Cosmos, Earth and Man
GA 105
12 August 1908, Stuttgart
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Cosmos, Earth and Man, tr. SOL
Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Wir werden auch heute zum genauen Verständnis dessen, was uns als unser eigentliches Ziel in den nächsten Vorträgen entgegentreten wird, einen Blick werfen in die großen Welten und dann wieder herunterschauen auf den engeren Kreis unseres irdischen unmittelbaren Daseins. Auf diese Weise werden wir die Möglichkeit gewinnen, uns eine genaue Vorstellung von dem zu machen, was man im geisteswissenschaftlichen oder okkulten Sinne unter den drei Begriffen eigentlich zu verstehen hat, die wir zusammengestellt haben als Welt, Erde und Mensch. Denn aus gar mancherlei, was in diesen Vorträgen schon vorgekommen ist, werden Sie entnommen haben, daß man im geheimwissenschaftlichen Sinne von einer Welt als einem bloß materiellen Inhalte gar nicht sprechen kann. Wir haben gesehen, daß die verschiedenen Weltwesen — wir möchten gar nicht sagen Weltkörper -, die uns entgegengetreten sind, wie die verschiedenen Verkörperungen unserer Erde als Saturn, Sonne und Mond, wie auch schließlich dasjenige, was wir als den Gegensatz bezeichnen zwischen der Erde als Planeten und der Sonne als Fixstern, daß alles das etwas ganz anderes ist als ein bloß Materielles: Ein jedes solcher Weltwesen ist ja, wie wir gesehen haben, der. Schauplatz einer Summe von geistigen Wesenheiten, das heißt im Grunde genommen materiell nur so beschaffen, wie diese geistigen Wesenheiten, die auf den Weltkörpern wohnen, es brauchen. Dann haben wir gesehen, daß die Sonne sich herausgetrennt hat aus der Erde, weil auf ihr der Schauplatz sein mußte für gewisse erhabene Wesenheiten, die nur die feineren Substanzen zu ihrer Entwickelung brauchen konnten, während der Mensch auf der Erde die anderen Substanzen zurückbehalten mußte. Und wenn wir den ganzen weiten Weltenraum durchforschen würden, wir würden überall finden, daß wir nichts Materielles für sich auskundschaften könnten, daß alles mit einem Geistigen verknüpft ist. Ferner sahen wir, inwiefern die verschiedenen Erdenwesen mit geistigen Wesen verknüpft sind. Die Steine, die Mineralien unserer Erde haben im Umkreise unserer Welt, im Universum ihr Ich; die Pflanzen haben ihr Ich lokalisiert im Mittelpunkt unseres Erdplaneten, und dann haben wir gesehen, daß die Pflanzen eine astrale Wesenheit haben, die sie sozusagen von außen umkreist und den Abschluß der Blüte bewirkt. So haben wir alles durchgeistigt gefunden, und dadurch erweitert sich der Begriff oder die Vorstellung eines Weltkörpers. Wir sehen hinauf zu irgendeinem Weltkörper und wissen, er ist nur der Ausdruck für geistige Wesenheiten, die materiell mit ihm verknüpft sind. Nun ist der Mensch in der Tat durch die Entwickelung der in ihm befindlichen schlummernden Fähigkeiten in der Lage, sich eine gewisse Kenntnis zu verschaffen von solchen Weltkörpern, die draußen im Raume ausgebreitet sind, und wir werden heute den Menschen im Zusammenhang mit den verschiedenen Weltkörpern vor unsere Seele zu führen haben.
[ 1 ] Today, too, in order to gain a precise understanding of what will be presented to us as our true goal in the coming lectures, we will take a look at the great worlds and then look back down at the narrower sphere of our immediate earthly existence. In this way, we will be able to form a precise conception of what is actually meant—in the spiritual-scientific or occult sense—by the three terms we have grouped together: world, Earth, and human being. For from many things that have already been discussed in these lectures, you will have gathered that, in the esoteric sense, one cannot speak of a world as merely a material entity at all. We have seen that the various world beings—we would not even want to call them “world bodies”—that we have encountered, such as the various incarnations of our Earth as Saturn, the Sun, and the Moon, as well as, finally, what we describe as the contrast between the Earth as a planet and the Sun as a fixed star—that all of this is something entirely different from something merely material: Each of these cosmic entities is, as we have seen, the setting for a multitude of spiritual beings; that is to say, its material nature is, in essence, shaped only to the extent required by these spiritual beings who dwell on the celestial bodies. We have also seen that the Sun separated itself from the Earth because it had to serve as the setting for certain exalted entities that required only the finer substances for their development, whereas human beings on Earth had to retain the other substances. And if we were to explore the entire vast expanse of the cosmos, we would find everywhere that we could not discover anything material in and of itself, that everything is linked to the spiritual. Furthermore, we saw to what extent the various earthly beings are linked to spiritual beings. The stones and minerals of our Earth have their “I” within the sphere of our world, in the universe; the plants have their “I” located at the center of our Earth, and then we saw that the plants have an astral entity that, so to speak, circles them from the outside and brings about the completion of the flower. Thus we have found everything to be imbued with spirit, and this broadens our concept or conception of a celestial body. We look up at any celestial body and know that it is merely the expression of spiritual beings who are materially linked to it. Now, through the development of the dormant abilities within him, human beings are indeed capable of gaining a certain knowledge of such celestial bodies that are spread out in space, and today we will have to lead people’s minds to contemplate the various celestial bodies.
[ 2 ] Wir auf unserer Erde sind ja umgeben von Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschengenossen! Wir wissen, daß daneben aber die Angelegenheiten unserer Erde besorgt werden von höheren Wesenheiten, von Wesenheiten, die wir im christlichen Sinne als Engel, Erzengel und Urkräfte bezeichnet haben; wir wissen auch, daß noch andere Wesenheiten, wenn sie auch von der Sonne oder dem Monde aus ihre Kräfte senden, mit der Erde zu tun haben. Heute soll nun noch etwas anderes hinzukommen, Es kann uns zunächst einmal die Frage vor die Seele treten: Inwiefern läßt sich einer der Planeten unseres Sonnensystems mit dem anderen hinsichtlich seiner Wesenheit vergleichen? Und wir wollen der Leichtigkeit halber auf diejenigen Wesenheiten sehen, die uns im heutigen Menschheitszyklus sozusagen sichtbar entgegentreten können. Wir fragen: Wie verhält es sich mit den Wesen, die uns als Mineralien, Pflanzen und Tiere und Menschen umgeben, in bezug auf andere Weltenwesen?
[ 2 ] We here on Earth are, after all, surrounded by minerals, plants, animals, and fellow human beings! We know, however, that in addition to this, the affairs of our Earth are managed by higher beings—beings whom we have referred to, in the Christian sense, as angels, archangels, and primal forces; we also know that other beings, even if they send their powers from the Sun or the Moon, are connected to the Earth. Today, however, we shall add something else to this. The question may first arise in our hearts: To what extent can one planet in our solar system be compared to another in terms of its nature? And for the sake of simplicity, let us consider those beings that, so to speak, can appear visibly to us in the current cycle of humanity. We ask: How do the beings that surround us—minerals, plants, animals, and human beings—relate to beings from other worlds?
[ 3 ] Selbstverständlich behandeln wir diese Frage von dem geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, der sich ergibt durch die Entwickelung derjenigen Kräfte, die dem hellseherischen Bewußtsein offen liegen, und von deren Entwickelung wir noch sprechen werden, von dem also, was das hellseherische Bewußtsein wissen kann. Da fragen wir uns zunächst: Gibt es solche Menschen, wie sie sich auf unserer Erde entwickeln, für das hellseherische Bewußtsein auch auf anderen Planeten? — Und da antwortet uns das hellseherische Bewußtsein: Solche Menschen wie auf der Erde, in genau derselben Gestalt, finden wir auf anderen Planeten nicht. — Und wir finden erhärtet, daß jeder Planer, jeder Himmelskörper seine besondere Aufgabe, seine besondere Mission hat. Nichts wiederholt sich im Weltall, andere Weltenschauplätze haben auch andere Missionen. Diese unsere Erde ist entstanden aus drei vorhergehenden Verkörperungen. Sie wissen, daß diejenige Stufe des Menschendaseins, die wir jetzt durchmachen, das Menschsein, allerdings gewisse Wesenheiten schon durchgemacht haben, zum Beispiel die Engel auf dem Monde. Andere Wesenheiten, die Feuergeister, haben diesen Zustand auf der Sonne durchgemacht, und noch andere, die Geister der Persönlichkeit, auf dem Saturn. Da könnte nun leicht der Irrtum entstehen: Dann gab es aber doch Menschen auf den vorhergehenden Planeten! — Sie müssen aber vor Augen haben, daß es auf dem Monde kein festes Gestein und Mineral gab, und daß daher die Wesenheiten, die dort ihre Menschheitsstufe durchgemacht haben, es unter ganz anderen Verhältnissen getan haben. Wir reden daher von der Stufe der Menschheit, wissen aber, daß die Menschheit unter ganz anderen Verhältnissen durchgemacht worden ist. Unter verschiedenen Verhältnissen zum Beispiel haben auch die Feuergeister auf der alten Sonne ihre Menschheit durchgemacht, denn die Sonne bestand ja nur aus Luft und Gas. Eine solche Menschwerdung konnten natürlich nur Wesen durchmachen, die nicht einen Körper wie den unsrigen mit fester Substanz, Muskeln und so weiter brauchten. Auch im Werden auf der Erde wiederholt sich nichts, und jeder einzelne Punkt hat seine besondere Mission im großen Haushalt des kosmischen Daseins.
[ 3 ] Of course, we approach this question from the perspective of spiritual science, which arises from the development of those powers that are accessible to clairvoyant consciousness—a development we will discuss later—and thus from what clairvoyant consciousness is capable of knowing. So we ask ourselves first: Are there people like those who develop on our Earth—for clairvoyant consciousness—on other planets as well? — And clairvoyant consciousness answers us: We do not find people like those on Earth, in exactly the same form, on other planets. — And we find confirmed that every planet, every celestial body, has its own special task, its own special mission. Nothing repeats itself in the universe; other cosmic arenas also have different missions. Our Earth arose from three previous incarnations. You know that the stage of human existence we are now undergoing—humanhood—has indeed already been experienced by certain beings, for example, the angels on the Moon. Other beings, the fire spirits, experienced this state on the Sun, and still others, the spirits of personality, on Saturn. This could easily lead to the misconception: “But then there were humans on the preceding planets after all!”—You must bear in mind, however, that there was no solid rock or mineral on the Moon, and that therefore the beings who passed through their human stage there did so under entirely different conditions. We therefore speak of the stage of humanity, but we know that humanity was experienced under entirely different conditions. Under different conditions, for example, the spirits of fire also experienced their humanity on the ancient Sun, for the Sun consisted only of air and gas. Naturally, only beings who did not require a body like ours—with solid substance, muscles, and so on—could undergo such a process of becoming human. Even in the process of becoming on Earth, nothing repeats itself, and every single point has its own special mission in the great order of cosmic existence.
[ 4 ] Betrachten wir jetzt einmal das Werden unserer Erde. So wie wir sie okkult betrachten, sehen wir sie als einen Körper, den der Mensch bewohnt, auf dem sich der Mensch entwickelt. Nur dadurch ist diese Entwickelung ermöglicht worden, daß sich die Sonne und der Mond abgetrennt haben von der Erde, und daß seine Kräfte zwischen Sonne und Mond im Gleichgewicht gehalten werden. Damals, als die Erde, wenn wir so sagen dürfen, selbst noch Sonne war, machte sie ihre Entwickelung so durch, daß die Sonne mit der Erde vereint war. Die Sonne selbst war also noch auf der Stufe des Planetendaseins und war bewohnt von den Feuergeistern. Nun aber durch die fortschreitende Entwickelung war es möglich, daß ein Teil dessen, was der Erde einverleibt war, zu höherem Dasein aufstieg, auf Kosten dessen, was sich als Erdenmond aus der Erde heraussetzte. So sehen wir, daß im großen Weltenall die Entwickelung so vor sich geht, daß etwas, das eine Weile mit anderem zusammengeht, sich trennt, und zwar steigt das eine dann hinauf in höhere Regionen, und das andere geht hinunter in eine tiefere Region. Damit gewisse höhere Wesenheiten sich hoch genug entwickeln konnten, mußte die Sonne für sich ein solcher Körper werden, daß er der Schauplatz höherer Wesenheiten sein konnte. Die Sonne ist also gleichsam avanciert, aufgestiegen aus dem Planetendasein zu einem Fixsterndasein, sagen wir einmal. So müssen wir überhaupt ein Weltwesen wie unsere Sonne betrachten, daß sie geworden ist, daß sie hervorgegangen ist aus einem Planeten; okkult sehen wir daher in einer Sonne einen aufgestiegenen Planeten. Nun aber haben wir gestern darauf hingewiesen, wie, nachdem alles sich vereinigt hatte und die Sonne in einem gewissen Zeitpunkt sich wieder abgetrennt hatte, auch innerhalb unseres engeren Erdendaseins der Mensch eine Zeitlang auf der Erde lebte ohne die geistigen Sonnenkräfte, und wie durch das Eintreten des Christus die geistige Sonnenkraft auf unserer Erde Platz gefaßt hat. Wenn nun der Christus unserer Erde sich einverleibt, so wird der Mensch durch die Aufnahme des Christus-Prinzips immer reifer und reifer, und die materielle Gestalt, die ein Planet annimmt, ist abhängig von dem, was dieser Planet für Wesenheiten entwickelt. Geradeso wie die Sonne so wurde, wie sie ist, indem sie die feinsten Substanzen herausholte, weil die Wesenheiten diese Substanzen brauchten, so wird es auch die Erde machen, so werden auch die Substanzen der Erde sich umwandeln, daß sie dem angemessen sein werden, was in einer fernen Zukunft aus dem Menschen geworden sein wird und aus den Erdenwesen, die der Mensch mit sich zieht; denn der Mensch wird, wenn er einmal mächtig geworden ist, auch die anderen Erdenwesen nachziehen. Was wird dann geschehen? Der Mensch, wenn er sich immer mehr mit dem Christus-Prinzip durchzieht, wenn er immer mehr die hohen Sonnenkräfte, die mit dem Christus auf die Erde herabstiegen, aufnimmt, wird selber immer christushafter werden. Dann durchstrahlt er selbst die ganze Erde mit dem ChristusPrinzip.
[ 4 ] Let us now consider the formation of our Earth. From an occult perspective, we see it as a body inhabited by human beings, upon which human beings develop. This evolution was made possible only because the Sun and the Moon separated from the Earth, and because its forces are kept in balance between the Sun and the Moon. Back then, when the Earth—if we may put it that way—was itself still a Sun, it underwent its evolution with the Sun united to the Earth. The Sun itself was thus still at the stage of planetary existence and was inhabited by the fire spirits. But now, through progressive development, it became possible for a part of what was incorporated into the Earth to ascend to a higher existence, at the expense of what separated itself from the Earth to become the Earth’s moon. Thus we see that in the vast universe, evolution proceeds in such a way that something which has been united with something else for a time separates; one then ascends to higher regions, while the other descends to a lower region. In order for certain higher beings to develop sufficiently, the Sun had to become a body capable of serving as a dwelling place for higher beings. The Sun has thus, as it were, advanced, ascending from planetary existence to fixed-star existence, so to speak. In general, we must regard a celestial body like our Sun as having emerged from a planet; from an occult perspective, we therefore see the Sun as an ascended planet. But yesterday we pointed out how, after everything had united and the Sun had separated again at a certain point in time, even within our more immediate earthly existence, human beings lived on Earth for a time without the spiritual forces of the Sun, and how, through the coming of Christ, the spiritual force of the Sun took root on our Earth. When Christ becomes incarnated on our Earth, human beings become ever more mature through the assimilation of the Christ principle, and the material form that a planet assumes depends on the kinds of beings that planet develops. Just as the Sun became what it is by drawing out the finest substances—because the beings needed these substances—so too will the Earth do; the substances of the Earth will also transform so that they will be appropriate for what humanity and the earthly beings that humanity draws along with it will have become in the distant future; for once humanity has become powerful, it will also draw the other earthly beings along with it. What will happen then? As humanity becomes increasingly imbued with the Christ principle, as it absorbs more and more of the high solar forces that descended to Earth with the Christ, it will itself become ever more Christ-like. Then it will itself radiate the Christ principle throughout the entire Earth.
[ 5 ] Was ist dieses Christus-Prinzip? Wir wollen es uns einmal so klar machen, wie wir es brauchen. Dazu müssen wir wissen, was die Mission unseres Erdendaseins ist, so daß wir diese Mission in einer bestimmten Weise, mit einem bestimmten Wort bezeichnen können. Was ist nun die Mission unseres Erdendaseins? Was war zum Beispiel die Mission des der Erde vorhergehenden Mondes? Wenn wir den geistigen Blick einmal zurückschweifen lassen auf unseren alten Mond, dann werden wir im Anfange seines Daseins etwas sehr Merkwürdiges finden innerhalb derjenigen Wesenheiten, die die Vorläufer unserer Erdenwesen sind. Vieles haben diese Wesenheiten, doch eines fehlt ihnen noch ganz im Beginn der alten Mondentwickelung: es fehlt ihnen dasjenige, was wir heute überall um uns herum im Erdendasein sehen. Unweise wirkten die Kräfte des Mondes, des Vorgängers unserer Erde, zusammen; alles im Beginn des Mondendaseins ist noch so, daß man nirgends ein harmonisches Zusammenwirken in Weisheit wahrnehmen kann. Wenn man das Werden des alten Mondes hellseherisch verfolgt, so sieht man, wie von denjenigen Wesenheiten, welche im Umkreis des Mondes wirken, den Wesen, die auf dem Monde lebten, aus dem Kosmos heraus die Weisheit einverleibt wurde. Deshalb nennen wir den alten Mond den Planeten der Weisheit. So daß, als das Mondendasein beendet war, Weisheit war in allen Dingen. Und als dann das Mondendasein durchging durch einen Zwischenzustand wie durch einen Weltenschlaf und als Erdendasein wieder heraustrat, und als die Wesen wieder herauskamen aus dem Pralaya, da brachten sie auch die auf dem Monde ihnen einverleibte Weisheit mit. Und die Folge davon ist, daß in allen Wesenheiten der Erde die Weisheit drinnen ist; daß eingeimpft ist die Weisheit auf dem Grunde aller Dinge. Wir betrachten die Wesenheiten um uns herum, die die Ergebnisse der Mondentwickelung sind und noch eine weitere Mission haben, und wir finden Weisheit überall. Betrachten Sie, was Sie wollen; nehmen Sie zum Beispiel irgendeine Pflanzenblüte, je genauer Sie sie betrachten, desto wunderbarer wird es Ihnen erscheinen, wie die einzelnen Teile im Sinne einer höheren Weisheit angeordnet sind. Nehmen Sie ein Stück Knochen aus dem menschlichen Oberschenkel: Sie werden sehen, wie in höchster Weisheit die Balken zu einem Gerüst angeordnet sind, so daß der Oberleib getragen wird. Und keine Ingenieurkunst ist heute imstande, beim Brückenbau die hohe Weisheit dieses Gerüstes nachzuahmen. So sehen wir in allen übrigen menschlichen Organen, ja in der ganzen uns umgebenden Welt, Weisheit auf dem Grunde der Dinge. Der Mensch sollte auf der Erde erst in seinem Inneren diese Weisheit, man könnte sagen, wie ein Stümper aufnehmen; die mikrokosmische Weisheit ist etwas, was der Mensch erst hier von den Dingen lernt. Aber im Grunde der Dinge und im Grunde all dessen im Menschen, woran der Mensch im Inneren unbeteiligt ist, da ist die Weisheit bereits eingeformt. Wenn man die Geschichte entwickelt, rühmt man oft die menschliche Weisheit. Wie wunderbar nimmt es sich aus, wenn wir in der Schule lernen, daß der Mensch in einer bestimmten Zeit diese oder jene Erfindung oder Entdeckung gemacht hat. Wie wurde es uns zum Beispiel eingeimpft, daß so gegen die neuere Zeit die Menschen die Kunst entdeckt haben, Papier zu fabrizieren: menschliche Intelligenz hat es dahin gebracht. Nun, die Wespen können das schon lange, sie haben es viel früher als der Mensch gekonnt. Allerdings nicht die einzelne Wespe, aber die Gruppenseele der Wespen baut im Wespennest etwas, was genau aus demselben Stoff wie unser Papier ist! Diese Gruppenseelen sind längst so weit, wie es menschliche Weisheit allmählich wird. Diese Weisheit, die sich im Grunde aller Wesen auf unserer Erde befindet, mußte auch erst nach und nach einverleibt werden, und wir werden sehen, wie sich im Verlaufe des Mondendaseins einverleibt hat diese Weisheit, wie da die Weisheit gegen die Unweisheit kämpfte, und wie dann der alte Mond der Erde die Wesenskeime übergab, denen die Weisheit eingeimpft worden war.
[ 5 ] What is this Christ principle? Let us try to understand it as clearly as we need to. To do so, we must know what the mission of our earthly existence is, so that we can describe this mission in a specific way, using a specific term. What, then, is the mission of our earthly existence? What, for example, was the mission of the Moon that preceded the Earth? If we let our spiritual gaze wander back to our ancient Moon, we will find something very remarkable at the beginning of its existence within those beings who are the precursors of our earthly beings. These beings possess many qualities, yet one thing is still entirely lacking at the very beginning of the ancient Moon’s development: they lack that which we see everywhere around us today in earthly existence. The forces of the Moon, the predecessor of our Earth, acted together unwisely; everything at the beginning of the Moon’s existence is still such that nowhere can one perceive a harmonious interplay of wisdom. If one traces the evolution of the ancient Moon through clairvoyance, one sees how wisdom was instilled from the cosmos into the beings who lived on the Moon by those beings who act within the Moon’s sphere. That is why we call the ancient Moon the planet of wisdom. Thus, when the Moon’s existence came to an end, wisdom was present in all things. And when the lunar existence then passed through an intermediate state—like a world sleep—and reemerged as earthly existence, and when the beings emerged once more from Pralaya, they brought with them the wisdom that had been imbued in them on the Moon. And the consequence of this is that wisdom is present within all beings on Earth; wisdom is instilled at the very foundation of all things. We observe the beings around us, who are the results of the Moon’s evolution and still have a further mission, and we find wisdom everywhere. Consider whatever you like; take, for example, any plant flower—the more closely you examine it, the more wondrous it will seem to you how the individual parts are arranged in accordance with a higher wisdom. Take a piece of bone from the human thigh: you will see how, with the utmost wisdom, the beams are arranged into a framework so that the upper body is supported. And no engineering art today is capable of imitating the profound wisdom of this framework in bridge construction. Thus we see wisdom at the root of all things in all other human organs, indeed in the entire world around us. On Earth, human beings first absorb this wisdom—one might say, like amateurs—from within themselves; microcosmic wisdom is something that human beings learn only here from the things around them. But at the core of all things, and at the core of everything within the human being in which the human being is not personally involved, wisdom is already formed. When recounting history, human wisdom is often extolled. How wonderful it seems when we learn in school that humans made this or that invention or discovery at a certain time. For example, we were taught that, relatively recently, humans discovered the art of making paper: human intelligence brought it to that point. Well, wasps have been able to do this for a long time; they mastered it much earlier than humans. Not the individual wasp, of course, but the group soul of the wasps builds something in the wasp nest that is made of exactly the same material as our paper! These group souls have long since reached the stage that human wisdom is only gradually approaching. This wisdom, which lies at the very foundation of all beings on our Earth, also had to be gradually assimilated, and we shall see how this wisdom was assimilated in the course of the Moon’s existence, how wisdom fought against ignorance there, and how the old Moon then handed over to the Earth the seeds of being into which wisdom had been instilled.
[ 6 ] Was soll in gleicher Weise den Wesen auf unserer Erde eingeimpft werden? So wie auf unserem Vorgänger, dem Monde, die Weisheit eingeimpft worden ist, so soll auf unserem Planeten eingeimpft werden die Liebe. Unser Planet ist der Planet der Liebe. Deshalb hat begonnen die Entwickelung, sozusagen die Einträufelung der Liebe in ihrer niedrigsten Form. Da alles herausgekommen war in der Zeit der Lemuria, als das Ich des Menschen Form annahm, da begann durch die Geschlechterteilung die Entwickelung der Liebe in ihrer niedrigsten Form. Und alle Weiterentwickelung besteht in einer zunehmenden Veredelung bis zur Vergeistigung dieses Liebeprinzips. Und ebenso wie auf dem Monde | Weisheit den Wesen eingeträufelt worden ist, so wird, wenn unsere Erde einst an ihrem Ziele angelangt sein wird, Liebe auf dem Grunde aller Wesen sein.
[ 6 ] What, in the same way, is to be instilled in the beings on our Earth? Just as wisdom was instilled on our predecessor, the Moon, so love is to be instilled on our planet. Our planet is the planet of love. That is why the evolution—the instillation, so to speak, of love in its lowest form—has begun. Since everything had emerged during the time of Lemuria, when the human “I” took on form, the evolution of love in its lowest form began through the division of the sexes. And all further evolution consists of an increasing refinement leading up to the spiritualization of this principle of love. And just as wisdom was instilled into beings on the Moon, so too, when our Earth has one day reached its goal, love will be at the core of all beings.
[ 7 ] Und jetzt lassen Sie uns kurz den Blick richten auf das nächste Planetendasein, das unsere Erde ablösen wird, auf den Planeten Jupiter. Wenn da wieder erscheinen werden die ihn bewohnenden Wesenheiten, dann werden sie in ihren Umkreis blicken auf die Wesenheiten mit ihren eigenen geistigen Kräften. Und wie wir mit dem Intellekt bewundern im Stein, in der Pflanze, im Tier, in allen Wesenheiten um uns herum die Weisheit, die da waltet in allem, wie wir die Weisheit heraussaugen, daß wir sie auch in derselben Weise haben können: so wird es bei den Wesenheiten des Jupiters sein, daß sie ihre Kräfte richten auf die Umwesen, und es wird ihnen entgegenduften die Liebe, die während der Erdentwickelung in sie eingeimpft worden ist. Wie wir analysieren ein Wesen und uns erbauen an der Weisheit, so werden sich die Jupiterwesen erbauen an den aus den Wesen herauskommenden Liebesströmungen. Diese Liebe, die auf der Erde sich entwickeln soll, kann nur dadurch sich entwickeln, daß die Erden-Iche so einander gegenübertreten, wie wir es gesehen haben; nur dadurch konnte die Entwickelung beginnen, daß die Wesen in ihrer Gruppenseelenhaftigkeit auseinandergerissen wurden und Wesen dem Wesen gegenübertrat, nur so konnte die wahre Liebe sich entwickeln. Wo die Iche in der Gruppenseele miteinander verbunden sind, da ist nicht die richtige Liebe. Getrennt muß das Wesen vom Wesen sein und die Liebe darbieten als freie Gabe. Erst durch die Spaltung der Wesen, wie sie im Menschenreiche eingetreten ist, wo Ich dem Ich als selbständige Einzelheit gegenübertritt, erst da ist die Liebe als freie Gabe von Ich zu Ich möglich geworden. So mußte auf Erden ein immer mehr zunehmender Individualismus eintreten und ein Zusammenführen der einzelnen Wesenheiten. Denken wir uns die einzelnen Wesenheiten, die in einer Gruppenseele miteinander verbunden sind; die Gruppenseele dirigiert sie, wie sie sich verhalten sollen. Kann irgend jemand sagen, daß das Herz den Magen liebt? Nein, das Herz ist mit dem Magen verbunden durch die innere Wesenheit, die sie zusammenhält. So sind auch die Tiergruppen miteinander verbunden in der Gruppenseelenhaftigkeit, und was sie zu tun haben, wird ihnen angeordnet von der weisheitsvollen Gruppenseele. Erst wenn diese Gruppenhaftigkeit überwunden wird, wenn das einzelne Ich dem einzelnen Ich gegenübertritt, da kann die Sympathie der Liebe als freie Gabe von Wesen zu Wesen dargeboten werden.
[ 7 ] And now let us briefly turn our gaze to the next planetary existence that will succeed our Earth—the planet Jupiter. When the beings inhabiting it reappear there, they will look out upon the beings in their vicinity using their own spiritual powers. And just as we use our intellect to admire the wisdom that reigns in everything—in stone, in plants, in animals, in all beings around us—and draw that wisdom out so that we, too, may possess it in the same way: so it will be with the beings of Jupiter that they will direct their powers toward the surrounding beings, and the love that was instilled in them during Earth’s evolution will flow back toward them. Just as we analyze a being and are uplifted by its wisdom, so will the beings of Jupiter be uplifted by the currents of love emanating from the beings. This love, which is to develop on Earth, can develop only when the Earth “I’s” face one another as we have seen; development could begin only when the beings were torn apart in their group-soul bond and one being stood face to face with another; only in this way could true love develop. Where the “I”s are connected within the group soul, true love does not exist. The being must be separated from the being and offer love as a free gift. Only through the division of beings, as it has occurred in the human realm, where the “I” stands face to face with the “I” as an independent individual—only then has love as a free gift from “I” to “I” become possible. Thus, an ever-increasing individualism had to emerge on Earth, along with a unification of the individual beings. Let us imagine the individual beings connected to one another within a group soul; the group soul directs them in how they should behave. Can anyone say that the heart loves the stomach? No, the heart is connected to the stomach through the inner essence that holds them together. In the same way, animal groups are also connected to one another through group soul unity, and what they are to do is dictated to them by the wise group soul. Only when this group unity is overcome—when the individual “I” stands face to face with another individual “I”—can the sympathy of love be offered as a free gift from being to being.
[ 8 ] Zu dieser Mission konnte der Mensch erst allmählich vorbereitet werden. Daher sehen wir, wie er eine Art Vorschule durchmacht zu dieser Liebe, bevor der Mensch völlig individualisiert wird. Ehe er sein Ich völlig als sein eigen hat, sehen wir, wie er durch die leitenden Wesenheiten in Gruppen vereinigt wird, die blutsverwandt sind, und die sich lieben, insofern sie blutsverwandt sind. Das ist die große Vorbereitungszeit der Menschheit. Wir haben schon angedeutet, wie die Liebe noch keine freie Gabe ist, sondern von einem Rest der Weisheit geleitet wird; wir haben gesehen, wie da hineinwirken die Geister der luziferischen Wesenheiten, die dem Zusammenwirken der Menschen in Stämmen und Völkern durch die Blutskraft ihre stark befreiende Kraft entgegensetzen: Alles, was da wirkt, um die Menschen selbständig zu machen, das wirkt durch die luziferischen Geister. Und so reift der Mensch heran, um nach und nach die höchste Potenz der Liebe zu empfangen, das Christus-Prinzip, jenes Prinzip, das seine Wesenheit ausdrücken durfte in den Worten: Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Sohn, Tochter, wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist meiner nicht wert. — Das ist nicht in trivialer Weise aufzufassen, sondern so, daß die alte Blutsverwandtschaft durch die Aufnahme des Christus-Prinzips neue Formen der Zusammengehörigkeit ausbilden soll, die ohne Rücksicht auf materielle Grundlagen, von Seele zu Seele, von Mensch zu Mensch gehen. Daß der Mensch den Menschen liebt, dazu hat das Christus-Prinzip den Impuls gegeben. Und so wird durch die Verchristung die Menschheit immer mehr vergeistigt werden in der Liebe. Die Liebe wird immer seelenhafter und geistiger werden, und damit wird der Mensch auch die niedrigen Wesen der Erde mitreißen, er wird die ganze Erde dadurch umformen. In einer urfernen Zukunft wird er das ganze Material der Erde umformen und diesen Erdenleib wieder reif machen zur Vereinigung mit der Sonne. So hat der Christus als die geistige Sonne den Impuls gegeben, daß Erde und Sonne dereinst sich wieder zu einem Leibe vereinigen.
[ 8 ] Human beings could only be gradually prepared for this mission. Therefore, we see how humanity undergoes a kind of “preschool” for this love before human beings become fully individualized. Before they fully possess their “I” as their own, we see how they are united by the guiding beings into groups that are related by blood and who love one another insofar as they are related by blood. This is humanity’s great period of preparation. We have already indicated how love is not yet a free gift, but is guided by a remnant of wisdom; we have seen how the spirits of the Luciferic beings intervene here, countering the cooperation of human beings in tribes and peoples through the power of blood with their strongly liberating force: Everything that works to make human beings independent works through the Luciferic spirits. And so the human being matures, gradually receiving the highest power of love, the Christ principle—that principle which was allowed to express its essence in the words: “Whoever does not leave father, mother, son, and daughter; whoever does not take up his cross and follow me—is not worthy of me.” — This is not to be understood in a trivial sense, but rather in such a way that, through the acceptance of the Christ principle, the old blood ties are to give rise to new forms of togetherness that extend from soul to soul, from human being to human being, regardless of material foundations. The Christ principle has provided the impetus for human beings to love one another. And so, through Christianization, humanity will become increasingly spiritualized in love. Love will become ever more soulful and spiritual, and through this, human beings will also inspire the lower beings of the Earth; they will thereby transform the entire Earth. In a distant future, humanity will transform all the matter of the Earth and once again make this earthly body ripe for union with the Sun. Thus, Christ, as the spiritual Sun, has provided the impulse for the Earth and the Sun to one day reunite as one body.
[ 9 ] So sehen wir den Gang durch die Weltentwickelung: wie sich die Sonne erst von der Erde körperlich trennt, wie dann der mächtige Impuls des Christus-Prinzips heruntergeschickt wird, und wie dadurch der Anstoß zu einer Wiedervereinigung von Erde und Sonne gegeben wird, um zu höheren Daseinsstufen hinaufzugehen. Und wir haben erkannt, daß unsere Erde nur solche Menschen mit solcher Mission bergen kann. Wenn wir also im Menschenreiche Umschau halten und den Erdenmenschen kennenlernen wollen, so können wir ihn nur auf der Erde finden, denn hier wurden die Bedingungen geschaffen zu solchen Menschen, wie sie heute hier sind.
[ 9 ] This is how we view the course of world evolution: how the Sun first physically separates from the Earth, how the powerful impulse of the Christ Principle is then sent down, and how this provides the impetus for a reunification of the Earth and the Sun in order to ascend to higher levels of existence. And we have recognized that our Earth can sustain only such people with such a mission. So when we look around the human realm and wish to get to know earthly human beings, we can find them only on Earth, for it is here that the conditions were created for such people as exist here today.
[ 10 ] Nun aber fragen wir uns: Wie steht es mit den anderen Reichen? Betrachten wir zunächst das Pflanzenreich. Wenn der hellseherische Blick umherschweift in unserer Welt und die zum Sonnensystem gehörigen anderen Planeten untersucht: ein Pflanzenreich ganz im Sinne unseres Pflanzenreiches finden wir überall bei den Planeten, die zu unserer Sonne gehören; so daß wir in unserem Pflanzenreich etwas haben, was sozusagen Systemdasein hat, was zu unserem System gehört. Wir sehen also unser Sonnensystem bevölkert von Pflanzenwesen, und wenn wir die Sache okkult betrachten würden, dann würden wir auch jeden Planeten mit seiner Eigenart von Menschenwesen bevölkert sehen, Sie werden aber eine innige Verwandtschaft zwischen Pflanze und Sonne sehr bald einsehen können, und dann werden Sie auch glauben können, daß das Pflanzendasein innig verbunden mit dem Sonnendasein ist. Wenn das aber so ist, so muß es auch mit allen Planeten, die zu diesem Sonnensystem gehören, verbunden sein. Lassen wir den Blick zurückschweifen zu demjenigen Zustand, da die Erde noch der Sonnenplanet war, so wissen wir, daß damals der Mensch aus physischem und Ätherleib bestand, also auf der Stufe des Pflanzendaseins war. Der Mensch hatte damals den Wert einer Pflanze, er war sozusagen in der Lage, in der die Pflanzenwelt heute ist. Unsere Pflanzenwelt um uns herum hat Wesen, die aus physischem und Ätherleib bestehen. Diese Wesen treten uns so entgegen, daß wir sagen können: sie sind der Sonne treu geblieben, sie zeigen uns auch heute noch klar ihre Beziehungen zur Sonne. Betrachten wir ein solches Pflanzenwesen im Sinne der rosenkreuzerischen Weisheit. Da sehen wir, wie die Pflanze mit der Wurzel im Boden haftet. Das ist das Organ, das sie hinlenkt zum Mittelpunkt der Erde, also zu ihrem Ich; und ihre Befruchtungsorgane lenkt sie der Sonne zu. Da nimmt sie auf den keuschen Sonnenstrahl. Stellen wir uns jetzt den Menschen vor: Es ist nicht schwer, sich den Menschen als eine umgekehrte Pflanze vorzustellen; denken Sie sich die Pflanze in genau der umgekehrten Lage, so haben Sie den Menschen: Er hat die Befruchtungsorgane dem Mittelpunkt der Erde zugewandt, und die Wurzel in den Weltenraum hinaus. Das Tier steht mitten darin. Daher sagt man in geistiger Beziehung: Als die Seelenhaftigkeit der Welt durch die verschiedenen Reiche hindurchging, ging sie durch Pflanzen-, Tier- und Menschendasein. Plato drückt es in einer großartigen Weise aus: Die Weltenseele ist am Kreuze des Weltenleibes gekreuzigt.
[ 10 ] But now let us ask ourselves: What about the other kingdoms? Let us first consider the plant kingdom. When the clairvoyant gaze sweeps across our world and examines the other planets belonging to the solar system, we find a plant kingdom very much like our own everywhere among the planets that belong to our Sun; thus, in our plant kingdom, we have something that, so to speak, has a systemic existence, something that belongs to our system. We thus see our solar system populated by plant beings, and if we were to view the matter from an occult perspective, we would also see each planet populated by human beings with their own distinctive characteristics. However, you will very soon be able to recognize an intimate kinship between the plant and the sun, and then you will also be able to believe that plant existence is intimately connected with solar existence. But if this is the case, then it must also be connected to all the planets that belong to this solar system. If we let our gaze wander back to the time when the Earth was still the Sun-planet, we know that back then human beings consisted of a physical and an etheric body—that is, they were at the stage of plant existence. At that time, human beings had the status of a plant; they were, so to speak, in the same position as the plant world is today. The plant world around us consists of beings made up of a physical and an etheric body. These beings present themselves to us in such a way that we can say: they have remained faithful to the Sun; even today they clearly show us their connection to the Sun. Let us consider such a plant being in the light of Rosicrucian wisdom. There we see how the plant is anchored in the ground by its root. This is the organ that directs it toward the center of the Earth—that is, toward its “I”—while its reproductive organs are directed toward the sun. There it receives the chaste ray of the sun. Now let us imagine the human being: It is not difficult to picture the human being as an inverted plant; imagine the plant in exactly the opposite position, and you have the human being: The human being has its reproductive organs turned toward the center of the Earth, and its root extending out into outer space. The animal stands right in the middle. That is why, in a spiritual sense, it is said: As the soulfulness of the world passed through the various kingdoms, it passed through plant, animal, and human existence. Plato expresses this in a magnificent way: The world soul is crucified on the cross of the world body.


[ 11 ] Das Pflanzendasein hat der Mensch durchgemacht, dem Mittelpunkt der Erde zugekehrt; das Tier hat in seinem Rückgrat die entsprechende Richtung horizontal; der Mensch ist der Pflanze gegenüber völlig umgekehrt: so entsteht das Kreuz. Die Weltenseele ist gekreuzigt, das ist die tiefste esoterische Bedeutung des Kreuzes. So daß wir in der heutigen Pflanze ein Wesen vor uns haben, das nach der Sonne strebt, das gewissermaßen mit der Sonne verbunden geblieben ist, daher hat es die umgekehrte Richtung wie der Mensch. Die Tierformen sind zum Teil gleich, zum Teil verschieden auf den verschiedenen planetarischen Daseinsformen; das Tier steht auch hier in der Mitte zwischen Mensch und Pflanze.
[ 11 ] Human beings have gone through the plant stage, oriented toward the center of the Earth; in animals, the spine points horizontally in that direction; human beings are completely reversed in relation to the plant: this is how the cross comes into being. The world soul is crucified; that is the deepest esoteric meaning of the cross. Thus, in today’s plant we have before us a being that strives toward the sun, that has, so to speak, remained connected to the sun; hence, it has the opposite orientation to that of the human being. Animal forms are partly the same and partly different across the various planetary forms of existence; here, too, the animal stands in the middle between the human being and the plant.
[ 12 ] Gehen wir jetzt zum mineralischen Reich, so finden wir, daß wir in den Kristallformen etwas haben, das uns hinausführt über unser Sonnensystem in den Weltenraum; wir können in den Gestaltungskräften des Mineralreichs Kräfte finden, die weit hinaus über unser Sonnensystem reichen. Wenn wir auf die Gestalten des Mineralreichs unseren Blick richten, vorzugsweise auf diejenigen Gestalten, die es bis zur Lichtdurchlässigkeit bringen, so werden wir also hinausgeführt, daß wir eine Ahnung erhalten können von dem, was weit über unser Sonnensystem hinaus in der Welt vor sich geht. Das Abstrakteste, dasjenige, was am wenigsten bestimmtes Dasein hat, was jetzt die Grundlage unseres Daseins ist, das Mineralische, hat ein universelles Dasein, und je höher die Wesenheiten stehen, desto mehr sind sie unserem Sonnen- und Erdensystem angepaßt.
[ 12 ] If we now turn to the mineral kingdom, we find that in the crystal forms we have something that leads us beyond our solar system into outer space; we can find forces within the formative powers of the mineral kingdom that extend far beyond our solar system. When we direct our gaze toward the forms of the mineral kingdom—especially those forms that are translucent—we are thus led beyond our solar system, enabling us to gain a glimpse of what is taking place in the world far beyond it. The most abstract—that which has the least definite existence, which is now the foundation of our existence, the mineral realm—has a universal existence, and the higher the beings are, the more they are adapted to our solar and terrestrial systems.
[ 13 ] Nun aber wollen wir einmal dieselbe Frage in bezug auf den Menschen aufwerfen! Würde der Mensch nur an diejenigen Kräfte angepaßt sein, die auf der Erde walten, dann würde er verurteilt sein, nur auf der Erde zu existieren, nur auf der Erde sein Dasein zu fristen; er könnte niemals sich zu einem Weltenbürger machen, er könnte überhaupt nicht sprechen von irgend etwas, was über die Erde hinausgeht. Wenn er also auch in seiner äußerlichen Gestalt an die Erdenverhältnisse angepaßt ist, so hat er doch durch seine höheren Kräfte teil an dem, was die höheren Wesenheiten sind, die mit unserer Erde in Verbindung stehen. Was den Menschen auf die Erde beschränkt, bezieht sich nur auf seine Leiblichkeit; was in ihm an geistigen Kräften veranlagt ist, das führt ihn wiederum über die Erde hinaus. Auch da müssen wir unterscheiden zwischen den verschiedensten Kräften. Bleiben wir zunächst, damit wir uns verstehen, bei den Kräften, welche wir leicht einteilen können. Da haben wir zuerst diejenige Kraft, die wir sozusagen unter unseren geistigen Augen haben entstehen sehen in den voratlantischen Zeiten. Wir haben gesehen: der Mensch ist eingetreten mit einem Bilderbewußtsein, und erst im Laufe des Erdendaseins konnte er äußere Gegenstände im Gegenstandsbewußtsein erfassen. Und dieses Gegenstandsbewußtsein, das uns heute die Sinneswelt so darstellt, daß wir mit den Augen die Farben sehen können, daß wir Töne hören, daß wir riechen, schmecken, das hat sich, wie wir gesehen haben, erst aus der Wärmewahrnehmung heraus differenziert aus jenem Organ, das wie eine Art von Laterne da war, aus der Zirbeldrüse. Und es ist rein irdisch, dieses Gegenstandsbewußtsein. Nur auf der Erde ist diese Sinnesempfindung heimisch. So sonderbar es erscheinen mag: alle unsere Empfindungen, wie der Mensch die Farben über die Dinge hingezogen sieht, wie er die Töne erklingen hört, alles das hat nur ein irdisches Dasein, und wenn Sie die Wesen anderer Planeten betrachten würden, dann würden Sie sehen, daß Sie sich mit ihnen nicht unmittelbar verständigen können. Wenn Sie diesen Wesen etwas von Rot sagen, dann wissen sie nichts davon; sie haben auf ihrem Planeten eine andere Art, Gegenstände und Wesenheiten wahrzunehmen. Das, was wir Sinnesempfindung nennen, ist für unseren besonderen Planeten dienlich.
[ 13 ] But now let us raise the same question with regard to human beings! If human beings were adapted only to the forces that prevail on Earth, then they would be condemned to exist only on Earth, to eke out their existence only on Earth; he could never become a citizen of the world; he could not even speak of anything that goes beyond the Earth. So even though he is adapted to earthly conditions in his outward form, he nevertheless participates, through his higher powers, in what the higher beings connected to our Earth are. What confines the human being to Earth relates only to his physical nature; the spiritual powers inherent in him, on the other hand, lead him beyond Earth. Here, too, we must distinguish between the most diverse forces. To ensure we understand one another, let us first focus on the forces that we can easily classify. First, we have the force that we have, so to speak, seen emerge before our spiritual eyes in the pre-Atlantean epochs. We have seen that human beings entered the world with an image-consciousness, and only in the course of their earthly existence were they able to perceive external objects through object consciousness. And this object consciousness, which today presents the sensory world to us in such a way that we can see colors with our eyes, hear sounds, smell, and taste—this, as we have seen, first differentiated itself from the perception of warmth through that organ which was there like a kind of lantern: the pineal gland. And this object consciousness is purely earthly. This sensory perception is native only to Earth. As strange as it may seem: all our sensations—how human beings see colors cast over objects, how they hear sounds ringing out—all of this has only an earthly existence; and if you were to observe the beings of other planets, you would see that you cannot communicate with them directly. If you were to tell these beings something about the color red, they would know nothing of it; on their planet, they have a different way of perceiving objects and entities. What we call sensory perception serves our particular planet.
[ 14 ] Nun haben wir auch gesehen, wie die Sinnesempfindung, bevor sie sich differenziert hat, innig verbunden war mit der Befruchtung. Genauso wie die Form unserer Sinnesempfindung irdisch ist, so ist nun auch die Form der Befruchtung, wie sie heute im Menschenreiche ist, irdisch und eignet diesem Planetendasein; sie ist dazu da, um die erste Grundlage zur Erdenmission, zur Liebe, auszubilden. Denn auf unserer Erde entwickelt sich die Liebe. Da haben wir also im Menschen in bezug auf seine äußere Fähigkeit etwas, was nur für die Erde gilt.
[ 14 ] Now we have also seen how sensory perception, before it became differentiated, was intimately connected with fertilization. Just as the form of our sensory perception is earthly, so too is the form of fertilization, as it exists today in the human realm, earthly and characteristic of this planetary existence; it serves to lay the first foundation for the earthly mission—for love. For love develops here on Earth. So, in regard to the human being’s outer capacity, we have something here that applies only to the Earth.
[ 15 ] Nun kommen wir zu einer anderen Kraft. Betrachten Sie einen Sinnesgegenstand. Solange Sie das Auge darauf richten, wissen Sie, daß Sie mit dem Gegenstande in Korrespondenz sind: er wirkt auf Sie. Jetzt drehen Sie sich um und behalten das Vorstellungsbild des Gegenstandes im Gedächtnis. Der Gegenstand ist fort, aber das Bild bleibt Ihnen. Wenn der Mensch nicht die Fähigkeit hätte, solche Bilder zu behalten, würde er ein ganz anderes Wesen sein. Denn die Bilder würden, sobald Sie den Blick abwenden, verschwunden sein; Sie würden also auch nicht die Fähigkeit haben, die Eigenschaften der Wesen mit Ihrem eigenen Wesen zu verbinden. Das, was den heutigen Menschen fähig macht, ein Bild zu behalten, auch wenn der Gegenstand fort ist, sich die Dinge wieder vorzustellen, diese Bewußtseinsfähigkeit hatte der Mensch schon auf dem alten Monde, denn es ist dieselbe Fähigkeit, die es ihm damals möglich machte, das Äußere im Bilde zu sehen. Äußere Gegenstände konnte er damals nicht sehen wie heute, aber wenn er sich einem Gegenstande genähert hätte, würde ihm ein astrales Bild aufgestiegen sein, wie ein lebhaftes Traumbild, das aber in einer bestimmten Beziehung zu dem Gegenstande stand. Nicht ein Gegenstands-, sondern ein Bilderbewußtsein hatte der Mensch. Heute stellt sich der Mensch in Korrespondenz mit den Gegenständen, er hat das Bild über die Gegenstände ausgebreitet. Von dieser Fähigkeit ist ein letzter Rest zurückgeblieben in dem Erinnerungsbild. Dafür aber ist dies Erinnerungsbild auch etwas, was schon eine weitere Geltung hat als die bloße Betrachtung des äußeren Gegenstandes. Wenn Sie mehrere gleiche äußere Gegenstände betrachten, so bringen Sie sie unter einen gemeinschaftlichen Begriff. Es gibt viele Stücke Kreide, Sie bringen sie alle unter den gemeinschaftlichen Begriff Kreide. So kommt der Mensch hinauf zu allgemeinen Begriffen, für die keine äußeren Wesen existieren. Er kann innerlich arbeiten mit seinen Vorstellungen; und wenn Sie mit diesem innerlichen Arbeiten, mit diesem Vorstellen, ohne daß es auf Gegenstände bezogen ist, in Beziehung treten würden zu Wesen außerhalb unseres planetarischen Daseins, da würden Sie sich schon leichter verständigen können. Das Bilderbewußtsein, das der Mensch hatte, bevor er äußere Gegenstände wahrnehmen konnte, und das ein dämmerhaft-hellseherisches war, und auch das imaginative Bewußtsein, das sich später einmal entwickeln wird, beide sind schon umfassender. Wenn der Mensch sich durch die okkulte Entwickelung das Bilderbewußtsein aneignet, so daß er nicht nur darauf angewiesen ist, äußere Gegenstände wahrzunehmen, sondern wenn er zum Beispiel die Aura eines Menschen ausströmen sieht, wenn er in Bildern das Seelisch-Geistige um sich herum sieht, wenn ihm in bildhaften Symbolen vor Augen tritt, was in der Welt lebt, dann ist er zu der Fähigkeit aufgestiegen mit diesem Bewußtsein, sich mit anderen Wesenheiten in Verbindung zu setzen, die die planetarische Welt bewohnen.
[ 15 ] Now we come to another force. Consider an object of the senses. As long as you focus your eyes on it, you know that you are in correspondence with the object: it has an effect on you. Now turn away and keep the mental image of the object in your memory. The object is gone, but the image remains with you. If human beings did not have the ability to retain such images, they would be entirely different beings. For the images would vanish as soon as you looked away; thus, you would also lack the ability to connect the qualities of other beings with your own being. What enables modern humans to retain an image even when the object is gone—to recall things in their minds—is a capacity for consciousness that humans already possessed on the ancient Moon; for it is the same capacity that enabled them back then to perceive the external world in images. At that time, human beings could not see external objects as they do today, but if they had approached an object, an astral image would have arisen within them, like a vivid dream image, which, however, stood in a specific relationship to the object. Human beings possessed not an object-consciousness but an image-consciousness. Today, human beings relate to objects; they have extended the image to encompass the objects. A final remnant of this ability remains in the image of memory. Yet this image of memory is also something that already has a broader significance than the mere observation of the external object. When you observe several identical external objects, you group them under a common concept. There are many pieces of chalk; you group them all under the common concept of “chalk.” In this way, human beings ascend to general concepts for which no external entities exist. They can work inwardly with their mental images; and if, through this inner work—through this act of imagining—without referring to objects, you were to enter into a relationship with beings outside our planetary existence, you would already be able to communicate more easily. The pictorial consciousness that human beings had before they could perceive external objects—which was a twilight-clairvoyant consciousness—and also the imaginative consciousness that will develop later on, are both already more comprehensive. When human beings acquire pictorial consciousness through occult development, so that they are no longer dependent solely on perceiving external objects, but when, for example, he sees the aura of a person radiating, when he sees the soul-spiritual around him in images, when what lives in the world appears before his eyes in pictorial symbols—then he has risen to the ability, with this consciousness, to connect with other beings who inhabit the planetary world.
[ 16 ] Dann gibt es noch einen höheren Grad des Bewußtseins. In dumpfer Art hat der Mensch ihn gehabt während der Sonnenzeit, und in dumpfer Art er ihn heute noch, während er schläft. Das ist das traumlose Schlafbewußtsein. Der Mensch ist nicht ohne Bewußtsein, wenn er schläft, und auch die Pflanze ist nicht ohne Bewußtsein; sie hat dasselbe Bewußtsein, auch bei Tage, wie der Mensch es schlafend hat. Und es ist nur ein niedrigerer Grad des Bewußtseins; die Dinge entschlüpfen seiner Aufmerksamkeit, er kann sie nicht ins Auge fassen. Aber dadurch, daß er gewisse Kräfte in sich entwickelt, kann er sich zu der Fähigkeit aufschwingen, wahrzunehmen, was während des Zustandes des traumlosen Schlafes um ihn ist. Das ist ein höherer Bewußtseinszustand als das Bilderbewußtsein, es ist ein Bewußtsein, das auch die Pflanze hat, aber in schlafender Form. Wenn Sie zu dem Bewußtsein der Pflanze hinaufsteigen, es aber mit Ihrem Ich im hellen Tagesbewußtsein durchdringen, dann haben Sie in der okkulten Entwickelung die Stufe der Inspiration, des inspirierten Bewußtseins erreicht. Dies inspirierte Bewußtsein wirkt nicht bloß bildhaft. Wenn das, was aus den Dingen fließt, in das andere Wesen hineingeht: dieses Bewußtsein läßt sich nicht mit dem Bilderbewußtsein vergleichen, es ist ein tönendes Bewußtsein. In eine geistige Tonwelt tritt da der Mensch hinein, Es ist jenes Bewußtsein, von dem schon Pythagoras als von der Sphärenharmonie spricht. Die ganze Welt tönt ihr Wesen hinaus, und wenn der Mensch abends einschläft, wenn sein Astralleib mit dem Ich hinausgeht aus seinem physischen und Ätherleibe, dann dringen die Harmonien und Melodien der Weltenmusik durch diesen Astralleib; dann ist er eingebettet in sein eigentliches geistiges Dasein, und da erlangt er aus der Sphärenmusik heraus die Fähigkeit, die abgenützten Kräfte zu ersetzen. Der Mensch taucht unter in der Nacht in die Sphärenmusik, und dadurch, daß ihn die Töne durchklingen, fühlt er am Morgen sich neu gekräftigt und gestärkt. Und wenn der Mensch das zum Bewußtsein bringt, dann ist er in der Inspiration, dann wird er fähig, alles das wahrzunehmen, was innerhalb seines Sonnensystems ist. Während der Mensch durch sein gewöhnliches Vorstellen nur die Dinge der Erde wahrnimmt, wird er durch die Imagination befähigt, in Korrespondenz mit den Wesenheiten der einzelnen Planeten zu treten; mit dem Sonnensystem wird er in Zusammenhang treten, wenn er zur Inspiration dringt. Das hat man in gewissen Kreisen immer gewußt. Goethe, der ein unbewußter Eingeweihter war, wußte das. Deshalb läßt er im «Faust» im Prolog, der in der geistigen Welt, im Himmel spielt, die Engel sagen:
[ 16 ] There is also a higher level of consciousness. Human beings possessed it in a dim form during the Sun Age, and they still possess it in a dim form today while they sleep. This is the dreamless sleep consciousness. A person is not without consciousness when sleeping, nor is a plant; it possesses the same consciousness—even during the day—as a person has while sleeping. And it is merely a lower level of consciousness; things slip past one’s attention, and one cannot grasp them. But by developing certain powers within themselves, they can rise to the ability to perceive what is around them during the state of dreamless sleep. This is a higher state of consciousness than image consciousness; it is a consciousness that plants also possess, but in a dormant form. If you ascend to the consciousness of the plant but permeate it with your “I” in clear waking consciousness, then you have reached, in occult development, the stage of inspiration, of inspired consciousness. This inspired consciousness does not operate merely in images. When what flows from things enters into another being: this consciousness cannot be compared to visual consciousness; it is a resonant consciousness. Here the human being enters a spiritual world of sound; it is that consciousness of which Pythagoras already spoke as the harmony of the spheres. The entire world resounds with its essence, and when the human being falls asleep in the evening, when his astral body, together with the “I,” leaves his physical and etheric bodies, then the harmonies and melodies of the music of the worlds penetrate this astral body; then he is immersed in his true spiritual existence, and there, through the music of the spheres, he gains the ability to replenish his depleted forces. At night, a person immerses himself in the music of the spheres, and because the tones resonate through him, he feels refreshed and strengthened in the morning. And when a person brings this to consciousness, then they are in a state of inspiration; then they become capable of perceiving everything that exists within their solar system. While a person perceives only earthly things through ordinary imagination, imagination enables them to enter into correspondence with the beings of the individual planets; they will enter into connection with the solar system when they reach a state of inspiration. This has always been known in certain circles. Goethe, who was an unconscious initiate, knew this. That is why, in the prologue to *Faust*—which takes place in the spiritual world, in heaven—he has the angels say:
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang.
The sun resounds in the ancient way
in a contest of song among brotherly spheres.
[ 17 ] Da sehen wir, wie ihm bewußt ist, daß alles das, was die Geheimnisse eines Sonnensystems sind, sich in Tönen ausdrückt, und daß der, der sich zur Inspiration erhebt, die Geheimnisse des Sonnensystems kennenlernt. Daß Goethe nicht zufällig sich so ausdrückt, das sehen wir daran, daß er in der Rolle bleibt. Denn da, wo Goethe im zweiten Teile Faust hinaufführt in die geistige Welt, spricht er dasselbe nochmals aus:
[ 17 ] Here we see how he is aware that all the mysteries of a solar system are expressed in sounds, and that whoever rises to a state of inspiration comes to know the mysteries of the solar system. We can see that Goethe does not express himself this way by chance, for he remains consistent in his approach. For when, in the second part of *Faust*, Goethe leads the protagonist up into the spiritual world, he reiterates the same idea:
Tönend wird für Geistes-Ohren
Schon der neue Tag geboren.
With a sound that resonates in the ears of the spirit
A new day is already dawning.
[ 18 ] Geistesohren sind die Ohren des Hellsehers, der die Sphärenharmonie eines Sonnensystems wahrnimmt. Und könnten Sie jene Sonnenkräfte wahrnehmen, die auf die Pflanzenleiber niederströmen, wenn sie aus der Erde herauswachsen, diese Pflanzenleiber mit ihren Wurzeln und Blättern, die oben sich abschließen in der Blüte, wo der Astralleib sie umspült, und in die die geistigen Kräfte der Sonne hineinwirken, könnten Sie diese Kräfte geistig wahrnehmen, die durch die Blüte geheimnisvoll einziehen, Sie würden sie wahrnehmen als die geistige Sphärenmusik, die allerdings nur Geistesohren hören können. Geistige Töne ziehen geheimnisvoll hinein in die Pflanzenblüte. Das ist das Geheimnis des Pflanzenwerdens, daß man in jeder einzelnen Blüte einen Ausdruck hat für die Töne, die diese Blüte formen und der Frucht ihren Charakter geben. Aufgefangen werden die Sonnentöne von der Pflanze und walten darin als Geist. Vielleicht wissen Sie, wie man durch den Ton in der materiellen Welt Form geben kann. Denken Sie einmal an das Experiment der Chladnischen Klangfiguren, wie da auf einer Platte der Staub durch die Einwirkung des Tones zu Figuren angeordnet wird; in diesen Figuren finden Sie den Ausdruck für den Ton, der sie angeordnet hat. Und wie in diesem Staube gleichsam der physische Ton aufgefangen wird, so wird der geistige Ton der Sonne aufgefangen und aufgesogen von der Blüte und der Frucht. Im Samen ist er verborgen, geheimnisvoll, und wenn aus dem Samen die Pflanze herauswächst, dann ist es der eingefangene, der aufgesogene Sonnenton, der die Form der Pflanze herauszaubert. Das hellseherische Bewußtsein blickt auf unsere Pflanzenwelt rings umher, und in den Blüten, die den Teppich unserer Erdoberfläche bilden, schaut er überall den Reflex der Sonnentöne, und so ist es wahr, was Goethe gesagt hat: «Die Sonne tönt nach alter Weise.» Aber wahr ist es auch, daß diese Sonnentöne niederströmen, aufgesogen werden von den Pflanzen und wiedererscheinen, wenn aus dem Samen die neue Pflanze entsteht; denn in den Pflanzenformen tönen die Sonnentöne, die Widerspiegelung der Sphärenmusik, in den Raum hinaus. - So sehen wir, wie Welt und Erde, wie Fixstern und Planet innerlich geistigen Zusammenhang haben. Wir lernen nicht nur anschauen, was in unserer Umgebung in der physischen Welt ist; wir erhalten eine Ahnung davon, wie der, der teilhaft ist der Inspiration, aufsteigt zur Sonne.
[ 18 ] Spiritual ears are the ears of the clairvoyant who perceives the spherical harmony of a solar system. And if you could perceive those solar forces that stream down upon the plant bodies as they grow out of the earth—these plant bodies with their roots and leaves, culminating above in the flower, where the astral body surrounds them, and into which the spiritual forces of the sun work—if you could spiritually perceive these forces that mysteriously flow into the flower, you would perceive them as the spiritual music of the spheres—which, of course, only spiritual ears can hear. Spiritual tones mysteriously flow into the plant’s flower. This is the mystery of plant life: that in every single flower there is an expression of the tones that shape that flower and give the fruit its character. The solar tones are captured by the plant and reign within it as spirit. Perhaps you know how sound can give form in the material world. Consider, for example, the experiment with Chladni’s sound figures, in which dust on a plate is arranged into patterns under the influence of sound; in these patterns you will find the expression of the sound that arranged them. And just as the physical sound is, as it were, captured in this dust, so too is the spiritual sound of the sun captured and absorbed by the flower and the fruit. It lies hidden, mysteriously, within the seed, and when the plant grows from the seed, it is the captured, absorbed sound of the sun that conjures forth the plant’s form. Clairvoyant consciousness looks out upon the plant world all around us, and in the flowers that form the carpet of our Earth’s surface, it sees everywhere the reflection of the sun’s tones; and so it is true what Goethe said: “The sun resounds in the old way.” But it is also true that these tones of the sun stream down, are absorbed by the plants, and reappear when the new plant emerges from the seed; for in the forms of the plants, the tones of the sun—the reflection of the music of the spheres—resound out into space. - Thus we see how the world and the Earth, how fixed stars and planets, are inwardly connected in a spiritual sense. We learn not only to observe what is in our surroundings in the physical world; we gain a sense of how the one who partakes of inspiration ascends toward the sun.
[ 19 ] Und dann gibt es noch eine höhere Stufe des Bewußtseins, die wir im echten Sinne des Wortes die Intuition nennen, wo der Mensch sozusagen hineinkriechen kann in die Dinge. Das ist nicht nur inspiriertes Bewußtsein. Da taucht der Mensch gleichsam in die Wesenheiten hinein, er identifiziert sich mit ihnen. Das führt ihn noch weiter. Wohin kann das inspirierte Bewußtsein ihn führen? Es führt den Menschen dahin, daß er sich eins fühlt mit seinem Erdenplaneten, denn die Iche der Pflanzen sind im Mittelpunkt der Erde. Ergreift er den Sonnenton, dann wird er eins mit dem planetarischen Wesen, das im Mittelpunkt der Erde verkörpert ist: er wird eins mit seinem Planeten. Aber er kann eins werden mit einem jeglichen Wesen. Dann macht er allerdings Erfahrungen, die über unser Sonnensystem hinausreichen. Dann erweitert sich sein Blick vom Systembewußtsein zum Weltenbewußtsein. Die Intuition führt über die einzelnen Sonnensysteme hinaus.
[ 19 ] And then there is a higher level of consciousness, which we call intuition in the true sense of the word, where a person can, so to speak, delve into things. This is not merely inspired consciousness. There, a person immerses himself, as it were, into the beings; he identifies with them. This leads him even further. Where can inspired consciousness lead him? It leads a person to feel at one with his Earth, for the “I”s of the plants are at the center of the Earth. If they grasp the solar tone, they become one with the planetary being embodied at the center of the Earth: they become one with their planet. But they can become one with any being whatsoever. Then, of course, they have experiences that extend beyond our solar system. Then their perspective expands from systemic consciousness to cosmic consciousness. Intuition leads beyond the individual solar systems.
[ 20 ] So sehen wir, daß wir in dem Mineralreiche etwas haben, das uns in seiner einheitlichen Gestaltung einen Grundboden liefert, der weit hinausreicht über unser gewöhnliches Dasein. Wir sehen, daß die heutige Menschengestalt eine physisch-irdische Gestalt ist, daß der Mensch sich aber wieder erheben wird von dem gewöhnlichen Erdenbewußtsein zum Planetenbewußtsein in der Imagination, zum Systembewußtsein in der Inspiration und zum Weltenbewußtsein in der Intuition.
[ 20 ] Thus we see that in the mineral kingdom we have something whose unified form provides us with a foundation that extends far beyond our ordinary existence. We see that the human form of today is a physical, earthly form, but that humanity will once again rise from ordinary earthly consciousness to planetary consciousness through imagination, to systemic consciousness through inspiration, and to cosmic consciousness through intuition.
[ 21 ] Das ist der Gang der Menschheit, insofern dieser Gang mit der ganzen Evolution unserer Welt verknüpft ist. Und wir werden nun im nächsten Vortrag heruntersteigen von dieser Betrachtung, die uns hinaufgeführt hat, zu dem, was sich abgespielt hat in den letzten Zeiten unseres Erdendaseins durch die ägyptische, durch die griechische Zeit und durch die Jetztzeit. Und wir werden sehen, wie sich im einzelnen Menschen in der Weltanschauung und im Leben, wie sich im Mikrokosmos spiegelt dasjenige, wovon wir uns heute ein Ahnung verschafft haben: wie sich da spiegelt das große Weltendasein.
[ 21 ] This is the course of humanity, insofar as this course is linked to the entire evolution of our world. And in the next lecture, we will now descend from this contemplation, which has led us upward, to what has unfolded in the latter periods of our earthly existence—through the Egyptian and Greek eras and into the present day. And we will see how, in the individual human being—in their worldview and in their life—how that which we have gained a glimpse of today is reflected in the microcosm: how the great existence of the world is reflected there.
