Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107
29 October 1908, Berlin
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Spiritual-Scientific Anthropology, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Wir werden heute eine Betrachtung anstellen über Dinge, die von einer gewissen Seite her Ihnen bekannt sind. Aber es geht ja bei allen geisteswissenschaftlichen Dingen so, daß wir sie erst dann vollständig durchdringen, wenn sie von verschiedenen Seiten beleuchtet werden; und es sind innerhalb der anthroposophischen Strömung hier in unseren mitteleuropäischen Gegenden Dinge zur Besprechung zu bringen, die aus den weit vorgeschrittenen Forschungen des Okkultismus geholt sind, die also leicht mißverständlich aufgefaßt werden können. Auf der anderen Seite aber würden wir nicht weiterkommen, wenn wir nicht wagen würden, über solche Dinge einmal ganz ungeschminkt zu sprechen.
[ 1 ] Today we will reflect on matters that are familiar to you from a certain perspective. But as is the case with all matters of spiritual science, we can only fully grasp them when they are examined from various angles; and within the anthroposophical movement here in our Central European regions, there are matters to be discussed that are drawn from highly advanced research in the occult—matters that can therefore easily be misunderstood. On the other hand, however, we would not make any progress if we did not dare to speak about such things quite candidly for once.
[ 2 ] Denken Sie daran, daß, wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwicklung durch die verschiedenen Kulturepochen der nachatlantischen Zeit bis hinein in die Atlantis, und in immer ältere Zeiten hinaufsteigen auch innerhalb der Atlantis, daß wir da, wenn wir den geistigen Blick richten auf die Vorgänge, immer andere Gestalten des Menschen finden. Im letzten Drittel der atlantischen Epoche ist der Ätherleib, bis zu einem gewissen Grade noch außerhalb des physischen Leibes, der Kopf des Ätherleibes ist noch nicht mit den Kräften des physischen Leibes verbunden, die die Kräfte des Ichs, des Selbstbewußtseins sind. Wenn wir den Vorgang, der da zugrunde liegt, beobachten, so können wir sagen: Die Fortentwicklung besteht darin, daß der Ätherkopf sich hineinschiebt in den physischen Kopf. Betrachten wir heute ein Pferd, dann ragt über den physischen Kopf der Ätherkopf des Pferdes heraus. Er hat noch eine mächtige Größe über den physischen Kopf hinaus. Ich habe Ihnen auch gesagt, welche mächtige Organisation die Ätherteile des Elefanten bilden, die weit, weit über den physischen Leib hinausragen. So war auch beim Menschen in der atlantischen Zeit noch der Ätherleib heraußen und schob sich allmählich immer mehr hinein. Ein solches Hineinschieben von einem dünneren Gliede in ein dichteres bedeutet zugleich eine Verdichtung desjenigen, was physisch ist. Der physische Kopf des Menschen hat also damals noch ganz anders ausgesehen als später. Würden wir noch weiter zurückgehen, bis in die letzten lemurischen Zeiten, so würde man geistig erst sehr wenig vom physischen Kopf sehen; erst in ganz weicher, durchsichtiger Materie war er vorhanden. Erst durch das allmähliche Hineinschieben des Ätherkopfes wurden Teile des Kopfes verdichtet, erst losgelöst von den Teilen der Umgebung. Auch in der späteren Atlantis war der Mensch noch in ungeheurer Weise begabt mit dem, was sich in krankhafter Weise erhalten hat im Wasserkopf, in einem wässerigen Gehirn. Außerdem haben wir uns noch dazu zu denken eine Knochenerweichung, eine völlige Erweichung der oberen Glieder des Menschen. Das klingt schrecklich für den heutigen Menschen. Aus dieser wässerigen Substanz hat sich verhärtet, was heute den menschlichen Kopf bildet und umschließt. Es ist das nicht einmal ein sehr ungeeignetes Bild, das ich manchmal brauche, das Verhärten, Auskristallisieren aus den Wassermassen, aus einer Salzlösung in einem Glase; es gibt die Dinge ziemlich genau wieder, dies Herauskristallisieren des Salzes aus der wässerigen Salzlösung. Was mit dem Kopf in so später Zeit vor sich ging, ist mit dem übrigen Menschen viel früher geschehen. Auch die übrigen Glieder haben sich allmählich aus einer weichen Masse herausgebildet.
[ 2 ] Keep in mind that as we trace human evolution back through the various cultural epochs of the post-Atlantean era all the way to Atlantis—and as we ascend into ever more ancient times even within Atlantis itself—we find, when we direct our spiritual gaze toward these events, that human forms are constantly changing. In the last third of the Atlantean epoch, the etheric body is, to a certain extent, still outside the physical body; the head of the etheric body is not yet connected to the forces of the physical body, which are the forces of the “I,” of self-consciousness. If we observe the underlying process, we can say: The further development consists in the etheric head pushing its way into the physical head. If we look at a horse today, the horse’s etheric head protrudes above its physical head. It still extends a considerable distance beyond the physical head. I have also told you what a powerful structure the etheric parts of the elephant form, which extend far, far beyond the physical body. In the same way, during the Atlantean era, the etheric body of the human being was still on the outside and gradually pushed further and further inward. Such a pushing inward from a more subtle member into a denser one simultaneously signifies a densification of what is physical. The human physical head, therefore, looked quite different back then than it did later. If we were to go back even further, to the late Lemurian period, we would see very little of the physical head spiritually; it existed only as very soft, translucent matter. It was only through the gradual pushing inward of the etheric head that parts of the head became condensed, first becoming detached from the surrounding parts. Even in later Atlantis, human beings were still endowed to an immense degree with what has been pathologically preserved in the hydrocephalus—a watery brain. In addition, we must also consider a softening of the bones, a complete softening of the upper limbs of the human being. That sounds terrible to people today. From this watery substance, what today forms and encloses the human head has hardened. It is not even a very inappropriate image that I sometimes use—the hardening, the crystallization out of the masses of water, out of a salt solution in a glass; it reproduces the process quite accurately—this crystallization of the salt out of the watery salt solution. What happened to the head at such a late stage occurred much earlier in the rest of the human being. The other limbs, too, gradually took shape out of a soft mass.
[ 3 ] So daß wir sagen können: Wo ist denn damals eigentlich das menschliche Ich, das heutige Ich? Im Menschen eigentlich nicht; es ist noch in der Umgebung. Durch das Einziehen des Ichs können wir auch sagen, verhärten sich die oberen Glieder des Menschen. Dadurch, daß das Ich außerhalb des Menschen war, war es in einer anderen Beziehung noch mit einer Eigenart behaftet, die später anders wurde. Durch Einziehen in den physischen Leib wurde das Ich veranlaßt, ein individuelles Ich zu werden, während es vorher noch eine Art Gruppenseele war. Ich will Ihnen hier ein Bild geben für den Tatbestand. Denken Sie sich, es säße ein Kreis von zwölf Menschen; irgendwo in einem Kreis angeordnet säßen diese zwölf Menschen. Durch die Entwicklung, wie sie heute ist, hat jeder Mensch sein Ich in sich. Es sitzen also zwölf Ichs im Kreis herum. Betrachten wir aber in der atlantischen Zeit einen solchen Kreis von Menschen, so säßen die physischen Körper auch herum, aber das Ich ist erst im Ätherleibe, der noch draußen ist. Vor einem jeden also befindet sich sein Ich. Das Ich hat aber eine andere Eigenschaft, es ist nicht so Zentralisiert, es entfaltet gleich seine Kräfte und verbindet sich mit den Ichs der anderen Menschen, so daß sie einen Ring bilden, der wiederum seine Kräfte nach seinem Mittelpunkt schickt. Also haben wir hier einen ätherischen Kreiskörper, der eine Einheit in sich bildet, und in ihm die Ichs, also ein Kreis von physischen Körpern und innerhalb eine ätherische Kreisfläche, die eine Einheit bildet, dadurch, daß die Ichs eingefangen werden, wird eingeschlossen das Einzel-Ich und durch dieses Bild kommen wir zu einer anschaulichen Vorstellung der Gruppenseelen.
[ 3 ] So we can ask: Where, then, is the human “I”—the “I” of today? Not actually within the human being; it is still in the environment. With the withdrawal of the “I,” we can also say that the upper members of the human being harden. Because the “I” was outside the human being, it was, in another respect, still imbued with a characteristic that later changed. By withdrawing into the physical body, the “I” was prompted to become an individual “I,” whereas before it had been a kind of group soul. I would like to give you an image to illustrate this fact. Imagine a circle of twelve people; these twelve people are seated somewhere in a circle. As a result of development as it stands today, every person has their “I” within them. So there are twelve “I’s” seated around the circle. But if we consider such a circle of people in the Atlantean era, the physical bodies would also be seated around the circle, but the “I” is still in the etheric body, which is still outside. So each person’s “I” is situated in front of them. However, the “I” has a different quality: it is not so centralized; it immediately unfolds its forces and connects with the “I’s” of the other people, so that they form a ring that in turn sends its forces toward its center. So here we have an etheric circular body that forms a unity within itself, and within it the “I”s—that is, a circle of physical bodies and, within that, an etheric circular surface that forms a unity. Through the fact that the “I”s are encompassed, the individual “I” is enclosed, and through this image we arrive at a vivid conception of the group souls.
[ 4 ] Gehen wir immer weiter zurück, so können wir dieses Bild festhalten, aber wir müssen uns nicht mehr einen solchen regelmäßigen Kreis von Menschen vorstellen, sondern diese Menschen können in der mannigfaltigsten Weise in der Welt zerstreut sein. Denken wir uns einen Menschen im westlichen Frankreich, einen andern im Osten von Amerika und so weiter, also nicht zusammensitzend, aber da, wo es sich um die Gesetze der geistigen Welt handelt, können die Iche doch zusammenhängen, wenn die Menschen auch über der Erde zerstreut sind. Diese Menschen bilden dann diesen Reigen. Das, was durch das Zusammenfließen ihrer Ichs gebildet wird, ist dann zwar nicht ein so geometrisch schöner Ätherkörper, aber es ist doch ein Einheitliches. Es hat also eine Gruppe von Menschen damals gegeben, die dadurch verbunden waren, daß ihre Ichs eine Einheit bildeten; und zwar gab es im wesentlichen vier solche Gruppen-Ichs. Sie müssen sich diese Menschen wieder entsprechend den Gesetzen der geistigen Welt vorstellen. Die Gruppenseelen der vier Gruppen gingen ineinander; sie waren nicht innerlich verbunden, gingen aber ineinander. Man nennt diese vier Gruppenseelen mit den Namen der vier apokalyptischen Tieren: Adler, Löwe, Stier, Mensch. Der Mensch war aber auf einer anderen Stufe der damaligen Entwicklung wie der heutige Mensch. Die Namen sind aus der Organisation der Gruppenseelen genommen. Warum konnte man sie so nennen? Das möchte ich Ihnen heute von einer anderen Seite begreiflich machen.
[ 4 ] If we go further and further back, we can retain this image, but we no longer need to imagine such a regular circle of people; rather, these people can be scattered throughout the world in the most diverse ways. Let us imagine one person in western France, another in the eastern United States, and so on—not sitting together, but when it comes to the laws of the spiritual world, the “I’s” can still be connected, even if the people are scattered across the earth. These people then form this circle. What is formed by the convergence of their “I’s” is not, admittedly, a geometrically beautiful etheric body, but it is nonetheless a unified whole. There was thus a group of people at that time who were connected by the fact that their “I’s” formed a unity; and essentially there were four such group “I’s.” You must imagine these people again in accordance with the laws of the spiritual world. The group souls of the four groups merged into one another; they were not internally connected, but they did merge. These four group souls are named after the four apocalyptic beasts: eagle, lion, bull, and human. The human, however, was at a different stage of development back then than modern humans are today. The names are derived from the organization of the group souls. Why could they be called that? Today I would like to help you understand this from a different perspective.
[ 5 ] Wir versetzen uns einmal so recht anschaulich in frühe Zeiten des lemurischen Lebens zurück. Die Seelen, die heute in menschlichen Leibern verkörpert sind, waren da noch nicht bis zu den physischen Körpern heruntergestiegen; sie hatten noch gar nicht die Tendenz dazu, sich mit physischer Materie zu verbinden. Auch die Körper, die später Menschenkörper werden sollten, sind noch sehr, sehr tierähnlich. Auf Erden sind die groteskesten physischen Wesenheiten, die sich selbst noch grotesk ausnehmen würden gegenüber dem, was wir heute die groteskesten Tiere nennen. Alles war noch in einer weichen, schlüpfrigen Materie, wässerig oder feurig siedend, sowohl die Menschen wie auch die Umgebung. Es waren natürlich schon unter diesen grotesken Gestalten die Vorfahren des physischen Menschenkörpers, aber diese waren nicht in Besitz genommen von den Ichs. Tatsächlich lebten die vier Gruppenseelen, die wir charakterisiert haben, schon als vier Gruppenseelen vor dem Einzug des Geistigen in die physische Organisation, so daß vier Ichs warteten auf ihre Verkörperung, solche Ichs, die veranlagt waren zu ganz besonderen Gestalten, die sich da unten befanden. Die einen waren veranlagt, zu den Organisationen sich hinzuziehen, die schon in physischer Form in ganz bestimmten Gestalten vorhanden waren, die anderen wieder zu anderen; die Gestalten, die unten waren, mußten in ihren Formen in gewisser Weise entsprechen den Arten der Ichs, die da warteten. Es waren Formen vorhanden, die besonders geeignet waren, die Löwen-Ichs zu empfangen, andere die Stier-Ichs und so weiter. Das war in einer sehr frühen Zeit der Erdentwicklung. Nun denken Sie sich, die Gruppenseele, die wir Stierseele genannt haben, zieht sich zu ganz bestimmten Formen, die da unten sind. Diese schauen in einer bestimmten Weise aus; ebenso wurde die Löwenseele zu besonderen Formen hingezogen. Also zeigt uns auch das Physische auf Erden ein vierfaches Bild. Die eine Gruppe entwickelt besonders stark die Organe, deren Funktionen mehr mit den Funktionen des Herzens übereinkamen; sie waren einseitig auf das Herz hin organisiert; ein besonders aggressives, mutvolles, angreifendes Element war in ihnen. Sie sind mutvoll, wollen sich Geltung verschaffen, wollen die anderen überwinden, sind sozusagen schon Eroberer, geborene Eroberernaturen, schon in der Gestalt. Das sind solche, bei denen das Herz, der Sitz des Ichs, stark gemacht worden ist. Bei anderen sind die Organe der Verdauung, der Ernährung, der Fortpflanzung besonders entwickelt; bei der dritten Gruppe besonders die Bewegungsorgang; bei der vierten Gruppe aber sind gleichmäßig die Sachen verteilt, sowohl das Mutvolle, Aggressive wie das Ruhige, das durch die Ausbildung der Verdauungsorgane hineinkommt; beides wurde ausgebildet. Die Gruppe, bei der das Aggressive, das zu der Organisation des Herzens gehört, ausgebildet wurde, das waren die Menschen, deren Gruppenseelen zu den Löwen gehörten; die zweite Gruppe war die des Stieres, die dritte Gruppe, die mit dem beweglichen Element, das nicht viel vom Irdischen wissen will, gehört zur Gruppenseele des Adlers. Es sind die, die sich erheben können über das Irdische. Und die, bei denen die Dinge sich im Gleichgewicht hielten, gehörten zur Gruppenseele des «Menschen». So haben wir förmlich im Physischen die Projektion der vier Gruppenseelen.
[ 5 ] Let us now vividly transport ourselves back to the early days of Lemurian life. The souls that are now incarnated in human bodies had not yet descended to the level of physical bodies; they did not yet have any inclination to unite with physical matter. Even the bodies that would later become human bodies were still very, very animal-like. On Earth, there were the most grotesque physical beings, which would themselves appear grotesque compared to what we today call the most grotesque animals. Everything was still in a soft, slippery substance, either watery or fiery and boiling—both the human beings and their surroundings. Of course, even among these grotesque forms were the ancestors of the physical human body, but these had not yet been taken possession of by the I’s. In fact, the four group souls we have described already existed as four group souls before the spiritual entered the physical organization, so that four “I’s” were awaiting their incarnation—I’s predisposed to very specific forms that were present down there. Some were predisposed to be drawn to the organisms that already existed in physical form in very specific shapes, while others were drawn to different ones; the forms that were down there had to correspond in a certain way to the types of “I”s that were waiting there. There were forms that were particularly suited to receiving the lion “I”s, others for the bull “I”s, and so on. This took place in a very early period of Earth’s development. Now imagine that the group soul—which we have called the Taurus soul—is drawn to very specific forms that exist down there. These forms have a particular appearance; similarly, the Lion soul was drawn to specific forms. Thus, the physical realm on Earth also presents us with a fourfold picture. One group developed particularly strongly those organs whose functions corresponded more closely to those of the heart; they were organized one-sidedly toward the heart; a particularly aggressive, courageous, and assertive element was present in them. They are courageous, want to assert themselves, want to overcome others, and are, so to speak, already conquerors—born conquerors—even in their very form. These are the ones in whom the heart—the seat of the “I”—has been strengthened. In others, the organs of digestion, nutrition, and reproduction are particularly developed; in the third group, the organs of movement are especially developed; in the fourth group, however, the qualities are evenly distributed—both the courageous and aggressive traits and the calm ones that arise through the development of the digestive organs; both were developed. The group in which the aggressive quality—which belongs to the organization of the heart—was developed consisted of those whose group souls belonged to the lion; the second group was that of the bull; the third group, associated with the mobile element that has little interest in the earthly, belongs to the group soul of the eagle. These are the ones who can rise above the earthly. And those in whom things remained in balance belonged to the group soul of “Man.” Thus, we have, so to speak, the projection of the four group souls in the physical realm.
[ 6 ] Damals würde sich ein ganz eigenartiger Anblick für den Beschauer geboten haben. Man hätte eine Art Rasse gefunden, von der man sich mit prophetischer Gabe hätte sagen können: Das sind physische Wesen, die etwas an Löwen erinnern, die den Charakter des Löwen wiedergeben, wenn sie auch anders aussahen als heute die Löwen. Es waren löwenmutige Menschen, aggressive Menschenkeime. Dann wieder gab es eine Gruppe von stierähnlichen Menschen, alles auf dem physischen Plan angesehen. Die dritte und vierte Rasse können Sie sich leicht ergänzen. Die dritte Rasse war schon stark visionär. Während die erste kampfmutig war, während die zweite alles pflegte, was mit dem physischen Plan, mit der Verarbeitung des physischen Planes zusammenhängt, hätten Sie eine dritte Klasse von Menschen gefunden, die sehr visionär waren. In der Regel hatten sie etwas, was im Verhältnis zu den anderen Leibern mißgestaltet war. Sie würden Sie erinnert haben an solche Menschen, die viel Psychisches haben und an Visionen glauben, die aber, weil sie sich um das Physische nicht viel kümmern, etwas Vertrocknetes haben, etwas Verkümmertes gegenüber dem Kraftstrotzenden der beiden anderen Gruppen. Sie würden Sie erinnert haben an die Vogelnatur. «Ich will zurückbehalten meinen Geist», das war die Tendenz der Adlermenschen. Die anderen hatten etwas, was sozusagen aus allen Teilen gemischt war.
[ 6 ] At that time, a most peculiar sight would have presented itself to the observer. One would have encountered a kind of race about which one could have said, with prophetic insight: These are physical beings that are somewhat reminiscent of lions, who embody the character of the lion, even though they looked different from today’s lions. They were lion-hearted people, aggressive human prototypes. Then there was a group of bull-like people, all viewed from the physical plane. You can easily fill in the details for the third and fourth races. The third race was already highly visionary. While the first was combative, and the second cultivated everything related to the physical plane and the processing of the physical plane, you would have found a third class of people who were very visionary. As a rule, they had something that was malformed in relation to their other bodies. They would have reminded you of those people who possess a great deal of psychic ability and believe in visions, but who, because they do not care much for the physical, have something withered about them, something stunted compared to the vigor of the other two groups. They would have reminded you of a bird-like nature. “I want to hold back my spirit”—that was the tendency of the eagle people. The others had something that was, so to speak, a mixture of all parts.
[ 7 ] Dazu kommt noch etwas: Wenn wir so weit zurückgehen, daß wir solche Verhältnisse auf Erden antreffen, dann müssen wir auch den anderen Gedanken uns etwas nahelegen, daß ja alles, was geschehen war im Verlaufe der Erdenevolution, geschehen war, um zu regeln die Angelegenheiten der Erde aus dem Geistigen heraus. Es war alles nur ein Umweg, um zu dem heutigen Menschen zu kommen. Wer noch mehr in die Dinge hinein hätte schauen können, der hätte die Erfahrung machen können, daß diese Löwennaturen, die erinnerten an das, was wir heute in ganz anderer Weise an dem Löwenleib sehen, eine besondere Anziehungskraft bildeten für die männlichen Gestalten der Ätherleiber. Diese fühlten sich besonders hingezogen zu diesen Löwenmenschen, so daß dies Wesen waren, die äußerlich einen Löwenleib hatten, innerlich aber einen männlichen Ätherleib. Es war ein mächtiges Ätherwesen mit männlichem Charakter, und ein kleiner Teil dieses Ätherwesens verdichtete sich zu dem physischen Löwenleib. Der physische Leib war förmlich der Kometenkern, während der Ätherleib den Kometenschweif bildete, der der eigentliche Schöpfer des Kernes war. Die Stierrasse aber hatte eine besondere Anziehungskraft für den weiblichen Ätherleib. Also der Stierkörper hatte gerade die Kraft, den weiblichen Ätherleib anzuziehen und sich mit ihm zu verbinden. Und nun denken Sie sich noch, daß das fortwährend arbeitet, die Ätherleiber fortwährend eindringend, umgestaltend.
[ 7 ] There is something else to consider: If we go back far enough to encounter such conditions on Earth, then we must also allow ourselves to consider the idea that everything that happened in the course of Earth’s evolution occurred in order to regulate the affairs of the Earth from the spiritual realm. It was all merely a detour on the path to modern humanity. Anyone who had been able to look more deeply into these matters would have discovered that these lion-like beings—which recalled what we see today in the lion’s body, albeit in a completely different way—exercised a special attraction for the male figures of the etheric bodies. These were particularly drawn to these lion-people, so that these were beings who outwardly had a lion’s body but inwardly a male etheric body. It was a powerful etheric being with a male character, and a small part of this etheric being condensed into the physical lion’s body. The physical body was, so to speak, the comet’s nucleus, while the etheric body formed the comet’s tail, which was the actual creator of the nucleus. The Taurus race, however, had a special attraction for the female etheric body. Thus, the Taurus body possessed precisely the power to attract the female etheric body and unite with it. And now imagine that this process is constantly at work, with the etheric bodies continually penetrating and transforming one another.
[ 8 ] Das Verhältnis der löwenartigen Menschen zu den stierartigen ist besonders wichtig in den älteren Zeiten. Die anderen kommen weniger in Betracht. Die männlichen Ätherleiber, die einen physischen Löwenleib aus sich herauskristallisierten, hatten die Fähigkeit, den physischen Löwenleib selbst zu befruchten, so daß also geradezu die Fortpflanzung der Menschheit besorgt wurde durch die löwenartige Rasse. Es war eine Art Befruchtung aus dem Geistigen heraus, eine ungeschlechtliche Fortpflanzung. Dasselbe konnte aber auch die stierartige Rasse bewirken. Das, was physisch geworden war, wirkte hier zurück auf den weiblichen Ätherleib. Im Laufe der Entwicklung gestalten sich die Sachen anders. Während die Löwennatur die Art der Fortpflanzung behält, weil die befruchtende Kraft aus dem Geistigen heraus von oben kam, während hier der Prozeß sich steigerte, wurde der andere Prozeß immer mehr und mehr zurückgedrängt. Unfruchtbarer und unfruchtbarer wurde die Stiermenschheit. Die Folge war, daß wir auf der einen Seite eine Menschheit hatten, die durch Befruchtung erhalten wurde, auf der anderen Seite eine andere Hälfte, die immer unfruchtbarer wurde. Die eine Seite wurde zum weiblichen, die andere zum männlichen Geschlecht. Die heutige weibliche physische Natur hat ja einen männlichen Ätherleib, während der Ätherleib des Mannes weiblich ist. Der physische Leib der Frau ist hervorgegangen aus der Löwennatur, während der physische Stierleib der Vorfahre des männlichen Leibes ist.
[ 8 ] The relationship between the lion-like humans and the bull-like ones is particularly important in earlier times. The others are of less significance. The male etheric bodies, which crystallized a physical lion’s body from within themselves, had the ability to fertilize the physical lion’s body itself, so that the reproduction of humanity was, in a sense, ensured by the lion-like race. It was a kind of fertilization arising from the spiritual realm, an asexual form of reproduction. The bull-like race, however, was also capable of achieving the same result. What had become physical exerted a reciprocal effect here on the female etheric body. In the course of evolution, things took a different turn. While the lion-like nature retained this mode of reproduction—because the fertilizing power came from the spiritual realm above—as this process intensified, the other process was increasingly suppressed. The bull-like humanity became more and more infertile. The result was that, on the one hand, we had a humanity sustained through fertilization, and on the other hand, another half that became increasingly infertile. One side became the female sex, the other the male sex. Today’s female physical nature, after all, has a male etheric body, while the man’s etheric body is female. The woman’s physical body evolved from the lion nature, while the physical bull body is the ancestor of the male body.
[ 9 ] Das Geistige im Menschen hat einen gemeinsamen Ursprung, ist neutral, ging erst in den physischen Leib hinein, als sich die Geschlechter schon differenziert hatten; da wurde erst das Geistige in Angriff genommen, da erst der Kopf verhärtet. Da erst verband sich der Ätherleib des Kopfes mit dem physischen Leib, dem war es ganz einerlei, ob er auf einem Männer- oder Frauenleib sich aufsetzte, da sind beide Geschlechter gleich. Wir müssen sagen, es hat die Frau durch ihre Entwicklung, solange wir absehen von dem, was überhaupt über die Differenzierung hinausgeht, in ihrer Natur etwas Löwenartiges. Dieses verborgene Mutvolle wird man schon finden. Die Frau kann den Mut der Innerlichkeit zum Beispiel im Kriege, in der Krankenpflege, für gewisse Dienste der Menschheit entwikkeln. Der männliche physische Leib hat dasjenige, was wir im echten Sinne die Stiernatur nennen können. Das hängt damit zusammen, daß der Mann, wie er sonst organisiert ist, mehr die im physischen Schaffen begründete Tätigkeit hat. Okkult betrachtet stellen sich die Dinge durchaus so dar, wenn es auch sehr merkwürdig klingt. Sie sehen also, wie diese Gruppenseelen zusammengewirkt haben. Sie arbeiten so, daß sie ihre Arbeit zusammenlegen, die Löwen- und die Stier-Gruppenseele. Diese göttlichen Wesenheiten wirken zusammen und im heutigen Menschen stecken die Arbeiten der verschiedenen göttlichen Gruppenseelen.
[ 9 ] The spiritual aspect of human beings has a common origin; it is neutral and did not enter the physical body until the sexes had already differentiated; it was only then that the spiritual aspect was addressed, and only then that the head became hardened. It was only then that the etheric body of the head united with the physical body; it made no difference to it whether it settled upon a male or female body—in this respect, both sexes are equal. We must say that, in her development—as long as we disregard what lies beyond differentiation altogether—the woman has something lion-like in her nature. This hidden courage can certainly be found. A woman can develop the courage of inner strength, for example, in war, in nursing, or in certain services to humanity. The male physical body possesses what we might, in the true sense, call a bull-like nature. This is connected to the fact that the man, as he is otherwise organized, is more inclined toward activity rooted in physical labor. From an occult perspective, this is indeed how things appear, even if it sounds very strange. So you see how these group souls have worked together. They work by combining their efforts—the lion and the bull group souls. These divine beings work together, and within modern human beings lie the workings of the various divine group souls.
[ 10 ] Diese Bilder, die ich hier skizzenhaft vor Sie hingestellt habe, werden schon ihre Wirkung haben. Verfolgen Sie die Menschen immer weiter zurück, bis zu der Zeit, als noch keine Fortpflanzung möglich war, so müssen wir also sagen: Es verwandelt sich der äußere physische Frauenleib in etwas, was löwenartig war, während der Männerleib stierartig war. Solche Dinge müssen nur in heiligem, ernstem Sinne genommen werden, wenn wir sie im richtigen Sinne verstehen wollen. Es würde denjenigen, die die Anatomie des Menschen studiert haben, leicht werden, die anatomischen Verschiedenheiten des physischen Leibes von Mann und Weib abzuleiten von diesen Naturen des Löwen und des Stieres. So lange wird die physische Wissenschaft ganz unfruchtbar sein, nur äußere Tatsachen berichten, solange sie nicht eindringt in diesen Geist der Tatsachen.
[ 10 ] These images, which I have presented to you here in sketch form, will certainly have an effect. If you trace human beings back further and further, to the time when reproduction was not yet possible, then we must say: The outer, physical female body transformed into something lion-like, while the male body was bull-like. Such things must be taken only in a sacred, serious sense if we are to understand them correctly. It would be easy for those who have studied human anatomy to deduce the anatomical differences between the physical bodies of men and women from these natures of the lion and the bull. Physical science will remain entirely fruitless, merely reporting external facts, as long as it does not penetrate into the spirit of these facts.
[ 11 ] Nun wird es Ihnen nicht mehr so sonderbar erscheinen, wie es einmal eine Rasse von Menschen gegeben hat, die einen Löwenkörper hatten. Diese nahmen die Ich-Natur auf und dadurch wandelte sich die Löwennatur immer mehr zum Frauenleib. Die, die nichts von diesem Geistigen abbekommen haben, wandelten sich in ganz anderer Weise um, nämlich zu den heutigen Löwen und was mit ihnen verwandt ist. Warum auch diese Tiere zweigeschlechtlich sind, davon ein anderes Mal. Die, die nichts abbekommen hatten von der Geistigkeit, bildeten die heutigen Löwen heraus, während die, die etwas abbekommen hatten, den heutigen Frauenleib herausbildeten.
[ 11 ] Now it will no longer seem so strange to you that there once existed a race of humans who had the body of a lion. They assimilated the “I” nature, and as a result, the lion’s nature gradually transformed into a woman’s body. Those who received nothing of this spiritual essence transformed in a completely different way—namely, into today’s lions and their relatives. Why these animals, too, are hermaphroditic is a topic for another time. Those who received nothing of the spiritual essence gave rise to today’s lions, while those who did receive something gave rise to the female form as we know it today.
[ 12 ] Im Verlaufe der Zeit können noch viele, viele andere Seiten dieser Dinge gezeigt werden. Das anthroposophische Lernen ist nicht so wie das mathematische. Zuerst wird aufmerksam darauf gemacht, daß es zum Beispiel die vier Gruppenseelen gibt; damit sind zunächst nur die Namen gegeben. Dann wird irgendein Gesichtspunkt gewählt, und es wird die Sache von außen her beleuchtet. Und so kommen wir immer wieder von einer anderen Seite heran. Wir gehen um das, was zuerst hingestellt wurde, herum und beleuchten es von den verschiedensten Seiten her. Wer sich das gesagt sein läßt, wird niemals dazu kommen können, zu sagen, daß sich irgendwelche anthroposophischen Dinge widersprechen. So ist es selbst bei den größten Dingen, die wir betrachten. Die Verschiedenheit rührt her von den verschiedenen Standpunkten, von denen aus man die Dinge betrachtet.
[ 12 ] Over time, many, many other aspects of these matters can be explored. Anthroposophical learning is not like mathematical learning. First, attention is drawn to the fact that, for example, there are the four group souls; at this stage, only the names are given. Then a particular perspective is chosen, and the subject is examined from the outside. And so we approach it again and again from a different angle. We circle around what was first presented and examine it from the most diverse angles. Anyone who is open to this will never be able to say that any anthroposophical concepts contradict one another. This is true even of the greatest subjects we consider. The diversity stems from the different points of view from which we observe things.
[ 13 ] Lassen Sie uns von dieser Versammlung das mitnehmen, was man innere Toleranz nennen könnte. Möge es uns gerade innerhalb unserer anthroposophischen Spezialströmung gelingen, diesen inneren Geist der Toleranz in die anthroposophische Bewegung hineinzubringen. Das nehmen wir noch als einen Gefühlsinhalt mit und versuchen nun wieder draußen zu wirken, so daß dieser Geist allerinnerlichster Verständigung Platz greifen kann. Auch von verschiedenen Orten aus können wir unsere Seele, unser Herz hinneigen lassen zu dem, was uns alle verbindet, zu den großen anthroposophischen Idealen. Und wir können dann das herausbringen, was ein geistiger Organismus sein soll, was wächst und gedeiht: das Leben unserer anthroposophischen Sache, zu der wir unsere Kraft von den verschiedensten Seiten sollen hinstrahlen lassen.
[ 13 ] Let us take away from this gathering what might be called inner tolerance. May we, especially within our particular anthroposophical stream, succeed in bringing this inner spirit of tolerance into the anthroposophical movement. Let us take this with us as a source of inspiration and now strive once more to have an impact in the outside world, so that this spirit of the deepest mutual understanding may take root. Even from different places, we can turn our souls and hearts toward what unites us all—toward the great anthroposophical ideals. And we can then bring forth what a spiritual organism is meant to be—something that grows and flourishes: the life of our anthroposophical cause, toward which we should radiate our strength from all manner of directions.
