such views knew full well what they were saying when they uttered the statement: “Christus verus Luciferus”—Christ is the true Lucifer. —This is an esoteric statement.

[ 16 ] Und so sehen wir, daß in der Tat immerfort zwei Prinzipien wirken in jener alten Zeit, die wir die vorchristliche nennen: immer ein durch Blutsverwandtschaft bindendes Prinzip und ein trennendes, das den Menschen auf die Spitze seiner eigenen Persönlichkeit stellen will. Und wir können nun sehen, wie die ganze Menschheit ausgestaltet wird unter dem Einfluß dieser beiden Prinzipien.

[ 16 ] And so we see that, in fact, two principles were constantly at work in that ancient era we call the pre-Christian era: one principle that binds people through blood ties, and another that separates them, seeking to place each individual at the pinnacle of his or her own personality. And we can now see how the whole of humanity is shaped under the influence of these two principles.

[ 17 ] Denken wir uns ein gewisses atlantisches Menschenstadium, wo der Mensch schon entgegengeht seiner späteren Verhärtung in den Knochenleib hinein. Ich muß mich hier populär ausdrücken. Es mußte nun wiederum von seiten der leitenden Geister achtgegeben werden, daß die Knochen nicht zu schnell verhärteten. Es mußte in der atlantischen Entwickelung das Knochensystem während einer gewissen Zeit genügend weich bleiben, so daß es umgestaltet werden konnte. Aber wir wissen, auf allen Stufen blieben Wesenheiten zurück. So blieben ziemlich spät dadurch Menschheitsgruppen zurück, daß sich das Knochensystem zu früh verhärtete. Da arbeiteten die Prinzipien so, daß das Formprinzip einen starken Sieg davontrug, indem es eine Gruppe von Menschen in der Form erhielt, in der sie war. Was mußte die Folge davon sein? Man kann wohl auf der Erde etwas verhärten, zurückhalten, aber die ganze Erdenentwickelung geht darüber hinweg, so daß, was so künstlich zurückgehalten wird, dann später Zeiten antrifft, zu denen es nicht mehr paßt. Es kamen Zeiten, wo die Luft sich mehr vom Wasser gereinigt hatte, wo die klimatischen Verhältnisse anders geworden waren, da paßte das Stehengebliebene nicht mehr hinein. Solche Gruppen von Menschen, bei denen das Knochensystem sozusagen zuviel abgekriegt hatte, blieben dann als degenerierte Menschenrasse zurück. Sie konnten sich nicht mehr hineinfinden in die Verhältnisse der nachatlantischen Zeit; und die letzten Überbleibsel davon sind die amerikanischen Indianer. Sie waren degeneriert. - Und auch solche sind zurückgeblieben, bei denen nicht nur das Knochensystem zu früh verhärtet ist, sondern auch das System, das der Ernährung zugrunde liegt, das von den Kräften des Ätherleibes beherrscht wird, während das Knochensystem von den Kräften des physischen Leibes beherrscht wird. Die letzten Überbleibsel derjenigen Menschengruppe, bei denen das Ernährungssystem verhärtet ist, bilden heute die schwarze Rasse. Und dann gibt es solche Menschen, die dadurch degeneriert sind, daß das Nervensystem auf zu früher Stufe verhärtet ist und nicht lange genug weich blieb, um zu einem höheren Gedankenwerkzeug tauglich zu werden, davon sind die letzten Überbleibsel die malayische Rasse. Daher finden Sie bei ihnen gewisse Triebe und Instinkte, gewisse Neigungen zu sinnlichen Instinkten. Und endlich haben wir solche Menschen, bei denen auf einer gewissen Stufe das Ich im Blute, im äußeren Ausdruck des Ich, verhärtet ist, wenn wir so sagen dürfen. Diese Menschen, die - symbolisch ausgedrückt — so im Blute verhärtet sind, haben ihre letzten Ausläufer in den Völkern der mongolischen Rasse. Diejenigen Menschen aber, welche die eben genannten Elemente so weich erhielten, daß sie nicht bei irgendeiner Verhärtungsform stehen blieben, sondern sich immer weiter fortentwickeln konnten, so daß sie über das geschlossene Ich sogar noch hinauskamen, diese Menschengruppe ging von einem Punkt der Erdenentwickelung, auf den wir schon hingedeutet haben, im Atlantischen Ozean, in der Nähe des heutigen Irland, hinüber in diejenigen Gegenden, die das heutige Europa und Asien bilden.

[ 17 ] Let us imagine a certain stage of human development in the Atlantean era, when human beings were already moving toward the later hardening of their skeletal bodies. I must put this in layman’s terms here. The guiding spirits, for their part, had to ensure that the bones did not harden too quickly. During the Atlantean evolution, the skeletal system had to remain sufficiently malleable for a certain period so that it could be reshaped. But we know that beings were left behind at every stage. Thus, quite late on, groups of humans were left behind because their skeletal system hardened too early. Here the principles worked in such a way that the principle of form won a decisive victory by preserving a group of humans in the form they had. What was the inevitable consequence of this? One can indeed harden or hold back something on Earth, but the entire course of Earth’s evolution moves beyond it, so that what is artificially held back eventually encounters later times to which it no longer fits. There came times when the air had become more purified of water, when climatic conditions had changed; what had remained stagnant no longer fit into this new reality. Such groups of people, in whom the skeletal system had, so to speak, developed too much, were then left behind as a degenerate human race. They could no longer adapt to the conditions of the post-Atlantean era; and the last remnants of them are the American Indians. They were degenerate. - And there are also those who have remained behind not only because their skeletal system hardened too early, but also because the system underlying their nutrition—which is governed by the forces of the etheric body—has hardened prematurely, whereas the skeletal system is governed by the forces of the physical body. The last remnants of that group of people in whom the nutritional system has hardened constitute the black race today. And then there are those people who have degenerated because their nervous system hardened at too early a stage and did not remain supple long enough to become fit for higher thought; the last remnants of this group are the Malay race. That is why you find in them certain drives and instincts, certain inclinations toward sensual instincts. And finally, we have those people in whom, at a certain stage, the “I”—in the blood, in the outward expression of the “I”—has become hardened, if we may put it that way. These people, who—to put it symbolically—are thus hardened in the blood, have their final offshoots in the peoples of the Mongolian race. But those people who kept the elements just mentioned so malleable that they did not remain at any stage of hardening but were able to develop further and further, so that they even transcended the closed “I”—this group of people migrated from a point in Earth’s evolution, to which we have already alluded, in the Atlantic Ocean, near present-day Ireland, to the regions that now constitute Europe and Asia.

[ 18 ] Und wir finden folgende merkwürdige Tatsache: Wir finden, daß vom atlantischen Kontinent aus förmliche Auswanderungszüge gehen. Und wir werden dies jetzt genauer betrachten, als das früher in anderen Zusammenhängen geschehen ist. Diese Züge bestanden aus solchen Menschen, welche im Knochensystem verhärtet waren und deren letzte Nachzügler bei der Entdeckung des amerikanischen Kontinents angetroffen wurden. Dann gab es Gruppen, welche nach Afrika, andere, die nach Asien gingen. Letztere waren diejenigen, die wir als die mongolische Rasse bezeichnet haben. Die am letzten auswanderten, das waren diejenigen Menschen, die in der Nähe des heutigen Irland wohnten, und die sich am längsten schmiegsam erhalten hatten, die sich sozusagen am längsten im Paradiese erhalten hatten. Sie wanderten vom Westen nach dem Osten und ließen überall auf dem ganzen Umfange des europäischen Kontinents gewisse Völkerschaften zurück. Die Fortgeschrittensten wanderten nach Asien und vermischten sich dort auf mannigfache Weise mit denen, die auf anderen Wegen hinübergekommen waren.

[ 18 ] And we discover the following curious fact: We find that there are actual waves of emigration originating from the Atlantic continent. And we will now examine this in greater detail than has been done previously in other contexts. These waves consisted of people whose skeletal systems had become rigid, and whose last stragglers were encountered at the time of the discovery of the American continent. Then there were groups that went to Africa, and others that went to Asia. The latter were those we have referred to as the Mongolian race. The last to emigrate were those people who lived near what is now Ireland, and who had remained the most adaptable the longest—who, so to speak, had remained in paradise the longest. They migrated from west to east, leaving behind certain peoples throughout the entire expanse of the European continent. The most advanced among them migrated to Asia and intermingled there in various ways with those who had arrived by other routes.

[ 19 ] Und nun denken wir uns einmal eine gar nicht so weit zurückliegende Zeit, als noch ein gewisses, allerdings sehr dumpfes Hellsehen vorhanden war, und die Eingeweihten noch einen großen Einfluß besaßen. Wenn da unter den Menschen ein Bewußtsein dieser Verhältnisse vorhanden war, wie mußte sich das äußern? Nehmen wir an, im alten Griechenland drüben fanden sie Völkerschaften vor, welche sich vor ihnen verhärtet hatten; dann fanden sie da unten noch eine andere Rasse, durch Mischung entstanden, die sich in einem noch früheren Zustande verhärtet hatte: so war es nämlich in der Tat im griechischen Bewußtsein. Der Grieche, wenn er auf die Entwickelung bis zu sich selbst zurückschaute, sagte sich: Ich blicke nach Afrika, da finde ich in der ägyptischen Zeit schon vorgeschrittene Menschen, auf welche frühere Kulturepochen - die babylonische, chaldäische - schon gewirkt haben. Aber noch früher war auf diesem Boden eine Bevölkerung, unter der ein starkes Verhärtungselement war in bezug auf Eigenschaften, die ins Niedere, in das Ernährungsprinzip hinuntergehen. Und eine andere Stufe hatte sich später gebildet, als sie auf die asiatischen Auswanderer gestoßen waren. Und zu denen kamen diejenigen, welche sich selbst am längsten schmiegsam erhalten hatten. Nun hat der Grieche in seinen plastischen Göttergestalten das idealisiert, was er über die Entwickelung des Menschen wußte und was er als ein Ergebnis der göttlich wirkenden Kräfte ansah. Er wußte, daß auf einer sehr frühen Stufe Menschenwesen sich verhärtet hatten, und daß andere sich die Weichheit und Schmiegsamkeit erhalten hatten. Dann sah er auf sich selbst. Er war zwar in bezug auf gewisse Dinge zurückgeblieben, aber er gehörte zu denen, die sich am längsten schmiegsam und bildsam erhalten hatten. Das alles sehen wir wunderbar hineingeheimnißt in die griechische plastische Kunst. Wer sie mit tieferem Blick verfolgt, der findet drei verschiedene Göttertypen:

[ 19 ] And now let us imagine a time not so long ago, when a certain—albeit very dim—clairvoyance still existed, and the initiates still wielded great influence. If there was an awareness of these circumstances among people, how must that have manifested itself? Let us suppose that in ancient Greece they encountered peoples who had become hardened in their ways; then, further south, they found another race, born of intermingling, which had become hardened in an even earlier state: for this was indeed the case in the Greek consciousness. When the Greek looked back on the course of development leading up to his own time, he said to himself: I look toward Africa, where I find, as early as the Egyptian period, people who were already advanced, upon whom earlier cultural epochs—the Babylonian, the Chaldean—had already exerted their influence. But even earlier, there had been a population on this soil that possessed a strong element of hardening with regard to qualities that descend into the lower realm, into the principle of nourishment. And another stage had formed later, when they encountered the Asian migrants. And joining them were those who had remained the most malleable for the longest time. Now, in his sculptural depictions of the gods, the Greek idealized what he knew about human development and what he regarded as the result of divinely active forces. He knew that at a very early stage, some human beings had become hardened, while others had retained their softness and suppleness. Then he looked at himself. Although he had fallen behind in certain respects, he belonged to those who had remained supple and malleable the longest. We see all of this wonderfully enshrined in Greek sculptural art. Anyone who studies it with a deeper gaze will find three distinct types of gods:

[ 20 ] 1. den Zeustypus, zu dem der ganze Kreis der Götter gehört, die sich um Zeus gruppieren;

[ 20 ] 1. the Zeus type, which includes the entire circle of gods grouped around Zeus;

[ 21 ] 2. einen Typus, der später dem Zeustypus angegliedert wurde, der aber im griechischen Bewußtsein in ganz anderer Form vorhanden war: in der Form des Hermes oder Merkur. Sehen Sie sich die Haarbildung beim Zeustypus an und dagegen das geringelte, gekräuselte Haar des Merkur, ferner die Augenbildung und die Ohrenstellung, da sehen Sie bald, daß der Grieche etwas anderes damit ausdrücken wollte, wenn man das auch später so dargestellt hat, daß es dem Zeustypus angegliedert wurde;

[ 21 ] 2. a type that was later associated with the Zeus type, but which existed in the Greek consciousness in a completely different form: in the form of Hermes or Mercury. Look at the hair style of the Zeus type and, in contrast, the ringleted, curly hair of Mercury, as well as the shape of the eyes and the position of the ears; you will soon see that the Greeks intended to express something different with it, even though it was later depicted in such a way that it was classified as part of the Zeus type;

[ 22 ] 3. den Fauntypus. Einer noch älteren Menschheit gehört dieser Typus an, und deutlich unterscheidet er sich von dem Merkurtypus.

[ 22 ] 3. The Faun type. This type belongs to an even more ancient humanity, and it differs clearly from the Mercury type.

[ 23 ] Da haben wir, was der Grieche in seiner Art zum Ausdruck bringen wollte. Das, was im Süden von ihm war, das repräsentierte der Fauntypus. Was im Osten war, brachte er mit dem Hermestypus zusammen, und was er selbst war, was man als seinen eigenen Typus bezeichnen könnte, diejenige Rasse, die den arischen Stamm begründet hat, das brachte er in dem erhabenen idealen Zeustypus zum Ausdruck.

[ 23 ] There we have what the Greek sought to express in his own way. What lay to his south was represented by the faun type. He associated what lay to the east with the Hermes type, and what he himself was—what one might call his own type, the race that founded the Aryan tribe—he expressed in the sublime, ideal Zeus type.

[ 24 ] Wer sehen will, kann in allen Formen sehen, wie fein der Grieche das, was in der äußeren Form lebt, den inneren Gestaltungskräften angepaßt hat. Nur an einer Kleinigkeit möchte ich zeigen, wie fein die griechischen Künstler in ihrem Bestreben sind, die großen Weltanschauungen in der Kunstform zum Ausdruck zu bringen. Denken wir uns einmal jenen asiatischen Typus, der in der Hermesgestalt festgehalten ist: Dieser Typus, weil er bei den niederen menschlichen Kräften stehengeblieben ist, wirkt so, daß die Kräfte, die in Betracht kommen, die ihm die Form des Gesichts geben, sozusagen in niederen Regionen der menschlichen Wesenheit walten. Dagegen wirken diejenigen Kräfte, die dem Typus des Griechen selbst angehören, in höheren Regionen; das können Sie vor allen Dingen bei Zeus in der erhabenen Stirnbildung sehen.

[ 24 ] Anyone who wishes to see can observe in all forms how subtly the Greeks adapted what lives in the outer form to the inner creative forces. I would like to illustrate, using just one small example, how refined the Greek artists were in their endeavor to express great worldviews through artistic form. Let us imagine for a moment that Asian type captured in the figure of Hermes: Because this type has remained at the level of the lower human forces, it gives the impression that the forces responsible for shaping its face operate, so to speak, in the lower regions of the human being. In contrast, the forces inherent to the Greek type itself operate in higher regions; you can see this above all in Zeus’s majestic brow.

[ 25 ] Wir sehen, bis in die plastische Form hinein wirkte das eigentümliche Bewußtsein des Griechen, und wir begreifen, daß wir nur dann verstehen können, was im Laufe der Entwickelung geschaffen worden ist, wenn wir die wirkenden Kräfte verfolgen bis in die Art hinein, wie die Künstler die Augen gebildet haben. Nicht nur die feine Beobachtung des griechischen Künstlers sehen wir hier, sondern wie er in der besonderen Ausbildung dessen, was er schuf, wie er in der äußeren Form verwirklicht hat, was die inneren Formkräfte gestaltet haben. Wir erkennen, wie sich in den einzelnen Gestalten der griechischen Kunst - in den Gestalten der Mythologie — die Rassenbildung erhalten hat, und wie in dieser Kunst, selbst bei Kleinigkeiten, wie beim Auge, die geistig wirkenden Kräfte in eigenartiger Weise festgehalten sind.

[ 25 ] We see that the distinctive consciousness of the Greeks influenced even the sculptural form, and we realize that we can only understand what was created in the course of this development if we trace the active forces all the way to the very way in which the artists shaped the eyes. Here we see not only the Greek artist’s keen observation, but also how, through the specific shaping of what he created, he realized in the outer form what the inner formative forces had shaped. We recognize how, in the individual figures of Greek art—in the figures of mythology—the process of racial formation has been preserved, and how in this art, even in small details such as the eye, the spiritually active forces are captured in a unique way.