Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107
10 November 1908, Berlin
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Spiritual-Scientific Anthropology, tr. SOL
Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Diejenigen von Ihnen, welche seit Jahren diese Zweigvorträge besucht haben, werden vielleicht haben ersehen können, daß dieselben nicht etwa in bezug auf ihre Themata zufällig zusammengewürfelt sind, sondern daß ein gewisser Fortgang in denselben war. Auch innerhalb eines Winters selbst haben die Vorträge immer einen gewissen inneren Zusammenhang, wenn das auch äußerlich nicht von vornherein sichtbar ist. Daher wird es natürlich von größter Bedeutung sein, daß auf die verschiedenen Kurse Rücksicht genommen werde, die neben den eigentlichen Zweigabenden hier stattfinden, und welche dazu bestimmt sind, später hinzugekommene Mitglieder sozusagen bis zu dem Stand dieser Zweigvorträge hinzuführen; mancherlei, was hier in diesen Zweigvorträgen gesagt wird, kann nicht so von vornherein von jedem, der frisch hinzukommt, ohne weiteres verstanden werden. Aber es ist dabei noch etwas zu bemerken, was nach und nach Berücksichtigung finden sollte in den verschiedenen Zweigen unserer deutschen Sektion. Da ein gewisser innerer Gang in den Vorträgen ist, so obliegt es mir insbesondere, jeden Vortrag so zu gestalten, wie er sich in ein Ganzes einfügt. Es ist daher nicht möglich, die Dinge, die in einem solchen einzelnen Zweigvortrag für fortgeschrittenere Teilnehmer gesagt werden, so zu sagen, daß sie auch für den, der erst kurze Zeit da ist, in derselben Weise gelten können. Man würde über dasselbe Thema natürlich auch durchaus elementar sprechen können, aber es würde das nicht angehen, wenn ein fortschreitender Gang der Entwicklung unseres geisteswissenschaftlichen Zweiglebens gerade im Zweige in Aussicht genommen ist. Das hängt nun wieder damit zusammen, daß von Veröffentlichungen von Vorträgen, von Mitteilung von Vorträgen auch von einem Zweig zum andern, doch im weitesten Umfange immer mehr und mehr - und gerade je weiter wir kommen - abgesehen werden sollte. Denn es handelt sich wirklich bei den Vorträgen, die von mir in den Zweigen gehalten werden, immer mehr darum, daß es zum Beispiel gar nicht einerlei ist, ob man den einen Vortrag an dem einen Montag und den nächsten Vortrag am nächsten Montag hört. Wenn auch das für den Zuhörer nicht gleich durchsichtig ist, warum der eine Vortrag auf den anderen folgt, so ist das doch wichtig; und wenn man so Vorträge herumleiht, kann man gar nicht darauf Rücksicht nehmen, um was es sich dabei handelt. Es wird da unter Umständen ein Vortrag vor dem andern gelesen, und notwendigerweise wird er dann mißverstanden und richtet in den Köpfen mancherlei Verwirrung an. Das sei als etwas, was zu unserem anthroposophischen Leben gehört, durchaus als wichtig bemerkt. Schon ob da oder dort ein Nebensatz bei den Dingen eingeschoben ist, ob da oder dort ein Wort besonders oder weniger hervorgehoben wird, das hängt von der ganzen Entwicklung des Zweiglebens ab. Und nur dann, wenn das Veröffentlichen der Vorträge streng überwacht wird, so daß im Grunde genommen von jedem Veröffentlichen abgesehen wird, was mir nicht zuerst unterbreitet wird, kann irgendwie etwas Gedeihliches aus diesem Vervielfältigen oder Publizieren der Vorträge erfolgen.
[ 1 ] Those of you who have been attending these branch lectures for years may have noticed that they are not simply a random collection of topics, but that there has been a certain progression to them. Even within a single winter, the lectures always have a certain internal connection, even if this is not immediately apparent from the outside. Therefore, it is naturally of the utmost importance that consideration be given to the various courses taking place here alongside the actual branch meetings, which are designed to bring members who joined later up to the level of these branch lectures, so to speak; much of what is said here in these branch lectures cannot be readily understood from the outset by everyone who has just joined. But there is something else to note here that should gradually be taken into account in the various branches of our German Section. Since there is a certain internal progression in the lectures, it is my particular responsibility to structure each lecture so that it fits into the whole. It is therefore not possible to present the material addressed in such an individual branch lecture—intended for more advanced participants—in a way that would also apply in the same manner to those who have only recently joined. Of course, one could certainly speak about the same topic in a very basic way, but that would not be appropriate if a progressive course of development in our spiritual science branch life is envisaged, particularly within the branch itself. This, in turn, is related to the fact that the publication of lectures and the sharing of lecture content—even from one branch to another—should be avoided to the greatest extent possible, more and more so—and especially as we progress further. For the lectures I give in the branches are increasingly such that, for example, it really does matter whether one hears one lecture on one Monday and the next lecture on the following Monday. Even if it is not immediately clear to the listener why one lecture follows another, this is nonetheless important; and when lectures are circulated in this way, it is impossible to take into account what is actually at stake. Under certain circumstances, one lecture may be read before another, and it will inevitably be misunderstood, causing all sorts of confusion in people’s minds. This should be noted as something that is absolutely essential to our anthroposophical life. Whether a subordinate clause is inserted here or there, or whether a word is emphasized more or less here or there—this depends entirely on the overall development of the branch’s life. And only if the publication of the lectures is strictly monitored—so that, in essence, any publication that is not first submitted to me is refrained from—can anything beneficial come of this reproduction or publication of the lectures.
[ 2 ] Dies ist auch in gewisser Beziehung eine Art Einleitung zu den Vorträgen, die demnächst hier in unserem Zweig werden gehalten werden. Es wird ein gewisser innerer Zusammenhang sein im Verlaufe der Vorträge dieses Winters, und das, was an vorbereitendem Material zusammengeholt werden wird, das wird zuletzt, gerade bei den Vorträgen dieses Winters, nach einem ganz bestimmten Gipfelpunkt hin gerichtet sein, in dem es dann seinen Abschluß finden wird. Was vor acht Tagen hier besprochen wurde, hat einen kleinen Anfang gemacht; was heute besprochen werden wird, wird eine Art Fortsetzung sein. Aber «Fortsetzung» nicht etwa so wie bei Zeitungsromanen, wo die achtunddreißigste Fortsetzung die siebenunddreißigste fortsetzt, sondern es wird alles einen innerlichen Zusammenhang haben, wenn auch scheinbar verschiedene Gegenstände behandelt werden, und der Zusammenhang wird darin liegen, daß das Ganze dann am Ende in den letzten Vorträgen gipfeln wird. So werden wir gerade heute schon in bezug auf die letzten der Vorträge etwas Skizzenhaftes zu sagen haben über das Wesen der Krankheiten, und am nächsten Montag über den Ursprung, die historische Bedeutung und den Sinn der «Zehn Gebote» zu sprechen haben. Das kann nun scheinen, als wenn es gar nicht zusammengehörte; aber Sie werden zuletzt sehen, wie das alles einen inneren Zusammenhang hat und wie es eigentlich nicht als etwas gelten soll, was irgendwie einen abgeschlossenen Vortrag darstellt, wie es sonst für ein weiteres Publikum sehr wohl der Fall sein kann.
[ 2 ] In a certain sense, this also serves as a kind of introduction to the lectures that will soon be held here in our branch. There will be a certain inner coherence throughout the course of this winter’s lectures, and the preparatory material that will be gathered will ultimately—precisely in the context of this winter’s lectures—be directed toward a very specific climax, at which point it will find its conclusion. What was discussed here eight days ago marked a small beginning; what will be discussed today will be a sort of continuation. But “continuation” not in the sense of a serialized novel, where the thirty-eighth installment continues the thirty-seventh, but rather everything will have an inner connection, even if seemingly different subjects are addressed, and the connection will lie in the fact that the whole will then culminate in the final lectures. So today, with regard to the final lectures, we will already have something to say—albeit in outline form—about the nature of diseases, and next Monday we will discuss the origin, historical significance, and meaning of the “Ten Commandments.” This may seem, at first glance, as if these topics do not belong together at all; but you will eventually see how it all forms an internal connection and how it is not actually intended to be regarded as a self-contained lecture, as might otherwise very well be the case for a broader audience.
[ 3 ] Über das Wesen des Krankseins, der Krankheiten wollen wir heute vom Standpunkt der Geisteswissenschaft einiges sprechen. Um das Kranksein oder wenigstens um diese oder jene Form des Krankseins kümmert sich ja der Mensch in der Regel erst dann, wenn er von dieser oder jener Krankheit befallen ist, und da interessiert ihn dann im Grunde genommen auch nicht viel anderes als zumeist nur die Heilung, das heißt es interessiert ihn die Tatsache, daß er geheilt werde. Das, wie er geheilt werde, ist ihm zuweilen höchst gleichgültig, und ihm auch höchst angenehm, wenn er sich um dieses «Wie» nicht weiter zu kümmern braucht. Dazu sind ja die da, die dazu von den entsprechenden Stellen eben angestellt sind, so denken die meisten unserer Zeitgenossen. Auf diesem Gebiet herrscht ein viel ärgerer Autoritätsglaube innerhalb unserer Zeitströmung, als er eigentlich auf religiösem Gebiete je geherrscht hat. Das medizinische Papsttum, gleichgültig, wie es sich da oder dort gestaltet, ist ein solches, welches sich bis heute schon in der intensivsten Weise geltend macht und das sich in Zukunft noch viel mehr geltend machen wird. Aber nicht zum geringsten Teil haben die Laien Schuld daran, daß das so sein kann oder so werden wird. Denn man denkt nicht nach, kümmert sich nicht um diese Dinge, wenn es einem nicht an den Kragen geht, wenn nicht gerade ein akuter Fall da ist, wo man selbst einer Heilung bedürftig ist. Und so sieht denn auch ein großer Teil der Bevölkerung mit einem großen Gleichmute zu, wenn das medizinische Papsttum immer größere Dimensionen annimmt und in den verschiedensten Formen sich einnistet, so zum Beispiel, wenn es jetzt mitredet und in einer ungeheuren Weise in die Erziehung der Kinder eingreift, in das Schulleben, und dabei eine bestimmte Therapie für sich in Anspruch nimmt. Man kümmert sich nicht darum, welche tieferen Dinge eigentlich dahinter stecken. Man sieht zu, wenn diese oder jene Anstalten in der Öffentlichkeit gemacht werden, sei es in Form dieses oder jenes Gesetzes. Man will in diese Dinge keinen wirklichen Einblick gewinnen. Dagegen werden sich allerdings immer wieder Leute finden, die, wenn es ihnen an den Kragen geht und sie nicht auskommen mit der gewöhnlichen materialistischen Medizin, um deren Grundlagen sie sich nicht kümmern und nur sehen, ob sie geheilt werden oder nicht, dann auch zu solchen Leuten kommen, die auf dem Boden des Okkultismus stehen - und sie kümmern sich dann aber auch wieder nur darum, ob sie geheilt werden können oder nicht. Darum jedoch kümmern sie sich nicht, ob das ganze öffentliche Leben in bezug auf die Methoden und das Wissen der Dinge einer tieferen, aus dem Geistigen kommenden Methode allen Grund und Boden unterwühlt. Wer kümmert sich darum, wenn bei einer Methode, die auf okkultem Boden erwachsen ist, die Öffentlichkeit alle Heilung auf diesem Gebiet unterbindet, oder wenn der Heiler eingesperrt wird? Alle diese Dinge werden eben nicht gründlich genug betrachtet; man betrachtet sie nur, wenn der Fall daliegt. Aber es ist gerade die Aufgabe einer wirklichen geistigen Bewegung, das Bewußtsein dafür wachzurufen, daß es sich nicht bloß handeln kann um das egoistische Suchen nach Heilung, sondern um die Erkenntnis der tieferen Gründe in diesen Dingen und um die Verbreitung einer solchen Erkenntnis.
[ 3 ] Today we would like to speak a little about the nature of illness and diseases from the perspective of spiritual science. As a rule, people do not concern themselves with illness—or at least with this or that form of illness—until they are afflicted by this or that disease; and at that point, they are generally interested in little else but the cure—that is, they are interested in the fact that they will be cured. How they are cured is sometimes of the utmost indifference to them, and it is also most agreeable to them when they do not need to concern themselves further with this “how.” After all, that is what those people are there for—those who are employed by the relevant institutions for this very purpose—or so most of our contemporaries think. In this field, a far more pernicious belief in authority prevails in our contemporary culture than has ever prevailed in the religious sphere. The medical papacy—regardless of how it takes shape here or there—is one that has already asserted itself in the most intense way to this day and will assert itself even more so in the future. But the laity are by no small part to blame for the fact that this is the case or will become so. For people do not reflect on these matters or concern themselves with them unless their own lives are at stake, unless there is an acute situation in which they themselves are in need of healing. And so a large portion of the population watches with great indifference as the “medical papacy” takes on ever greater dimensions and entrencheds itself in the most diverse forms—for example, when it now has a say and intervenes on a massive scale in the education of children and in school life, while claiming a specific therapeutic approach for itself. People do not concern themselves with the deeper issues actually underlying all this. They simply watch as this or that measure is enacted in public, whether in the form of this or that law. They have no desire to gain any real insight into these matters. On the other hand, however, there will always be people who, when their lives are at stake and they cannot get by with conventional materialistic medicine—whose foundations they do not concern themselves with, caring only whether they are cured or not—will turn to those who operate on the basis of occultism—and yet, once again, they care only about whether they can be cured or not. They do not, however, concern themselves with whether the entire public life—in terms of methods and knowledge—is being completely undermined by a deeper method arising from the spiritual realm. Who cares if, in the case of a method that has grown out of occult foundations, the public prevents all healing in this area, or if the healer is imprisoned? All these things are simply not considered thoroughly enough; they are only considered when a specific case arises. But it is precisely the task of a true spiritual movement to awaken awareness that it cannot be merely a matter of the selfish search for healing, but rather of recognizing the deeper reasons behind these things and of spreading such understanding.
[ 4 ] In unserem Zeitalter des Materialismus ist es ja für den, der die Dinge durchschauen kann, nur allzu natürlich, daß gerade die Lehre von den Krankheiten den gewaltigsten Einfluß von der materialistischen Denkweise erfährt. Aber man wird ebenso fehlgehen, wenn man diesem oder jenem Schlagwort nachjagt, der oder jener Methode etwas Besonderes zuschreibt, man wird ebenso fehlgehen mit einer bloßen Kritik dessen, was zwar aus naturwissenschaftlichen Grundlagen hervorgeht und in vieler Beziehung nützlich, jedoch mit materialistischen Theorien verbrämt ist, als wenn man auf der anderen Seite wieder alles subsummieren will unter psychische Heilung und dergleichen und auf diese Weise in alle möglichen Einseitigkeiten verfällt. Vor allen Dingen muß der heutigen Menschheit immer klarer werden, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist und daß alles, was mit dem Menschen zusammenhängt, mit dieser Kompliziertheit seines Wesens zu tun hat. Wenn eine Wissenschaft der Ansicht ist, daß der Mensch bloß aus dem physischen Leib besteht, dann kann sie unmöglich in irgendeiner heilsamen Weise in das eingreifen, was mit dem gesunden oder kranken Menschen zu tun hat. Denn Gesundheit und Krankheit stehen in einem Verhältnis zu dem ganzen Menschen und nicht bloß zu einem Glied desselben, dem physischen Leibe.
[ 4 ] In our age of materialism, it is only all too natural for those who can see through things that the study of diseases, in particular, is most profoundly influenced by materialistic thinking. But one will be just as mistaken if one chases after this or that catchphrase, attributing something special to this or that method, one would be just as mistaken in merely criticizing what, while based on scientific principles and useful in many respects, is embellished with materialistic theories, as one would be on the other hand in attempting to subsume everything under psychic healing and the like, thereby falling into all manner of one-sidedness. Above all, it must become ever clearer to humanity today that the human being is a complex being and that everything related to the human being has to do with this complexity of his nature. If a science holds the view that a human being consists solely of the physical body, then it cannot possibly intervene in any beneficial way in matters concerning the healthy or sick human being. For health and illness relate to the whole human being and not merely to one part of it, the physical body.
[ 5 ] Nun darf man die Sache wiederum nicht oberflächlich nehmen. Sie können heute genugsam Ärzte finden, die regelrecht anerkannte Mediziner sind und die Ihnen durchaus nicht zugeben werden, daß sie in bezug auf ihr Glaubensbekenntnis auf materialistischem Boden stehen, sondern dieses oder jenes religiöse Glaubensbekenntnis haben, und die es weit von sich weisen würden, wenn Sie ihnen den Vorwurf machten, sie seien von einer materialistischen Gesinnung durchseelt. Darauf kommt es aber nicht an. Es kommt überhaupt im Leben nicht auf das an, was einer sagt und wovon einer überzeugt ist. Das ist seine ganz persönliche Sache. Im Wirken kommt es darauf an, daß man diejenigen Tatsachen, die nicht nur in der Sinneswelt sind, sondern die die geistige Welt durchweben und durchwallen, anwenden kann und für das Leben fruchtbar zu machen versteht. Wenn also ein Arzt ein noch so frommer Mann ist und noch so viel Ideen hat über diese oder jene geistige Welt, wenn er aber in bezug auf das, was er ausführt, nach den Regeln vorgeht, die ganz und gar aus unserer materialistischen Weltengesinnung heraus geschaffen sind, wenn er also so kuriert, als ob es bloß einen Körper gäbe, dann mag er seiner Theorie nach noch so spirituell gesinnt sein: Er ist ein Materialist. Denn es kommt nicht darauf an, was einer sagt oder glaubt, sondern daß er die Kräfte, die hinter der äußeren Sinneswelt stehen, in lebendige Bewegung zu versetzen versteht. Ebensowenig genügt es, wenn durch die Anthroposophie die Lehre verbreitet wird, daß der Mensch aus einer viergliedrigen Wesenheit besteht, und alles in der Welt nun nachplappern würde, daß der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, auch wenn man diese Dinge in einer Art definieren und beschreiben kann. Auch das ist nicht das Wesentliche, sondern daß das lebendige Ineinanderspielen dieser Glieder der menschlichen Wesenheit immer mehr und mehr begriffen werde, daß begriffen werde, wie am gesunden und kranken Menschen beteiligt sind physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich und das, was wieder wechselseitig mit diesen Gliedern zusammenhängt. Wer sich zum Beispiel niemals mit dem beschäftigen wird, was die Geisteswissenschaft zu geben vermag über die Natur des vierten Gliedes der menschlichen Wesenheit, über das Ich, der kann niemals, und wenn er noch so viel Anatomie und Physiologie studieren würde, irgend etwas erkennen über die Natur des Blutes. Das ist ganz unmöglich. Daher kann er nie und nimmer etwas Erhebliches und Fruchtbares sagen über die Krankheiten, die mit der Natur des Blutes zusammenhängen. Das Blut ist der Ausdruck für die Ich-Natur des Menschen. Und wenn durch die Zeiten das Goethewort im «Faust» geht «Blut ist ein ganz besonderer Saft», so ist in der Tat damit recht viel gesagt. Unsere heutige Wissenschaft hat keine Ahnung davon, daß man sich in einer ganz anderen Weise auch zu dem physischen Blute als Forscher zu verhalten hat als zu irgendeinem anderen Glied der menschlichen physischen Körperlichkeit, das der Ausdruck von etwas ganz anderem ist. Wenn die Drüsen der Ausdruck, das physische Gegenspiel des Ätherleibes sind, so haben wir auch physisch etwas ganz anderes zu sehen in demjenigen, was irgendeine Drüse, sei es Leber oder Milz, zusammensetzt, als wir im Blut zu sehen haben, das der Ausdruck eines viel höheren Gliedes der menschlichen Wesenheit ist, nämlich des Ichs. Und davon müssen die Forschungsmethoden abhängen, die uns zeigen, wie man sich mit diesen Dingen zu beschäftigen hat. Nun will ich etwas aussprechen, was eigentlich nur dem vorgerückten Anthroposophen verständlich sein kann, was aber wichtig ist auszusprechen.
[ 5 ] However, one must not take this matter too lightly. Today you can easily find doctors who are fully recognized medical professionals and who will by no means admit to you that, in terms of their creed, they stand on materialistic ground, but rather profess this or that religious creed, and who would vehemently reject any accusation that they are imbued with a materialistic mindset. But that is not what matters. In life, what one says and what one is convinced of does not matter at all. That is a purely personal matter. What matters in one’s work is the ability to apply those facts that exist not only in the sensory world but also permeate and flow through the spiritual world, and to know how to make them fruitful for life. So even if a doctor is a deeply devout man and has many ideas about this or that spiritual world, if—in regard to what he does—he proceeds according to rules that are entirely derived from our materialistic worldview, if he treats patients as though there were only a physical body, then no matter how spiritually minded he may be according to his theory, he is a materialist. For what matters is not what a person says or believes, but whether he understands how to set the forces behind the outer sensory world into living motion. Nor is it enough for anthroposophy to spread the teaching that the human being consists of a fourfold being, and for everyone in the world to simply parrot that the human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and an “I”—even if these things can be defined and described in a certain way. That, too, is not the essential point; rather, it is that the living interplay of these members of the human being be understood more and more deeply—that it be understood how the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I,” along with what is reciprocally connected to these members, are involved in both the healthy and the sick human being. For example, anyone who never engages with what spiritual science has to offer regarding the nature of the fourth component of the human being—the “I”—can never, no matter how much anatomy and physiology they study, gain any insight into the nature of blood. That is quite impossible. Therefore, they can never, under any circumstances, say anything substantial or fruitful about the diseases related to the nature of blood. Blood is the expression of the human ego. And when Goethe’s words in Faust—“Blood is a very special sap”—resonate through the ages, they indeed convey a great deal. Modern science has no idea that, as researchers, we must approach physical blood in a completely different way than any other part of the human physical body, which is the expression of something entirely different. If the glands are the expression—the physical counterpart—of the etheric body, then we must also recognize, from a physical standpoint, that the composition of any gland—be it the liver or the spleen—is something entirely different from what we observe in the blood, which is the expression of a much higher aspect of the human being, namely the “I.” And the research methods that show us how to deal with these things must be based on this. Now I would like to say something that can really only be understood by the advanced anthroposophist, but which is important to state.
[ 6 ] Es erscheint heute dem materialistisch gesinnten Gelehrten ganz natürlich, daß, wenn er einen Stich in den Körper macht, da Blut herausfließt, das man untersuchen kann mit allen Mitteln, die es gibt. Und jetzt beschreibt man: das ist Blut - so etwa, wie man irgendeinen anderen Stoff, eine Säure oder so etwas, beschreibt nach den chemischen Untersuchungsmethoden, nach denen man dabei zu Werke geht. Man beachtet aber nur das eine dabei nicht, was allerdings einer materialistischen Wissenschaft nicht nur unbekannt, sondern geradezu als eine Torheit und Phantasterei erscheinen muß, was aber doch wahr ist: Das Blut, das in den Adern rinnt, das den lebendigen Leib unterhält, das ist gar nicht das, was herausrinnt, wenn ich den Stich mache und einen roten Tropfen erhalte. Denn das Blut geht in dem Augenblick, wo es aus dem Körper geht, eine solche Verwandlung ein, daß wir sagen können, es ist überhaupt etwas ganz anderes; und was herausrinnt als gerinnendes Blut, und wenn es noch so frisch ist, ist unmaßgebend für das, was die ganze Essenz im lebendigen Organismus ist. Blut ist der Ausdruck für das Ich, für ein hohes Glied der menschlichen Wesenheit. Blut ist schon als Physisches etwas, was Sie überhaupt nicht seiner Totalität nach physisch untersuchen können, weil es, wenn Sie es sehen können, gar nicht mehr das Blut ist, das im Körper rinnt, was es war. Es kann gar nicht physisch geschaut werden, denn in dem Augenblick, wo es bloßgelegt wird, wenn es dahin kommt, daß es untersucht werden kann durch irgendwelche der Röntgen-Methode ähnliche Methoden, dann untersucht man gar nicht mehr das Blut, sondern etwas, was der äußere Abglanz des Blutes auf dem physischen Felde ist. Diese Dinge werden erst nach und nach begriffen werden. Es hat immer in der Welt solche Forscher gegeben, die auf dem Boden des Okkultismus standen und das gesagt haben, aber sie sind Phantasten oder Philosophen oder sonstwie benannt worden.
[ 6 ] Today, it seems perfectly natural to the materialistically minded scholar that when he makes an incision in the body, blood flows out, which can be examined using every available method. And now one describes it: this is blood—much as one would describe any other substance, such as an acid or something similar, using the chemical analytical methods employed in such cases. But there is one thing that is overlooked in this process—something that is not only unknown to materialistic science but must appear to it as sheer folly and fantasy, yet which is nonetheless true: The blood that flows through the veins, sustaining the living body, is not at all the same as what flows out when I make the incision and obtain a red drop. For at the very moment it leaves the body, the blood undergoes such a transformation that we can say it is something entirely different; and what flows out as coagulating blood—no matter how fresh it may be—is irrelevant to what constitutes the very essence of the living organism. Blood is the expression of the “I,” of a higher aspect of human beinghood. Even as a physical entity, blood is something you cannot physically examine in its entirety, because once you can see it, it is no longer the blood that flows through the body as it once was. It cannot be observed physically at all, for the moment it is exposed—when it reaches the point where it can be examined by methods similar to X-rays—one is no longer examining the blood itself, but rather what is merely the external reflection of the blood in the physical realm. These things will only gradually come to be understood. There have always been researchers in the world who, grounded in occultism, have said this, but they have been labeled as fantasists, philosophers, or something else.
[ 7 ] Nun hängt alles im gesunden oder kranken Menschen eben wirklich zusammen mit der Vielgliedrigkeit des Menschen, mit der Kompliziertheit des Menschen; und so kommt man auch nur durch eine Erkenntnis des Menschen, die der Geisteswissenschaft entnommen ist, zu einer Anschauung über den gesunden oder kranken Menschen. Es gibt ganz bestimmte Schäden der menschlichen Natur, die nur verstanden werden können, wenn wir uns bewußt sind, daß sie zusammenhängen mit der Natur des Ichs, und wiederum in bestimmter Weise - aber innerhalb bestimmter Grenzen - sich zeigen im Ausdruck des Ichs, im Blut. Dann gibt es bestimmte Schäden im menschlichen Organismus, die zurückzuführen sind auf eine Erkrankung des astralischen Leibes und die dadurch den äußeren Ausdruck des astralischen Leibes, das Nervensystem, affızieren. Aber nun müssen Sie schon, indem dieser zweite Fall genannt wird, sich der Feinheit, mit der hier gedacht werden muß, ein wenig bewußt werden. Wenn des Menschen astralischer Leib in sich eine solche Unregelmäßigkeit hat, daß sie sich im Nervensystem, im äußeren Abbild des astralischen Leibes ausdrückt, dann tritt zunächst physisch zutage eine gewisse Unfähigkeit des Nervensystems, seine Arbeit zu leisten. Wenn nun das Nervensystem nach einer bestimmten Richtung hin seine Arbeit nicht leisten kann, dann können als Folge dieser Unfähigkeit alle möglichen Krankheitssymptome auftreten: Magen, Kopf, Herz können dabei krank werden. Es braucht aber durchaus nicht eine Krankheit, die etwa im Magen ihr Symptom zeigt, zurückzuführen sein auf eine Unfähigkeit des Nervensystems nach einer bestimmten Richtung und daher zurückzuführen sein in ihrem Ursprung auf den astralischen Leib, sondern sie kann von ganz woanders her kommen.
[ 7 ] Now, in both healthy and sick people, everything is truly connected to the multi-faceted nature of the human being, to the complexity of the human being; and thus it is only through an understanding of the human being derived from spiritual science that one can arrive at a true understanding of the healthy or sick person. There are very specific impairments of human nature that can only be understood if we are aware that they are connected to the nature of the “I,” and in turn manifest themselves in a certain way—but within certain limits—in the expression of the “I,” in the blood. Then there are certain impairments in the human organism that can be traced to a disease of the astral body and which thereby affect the astral body’s outward expression—the nervous system. But now, simply by mentioning this second case, you must become somewhat aware of the subtlety with which one must think here. If a person’s astral body contains an irregularity such that it manifests in the nervous system—the external reflection of the astral body—then a certain inability of the nervous system to function properly first becomes physically apparent. If the nervous system is unable to function in a specific direction, all manner of disease symptoms may arise as a result of this inability: The stomach, head, and heart may become ill as a result. However, an illness that manifests symptoms in the stomach, for example, need not necessarily be attributable to an inability of the nervous system to function in a specific direction—and thus trace its origin to the astral body—but may stem from an entirely different source.
[ 8 ] Diejenigen Krankheitsformen, die zusammenhängen mit dem Ich selbst und dadurch mit seinem äußeren Ausdruck, dem Blut, äußern sich in der Regel - aber nur in der Regel, denn in der Welt sind die Dinge nicht so abgezirkelt, trotzdem man scharfe Konturen ziehen kann, wenn man die Dinge betrachten will - als diejenigen Krankheiten, die als chronische Krankheiten auftreten. Was sonst zunächst wahrgenommen werden kann als diese oder jene Schäden, ist in der Regel Symptom. Es kann dieses oder jenes Symptom auftreten, zugrunde liegen kann aber ein Schaden des Blutes, und der hat seinen Ursprung in einer Unregelmäßigkeit desjenigen Teiles der menschlichen Wesenheit, den wir den Ich-Träger nennen. Nun könnte ich Ihnen stundenlang reden über die Krankheitsformen, die sich chronisch äußern, und die, wenn wir physisch sprechen, im Blut, wenn wir geistig sprechen, im Ich ihren Ursprung haben. Das sind vorzugsweise die Krankheiten, die so im rechten Sinne vererbbar sind, übergehen von einer Generation auf die andere. Und diese Krankheiten sind es, die nur von dem durchschaut werden können, der überhaupt die menschliche Natur geistig betrachtet. Da kommt dieser oder jener, der chronisch krank ist, das heißt also im Grunde genommen niemals recht gesund ist; es tritt bald dieses, bald jenes auf, er fühlt bald dieses oder jenes Unwohlsein. Da handelt es sich darum, daß man tiefer auf den Grund der Sache sieht und da vor allem darauf zu achten versteht: Wie ist denn der eigentliche Grundcharakter des Ichs beschaffen? Was ist denn das eigentlich für ein Mensch? Wer auf diesem Felde wirklich dem Leben gemäß etwas weiß, der kann sagen, daß ganz bestimmte Formen der chronischen Krankheiten zusammenhängen mit diesem oder jenem rein seelischen Grundcharakter des Ichs. Niemals werden gewisse chronische Krankheiten auftreten bei einem Menschen, der zum Ernst und zur Würde bestimmt ist, dagegen wohl bei einem Menschen, der zum Pfeifen und Singen aufgelegt ist. Das kann hier nur angedeutet werden, um einmal den Weg in diesen propädeutischen Vorträgen zu weisen.
[ 8 ] Those forms of illness that are connected to the “I” itself—and thus to its outward expression, the blood—generally manifest as chronic illnesses—though only generally, for things in the world are not so neatly defined, even though one can draw sharp distinctions when examining them. What may initially be perceived as this or that impairment is usually a symptom. This or that symptom may appear, but underlying it may be a disturbance in the blood, and this has its origin in an irregularity in that part of the human being which we call the “I-bearer.” Now I could speak to you for hours about the forms of illness that manifest chronically and that, if we speak in physical terms, have their origin in the blood, and if we speak in spiritual terms, in the “I.” These are primarily the illnesses that are, in the true sense, hereditary, passing from one generation to the next. And it is these illnesses that can be understood only by those who view human nature from a spiritual perspective. Here comes this or that person who is chronically ill—that is, who is, in essence, never truly healthy; now this, now that arises; he feels this or that discomfort. The task here is to look more deeply into the root of the matter and, above all, to pay attention to this: What is the actual fundamental character of the “I” like? What kind of person is this, really? Anyone who truly knows something in this field in accordance with life can say that very specific forms of chronic illness are connected to this or that purely psychological fundamental character of the “I.” Certain chronic illnesses will never occur in a person who is inclined toward seriousness and dignity, whereas they may well occur in a person who is inclined toward whistling and singing. This can only be hinted at here, to point the way forward in these introductory lectures.
[ 9 ] Aber Sie sehen, es kommt viel darauf an, wenn irgend jemand auftritt, der da sagt, ich habe eigentlich seit Jahren dieses oder jenes, daß man sich da zunächst klar werden muß: Was ist das überhaupt für ein Mensch? Man muß wissen, welche Grundcharakterfärbung sein Ich hat, sonst wird man immer in der äußeren Medizin unbedingt danebengreifen müssen, wenn nicht ein eigenartiger Zufall darauf führt. Das Wesentliche wird es nun sein, daß bei diesen Krankheiten, die also zugleich im eminentesten Sinne diejenigen sind, die im eigentlichen Sinne vererbbar sind, in bezug auf die Heilung die ganze Umgebung des Menschen zu berücksichtigen sein wird, insofern sie auf sein Ich einen direkten oder indirekten Einfluß ausüben kann. Wenn man den Menschen also wirklich auf diese Weise kennengelernt hat, wird man manchmal urteilen müssen, daß man ihn vielleicht in diese oder jene Naturumgebung zu bringen hat, während des Winters in diese oder jene Umgebung, wenn es sein kann; oder daß man ihm zu raten hat, wenn er in einem bestimmten Berufe ist, den Beruf zu wechseln, daß er diese oder jene Seite des Lebens aufzusuchen hat. Hier wird es sich also vorzugsweise darum handeln, daß man das Richtige zu treffen sucht in bezug auf das, was auf den Charakter des Ichs gerade den richtigen Einfluß ausüben kann. Besonders muß der, der heilen will, eine weite Lebenserfahrung haben, so daß er sich hineinversetzen kann in die Natur des Menschen, daß er sagen kann: Dieser Mensch muß, um seine Heilung zu bekommen, seinen Beruf wechseln. Es handelt sich hier darum, daß dasjenige, was in bezug auf die Menschennatur notwendig ist, hervorgehoben werde. Vielleicht wird gerade auf diesem Felde manchmal jegliche Heilung daran scheitern, daß dies eben gar nicht ausgeführt werden kann; aber in vielen Fällen kann es ausgeführt werden, wenn es nur gewußt wird. So kann zum Beispiel viel bei manchem Menschen gewirkt werden, wenn er einfach statt in der Ebene in den Bergen lebt. Das sind nun Dinge, die sich auf solche Krankheiten beziehen, die sich äußerlich als chronische Krankheiten äußern und die physisch mit der Natur des Blutes, geistig mit der Natur des Ichs zusammenhängen.
[ 9 ] But you see, when someone comes along and says, “I’ve actually had this or that for years,” a great deal depends on first figuring out: What kind of person is this, anyway? One must know the fundamental character traits of their being; otherwise, one will inevitably fail in conventional medical treatment, unless a peculiar coincidence leads to a different outcome. The essential point is that with these diseases—which are, in the most eminent sense, those that are hereditary in the true sense of the word—one must take into account the person’s entire environment with regard to healing, insofar as it can exert a direct or indirect influence on their “I.” Once one has truly come to know a person in this way, one will sometimes have to conclude that the person should perhaps be placed in this or that natural environment, or in this or that setting during the winter, if possible; or that one should advise the person, if they are in a particular profession, to change careers, so that they may seek out this or that aspect of life. Here, then, the primary concern will be to seek what is right in terms of what can exert precisely the right influence on the character of the “I.” In particular, the healer must have a broad life experience so that he can empathize with the nature of the person and say: “In order to be healed, this person must change his profession.” The point here is to emphasize what is necessary with regard to human nature. Perhaps, in this very field, healing will sometimes fail precisely because this cannot be carried out at all; but in many cases it can be carried out, if only it is known. For example, a great deal can be achieved for some people simply by having them live in the mountains instead of on the plains. These are matters that pertain to illnesses which manifest externally as chronic diseases and which are physically related to the nature of the blood and spiritually to the nature of the ego.
[ 10 ] Dann kommen wir vorzugsweise zu denjenigen Krankheiten, welche ursprünglich - geistig - in Unregelmäßigkeiten des astralischen Leibes ihren Sitz haben und die sich äußern in bestimmten Unfähigkeiten des Nervensystems nach dieser oder jener Richtung hin. Nun hängt ein großer Teil der verbreiteten akuten Krankheiten eben mit dem zusammen, was jetzt besprochen worden ist, sogar die meisten der akuten Krankheiten hängen damit zusammen. Denn es ist ein Aberglaube, wenn man oftmals meint, wenn einer am Magen oder am Herzen leidet, oder selbst wenn er diese oder jene deutlich wahrnehmbaren Unregelmäßigkeiten da oder dort hat, daß er richtig kuriert wird, wenn man direkt auf dieses Krankheitssymptom losgeht. Das Wesentliche kann es sein, daß dieses Krankheitssymptom da ist, weil das Nervensystem unfähig ist zu funktionieren. So kann das Herz krank sein, weil einfach das Nervensystem nach dieser Richtung hin unfähig geworden ist zu funktionieren, nach welcher es das Herz in seiner Bewegung unterstützen soll. Da ist es ganz unnötig, das Herz oder im anderen Falle den Magen zu malträtieren, dem im Grunde genommen nichts direkt fehlen würde, sondern wo nur die Nerven, die ihn versorgen sollen, unfähig sind, ihre Arbeit zu verrichten. Wenn in einem solchen Falle der Magenerkrankung der Magen mit Salzsäure behandelt wird, macht man denselben Fehler wie bei einer Lokomotive, die immer zu spät kommt und wo man sich sagt, da muß der Lokomotive etwas fehlen, und an ihr herumhämmert - aber sie kommt trotzdem immer noch nicht zur rechten Zeit. In Wahrheit würde man finden, wenn man der Sache auf den Grund ginge, daß der Lokomotivführer sich jedesmal vorher, wenn es zum Fahren kommt, betrinkt; man würde also das Richtige treffen, wenn man bei dem Lokomotivführer ansetzte, denn sonst würde doch die Lokomotive zur richtigen Zeit eintreffen. So kann es durchaus sein, daß man bei Magenerkrankungen, statt bei dem Magen anzufangen, bei den den Magen versorgenden Nerven einzugreifen hat. Sie werden vielleicht auch in der materialistischen Medizin mancherlei solche Bemerkungen finden. Aber darauf kommt es nicht an, daß jemand sagt, wenn der Magen ein Krankheitssymptom zeigt, daß man sich da zunächst an den Nerv zu wenden hat. Denn damit ist wieder nichts getan. Getan ist erst etwas, wenn man weiß, daß der Nerv der Ausdruck des astralischen Leibes ist, daß man zurückgehen kann auf das Gefüge des astralischen Leibes und in den UnregelmäRigkeiten des astralischen Leibes die Ursachen suchen kann. Da fragt es sich nun: Auf was kommt es denn da an?
[ 10 ] We will now turn our attention to those diseases that have their origin—spiritually speaking—in irregularities of the astral body and that manifest themselves in specific impairments of the nervous system in one direction or another. Now, a large portion of common acute illnesses is precisely related to what has just been discussed; in fact, most acute illnesses are related to it. For it is a superstition to often assume that when someone suffers from a stomach or heart ailment—or even when they have this or that clearly perceptible irregularity here or there—they will be properly cured by addressing that specific symptom directly. The crux of the matter may be that this symptom is present because the nervous system is unable to function. Thus, the heart may be diseased simply because the nervous system has become incapable of functioning in the way it is supposed to—namely, by supporting the heart’s movement. In such cases, it is completely unnecessary to mistreat the heart—or, in another instance, the stomach—which, fundamentally speaking, is not directly deficient, but rather the nerves that are supposed to supply it are simply unable to perform their function. If, in such a case of stomach illness, the stomach is treated with hydrochloric acid, one makes the same mistake as with a locomotive that is always late—where one says to oneself, “There must be something wrong with the locomotive,” and starts hammering away at it—but it still doesn’t arrive on time. In reality, if one were to get to the bottom of the matter, one would find that the engineer gets drunk every time before the train is due to depart; one would therefore be on the right track if one started with the engineer, for otherwise the locomotive would indeed arrive on time. So it may well be that, in cases of stomach ailments, instead of starting with the stomach, one must intervene with the nerves that supply the stomach. You may also find various such observations in materialistic medicine. But it doesn’t matter if someone says that when the stomach shows a symptom of illness, one must first turn to the nerve. For that, again, accomplishes nothing. Something has only been accomplished when one knows that the nerve is an expression of the astral body, that one can trace the issue back to the structure of the astral body, and seek the causes in the irregularities of the astral body. The question then arises: What, then, is the key factor here?
[ 11 ] Zunächst wird es sich bei solchen Erkrankungen darum handeln, daß bei der Heilweise das in Betracht kommt, was man Diät nennt, daß man die richtige Zusammenmischung der Speisen und dessen, was der Mensch genießt, trifft. Also auf die Lebensweise, nicht in bezug auf das Äußere, sondern in bezug auf das, was vom Menschen verdaut und verarbeitet werden soll, kommt es an, und darüber kann überhaupt niemals jemand auf Grund einer bloß materialistischen Wissenschaft etwas wissen. Da muß man sich klar sein, daß alles, was um uns herum ist in der weiten Welt als Makrokosmos, einen Bezug hat zu unserem komplizierten Inneren, zu dem Mikrokosmos, daß also ein jedes Nahrungsmittel, das gefunden werden kann, in einem ganz bestimmten Zusammenhang steht mit dem, was in unserem Organismus ist. Wir haben es ja hinlänglich kennengelernt, wie der Mensch eine lange Evolution durchgemacht hat, wie die ganze äußere Natur als eine Ausstoßung des Menschen gebildet worden ist. Wir sind immer wieder in den verschiedenen Betrachtungen zurückgegangen bis zur alten Saturnzeit. Da haben wir gefunden, daß auf dem alten Saturn nichts anderes da war als bloß der Mensch, und daß gleichsam der Mensch, die menschliche Evolution, die anderen Naturreiche ausgeschieden hat, Pflanzenreich, Tierreich und so weiter. Der Mensch hat in dieser Evolution seine Organe gebildet ganz entsprechend dem, was durch sie ausgeschieden wurde. Selbst bei der Ausscheidung des Mineralreiches sind ganz bestimmte innere Organe entstanden. Es hätte das Herz nicht entstehen können, wenn nicht äußerlich gewisse Pflanzen, Mineralien und mineralische Möglichkeiten sich im Laufe der Zeit gebildet hätten. Nun steht das, was so äußerlich entstanden ist, in einem gewissen Bezug zu dem, was sich innerlich gebildet hat. Und nur der, welcher weiß, wie das Äußere zum Innern in einem Verhältnis steht, kann im einzelnen Falle sagen, wie das Äußere, das Makrokosmische, für das Mikrokosmische verwendet werden kann, sonst wird es der Mensch in einer gewissen Weise erleben, daß er etwas in sich hineinstopft, was für ihn gar nicht paßt. Da haben wir also in der Geisteswissenschaft die eigentlichen Gründe zu suchen, die uns unser Urteil leiten können. Es ist immer ein oberflächliches Urteil, wenn im Erkrankungsfalle die Diät eines Menschen bestimmt werden soll nach rein äußerlich gefundenen Gesetzen, die der Statistik oder der Chemie entnommen worden sind. Da handelt es sich um ganz andere Gründe. So sehen wir, wie hier das geistige Erkennen dasjenige durchströmen und durchglühen muß, was mit dem gesunden und kranken Menschen zu tun hat.
[ 11 ] First of all, the treatment of such illnesses will involve what is known as diet—that is, ensuring the proper combination of foods and what a person consumes. In other words, what matters is one’s way of life—not in terms of outward appearance, but in terms of what is to be digested and processed by the human body—and this is something that no one can ever know on the basis of a purely materialistic science. We must be clear that everything around us in the vast world—the macrocosm—is connected to our complex inner being, the microcosm; that is, every foodstuff that can be found stands in a very specific relationship to what is within our organism. We have, after all, come to know well how humanity has undergone a long evolution, and how the entire external natural world has been formed as an outgrowth of humanity. Time and again, in our various reflections, we have gone back as far as the ancient Saturn era. There we found that on ancient Saturn there was nothing else but humanity itself, and that, as it were, humanity—human evolution—excreted the other kingdoms of nature: the plant kingdom, the animal kingdom, and so on. In the course of this evolution, human beings formed their organs in a way that corresponded exactly to what was excreted through them. Even the excretion of the mineral kingdom gave rise to very specific internal organs. The heart could not have developed if certain plants, minerals, and mineral potentials had not formed externally over the course of time. Now, what has thus arisen externally stands in a certain relationship to what has formed internally. And only those who understand the relationship between the external and the internal can determine, in each individual case, how the external—the macrocosmic—can be applied to the microcosmic; otherwise, people will experience, in a certain sense, that they are forcing something into themselves that is not at all suited to them. It is therefore in spiritual science that we must seek the true grounds upon which our judgment can be based. It is always a superficial judgment when, in the case of illness, a person’s diet is to be determined according to purely external laws derived from statistics or chemistry. Here, entirely different factors are at play. Thus we see how spiritual insight must permeate and illuminate everything that pertains to the healthy and sick human being.
[ 12 ] Dann gibt es gewisse Krankheitsformen, welche zum Teil mehr chronischen, zum Teil mehr akuten Charakter annehmen, die aber jetzt zusammenhängen mit dem menschlichen Ätherleib und daher ihren Ausdruck finden in den menschlichen Drüsenorganen. Diese Krankheiten haben in der Regel gar nichts eigentlich mit dem zu tun, was man Vererbung nennt, Generationen-Vererbung, dagegen haben sie viel zu tun mit dem Volkszusammenhang, mit dem Rassen- und Stammeszusammenhang, der sich in der Menschenwelt findet. So daß wir bei den Krankheiten, die in dem Ätherleibe ihren Ursprung haben und als Drüsenerkrankungen herauskommen, immer in Erwägung ziehen müssen die Frage: Hat ein Russe diese Krankheit oder ein Italiener, ein Norweger oder Franzose? - Denn diese Krankheiten hängen mit dem Volkscharakter zusammen und äußern sich daher ganz verschieden. So zum Beispiel wird auf dem medizinischen Felde ein großer Fehler gemacht: Es wird in ganz Westeuropa eine ganz falsche Anschauung aufgestellt über Tabes, Rückenmarksschwindsucht. Zwar wird sie richtig beurteilt für die westeuropäische Bevölkerung, ganz falsch aber für die osteuropäische Bevölkerung, weil sie da einen ganz anderen Ursprung hat; denn heute variieren auch diese Dinge noch in der mannigfaltigsten Weise. Nun werden Sie begreifen, daß das bei der Bevölkerungsmischung einen gewissen Umblick erfordert, Nur derjenige, der zu sondern versteht in bezug auf das Innere der Menschennatur, kann sich überhaupt darüber ein Urteil bilden. Diese Krankheiten werden einfach heute äußerlich behandelt, in Bausch und Bogen mit den akuten Krankheiten, während sie da auf ein ganz anderes Feld gehören. Vor allem muß dabei eines gewußt werden: daß die Organe des Menschen, die unter dem Einflusse des Ätherleibes stehen und durch Unregelmäßigkeiten des Ätherleibes erkranken können, in ganz bestimmten Verhältnissen zueinander stehen. So gibt es zum Beispiel ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen Herz und Gehirn eines Menschen, und das ist, aber auch mehr bildlich, in einer gewissen Weise so auszudrücken, daß man sagen kann: dieses gegenseitige Verhältnis von Herz und Gehirn entspricht dem Verhältnis von Sonne und Mond - hier aber das Herz der Sonne und das Gehirn dem Mond. Da kommen wir dazu, daß wir uns klar sein müssen, wenn zum Beispiel eine Erkrankung im Herzen auftritt, insofern sie im Ätherleib wurzelt, sie zurückwirken muß auf das Gehirn, wie etwa, wenn auf der Sonne etwas geschieht, zum Beispiel eine Verdunkelung, das zurückwirken muß auf den Mond. Das ist gar nicht anders, denn die Dinge stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang.
[ 12 ] Then there are certain forms of disease that take on a character that is partly chronic and partly acute, but which are now connected to the human etheric body and therefore find their expression in the human glandular organs. As a rule, these diseases actually have nothing to do with what is called heredity—inheritance across generations—but they do have a great deal to do with the national context, with the racial and tribal context found in the human world. Thus, when dealing with diseases that originate in the etheric body and manifest as glandular disorders, we must always consider the question: Does a Russian have this disease, or an Italian, a Norwegian, or a French person?—For these diseases are connected to national character and therefore manifest quite differently. For example, a major mistake is made in the medical field: throughout Western Europe, a completely erroneous view is held regarding tabes, or spinal tuberculosis. While it is correctly assessed for the Western European population, it is entirely incorrect for the Eastern European population, because there it has a completely different origin; for even today, these things still vary in the most diverse ways. Now you will understand that, given the mixing of populations, this requires a certain broader perspective. Only those who know how to distinguish the inner aspects of human nature can form a judgment on this at all. Today, these diseases are simply treated externally, lumped together with acute illnesses, whereas they actually belong to an entirely different category. Above all, one thing must be understood: that the human organs, which are under the influence of the etheric body and can become diseased due to irregularities in the etheric body, are related to one another in very specific ways. For example, there is a very specific relationship between a person’s heart and brain, and this can be expressed—albeit more figuratively—in such a way that one can say: this mutual relationship between the heart and the brain corresponds to the relationship between the sun and the moon—with the heart representing the sun and the brain the moon. This brings us to the point that we must be clear: when, for example, a disease occurs in the heart—insofar as it is rooted in the etheric body—it must have a reciprocal effect on the brain, just as when something happens to the sun—such as an eclipse—it must have a reciprocal effect on the moon. It is no different at all, for these things are directly connected.
[ 13 ] Diese Dinge werden in der okkulten Medizin auch so bezeichnet, daß man auf die Konstellation der verschiedenen Organe des Menschen die Bilder der Himmelskörper anwendet: Herz als Sonne, Gehirn als Mond, Milz als Saturn, Leber als Jupiter, Galle als Mars, Nieren als Venus, Lungen als Merkur. Wenn Sie die gegenseitigen Verhältnisse der Gestirne studieren, haben Sie ein Bild für das gegenseitige Verhältnis der Organe des Menschen, soweit sie im Ätherleib liegen. Es ist unmöglich, daß die Galle erkrankt - was also geistig im Ätherleibe zu suchen ist -, ohne daß diese Krankheit nach den Organen, die eben genannt worden sind, in irgendeiner Weise hin wirkt, und zwar, wenn die Galle als Mars bezeichnet worden ist, wirkt das so, wie die Marswirkung in unserem Planetensystem ist. So muß man die Zusammenhänge der Organe kennen, wenn es sich um eine Erkrankung des Ätherleibes handelt, und doch sind das vorzugsweise die Krankheiten - und daran werden Sie schen, daß jede Einseitigkeit auf okkultem Felde vermieden werden muß -, für welche spezifische Heilmittel anzuwenden sind. Da treten die Heilmittel ein, die Sie draußen in Pflanzen und Mineralien finden. Denn was den Pflanzen und Mineralien angehört, hat eine tiefe Bedeutung für das, was dem menschlichen Ätherleib angehört. Also wenn wir wissen, daß eine Krankheit ihren Urstand hat im Ätherleib und sich daher in einer bestimmten Weise im Drüsensystem ausdrückt, müssen wir das Heilmittel finden, das in einer richtigen Weise den Komplex des Zusammenwirkens ausbessern, reparieren kann. Vorzugsweise bei diesen Krankheiten, bei denen man zuerst zu beachten hat, was selbstverständlich die Hauptsache ist, daß sie urständen im Ätherleib, dann, daß sie mit dem Volkscharakter zusammenhängen, daß bei ihnen die Organe regelmäßig zusammenwirken, bei ihnen ist es erst der Fall, daß Spezifika als Heilmittel in Anwendung kommen können.
[ 13 ] In occult medicine, these things are also described by applying the images of the celestial bodies to the arrangement of the various human organs: the heart as the Sun, the brain as the Moon, the spleen as Saturn, the liver as Jupiter, the gallbladder as Mars, the kidneys as Venus, and the lungs as Mercury. When you study the mutual relationships of the celestial bodies, you gain an understanding of the mutual relationships of the human organs, insofar as they are located in the etheric body. It is impossible for the gallbladder to become diseased—a condition that must therefore be sought spiritually within the etheric body—without this disease affecting, in some way, the organs just mentioned; specifically, if the gallbladder has been designated as Mars, the effect is the same as the influence of Mars in our planetary system. Thus, one must understand the interrelationships among the organs when dealing with a disease of the etheric body; yet these are primarily the diseases—and you will see from this that any one-sidedness in the occult field must be avoided—for which specific remedies must be applied. This is where the remedies come in that you find in plants and minerals. For what belongs to plants and minerals has a profound significance for what belongs to the human etheric body. So when we know that a disease has its origin in the etheric body and therefore manifests itself in a certain way in the glandular system, we must find the remedy that can properly restore and repair the complex interplay of forces. This is particularly true for those diseases where one must first consider—and this is, of course, the main point—that they originate in the etheric body; second, that they are connected to the national character; and third, that the organs interact regularly in these cases. It is only in such cases that specific remedies can be used as treatments.
[ 14 ] Nun haben Sie vielleicht die Vorstellung bekommen: Ja, wenn man einen Menschen da oder dort hinschicken soll, dann kann man ihm in der Regel, wenn er an einen Beruf gefesselt ist und die Dinge nicht ausführen kann, nicht helfen. Da tritt in der Tat die psychische Methode in jedem Falle als wirksam ein. Was man psychische Methode nennt, ist am allerwirksamsten, wenn man die Krankheit im eigentlichen Ich des Menschen zu suchen hat. Wenn also eine solche chronische Krankheit auftritt, die also in irgendeiner Weise im Blut wurzelt, dann treten die psychischen Heilmittel als das Berechtigte ein. Und werden sie in der richtigen Weise ausgeführt, dann können sie durch das, was auf das Ich wirkt, einen vollgültigen Ersatz bilden für das, was von außen auf den Menschen einströmt. Da werden Sie einen feinen, inimen Zusammenhang überall schen können, wenn Sie beobachten, was die menschliche Seele erleben kann, wenn sie sonst zum Beispiel an den Schraubstock gefesselt ist und nun für einen kurzen Augenblick einmal Landluft genießen kann. So ist die Freude, welche die Seele mit Gefühlen erhebt, etwas, was wir im weitesten Sinne eine psychische Methode nennen können. Nun kann der Heiler, wenn er seine Methode richtig ausübt, das durch seinen persönlichen Einfluß nach und nach ersetzen, und die psychischen Methoden haben ihre stärkste Berechtigung bei dieser Form der Erkrankungen, und das ist aus dem Grunde schon nicht zu übergehen, weil der größte Teil der Krankheiten auf einer Unregelmäßigkeit des Ich-Teiles des Menschen beruht.
[ 14 ] Now you may have formed the following idea: Yes, if you have to send a person here or there, then as a rule, if they are tied to a profession and cannot carry out certain tasks, you cannot help them. This is indeed where the psychotherapy method proves effective in every case. What is called psychotherapy is most effective when the illness must be sought in the person’s true self. So when a chronic illness of this kind arises—one that is, in some way, rooted in the blood—then psychotherapeutic remedies come into their own. And if they are applied correctly, they can—through their effect on the “I”—serve as a fully valid substitute for what flows into the person from the outside. You will be able to perceive a subtle, inner connection everywhere if you observe what the human soul can experience when, for example, it is otherwise bound to a vice and can now, for a brief moment, enjoy the fresh country air. Thus, the joy that uplifts the soul through feelings is something we can call a psychical method in the broadest sense. Now, if the healer applies his method correctly, he can gradually replace this through his personal influence, and psychological methods are most justified in treating this form of illness—a fact that cannot be overlooked, since the majority of illnesses stem from an irregularity in the “I” aspect of the human being.
[ 15 ] Dann kommen wir zu den Krankheiten, die durch UnregelmäRigkeiten des astralischen Leibes entstehen. Da verlieren allerdings die bloß psychischen Methoden, trotzdem sie anwendbar sind, ihren großen Wert; daher sind diese Methoden auch bei diesen Krankheiten die selteneren. Da tritt nun die diätetische Heilmethode ein. Erst bei den Krankheiten, die wir als die dritte Art bezeichnet haben, ist es eigentlich berechtigt, mit den äußeren medizinischen Heilmitteln den Verlauf der Heilung zu unterstützen. Also wenn man den Menschen in seiner Kompliziertheit betrachtet, kommt es auch in der Heilweise auf eine Allseitigkeit hinaus, und man kann nicht in Einseitigkeit verfallen.
[ 15 ] We now turn to the illnesses caused by irregularities in the astral body. In such cases, however, purely psychological methods—even though they are applicable—lose much of their value; for this reason, these methods are also less commonly used for these illnesses. This is where dietary therapy comes into play. It is only in the case of the illnesses we have designated as the third type that it is actually justified to support the healing process with external medical remedies. Thus, when one considers the human being in all his complexity, the approach to healing must also be comprehensive, and one must not fall into one-sidedness.
[ 16 ] Es fehlt nun noch das, was die eigentlichen Erkrankungen sind, die im physischen Leibe selber urständen, die sich auf den physischen Leib beziehen, und das sind die eigentlichen Infektionskrankheiten. Das ist ein wichtiges Kapitel, und das werden wir genauer betrachten in einem der nächsten Vorträge, wenn wir erst den wirklichen, richtigen Ursprung der «Zehn Gebote» werden betrachtet haben. Denn Sie werden sehen, daß das doch zusammenhängt. Heute kann ich daher nur darauf hinweisen, daß diese vierte Krankheitsform vorliegt und daß es bei ihrer tiefen Grundlage auf eine Erkenntnis der ganzen Natur, mit der der menschliche physische Leib zusammenhängt, ankommt. Nicht das Physische ist hier die Grundlage, sondern erst recht wiederum das Geistige. Wenn wir diese vierte Krankheitsform betrachtet haben, haben wir noch immer nicht alle wesentlichen Krankheiten erschöpft, sondern wir werden sehen, daß es auch noch auf das menschliche Karma ankommt, das da hineinspielt. Das ist ein Fünftes, was in Betracht kommt.
[ 16 ] What is still missing is a discussion of the actual diseases that originate in the physical body itself and relate to the physical body—and these are the true infectious diseases. This is an important chapter, and we will examine it in more detail in one of the upcoming lectures, once we have first considered the true, proper origin of the “Ten Commandments.” For you will see that these things are indeed connected. Today, therefore, I can only point out that this fourth form of disease exists and that, at its deepest level, it depends on an understanding of the whole of nature, with which the human physical body is connected. It is not the physical that is the foundation here, but rather, once again, the spiritual. Once we have examined this fourth form of illness, we will still not have exhausted all essential illnesses; rather, we will see that human karma also plays a role here. This is a fifth factor that must be taken into account.
[ 17 ] So werden wir sagen: Es wird sich uns nach und nach etwas enthüllen über die fünf verschiedenen Formen der Erkrankungen des Menschen, Erkrankungen, die auf dem Felde des Ich urständen, die auf dem Felde des astralischen Leibes, des ätherischen Leibes oder des physischen Leibes urständen, und was an den Krankheiten als karmischer Anteil zu betrachten ist. Davon kann es erst abhängen, daß ein Heil eintritt in bezug auf die medizinische Denkweise, daß sich die ganze medizinische Denkweise durchdringt mit der Erkenntnis der höheren Glieder der menschlichen Natur. Vorher hat man es gar nicht mit einer Medizin zu tun, die in Wahrheit wirklich in das eingreifen kann, worum es sich handelt. Obwohl diese Dinge, wie viele unserer okkulten Einsichten, auf die Höhe der Zeit heraufgeholt und in eine moderne Form gebracht werden müssen, dürfen Sie nicht glauben, daß das nicht auch in gewisser Beziehung eine alte Weisheit ist.
[ 17 ] Thus we will say: Little by little, something will be revealed to us about the five different forms of human illness—illnesses that originate in the realm of the ego, in the realm of the astral body, the etheric body, or the physical body—and what aspect of these illnesses should be regarded as karmic. Only then can healing take place in relation to the medical mindset, and only then can the entire medical mindset be permeated by an understanding of the higher aspects of human nature. Until then, we are not dealing with a form of medicine that can truly intervene in the very heart of the matter. Although these things, like many of our occult insights, must be brought up to date and given a modern form, you must not believe that this is not, in a certain sense, an ancient wisdom.
[ 18 ] Die Medizin hat ihren Ausgang genommen von der geistigen Erkenntnis und ist immer materialistischer und materialistischer geworden. Und vielleicht an keiner anderen Wissenschaft wie an der Medizin kann man so schen, wie der Materialismus hereingebrochen ist über die Menschheit. Es hat in früheren Zeiten wenigstens ein Bewußtsein gegeben davon, daß eine Erkenntnis der Viergliedrigkeit der Menschennatur notwendig ist, wenn man in sie hineinschauen will. Freilich hat sich der Materialismus auch früher gezeigt, so daß auf diesem Gebiete hellsichtige Menschen auch schon vor der Zeit der letzten vier Jahrhunderte gesehen haben, wie um sie herum alles materialistisch zu denken beginnt, und Paracelsus, der heute nicht verstanden wird, den man für einen Phantasten oder Träumer hält, hat zum Beispiel voll darauf hingewiesen, daß rings um ihn herum die medizinische Wissenschaft, wie sie ausging von Salerno, Montpellier, Paris, wie sie aber auch in gewissen deutschen Gegenden wurzelte, materialistisch war oder wenigstens immer mehr sich anschickte, materialistisch zu werden. Und gerade die Weltenstellung des Paracelsus hat es ihm notwendig erscheinen lassen - was heute wieder notwendig wird -, darauf aufmerksam zu machen, wie sich eine auf den Geist gehende medizinische Anschauung ausnimmt gegen das, was auf rein materialistischem Felde gewonnen wird. Heute ist es vielleicht noch schwerer, als es dem Paracelsus schon war, mit einer paracelsisch gehaltenen Denkweise durchzudringen. Denn es stand damals das materialistische Denken der Medizin nicht so schroff und nicht so fremd gegenüber dem Denken des Paracelsus, wie heute die materialistische Wissenschaft fremd, ohne jedes Verständnis einem Einblick in die wirklich geistige Natur des Menschen gegenübersteht. Daher gilt für uns das, was in dieser Beziehung gerade Paracelsus gesagt hat, noch heute, was aber heute in seiner Geltung weniger erkannt wird. Wenn man sieht, wie heute über die Dinge gedacht wird von denen, die am Seziertisch oder im Laboratorium arbeiten, und wie die Forschungen verwendet werden, um den gesunden und kranken Menschen zu verstehen, dann könnte man in einer gewissen Weise sich sehr wohl ähnlich gegen diese materialistische Denkweise wenden, wie das Paracelsus getan hat. Nur wird man vielleicht nicht gerade einige Worte mit einiger Hoffnung auf Verständnis, und vielleicht auch auf Verzeihung, anführen dürfen, wie sie Paracelsus in bezug auf die um ihn herum lebenden Mediziner gesagt hat also wirklich mit der Hoffnung auf Verzeihung, denn Paracelsus hat selbst gesagt, er sei kein Mensch, fein und subtil, der an den Tafeln der Oberen gelebt habe, er sei grob geartet, aufgewachsen bei Käs und Milch und Haberbrot; und daher werden Sie schon verzeihen, wenn diese Dinge nicht immer sehr fein klingen. — Paracelsus sagt über die welschen Ärzte, aber auch über die deutschen Ärzte, als er die verschiedenen Krankheitsnaturen bespricht:
[ 18 ] Medicine originated from spiritual insight and has become increasingly materialistic. And perhaps in no other science is it as evident as in medicine just how materialism has taken hold of humanity. In earlier times, there was at least an awareness that an understanding of the fourfold nature of the human being is necessary if one wishes to look into it. Of course, materialism had already made itself evident earlier, so that clairvoyant individuals in this field had already observed—even before the last four centuries—how everything around them was beginning to be thought of in materialistic terms; and Paracelsus, who is not understood today and is regarded as a fantasist or dreamer, pointed out quite clearly, for example, that all around him, medical science—as it originated in Salerno, Montpellier, and Paris—and as it had also taken root in certain German regions—was materialistic or, at the very least, was increasingly heading in that direction. And it was precisely Paracelsus’s worldview that made it seem necessary to him—as it is becoming necessary again today—to draw attention to how a medical perspective grounded in the spirit contrasts with what is gained in the purely materialistic realm. Today it is perhaps even more difficult than it was for Paracelsus to make headway with a Paracelsian way of thinking. For back then, the materialistic thinking in medicine did not stand in such stark and alien contrast to Paracelsus’s thinking as materialistic science does today—devoid of any understanding and opposed to any insight into the truly spiritual nature of the human being. Therefore, what Paracelsus himself said in this regard still applies to us today, although its significance is less widely recognized now. When one observes how those who work at the dissection table or in the laboratory think about these matters today, and how research is used to understand both healthy and sick people, one might well, in a certain sense, turn against this materialistic way of thinking in much the same way as Paracelsus did. However, one may not be permitted to quote a few words with any hope of understanding—and perhaps also of forgiveness—as Paracelsus did in reference to the physicians living around him; indeed, with the genuine hope of forgiveness, for Paracelsus himself said, he was not a refined and subtle man who had lived at the tables of the upper classes; he was of coarse nature, raised on cheese, milk, and oat bread; and therefore you will surely forgive me if these things do not always sound very refined. — Paracelsus says this about the Italian physicians, but also about the German physicians, when he discusses the various natures of disease:
[ 19 ] «Denn es ist ein großer Irrsal, und steht übel über, daß so viel welscher Ärzt, und namentlich zu Montpellier, Salerno, Paris, die da wollen vor allen den Kranz haben und jedermann verachten, und doch selbst nichts wissen noch können, sondern öffentlich erfunden wird, daß ihr Maul und ihre Pracht alle ihre Kunst ist, das ist ihr Schwätzwerk. Sie schämen sich nicht der Klistieren, Purgieren; ob es schon zum Tod sei, so muß alles wohl geraten sein. Und berühmen sich großer Anatomie, so sie haben und gebrauchen, und haben dennoch noch nie gesehen, daß der Weinstein in Zähnen hanget, ich geschweige anderst mehr. Das sind gute Augenärzt, dörfen keines Spiegels an der Nasen. Was ist euer Sehen und Anatomia? Ihr könnt doch ein Dreck nichts damit umgehen, und habt nicht so viel Augen, daß ihr seht, was da ist. Solches befleißen sich auch die deutschen Guckgauch der Ärzte und gesehen Dieb und dergleichen und junge, ausgebrütete Narren, wenn sie alles gesehen haben, so wissen sie weniger, denn vor. Also ersticken sie im Dreck und Kadaver, und darnach gehen die Lappen zum Requiem - gingen sie zu den Leuten dafür!»
[ 19 ] “For it is a great delusion, and a bad sign, that so many French physicians—especially those in Montpellier, Salerno, and Paris—who want to be the best of all and despise everyone, yet themselves know and can do nothing; rather, it is publicly known that their talk and pomp are the sum total of their art—that is, their idle chatter. They are not ashamed to administer enemas and purgatives; even if it leads to death, everything must turn out all right. And they boast of their great anatomy, which they possess and employ, and yet have never seen that tartar hangs on the teeth, let alone anything else. These are fine ophthalmologists—they dare not hold a mirror up to their noses. What is your sight and your anatomy? You can’t do a damn thing with them, and you don’t have enough eyes to see what’s really there. Such things are also boasted about by the German quacks—the so-called doctors, the “seen thieves,” and the like—and young, hatched fools; once they’ve seen it all, they know less than before. So they suffocate in filth and carcasses, and afterward the Lapps go to the requiem—they should go to the people instead!”
