Egyptian Myths and Mysteries
in Relation to the Active Spiritual Forces of the Present
GA 106
3 September 1908, Leipzig
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Egyptian Myths and Mysteries, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Wir haben gestern versucht, gewisse Zusammenhänge in den Lebensverhältnissen, namentlich auch in den geistigen Verhältnissen der sogenannten nachatlantischen Zeit, vor unsere Augen zu stellen. Wir haben gesehen, wie die erste Kulturepoche dieser Zeit sich wiederholen wird in der letzten, der siebenten Kulturepoche, wie die persische Kultur sich wiederholen wird in der sechsten Kulturepoche, und wie die Kulturepoche, die uns in den nächsten Tagen beschäftigen wird, die ägyptische, sich wiederholt in dem Leben und den Schicksalen von uns selbst, in der fünften Kultur. Von der vierten Kultur, der griechisch-lateinischen Zeit, konnten wir sagen, daß sie sich eine Ausnahmestellung bewahrt hat, daß sie keine Wiederholung erlebt. Damit haben wir skizzenhaft hinweisen können auf geheimnisvolle Zusammenhänge in den Kulturen der nachatlantischen Zeit, die auf die Zeit der Atlantis folgte, der Atlantis, die durch gewaltige Wasserkatastrophen zugrunde gegangen ist. Auch diese der Atlantis nachfolgende Zeit wird untergehen.
[ 1 ] Yesterday we attempted to bring into focus certain connections in the conditions of life—and specifically in the spiritual conditions—of the so-called post-Atlantean epoch. We have seen how the first cultural epoch of this era will be repeated in the last, the seventh cultural epoch; how Persian culture will be repeated in the sixth cultural epoch; and how the cultural epoch that will occupy us in the coming days—the Egyptian one—is repeated in our own lives and destinies, in the fifth cultural epoch. Of the fourth cultural epoch, the Greco-Latin era, we were able to say that it has retained an exceptional position, that it does not undergo a repetition. In this way, we have been able to sketch out mysterious connections within the cultures of the post-Atlantean era, which followed the era of Atlantis—the Atlantis that perished as a result of massive water catastrophes. This era following Atlantis, too, will come to an end.
[ 2 ] Am Ende unserer fünften großen Epoche, der nachatlantischen, werden auch Katastrophen folgen, die ähnlich wirken werden wie jene am Schluß der atlantischen Epoche. Durch den Krieg aller gegen alle wird die siebente Kultur der fünften Epoche ihren Abschluß finden. Es waren interessante Zusammenhänge, die da angedeutet worden sind in gewissen Wiederholungen, die, wenn wir sie genauer verfolgen werden, tief hineinleuchten werden in unser Seelenleben.
[ 2 ] At the end of our fifth great epoch—the post-Atlantean—catastrophes will also follow that will have effects similar to those at the end of the Atlantean epoch. The seventh culture of the fifth epoch will come to an end through a war of all against all. These were interesting connections that were hinted at in certain repetitions which, if we trace them more closely, will shed deep light on our inner life.
[ 3 ] Heute müssen wir, womit wir uns einen Unterbau schaffen wollen, noch andere Wiederholungen vor unser geistiges Auge treten lassen. Wir werden den Blick weit hinausschweifen lassen in das Werden unserer Erde und werden sehen, daß die weiten Horizonte uns ganz intim interessieren müssen.
[ 3 ] Today, in order to lay a foundation for ourselves, we must allow other images to arise in our mind’s eye. We will let our gaze wander far out into the evolution of our Earth and see that these vast horizons must be of the utmost personal interest to us.
[ 4 ] Nur eine Mahnung sei noch an den Anfang gestellt, eine Warnung vor schematischen Wiederholungen. Wenn auf dem Gebiete des Okkultismus von solchen Wiederholungen die Rede ist, wie: die erste Kulturepoche wiederholt sich in der siebenten, die dritte in der fünften, dann kann leicht irgendeine Kombinationsgabe sich betätigen wollen und solche Schemata auch für andere Verhältnisse aufsuchen wollen. Man könnte glauben, daß man das könnte, und in der Tat wird in vielen Büchern über Theosophie mancher Unfug dadurch getrieben. Da muß denn streng gewarnt werden, daß nicht solche Kombinationen entscheiden, sondern einzig die Anschauung, die geistige Anschauung, sonst wird man fehlgehen. Vor solchen Kombinationen muß gewarnt werden. Das was wir lesen können in der geistigen Welt, läßt sich zwar durch Logik begreifen, aber nicht finden. Erleben läßt es sich nur durch die Erfahrung.
[ 4 ] Let me begin with just one reminder: a warning against formulaic repetitions. When, in the field of occultism, there is talk of such repetitions—such as: the first cultural epoch repeats itself in the seventh, the third in the fifth—then it is easy for someone with a knack for combining ideas to want to apply such patterns to other contexts as well. One might believe that this is possible, and in fact, in many books on theosophy, all sorts of nonsense is perpetrated as a result. A stern warning must therefore be issued that it is not such combinations that are decisive, but solely insight—spiritual insight—otherwise one will go astray. We must warn against such combinations. What we can read in the spiritual world can indeed be understood through logic, but not discovered. It can only be experienced through direct experience.
[ 5 ] Wir müssen, wenn wir genauer die Kulturepochen verstehen wollen, uns einen Überblick verschaffen über das Werden der Erde überhaupt, wie es sich darstellt dem Scher, der in das Geschehen urferner Vergangenheit seinen geistigen Blick richten kann.
[ 5 ] If we wish to understand the cultural epochs more thoroughly, we must gain an overview of the very formation of the Earth, as it appears to the thinker who can direct his spiritual gaze toward the events of the distant past.
[ 6 ] Wenn wir innerhalb dieses Werdens der Erde weit zurückblicken, dann können wir uns sagen, daß unsere Erde nicht immer so aussah wie heute. Sie hatte nicht den festen mineralischen Grund wie heute, das Mineralreich war nicht so wie heute, auch trug sie nicht solche Pflanzen und Tiere wie heute, und die Menschen waren nicht in einem fleischlichen Leibe wie heute, der Mensch hatte kein Knochensystem. Das hat sich alles erst später gebildet. Je weiter wir zurückschauen, desto mehr nähern wir uns einem Zustand, den wir, wenn wir ihn aus den Weltenfernen hätten betrachten können, gesehen haben würden nur wie einen Nebel, wie eine feine, ätherische Wolke. Dieser Nebel würde zwar viel größer gewesen sein als unsere heutige Erde, denn dieser Nebel würde gereicht haben bis in die Fernen der äußersten Planeten unseres Sonnensystems und darüber hinaus. Das alles hätte umfaßt eine weitreichende Nebelmasse, worin nicht allein das war, woraus sich unsere Erde gebildet hat, sondern alle Planeten, auch die Sonne selbst waren darin. Und wenn wir diese Nebelmasse genauer hätten untersuchen können — vorausgesetzt, der Beschauer hätte sich ihr nähern können —, so würde sie für uns so ausgesehen haben, wie wenn sie aus lauter feinen ätherischen Punkten zusammengesetzt gewesen wäre. Wenn wir einen Mückenschwarm von ferne ansehen, dann erscheint dieser uns wie eine Wolke, in der Nähe aber sehen wir die einzelnen Tierchen. So etwa hätten wir damals die Masse der Erde in urferner Vergangenheit gesehen, die damals nicht materiell war in unserem Sinne, sondern bis zum ätherischen Zustande verdichtet war. Diese Erdenbildung bestand also aus einzelnen Ätherpunkten, aber mit diesen Ätherpunkten war etwas ganz Besonderes verbunden. Wenn wir allerdings daran festhalten, daß das menschliche Auge die Punkte hätte sehen können, so hätte dieses nicht so etwas wahrgenommen, wie der Hellseher das gesehen haben würde, was er heute auch noch in der Tat rückblickend sieht. Das wollen wir uns durch einen Vergleich näherbringen.
[ 6 ] If we look far back in the history of the Earth’s development, we can conclude that our Earth did not always look the way it does today. It did not have the solid mineral foundation it has today; the mineral kingdom was not as it is today; nor did it support the same plants and animals as today; and human beings did not have physical bodies as they do today—humans had no skeletal system. All of this developed only later. The further back we look, the closer we come to a state that, had we been able to observe it from the far reaches of the universe, we would have seen only as a nebula—a fine, ethereal cloud. This nebula would, however, have been much larger than our present-day Earth, for it would have extended all the way to the farthest reaches of our solar system’s outermost planets and beyond. All of this would have comprised a vast nebular mass, containing not only the material from which our Earth formed, but also all the planets, including the Sun itself. And if we had been able to examine this nebular mass more closely—assuming the observer could have approached it—it would have appeared to us as if it were composed entirely of fine, ethereal points. When we look at a swarm of mosquitoes from a distance, it appears to us as a cloud; up close, however, we see the individual creatures. That is roughly how we would have seen the mass of the Earth in the distant past, which at that time was not material in our sense, but had condensed to an ethereal state. This formation of the Earth thus consisted of individual etheric points, but something very special was connected to these etheric points. However, if we maintain that the human eye could have seen these points, it would not have perceived them in the same way that a clairvoyant would have seen them—and indeed still sees them today when looking back. Let us illustrate this with a comparison.
[ 7 ] Nehmen wir ein Samenkorn einer Rose, einer wilden Rose, ein völlig ausgebildetes Samenkorn. Was sieht der, der es betrachtet? Er sieht einen Körper, der sehr klein ist, und wenn er nicht gelernt hat, wie das Samenkorn der wilden Rose aussieht, so wird er niemals herauskriegen können, daß da eine Hundsrose herauswachsen kann. Das würde er aus der bloßen Form des Korns niemals erraten. Der aber, der mit einer gewissen hellseherischen Fähigkeit begabt ist, der wird folgendes erleben können. Das Samenkorn wird allmählich vor seinem Blick verschwinden, aber vor sein hellseherisches Auge wird treten eine blumenähnliche Gestalt, die aus dem Korn geistig herauswächst. Sie steht vor dem hellseherischen Blick, eine wirkliche Form, die nur im Geiste erschaut werden kann. Diese Form ist das Urbild dessen, was später herauswächst aus dem Korn. Nun würden wir uns irren, wenn wir glaubten, daß dieses Bild ganz der Pflanze gleich sei, die dem Samenkorn entspricht. Es ist ganz und gar nicht gleich. Es ist eine wunderbare Lichtgestalt, die in sich Strömungen und komplizierte Bildungen zeigt, und man könnte sagen, daß das, was später herauswächst aus dem Korn, bloß ein Schatten dieser wunderbaren geistigen Lichtgestalt sei, die der Hellseher in dem Samenkorn sehen kann. Halten wir dieses Bild fest, wie der Hellseher sieht das Urbild der Pflanze, und jetzt sehen wir wieder auf unsere Urerde, auf die einzelnen ätherischen Punkte zurück.
[ 7 ] Let’s take a seed from a rose—a wild rose—a fully developed seed. What does the observer see? He sees a very small object, and unless he has learned what a wild rose seed looks like, he will never be able to figure out that a dog rose can grow from it. They would never guess that from the mere shape of the seed. But someone gifted with a certain clairvoyant ability will be able to experience the following: The seed will gradually disappear from their view, but a flower-like form will appear before their clairvoyant eye, growing spiritually out of the seed. It stands before the clairvoyant gaze, a real form that can only be perceived in the spirit. This form is the archetype of what will later grow from the seed. Now, we would be mistaken if we believed that this image were entirely identical to the plant that corresponds to the seed. It is not at all the same. It is a wondrous figure of light, revealing currents and intricate formations within itself, and one could say that what later grows out of the seed is merely a shadow of this wondrous spiritual figure of light that the clairvoyant can see within the seed. Let us hold on to this image of how the clairvoyant sees the archetype of the plant, and now let us look back again at our primordial earth, at the individual etheric points.
[ 8 ] Wenn nun der Hellseher, ebenso wie in dem vorigen Beispiele, sich gegenüberstellte einem solchen ätherischen Staubpunkte der Ursubstanz, so würde für ihn aus diesem ätherischen Staubkorn, ganz in ähnlicher Weise wie aus dem Samenkorn, eine Lichtgestalt herauswachsen, eine prächtige Gestalt, die in Wirklichkeit nicht da ist, die schlummernd in diesem Staubkorn ruht. Und was ist es denn, was da als eine Gestalt der Seher sehen kann, rückblickend auf dieses Urerdenatom? Was ist es denn, was da herauswächst? Das ist eine Gestalt, die wiederum verschieden ist — so verschieden wie das Urbild der Pflanze von der sinnlichen Pflanze — von dem physischen Menschen: Es ist das Urbild der heutigen Menschengestalt. Damals schlummerte geistig die Menschengestalt in dem ätherischen Staubkorn, und die ganze Erdenentwickelung war notwendig, damit das, was da ruhte, zum heutigen Menschen sich entwickelte. Dazu waren viele, viele Dinge notwendig, so wie für das Samenkorn auch vieles notwendig ist, wie der Samen in die Erde gesenkt werden muß, und wie die Sonne ihm ihre Wärmestrahlen schicken muß, damit er sich zur Pflanze entwickelt. Und wir werden allmählich verstehen, wie das zum Menschen wurde, wenn wir uns klarmachen, was alles geschehen ist in der Zwischenzeit.
[ 8 ] If now the clairvoyant, just as in the previous example, were to confront such an ethereal speck of the primordial substance, a figure of light would emerge for him from this ethereal speck—in much the same way as from a seed—a magnificent figure that does not actually exist, but lies dormant within this speck. And what is it, then, that the seer can perceive as a figure when looking back at this primordial earth atom? What is it that grows out of it? It is a figure that is, in turn, different—as different as the archetype of the plant is from the physical plant—from the physical human being: it is the archetype of today’s human form. At that time, the human form slumbered spiritually within the etheric speck of dust, and the entire development of the Earth was necessary so that what rested there could evolve into the human being of today. Many, many things were necessary for this, just as many things are necessary for the seed—just as the seed must be sown in the earth, and just as the sun must send its warming rays to it so that it may develop into a plant. And we will gradually come to understand how this became human when we realize everything that has happened in the meantime.
[ 9 ] In der urfernen Vergangenheit waren mit unserer Erde alle Planeten verbunden. Wir wollen jedoch zunächst einmal Sonne, Mond und Erde betrachten, die uns ja auch heute besonders interessieren. Unsere Sonne, unser Mond und unsere Erde waren damals auch nicht allein, sondern sie waren beisammen. Wenn wir diese drei heutigen Körper zusammenrühren würden wie zu einem Brei in einem großen Weltentopfe, und wir uns das als einen Weltenkörper denken würden, so würden wir das bekommen, was die Erde in ihrem Urzustand war, nämlich: Sonne plus Erde plus Mond. Natürlich konnte da der Mensch nur in einem geistigen Zustande leben. Damals konnte er nur in diesem Zustande leben, weil mit der Erde auch verbunden war, was in der heutigen Sonne ist. Und es dauerte eine lange, lange Zeit hindurch, daß der Weltenkörper, unsere Erde, Sonne und Mond noch in sich hatte und noch zusammen war mit all den Wesenheiten und Kräften, die damit verbunden waren. In diesen Zeiten war der Mensch noch in dem Uratom des Menschen nur geistig vorhanden. Das ist erst anders geworden in der Zeit, in der sich etwas ganz Bedeutsames in unserer Weltenentwickelung vollzogen hatte, nämlich, als sich die Sonne als ein selbständiger Körper abspaltete und zurückgelassen hat Erde und Mond. Jetzt haben wir, was früher eine Einheit war, als eine Zweiheit, zwei Weltenkörper, die Sonne und andererseits die Erde plus Mond. Warum ist das geschehen?
[ 9 ] In the distant past, all the planets were connected to our Earth. However, let us first consider the Sun, the Moon, and the Earth, which are of particular interest to us even today. Back then, our Sun, our Moon, and our Earth were not alone either, but were together. If we were to mix these three present-day celestial bodies together like a porridge in a great cosmic cauldron, and imagine them as a single cosmic body, we would obtain what the Earth was in its primordial state, namely: Sun plus Earth plus Moon. Naturally, human beings could only live there in a spiritual state. At that time, human beings could only live in this state because what is now in the Sun was also connected to the Earth. And it took a long, long time for the cosmic body—our Earth, Sun, and Moon—to still contain within itself and remain united with all the beings and forces associated with it. In those times, human beings existed only spiritually within the primordial atom of humanity. This only changed during the period when something quite significant took place in the evolution of our world—namely, when the Sun separated as an independent body, leaving behind the Earth and the Moon. Now what was once a unity has become a duality: two celestial bodies—the Sun on the one hand, and the Earth and the Moon on the other. Why did this happen?
[ 10 ] Alles was geschieht, hat natürlich einen tiefen Sinn, den wir verstehen werden, wenn wir rückschauend finden, daß damals auf der Erde nicht nur Menschen lebten, sondern daß auch andere Wesen geistiger Art mit ihnen verbunden waren, die zwar nicht für physische Augen wahrnehmbar waren, die aber doch vorhanden waren, so wahr vorhanden wie die Menschen und die anderen physischen Wesen. So sind zum Beispiel mit unserer Welt Wesen verbunden, im Umkreis der Erde lebend, die die christliche Esoterik Engel, Angeloi nennt. Diese Wesenheiten können wir uns am besten vorstellen, wenn wir bedenken, daß ein solches Wesen auf der Stufe steht, auf welcher der Mensch sein wird, wenn die Erde ihre Entwickelung beendet haben wird. Heute sind diese Wesen schon so weit, wie der Mensch am Ziel seiner Erdenentwickelung sein wird. Eine noch höhere Stufe nehmen die Erzengel, Archangeloi oder Feuergeister ein, Wesenheiten, welche wir erblicken können, wenn wir unseren geistigen Blick richten auf die Angelegenheiten ganzer Völker. Diese Angelegenheiten werden gelenkt von Wesenheiten, die man Erzengel oder Archangeloi nennt. Eine noch höhere Art von Wesenheiten nennt man die Urbeginne oder Archai oder die Geister der Persönlichkeit, und wir finden diese, wenn wir den Blick schweifen lassen über ganze Zeiten und viele Völker und deren Beziehungen und Gegensätze und ins Auge fassen das, was man gewöhnlich den Zeitgeist nennt. Wenn man zum Beispiel unsere Zeit betrachtet, so wird diese geleitet von höheren Wesen, die man Urbeginne oder Archai nennt. Dann gibt es noch höhere Wesenheiten, die man in der christlichen Esoterik Gewalten oder Exusiai oder Geister der Form nennt. So sind also mit unserer Erde verbunden unzählige Wesenheiten, die sich sozusagen wie in einer Art von Stufenleiter dem Menschen angliedern.
[ 10 ] Everything that happens, of course, has a profound meaning, which we will understand when we look back and realize that not only humans lived on Earth at that time, but that other spiritual beings were also connected to them—beings who, although not perceptible to the physical eye, were nonetheless present, just as real as humans and other physical beings. For example, beings connected to our world—living in the Earth’s sphere—are referred to in Christian esotericism as angels, or Angeloi. We can best imagine these beings by considering that such a being stands at the stage that humanity will reach when the Earth has completed its evolution. Today, these beings have already reached the stage that humanity will attain at the end of its earthly evolution. The archangels, Archangeloi, or fire spirits occupy an even higher level—beings we can perceive when we direct our spiritual gaze toward the affairs of entire peoples. These affairs are guided by beings called archangels or Archangeloi. An even higher class of beings is called the Primordial Principles, or Archai, or the Spirits of Personality, and we encounter them when we let our gaze roam over entire eras and many peoples, their relationships and contrasts, and contemplate what is commonly called the “spirit of the age.” If, for example, we consider our own time, it is guided by higher beings known as the Primordial Principles or Archai. Then there are even higher beings, known in Christian esotericism as Powers, Exusiai, or Spirits of Form. Thus, countless beings are connected to our Earth, linking themselves to human beings, as it were, in a kind of hierarchical ladder.
[ 11 ] Wenn wir bei dem Mineral anfangen und aufsteigen vom Mineral zur Pflanze, von der Pflanze zum 'Tier und dann zum Menschen, so ist der Mensch das höchste physische Wesen; die anderen aber sind ebenso da, sie sind zwischen uns, durchdringen uns. Im Beginne unserer Erdenentwickelung nun, von der wir eben gesprochen, als die Erde gleichsam als Urnebel auftaucht aus dem Schoße der Ewigkeit, da sind alle solchen Wesen verbunden mit der Erde, und es würde sich für den Hellseher ergeben, wie zu gleicher Zeit mit der Menschengestalt auch andere Wesen jenes Bild durchdringen. Es sind die oben genannten Wesen und Wesen noch höherer Art, wie die Mächte, die Herrschaften, die Throne, die Cherubim und dann die Seraphim. Das sind alles Wesen, die innig verbunden waren mit jenem gewaltigen ätherischen Staub, aber sie stehen auf verschiedenen Stufen der Entwickelung. Es gibt solche, welche eine Erhabenheit haben, von der der Mensch keine Ahnung hat, doch gibt es auch Wesen, die den Menschen näherstehen. Weil solche Wesenheiten auf verschiedener Stufe standen, konnten sie ihre Entwickelung nicht in der Art durchmachen wie der Mensch, es mußte für sie ein Wohnplatz geschaffen werden. Es waren unter den hohen Wesenheiten solche, die sehr viel eingebüßt hätten, wenn sie mit den niederen Wesen verbunden geblieben wären. Daher sonderten sie sich ab. Sie nahmen aus dem Nebel die feinsten Substanzen heraus und bildeten sich in der Sonne ihren Wohnsitz. Sie bildeten sich dort ihren Himmel; da fanden sie das rechte Tempo ihrer Entwickelung. Wären sie in den geringeren Substanzen geblieben, die sie in der Erde zurückgelassen haben, dann würden sie dadurch ihre Entwickelung nicht haben fortsetzen können. Das wäre eine Hemmung, wie ein Bleigewicht in ihrer Entwickelung gewesen. Wir sehen daraus, wie das, was materiell geschieht, wie die Spaltung der Weltsubstanz, nicht bloß aus physikalischer Ursache geschieht, sondern durch die Kräfte der Wesenheiten, die einen Wohnsitz für ihre Entwickelung notwendig haben; es geschieht, weil sie ihr Weltenhaus bauen müssen. Das müssen wir betonen, daß geistige Ursachen zugrunde liegen.
[ 11 ] If we begin with the mineral and move upward from the mineral to the plant, from the plant to the “animal,” and then to the human being, the human being is the highest physical being; the others, however, are just as present—they are among us and permeate us. At the beginning of our Earth’s development—which we have just discussed—when the Earth emerges, as it were, as a primordial nebula from the bosom of eternity, all such beings are connected to the Earth, and it would become apparent to the clairvoyant how, at the same time as the human form, other beings also permeate that image. These are the beings mentioned above and beings of an even higher order, such as the Powers, the Principalities, the Thrones, the Cherubim, and then the Seraphim. These are all beings who were intimately connected with that mighty etheric dust, but they stand at different stages of development. There are some who possess a sublimity of which human beings have no inkling, yet there are also beings who are closer to human beings. Because such entities stood at different levels, they could not undergo their evolution in the same way as human beings; a dwelling place had to be created for them. Among the higher beings were some who would have lost a great deal had they remained connected to the lower beings. Therefore, they separated themselves. They extracted the finest substances from the mist and established their dwelling place in the sun. There they formed their heaven; there they found the proper pace for their evolution. Had they remained in the lower substances they left behind on Earth, they would not have been able to continue their development. That would have been an obstacle, like a lead weight, in their development. From this we see how what happens materially—such as the division of the world’s substance—does not occur merely due to physical causes, but through the forces of the beings who require a dwelling place for their evolution; it happens because they must build their world-home. We must emphasize that spiritual causes underlie this.
[ 12 ] So ist zurückgeblieben auf der Erde plus Mond der Mensch und mit ihm höhere Wesen der untersten Hierarchie, wie Engel und Erzengel und Wesenheiten, die tiefer standen als er selbst. Nur eine einzige mächtige Wesenheit, die eigentlich schon reif war, mit auf den Schauplatz der Sonne zu wandern, hat sich geopfert und ist mitgegangen mit Erde plus Mond. Es ist die Wesenheit, die später Jahve oder Jehova genannt wurde. Er hat die Sonne verlassen und wurde dann der Leiter der Angelegenheiten auf der Erde plus Mond. So haben wir zwei Wohnplätze: die Sonne mit den erhabensten Wesen, unter der Führung einer besonders hohen, erhabenen Wesenheit, die die Gnostiker zum Beispiel sich vorzustellen versuchten unter dem Namen Pleroma. Wir sollen uns dieses Wesen vorstellen als den Regenten der Sonne. Jahve ist der Leiter der Erde plus Mond. Wir wollen das ganz besonders festhalten, daß die edelsten, erhabensten Geister mit der Sonne herausgegangen sind und die Erde mit dem Monde zurückgelassen haben. Der Mond war noch nicht abgespalten, er war noch in der Erde darinnen. Wie kann man nun diesen kosmischen Vorgang der Abtrennung der Sonne von der Erde empfinden? Man muß vor allen Dingen die Sonne mit ihren Bewohnern empfinden als das Hehrste, Reinste, Erhabenste, was mit der Erde früher in Verbindung gewesen war, und dann muß man empfinden das, was Erde plus Mond ist, als das, was sich dagegen als das Niedere herausgebildet hat. Der Zustand war damals noch niedriger als der unserer heutigen Erde. Diese steht wiederum höher, denn es trat ein späterer Zeitpunkt ein, in dem die Erde sich des Mondes entledigte und mit ihm ihrer gröberen Substanzen, mit denen der Mensch sich nicht weiter hätte entwickeln können. Die Erde mußte den Mond herauswerfen.
[ 12 ] Thus, humanity remained behind on Earth and the Moon, along with higher beings of the lowest hierarchy—such as angels, archangels, and beings who stood lower than humanity itself. Only a single powerful being—who was actually already ready to journey to the realm of the Sun—sacrificed himself and went along with the Earth and the Moon. It is the being who was later called Yahweh or Jehovah. He left the Sun and then became the ruler of affairs on Earth and the Moon. Thus, we have two dwelling places: the Sun with the most exalted beings, under the leadership of a particularly high, exalted being whom the Gnostics, for example, tried to conceive of under the name Pleroma. We should imagine this being as the ruler of the Sun. Yahweh is the ruler of the Earth and the Moon. Let us emphasize this point in particular: the noblest, most exalted spirits departed with the Sun and left the Earth and the Moon behind. The Moon had not yet been separated; it was still inside the Earth. How, then, can one perceive this cosmic process of the Sun’s separation from the Earth? Above all, one must perceive the Sun, with its inhabitants, as the most noble, purest, and most sublime entity that had previously been connected to the Earth; and then one must perceive what the Earth and Moon together constitute as that which, in contrast, has developed into the lower realm. The state at that time was even lower than that of our present-day Earth. The Earth, in turn, stands higher, for a later point in time arrived when the Earth cast off the Moon and, with it, its coarser substances, with which human beings could not have developed any further. The Earth had to cast out the Moon.
[ 13 ] Vorher aber war die finsterste, schauervollste Zeit für unsere Erde, da war das, was die edlen Entwickelungsanlagen hatte, unter die Gewalt schlimmer, sehr schlimmer Kräfte gekommen, und erst dadurch konnte der Mensch weiterkommen, daß er die schlimmsten Daseinsbedingungen mit dem Monde heraussetzte.
[ 13 ] But before that, our Earth had gone through its darkest, most terrifying period; during that time, what possessed noble potential for development had fallen under the sway of terrible, truly terrible forces, and it was only by enduring the worst conditions of existence on the Moon that humanity was able to progress.
[ 14 ] Wir müssen empfinden, daß da ein Lichtprinzip, ein Prinzip der Erhabenheit, das Prinzip der Sonne, entgegensteht dem Prinzip der Finsternis, dem Prinzip des Mondes. Hätte man da hellseherisch angesehen die Sonne, die damals herausgetreten war, man würde die Wesen gesehen haben, die sie bewohnen wollten. Aber noch etwas anderes hätte man wahrgenommen. Es würde, was sich als Sonne herausgezogen hatte, sich nicht nur gezeigt haben als ein Zusammenhang von geistigen Wesen, es hätte sich auch nicht ätherisch gezeigt, denn das gehörte zum Gröberen: es hätte sich gezeigt als etwas Astralisches, wie eine mächtige Lichtaura. Was man als Lichtprinzip empfunden hätte, das hätte man als eine leuchtende Aura im Weltenraum gesehen. Dadurch, daß die Erde aber dieses Licht herausgelassen hatte, würde sie plötzlich verdichtet ausgesehen haben, wenn auch noch nicht fest mineralisch. Ein gutes und ein böses, ein helles und ein finsteres Prinzip standen sich dazumal gegenüber.
[ 14 ] We must sense that there is a principle of light, a principle of sublimity—the principle of the Sun—that stands in opposition to the principle of darkness, the principle of the Moon. If one had looked at the Sun with clairvoyant eyes—the Sun that had emerged at that time—one would have seen the beings who wished to inhabit it. But one would have perceived something else as well. What had emerged as the sun would not only have revealed itself as a community of spiritual beings; nor would it have appeared in an ethereal form, for that belonged to the coarser realm: it would have appeared as something astral, like a powerful aura of light. What one would have perceived as the principle of light would have been seen as a luminous aura in the cosmos. However, because the Earth had allowed this light to escape, it would suddenly have appeared condensed, though not yet solidly mineral. A good and an evil, a light and a dark principle stood in opposition to one another at that time.
[ 15 ] Nun wollen wir einmal sehen, wie die Erde aussah, bevor sie den Mond heraussetzte. Ganz falsch würde die Vorstellung sein, wenn man sie sich denken würde wie unsere heutige Erde. Der Kern der damaligen Erde war eine feurige, brodelnde Masse. Dieser Kern würde als ein Feuerkern erschienen sein, der aber umgeben war von mächtigen Wassergewalten, jedoch nicht wie unser heutiges Wasser, denn darinnen waren ja auch enthalten die Metalle in flüssiger Form. In all dem drinnen war der Mensch, aber in ganz anderer Gestalt.
[ 15 ] Now let's see what the Earth looked like before it ejected the Moon. It would be completely wrong to imagine it as our Earth today. The core of the Earth back then was a fiery, seething mass. This core would have appeared as a fiery core, but it was surrounded by mighty forces of water—though not like the water we know today, for it also contained metals in liquid form. Amid all of this was humankind, but in a completely different form.
[ 16 ] So war die Erde damals, als sie den Mond heraussonderte. Vor allen Dingen war damals auf der Erde nicht die Luft zu finden, die war gar nicht darinnen. Die Wesen, die damals da waren, brauchten gar keine Luft, sie hatten ein ganz anderes Atmungssystem. Der Mensch war eine Art Fisch-Amphibium geworden. Aber aus ganz weicher, flüssiger Materie bestand er. Das, was er in sich sog, war nicht Luft, sondern dasjenige, was in dem Wasser enthalten war. So etwa sah die Erde in der damaligen Zeit aus. Wir müssen die damalige Zeit empfinden als etwas, wo die Erde tiefer stand als unsere heutige Erde. Das mußte so sein. Der Mensch hätte sonst niemals das richtige Tempo und die Mittel zu seiner Entwickelung finden können, hätten sich nicht Sonne und Mond von der Erde abgespalten. Mit der Sonne in der Erde wäre alles zu schnell gegangen, aber viel zu langsam wäre alles gegangen mit den Kräften, die jetzt auf dem Monde wirken. Als der Mond unter mächtigen Katastrophen sich herauszog aus der Erde, da bereitete sich nach und nach vor, was man nennen könnte die Trennung einer Lufthülle und des Wasserelements. Die Luft war damals ganz und gar nicht die Luft von heute, sondern alle möglichen Dämpfe waren noch darinnen enthalten. Aber dasjenige Wesen, was sich damals allmählich vorbereitete, war erst eine gewisse Anlage zum heutigen Menschen. Wir werden das alles noch genauer zu schildern haben.
[ 16 ] That is what the Earth was like back then, when it separated the Moon from itself. Above all, there was no air on Earth at that time; it simply wasn’t there. The beings that existed back then did not need air at all; they had a completely different respiratory system. Human beings had become a kind of fish-amphibian. But they were composed of very soft, liquid matter. What they drew into themselves was not air, but rather what was contained in the water. That is roughly what the Earth looked like at that time. We must conceive of that time as a period when the Earth was at a lower level than our present-day Earth. It had to be that way. Otherwise, humankind would never have been able to find the right pace and the means for its development had the Sun and Moon not separated from the Earth. With the Sun still within the Earth, everything would have happened too quickly; but with the forces now at work on the Moon, everything would have proceeded far too slowly. As the Moon emerged from the Earth amid mighty catastrophes, what might be called the separation of an air envelope from the water element gradually took shape. The air at that time was by no means the air of today; rather, it still contained all manner of vapors. But the being that was gradually taking shape at that time was merely a rudimentary form of what would become modern humanity. We will have to describe all of this in greater detail.
[ 17 ] So haben wir den Menschen in drei Verhältnissen kennengelernt. Erstens in dem Verhältnis, wo er zusammenlebte mit Erde plus Sonne plus Mond und allen höheren Wesenheiten in dem einen Weltenkörper. Da würde er sich für den hellsehenden Blick so darstellen, wie wir das beschrieben haben. Dann können wir ihn unter recht ungünstigen Verhältnissen kennenlernen auf der Erde plus Mond. Wäre er in diesem Verhältnis geblieben, er wäre ein sehr bösartiges, ein furchtbar wildes Wesen geworden. Als die Sonne sich getrennt hatte, da haben wir den Gegensatz von Sonne auf der einen Seite, und Mond plus Erde auf der anderen Seite. Die Sonne erglänzte, als die große gewaltige Sonnenaura im Raum, in ihrer strahlenden Glorie. Auf der anderen Seite blieben die Erde plus Mond mit all den unheimlichen Kräften, welche auch die edleren Elemente im Menschen herunterzogen. So war die Zweigliedrigkeit entstanden. Und dann kommt die Dreigliedrigkeit. Die Sonne bleibt, was sie ist, die Erde aber trennt sich von dem Monde, die gröbsten Substanzen treten heraus; der Mensch aber bleibt auf der Erde zurück.
[ 17 ] Thus, we have come to know humankind in three different contexts. First, in the context where it coexisted with the Earth, the Sun, the Moon, and all higher beings within a single cosmic body. To the clairvoyant eye, it would appear as we have described. Then we can observe him under quite unfavorable conditions on Earth and the Moon. Had he remained in this state, he would have become a very malicious, a terribly wild being. When the Sun separated, we saw the contrast between the Sun on one side and the Moon and Earth on the other. The Sun shone as the great, mighty solar aura in space, in all its radiant glory. On the other side remained the Earth and the Moon with all the sinister forces that also drew down the nobler elements within human beings. Thus the twofold structure came into being. And then comes the threefold structure. The Sun remains what it is, but the Earth separates from the Moon; the coarsest substances emerge; while humanity remains behind on Earth.
[ 18 ] Als ein dreifaches Prinzip empfindet der Mensch die Kräfte, wenn er auf den dritten Zeitraum blickt. Er fragt sich: Woher kommen diese Kräfte? — Im ersten Zeitraum war der Mensch noch mit all den hohen Kräften der Sonne verbunden. Die Kräfte, die sich in dem zweiten Zeitraum entwickelten, waren dann mit dem Monde hinausgegangen. Wie eine Erlösung empfand das der Mensch, aber er hatte auch die Erinnerung an den ersten Zeitraum, als er noch mit den Sonnenwesen vereint war. Der Mensch hatte die Sehnsucht kennengelernt, er empfand sich als der verstoßene Sohn. Und mit den Kräften, die mit Sonne und Mond hinausgegangen waren, mit diesen Kräften konnte er sich fühlen als ein Sohn von Sonne und Mond.
[ 18 ] When looking back on the third epoch, human beings perceive these forces as a threefold principle. They ask themselves: Where do these forces come from? — In the first epoch, human beings were still connected to all the higher forces of the Sun. The forces that developed in the second epoch then went out with the Moon. Humanity experienced this as a kind of redemption, yet they also retained the memory of the first epoch, when they were still united with the solar beings. Humanity had come to know longing; they felt like the prodigal son. And through the forces that had departed with the Sun and the Moon—through these very forces—they could feel themselves to be children of the Sun and the Moon.
[ 19 ] So entwickelt sich unser Erdenkörper von der Einheit zur Zweiheit, bis zur Dreiheit: Sonne, Erde, Mond. Die Zeit, wo der Mond sich herausspaltete, wo der Mensch erst die Möglichkeit erhielt, sich zu entwickeln, diese Zeit bezeichnet man als das lemurische Zeitalter. Und nachdem gewaltige Feuerkatastrophen die lemurische Zeit abgeschlossen hatten, da trat allmählich ein Zustand unserer Erde ein, der herbeiführen konnte die Verhältnisse, die in der alten Atlantis sich entwickeln konnten. Die ersten Anfänge von Land ragten aus den Wassermassen empor. Das war lange Zeit nach der Herausspaltung des Mondes. Aber durch diese Herausspaltung konnte die Erde sich erst so entwickeln. In der Atlantis war der Mensch auch noch ganz anders als heute — das werden wir später noch berühren können —, aber in der atlantischen Zeit war er doch schon so weit, daß er als eine weiche, sozusagen schwimmende, schwebende Masse sich fortbewegte und die Lufthülle belebte. Erst ganz allmählich entwickelte sich das Knochensystem. Um die Mitte der Atlantis ist der Mensch erst soweit, daß er einigermaßen unserer heutigen Gestalt ähnlich sieht. Aber der Mensch hatte in der Atlantis ein hellseherisches Bewußtsein, und unser heutiges Bewußtsein hat sich erst in viel späteren Zeiten entwickelt, und wollen wir den damaligen Menschen verstehen, so müssen wir dieses damalige Hellseherbewußtsein uns vor Augen führen. Wir verstehen es am besten im Vergleich mit dem heutigen Bewußtsein.
[ 19 ] Thus our Earth evolves from unity to duality, and finally to trinity: Sun, Earth, Moon. The time when the Moon split off, when humanity first gained the opportunity to evolve, is known as the Lemurian Age. And after massive fire catastrophes had brought the Lemurian era to a close, a new phase gradually set in on our Earth that could give rise to the conditions that would later develop in ancient Atlantis. The very first traces of land began to emerge from the vast waters. This occurred long after the Moon had separated from the Earth. But it was only through this separation that the Earth was able to develop in this way. In Atlantis, human beings were still quite different from what they are today—we will touch on this later—but by the Atlantean era, they had already reached a stage where they moved about as a soft, so to speak, floating mass and animated the atmosphere. Only very gradually did the skeletal system develop. It was not until around the middle of the Atlantean epoch that human beings had reached a stage where they resembled our present-day form to some extent. But in Atlantis, human beings possessed a clairvoyant consciousness, and our present-day consciousness did not develop until much later; if we wish to understand the people of that time, we must keep this clairvoyant consciousness of that era in mind. We can best understand it by comparing it with our present-day consciousness.
[ 20 ] Heute nimmt der Mensch von dem Morgen bis zum Abend die Welt sinnlich wahr. Er nimmt durch seine Sinnestätigkeit fortwährend Gesichts- und Gehörseindrücke auf. Mit dem Einbruch der Nacht jedoch sinkt diese sinnliche Welt in ein Meer von Bewußtlosigkeit für den Menschen unter. Allerdings für den Okkultisten ist das in Wirklichkeit keine Bewußtlosigkeit, sondern nur ein niederer Grad von Bewußtsein. Jetzt wollen wir uns klarmachen, daß heute der Mensch ein doppeltes Bewußtsein hat, ein helles Tagesbewußtsein und ein Schlaf- oder Traumbewußtsein. So war es nun nicht in den ersten Zeiten der Atlantis.
[ 20 ] Today, from morning until evening, human beings perceive the world through their senses. Through their sensory activity, they constantly take in visual and auditory impressions. With the onset of night, however, this sensory world sinks into a sea of unconsciousness for human beings. For the occultist, however, this is not actually a state of unconsciousness, but merely a lower degree of consciousness. Let us now realize that today human beings have a dual consciousness: a clear daytime consciousness and a sleep or dream consciousness. This was not the case in the early days of Atlantis.
[ 21 ] Betrachten wir den Wechsel zwischen Wachen und Schlaf in dieser ersten Zeit. Da war es auch so, daß der Mensch während einer bestimmten Zeit untertauchte in seinen physischen Leib, aber er nahm da die Gegenstände nicht in den scharfen Konturen wahr wie heute. Wenn wir uns etwa vorstellen, wir gingen aus in einem dichten Winternebel, und wir sähen abends die Laternen wie umgeben von einer Lichtaura, so haben wir eine ungefähre Vorstellung von dem Gegenstandsbewußtsein des Atlantiers. Alles war für den damaligen Menschen umgeben von solchem Nebel, alles war wie in einem Nebel darinnen. Das war damals der Tagesanblick. Des Nachts bot sich ein ganz anderer dar. Der Nachtanblick war aber auch nicht der, wie er heute ist. Wenn der Atlantier herausstieg aus seinem Leibe, so versank er nicht in Bewußtlosigkeit, sondern er befand sich in einer Welt göttlich-geistiger Wesen, von Ich-Wesen, die er um sich herum wahrnahm als seine Genossen. So wahr der Mensch heute während der Nacht diese Wesen nicht sieht, so wahr ist er in jenen Zeiten in ein Meer von Geistigkeit untergetaucht, in dem er in der Tat die göttlichen Wesen wahrnahm. Bei Tage war er der Genosse der niederen Reiche, bei Nacht war er der Genosse der höheren Wesenheiten. So lebte der Mensch in einem Geistesbewußtsein, wenn auch dämmerhaft; wenn er auch kein Selbstbewußtsein hatte, er lebte unter diesen göttlich-geistigen Wesenheiten.
[ 21 ] Let us consider the alternation between wakefulness and sleep during this early period. At that time, too, human beings would, for a certain period, sink into their physical bodies, but they did not perceive objects with the sharp contours we do today. If we imagine, for example, walking out into a thick winter fog and seeing the streetlights in the evening as if surrounded by a halo of light, we have a rough idea of the Atlanteans’ perception of objects. For people back then, everything was surrounded by such a fog; everything was as if shrouded in it. That was the view during the day. At night, a completely different scene presented itself. But the night vision was not the same as it is today either. When the Atlantean stepped out of his body, he did not sink into unconsciousness, but found himself in a world of divine-spiritual beings—of I-beings—whom he perceived around him as his companions. Just as true as it is that people today do not see these beings during the night, so true is it that in those times they were immersed in a sea of spirituality, in which they did indeed perceive the divine beings. By day he was a companion of the lower realms; by night he was a companion of the higher beings. Thus did human beings live in a state of spiritual consciousness, albeit a dim one; even though they lacked self-awareness, they lived among these divine-spiritual beings.
[ 22 ] Jetzt verfolgen wir einmal die vier Zeiträume in unserer Erdenentwickelung. Wir verfolgen zuerst den Zeitraum, in dem Sonne und Mond noch verbunden waren mit der Erde. Diesen Zeitraum stellen wir vor unsere Seele. Wir müssen uns sagen: reine, ideale Wesen sind die Wesen dieser Erde eigentlich, und der Mensch ist eigentlich nur als ein Ätherkörper vorhanden und nur geistigen Augen erschaubar. Dann kommen wir zu dem zweiten Zeitraum. Wir sehen die Sonne als einen Körper für sich, sichtbar als Aura, und Mond plus Erde als eine Welt des Bösen. Dann kommen wir zu einem dritten Zeitraum: der Mond trennt sich auch von der Erde, und auf die Erde wirken die Kräfte, die das Ergebnis dieser Dreiheit sind. Und dann kommen wir zu einem vierten Zeitraum. Der Mensch ist da schon ein Wesen in der physischen Welt, die ihm nebelhaft erscheint; im Schlafe ist er noch der Genosse göttlicher Wesenheiten. Das ist der Zeitraum, der abschließt mit gewaltigen Wasserkatastrophen, die Zeit der Atlantis.
[ 22 ] Now let us trace the four periods in the evolution of our Earth. First, we will examine the period when the Sun and Moon were still connected to the Earth. We will visualize this period in our minds. We must tell ourselves: the beings of this Earth are, in truth, pure, ideal beings, and human beings exist only as etheric bodies, visible only to the spiritual eye. Then we come to the second period. We see the Sun as a body in its own right, visible as an aura, and the Moon and Earth together as a world of evil. Then we come to a third period: the Moon also separates from the Earth, and the forces resulting from this trinity act upon the Earth. And then we come to a fourth period. By then, the human being is already a being in the physical world, which appears to him as a mist; in sleep, he is still a companion of divine beings. This is the period that concludes with massive water catastrophes—the time of Atlantis.
[ 23 ] Und jetzt gehen wir einmal einen Schritt weiter, gehen wir zu dem Menschen der nachatlantischen Zeit. Wie gesagt, er hat sich durch viele Jahrtausende entwickelt. Wir sehen ihn zunächst in den ersten Kulturepochen der nachatlantischen Zeit: der urindischen, der urpersischen, der ägyptisch-chaldäisch-babylonischen und der griechisch-lateinischen Kultur und in unserer fünften Kultur. Was hatte der Mensch vor allen Dingen verloren? Eines hatte er verloren, das wir uns vorstellen können, wenn wir die Schilderung der Atlantis uns vor Augen halten.
[ 23 ] And now let’s take it a step further and turn to the human being of the post-Atlantean era. As I said, this human being has evolved over many millennia. We first encounter him in the early cultural epochs of the post-Atlantean era: the Proto-Indian, Proto-Persian, Egyptian-Chaldean-Babylonian, and Greek-Latin cultures, as well as in our fifth culture. What, above all, had humankind lost? He had lost one thing that we can imagine when we keep the description of Atlantis in mind.
[ 24 ] Versuchen wir uns den Schlafzustand der Atlantier vorzustellen. Da war der Mensch noch der Genosse des Geistigen, der Götter, er nahm eine Welt des Geistigen wahr, wirklich wahr. Das hatte der Mensch nach der atlantischen Katastrophe verloren. Nächtliches Dunkel breitete sich um ihn aus. Dafür trat eine Aufhellung des Tagesbewußtseins ein und die Entwickelung des Ichs. Das alles hatte sich der Mensch errungen, aber die alten Götter waren für ihn entschwunden, sie waren nur noch Erinnerungen, und alles, was die Seele erlebt hatte, war in der ersten nachatlantischen Zeit bloß Erinnerung, Erinnerung an den früheren Umgang mit diesen Götterwesenheiten.
[ 24 ] Let us try to imagine the state of sleep experienced by the Atlanteans. Back then, human beings were still companions of the spiritual realm, of the gods; they perceived a spiritual world—truly perceived it. Human beings had lost that after the Atlantean catastrophe. Nighttime darkness spread around him. In its place came a brightening of daytime consciousness and the development of the “I.” Humanity had achieved all this, but the old gods had vanished from their lives; they were now only memories, and everything the soul had experienced in the early post-Atlantean era was merely a memory—a memory of their former interaction with these divine beings.
[ 25 ] Nun wissen wir, daß die Seelen dieselben bleiben, daß sie sich wiederverkörpern. Gerade wie in den alten Zeiten der Atlantis unsere Seelen schon dabei waren, schon wohnten in den Körpern, so waren auch diese Seelen bei der Trennung von Mond und Sonne von der Erde und auch schon in der allerersten Zeit da. Der Mensch war schon da im ätherischen Staub. Und jetzt sind die fünf Kulturepochen der nachatlantischen Zeit in ihren Weltanschauungen, in dem, was ihre Religionen sind, nichts anderes als die Erinnerungen an die alten Epochen der Erde.
[ 25 ] Now we know that souls remain the same, that they reincarnate. Just as in the ancient times of Atlantis our souls were already present, already dwelling within bodies, so too were these souls present at the time of the separation of the Moon and the Sun from the Earth, and were already there in the very earliest times. Humanity was already there in the etheric dust. And now the five cultural epochs of the post-Atlantean era, in their worldviews and in their religions, are nothing other than memories of the Earth’s ancient epochs.
[ 26 ] Der erste, der urindische Zeitraum, der entwickelte eine Religion, die wie ein inneres Aufleuchten erscheint, wie eine innere Wiederholung in Vorstellungen und Gefühlen des allerersten Zeitraums, wo Sonne und Mond noch mit der Erde verbunden waren, wo jene erhabenen Wesen der Sonne noch auf der Erde wohnten. Wir können uns denken, daß da eine erhabene Vorstellung geweckt werden mußte. Und den Geist, der sich mit allen Engeln und Erzengeln, mit allen Geistern, hohen Göttern und Wesenheiten verband, in dem ersten Zustande der Erde, dem Urnebel, den faßte das indische Bewußtsein zusammen unter einer hohen Individualität, unter dem Namen Brahm, Brahma. Im Geiste wiederholte die erste Kulturepoche der nachatlantischen Zeit das, was geschehen war. Sie ist nichts anderes als eine Wiederholung der ersten Erdepoche im inneren Anschauen.
[ 26 ] The first, the primordial Indian period, gave rise to a religion that appears like an inner radiance, like an inner echo of the thoughts and feelings of the very earliest period, when the sun and moon were still connected to the earth, when those sublime beings of the sun still dwelt upon the earth. We can imagine that a sublime concept must have been awakened there. And the spirit that united with all the angels and archangels, with all the spirits, high gods, and beings in the Earth’s first state—the primordial mist—was summarized by Indian consciousness under a lofty individuality, under the name Brahm, Brahma. In the spirit, the first cultural epoch of the post-Atlantean era repeated what had happened. It is nothing other than a repetition of the first earthly epoch in inner contemplation.
[ 27 ] Nun fassen wir die zweite Kulturperiode ins Auge. In dem Prinzip des Lichtes und der Finsternis, da haben wir das Religionsbewußtsein der urpersischen Kulturperiode. Da stellten die großen Eingeweihten zwei Wesenheiten, von denen sie die eine in der Sonne personifiziert sahen, die andere im Monde, die stellten sie einander gegenüber. Ahura Mazdao, die Lichtaura, Ormuzd, ist das Wesen, das die Perser als den höchsten Gott verehrten; Ahriman ist der böse Geist, der Repräsentant aller der Wesen, die die Erde plus Mond besaß. Eine Erinnerung an die zweite Erdepoche ist die Religion der Perser.
[ 27 ] Now let us turn our attention to the second cultural period. In the principle of light and darkness, we find the religious consciousness of the proto-Persian cultural period. There, the great initiates placed two entities—one of which they saw personified in the sun, the other in the moon—in opposition to one another. Ahura Mazdao, the aura of light, Ormuzd, is the being whom the Persians worshiped as the supreme God; Ahriman is the evil spirit, the representative of all the beings that inhabited the Earth and the Moon. The religion of the Persians is a remnant of the second Earth epoch.
[ 28 ] Und in der dritten Kulturperiode war es so, daß der Mensch sich sagen mußte: In mir sind die Kräfte der Sonne und des Mondes, ich bin ein Sohn der Sonne und ein Sohn des Mondes. Alle die Kräfte der Sonne und des Mondes stellen sich wie Vater und Mutter dar. Haben wir Einheit in der Urzeit als die Anschauung der Inder, die Zweiheit nach der Trennung der Sonne sich spiegelnd in der Religion der Perser, so finden wir niedergelegt in der religiösen Anschauung der Ägypter, Chaldäer, Assyrer, Babylonier die Dreiheit, wie sie in der dritten Erdepoche da war, nach der Trennung von Sonne und Mond. Die Dreiheit tritt in allen Religionsanschauungen des dritten Zeitraumes auf, und im Ägyptertum wird sie vertreten durch Osiris, Isis und Horus.
[ 28 ] And in the third cultural epoch, human beings had to say to themselves: Within me are the forces of the sun and the moon; I am a son of the sun and a son of the moon. All the forces of the sun and the moon present themselves as father and mother. If, in primeval times, we have unity as in the Indian worldview, and duality—reflected in the religion of the Persians—following the separation of the Sun, then we find the trinity, as it existed in the third Earth epoch after the separation of the Sun and the Moon, laid down in the religious views of the Egyptians, Chaldeans, Assyrians, and Babylonians. The trinity appears in all religious views of the third epoch, and in Egyptian religion it is represented by Osiris, Isis, and Horus.
[ 29 ] Was aber der Mensch in der vierten Erdepoche, der atlantischen, erlebt hatte in seinem Bewußtsein, als Genosse der Götter, die Erinnerung daran tritt in der griechisch-lateinischen Kulturperiode auf. Die Götter der Griechen sind nichts anderes als Erinnerungen an die Götter, deren Genosse der Mensch während der Atlantis war, die Götter, die er geistig hellseherisch erschaut hatte als ätherische Gestalten, wenn er nachts herausgestiegen war aus seinem physischen Leibe. So wahr wie heute der Mensch die äußeren Gegenstände sieht, so wahr hat er damals den Zeus, die Athene und so weiter gesehen. Es waren für ihn wirkliche Gestalten. Was der Atlantier in seinem hellseherischen Zustande erlebte und empfand, das kehrte für die Menschen der vierten nachatlantischen Kulturperiode wieder in dem Pantheon. Und wie die ägyptische Zeit eine Erinnerung der Dreiheit während der lemurischen Zeit war, so war das Erleben in der Atlantis geblieben als Erinnerung in der griechischen Hierarchie der Götter. In Griechenland wie auch sonst in Europa waren es wieder dieselben Götter, die der Atlantier gesehen hatte, nur unter anderen Namen. Sie sind nicht erfunden, diese Namen; es sind Namen für dieselben Gestalten, die neben dem Menschen umherwandelten, wenn er in der atlantischen Zeit herausstieg aus seinem physischen Leib.
[ 29 ] But the memory of what human beings had experienced in their consciousness during the fourth Earth epoch—the Atlantean epoch—as companions of the gods, emerges during the Greco-Latin cultural period. The gods of the Greeks are nothing other than memories of the gods with whom human beings were companions during the Atlantean epoch—the gods whom they had beheld spiritually and clairvoyantly as ethereal figures when they had stepped out of their physical bodies at night. Just as truly as human beings see external objects today, so truly did they see Zeus, Athena, and so on back then. To them, these were real beings. What the Atlanteans experienced and felt in their clairvoyant state reappeared for the people of the fourth post-Atlantean cultural period in the pantheon. And just as the Egyptian era was a remembrance of the Triad from the Lemurian era, so too did the experiences of Atlantis remain as a remembrance in the Greek hierarchy of gods. In Greece, as elsewhere in Europe, these were once again the same gods that the Atlanteans had seen, only under different names. These names were not invented; they are names for the same beings who walked alongside human beings when they stepped out of their physical bodies during the Atlantean era.
[ 30 ] So sehen wir, wie die Epochen des kosmischen Geschehens ihren symbolischen Ausdruck finden in den religiösen Anschauungen der verschiedenen nachatlantischen Kulturperioden. Das was sich abgespielt hat während des Schlafes in der atlantischen Zeit, das lebte in der vierten Kulturperiode wieder auf. Wir sind im fünften nachatlantischen Zeitraum. Woran können wir uns jetzt zurückerinnern? Die erste Kulturperiode, die alten Inder, konnten sich die erste Erdenepoche vorstellen, die Perser die zweite, das Prinzip des Guten und Bösen. Die alten Ägypter stellten sich die dritte Epoche vor in ihrer Dreiheit. Die griechische, die altgermanische, die römische Kulturperiode hatte ihren Olymp. Sie erinnerte sich an die Göttergestalten der Atlantis. Dann kam die neuere Zeit, der fünfte Zeitraum. Woran kann er sich erinnern ?
[ 30 ] Thus we see how the epochs of cosmic events find their symbolic expression in the religious views of the various post-Atlantean cultural periods. What took place during the “sleep” of the Atlantean era was revived in the fourth cultural period. We are now in the fifth post-Atlantean epoch. What can we recall now? The first cultural epoch—the ancient Indians—could conceive of the first Earth epoch; the Persians, the second, the principle of good and evil. The ancient Egyptians conceived of the third epoch in its triad. The Greek, Old Germanic, and Roman cultural periods each had their own Olympus. They recalled the divine figures of Atlantis. Then came the more recent era, the fifth period. What can it remember?
[ 31 ] An nichts! — Das ist der Grund, warum in diesem Zeitraum in so vieler Beziehung die götterlose Zeit Platz greifen konnte, und warum dieser fünfte Zeitraum darauf angewiesen ist, nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft zu schauen. Der fünfte Zeitraum muß in die Zukunft blicken, wo alle die Götter wieder auferstehen müssen. Diese Wiedervereinigung mit den Göttern wurde vorbereitet in der Zeit, wo die Christus-Kraft hereinbrach, die allein so stark wirkte, daß sie dem Menschen wieder ein göttliches Bewußtsein geben konnte. Nicht Erinnerungen können die Götterbilder des fünften Zeitraumes sein; vorausschauen müssen die Menschen des fünften Zeitraumes, dann wird erst wieder das Leben spirituell. Das Bewußtsein muß im fünften Zeitraum der nachatlantischen Epoche apokalyptisch werden.
[ 31 ] Nothing at all! — That is why, during this period, the godless age was able to take hold in so many respects, and why this fifth period must look not to the past but to the future. The fifth epoch must look to the future, where all the gods must rise again. This reunion with the gods was prepared during the time when the Christ-force broke forth—the only force powerful enough to restore a divine consciousness to humankind. The images of the gods in the fifth period cannot be mere memories; the people of the fifth period must look ahead—only then will life become spiritual once more. Consciousness must take on an apocalyptic character in the fifth period of the post-Atlantean epoch.
[ 32 ] Erinnern wir uns, daß wir gestern die Zusammenhänge der einzelnen Kulturen der nachatlantischen Zeit gesehen haben. Heute haben wir gesehen, wie das kosmische Geschehen sich widerspiegelt in den religiösen Anschauungen der Kulturen.
[ 32 ] Let us recall that yesterday we examined the connections between the various cultures of the post-Atlantean era. Today we have seen how cosmic events are reflected in the religious views of these cultures.
[ 33 ] Unser fünfter Zeitraum steht mitteninne in der Welt, deshalb muß er vorausschauen. Erst muß der Christus ganz begriffen werden in unserer Zeit, denn unsere Seelen sind tief hineinverwoben in geheimnisvolle Zusammenhänge. Wir werden sehen, wie die Wiederholung der ägyptischen Zeit in unserer fünften Kulturperiode uns einen Anknüpfungspunkt geben wird, wie wir wirklich in die Zukunft hinüberkommen können.
[ 33 ] Our fifth era stands at the very center of the world; therefore, it must look ahead. First, Christ must be fully understood in our time, for our souls are deeply interwoven with mysterious connections. We will see how the recurrence of the Egyptian era in our fifth cultural period will provide us with a point of connection, showing us how we can truly move into the future.
