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The Rudolf Steiner Archive

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Egyptian Myths and Mysteries
in Relation to the Active Spiritual Forces of the Present
GA 106

5 September 1908, Leipzig

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Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] Gestern beschlossen wir unsere Betrachtung mit der Besprechung eines außerordentlich wichtigen Ereignisses im inneren Leben, im eigentlichen Geistesleben des Menschen. Wir versuchten vor unsere Seele zu rücken einen Eindruck, den der atlantische Einzuweihende hatte im Beginn des letzten Drittels der atlantischen Kulturepoche. Uns trat da vor die Seele, wie dem Einzuweihenden eine ideale Menschengestalt vor der Seele stand, die ein Gedankenbild war, auf das er sich zu konzentrieren hatte in der Meditation, und wie dies das Vorstellungs-, Gefühls- und Willensleben des atlantischen Einzuweihenden erfüllte. Dieses Gedankenbild sollte immer mehr und mehr das Modell für den zukünftigen Menschen werden.

[ 1 ] Yesterday we concluded our reflection by discussing an extraordinarily important event in the inner life—in the very spiritual life—of the human being. We sought to bring before our soul an impression that the Atlantean initiate experienced at the beginning of the last third of the Atlantean cultural epoch. We saw how an ideal human figure stood before the initiate’s soul—a mental image on which he had to concentrate during meditation—and how this filled the Atlantean initiate’s life of imagination, feeling, and will. This mental image was to become, more and more, the model for the future human being.

[ 2 ] Nun müssen wir uns noch einmal vor Augen führen, wie dieses Gedankenbild eigentlich ungefähr aussah. Es war nicht ganz dem Menschen von heute ähnlich; so war es nicht. Wenn wir uns eine Art Kombination denken würden aus Mann und Frau, wobei alles das, was niedrig ist, wegbleibt, wenn wir uns eine Art Doppelgestalt denken, von der nur erfaßbar deutlich der obere Teil des Leibes ist, so haben wir das eigentliche sinnlich-übersinnliche Bild, das vor dem Meditierenden damals stand. Dieses Bild wirkte so stark, daß diejenigen, welche Einzuweihende waren, wirklich ihren äußeren Leib immer ähnlicher machten diesem Bilde.

[ 2 ] Now we must once again try to visualize what this mental image actually looked like. It was not quite like the human being of today; it was not like that. If we were to imagine a kind of combination of man and woman, in which everything that is base is left out—if we were to imagine a kind of dual figure of which only the upper part of the body is clearly discernible—then we have the actual sensory-supersensory image that stood before the meditator at that time. This image had such a powerful effect that those who were to be initiated actually made their outer bodies more and more like this image.

[ 3 ] Nun ist ein Umstand sehr wichtig, das ist der, daß ja gerade der meditierende Einzuweihende eine Art Menschengestalt vor sich hatte, welche ihm gegenüberstand in seinem Inneren. Wenn der Einzuweihende vorbereitet worden war, daß er dieses Bild lebendig vor sich hatte, so mußte er sich folgendes klarmachen, wenn er dieses Bild vor sich aufleuchten sah: Indem ich dieses Bild anblicke, versetze ich mich in den Urzustand der Erdenentwickelung, als Erde, Mond und Sonne noch nicht getrennt waren. — Damals bestand die Erde aus ihrem Uratom, aber in diesem Atom war für den Hellseher das Bild zu sehen, das jetzt vor mir auftaucht. Das Bild war schon in der Urzeit der Erde vorhanden, als es noch keine Tier-, Pflanzen- und Mineralformen gab. Damals bestand die Erde nur aus dem Menschenatom, aus den wiedererweckten Menschen. Allerdings haben sich ja schon die ersten Anlagen der Tiere während des Monden- zustandes der Erde gebildet; die Tiere waren schon da. Aber wir wissen auch, wenn ein planetarisches System verschwindet, daß dieses hineingeht in ein Pralaya, in das dann alle Formen aufgelöst werden. Wenn auch der alte Mond von Tierformen bereits bevölkert war, so hatte die Erde zuerst aber damit noch nicht gleich Tiere und Pflanzen, die kamen erst später. Erst nach der Abtrennung der Sonne tauchten die Tiere allmählich auf. Die Erde war bloß Mensch in ihrer Ürzeit.

[ 3 ] Now, one circumstance is very important: namely, that the meditating initiate had before him a kind of human figure that stood opposite him within his inner being. Once the initiate had been prepared to see this image vividly before him, he had to realize the following when he saw this image light up before him: By gazing at this image, I transport myself to the primordial state of Earth’s evolution, when the Earth, Moon, and Sun were not yet separate. — At that time, the Earth consisted of its primordial atom, but within this atom the clairvoyant could see the image that now appears before me. The image already existed in the Earth’s primeval era, when there were still no animal, plant, or mineral forms. At that time, the Earth consisted only of the human atom, of the reawakened human beings. However, the first rudiments of animals had already formed during the Earth’s lunar phase; the animals were already there. But we also know that when a planetary system disappears, it enters a Pralaya, in which all forms are then dissolved. Even though the ancient Moon was already populated by animal forms, the Earth did not initially have animals and plants; they came only later. It was only after the separation of the Sun that animals gradually appeared. In its primeval era, the Earth was nothing but human.

[ 4 ] Auf diesen Urzustand der Erde blickte also der Einzuweihende. Er sah im Uratom das Idealbild des Menschen. Diese Menschengestalt hatte der Einzuweihende vor sich, und nun wurde ihm klar: Also versetze ich mich in den Urzustand der Erde. Das was in der Erde lebt, das Idealbild, die Idealform des Menschen, das sagt mir folgendes: Die Gottheit wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit; sie hat sich ausgegossen in diese Formen und hat diese menschliche Urform aus sich herausgehaucht. — Jetzt sagte er sich: Wo sind die Tiere, Pflanzen und anderen Wesen hergekommen ?

[ 4 ] The initiate thus gazed upon this primordial state of the Earth. He saw in the primordial atom the ideal image of the human being. The initiate had this human form before him, and now it became clear to him: Thus I transport myself into the primordial state of the Earth. That which lives within the Earth—the ideal image, the ideal form of humanity—tells me the following: The Deity works from eternity to eternity; it has poured itself into these forms and breathed this primordial human form forth from itself. — Now he asked himself: Where did the animals, plants, and other beings come from?

[ 5 ] Gleichsam die Urform der Gottheit sah der Einzuweihende im Geiste, und die Tiere sah er als Nebenformen, auch die Pflanzen sah er als Nebengestalten, die erst später entstanden waren. Alles das, was hier an niederen Reichen lebt, alles das sah der atlantische Einzuweihende an als erst aus der Menschengestalt hervorgegangen. Wir können uns eine Vorstellung von diesem Gedanken machen, wenn wir daran denken, wie die Steinkohle entstanden ist. Denken wir an die großen Urwälder, die damals entstanden und lebten und die jetzt Steinkohle sind. Sie sind zurückgeblieben, sie haben sich aus einem höheren in ein niederes Reich entwickelt. Da sehen wir, wie die Pflanzen zu Stein geworden, verhärtet sind.

[ 5 ] In his mind, the initiate saw, as it were, the primordial form of the deity, and he viewed the animals as secondary forms; he also regarded the plants as secondary forms that had come into being only later. Everything that lives here in the lower kingdoms—the Atlantean initiate regarded all of this as having emerged only from the human form. We can get an idea of this concept if we think about how coal was formed. Let us think of the great primeval forests that arose and thrived back then and are now coal. They have been left behind; they have evolved from a higher realm into a lower one. There we see how the plants have turned to stone, how they have hardened.

[ 6 ] So sah der atlantische Einzuweihende alles, die ganze Umwelt aus der Menschenform hervorgehen. Dieser Eindruck wurde in den urfernen Zeiten vor die Seele des Menschen hingezaubert, und diese Eindrücke wurden in der Erinnerung behalten durch die Zeit der Flut hindurch, und die alten indischen Initiatoren riefen dieses Bild des Urmenschen auch noch hervor in der Seele des Schülers, das Bild des Urmenschen, der vom ewigen Selbst ausgehaucht worden war. Wenn der indische Schüler dieses Bild vor sich hatte, dann fühlte er, daß alles aus diesem Bilde entstanden war, daß das, was wie das Blut vorhanden war in diesem Urbilde, zu den Wassern der Erde geworden ist und so weiter. Und so erweiterte sich dieses Bild zu dem Urgrund des Alls. Jetzt wurde ihm folgendes vor die Seele gestellt. Es wurde ihm gesagt: Zweierlei hast du in diesem Urbild vor Augen, einmal das Urbild selbst, dann aber auch das, was in dir als innerste Wesenheit aufleuchtete bei Betrachtung des Bildes. Draußen der Makrokosmos und dann das, was du gewissermaßen in dir als Extrakt empfindest, der Mikrokosmos.

[ 6 ] Thus the Atlantean initiate saw everything—the entire environment—emerging from the human form. This impression was conjured up before the human soul in time immemorial, and these impressions were preserved in memory throughout the time of the Flood; and the ancient Indian initiators also evoked this image of the primordial human being in the soul of the disciple—the image of the primordial human being who had been breathed forth by the eternal Self. When the Indian disciple had this image before him, he felt that everything had arisen from it, that what was present in this primordial image like blood had become the waters of the earth, and so on. And so this image expanded to encompass the primordial source of the universe. Now the following was presented to his soul. He was told: “You see two things in this archetype: first, the archetype itself; and second, what shone forth within you as your innermost being as you contemplated the image. Outwardly, the macrocosm; and inwardly, what you perceive, as it were, as an essence within yourself—the microcosm.”

[ 7 ] Und als die Griechen bei den Alexanderzügen nach Indien drangen und die letzten Nachklänge vernahmen dessen, was der Schüler damals gefühlt hatte, da empfanden sie folgendes. Sie sagten: Wenn der Schüler das betrachtet, was in der großen Welt ausgebreitet ist als Mensch, dann hat er den Herakles vor sich. Der Inder nannte das, was als Kräfte des Weltalls lebt, Vâc. - Im Menschen aber fühlten sie gewissermaßen als den Extrakt des Ganzen das Brahman. — So verdeutlichten sich die Griechen das, was Nachklänge sind von demjenigen, was in der Seele des Schülers vor sich ging in der uralt heiligen indischen Kultur. Das war die Frucht eines Zuges der Griechen unter Alexander dem Großen nach Indien. Gerade aus dieser Grundempfindung heraus entwickelte sich die uralt heilige indische Eingeweihtenlehre, die wie ein geistiges Abbild erscheint jenes Urzustandes der Erde, wo die Erde noch die Sonnenkräfte und hohen Wesenheiten in sich hatte, nach deren Erhabenheit man sich später sehnte. Deshalb war es ein hohes Gefühl geistigen Lebens, wenn der Schüler eingeweiht wurde, wenn er das in sich erstehen lassen konnte, was man als Brahman erfaßt. Es war ein ungeheurer Vorgang in der Menschenseele. Das war eine Erhebung in hohe Welten. Nicht anders konnte man eingeweiht werden und zum wirklichen Schauen gelangen, als wenn man sich erhob zu höchsten Welten. Diejenige Welt, die um uns ist, ist die physische Welt. Um sie und in ihr wogt die Astralwelt. Höher steht das Devachan, die Götterwelt, und in die höchsten Regionen des Devachan mußte entrückt werden der Schüler, wenn er in dem Makrokosmos das Brahman, das Urselbst fühlen sollte. Im obersten Devachan war dann der Schüler, in der Götterwelt, aus der herausstammt das Edelste, was der Mensch in sich hat. Es war ein Reich höchster, vollkommenster Ordnung, in das der Schüler entrückt wurde, ein Reich, das noch vieles andere bot an Erkenntnis; denn das, was hier geschildert wurde, war nicht das einzige.

[ 7 ] And when the Greeks ventured into India during Alexander’s campaigns and heard the last echoes of what the disciple had felt back then, they came to the following realization. They said: When the disciple contemplates what is spread out in the great world as a human being, he sees Heracles before him. The Indians called that which lives as the forces of the universe Vâc. — But in the human being, they sensed, as it were, the essence of the whole: Brahman. — In this way, the Greeks clarified for themselves what are the echoes of what was taking place in the soul of the disciple within the ancient sacred Indian culture. This was the fruit of a Greek expedition to India under Alexander the Great. It was precisely out of this fundamental feeling that the ancient sacred Indian initiatory teaching developed, which appears as a spiritual reflection of that primordial state of the Earth, when the Earth still contained within itself the solar forces and high beings, whose sublimity people later longed for. Therefore, it was a sublime experience of spiritual life when the disciple was initiated, when he was able to allow that which is grasped as Brahman to arise within himself. It was a tremendous process in the human soul. It was an ascent into higher worlds. There was no other way to be initiated and attain true vision than by ascending to the highest worlds. The world that surrounds us is the physical world. Surrounding it and within it surges the astral world. Higher still is Devachan, the world of the gods, and the disciple had to be carried away to the highest regions of Devachan if he was to feel Brahman, the Primordial Self, within the macrocosm. The disciple then found himself in the highest Devachan, the world of the gods, from which springs the noblest thing that a human being possesses. It was a realm of the highest, most perfect order into which the disciple was transported—a realm that offered much more in the way of knowledge; for what has been described here was not the only thing.

[ 8 ] Bevor wir aber weiteres schildern, müssen wir auch die Lehrer kennenlernen. Sie alle haben schon gehört von den heiligen Rishis, den ursprünglichen Begründern der uralt heiligen indischen Kultur, welche selbst den Manu zum Lehrer gehabt hatten. Wer waren diese sieben großen Lehrer des alten Indiens? Wir müssen die Natur der heiligen Rishis, soweit das möglich ist, uns ein wenig verdeutlichen. Dazu müssen wir noch einmal in die große Welt schauen. Wir müssen uns klar sein, daß dasjenige, was wir mit physischen Sinnen, Augen und so weiter wahrnehmen können, eine Folge des Geistigen ist. Wenn wir die ganze Umwelt, die wir erblicken, vergeistigt denken, so können wir sie etwa mit einem ätherischen Urnebel vergleichen. Dieser Nebel wurde dann allmählich dichter, er stieg hinab in den Zustand der Materie, und es ballten sich heraus verschiedene Weltkörper: die Sonne, der Mond, die Erde trennten sich.

[ 8 ] But before we go any further, we must also get to know the teachers. You have all heard of the holy Rishis, the original founders of the ancient sacred Indian culture, who themselves had Manu as their teacher. Who were these seven great teachers of ancient India? We must try to clarify for ourselves, as far as possible, the nature of the holy Rishis. To do this, we must once again look out into the vast world. We must realize that what we can perceive with our physical senses—our eyes and so on—is a consequence of the spiritual realm. If we conceive of the entire environment we see in spiritual terms, we can compare it, for example, to a primordial etheric mist. This mist then gradually became denser; it descended into the state of matter, and various celestial bodies coalesced from it: the Sun, the Moon, and the Earth separated.

[ 9 ] Warum spalteten sich aber die anderen Planeten heraus? Denn das geschah während der einzelnen Trennungen auch. Saturn, Jupiter, Mars, Venus, Merkur spalteten sich ab. Warum geschah das?

[ 9 ] But why did the other planets break away? Because that’s what happened during each of the separations as well. Saturn, Jupiter, Mars, Venus, and Mercury broke away. Why did that happen?

[ 10 ] Wir werden das begreifen, wenn wir uns sagen, daß im großen Weltenall etwas Ähnliches vor sich geht wie das, was sich auch in unserem gewöhnlichen, trivialen Leben abspielt. Es bleiben nicht bloß Schüler im Gymnasium sitzen, sondern auch im großen Kosmos gibt es Wesen, die zurückbleiben und nicht mitkommen können. Nun machen wir uns das einmal ganz klar. Eine Gruppe hoher Wesen waren es, die nicht das Tempo der Erde mitmachen konnten, die die feinsten Substanzen herausnahmen und daraus die Sonne gestalteten zu ihrem Wohnplatz. Das waren die höchsten Wesen, die mit unserer Evolution verknüpft waren. Sie hatten aber auch eine Entwickelung durchgemacht. Es gab also Wesen, die damals im Begriff standen, Sonnengeister zu werden und solche, die zurückgeblieben waren, die tiefer standen als die Sonnengeister, jedoch höher als der Mensch, die die Entwickelung der Sonnengeister nicht mitmachen konnten, weil sie nicht so reif waren wie diese. Sie konnten nicht mit der Sonne herausgehen; die Sonne hätte sie versengt. Für die Erde waren sie aber zu edel, daher hatten sie sich besondere Substanzen, die an Feinheit zwischen Sonne und Erde stehen, die ihrer Natur entsprachen, herausgenommen und sich Wohnplätze gebildet zwischen Sonne und Erde. So spalteten sich heraus Venus und Merkur. Da haben wir zwei Gruppen von Wesenheiten, die nicht so hoch gekommen waren wie die Sonnengeister, aber weiter waren als der Mensch. Sie wurden Venus-, sie wurden Merkurgeister. Diese Wesenheiten sind die Veranlasser der Entstehung dieser beiden Planeten. Ferner bildeten sich schon früher heraus Mars, Jupiter und Saturn, aus anderen Gründen. Diese wurden wiederum Wohnplätze für bestimmte Wesenheiten.

[ 10 ] We will understand this when we realize that something similar to what happens in our ordinary, mundane lives is also taking place in the vast universe. It is not only high school students who fail to advance; in the great cosmos, too, there are beings who fall behind and cannot keep up. Now let’s make this perfectly clear. It was a group of high beings who could not keep up with Earth’s pace; they extracted the finest substances and fashioned the Sun from them as their dwelling place. These were the highest beings linked to our evolution. But they, too, had undergone a process of development. So there were beings who were on the verge of becoming sun spirits at that time, and others who had been left behind—beings who stood at a lower level than the sun spirits but higher than human beings—who could not keep pace with the sun spirits’ development because they were not as mature as the sun spirits. They could not go out with the sun; the sun would have scorched them. But they were too noble for the Earth; therefore, they had selected special substances—in terms of subtlety, situated between the Sun and the Earth—that corresponded to their nature, and had established dwelling places for themselves between the Sun and the Earth. Thus, Venus and Mercury split off. Here we have two groups of beings who had not risen as high as the Sun Spirits, but were more advanced than human beings. They became the spirits of Venus and Mercury. These beings are the instigators of the formation of these two planets. Furthermore, Mars, Jupiter, and Saturn had already formed earlier, for other reasons. These, in turn, became dwelling places for certain beings.

[ 11 ] So sehen wir, wie Geister die Ursachen von der Entstehung der Planeten sind. Nun darf man nicht glauben, daß diese Wesenheiten, die die verschiedenen Körper des Sonnensystems bewohnen, daß die nicht in Zusammenhang stehen mit den Erdbewohnern. Wir müssen einsehen, daß die physischen Grenzen nicht die wirklichen Grenzen sind, daß auch über diese Grenzen hinaus vielfach die Möglichkeit besteht für die Wesenheiten der anderen Himmelskörper, magische Wirkungen auszuüben auf die Erde. So erstrecken sich die Wirkungen der Sonnen-, Mars-, Jupiter-, Saturn-, Venus-, Merkurgeister und so weiter in die Erde hinein. Die beiden letzteren stehen der Erde näher; sie haben den Menschen geholfen, als die Sonne herausgetreten war, die Erde so vorzubereiten, wie wir sie jetzt vor uns haben.

[ 11 ] Thus we see how spirits are the cause of the formation of the planets. Now, one must not believe that these beings, who inhabit the various bodies of the solar system, are not connected to the inhabitants of Earth. We must realize that physical boundaries are not the true boundaries, and that even beyond these boundaries there are many ways in which the beings of other celestial bodies can exert magical influences on Earth. Thus, the influences of the spirits of the Sun, Mars, Jupiter, Saturn, Venus, Mercury, and so on extend into the Earth. The latter two are closer to Earth; they helped humankind, after the Sun had emerged, to prepare the Earth as we now have it before us.

[ 12 ] Ich möchte hier etwas einfügen, weil Mißverständnisse sich eingeschlichen haben, die sich beziehen auf die Benennung der Planeten. In allen okkulten Benennungen wird das, was heute astronomisch Merkur genannt wird, Venus genannt, und umgekehrt, was man astronomisch Venus nennt, wird Merkur genannt. Die rein äußerlichen Astronomen wissen nicht, daß da Geheimnisse zugrunde liegen, weil man tiefe, esoterische Benennungen nicht verraten wollte. Es ist das geschehen, um gewisse Dinge zu verhüllen.

[ 12 ] I would like to add something here because some misunderstandings have crept in regarding the naming of the planets. In all occult nomenclature, what is today called Mercury in astronomy is called Venus, and conversely, what is called Venus in astronomy is called Mercury. Astronomers who focus solely on the external aspects are unaware that there are underlying mysteries, because one did not wish to reveal deep, esoteric names. This was done to conceal certain things.

[ 13 ] Es wirken nun alle diese Geister der anderen Planeten auf die Erde. Von allen Planeten gehen Wirkungen auf den Menschen aus. Diese Wirkungen mußten aber zunächst dem Menschen vermittelt werden, und das geschah dadurch, daß durch den großen Manu die sieben Rishis so eingeweiht wurden, daß der einzelne Rishi die Geheimnisse eines dieser Planeten in ihren Wirkungen verstand. Und weil man sieben Planeten zählte, so waren diese sieben Rishis in ihrer Gemeinsamkeit dasjenige, was darstellt eine siebengliedrige Loge, welche die Lehren von den Geheimnissen unseres Sonnensystems ihren Schülern übermitteln konnte. Daher finden wir Hindeutungen darauf in manchen alten okkulten Schriften. Da steht zum Beispiel: Es gibt Geheimnisse, die zu suchen sind jenseits der Sieben, das sind die, die der heilige Manu selbst bewahrte, über die Zeit vor der Spaltung der Planeten.

[ 13 ] All these spirits from the other planets now exert their influence on Earth. Effects emanate from all the planets toward humankind. However, these effects first had to be conveyed to humankind, and this was accomplished when, through the great Manu, the seven Rishis were initiated in such a way that each individual Rishi understood the mysteries of one of these planets in terms of their effects. And because seven planets were counted, these seven Rishis, in their unity, constituted a seven-fold lodge capable of transmitting the teachings of the mysteries of our solar system to their disciples. Hence, we find allusions to this in some ancient occult writings. For example, it says: “There are mysteries to be sought beyond the Seven; these are the ones that the holy Manu himself preserved, concerning the time before the separation of the planets.”

[ 14 ] Das was die Planeten als Kräfte bewahrten, das war dasjenige, was in den Geheimnissen der sieben Rishis verborgen war. Und so wirkte dieser Chor der sieben Rishis zusammen, in vollster Einheit mit dem Manu, in der wunderbaren Weisheit, die den Schülern von ihnen vermittelt wurde. Wenn wir das charakterisieren wollten, so müßten wir sagen: Diese Urlehre enthielt ungefähr dasjenige, was wir heute kennenlernen als die Evolution der Menschheit durch die planetarischen Zustände von Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Die Geheimnisse der Evolution waren hineingeheimnißt in die sieben Glieder der Loge, von denen ein jedes eine Stufe im Fortschritt der Menschheit bedeutete.

[ 14 ] What the planets preserved as forces was precisely what was hidden in the mysteries of the seven Rishis. And so this choir of the seven Rishis worked together, in perfect unity with the Manu, through the wondrous wisdom they imparted to their disciples. If we were to characterize this, we would have to say: This primordial teaching contained roughly what we now recognize as the evolution of humanity through the planetary states of Saturn, the Sun, the Moon, Earth, Jupiter, Venus, and Vulcan. The mysteries of evolution were enshrined in the seven members of the Lodge, each of whom represented a stage in the progress of humanity.

[ 15 ] Das sah der Schüler. Er sah es nicht nur, er hörte es sogar, wenn er sich erhob in das Devachan, in die devachanische Welt: denn diese Welt ist eine Welt des Tönens. Da hörte er den Sphärenklang der sieben Planeten. Er sah in der astralischen Welt das Bild; in der devachanischen Welt hörte er den Ton, und in der obersten, der höchsten der Welten, erlebte er das Wort. Wenn also der indische Schüler sich erhob in das obere Devachan, so nahm er durch die Sphärenmusik und durch das Sphärenwort wahr, wie der Urgeist Brahma sich gliedert durch die Evolution, in der siebengliedrigen Planetenkette, und er hörte das aus dem Urwort Vâc. Das war die Bezeichnung des Urtones der Schöpfung, den der Schüler hörte; darinnen hörte er die ganze Weltenentwickelung. Das in sieben Glieder gespaltene Wort, das Urwort der Schöpfung, das wirkte in der Seele des Schülers, das Urwort, das er den Nichteingeweihten ungefähr so beschrieb, wie wir heute beschreiben würden unsere Weltenevolution. Was er wahrnahm, ist elementar beschrieben in meiner «Theosophie», ‚Und diese Beschreibung finden wir zuerst wieder in. der uralt heiligen Religion der Inder, in dem, was man nannte den «Veda» oder auf deutsch das «Wort».

[ 15 ] The disciple saw this. He not only saw it, but he even heard it when he ascended into Devachan, into the Devachanic world; for this world is a world of sound. There he heard the celestial music of the seven planets. In the astral world he saw the image; in the Devachanic world he heard the sound, and in the uppermost, the highest of the worlds, he experienced the Word. Thus, when the Indian disciple ascended into the upper Devachan, he perceived through the music of the spheres and through the Word of the spheres how the Primordial Spirit Brahma structures itself through evolution in the sevenfold planetary chain, and he heard this from the Primordial Word Vâc. That was the name of the primordial sound of creation that the student heard; within it he heard the entire evolution of the worlds. The Word, divided into seven parts—the primordial Word of creation—acted upon the student’s soul; this primordial Word, which he described to the uninitiated in much the same way as we would describe our own world evolution today. What he perceived is described in elementary terms in my *Theosophy*: “And we find this description first in the ancient sacred religion of the Indians, in what was called the *Veda* or, in German, the *Word*.”

[ 16 ] Das ist der wirkliche Sinn der Veden, und dasjenige, was später geschrieben ist, ist nur die letzte Erinnerung an die uralt heilige Wortlehre. Das Wort selbst ist nur von Mund zu Mund fortgepflanzt worden, denn durch das Niederschreiben wird die Urtradition verletzt. Nur aus den Veden kann man noch etwas herausfühlen von dem, was damals in diese Kultur eingeflossen ist. Wenn der Schüler das in seiner Erinnerung erlebte, konnte er sich sagen: Was ich als Brahman in meiner Seele erlebe, was ich als Urwort in meiner Seele habe, das war auch schon da auf dem alten Saturn; auf dem Saturn erklang schon der erste Hauch des Vedawortes.

[ 16 ] This is the true meaning of the Vedas, and what was written down later is merely the final record of the ancient sacred oral teachings. The words themselves were passed down only by word of mouth, for writing them down violates the original tradition. Only from the Vedas can one still sense something of what flowed into that culture back then. When the student experienced this in his memory, he could say to himself: What I experience as Brahman in my soul, what I possess as the primordial Word in my soul—that was already there on ancient Saturn; the first breath of the Vedic Word resounded even on Saturn.

[ 17 ] Nun hatte sich die Entwickelung fortgesetzt durch Sonne und Mond bis zur Erde. Das Wort war immer dichter geworden, hatte immer dichtere Formen angenommen, und das Menschenbild im Ursamen der Erde war schon eine Verdichtung des Zustandes, in dem das Urwort auf dem Saturn war. Was war nun geschehen?

[ 17 ] Development had now continued through the Sun and the Moon down to Earth. The Word had become increasingly dense, had taken on increasingly dense forms, and the image of humanity in the primordial seed of the Earth was already a condensation of the state in which the primordial Word existed on Saturn. What had happened now?

[ 18 ] Das Gotteswort, der Urmensch hatte sich in immer neue Hüllen gehüllt, und es kam darauf an, welche Hüllen das Wort innerhalb der Erdenentwickelung annahm. Der Schüler wußte, daß sich nichts vollständig wiederholt im Weltenall und daß jeder Planet seine Mission hat. Was er auf der alten Sonne als das Leben sich gestalten sah, was auf dem alten Monde als Weisheit eingeimpft wurde auf den Grund aller Dinge, dem folgte auf der Erde, was die Aufgabe, die Mission der Erde ist, das ist, die Liebe zu entwickeln; die war auf dem alten Monde noch nicht da. So kleidete sich dasjenige, was in einer viel geistigeren, aber auch in einer viel kälteren Form auf dem vorigen Planeten vorhanden war, das Urbild des Menschen, es kleidete sich in eine warme astralische Umhüllung. Dasjenige, was Mensch werden sollte, war auf dem Monde in eine astralische Hülle gekleidet worden, und dieser Teil ist es, der auf der Erde das innere Menschenleben dazu fähig macht, Liebe zu entwickeln von der niedersten bis zur höchsten Form.

[ 18 ] The Word of God, the Primordial Man, had clothed itself in ever-new forms, and what mattered was which forms the Word assumed in the course of Earth’s evolution. The disciple knew that nothing is ever completely repeated in the universe and that every planet has its own mission. What he saw take shape as life on the ancient Sun, what was instilled on the ancient Moon as wisdom at the very foundation of all things—this was followed on Earth by what constitutes Earth’s task, its mission: to develop love; for love had not yet existed on the ancient Moon. Thus, that which had existed on the previous planet in a much more spiritual, yet also much colder form—the archetype of the human being—clothed itself in a warm astral sheath. That which was to become human had been clothed in an astral sheath on the Moon, and it is this part that enables inner human life on Earth to develop love from its lowest to its highest form.

[ 19 ] Dem indischen Schüler wurde die Menschengestalt, das Urbild, im oberen Devachan klar wahrnehmbar. Dann umhüllte es sich im niederen Devachan mit einer astralischen Hülle, die in sich die Kräfte hatte, Liebe zu entwickeln. Die Liebe, den Eros, nannte man Kama. So bekommt Kama einen Sinn für die Erdenentwickelung. Es kleidete sich das göttliche Wort, das Brahman, in Kama, und durch das Kama hindurch tönte dem Schüler das Urwort heraus. Das Kleid der Liebe war Kama, das Kleid des Urwortes Vâc, des Wortes Vâc, das dem lateinischen «vox» zugrunde liegt. Und so empfand der Schüler im innersten Wesen, daß sich das Gotteswort ein astralisches Liebeskleid umgelegt hatte, und nun sagte er sich: Der Mensch, der heute aus vier Gliedern besteht, aus dem physischen Leibe, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich, dieser Mensch hat als höchstes Glied sein Ich. Und dieses Ich stieg hinunter in das Liebeskleid und bildete sich Kama-Manas. Das war das innerste Wesen des Menschen, Kama war es, in das sich Manas kleidete: das war das Ich. Aber wir wissen auch, daß dieses innerste Wesen herausentwickeln wird drei Glieder, die höher sind, die wandeln die niederen Glieder um, wandeln auch den physischen Leib um, und wie das Manas aus der Astralhülle wird, wie dem Prana die Budhi auf höherer Stufe entspricht, so wird der physische Leib, wenn er ganz vergeistigt sein wird, Atma sein. Alles das war aber schon keimhaft veranlagt in der Vâc, und ein Vedasatz erinnert noch daran, wie der Schüler das Geheimnis des innersten Wesens zum Ausdruck brachte.

[ 19 ] In the upper Devachan, the Indian disciple could clearly perceive the human form, the archetype. Then, in the lower Devachan, it enveloped itself in an astral sheath that possessed the power to develop love. Love, Eros, was called Kama. Thus Kama acquires meaning for earthly evolution. The divine Word, Brahman, clothed itself in Kama, and through Kama the primordial Word resounded to the disciple. The garment of love was Kama; the garment of the Primordial Word was Vâc—the word Vâc that underlies the Latin “vox.” And so the disciple sensed in his innermost being that the Word of God had clothed itself in an astral garment of love, and now he said to himself: The human being, who today consists of four members—the physical body, the etheric body, the astral body, and the ego—has the ego as his highest member. And this ego descended into the garment of love and formed Kama-Manas. That was the innermost essence of the human being; it was Kama in which Manas clothed itself: that was the ego. But we also know that this innermost essence will develop three higher members; these will transform the lower members, including the physical body, and just as Manas emerges from the astral sheath, and just as Budhi corresponds to Prana on a higher level, so too will the physical body, when it is fully spiritualized, become Atma. All of this, however, was already present in embryonic form within the Vâc, and a Vedic verse still recalls how the disciple expressed the mystery of the innermost being.

[ 20 ] Wir wissen, daß der physische Leib auf dem Saturn, der Ätherleib auf der Sonne, der Astralleib auf dem Monde, und das Ich auf der Erde erst entstanden ist. Aber die wahre, ursprüngliche Menschenanlage, das Urwort Vâc, hatte auch schon die drei folgenden Glieder in sich. Drei höhere Glieder hat der Mensch noch zu erwarten, dann wird er erst ein getreues Abbild des Schöpfungswortes, des Urwortes sein. Und darauf sollte der Schüler hingewiesen werden, daß nur dem Eingeweihten die wahre Natur des physischen, ätherischen und astralischen Leibes klar sein konnte. Heute ist der Mensch er selbst nur, wenn er sein «Ich bin» ausspricht, wenn er das ins Auge faßt, was ganz sein eigen ist. Nur da ist er ganz Mensch. Die anderen Glieder sind zwar auch offenbar, aber da ist er noch unbewußt. Aber im vierten ist die Vâc offenbar geworden: «Im vierten spricht der. Mensch!» Das war der Satz des Veda. Wenn das Wort des Ich ertönt, so tönt der vierte Teil der Vâc. Der Vedasatz hieß: «Vier Vierteile der Vâc sind bemessen; drei sind im Verborgenen bewahrt und rühren sich nicht; nur das vierte Vierteil sprechen die Menschen.»

[ 20 ] We know that the physical body first came into being on Saturn, the etheric body on the Sun, the astral body on the Moon, and the “I” on Earth. But the true, original human potential—the primordial word Vâc—already contained within itself the three subsequent members. Humanity still has three higher aspects to look forward to; only then will it become a true image of the Word of Creation, the Primordial Word. And the student should be made aware that only the initiate could understand the true nature of the physical, etheric, and astral bodies. Today, a human being is truly himself only when he utters his “I am,” when he grasps what is entirely his own. Only then is he fully human. The other elements are indeed also manifest, but he remains unconscious of them. But in the fourth, Vâc has become manifest: “In the fourth, the human being!” That was the saying of the Veda. When the word of the “I” resounds, the fourth part of Vâc resounds. The Vedic saying was: “Four quarters of Vâc are measured; three are kept hidden and do not stir; only the fourth quarter do human beings speak.”

[ 21 ] Da haben wir eine wunderbare Beschreibung von dem, was wir so oft gehört haben. Das stand vor dem geistigen Blick des Schülers. Sein Blick wurde auf den Zustand zurückgelenkt, wo noch nichts getrennt war, wo noch eine Urerde war, wo die volle Vâc sprach. Das drückt ein anderer Vedasatz aus: «Vorher wußte ich nicht, was das ist, das «Ich bin», erst als die Erstgebotene der Erde über mich kam, wurde der Geist lichtvoll erfüllt, und ich hatte Anteil an der heiligen Vâc», der Weisheit. Darinnen ist ein Schauen wiedergegeben, das der Eingeweihte hatte.

[ 21 ] Here we have a wonderful description of what we have heard so often. This was before the disciple’s spiritual gaze. His gaze was directed back to the state where nothing was yet separated, where there was still a primordial earth, where the full Vâc spoke. This is expressed in another Vedic verse: “Before, I did not know what ‘I am’ is; only when the firstborn of the earth came upon me was the spirit filled with light, and I had a share in the sacred Vâc,” that is, wisdom. This verse conveys a vision that the initiate had.

[ 22 ] Damit ist nur angedeutet einiges wenige von den Erlebnissen der alten Rishi-Schüler, von den wunderbaren Lehren, die einflossen in die indische Kultur, die überliefert wurden an die folgenden Zeitalter und die umgestaltet wurden nach den Lebensbedürfnissen anderer Völker. Aber alle hatten es verstanden, das Urwort Vâc.

[ 22 ] This merely hints at a few of the experiences of the ancient Rishi disciples, at the wondrous teachings that flowed into Indian culture, were passed down to subsequent ages, and were adapted to the needs of other peoples. But all of them had understood the primordial word, Vâc.

[ 23 ] Wir werden manches besser verstehen, wenn wir ein Geheimnis in seinem ganzen Zusammenhang uns vor Augen führen. Wir müssen uns vorstellen, daß damals die Wirkung des Lehrers auf den Schüler eine ganz andere war als heute. Heute ist nur dann, wenn der Schüler auf eine gewisse Einweihungsstufe schon gebracht ist, einigermaßen eine solche Wirkung möglich. Damals waren die Kräfte des Lehrers, die auf den Schüler übergingen, viel stärker. Von diesen Kräften machen wir uns eine Vorstellung, wenn wir sagen: Nicht nur das, was der Lehrer durch das Wort oder durch die Schrift übermitteln konnte, wirkte. Das alles wirkte eigentlich nur auf die Verstandesseele, aber außerdem wirkten magische, geheimnisvolle Kräfte vom Lehrer auf den Schüler, und es waren im wesentlichen die Kräfte des Lehrers, die da imstande waren, die Bilder, die der Lehrer vor die Seele des Schülers rückte, zu erfüllen mit Helligkeit und lebendiger Kraft. Diese eigenartige Wirkung hat sich im vierten nachatlantischen Zeitalter, der griechisch-lateinischen Kultur, erst verloren. Die Kräfte ändern sich eben. Es war ganz etwas anderes, wenn ein alter Ägypter einem jungen gegenüberstand, als wenn heute ein Lehrer dem Schüler gegenübersteht. Ganz andere Kräfte wirkten vom Alter auf die Jugend. Das muß derjenige wissen, der verstehen will, was noch im alten Griechentum beschrieben ist. So&rates hatte tatsächlich telepathische Kräfte, die er auf seine Schüler übergehen ließ, während er sie belehrte. Solches kann in unserer Zeit nicht mehr wirken. Solche Dinge werden angedeutet in P/atos Schriften. Heute würde es selbstverständlich eine verwerfliche Untugend sein, was damals durchaus berechtigt war. Es gehen eben Änderungen vor sich; niemand hat das Recht, das heute zu kopieren. Heutige Erscheinungen wollen sich darauf berufen, aber dasselbe würde heute verwerflich sein.

[ 23 ] We will understand many things better if we consider a mystery in its full context. We must imagine that, back then, the influence of the teacher on the student was quite different from what it is today. Today, such an influence is possible only to a certain extent if the student has already been brought to a certain level of initiation. Back then, the forces of the teacher that were transmitted to the student were much stronger. We can get a sense of these forces when we say: It was not only what the teacher could convey through speech or writing that had an effect. All of that actually affected only the intellectual soul, but in addition, magical, mysterious forces flowed from the teacher to the student, and it was essentially the teacher’s forces that were capable of filling the images the teacher presented to the student’s soul with brightness and living power. This unique effect was first lost in the fourth post-Atlantean epoch, the Greco-Roman culture. Forces simply change. It was quite different when an ancient Egyptian stood before a young person than when a teacher stands before a student today. Entirely different forces acted from the older generation upon the younger. Anyone who wishes to understand what is still described in ancient Greek literature must be aware of this. Socrates, for example, actually possessed telepathic powers, which he imparted to his students while teaching them. Such things can no longer take effect in our time. Such matters are alluded to in Plato’s writings. Today, it would naturally be considered a reprehensible vice, whereas back then it was entirely justified. Changes are simply taking place; no one has the right to imitate that today. Contemporary phenomena claim to draw upon this, but the same thing would be reprehensible today.

[ 24 ] Damals, in der alten Zeit, gingen Kräfte aus vom Lehrer zum Schüler. Noch im alten Ägypten gab es wirklich eine große Zahl Menschen, die fähig waren, auf eine derartige Weise Kräfte aufzunehmen. Wenn ein Mensch besonders empfänglich war und einem anderen gegenüberstand, der gelernt hatte, seine Gedanken zu verstärken, dann wirkte ein starker Gedanke so, daß er in der Seele des Empfänglichen auftauchte als Bild. Es war also im alten Ägypten eine solche telepathische Wirkung in hohem Grade möglich, und Gedankenübertragung war in hohem Maße vorhanden. Wenn eine starke Willensnatur einer nicht gestärkten gegenüberstand, war das sehr der Fall. So vermochte man auch noch in Ägypten einen anderen durch Gedanken zu lenken und zu leiten in einem Maße, wie man es sich heute gar nicht vorstellen kann, Heute würde man natürlich mit solchen Kräften argen Mißbrauch treiben. Im wesentlichen beruhten im alten Ägypten die Einweihungen auf ähnlichen Kräften. So war es auch im alten Indien möglich gewesen und in Persien. Diese Kräfte verstärkten noch die Methode, die, wenn man sich exoterisch ausdrücken wollte, man auch eine medizinische nennen könnte. Darunter ist natürlich nicht die offizielle Heilkunde von heute zu verstehen. Über das, was heute der Mensch Medizin nennt, darüber hätte der ägyptische Arzt und Eingeweihte nur gelacht. Der alte ägyptische Mediziner hat eins gewußt: er hat gewußt, daß jene Zustände, die in der Atlantis ursprünglich vorhanden waren, und wie man sie bei der Einweihung hat wahrnehmen können, auch jetzt noch in gewissem Sinne wieder zu erwecken waren. Das Bewußtsein, in dem der Mensch in der Atlantis lebte, war ein dumpfes Hellseherbewußtsein. Da gab es eine Zeit, sagte sich der ägyptische Eingeweihte, in der die geistigen Wesen eine viel größere Kraft auf den Menschen ausübten. Heute weiß der Mensch, wenn er schläft, nichts von den höheren Welten; aber der atlantische Mensch lebte da noch in einem dämmerhaften Hellseherbewußtsein mit den Göttern. Und so wie es viel besser wirkt als alle moralischen Lehren, wenn der heutige Mensch sich erheben kann zu einem idealen Menschen, so wirkte damals der ägyptische Eingeweihte durch Kräfte und Bilder höherer geistiger Vorgänge auf den Schüler. Das wirkte nicht bloß äußerlich, sondern tief innerlich, es wirkte so, daß ein ganz bestimmter Vorgang resultierte.

[ 24 ] Back then, in ancient times, forces flowed from the teacher to the student. Even in ancient Egypt, there were indeed a large number of people who were capable of receiving such forces. When a person was particularly receptive and faced someone who had learned to intensify their thoughts, a strong thought would manifest as an image in the soul of the receptive person. Thus, in ancient Egypt, such telepathic effects were highly possible, and the transmission of thoughts was widespread. This was especially true when a strong will faced one that was not as strong. Thus, even in Egypt, it was still possible to direct and guide another through thought to an extent that is unimaginable today. Today, of course, such powers would be grossly abused. Essentially, initiations in ancient Egypt were based on similar powers. This was also possible in ancient India and Persia. These forces further reinforced the method which, to put it in exoteric terms, could also be called a medical one. Of course, this does not refer to today’s official medicine. An Egyptian physician and initiate would have merely laughed at what people today call medicine. The ancient Egyptian physician knew one thing: he knew that those states which originally existed in Atlantis—and which could be perceived during initiation—could still be reawakened in a certain sense even now. The consciousness in which human beings lived in Atlantis was a dull, clairvoyant consciousness. There was a time, the Egyptian initiate told himself, when spiritual beings exerted a much greater influence on human beings. Today, when a person sleeps, they know nothing of the higher worlds; but the Atlantean still lived there in a twilight clairvoyant consciousness alongside the gods. And just as it is far more effective than any moral teaching when modern human beings can elevate themselves to become ideal human beings, so too did the Egyptian initiate influence the student through the forces and images of higher spiritual processes. This had an effect not merely externally, but deeply within; it had such an effect that a very specific process resulted.

[ 25 ] Denken wir uns einen kranken Menschen, der deshalb krank ist, weil bestimmte Verrichtungen nicht in normaler Weise verlaufen. Woher kommt das? Derjenige, der okkult geschult ist, weiß, daß es nicht von außen kommt, wenn der physische Leib unregelmäßig funktioniert; sondern alles, was an Krankheiten da ist und nicht von außen kommt, ist darauf zurückzuführen, daß der Ätherleib nicht in Ordnung ist. Aber der Ätherleib ist krank, weil der Astralleib in Unordnung ist. Wenn nun bei dem atlantischen Menschen Gefahr vorhanden war, daß irgendeine Unordnung in der Säfteverteilung eintreten konnte, dann war sehr bald dafür gesorgt, daß wieder Ordnung hineinkommen konnte. Der Mensch bekam im Schlafzustand aus den geistigen Welten eine solche Kraft, daß durch den Schlaf die gestörten Kräfte und Funktionen wieder hergestellt wurden, daß der Mensch wieder gesundete. Er stellte gewissermaßen durch Erschlafen die gesunden Kräfte wieder her. Die alten ägyptischen Ärzte gebrauchten etwas Ähnliches. Sie dämmerten das Bewußtsein des Patienten künstlich herab bis zu einer Art hypnotischen Schlafes, und nun waren sie Herren über die Bilder der Scelenwelt, die um den Patienten entstanden. Und diese Bilder lenkten sie so, daß sie Kräfte hatten, zurückzuwirken auf den physischen Leib und ihn gesund zu machen. Das war der Sinn des Tempelschlafs, den man für innerliche Krankheiten verwendete. Den Kranken gab man keine Medizin, sondern man ließ einen solchen Menschen im Tempel schlafen. Man umdämmerte sein Bewußtsein und ließ ihn in die geistigen Welten hineinschauen. Man lenkte nun seine astralischen Erlebnisse so, daß diese die Kräfte hatten, wieder Gesundheit in den Leib hineinzugießen. Das ist kein Aberglaube, das ist ein Geheimnis, das die Eingeweihten kannten: daß sie das Geistige in die Erlebnisse der Kranken hineinbrachten. In der Heilkunde, die wir daher so innig verbunden mit dem Prinzip der Einweihung finden, stellte man bei der Heilung gleichsam künstlich den atlantischen Zustand wieder her. Und dadurch, daß der Mensch durch sein Tagesbewußtsein nicht sich entgegensetzte, wirkten die Kräfte, die nötig waren zur Gesundung. So wirkte der Tempelschlaf.

[ 25 ] Let us imagine a sick person who is ill because certain bodily functions are not operating normally. Where does this come from? Anyone trained in the occult knows that when the physical body functions irregularly, the cause does not come from outside; rather, all illnesses that do not originate from outside are attributable to the fact that the etheric body is out of order. But the etheric body is ill because the astral body is in disarray. Now, if there was a risk in the Atlantean human that some disorder might arise in the distribution of bodily fluids, measures were very quickly taken to restore order. While asleep, the human received such power from the spiritual worlds that, through sleep, the disturbed forces and functions were restored, and the person recovered. In a sense, by falling asleep, the person restored the healthy forces. The ancient Egyptian physicians employed a similar method. They artificially dimmed the patient’s consciousness down to a kind of hypnotic sleep, and thus gained control over the images of the spirit world that arose around the patient. They directed these images in such a way that they possessed the power to act back upon the physical body and heal it. That was the purpose of the “temple sleep,” which was used for internal illnesses. The sick person was not given medicine; instead, they were allowed to sleep in the temple. Their consciousness was dimmed, and they were allowed to look into the spiritual worlds. Their astral experiences were then guided in such a way that they possessed the power to infuse health back into the body. This is not superstition; it is a secret known to the initiates: that they introduced the spiritual into the experiences of the sick. In the healing arts—which we therefore find so intimately connected with the principle of initiation—the Atlantean state was, as it were, artificially restored during the healing process. And because the person did not resist this through their waking consciousness, the forces necessary for recovery were able to take effect. This is how temple sleep worked.

[ 26 ] In der ägyptischen Kultur herrschte das Prinzip auch noch, das in Indien bei den weisen Rishis herrschte, die selbst die Dinge lenkten, die selbst die Vermittler der Planetenkräfte waren, die Schüler des Manu, des großen Lehrers der ersten erhabenen Kultur. In der ersten Kultur der nachatlantischen Zeit waren es die Rishis, die jene erhabene Lehre brachten, eine Lehre, die den Menschen in hohe, erhabene, geistige Welten führte, bis in die obere Devachanwelt. Das, was da geschaut wurde, das wurde heruntergeführt in den folgenden Kulturperioden bis auf den physischen Plan; bis im vierten nachatlantischen Zeitraum sich hineinsenkte in den physischen Plan die Wesenheit, die wir als das Brahman der indischen Kulturperiode kennengelernt haben, die wir als Christus bezeichnen, die nicht mehr das Geistige zu vermitteln hat, sondern selbst Mensch wurde, um über alle Menschen auszustrahlen die geheimnisvolle Macht des Urwortes.

[ 26 ] In Egyptian culture, the principle still prevailed that had prevailed in India among the wise Rishis, who themselves guided events and served as mediators of the planetary forces—the disciples of Manu, the great teacher of the first sublime culture. In the first culture of the post-Atlantean era, it was the Rishis who brought that sublime teaching—a teaching that led humanity into high, sublime, spiritual worlds, all the way up to the upper Devachan world. What was beheld there was brought down through the subsequent cultural periods all the way to the physical plane; until, in the fourth post-Atlantean epoch, the Being whom we have come to know as the Brahman of the Indian cultural period—whom we call Christ—descended into the physical plane; a Being who no longer had to mediate the spiritual, but became human himself in order to radiate the mysterious power of the Primordial Word to all humanity.

[ 27 ] So ist das Urwort herabgestiegen, um den Menschen wieder hinaufzubringen. Und der Mensch muß verstehen, wie das geschah, um ein Instrument aus sich zu bilden, durch das er in die Zukunft wirken kann. Wir müssen kennenlernen, was vor uns gewirkt hat, damit wir selbst mitarbeiten können an immer höherer Gestaltung dessen, was für uns um uns ist.

[ 27 ] Thus the Primordial Word descended to lift humanity back up again. And humanity must understand how this happened in order to form within itself an instrument through which it can work toward the future. We must learn about what has shaped our world so that we ourselves can contribute to the ever-higher shaping of what surrounds us.

[ 28 ] Eine geistige Welt müssen wir in Zukunft schaffen. Dazu ist nötig, daß wir zuerst den Kosmos verstehen.

[ 28 ] We must create a spiritual world in the future. To do so, we must first understand the cosmos.