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Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107

12 January 1909, Berlin

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Dreizehnter Vortrag

Thirteenth Lecture

[ 1 ] Es ist hier in diesen Stunden schon gesagt worden, daß wir im Laufe dieses Winters gewissermaßen das Material, die Bausteine zusammentragen wollen in den einzelnen Zweigstunden, die zuletzt sich zusammenfügen sollen zu einer tieferen Erkenntnis des Wesens des Menschen und verschiedener anderer Dinge, welche mit dem Leben und der ganzen Entwicklung des Menschen zusammenhängen und die uns immer tiefer hineinführen werden in die Weltengeheimnisse. Heute möchte ich Sie erinnern an den vorletzten unserer Zweigvorträge und von diesem ausgehen. Sie erinnern sich, daß wir gesprochen haben von einem gewissen Rhythmus, der vorhanden ist in bezug auf die vier Glieder der menschlichen Wesenheit. Davon wollen wir heute ausgehen und uns die Frage beantworten: Wie können wir mit einem solchen Wissen aus tieferen Gründen heraus die Notwendigkeit und das Ziel der anthroposophischen Geistesbewegung einsehen?

[ 1 ] It has already been said here in these lectures that, over the course of this winter, we intend, so to speak, to gather the material—the building blocks—in the individual branch lectures, which will ultimately come together to form a deeper understanding of the nature of the human being and various other matters connected with human life and the entire development of the human being, and which will lead us ever deeper into the mysteries of the world. Today I would like to remind you of the penultimate lecture in our series and build upon it. You will recall that we spoke of a certain rhythm that exists in relation to the four members of the human being. Let us take this as our starting point today and answer the question: How can we, with such knowledge and from a deeper perspective, understand the necessity and the goal of the anthroposophical spiritual movement?

[ 2 ] Zwei scheinbar sehr weit voneinander abliegende Dinge werden wir heute zusammenzuknüpfen haben. Sie erinnern sich daran, daß gewisse Verhältnisse bestehen zwischen dem Ich, dem astralischen Leib, dem Ätherleib und dem physischen Leib des Menschen. Das, was in bezug auf das vierte Glied, auf das Ich zu sagen ist, tritt uns ja, man möchte sagen, am handgreiflichsten vor Augen, wenn wir uns erinnern an die beiden Wechselzustände des Bewußtseins, die das Ich im Laufe eines vierundzwanzigstündigen Zeitraumes, also eines Tages, durchmacht. Diesen einen Tag mit seinen vierundzwanzig Stunden, innerhalb dessen das Ich Tag und Nacht, Schlafen und Wachen erlebt, setzen wir in gewisser Beziehung als Einheit. Wenn wir also sagen: Das, was das Ich an einem Tage durchmacht, das unterliegt der Zahl eins, dann müssen wir sagen, die Zahl, welche in einer ähnlichen Weise dem Rhythmus unseres astralischen Leibes entspricht, ist die Zahl sieben. Während das Ich, wie es heute ist, in vierundzwanzig Stunden, in einem Tag, sozusagen auf seinen Aus gangspunkt zurückkommt, wiederum da anlangt, wo es war, macht dasselbe unser astralischer Leib in sieben Tagen durch. Wir wollen uns darüber noch etwas genauer verständigen.

[ 2 ] Today we will have to connect two things that seem very far apart. You will recall that certain relationships exist between the “I,” the astral body, the etheric body, and the physical body of the human being. What can be said about the fourth member—the “I”—becomes, one might say, most tangibly apparent to us when we recall the two alternating states of consciousness that the “I” undergoes over the course of a twenty-four-hour period, that is, a day. We regard this single day, with its twenty-four hours—during which the “I” experiences day and night, sleep and wakefulness—as a unit in a certain sense. So when we say that what the “I” goes through in a single day corresponds to the number one, we must also say that the number which corresponds in a similar way to the rhythm of our astral body is the number seven. While the “I,” as it is today, returns to its starting point, so to speak, within twenty-four hours—within a single day—and arrives once again where it was, our astral body undergoes the same process in seven days. Let us examine this in a little more detail.

[ 3 ] Denken Sie einmal an Ihr Erwachen am Morgen, das darin besteht, daß Sie sich, wie man - freilich unrichtigerweise - im gewöhnlichen Leben sagt, aus dem Dunkel der Bewußtlosigkeit erheben und daß die Gegenstände der physisch-sinnlichen Welt wiederum um Sie herum auftreten. Sie erleben das am Morgen, und Sie erleben das nach vierundzwanzig Stunden wiederum, Ausnahmefälle selbstverständlich abgerechnet. Das ist der regelmäßige Gang der Sache, und wir können sagen: Nach einem Tag von vierundzwanzig Stunden kehrt unser Ich zu seinem Ausgangspunkt zurück. Wenn wir für den astralischen Leib in derselben Weise seine entsprechenden Verhältnisse aufsuchen, so müssen wir sagen: Wenn die Regelmäßigkeit, die dem menschlichen astralischen Leib zukommt, wirklich in ihm auftritt, so kehrt er nach sieben Tagen wiederum an denselben Punkt zurück. Während also das Ich einen Kreislauf in einem Tage durchmacht, geht der astralische Leib wesentlich langsamer, er macht seinen Kreislauf in sieben Tagen durch. Der Ätherleib macht nun seinen Kreislauf in viermal sieben Tagen durch; er kommt nach viermal sieben Tagen wiederum an denselben Punkt zurück. Und nun bitte ich das zu beachten, was das vorletzte Mal schon gesagt worden ist: Für den physischen Leib geht das nicht so regelmäßig wie für den astralischen Leib und für den Ätherleib. Eine annähernde Zahl können wir aber auch da festsetzen: Er macht in ungefähr zehnmal achtundzwanzig Tagen seinen Kreislauf durch, so daß er da an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt. Sie wissen ja, daß für den Menschen die große Verschiedenheit vorliegt, daß der weibliche Ätherleib männlichen Charakter hat und umgekehrt der männliche Ätherleib weiblichen Charakter. Daraus wird es schon verständlich sein, daß in gewisser Beziehung eine Unregelmäßigkeit im Rhythmus für den Ätherleib und physischen Leib eintreten muß. Aber im allgemeinen sind die Zahlen 1 : 7 : (4 x 7) : (10 x 7 x 4) die Verhältniszahlen, die uns für die vier Glieder der Menschennatur sozusagen die «Geschwindigkeiten der Umdrehung» angeben. Das ist natürlich nur im Bilde gesprochen, denn es handelt sich nicht um Umdrehungen, sondern um Wiederholungen derselben Zustände; um Rhythmenzahlen handelt es sich. Ich habe schon vor zwei Wochen darauf hinweisen müssen, wie sich Erscheinungen unseres alltäglichen Lebens erst verständlich machen, wenn wir solche Dinge, die hinter der sinnlich-physischen Welt stehen, wissen. Und auch in einem öffentlichen Vortrage habe ich auf eine merkwürdige Tatsache hingewiesen, welche selbst der materialistischste Naturforscher und Mediziner nicht leugnen kann, nicht einreihen kann in die «Gespenster des Aberglaubens», weil sie eben als eine Tatsache vorhanden ist. Das ist die Tatsache, die doch eigentlich den Menschen zum Denken veranlassen sollte, daß bei der Lungenentzündung am siebenten Tage eine besondere Erscheinung eintritt, daß da eine Krisis eintritt und daß man dem Kranken über diesen siebenten Tag hinüberhelfen muß. Das Fieber läßt plötzlich nach, und wenn man den Kranken über diese Krisis nicht hinüberbringen kann, so tritt unter Umständen keine Heilung ein. Es ist das ja eine im allgemeinen bekannte Tatsache, aber in der Regel wird der Ausgangspunkt der Krankheit nicht immer richtig erkannt, und wenn man den ersten Tag nicht weiß, so kennt man in der Regel auch den siebenten Tag nicht. Aber die Tatsache besteht. Warum, so muß die Frage entstehen, läßt bei der Lungenentzündung am siebenten Tage das Fieber nach? Warum tritt da überhaupt eine besondere Erscheinung am siebenten Tage auf?

[ 3 ] Think for a moment about waking up in the morning, which consists of your rising—as one says, albeit incorrectly, in everyday life—from the darkness of unconsciousness, and of the objects of the physical-sensory world reappearing around you. You experience this in the morning, and you experience it again after twenty-four hours, barring exceptional cases, of course. This is the regular course of events, and we can say: After a day of twenty-four hours, our “I” returns to its starting point. If we examine the corresponding conditions for the astral body in the same way, we must say: If the regularity inherent in the human astral body truly manifests within it, then it returns to the same point after seven days. So while the “I” completes a cycle in one day, the astral body moves much more slowly; it completes its cycle in seven days. The etheric body, in turn, completes its cycle in four times seven days; it returns to the same point after four times seven days. And now I ask you to bear in mind what was already said the time before last: For the physical body, this does not proceed as regularly as it does for the astral body and the etheric body. However, we can also establish an approximate figure here: It completes its cycle in about ten times twenty-eight days, so that it returns to its starting point. As you know, there is a significant difference in human beings: the female etheric body has a masculine character, and conversely, the male etheric body has a feminine character. From this it will already be understandable that, in a certain respect, an irregularity in the rhythm must occur for the etheric body and the physical body. But in general, the numbers 1 : 7 : (4 x 7) : (10 x 7 x 4) are the ratios that indicate, so to speak, the “rotational speeds” for the four members of human nature. This is, of course, only a metaphor, for we are not dealing with rotations but with repetitions of the same states; these are rhythmic numbers. I already had to point out two weeks ago how phenomena of our everyday life only become understandable when we know such things that lie behind the sensory-physical world. And in a public lecture, too, I drew attention to a remarkable fact that even the most materialistic natural scientist and physician cannot deny, nor can they dismiss it as a “ghost of superstition,” because it simply exists as a fact. This is the fact that should actually prompt people to reflect: that in cases of pneumonia, a particular phenomenon occurs on the seventh day—a crisis sets in—and the patient must be helped through this seventh day. The fever suddenly subsides, and if the patient cannot be guided through this crisis, recovery may not occur under certain circumstances. This is, of course, a generally known fact, but as a rule, the starting point of the illness is not always correctly identified, and if one does not know the first day, one generally does not know the seventh day either. But the fact remains. Why, one must ask, does the fever subside on the seventh day in cases of pneumonia? Why does a particular phenomenon occur on the seventh day at all?

[ 4 ] Nur derjenige, der hinter die Kulissen des Daseins sieht, der hinter die physisch-sinnlichen Erscheinungen in die geistige Welt hineinsieht, der weiß von diesen Rhythmen und der weiß zu gleicher Zeit, wodurch solche Erscheinungen - wie zum Beispiel Fiebererscheinungen - entstehen. Was ist eigentlich das Fieber? Warum tritt Fieber auf? Das Fieber ist nicht die Krankheit. Das Fieber ist im Gegenteil etwas, was der Organismus hervorruft, um gegen den eigentlichen Krankheitsprozeß zu kämpfen. Das Fieber ist die Abwehr des Organismus gegenüber der Krankheit. Es ist irgendeine Schädigung im Organismus vorhanden, also sagen wir eine Schädigung in der Lunge. Wenn der Mensch gesund ist und alle seine inneren Tätigkeiten entsprechend zusammenstimmen, so müssen selbstverständlich diese inneren Tätigkeiten in Unordnung kommen, wenn irgendein Organ, irgendein Glied des menschlichen Leibes eine Störung hat. Dann versucht der ganze Organismus sich zusammenzunehmen und aus sich heraus die Kräfte zu entwickeln, die diese vereinzelte Störung wiederum ausgleichen können. Also es ist eine Revolution im ganzen Organismus, die da vorgeht. Sonst braucht der Organismus nicht seine Kräfte zusammenzuraffen, weil kein Feind da ist, den er zu bekämpfen hat. Der Ausdruck nun dieses Zusammenraffens der Kräfte im Organismus ist das Fieber.

[ 4 ] Only those who look behind the scenes of existence—who look beyond physical and sensory phenomena into the spiritual world—know about these rhythms and, at the same time, understand what causes such phenomena—such as the symptoms of a fever. What exactly is fever? Why does fever occur? Fever is not the disease itself. On the contrary, fever is something the organism produces to fight the actual disease process. Fever is the organism’s defense against disease. There is some kind of damage present in the organism—let’s say, damage to the lungs. When a person is healthy and all their internal functions are in harmony, these functions naturally become disrupted when any organ or part of the human body experiences a disturbance. Then the entire body attempts to pull itself together and muster the forces from within that can counterbalance this isolated disturbance. So what is taking place is a revolution throughout the entire body. Otherwise, the body would not need to muster its forces, because there is no enemy for it to fight. The manifestation of this mustering of forces within the body is fever.

[ 5 ] Nun weiß derjenige, welcher hinter die Kulissen des Daseins schaut, daß die verschiedenen Organe des menschlichen Leibes in sehr verschiedenen Zeiten der Entwicklung des Menschen sich veranlagt und dann ausgebildet haben. Dasjenige, was man vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus das «Studium des menschlichen Leibes» nennt, ist das denkbar Komplizierteste, das man sich vorstellen kann, denn dieser menschliche Organismus ist etwas sehr Mannigfaltiges und seine einzelnen Organe sind zu ganz verschiedenen Zeiten veranlagt worden. Später ist dann wieder diese Anlage aufgenommen und weiter ausgebildet worden. Alles, was im physischen Organismus ist, ist ein Ausdruck, ein Ergebnis der höheren Glieder des Menschen, so daß also immer die betreffenden physischen Glieder die höheren Ordnungen in den höheren Gliedern ausdrücken. Das, was wir heute als Lunge bezeichnen, das hängt seiner Anlage nach zusammen mit dem menschlichen Astralleib und hat mit diesem etwas zu tun. Was nun die Lunge mit dem astralischen Leib zu tun hat, wie die allererste, ursprüngliche Lungenanlage auf dem Vorgänger unserer Erde, auf dem alten Monde, in den Menschen hineingekommen ist, wie da dem Menschen von höheren geistigen Wesenheiten der astralische Leib sozusagen «eingeimpft» worden ist, von all dem werden wir noch zu sprechen haben. Heute wollen wir uns nur vor Augen stellen, daß auch in der Lunge ein Ausdruck des astralischen Leibes liegt. Der eigentliche Ausdruck des astralischen Leibes ist ja das Nervensystem. Aber der Mensch ist eben kompliziert und die Entwicklungen gehen immer parallel. Mit der Entwicklung des astralischen Leibes und mit der Eingliederung des heutigen Nervensystems war auch die Anlage der Lunge gegeben. Dadurch kommt schon die Lunge in einer gewissen Weise hinein in den Rhythmus des astralischen Leibes, in jenen Rhythmus, der der Siebenzahl unterliegt. Das, was man als Fiebererscheinung kennt, hängt zusammen mit gewissen Funktionen des Ätherleibes. Es muß im Ätherleib etwas vorgehen, wenn ein gewisser Ablauf von Fieber da ist. Das Fieber steht daher in irgendeiner Weise in dem Rhythmus drinnen, in dem der Ätherleib steht. Jedes Fieber steht in diesem Rhythmus drinnen, aber wie? Wir müssen uns nun einmal folgendes klarmachen.

[ 5 ] Now, anyone who looks behind the scenes of existence knows that the various organs of the human body took shape and then developed at very different stages of human development. What is called, from the standpoint of spiritual science, the “study of the human body” is the most complex thing imaginable, for the human organism is a highly diverse entity, and its individual organs were predisposed at very different stages of development. Later, this predisposition was taken up again and further developed. Everything that is in the physical organism is an expression, a result of the higher members of the human being, so that the respective physical members always express the higher orders found in the higher members. What we today call the lungs is, in terms of its predisposition, connected to the human astral body and has a relationship to it. As for what the lungs have to do with the astral body—how the very first, original lung structure entered into human beings on the predecessor of our Earth, the ancient Moon, and how the astral body was, so to speak, “implanted” into human beings by higher spiritual beings—we will have much more to say about all of this. Today we want only to bear in mind that the lungs, too, are an expression of the astral body. The true expression of the astral body is, of course, the nervous system. But human beings are complex, and developments always proceed in parallel. With the development of the astral body and the integration of the modern nervous system, the foundation for the lungs was also laid. As a result, the lungs are already, in a certain way, integrated into the rhythm of the astral body—that rhythm which is governed by the number seven. What is known as a fever is connected to certain functions of the etheric body. Something must be happening in the etheric body when a certain course of fever is present. Fever is therefore, in some way, embedded within the rhythm of the etheric body. Every fever is embedded within this rhythm, but how? We must now make the following clear to ourselves.

[ 6 ] Der Ätherleib, da er in vier mal sieben Tagen seinen Kreislauf vollendet, bewegt sich wesentlich langsamer als der Astralleib, der seinen Rhythmus in sieben Tagen durchmacht. Wir dürfen also, wenn wir den rhythmischen Gang des Ätherleibes in ein Verhältnis setzen zu dem des astralischen Leibes, den Vergleich heranziehen mit den Zeigern einer Uhr. Nehmen Sie den Stundenzeiger einer Uhr: er geht einmal herum, während der Zeiger, der Ihnen die Minuten angibt, in derselben Zeit zwölfmal herumgeht. Da haben Sie das Verhältnis von 1:12. Nun denken Sie einmal, Sie würden achtgeben, wenn um zwölf Uhr mittags der Stundenzeiger über dem Minutenzeiger liegt. Da Decken sich die beiden Zeiger. Nun geht der Minutenzeiger einmal herum. Wenn er jetzt wieder auf der Zwölf ist, kann er sich mit dem Stundenzeiger nicht mehr decken, denn dieser ist inzwischen bis auf die Eins gegangen. Die beiden Zeiger können sich also erst nach etwa fünf Minuten decken, so daß nach einer Stunde der Minutenzeiger nicht wieder über dem Stundenzeiger steht, sondern erst nach einer Stunde und etwas mehr als fünf Minuten. Nun haben Sie ein ähnliches Verhältnis zwischen dem Umkreisen des astralischen Leibes und dem Umkreisen des Ätherleibes. Nehmen Sie an, Ihr Astralleib, der ja immer verbunden ist mit dem Ätherleib, befände sich in einem gewissen Zustande im Verhältnis zu dem Ätherleib. Jetzt fängt der Astralleib sich zu drehen an. Wenn er nach sieben Tagen wieder in seinem ursprünglichen Zustand ist, deckt er sich nicht wieder mit dem Ätherleib, denn der Ätherleib ist nach sieben Tagen um ein Viertel seines Umkreises fortgeschritten. Es deckt sich also nach sieben Tagen der Zustand des astralischen Leibes nicht wieder mit demselben Zustand des Ätherleibes, sondern er deckt sich mit einem Zustand, der um ein Viertel des Umkreises hinter dem ursprünglichen zurückgeblieben ist. Nun nehmen Sie an, es tritt die betreffende Krankheit auf. Da hängt ein ganz bestimmter Zustand des astralischen Leibes mit einem ganz bestimmten Zustand des Ätherleibes zusammen. In diesem Moment tritt unter der Mitwirkung dieser zwei Zustände, die da zusammenwirken, das Fieber auf als das Aufrufen gegen den Feind. Nach sieben Tagen kommt der astralische Leib über einen ganz anderen Punkt des Ätherleibes. Nun ist es so, daß im Ätherleibe nicht nur die Kraft sein muß, Fieber hervorzubringen, denn dann würde ja, wenn er einmal in Schwung gekommen ist, Fieber hervorzubringen, das Fieber gar nicht mehr nachlassen. So aber hat nun nach sieben Tagen dieser Punkt des Ätherleibes, der sich jetzt mit jenem Punkt des astralischen Leibes deckt, der vor sieben Tagen das Fieber hervorgerufen hat, die Tendenz, das Fieber wieder gutzumachen, das Fieber wieder abzuschwächen. Ist also der Kranke nach sieben Tagen so weit, daß auch die Störung überwunden ist, dann ist es gut. Ist die Störung nicht überwunden, hat der astralische Leib jetzt nicht die Tendenz, die Krankheit fortzuschaffen, so trifft er in den ungünstigen Zustand hinein, wo der Ätherleib die Tendenz hat, das Fieber abzuschwächen. Es handelt sich darum, daß man diese beiden übereinanderlagernden Punkte wohl beachtet, diese beiden Koinzidenzpunkte. Solche Punkte könnten wir für alle möglichen menschlichen Lebenserscheinungen herausfinden. Und gerade durch diese Rhythmen, durch die inneren geheimnisvollen Einrichtungen würde uns das ganze menschliche Wesen klar werden. Der Ätherleib hat wirklich eine Tendenz, die sich in vier mal sieben ausdrückt. Bei anderen Krankheitserscheinungen können Sie wieder beobachten, wie besonders der vierzehnte Tag von besonderer Wichtigkeit ist, also zwei mal sieben. Wir können geradezu angeben, wie bei gewissen Erscheinungen der Paroxysmus nach vier mal sieben besonders stark sein muß. Und da handelt es sich darum: Nimmt dann die Sache ab, so ist unter allen Umständen auf Heilung zu hoffen. Alle diese Dinge hängen zusammen mit Rhythmen, und zwar mit jenen Rhythmen, die wir vor drei Wochen berührten und die wir uns heute genauer vor die Seele geführt haben. Mit solchen Dingen, die zwar schwer erscheinen, die man aber doch begreifen kann, dringt man erst ein klein wenig hinter die Oberfläche der physisch-sinnlichen Welt. Das muß immer tiefer und tiefer hineingehen. Nun fragen wir uns nach gewissen Ursprüngen solcher Rhythmen.

[ 6 ] Since the etheric body completes its cycle in four times seven days, it moves considerably slower than the astral body, which completes its rhythm in seven days. So, when we compare the rhythmic cycle of the etheric body to that of the astral body, we can draw a parallel with the hands of a clock. Take the hour hand of a clock: it makes one full rotation, while the minute hand makes twelve full rotations in the same amount of time. That gives you a ratio of 1:12. Now imagine that you are paying attention when, at twelve o’clock noon, the hour hand is positioned over the minute hand. At that moment, the two hands align. Now the minute hand makes one full revolution. When it returns to the twelve o’clock position, it can no longer align with the hour hand, because the hour hand has since moved on to the one o’clock position. The two hands can therefore only align again after about five minutes, so that after one hour, the minute hand is not back over the hour hand, but only after one hour and a little more than five minutes. Now you have a similar relationship between the rotation of the astral body and that of the etheric body. Suppose your astral body—which is, of course, always connected to the etheric body—were in a certain state relative to the etheric body. Now the astral body begins to rotate. When, after seven days, it returns to its original state, it no longer coincides with the etheric body, for the etheric body has advanced by a quarter of its circumference over the course of those seven days. Thus, after seven days, the state of the astral body no longer coincides with the same state of the etheric body, but rather with a state that has lagged behind the original by a quarter of its circumference. Now suppose the illness in question occurs. A very specific state of the astral body is linked to a very specific state of the etheric body. At that moment, through the interaction of these two states working together, fever arises as a call to arms against the enemy. After seven days, the astral body aligns with a completely different point on the etheric body. Now, it is the case that the etheric body must not possess only the power to produce fever; for then, once it had gained momentum in producing fever, the fever would never subside. But now, after seven days, this point in the etheric body—which now coincides with that point in the astral body that caused the fever seven days earlier—has the tendency to counteract the fever, to reduce it again. So if, after seven days, the patient has recovered to the point where the disturbance has also been overcome, then all is well. If the disturbance has not been overcome—if the astral body now lacks the tendency to dispel the illness—then it encounters the unfavorable condition in which the etheric body has the tendency to alleviate the fever. The point is to pay close attention to these two superimposed points, these two points of coincidence. We could identify such points for all manner of human life phenomena. And it is precisely through these rhythms, through these inner, mysterious mechanisms, that the entire human being would become clear to us. The etheric body truly has a tendency that expresses itself in four times seven. In the case of other disease symptoms, you can again observe how the fourteenth day, in particular, is of special importance—that is, two times seven. We can even specify how, in certain cases, the paroxysm must be particularly severe after four times seven. And the point is this: if the condition then subsides, there is hope for a cure under all circumstances. All these things are connected with rhythms—specifically, those rhythms we touched upon three weeks ago and which we have now brought more clearly before our minds. It is through such things—which may seem difficult but can nevertheless be grasped—that we begin to penetrate just a little way beneath the surface of the physical-sensory world. This must go deeper and deeper. Now let us ask ourselves about the origins of such rhythms.

[ 7 ] Die Ursprünge solcher Rhythmen liegen nun wiederum in den großen kosmischen Verhältnissen. Wir haben ja immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie gerade das, was wir die vier menschlichen Glieder nennen, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, eine Evolution durch Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdendasein hinter sich haben. Wenn wir zurückschauen auf unsern alten Mond, da finden wir schon, daß auch dieser alte Mond für eine gewisse Zeit sich von der Sonne losgelöst hatte. Dazumal war allerdings ein großer Teil dessen, was heute Mond ist, mit der Erde verbunden. Draußen war aber eine Sonne, und wenn solche Himmelskörper zusammengehörig sind, so haben ihre Kräfte, die ja wieder nur der Ausdruck sind für ihre Wesenheiten, immer Einfluß auf die Regelmäßigkeit des Lebens ihrer Wesen. Die Umlaufszeit eines Planeten um seine Sonne oder eines Nebenplaneten um seinen Planeten ist durchaus nicht zufällig oder unzusammenhängend mit dem Leben, sondern das ist geregelt von jenen Wesenheiten, die wir in den Hierarchien der Geister kennengelernt haben. Wir haben ja gesehen, daß es sich durchaus nicht so verhält, daß die Himmelskörper wie von selbst herumkreisen durch bloß unlebendige Kräfte. Wir haben einmal darauf hingewiesen, wie grotesk der heutige Physiker die Erklärung der Kant-Laplaceschen Theorie an dem Experiment mit dem Fett-Tropfen zeigt: Durch den schwimmenden Fett-Tropfen wird in der Äquatorrichtung eine Pappscheibe gelegt und von oben eine Nadel durchgesteckt, und nun wird das Ganze gedreht; da spalten sich dann von dem großen Tropfen kleine Tropfen ab und drehen sich mit herum. Da zeigt also der Experimentator, wie ein Planetensystem im kleinen entsteht, und daraus schließt nun im allgemeinen der Physiker, so müsse auch das Planetensystem im großen entstanden sein. Was sonst gut ist zu vergessen - sich selber nämlich -, das ist hier nicht gut. Denn der gute Mann vergißt dabei gewöhnlich, daß das kleine Planetensystem nicht zustande kommen könnte, wenn er die Kurbel nicht drehen würde. Man darf durchaus solche Experimente machen, das ist sehr nützlich, aber man darf dabei eben das Wichtigste nicht vergessen. Wie unendlich viele Menschen leiden unter solchen Suggestionen! Daß der «Herr Professor» das gemacht hat, daran denken sie nicht. Draußen ist es zwar kein riesengroßer «Herr Professor», aber da sind es die Hierarchien der geistigen Wesenheiten, die die Bewegungszeiten der Himmelskörper regeln, die tatsächlich alle Anordnung der Materie im Kosmos bewirken, so daß die einzelnen Himmelskörper sich umeinander herumdrehen. Und wir würden, wenn wir darauf eingehen könnten - einmal wird auch dazu die Zeit kommen -, in den Bewegungen der Himmelskörper, die ein zusammengehöriges System bilden, wiedererkennen den Rhythmus unserer menschlichen Glieder. Vorläufig brauchen wir nur auf eines hinzuweisen.

[ 7 ] The origins of such rhythms, in turn, lie in the great cosmic relationships. We have, after all, pointed out time and again how precisely what we call the four human members—the physical body, the etheric body, the astral body, and the I—have undergone an evolution through Saturn, Sun, Moon, and Earth existence. If we look back at our ancient Moon, we find that even this ancient Moon had become detached from the Sun for a certain period of time. At that time, however, a large part of what is now the Moon was connected to the Earth. But there was a Sun out there, and when such celestial bodies belong together, their forces—which are, after all, merely the expression of their beings—always influence the regularity of life among their beings. The orbital period of a planet around its sun or of a satellite around its planet is by no means random or unrelated to life; rather, it is governed by those entities we have come to know in the hierarchies of spirits. We have seen, after all, that it is by no means the case that celestial bodies orbit as if of their own accord through mere inanimate forces. We have previously pointed out how grotesquely today’s physicists illustrate the Kant-Laplace theory using the experiment with the drop of fat: a cardboard disc is placed in the direction of the equator through the floating drop of fat, and a needle is inserted from above; the whole assembly is then rotated; small droplets then split off from the large droplet and rotate along with it. The experimenter thus demonstrates how a planetary system on a small scale comes into being, and from this the physicist generally concludes that the planetary system on a large scale must have arisen in the same way. What is otherwise good to forget—namely, oneself—is not good here. For the good man usually forgets in the process that the small planetary system could not come into being if he did not turn the crank. One may certainly conduct such experiments—they are very useful—but one must not forget the most important thing in the process. How many people suffer from such suggestions! They do not consider that “Professor So-and-so” is the one who set this up. Out there, it is not a gigantic “Professor,” but rather the hierarchies of spiritual beings who regulate the movements of the celestial bodies—who actually bring about the entire arrangement of matter in the cosmos—so that the individual celestial bodies revolve around one another. And if we could go into this—the time will come for that as well—we would recognize in the movements of the celestial bodies, which form a coherent system, the rhythm of our own human limbs. For now, we need only point out one thing.

[ 8 ] Der heutige Mensch in seiner materialistischen Denkweise lacht darüber, daß man gewisse Lebensverhältnisse des Menschen in früheren Zeiten in Zusammenhang gebracht hat mit den Mondenvierteln. Nun spiegelt sich gerade im Monde kosmisch dasjenige, was als Verhältnis besteht zwischen dem astralischen Leib und dem Ätherleib, in wunderbarer Weise. Der Mond macht in vier mal sieben Tagen seinen Kreislauf durch. Das sind die Zustände des Ätherleibes, und die vier mal sieben Zustände des Ätherleibes spiegeln sich ganz genau in den vier Vierteln des Mondes. Es ist durchaus kein Unsinn, den Zusammenhang in dem, was wir vorhin als Fiebererscheinung charakterisiert haben, gerade in den Mondesvierteln zu suchen. Denken Sie, daß in der Tat nach sieben Tagen ein anderes Mondesviertel da ist wie ein anderes Viertel des Ätherleibes und daß der astralische Leib über ein anderes Viertel des Ätherleibes fällt. In der Tat wurde ursprünglich dieses Verhältnis des menschlichen Astralleibes zum Ätherleib dadurch geregelt, daß jene geistigen Wesenheiten den Mond in ein entsprechendes Umkreisen um die Erde brachten. Und wie in einer gewissen Weise die Dinge zusammenhängen, das können Sie daraus entnehmen, daß selbst die heutige Medizin noch mit einem alten Rest rechnet, der ihr geblieben ist von rhythmischer Erkenntnis. Weil der Rhythmus des physischen Leibes 10x28 ausmacht und der physische Leib sozusagen nach 10x28 Tagen wieder an demselben Punkte ist, wo er früher war, deshalb verlaufen 10x28 Tage ungefähr zwischen der Empfängnis eines Menschen und seiner Geburt, zehn siderische Monate, Alle diese Dinge hängen zusammen mit der Regelung der großen Weltverhältnisse. Der Mensch ist als Mikrokosmos ein getreuer Spiegel der großen Weltverhältnisse, er ist herausgebaut aus diesen großen Weltverhältnissen.

[ 8 ] Modern people, with their materialistic way of thinking, laugh at the idea that certain aspects of human life in earlier times were linked to the phases of the moon. Yet it is precisely in the moon that the cosmic relationship between the astral body and the etheric body is reflected in a wondrous way. The moon completes its cycle in four times seven days. These are the states of the etheric body, and the four times seven states of the etheric body are reflected very precisely in the four phases of the moon. It is by no means nonsense to seek the connection in what we previously characterized as a feverish state precisely in the phases of the moon. Consider that, in fact, after seven days, a different lunar phase corresponds to a different phase of the etheric body, and that the astral body falls into a different phase of the etheric body. In fact, this relationship between the human astral body and the etheric body was originally governed by those spiritual beings causing the Moon to orbit the Earth in a corresponding manner. And you can infer how these things are connected in a certain way from the fact that even modern medicine still takes into account an ancient remnant that has remained to it from rhythmic knowledge. Because the rhythm of the physical body amounts to 10×28, and the physical body returns, so to speak, to the same point where it was before after 10×28 days, there are approximately 10×28 days—ten sidereal months—between the conception of a human being and their birth. All these things are connected with the regulation of the great cosmic relationships. As a microcosm, the human being is a faithful mirror of the great cosmic order; he is formed from this great cosmic order.

[ 9 ] Wir wollen heute in der Entwicklung die Mitte der atlantischen Zeit ins Auge fassen. Das war für die Erdenentwicklung ein sehr wichtiger Punkt. Wir unterscheiden in der Menschheitsentwicklung drei Rassen vorher: die erste die polarische, die zweite die hyperboräische und die dritte die lemurische Rasse. Dann kommt die atlantische Rasse. Wir sind jetzt in der fünften Rasse, und nach uns werden folgen zwei weitere Rassen, so daß die atlantische Zeit gerade in der Mitte drinnen liegt. Die Mitte der atlantischen Zeit ist der wichtigste Punkt in der Erdenentwicklung. Wenn wir vor diese Zeit zurückgehen würden, so würden wir auch da in den Verhältnissen des äußeren menschlichen Lebens ein genaues Spiegelbild der kosmischen Verhältnisse finden. Damals wäre es dem Menschen sehr schlecht bekommen, wenn er das getan hätte, was er heute tut. Heute richtet sich der Mensch nicht mehr sehr viel nach den kosmischen Verhältnissen. In unseren Städten muß ja oft das Leben so eingerichtet werden, daß der Mensch wacht, wo er sonst schlafen sollte, und schläft, wo er wachen sollte. Wenn nun schon so etwas Ähnliches wie Wachen in der Nacht, Schlafen bei Tage in der lemurischen Zeit eingetreten wäre, wenn da der Mensch so wenig beachtet hätte, was für äußere Erscheinungen zu gewissen inneren Vorgängen gehören, dann hätte er gar nicht mehr leben können. So etwas war freilich damals gar nicht möglich, weil es ganz selbstverständlich war, daß der Mensch seinen inneren Rhythmus nach dem äußeren Rhythmus richtete. Der Mensch hat damals sozusagen mit Sonnen- und Mondenlauf gelebt, er hat ganz genau den Rhythmus seines astralischen Leibes und des Ätherleibes eingerichtet nach Sonnen- und Mondenlauf.

[ 9 ] Today we want to focus on the middle of the Atlantean epoch in the course of Earth’s evolution. This was a very important point in Earth’s development. We distinguish three previous races in human evolution: the first, the Polar race; the second, the Hyperborean race; and the third, the Lemurian race. Then comes the Atlantean race. We are now in the fifth race, and two more races will follow us, so that the Atlantean period lies exactly in the middle. The middle of the Atlantean era is the most important point in Earth’s evolution. If we were to go back to a time before that, we would find there, too, in the conditions of outer human life, an exact reflection of cosmic conditions. Back then, it would have been very detrimental to human beings if they had done what they do today. Today, human beings no longer orient themselves very much toward cosmic conditions. In our cities, life often has to be organized in such a way that people stay awake where they should otherwise be sleeping, and sleep where they should be awake. If something similar to staying awake at night and sleeping during the day had already occurred during the Lemurian epoch—if people had paid so little attention to which external phenomena correspond to certain inner processes—then they would not have been able to survive at all. Of course, something like that was not possible back then, because it was entirely natural for people to align their inner rhythms with the outer rhythms. People back then lived, so to speak, in accordance with the cycles of the sun and moon; they had precisely attuned the rhythms of their astral and etheric bodies to the cycles of the sun and moon.

[ 10 ] Nehmen wir wiederum die Uhr. Sie ist ja auch in einer gewissen Beziehung gerichtet nach dem großen Weltenlauf. Wenn der Stundenzeiger sich mit dem Minutenzeiger um zwölf Uhr deckt, so ist das ja deshalb der Fall, weil eine gewisse Sonnen- und Sternkonstellation vorhanden ist. Danach richtet man ja die Uhr, und eine Uhr geht schlecht, wenn sie am anderen Tage diese beiden Zeiger nicht wieder zur Deckung bringt, sobald dieselbe Sternkonstellation wieder eintritt. Von der Sternwarte am Enckeplatz aus werden täglich durch elektrische Verbindung die Berliner Uhren geregelt. Wir können also sagen: die Bewegungen, die Rhythmen der Uhrzeiger entsprechen und werden sogar täglich entsprechend gemacht dem Rhythmus im Kosmos. Richtig geht unsere Uhr, wenn sie mit der Normaluhr übereinstimmt, die ihrerseits wieder mit dem Kosmos zusammenstimmt. Eigentlich hat der Mensch in den alten Zeiten wirklich keine Uhr gebraucht; denn er war selber eine Uhr. Es richtete sich sein Lebensablauf, den er recht deutlich spüren konnte, durchaus nach den kosmischen Verhältnissen. Der Mensch war wirklich eine Uhr. Und wenn er sich nicht nach den kosmischen Verhältnissen gerichtet hätte, dann wäre mit ihm ganz genau dasselbe vor sich gegangen, was heute bei einer Uhr geschieht, wenn ihr Gang nicht den äußeren Verhältnissen entspricht: Dann geht sie eben schlecht, und dem Menschen wäre es dann auch schlecht gegangen. Der innere Rhythmus mußte dem äußeren entsprechen. Darinnen besteht nun gerade das Wesentliche des menschlichen Fortschrittes auf der Erde, daß seit der Mitte der atlantischen Zeit dieses absolute Sich-Decken der äußeren Verhältnisse mit den inneren nicht mehr der Fall ist. Es ist etwas anderes eingetreten. Denken Sie sich einmal, es würde jemand die Marotte haben, nicht zu leiden, daß sich um zwölf Uhr mittags seine Uhrzeiger decken. Nehmen wir an, er würde sie so stellen, daß es dann drei Uhr ist. Wenn die anderen Leute dann ein Uhr haben, hat er vier, um zwei Uhr wird er fünf haben und so weiter. Aber es wird sich dadurch das innere Getriebe seiner Uhr nicht ändern; nur gegen die äußeren Verhältnisse wird es verschoben sein. Nach vierundzwanzig Stunden wird es dann bei ihm wieder drei Uhr sein, seine Uhr wird also in ihrem Gang nicht zusammenfallen mit den kosmischen Verhältnissen, aber in ihrem Rhythmus wird sie dennoch innerlich mit ihnen übereinstimmen, denn die Dinge sind nur verschoben worden. So ist auch des Menschen Rhythmus verschoben worden. Der Mensch wäre nie ein selbständiges Wesen geworden, wenn seine ganze Tätigkeit am Gängelbande der kosmischen Verhältnisse verflossen wäre. Gerade dadurch hat er seine Freiheit bekommen, daß er unter Beibehaltung des innerlichen Rhythmus losgekommen ist von dem äußeren Rhythmus. Er ist wie eine Uhr geworden, die in den Knotenpunkten nicht mehr zusammenfällt mit den kosmischen Ereignissen, aber innerlich doch mit ihnen zusammenstimmt. So konnte in alten Zeiten urferner Vergangenheit der Mensch nur zu einer ganz bestimmten Sternkonstellation empfangen und zehn Mondmonate hinterher geboren werden. Dieses Zusammenfallen der Empfängnis mit einem kosmischen Verhältnis fiel weg, aber der Rhythmus blieb, geradeso wie der Rhythmus bei einer Uhr bleibt, wenn man sie auch um zwölf Uhr mittags auf drei stellt. Allerdings haben sich nicht nur die Verhältnisse beim Menschen so verschoben, sondern es haben sich auch die Zeiten selbst wiederum verschoben. Wenn wir von dem letztgenannten kosmischen Verschieben absehen, so ist ja auch innerlich für den Menschen dadurch etwas ganz Besonderes eingetreten, daß er sozusagen sich herausgehoben hat aus den kosmischen Verhältnissen, daß er keine «Uhr» mehr ist im richtigen Sinne des Wortes. Es ist ihm etwa so gegangen, wie es einem Menschen gehen würde, der seine Uhr um drei Stunden vorausgehen läßt, dann aber sich nicht mehr erinnert, um wie viel er sie vorgerückt hat, und nun eigentlich nicht mehr zurechtkommt. Ebenso ist es dem Menschen in der Erdenentwicklung ergangen, als er einmal heraus war aus dem Verhältnis, in dem er als Uhr zum Kosmos stand. Da brachte er für gewisse Dinge doch seinen astralischen Leib in Unordnung. Je mehr die menschlichen Lebensverhältnisse dem Körperlichen zugeordnet sind, desto mehr wurde der alte Rhythmus beibehalten; je mehr aber die Verhältnisse sich dem Geistigen zuwandten, desto mehr Unordnung wurde in sie hineingebracht. Ich möchte das auch noch von einer anderen Seite aus klarmachen.

[ 10 ] Let’s take the clock as an example again. In a certain sense, it is also aligned with the grand cycle of the universe. When the hour hand aligns with the minute hand at twelve o’clock, this is because a certain constellation of the sun and stars is present. That is how the clock is set, and a clock runs poorly if, on another day, it fails to bring those two hands back into alignment as soon as the same celestial alignment occurs again. From the observatory at Enckeplatz, Berlin’s clocks are regulated daily via an electrical connection. We can therefore say: the movements, the rhythms of the clock hands, correspond to—and are even adjusted daily in accordance with—the rhythm of the cosmos. Our clock runs correctly when it corresponds to the standard clock, which in turn corresponds to the cosmos. In fact, in ancient times, human beings really had no need for a clock; for they themselves were a clock. The course of their lives—which they could sense quite clearly—was entirely governed by cosmic conditions. Human beings were truly clocks. And if they had not aligned themselves with cosmic conditions, then exactly the same thing would have happened to them as happens today to a clock when its rate does not correspond to external conditions: it would simply run poorly, and human beings would have fared poorly as well. The inner rhythm had to correspond to the outer one. This is precisely the essence of human progress on Earth: that since the middle of the Atlantean epoch, this absolute correspondence between external conditions and inner ones has no longer been the case. Something else has taken its place. Just imagine if someone had the odd habit of not being able to stand it when the hands of his watch align at twelve o’clock noon. Let’s assume he would set it so that it would then read three o’clock. When other people have one o’clock, he would have four; at two o’clock, he would have five, and so on. But this would not change the inner mechanism of his watch; it would merely be shifted relative to external conditions. After twenty-four hours, it will be three o’clock again for him; his watch will therefore not coincide with cosmic conditions in its progress, but its rhythm will nevertheless correspond to them internally, for things have merely been shifted. In the same way, human rhythm has been shifted. Human beings would never have become independent beings if all their activity had been bound by the constraints of cosmic conditions. It is precisely by breaking free from the external rhythm while retaining their inner rhythm that they have gained their freedom. They have become like a clock that no longer coincides with cosmic events at their key junctures, yet is internally in harmony with them. Thus, in ancient times of the distant past, a human being could only be conceived under a very specific constellation and born ten lunar months later. This coincidence of conception with a cosmic relationship ceased to exist, but the rhythm remained, just as the rhythm of a clock remains even if one sets it to three o’clock at noon. However, it is not only the conditions for human beings that have shifted in this way; the times themselves have also shifted in turn. If we set aside this latter cosmic shift, something quite special has occurred inwardly for human beings as a result: they have, so to speak, detached themselves from cosmic conditions, so that they are no longer a “clock” in the true sense of the word. It has been much the same for humanity as it would be for a person who sets their watch three hours ahead, but then no longer remembers by how much they have set it forward, and now can no longer find their bearings. In the same way, humanity fared in the course of Earth’s evolution once it had stepped out of the relationship in which it stood as a “clock” to the cosmos. As a result, for certain things, it did indeed throw its astral body into disarray. The more human living conditions were oriented toward the physical, the more the old rhythm was maintained; but the more conditions turned toward the spiritual, the more disorder was introduced into them. I would like to clarify this from another perspective as well.

[ 11 ] Wir kennen ja nicht bloß den Menschen, sondern wir kennen auch Wesen, die dem Menschen der heutigen Erde übergeordnet sind. Wir kennen die Söhne des Lebens oder die Engel, und wir wissen, daß sie auf dem alten Mond ihr Menschentum durchgemacht haben. Wir kennen die Feuergeister oder Erzengel, die auf dem alten Sonnenzustand der Erde ihre Menschenstufen durchgemacht hatten, und ferner kennen wir die Urkräfte, die auf dem alten Saturn ihre Menschenstufe durchmachten. Diese Wesenheiten sind in der kosmischen Entwicklung dem Menschen vorausgeeilt. Wenn wir sie heute studieren würden, so würden wir finden, daß sie viel geistigere Wesenheiten sind als der Mensch. Sie leben daher auch in höheren Welten. Aber sie sind namentlich in bezug auf das, was wir heute angeführt haben, in einer ganz anderen Lage als der Mensch. Sie richten sich in den geistigen Dingen durchaus nach dem Rhythmus des Kosmos. Ein Engel würde nicht so ungeordnet denken wie der Mensch, aus dem einfachen Grunde, weil sein Gedankenablauf geregelt wird von den kosmischen Mächten und er sich danach richtet. Es ist ganz ausgeschlossen, daß ein Wesen wie ein Engel nicht im Einklange mit den großen geistigen, kosmischen Vorgängen dächte. In der Weltenharmonie stehen die Gesetze der Logik für die Engel geschrieben. Sie brauchen keine Lehrbücher. Der Mensch braucht Lehrbücher, weil er seine inneren Denkverhältnisse in Unordnung gebracht hat. Er erkennt nicht mehr, wie er sich nach der großen Sternenschrift richten soll. Diese Engel kennen den Ablauf im Kosmos, und ihr Denkablauf entspricht dem geregelten Rhythmus. Der Mensch ist, als er in seiner jetzigen Gestalt die Erde betreten hat, aus diesem Rhythmus herausgekommen, daher das Regellose seines Denkens, seiner Empfindungen und seines Gefühlslebens. Während in den Dingen, auf die der Mensch noch weniger Einfluß hat, im Astralleib und Ätherleib, die Regelmäßigkeit fortherrscht, ist in den Teilen, die der Mensch in die Hand bekommen hat, also in seiner Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele Regellosigkeit und Unrhythmus, Rhythmuslosigkeit hineingezogen. Es ist das noch das wenigste, daß der Mensch in unseren Großstädten die Nacht zum Tage macht. Viel mehr bedeutet es, daß der Mensch innerlich in seinem Gedankenablauf sich herausgerissen hat aus dem großen Weltenrhythmus. Wie der Mensch jede Stunde, jeden Augenblick denkt, das alles widerspricht in gewisser Beziehung dem großen Weltenablauf.

[ 11 ] We are not only familiar with human beings, but we also know of beings who are superior to the human beings of today’s Earth. We know the Sons of Life, or the angels, and we know that they underwent their human stages on the ancient Moon. We know the fire spirits, or archangels, who passed through their human stages on the Earth’s ancient solar phase, and furthermore, we know the primordial forces that passed through their human stage on ancient Saturn. These beings have gone ahead of humankind in cosmic evolution. If we were to study them today, we would find that they are far more spiritual beings than humankind. They therefore also live in higher worlds. But they are in a completely different situation than human beings, particularly with regard to what we have discussed today. In spiritual matters, they align themselves entirely with the rhythm of the cosmos. An angel would not think as haphazardly as a human being, for the simple reason that the course of its thoughts is governed by the cosmic powers and it aligns itself accordingly. It is utterly impossible for a being such as an angel not to think in harmony with the great spiritual, cosmic processes. Within the harmony of the worlds, the laws of logic are inscribed for the angels. They have no need for textbooks. Human beings need textbooks because they have thrown their inner thought processes into disarray. He no longer recognizes how to align himself with the great cosmic order. These angels know the course of the cosmos, and their thought processes correspond to its orderly rhythm. When human beings first set foot on Earth in their present form, they fell out of this rhythm—hence the disorder in their thinking, their perceptions, and their emotional life. While regularity continues to prevail in the realms over which human beings have even less influence—the astral and etheric bodies—chaos, irregularity, and a lack of rhythm have crept into the realms they have taken control of: the soul of feeling, the soul of understanding, and the soul of consciousness. The fact that people in our large cities turn night into day is the least of it. Far more significant is that, inwardly, in the course of their thoughts, people have torn themselves away from the great rhythm of the world. The way people think every hour, every moment—all of this, in a certain sense, contradicts the great course of the world.

[ 12 ] Nun denken Sie aber nicht, daß das alles gesagt wird, um einer Weltanschauung das Wort zu reden, die den Menschen wieder in einen solchen Rhythmus hineinbringen soll. Der Mensch mußte herauskommen aus dem alten Rhythmus; darauf beruht ja der Fortschritt. Wenn gewisse Propheten heute herumgehen und «Rückkehr zur Natur» predigen, so wollen diese eben das Leben zurückschrauben und nicht vorwärtsbringen. Alles jenes laienhafte Herumreden von einem Zurückkehren zur Natur versteht nichts von wirklicher Evolution. Wenn eine Bewegung heute den Menschen anweist, gewisse Nahrungsmittel nur zu bestimmten Jahreszeiten zu genießen, denn die Natur selbst zeige das schon dadurch an, daß die Nahrungsmittel nur zu besonderen Zeiten wachsen, so entspricht das einem ganz abstraktlaienhaften Gerede. Gerade darin besteht die Entwicklung, daß der Mensch sich immer unabhängiger macht von dem äußeren Rhythmus. Man darf nun aber auch wieder nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Nicht darin besteht des Menschen wahrer Fortschritt und sein Heil, daß er zum alten Rhythmus wieder zurückkehrt, daß er sich sagt: Wie lebe ich im Einklang mit den vier Mondesvierteln? Denn es war notwendig in den alten Zeiten, daß der Mensch wie ein Siegelabdruck des Kosmos war. Aber wesentlich ist es auch, daß der Mensch nicht etwa glaubt, daß er ohne Rhythmus leben könne. Wie er sich von außen verinnerlicht hat, so muß er sich von innen heraus wiederum rhythmisch aufbauen. Das ist es, worauf es ankommt. Rhythmus muß das Innere durchziehen. Wie Rhythmus den Kosmos aufgebaut hat, so muß der Mensch, wenn er beteiligt sein will an dem Aufbau eines neuen Kosmos, sich wieder mit einem neuen Rhythmus durchdringen. Unser Zeitalter ist gerade darin charakteristisch, daß es den alten Rhythmus - den äußeren verloren und noch keinen neuen inneren Rhythmus gewonnen hat. Der Mensch ist der Natur - wenn wir den äußeren Ausdruck des Geistes Natur nennen - entwachsen und in den Geist selbst noch nicht hineingewachsen. Er zappelt heute noch zwischen Natur und Geist hin und her. Das ist für unsere Zeit eben das Charakteristische. Gerade dieses Hin- und Herzappeln zwischen Natur und Geist war an einem Höhepunkte angekommen in dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Deshalb mußten da um diese Zeit die Wesenheiten, die die Zeichen der Zeit kennen und deuten, sich fragen: Was ist zu tun, damit der Mensch nicht aus jeglichem Rhythmus herauskomme, damit ein innerer Rhythmus in den Menschen einziehe?

[ 12 ] But don’t think that all this is being said to advocate a worldview intended to bring people back into such a rhythm. Humanity had to break away from the old rhythm; that is, after all, the basis of progress. When certain prophets go around today preaching a “return to nature,” they simply want to turn back the clock on life rather than move it forward. All that amateurish talk of a return to nature shows a complete lack of understanding of true evolution. When a movement today instructs people to consume certain foods only at specific times of the year—arguing that nature itself indicates this by the fact that foods grow only at particular times—this amounts to nothing more than abstract, amateurish talk. Development consists precisely in humanity becoming increasingly independent of the external rhythm. Yet one must not lose one’s footing in the process. True human progress and salvation do not lie in returning to the old rhythm, in asking oneself: How do I live in harmony with the four phases of the moon? For in ancient times, it was necessary for human beings to be like a seal impression of the cosmos. But it is also essential that human beings not believe they can live without rhythm. Just as he has internalized the external, so must he rebuild himself rhythmically from within. That is what matters. Rhythm must permeate the inner being. Just as rhythm has structured the cosmos, so must humanity—if it wishes to participate in the building of a new cosmos—permeate itself once more with a new rhythm. Our age is characterized precisely by the fact that it has lost the old rhythm—the external one—and has not yet gained a new inner rhythm. Humanity has outgrown nature—if we call the external expression of the spirit “nature”—and has not yet grown into the spirit itself. Today, humanity is still floundering back and forth between nature and spirit. This is precisely what characterizes our time. It was precisely this wavering back and forth between nature and spirit that reached a climax in the second third of the 19th century. That is why, around that time, the beings who recognize and interpret the signs of the times had to ask themselves: What must be done to prevent humanity from falling out of all rhythm, so that an inner rhythm may take root within humanity?

[ 13 ] Alles, was Sie heute als das Charakteristische am Geistesleben beobachten können, das ist das Ungeordnete. Wo Sie heute ein Geistesprodukt sehen, da ist das erste, was Ihnen auffallen muß, das Ungeordnete, das innerlich Unregelmäßige. Fast auf allen Gebieten ist das der Fall. Nur die Gebiete, die noch gute alte Traditionen haben, die haben auch noch etwas von alter Regelmäßigkeit. Auf den neuen Gebieten muß der Mensch die neue Regelmäßigkeit erst schaffen. Daher sieht der Mensch heute, wie beim Abfall des Fiebers in der Lungenentzündung am siebenten Tage, die Tatsache. Die Erklärung dazu aber ist ein reines Chaos von Gedanken. Wenn der Mensch darüber denkt, dann häuft er -da er nicht regelmäßig denkt - in einer beliebigen Weise ein Sammelsurium von Gedanken um die Tatsache herum. Alle unsere Wissenschaften nehmen eine äußere Tatsache aus der Welt und rühren eine Summe von Gedanken da herum, alles ohne innere Regelmäßigkeit, weil der Mensch wie in einem Abgrund der Gedankenwelt umherirrt. Er hat heute keine inneren Gedankenlinien, keinen inneren Gedankenrhythmus, und die Menschheit würde vollständig in die Dekadenz kommen, wenn sie nicht einen inneren Rhythmus aufnehmen würde. Betrachten Sie von diesem Gesichtspunkt aus einmal die Geisteswissenschaft.

[ 13 ] Everything you can observe today as characteristic of intellectual life is disorder. Wherever you see a product of the intellect today, the first thing that must strike you is the disorder, the inner irregularity. This is the case in almost all fields. Only those fields that still have good old traditions retain some of the old regularity. In the new fields, people must first create a new regularity. That is why people today see the fact, just as the fever subsides on the seventh day of pneumonia. The explanation for this, however, is pure chaos of thought. When people reflect on it—since they do not think in a regular manner—they haphazardly pile up a hodgepodge of thoughts around the fact. All our sciences take an external fact from the world and stir up a jumble of thoughts around it, all without inner regularity, because people wander about as if in an abyss of the world of thought. Today, people have no inner lines of thought, no inner rhythm of thought, and humanity would fall completely into decadence if it did not adopt an inner rhythm. Consider spiritual science from this perspective.

[ 14 ] Sie sehen, in welches Fahrwasser Sie hineinkommen, wenn Sie anfangen, Geisteswissenschaft zu treiben. Da hören Sie zunächst - und machen es sich nach und nach klar -: Der Mensch besteht in seiner Wesenheit aus vier Gliedern, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich. Und dann hören Sie, wie vom Ich aus gearbeitet wird, wie der Astralleib umgearbeitet wird zu Manas oder Geistselbst, wie der Ätherleib umgearbeitet wird zur Budhi oder dem Lebensgeist und wie der physische Mensch in seinem Prinzip umgearbeitet wird zum Geistesmenschen oder Atma. Nun denken Sie einmal darüber nach, wie vieles wir sozusagen mit dieser Grundformel unserer Geisteswissenschaft überhaupt betrachtet haben. Denken Sie an viele Themen, die eigentliche Grundthemen waren, wie wir immer wieder unseren ganzen Gedankenbau aufbauen mußten, indem wir ausgingen von diesem Grundschema: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich. Sie wissen, daß es bei gewissen öffentlichen Vorträgen bei einzelnen sogar zur Ermüdung kommen kann, wenn immer wieder diese Grundtatsachen wiederholt werden müssen. Das aber ist und bleibt ein sicherer Faden, an dem wir unsere Gedanken aufreihen: diese vier Glieder der Menschennatur, das Zusammenwirken derselben, und dann im höheren Sinne wiederum die Umarbeitung der unteren drei Glieder, des dritten Gliedes in das fünfte, des zweiten in das sechste und des ersten Gliedes in das siebente Glied unserer Wesenheit. Nehmen Sie jetzt die gesamten Glieder der Menschennatur, wie wir sie kennen: Physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch, so haben Sie sieben. Und nehmen Sie das, was dem zugrunde liegt, nämlich physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, dann haben Sie vier. Und in Ihren Gedanken wiederholen Sie den großen Rhythmus von 7:4, von 4:7, indem Sie diese Gedankengänge betrachten. Sie bringen den äußeren großen Rhythmus aus sich wieder hervor. Sie wiederholen den Rhythmus, der einmal im Weltenkosmos im Großen war, Sie gebären ihn wieder. Sie legen also da den Plan, die Grundlage zu Ihrem Gedankensystem, wie einstmals die Götter den Plan zur Weisheit der Welt gelegt haben. Aus dem Chaos des Gedankenlebens entwickelt sich von dem Innern der Seele heraus ein Gedankenkosmos, wenn wir dies, was wir eben angeführt haben, den inneren Rhythmus der Zahl, wiederum in uns lebendig werden lassen. Die Menschen haben sich freigemacht von dem äußeren Rhythmus. Durch das, was im wahren Sinne Geisteswissenschaft ist, kehren wir wieder zurück zum Rhythmus, von innen heraus bauen wir uns ein Weltgebäude auf, das den Rhythmus in sich trägt. Und wenn wir zu dem Kosmos übergehen und auf die Vergangenheit der Erde blicken, auf Saturn, Sonne, Mond, Erde, so haben wir da eine Vierheit, sodann den Mond in vergeistigter Form in der fünften Stufe als Jupiter, die Sonne in der sechsten Stufe als Venus und den alten Saturn in der siebenten, der Vulkanstufe. So haben wir in Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan die Siebenzahl unserer Evolutionsphasen. Unser physischer Leib, wie er heute ist, hat sich durch die Vierzahl hindurch entwickelt, durch Saturn, Sonne, Mond und Erde. Er wird nach und nach völlig umgestaltet und vergeistigt sein in der Zukunft. So daß wir auch hier, wenn wir nach der Vergangenheit blicken, die Vierzahl, nach der Zukunft hin die Dreizahl vor uns haben: auch hier 4:3 oder, wenn wir die Vergangenheit mit der ganzen Entwicklung zusammenbringen, 4:7.

[ 14 ] You can see what path you’re embarking on when you begin to study spiritual science. At first you hear—and gradually come to understand—that the human being consists, in its essence, of four members: the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I.” And then you learn how work proceeds from the “I,” how the astral body is transformed into Manas, or the spiritual self; how the etheric body is transformed into Budhi, or the life spirit; and how the physical human being, in his very principle, is transformed into the spiritual human being, or Atma. Now think for a moment about how much we have, so to speak, considered through this basic formula of our spiritual science. Think of the many topics that were fundamental themes—how we had to build our entire structure of thought time and again by starting from this basic schema: physical body, etheric body, astral body, and “I.” You know that in certain public lectures, some people may even grow weary when these basic facts have to be repeated over and over. But this is and remains a reliable thread on which to string our thoughts: these four members of human nature, their interaction, and then, in a higher sense, the transformation of the lower three members—the third into the fifth, the second into the sixth, and the first into the seventh member of our being. Now take all the members of human nature as we know them: physical body, etheric body, astral body, ego, spiritual self, life spirit, spiritual human—that makes seven. And take what underlies them—namely, the physical body, etheric body, astral body, and ego—and you have four. And in your thoughts, you repeat the great rhythm of 7:4, of 4:7, as you contemplate these trains of thought. You bring forth from within yourself the great outer rhythm once more. You repeat the rhythm that once existed on a grand scale in the cosmic world; you give birth to it anew. You are thus laying out the plan, the foundation for your system of thought, just as the gods once laid out the plan for the wisdom of the world. Out of the chaos of the life of thought, a cosmos of thought develops from within the soul when we allow what we have just described—the inner rhythm of the number—to come alive within us once more. Human beings have freed themselves from the external rhythm. Through what is, in the true sense, spiritual science, we return once more to the rhythm; from within, we build for ourselves a world structure that carries this rhythm within it. And when we turn our attention to the cosmos and look at Earth’s past—at Saturn, the Sun, the Moon, and Earth—we find a fourfold structure, followed by the Moon in spiritualized form as Jupiter in the fifth stage, the Sun as Venus in the sixth stage, and the ancient Saturn in the seventh, the volcanic stage. Thus, in Saturn, Sun, Moon, Earth, Jupiter, Venus, and the volcanic stage, we have the number seven representing our evolutionary phases. Our physical body, as it is today, has developed through the number four—through Saturn, Sun, Moon, and Earth. It will gradually be completely transformed and spiritualized in the future. So that here, too, when we look toward the past, we have the number four before us, and toward the future, the number three: here, too, 4:3—or, if we consider the past in conjunction with the entire process of development, 4:7.

[ 15 ] Wir stehen ja erst im Anfange unserer geisteswissenschaftlichen Betätigung, wenn wir auch schon jahrelang damit beschäftigt sind. Heute konnte erst darauf aufmerksam gemacht werden, was die Menschen gewollt haben, wenn sie auf die «innere Zahl» hinwiesen, die allen Erscheinungen zugrunde liegt. So sehen wir, wie der Mensch, um seine Freiheit sich zu erobern, aus dem ursprünglichen Rhythmus herauskommen mußte. Aber er muß in sich selber wieder die Gesetze finden, um die «Uhr», um seinen astralischen Leib zu regeln. Und der große Regulator, das ist die Geisteswissenschaft, weil sie mit den großen Gesetzen des Kosmos, die der Scher schaut, im Einklange steht. In bezug auf die großen Zahlenverhältnisse wird die Zukunft, wie sie durch den Menschen geschaffen wird, dasselbe zeigen, wie in der Vergangenheit der Kosmos, nur auf einer höheren Stufe. Deshalb müssen die Menschen die Zukunft aus sich herausgebären aus der Zahl, wie die Götter den Kosmos aus der Zahl gebildet haben.

[ 15 ] We are, after all, only at the beginning of our work in the spiritual sciences, even though we have been engaged in it for years. It was only today that attention could be drawn to what people meant when they referred to the “inner number” that underlies all phenomena. Thus we see how human beings, in order to win their freedom, had to break away from the original rhythm. But they must find within themselves once again the laws to regulate the “clock,” that is, their astral body. And the great regulator is spiritual science, because it is in harmony with the great laws of the cosmos that the seer perceives. With regard to the great numerical ratios, the future—as created by humankind—will reveal the same patterns as the cosmos did in the past, only on a higher plane. Therefore, humankind must give birth to the future from within itself—from the number—just as the gods formed the cosmos from the number.

[ 16 ] So erkennen wir, wie die Geisteswissenschaft mit dem großen Weltenlauf zusammenhängt. Wenn es uns klar wird, was in der geistigen Welt hinter dem Menschen steckt, die Vierzahl und die Siebenzahl, dann begreifen wir, weshalb wir in dieser geistigen Welt auch den Impuls finden müssen, um dasjenige weiterzuführen, was wir als den ganzen Entwicklungsgang der Menschheit bis hierher kennen. Und wir verstehen, warum gerade in einem Zeitalter, wo die Menschen mit ihrem inneren Gedanken-, Empfindungs- und Willensleben am meisten in das innere Chaos hineingekommen sind, warum gerade da jene Individualitäten, die die Zeichen der Zeit zu deuten haben, auf eine Weisheit hinweisen mußten, welche es dem Menschen möglich macht, in einer geregelten Weise von innen heraus sein Seelenleben aufzubauen. Wir lernen innerlich rhythmisch denken, wie es für die Zukunft nötig ist, wenn wir so denken, wie es diese Grundverhältnisse uns geben. Und immer mehr wird der Mensch annehmen von dem, woraus er herausgeboren ist. Vorläufig nimmt er das heraus, was man als Grundbauplan des Kosmos zu betrachten hat. Er wird weitergehen und wird von gewissen Grundkräften und zuletzt von Grundwesenheiten sich durchdrungen fühlen.

[ 16 ] This is how we come to understand how spiritual science is connected to the great course of the world. When it becomes clear to us what lies behind human beings in the spiritual world—the number four and the number seven—then we understand why we must also find in this spiritual world the impulse to carry forward what we know as the entire course of human development up to this point. And we understand why, precisely in an age when human beings have fallen deepest into inner chaos with their inner lives of thought, feeling, and will, why it was precisely then that those individuals charged with interpreting the signs of the times had to point to a wisdom that enables human beings to build up their soul life in an orderly manner from within. We learn to think rhythmically within ourselves, as is necessary for the future, when we think in the way these fundamental conditions dictate. And human beings will increasingly take on that from which they were born. For the time being, they take from it what must be regarded as the fundamental blueprint of the cosmos. They will go further and will feel permeated by certain fundamental forces and, ultimately, by fundamental beings.

[ 17 ] Das alles steht heute an seinem Ausgangspunkt. Und wir empfinden die Wichtigkeit und die Weltbedeutung der anthroposophischen Mission, wenn wir sie nicht als einen Willkürakt dieses oder jenes einzelnen ansehen, sondern wenn wir uns anschicken, sie aus dem ganzen inneren Grundgetriebe unseres Daseins heraus zu begreifen. Dann können wir dahin gelangen, daß wir uns sagen: Es steht gar nicht bei uns, diese anthroposophische Mission anzunehmen oder nicht, sondern wenn wir unsere Zeit verstehen wollen, müssen wir erkennen und uns mit dem durchdringen, was der Anthroposophie als die Gedanken der göttlich-geistigen Welt zugrunde liegt. Und dann müssen wir es von uns wiederum hinausfließen lassen in die Welt, damit unser Tun und unser Sein nicht ein Chaos, sondern ein Kosmos werde, so wie es ein Kosmos war, aus dem wir herausgeboren sind.

[ 17 ] All of this stands today at its starting point. And we sense the importance and global significance of the anthroposophical mission when we do not view it as an arbitrary act of this or that individual, but when we set out to understand it from the very inner workings of our being. Then we can come to say to ourselves: It is not up to us at all to accept or reject this anthroposophical mission; rather, if we want to understand our time, we must recognize and let ourselves be permeated by what underlies anthroposophy—namely, the thoughts of the divine-spiritual world. And then we must let it flow out from us into the world, so that our actions and our being may become not a chaos but a cosmos, just as it was a cosmos from which we were born.