Anthroposophy's Response
to Universal Questions
GA 108
16 December 1908, Nuremberg
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Anthroposophy's Response to Universal Questions, tr. SOL
20. Okkulte Geschichte I
20. Occult History I
[ 1 ] Wir werden heute ein Kapitel aus dem Gebiete der Theosophie behandeln, das sich auf der einen Seite etwas anschließen wird an allerlei, welches wir bei unserem letzten Kursus hier besprechen konnten, das aber in einer gewissen Beziehung doch wieder ganz selbständig ist. Wir werden in dem Sinn, der schon einmal hier charakterisiert worden ist, heute wiederum etwas besprechen, das für Vorgeschrittenere gilt, nicht in dem Sinne, daß man vorgeschritten sein braucht nach Verstand und Wissen, als vorgeschritten in bezug auf jene Gefühle, die man braucht, um höhere Wahrheiten, die dem materialistischen Sinn sehr häufig als paradox, als sonderbar, als phantastisch erscheinen, in dem Sinn aufzunehmen, nicht wie man alltägliche Ereignisse aufnimmt, sondern als etwas nicht nur Mögliches, sondern eben als Wirkliches.
[ 1 ] Today we will discuss a chapter from the field of theosophy that, on the one hand, will build somewhat on various topics we covered during our last course here, but which, in a certain sense, is nonetheless entirely independent. In the sense that has already been characterized here, we will again discuss something today that is intended for more advanced students—not in the sense that one needs to be advanced in intellect and knowledge, but rather advanced in terms of those feelings one needs in order to accept higher truths, which very often appear to the materialistic mind as paradoxical, strange, fantastical, in the sense of accepting them—not as one accepts everyday events, but as something that is not merely possible, but indeed real.
[ 2 ] Ein Kapitel aus der okkulten Geschichte wollen wir uns heute vor die Seele führen. Was Geschichte im äußeren Sinne, im physischen Sinne ist, weiß ja jeder von uns. Jeder weiß, daß die Geschichte die aufeinanderfolgenden Tatsachen der äußeren physischen Welt darstellt, so weit sie der Mensch zurückverfolgen kann, entweder an der Hand der Dokumente, Urkunden, Überlieferungen oder auch wir auf geisteswissenschaftlichem Felde gehen ja in dieser äußeren Geschichte noch weiter zurück - nach den geistigen Urkunden, die uns zur Verfügung stehen, zurück bis zur großen atlantischen Flut. Wir beobachten die aufeinanderfolgenden Kulturepochen nach derselben, gehen zurück auch noch hinter diese große Flut, die in den Sintflutsagen der verschiedenen Völker sich erhalten hat als Überlieferung, gehen zurück sogar sehr, sehr weit in der Zeit. Das alles aber ist zwar Geschichte, mit okkulten Mitteln erforscht, aber in gewisser Weise doch äußere, physische oder mehr oder weniger physische Tatsachengeschichte. Aber es gibt auch eine okkulte Geschichte, und inwiefern es eine solche geben kann, das wird Ihnen aufgehen, wenn Sie sich einmal die folgende Frage vorlegen: Ihre Seelen alle haben gelebt, bevor sie in diese Leiber unserer jetzigen Kulturen eingezogen sind, abgesehen von allem Früheren, in altindischen, altpersischen, ägyptisch-chaldäischen, griechisch-römischen Leibern und so weiter. Wenn diese Seelen durch die Geburten eingezogen sind auf den äußeren physischen Plan, dann sahen sie das, was man eben auf dem physischen Plan erleben kann. Es schauten diese Seelen hinaus auf die Werke der altindischen Kultur, sie schauten die gigantischen Pyramiden der Ägypter, die griechischen Tempel und so weiter. Daraus können wir uns alle ein Bild machen, wie fortschreitend die Ereignisse sind, die der Mensch durchmacht eben im Laufe der Geschichte auf dem äußeren physischen Plan im Leben zwischen Geburt und Tod. Nun kann man jedoch die Frage aufwerfen: Wie ist es denn dann, wenn die Seele durchschreitet durch die Pforte des Todes und das Leben durchläuft zwischen Tod und einer neuen Geburt? - Diese Seelen, die jetzt verkörpert sind, sind durch den Tod getreten im alten Indien, alten Persien und so weiter. Hat sich nun da zwischen Tod und einer neuen Geburt immer dasselbe abgespielt? Gibt es vielleicht auf der jenseitigen Seite des Lebens, die wir durchmachen zwischen Tod und einer neuen Geburt, auch so etwas wie eine Geschichte? Erlebten die Seelen etwas anderes, wenn sie durch die Pforte des Todes gingen im alten Indien oder alten Persien und so weiter, und erleben sie etwas anderes heute in unserem gegenwärtigen Zyklus? Spielt sich da drüben etwas ab wie ein aufeinanderfolgender Hergang?
[ 2 ] Today we want to reflect on a chapter from occult history. Each of us knows what history is in the external, physical sense. Everyone knows that history represents the successive events of the outer physical world, as far back as human beings can trace them—whether through documents, records, or traditions; and indeed, in the field of spiritual science, we go even further back in this outer history—according to the spiritual records available to us, all the way back to the great Atlantean flood. We observe the successive cultural epochs in the same way; we go back even beyond this great flood, which has been preserved as tradition in the flood myths of various peoples, and we go back very, very far in time. All of this, however, is history—explored through occult means—but in a certain sense it is still external, physical, or more or less physical factual history. But there is also an occult history, and to what extent such a history can exist will become clear to you once you ask yourself the following question: All of your souls have lived before they entered these bodies of our present-day cultures—aside from everything that came before—in ancient Indian, ancient Persian, Egyptian-Chaldean, Greco-Roman bodies, and so on. When these souls entered the outer physical plane through birth, they saw what can be experienced on the physical plane. These souls looked out upon the works of ancient Indian culture; they beheld the gigantic pyramids of the Egyptians, the Greek temples, and so on. From this, we can all form a picture of how progressive the events are that human beings undergo throughout history on the outer physical plane in the life between birth and death. Now, however, one might ask: What happens when the soul passes through the gate of death and traverses the life between death and a new birth?—These souls, who are now incarnated, have passed through death in ancient India, ancient Persia, and so on. Did the same thing always take place there between death and a new birth? Is there perhaps something like a history on the other side of life—the phase we go through between death and a new birth? Did the souls experience something different when they passed through the gate of death in ancient India or ancient Persia, and so on, and do they experience something different today in our present cycle? Does something like a sequential sequence of events take place over there?
[ 3 ] Wir besprechen heute das, was geschieht zwischen Tod und einer neuen Geburt, als Erlebnis der Kamalokazeit, der Zeit des Devachan bis zu einer neuen Verkörperung, mit Recht so, wie wir es besprechen. Mancher Anthroposoph wird dabei das Bewußtsein haben, daß das für alle Zeiten gleich sei. Falsch wäre es, das zu glauben. Denn geradeso wie die Seele dann, wenn sie durch die Pforte der Geburt schreitet, in den aufeinanderfolgenden Zeiten verschiedenes erlebt, so sind auch die Ereignisse zwischen Tod und einer neuen Geburt einer Geschichte unterworfen. Wir besprechen heute mit Recht diese Ereignisse, so wie wir sie besprechen, weil sie sich so abspielen. Aber auch da gibt es eine Geschichte, auch da sind die Tatsachen nicht in allen Zeiten dieselben, und wir wollen heute einiges von dem, was die andere Seite des Daseins an Geschichte durchmacht, im wesentlichen in der nachatlantischen Zeit durchmacht, ein wenig betrachten. Dazu ist es gut, wenn wir den Blick werfen auf einiges Bekannte, auf die alte atlantische Zeit.
[ 3 ] Today we are discussing what happens between death and a new birth—the experience of the Kamaloka period, the time in Devachan leading up to a new incarnation—and we are discussing it quite rightly as we do. Some anthroposophists may believe that this experience is the same for all times. It would be wrong to believe that. For just as the soul, when it passes through the gate of birth, experiences different things in successive eras, so too are the events between death and a new birth subject to a historical process. We are right to discuss these events today as we do, because that is how they unfold. But there, too, there is a history; there, too, the facts are not the same in every age, and today we want to consider a little of what the other side of existence goes through in terms of history—essentially what it goes through in the post-Atlantean era. To this end, it is helpful if we cast our gaze upon some familiar things, upon the ancient Atlantean era.
[ 4 ] Ihr wißt, daß in dieser atlantischen Zeit das Leben ein anderes war als später. Wenn die Seele des alten Atlantiers in der Nacht herausgegangen war aus dem physischen und Ätherleib, sich hinauflebte in die geistigen Welten, dann breiteten sich nicht Dunkel und Finsternis aus wie heute, sondern die Seele war dann in dem nächtlichen Bewußtsein bis zu einem hohen Grade in göttlich-geistigen Welten; göttlich-geistige Wesen waren ihre Genossen. Dieser Wechsel zwischen Tag und Nacht war ja noch ganz anders in der alten atlantischen Zeit. Wenn der Atlantier früh aufwachte, das heißt, wieder hineinstieg mit seinem Astralleib und Ich in den physischen und Ätherleib, dann sah er auch da, in den alten Zeiten der Atlantis, die äußeren Gegenstände nicht mit scharfen Umrissen wie heute, sondern verschwommen, so, wie wenn wir hinausgehen abends, wo ein dichter Novembernebel ist, und wir die Laternen nicht so sehen, daß sie klar und scharf umrissen das Licht zeigen, sondern mit einer Aura umgeben. So undeutlich sah der atlantische Urmensch alles auf dem physischen Plan. Nach und nach bekamen die Gegenstände ihre scharfen Konturen im Tagesbewußtsein. Wenn er des Abends herausstieg mit seinem Astralleib und Ich aus dem physischen und Ätherleib, dann war er nicht in einer Welt der Bewußtlosigkeit; er hatte verschwommene, aber durchaus erlebte Vorstellungen von den göttlich-geistigen Welten. Und das, was sich erhalten hat als die Götternamen und -vorstellungen, sagen wir von Wotan, Tor, Baldur, Zeus, Apollo, das sind nicht bloße Phantsiegebilde, das sind Wesen, die der Mensch selbst erlebt hat in der alten atlantischen Zeit.
[ 4 ] You know that life in the Atlantean era was different from what it was later. When the soul of the ancient Atlantean had left the physical and etheric bodies at night and ascended into the spiritual worlds, darkness and gloom did not spread as they do today; rather, the soul was then, in its nocturnal consciousness, to a high degree in divine-spiritual worlds; divine-spiritual beings were its companions. This alternation between day and night was, after all, quite different in the ancient Atlantean era. When the Atlantean awoke early—that is, when he re-entered his physical and etheric bodies with his astral body and I—he saw external objects, even then in the ancient times of Atlantis, not with sharp outlines as we do today, but blurred, just as when we go out in the evening amid a thick November fog and do not see the streetlights casting their light with clear, sharp outlines, but rather surrounded by an aura. This is how indistinctly the ancient Atlantean saw everything on the physical plane. Gradually, objects acquired their sharp contours in daytime consciousness. When he stepped out in the evening with his astral body and I from the physical and etheric bodies, he was not in a world of unconsciousness; he had blurred, yet fully experienced perceptions of the divine-spiritual worlds. And what has been preserved as the names and conceptions of the gods—let us say Wotan, Thor, Baldur, Zeus, Apollo—these are not mere figments of the imagination; they are beings whom humanity itself experienced in the ancient Atlantean era.
[ 5 ] Nun kam die große Flut. Der vorgeschrittenste Teil der Atlantier ging vom Westen nach Osten, besiedelte die europäischen Lande; er zog nach Asien und gründete in Mittelasien die große Kulturkolonie des Manu, der der Führer war dieses damals so hochentwickelten, vorgeschrittensten Häufleins der Atlantier, das von Mittelasien aus dann die verschiedenen Kulturepochen ins Leben rief. Wir müssen uns dabei vorstellen, daß in Asien und Afrika durch frühere und spätere Wanderungen und durch andere Menschen, Nachkommen früherer Epochen, die Länder besiedelt waren, und eben diese Kolonien sich nach verschiedenen Richtungen bewegten, um neue Kulturströmungen zu verbreiten. Die erste ging von Mittelasien nach Indien. Der Manu, der sich aus bestimmten Gründen in der Zurückgezogenheit befand, schickte seine ersten Schüler nach Indien. Die ersten Schüler des Manu wurden die Lehrer und Führer des ersten nachatlantischen Kulturvolkes, des alten indischen Volkes. Da entstand die erste Kultur unter dem Einfluß der ersten nachatlantischen Lehrer, der alten, heiligen Rishis.
[ 5 ] Then came the great flood. The most advanced group of Atlanteans moved from west to east, settling the European lands; they migrated to Asia and founded in Central Asia the great cultural colony of Manu, who was the leader of this then highly developed, most advanced group of Atlanteans, which then gave rise to the various cultural epochs from Central Asia. We must bear in mind that Asia and Africa had already been settled through earlier and later migrations and by other peoples—descendants of earlier epochs—and that it was precisely these colonies that moved in various directions to spread new cultural currents. The first moved from Central Asia to India. Manu, who was living in seclusion for certain reasons, sent his first disciples to India. Manu’s first disciples became the teachers and leaders of the first post-Atlantean civilized people, the ancient Indian people. There, the first civilization arose under the influence of the first post-Atlantean teachers, the ancient, holy Rishis.
[ 6 ] Welche Grundstimmung diese Kultur hatte, wissen wir schon. Die Schüler der Rishis hatten eine Art von Gedächtnis an alte Zeiten, wie sie drüben in der Atlantis waren, wie sie selbst noch die Genossen und Mitlebenden der Götter waren. Da war die eigentliche Heimat, in der geistigen Welt. Jetzt sind wir in die physische Welt versetzt. Daher finden wir in Indien jene große Sehnsucht nach der geistigen Urheimat der Menschheit. Fremd fühlten sich die Menschen in der physischen Welt. Illusion, Maja, bloßer äußerer Ausdruck des eigentlichen Geistigen war ihnen diese. Daher das Sehnen nach dem Geistigen, daher das Ansehen der physischen Welt als Illusion, Täuschung, Maja. Sie liebten noch nicht die physische Welt, sie sehnten sich noch nach der geistigen Welt. Sie sahen die Sterne, die Flüsse, die Berge, aber das interessierte sie noch nicht. Was sich abspielte zwischen Geburt und Tod, war Illusion, Maja. Sie wußten, daß sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Heimat lebten. Das war die Grundstimmung der Altinder. Aber sie erlangten fortwährend Kunde und Mitteilung von den geistigen Welten durch die heiligen Rishis, die Schüler des großen Manu. Und es ist gut, wenn wir uns bestimmte Vorstellungen machen von der Natur dieser großen indischen Lehrer. Denjenigen, der eine Ahnung bekommen kann von dem, was geistig vorging damals in dem nördlichen Teil Indiens zwischen den Rishis und ihren Schülern, durchdringt sozusagen ein Gefühl tiefster, heiligster Ehrfurcht, wenn er diesen ersten Ausgangspunkt der nachatlantischen Menschheit beschaut. Es ist kaum möglich, daß sich heute in unserer Zeit, nachdem die Menschen so weit herausgegangen sind auf den physischen Plan und zu einer so materialistischen Denkweise übergegangen sind, daß sich jemand eine gute Vorstellung macht - wenn er nicht immer mehr sich diese Vorstellung durch die Geheimwissenschaft zu erwerben sucht - von der Art des Wissens, wie es der Manu aus der alten atlantischen Zeit von dem Westen nach dem Osten hinüber mitbrachte. Denn wenn es auch vor die Menschen hingelegt würde, das Buch mit den zwölf Kapiteln, in dem der Manu die Urtradition der Erde bewahrt hatte, in dem aufgeschrieben war das, was von Gesetzen verkündet werden konnte in den alten Zeiten, wo die Menschen im Schoß der Götter waren, wenn die Menschen es auch vorgelegt erhalten könnten heute, sie würden nichts verstehen von diesem Buch. Dennoch enthielt es die Anweisungen, die der Manu seinen intimsten Schülern gab, und durch das die sieben heiligen Rishis sich für ihren Beruf vorbereiten konnten.
[ 6 ] We already know what the underlying spirit of this culture was. The disciples of the Rishis had a kind of memory of ancient times, of how things were back in Atlantis, of how they themselves had once been companions and fellow inhabitants of the gods. That was their true homeland, in the spiritual world. Now we have been placed in the physical world. That is why we find in India that great longing for humanity’s spiritual ancestral home. People felt like strangers in the physical world. To them, it was an illusion, māyā—a mere outward expression of the true spiritual realm. Hence the longing for the spiritual, hence the view of the physical world as an illusion, a deception, māyā. They did not yet love the physical world; they still longed for the spiritual world. They saw the stars, the rivers, the mountains, but these did not yet interest them. What took place between birth and death was illusion, Maya. They knew that between death and a new birth they lived in their spiritual homeland. That was the fundamental mindset of the ancient Indians. But they continually received news and messages from the spiritual worlds through the holy Rishis, the disciples of the great Manu. And it is good for us to form certain ideas about the nature of these great Indian teachers. Anyone who can gain a glimpse of what was happening spiritually at that time in the northern part of India between the Rishis and their disciples is, so to speak, filled with a feeling of the deepest, most sacred reverence when contemplating this first starting point of post-Atlantean humanity. It is hardly possible today, in our time—now that people have strayed so far onto the physical plane and adopted such a materialistic way of thinking—for anyone to form a clear picture—unless they increasingly seek to acquire this understanding through esoteric science—of the kind of knowledge that Manu brought with him from the ancient Atlantean era, traveling from the West to the East. For even if the book with the twelve chapters—in which the Manu had preserved the primordial tradition of the Earth, and in which was written down what could be proclaimed as laws in ancient times when human beings were in the bosom of the gods—were laid before people today, even if they were presented with it, they would understand nothing of this book. Nevertheless, it contained the instructions that Manu gave to his closest disciples, and through which the seven sacred Rishis were able to prepare for their calling.
[ 7 ] Wenn wir uns eine Vorstellung von den heiligen Rishis machen wollen, so kann dies auf folgende Weise geschehen: Wer sie im Leben gesehen hätte, der würde in ihnen schlichte Leute gesehen haben. Eine große Zeit ihres Lebens waren sie solche schlichten Leute.
[ 7 ] If we wish to form an idea of the holy Rishis, we can do so in the following way: Anyone who had seen them in life would have seen them as simple people. For a large part of their lives, they were such simple people.
[ 8 ] Dann kamen aber über diese Rishis Zeiten, in denen sie etwas ganz anderes waren als gewöhnliche Menschen. Sie waren auch nicht etwa Gelehrte im heutigen Sinne; sie waren in dieser Zeit ein Mundstück und Instrument höherer geistiger Wesenheiten. Höhere geistige Wesenheiten beseelten die Rishis in jenen alten Zeiten und wenn die Rishis damals sprachen, so sprachen sie nicht, was sie wußten, sondern was der Geist sprach, der in sie gefahren war. Bis in ihren physischen Leib hinein durchsetzte die heiligen Rishis das Wesen eines höheren Geistes, und es waren die sieben planetarischen Geister, die damals selbst mit der ersten nachatlantischen Menschheitskultur verbunden waren, die sieben Geister unserer Planetenwelt. Sie sprachen, indem sie sich des Mundes der Rishis bedienten, die nur das Werkzeug waren für die sieben planetarischen Regenten unseres Weltalls, und da sprachen sie große, bedeutsame Zauberworte, die Zauberwirkungen hatten, die nicht bloß Worte der Lehre waren, die Befehle waren für das, was die Menschen damals zu tun hatten, Mitteilungen waren aus dem Kosmos heraus; die sprachen die sieben heiligen Rishis.
[ 8 ] But then there came a time when these Rishis were something entirely different from ordinary human beings. Nor were they scholars in the modern sense; during that era, they served as mouthpieces and instruments of higher spiritual beings. Higher spiritual beings animated the Rishis in those ancient times, and when the Rishis spoke back then, they did not speak what they knew, but rather what the spirit that had entered them spoke. The essence of a higher spirit permeated the sacred Rishis right down into their physical bodies, and it was the seven planetary spirits—who were themselves connected at that time to the first post-Atlantean human civilization—the seven spirits of our planetary world. They spoke through the mouths of the Rishis, who were merely instruments for the seven planetary rulers of our universe, and thus they uttered great, significant magical words that had magical effects; these were not merely words of teaching, but commands for what people were to do at that time, messages from the cosmos; these were spoken by the seven holy Rishis.
[ 9 ] Was später in der Vedenliteratur enthalten ist, ist nur ein schwacher Nachklang des Großen und Gewaltigen, was durch das Instrument der heiligen Rishis aus dem Kosmos selbst damals als die erste Manifestation des nachatlantischen Göttlichen der Menschheit zuströmte. Aber nur zu bestimmten Zeiten waren die Rishis von den planetarischen Geistern inspiriert. Großes und Gewaltiges konnten sie daher den Menschen mitteilen. Viel Größeres und Gewaltigeres wurde durch sie gesprochen zu den Menschen, wenn sie zwischen Geburt und Tod waren in dieser ersten nachatlantischen Zeit, als in der jenseitigen Welt; denn alle die Geheimnisse, zu denen die Menschen nicht mehr hinaufblicken konnten von der physischen Welt aus, konnten die Rishis verkündigen.
[ 9 ] What is later contained in Vedic literature is merely a faint echo of the Great and Mighty that flowed to humanity through the instrument of the holy Rishis from the cosmos itself at that time as the first manifestation of the post-Atlantean Divine. But the Rishis were inspired by the planetary spirits only at certain times. They were therefore able to convey great and mighty things to humanity. Much greater and mightier things were spoken through them to humanity when they were between birth and death during this first post-Atlantean era than in the world beyond; for the Rishis were able to proclaim all the mysteries to which human beings could no longer look up from the physical world.
[ 10 ] Es ist bei Eingeweihten so, daß sie nicht nur in dieser diesseitigen Welt verkehren können, nicht nur die Lehrer sein können hier, sondern daß sie auch in abwechselnden Bewußtseinszuständen hinübergehen - wenn sie auch im physischen Leibe sind - in die geistige Welt und die Lehrer werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die großen Lehrer lehren hier und dort; sie lehren auch weiter zwischen Tod und neuer Geburt. Die Rishis waren auch die Lehrer von den Menschen im Jenseits. Da konnten sie nun zwar verkünden dieselben großen geistigen Wahrheiten, von denen sie sprechen konnten hier in der physischen Welt, aber sie konnten den Toten nichts besonders Wertvolles sagen über die andere Seite des Daseins, über die physische Welt. In dieser ging nichts vor, was Wert haben konnte für das Leben nach dem Tode. Dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt ersehnte der alte Inder. Er war froh, in diesem Leben drinnen zu sein und hatte keine Neigung zum physischen Leben. Und so stellte sich dieses Leben des alten Inders, wenn er durchging durch das Jenseits, so dar, daß er da nicht nur wissend bis zu einem gewissen Grade war, nicht nur sah die Ereignisse, die vorgingen, bis zu einer gewissen Höhe hinauf. Er konnte auch - weil der Mensch in der anderen Welt etwas tun muß - geschickt dort arbeiten. Die Seelen der alten Inder waren viel geschickter, um drüben zu arbeiten, als hier herüben. Einfach und primitiv waren die Werkzeuge der physischen Welt damals. Die Menschen waren noch ungeschickt auf dem physischen Plan, aber drüben besaßen sie große Geschicklichkeit. Sie war ihnen geblieben aus einer früheren Zeit. Die Menschen entwickelten ein lebendigeres Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, als hier in der physischen Welt. Die Menschen waren drüben tätiger, lebhafter. Tief befriedigte sie die geistige Welt; alles war licht und hell nach dem Tode.
[ 10 ] It is the case with initiates that they can not only move about in this earthly world, not only serve as teachers here, but that they also transition—even while in the physical body—into the spiritual world through alternating states of consciousness, becoming teachers between death and a new birth. The great teachers teach here and there; they also continue to teach between death and a new birth. The Rishis were also the teachers of the people in the afterlife. There, although they could proclaim the same great spiritual truths they spoke of here in the physical world, they could tell the dead nothing particularly valuable about the other side of existence—about the physical world. Nothing happened there that could have any value for life after death. The ancient Indian longed for this life between death and rebirth. He was glad to be part of this life and had no inclination toward physical life. And so, when the ancient Indian passed through the afterlife, this life presented itself to him in such a way that he was not only aware to a certain degree, nor did he merely observe the events taking place up to a certain level. He was also able—because human beings must do something in the other world—to work skillfully there. The souls of the ancient Indians were much more skilled at working over there than they were over here. The tools of the physical world at that time were simple and primitive. People were still unskilled on the physical plane, but over there they possessed great dexterity. It had remained with them from an earlier time. People led a more vibrant life between death and rebirth than they did here in the physical world. People were more active and lively over there. The spiritual world deeply satisfied them; everything was light and bright after death.
[ 11 ] Dann ging die Weltgeschichte weiter. Die vorpersische Kultur ging an. Auf dem physischen Plan ist der Mensch insofern ein Stück weitergekommen, als er jetzt den physischen Plan zu lieben begann. Er will schon die Arbeit auf dem physischen Plan verrichten und fühlt, daß er seine geistigen Kräfte verwenden soll, um die Erde zu bearbeiten. Um ein Stück lieber gewonnen haben die Perser die von Manu inspirierte Kultur. Zarathustra wurde jetzt der große Lehrer. Was an Lehren zusammengeflossen war aus den Eingebungen der Rishis, ging jetzt in der zweiten Kulturstufe durch den Zarathustra. Ein großer Lehrer war er, und er mußte sich zur Aufgabe stellen, ein Gegengewicht zu bilden gegen das, was sich von selbst ergab. Die Menschen sollten den physischen Plan, die physische Erde ja immer lieber gewinnen, sollten mehr bewußt werden derselben, sollten die Kulturmittel entdecken, sich einleben in den physischen Plan, ihn nicht nur als Illusion, als Maja empfinden, sondern als Offenbarung der göttlichen Kräfte. Aber Zarathustra sagte ihnen: In dem Materiellen lebt ein dem rein Geistigen Gegenteiliges; es ist dem Materiellen beigemischt die Kraft des Bösen. Aber wenn ihr euch mit den Dienern des guten Geistes verbindet, dann werdet ihr im Verein mit ihnen das überwinden, was dem Materiellen beigemischt ist als das Böse. - Es konnte nicht anders sein, als daß da schon die Gefahr war, das erste Aufleuchten derselben, überhaupt den Zusammenhang mit dem Geistigen zu verlieren. Daher hatten die Lehrer die besondere Aufgabe, neben den Erzählungen über die geistige Welt, die sie gaben, die Leute darauf aufmerksam zu machen, daß in dem Materiellen sich das Geistige offenbare, und diejenigen, die einem übertriebenen Glauben an das Materielle verfallen waren, mußten sie zurückbringen zum Glauben an den Geist, zum Glauben daran, daß sich der Gott im Materiellen offenbart.
[ 11 ] Then world history continued. The pre-Persian culture began. On the physical plane, humanity had advanced to the extent that it now began to love the physical plane. It already wanted to perform work on the physical plane and felt that it should use its spiritual powers to cultivate the earth. The Persians came to cherish the culture inspired by Manu a little more. Zarathustra now became the great teacher. The teachings that had coalesced from the inspirations of the Rishis now passed through Zarathustra during the second stage of culture. He was a great teacher, and he had to set himself the task of providing a counterbalance to what arose of its own accord. People were indeed meant to grow ever more attached to the physical plane, to the physical earth; they were meant to become more conscious of it, to discover the means of culture, to settle into the physical plane—not merely perceiving it as an illusion, as Maya, but as a revelation of the divine powers. But Zarathustra told them: Within the material realm lives something that is the opposite of the purely spiritual; the power of evil is mingled with the material. But if you unite with the servants of the good spirit, then, together with them, you will overcome that which is mingled with the material as evil.”—It could not be otherwise than that the danger was already present—the first glimmer of it—namely, losing all connection with the spiritual. Therefore, the teachers had the special task, in addition to the stories about the spiritual world that they told, of drawing people’s attention to the fact that the spiritual reveals itself in the material, and they had to bring back those who had fallen into an excessive belief in the material to a belief in the Spirit, to a belief that God reveals Himself in the material.
[ 12 ] Das war es, was Zarathustra verkündigen mußte. Gewaltige Worte sprach er. Es ist in den heutigen Sprachen nicht mehr möglich, eine Ahnung von den Feuerworten hervorzurufen, mit denen er verkündigte, was er noch schauen konnte, da er der Nachfolger der Schüler des Manu war. Er schaute noch zum Beispiel in der Sonne nicht bloß die äußere physische Sonne, sondern die geistigen Wesen, welche in der Sonne leben, von denen die physische Sonne nur die Körperlichkeit ist, und er nannte diese geistigen Wesen Ahura Mazda, die große Sonnenaura, die der Ahura Mazda oder Ormuzd geworden ist. Daraus ging die Inspiration aller Lehren hervor, die er der zweiten Kulturepoche einprägen sollte, die schon den Anfechtungen von Ahriman verfallen sollte. Es waren gewaltige Worte, die der Zarathustra der Menschheit verkündete. So sprach er etwa: Ich will reden, nun horcht und hört mir zu, ihr, die ihr von nah und fern danach Verlangen tragt. Merket alles genau. Denn Er ist offenbar; nicht mehr soll der Irrlehrer verderben die Welt, er, der Böse, der schlechten Glauben mit seinem Munde bekannt hat. Ich will reden von dem, was in der Welt das Größte ist, was Er mir offenbart hat, Er, der Mächtige. Wer nicht folgt meinen Worten, wie ich sie meine, der wird Elendes erleben an der Welten Ziel. - Daß Er, der große Geist, der die Welt durchwebt, in dem Äußeren offenbar ist, und daß der, welcher schon glaubte die Menschen verführen zu können, er, der da sagen will: Das Materielle ist das einzige -, daß er nicht siegen soll, wurde in so gewaltigen Worten verkündet, und Zarathustra wies schon hin, daß einer kommen wird, wenn die Zeiten erfüllt sind, der in Menschengestalt sein wird die Verkörperung all der Mächte, die die Welt durchwallen und durchweben, die jetzt nur vorverkündet werden; Saoshyant nennt er ihn, der da sein wird die Macht, die in der Sonne lebt, die man nur durch die äußere Hülle jetzt sehen kann, der da kommen wird in Menschengestalt. Der Zarathustra verkündet den Christus vorher. Zwei Schüler hatte Zarathustra, die er nicht dazu unterrichtete, daß sie hinausgehen sollten, um die Perser zu lehren. Sie gehörten zu denjenigen Schülern, die sich immer bei den großen Eingeweihten finden, die in der Stille sich vorbereiten für ihren künftigen Beruf, die zunächst verzichten darauf, hinauszutreten und zu lehren. Hermes, der große ägyptische Lehrer, und Moses waren in einer früheren Inkarnation diese beiden Schüler.
[ 12 ] That was what Zarathustra had to proclaim. He spoke powerful words. In today’s languages, it is no longer possible to convey even a hint of the fiery words with which he proclaimed what he was still able to perceive, since he was the successor to the disciples of Manu. For example, when he looked at the sun, he saw not merely the outer, physical sun, but the spiritual beings who live within it—of whom the physical sun is merely the physical form—and he called these spiritual beings Ahura Mazda, the great solar aura that has become Ahura Mazda or Ormuzd. From this sprang the inspiration for all the teachings he was to instill in the second cultural epoch, which was already destined to fall prey to the temptations of Ahriman. These were mighty words that Zarathustra proclaimed to humanity. Thus he spoke, for example: “I will speak; now listen and hear me, you who yearn for this from near and far.” Take careful note of everything. For He is manifest; no longer shall the false teacher corrupt the world—he, the Evil One, who has professed false faith with his mouth. I will speak of what is greatest in the world, what He has revealed to me—He, the Mighty One. Whoever does not follow my words as I mean them will experience misery at the end of the world. —That He, the great Spirit who permeates the world, is manifest in the outward world, and that he who already believed he could seduce mankind—he who would say: ‘The material is the only thing’—that he shall not prevail was proclaimed in such mighty words, and Zarathustra already pointed out that one will come, when the times are fulfilled, who, in human form, will be the embodiment of all the powers that surge through and interweave the world, which are now only foretold; He calls him Saoshyant—he who will be the power that lives in the sun, which can now be seen only through its outer shell, he who will come in human form. Zarathustra foretells the Christ. Zarathustra had two disciples whom he did not instruct to go out and teach the Persians. They belonged to that class of disciples who are always found among the great Initiates—those who prepare in silence for their future calling and who, at first, refrain from going out to teach. Hermes, the great Egyptian teacher, and Moses were these two disciples in a previous incarnation.
[ 13 ] So war es, was da ausstrahlte in der zweiten nachatlantischen Kultur; so mußte es sein, weil ja die Menschheit um eine Stufe vorgeschritten war und die Menschen etwas lieber gewonnen hatten den physischen Plan. Aber durch dieses verdunkelte sich in gewisser Weise dasjenige, was zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erlebt werden konnte. Zwar waren die Menschen noch immer sehend in der geistigen Welt, aber nicht mehr in jener Klarheit wie in der altindischen Kulturepoche. Abgeblaßter und dunkler war es, wenn die Seelen aus den persischen Leibern ins Devachan eintraten, und ungeschickter wurden im Devachan die Menschen zu den Handlungen dort in demselben Maße, als sie geschickter wurden in der Bearbeitung des Äußeren. Haben wir eine aufsteigende Linie außen, so haben wir eine absteigende in der Welt nach dem Tode. Und wenn die Eingeweihten hinüberwanderten - das ist eine geistige Wanderung, die Eingeweihten bleiben dabei mit dem physischen Leib verbunden - in die jenseitige Welt, um die Menschen zu besuchen, die sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt befanden, dann konnten sie vieles sagen über das Wichtige, was früher die Menschen gesehen hatten, und was sich jetzt, im physischen Leben, verdunkelt hatte. Sie konnten Lehrer sein der höheren geistigen Tatsachen und Weisheiten, die allmählich für den Menschen verblaßten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, aber noch nichts konnten sie mitteilen über das, was in der physischen Welt vorging. Das hatte noch nicht die große Bedeutung für das Jenseits. Hätten sie erzählt, was da die Menschen trieben, so würde das nichts Erhebendes gewesen sein für die Menschen im Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ging drüben nur vor sich, was die Folge der geistigen Welt war. Kein Ereignis ging vor sich auf dem physischen Plan, das der Mitteilung wert gewesen wäre für die jenseitige Welt.
[ 13 ] That was the nature of what radiated in the second post-Atlantean culture; it had to be that way, because humanity had advanced a step and people had become somewhat more attached to the physical plane. But this, in a certain sense, obscured what could be experienced between death and a new birth. True, people were still able to see into the spiritual world, but no longer with the same clarity as in the ancient Indian cultural epoch. It was paler and darker when the souls passed from their Persian bodies into the Devachan, and in the Devachan, people became less adept at the activities there to the same extent that they became more skilled in dealing with the external world. If we have an ascending line in the outer world, we have a descending one in the world beyond death. And when the initiates journeyed over—this is a spiritual journey during which the initiates remain connected to the physical body—into the world beyond to visit people who were between death and a new birth, they were able to speak at length about the important things that people had once seen but which had now become obscured in physical life. They could be teachers of the higher spiritual truths and wisdom that gradually faded for human beings between death and a new birth, but they could not yet communicate anything about what was happening in the physical world. That did not yet hold great significance for the afterlife. Had they recounted what people were doing there, it would not have been uplifting for those in the period between death and a new birth. The only events taking place there were those resulting from the spiritual world. No event occurred on the physical plane that would have been worth communicating to the world beyond.
[ 14 ] Es kam die ägyptische Zeit. Noch lieber hatten die Menschen den physischen Plan gewonnen, noch geschickter und einflußreicher waren sie darauf geworden. Nicht mehr Maja, Illusion war er ihnen. Hinauf schauten die Menschen zu den Sternen und in den Sternbildern und den Bewegungen der Sterne sahen sie eine Schrift der Götter. Offenbarungen der göttlich-geistigen Wesenheiten sahen sie im Physischen. Und unten bearbeiteten sie die Erde mit dem Wissen, das sie gewinnen konnten mit ihren menschlichen Kräften. Wir brauchen nur an die Bearbeitung des Bodens zu denken. Immer fester schloß sich der Bund zwischen den menschlichen Geisteskräften, die der Mensch mitgebracht hat von der geistigen Welt herein in die physische, und dieser physischen Welt. Jetzt wurde Hermes in seiner neuen Verkörperung der erste wichtige Lehrer Ägyptens. Was er lehren konnte, davon wollen wir uns eine Vorstellung machen. Vor allen Dingen wird uns klar vor die Seele treten, was Hermes seine Ägypter lehren konnte, wenn wir uns die Osiris-Gestalt gerade von der Seite vor Augen führen, in der sie uns heute von Interesse sein kann. .
[ 14 ] The Egyptian era dawned. People had gained even greater mastery of the physical plane; they had become even more skilled and influential within it. For them, it was no longer Maya, an illusion. People looked up at the stars, and in the constellations and the movements of the stars they saw a script of the gods. They saw revelations of the divine-spiritual beings in the physical world. And down below, they cultivated the earth with the knowledge they could gain through their human powers. We need only think of the cultivation of the soil. The bond between the human spiritual powers—which humanity had brought with it from the spiritual world into the physical world—and this physical world grew ever stronger. Now, in his new incarnation, Hermes became the first important teacher of Egypt. Let us try to form a picture of what he was able to teach. Above all, what Hermes was able to teach his Egyptians will become clear to us if we consider the figure of Osiris precisely from the perspective that is of interest to us today. .
[ 15 ] Osiris ist gewissermaßen der Mittelpunkt Ägyptens, der unter allen Göttern vorzugsweise verehrt wurde. Unter mancherlei Namen wurden die ägyptischen Götter verehrt von Laien, Eingeweihten und Priestern. Ihr kennt die Osiris-Sage. Es wird erzählt, daß Osiris die Menschen beherrscht hat, daß sein böser Bruder Typhon gekommen ist, ihn auf listige Weise in einen Kasten gelegt hat, daß er ihn in diesem in das Meer hinausgeworfen hat, daß zurückgeblieben ist die trauernde Gattin Isis, die den Leichnam gesucht und gefunden hat, den Osiris aber nicht mehr hat hereinholen können in diese Welt, daß vom Jenseits ein Strahl des Osiris hereinfiel auf Isis und sie den Nachfolger des Osiris für diese Erde, den Horus geboren hat. Osiris blieb in der jenseitigen Welt. Und was wurde dem Ägypter gesagt? Es wurde ihm gesagt: Siehe, Osiris ist eine Wesenheit, die nahe steht den Menschen. Er ist eine der letzten Wesenheiten, mit denen die Menschen zusammen waren, als sie oben in der geistigen Welt bewußt lebten. Die Menschen sind heruntergestiegen in die physische Welt, um sich weiter zu entwickeln hier, damit sie wieder hinaufgehen können, bereichert mit den Erfahrungen der physischen Welt. Osiris ist eine von den Gestalten, die es nicht mehr nötig hatten, bis zur physischen Welt herunterzusteigen, weil sie schon früher so hoch gekommen waren, daß sie das nicht brauchten. Sie bewegten sich um eine Stufe höher; sie waren nicht geschaffen, in einem physischen Körper, der der Kasten ist, zu verweilen. Mit ihm konnten sie nur in eine flüchtige Berührung kommen. Osiris kann nur gefunden werden, wenn der Mensch in das andere Leben hinüberschreitet. Er ist die letzte Gestalt, die ihr noch erleben könnt sprach der Eingeweihte zum Ägypter -, wenn ihr euch würdig macht, wenn ihr allen Vorschriften folgt. Da werdet ihr nach dem Tode, wenn ihr gerichtet werdet, zusammensein mit Osiris. Er wird eure Wesenheit sozusagen bilden; ihr werdet euch wie Glieder des Osiris fühlen. - Also hinter den Tod mußten die verwiesen werden, die mit Osiris zusammenkommen wollten. Aber da noch mehr verblaßt war, was die Menschen nach dem Tode erleben konnten, so war es so, daß sie da, wenn sie auch vereint waren mit Osiris, nur matt und schwach dasjenige, was ihre höchste Seligkeit bildete - die Vereinigung mit Osiris -, erleben konnten. Aber sie wußten fest im Diesseits, durch den Glauben, den ihnen die Priester einprägen konnten, sie wußten und hofften es, daß sie vereint sein würden mit Osiris, und in Feieraugenblicken fühlten sie sich drüben auch als Glieder, die zur Osiris-Seele gehörten. Nach und nach mattete sich dieses Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ab. Wie die Kultur auf dem physischen Plan höherstieg, so wurde die Kultur in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt immer geringer. Immer schwächer sahen die Menschen in der devachanischen Welt. Und wenn dann die Eingeweihten hinüberkamen in die jenseitige Welt, konnten sie noch immer nichts erzählen, daß etwas vorgegangen wäre in der physischen Welt, das eine besondere Bedeutung hätte für die jenseitige Welt. Was da geschah, war nur die Folge der geistigen Welt. Es konnte die Seelen der Toten nicht viel interessieren, was in der physischen Welt geschah. Was man tun konnte, war die Vorbereitung für die Osiris-Miterlebung, aber das war nur Vorbereitung für das, was sie drüben bekommen in den geistigen Urgründen.
[ 15 ] Osiris is, in a sense, the center of Egypt, the god who was revered above all others. The Egyptian gods were worshipped under various names by laypeople, initiates, and priests. You know the legend of Osiris. It is said that Osiris ruled over humanity, that his evil brother Typhon came and, through trickery, placed him in a chest, that he cast him out into the sea inside it, that his grieving wife Isis remained behind, searched for the body, and found it, but was unable to bring Osiris back into this world; that a ray of Osiris fell upon Isis from the afterlife, and she gave birth to Horus, Osiris’s successor on this earth. Osiris remained in the world beyond. And what was told to the Egyptians? They were told: Behold, Osiris is a being who stands close to humanity. He is one of the last beings with whom humans were together when they lived consciously in the spiritual world above. Humans descended into the physical world to continue their development here, so that they might ascend again, enriched by the experiences of the physical world. Osiris is one of the beings who no longer needed to descend into the physical world, because they had already risen so high earlier that they did not need to. They moved to a higher plane; they were not meant to dwell in a physical body, which is the vessel. They could only come into fleeting contact with it. “Osiris can only be found when a person passes into the afterlife,” said the initiate to the Egyptian. “He is the last being you will ever experience—if you make yourselves worthy, if you follow all the precepts.” Then, after death, when you are judged, you will be together with Osiris. He will, so to speak, form your being; you will feel like members of Osiris. —Thus, those who wished to be united with Osiris had to be sent beyond death. But since what people could experience after death had grown even more faint, it was the case that even when they were united with Osiris, they could only experience—dimly and weakly—that which constituted their highest bliss: union with Osiris. But in this life, through the faith instilled in them by the priests, they knew and hoped that they would be united with Osiris, and during moments of celebration they felt themselves there as members belonging to the soul of Osiris. Gradually, this sense of belonging waned. As culture on the physical plane advanced, culture in the spiritual world between death and a new birth grew ever weaker. People’s vision in the devachanic world grew ever fainter. And when the initiates then passed over into the world beyond, they were still unable to report that anything had occurred in the physical world that would have any special significance for the world beyond. What happened there was merely a consequence of the spiritual world. The souls of the dead could not be very interested in what was happening in the physical world. All that could be done was to prepare for the Osiris experience, but that was merely preparation for what they would receive over there in the spiritual depths.
[ 16 ] Dann kam die griechisch-römische Zeit, die vierte nachatlantische Kulturepoche. Da wurde die Ehe zwischen dem Menschengeist und der äußeren Materie noch inniger geschlossen, und auf dieser Ehe zwischen den geistigen Fähigkeiten des Menschen und dem äußeren physischen Leben beruht das Herrliche der griechischen Kultur. Wenn wir den griechischen Tempel in seinen wunderbaren Formen vor uns haben - auch noch in seinen Nachklängen, etwa im Tempel von Paestum -, dann sehen wir, was dieser menschliche Geist in der Besiegung der äußeren Materie erlangt hat. In den Linien und Kräfteverteilungen des griechischen Tempels ist das Höchste in bezug auf Architektur erreicht. Der griechische Tempel stellt dar solch ein Wunderwerk der Architektur und Kunst, weil alles, was da ist, Ausdruck ist des Geistigen. Deshalb ist es so beseligend, in die Harmonie des griechischen Tempels hineinzuschauen. Und ein Eigenartiges muß gesagt werden, was für das hellseherische Bewußtsein gegenüber dem Betrachten eines griechischen Tempels auftritt. Nehmen wir an, das hellseherische Bewußtsein stünde vor den letzten Nachklängen eines griechischen Tempels, wie dem in dorischem Stile erbauten von Paestum in Süditalien, und es könnte noch die Nachwirkungen fühlen, die der Grieche auf dem physischen Plan gefühlt hat, nehmen wir an, es könne an einem solchen Werke das hellseherische Bewußtsein, wenn es im Leibe die physische Form schaut, erleben alle Wonne, die man wirklich erleben kann da, dann ginge es dem hellseherischen Bewußtsein so: Wenn es herausgeht, sich nicht bedient der physischen Organe und geistig schaut, dann ist der griechische Tempel mit all seinen Herrlichkeiten in der geistigen Welt verschwunden. Was so vollkommen, groß, gewaltig, herrlich in der physischen Welt ist, es kann nicht hinübergenommen werden - auch nicht für ein heutiges hellseherisches Bewußtsein - in die geistige Welt. An der Stelle im Raum, wo der herrliche Tempel gesehen worden ist, ist in der geistigen Welt entsprechend nichts! Und so war es mit allen großen Kulturwerken in jener bewunderungswürdigen Zeit, der griechisch-lateinischen. Ja, es war noch in anderer Beziehung so. Es war ja dieser selbe Zeitraum, wo in Rom das Persönlichkeitsbewußtsein des Menschen sich am stärksten hier in der physischen Welt auslebte. Der Römer fühlte sich zuerst als persönlicher Erdenbürger, sich zuerst fest auf dieser Erde stehen. In demselben Maße, in dem der Mensch sich so fest auf der Erde fühlte, fühlte er sich schwach zwischen Tod und einer neuen Geburt, schwach und matt und ungeschickt für das Jenseitige. Noch mehr als früher war das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt abgeblaßt. Von allem, was so herrlich im Diesseits erlebt wurde, konnte nichts hinübergenommen werden in das Jenseits.
[ 16 ] Then came the Greco-Roman era, the fourth post-Atlantean cultural epoch. During this time, the union between the human spirit and external matter became even more intimate, and the splendor of Greek culture is based on this union between the spiritual faculties of the human being and external physical life. When we behold the Greek temple in all its wondrous forms—even in its echoes, such as in the temple at Paestum—we see what the human spirit has achieved in overcoming external matter. In the lines and distribution of forces of the Greek temple, the highest level of architectural achievement has been attained. The Greek temple represents such a marvel of architecture and art because everything in it is an expression of the spiritual. That is why it is so blissful to gaze into the harmony of the Greek temple. And something peculiar must be mentioned regarding what occurs in the clairvoyant consciousness when contemplating a Greek temple. Let us suppose that the clairvoyant consciousness were standing before the last echoes of a Greek temple, such as the Doric-style temple at Paestum in southern Italy, and could still feel the aftereffects that the Greeks felt on the physical plane; let us suppose the clairvoyant consciousness, when beholding the physical form within the body, could experience all the bliss that one can truly experience there, then it would be as follows for the clairvoyant consciousness: When it steps back, ceases to use the physical organs, and looks with the spirit, then the Greek temple, with all its splendors, has vanished from the spiritual world. What is so perfect, grand, mighty, and magnificent in the physical world cannot be carried over—not even by a modern clairvoyant consciousness—into the spiritual world. In the spiritual world, there is nothing corresponding to the spot in space where the magnificent temple was seen! And so it was with all the great cultural achievements of that admirable era, the Greco-Roman period. Indeed, this was true in another respect as well. It was, after all, this very same period when, in Rome, human self-awareness was expressed most strongly here in the physical world. The Roman first felt himself to be a personal citizen of the earth, firmly grounded on this earth. To the same extent that human beings felt so firmly rooted on earth, they felt weak between death and a new birth—weak, listless, and ill-equipped for the life beyond. Even more than before, life between death and a new birth had lost its luster. Of all that was so magnificently experienced in this life, nothing could be carried over into the life beyond.
[ 17 ] Es ist keine Legende, was aus dieser griechischen Zeit überliefert wird, daß einer der herrlichsten Helden, der von einem Eingeweihten in der Unterwelt besucht wurde, im Reiche der Schatten, sagte: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als König im Reiche der Schatten -, weil der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sich wie schattenhaft und verblaßt fühlte und sich mit allem sehnte nach dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode, das von solchen Schönheiten und solch Großem angefüllt war. Sozusagen bis zur vollkommensten Ehe zwischen dem menschlichen Geist und der äußeren Form war das Leben herabgestiegen; dafür war hinuntergegangen das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 17 ] What has been handed down from this Greek era is no legend: one of the most glorious heroes, visited by an initiate in the underworld, in the realm of shadows, said: “Better to be a beggar in the upper world than a king in the realm of shadows”—because between death and a new birth, man felt shadowy and faded, and longed with all his being for the life between birth and death, which was filled with such beauty and such grandeur. Life had descended, so to speak, to the most perfect union between the human spirit and the outer form; in return, life had descended into the realm between death and a new birth.
[ 18 ] In diese Zeit hinein fiel das Ereignis, das vorbereitet wurde durch den anderen Eingeweihten, der schon ein Zarathustra-Schüler war, durch Moses. Moses war ausersehen, zuerst in der Form, wie es damals geschehen konnte, einen Gott zu verkünden, der sich in der physischen Welt auch offenbaren kann, der in der physischen Welt auch da ist. Allerdings geschah diese Offenbarung so, daß dasjenige, was mit den Sinnen noch nicht erfaßt werden kann, daß das werden sollte das einzige Abbild des Gottes, der durch die Welt webt. Und als sich Moses ankündigte bei dem Ausgangspunkt seiner Mission das «Ehjeh ascher ehjeh» - Ich bin der Ich-bin -, da war dies die erste Ankündigung des Gottes, der nunmehr nicht bloß in der jenseitigen Welt gefunden wird, der herübergegangen ist in die diesseitige Welt und da erlebt werden soll. Die Jahve-Gestalt kündigte sich an durch diesen zweiten der Zarathustra-Schüler, und vorbereitet wurde durch sie die große Erscheinung des Christus, das Mysterium von Golgatha. Was dieses Mysterium von Golgatha für den physischen Plan bedeutet, das wißt Ihr zum Teil: einen tatsächlichen Beweis, daß das Leben im Geiste den Tod besiegt. Das ist dadurch erreicht worden, daß dasjenige, was die Propheten verkündigt haben, was da war selbst bei der Schöpfung aller Naturreiche, daß das auf der Erde wandelte. Mit Recht benennt man gerade mit einem griechischen Namen dieses Urwesen der Welt, das der Sonne Geist ist; denn es konnte und mußte in der griechischen Zeit erscheinen, als die Menschheit den Impuls nach aufwärts brauchte. Zum ewigen Gedenken daran, daß es in dieser Zeit geschehen mußte, wird das Wesen, das im Jesus von Nazareth sich verkörpert hat, mit dem Christus-Namen benannt. Dieser Name ist dem Zeitalter entnommen, wo Christus erscheinen mußte.
[ 18 ] It was during this period that the event took place which had been prepared by another initiate—Moses—who was already a disciple of Zarathustra. Moses was chosen—in the form that was possible at that time—to proclaim a God who can also reveal Himself in the physical world, who is also present in the physical world. However, this revelation took place in such a way that what cannot yet be grasped by the senses was to become the sole image of the God who weaves through the world. And when Moses announced himself at the outset of his mission with the “Ehyeh asher ehyeh”—“I am who I am”—this was the first proclamation of the God who is now to be found not merely in the world beyond, but who has crossed over into this world and is to be experienced here. The figure of Yahweh revealed himself through this second of the disciples of Zarathustra, and through him the great appearance of Christ—the Mystery of Golgotha—was prepared. You know in part what this Mystery of Golgotha means for the physical plane: actual proof that life in the Spirit conquers death. This was achieved because that which the prophets had proclaimed—that which existed even at the creation of all the natural kingdoms—walked upon the earth. It is fitting that this primordial being of the world, who is the Spirit of the Sun, be named with a Greek name; for it could and had to appear in the Greek era, when humanity needed the impulse to rise upward. As an eternal reminder that this had to happen at that time, the being who incarnated as Jesus of Nazareth is called by the name Christ. This name is taken from the age in which Christ had to appear.
[ 19 ] In demselben Augenblick, wo die Jesus-von-Nazareth-Hülle auf Golgatha starb, da geschah etwas, was nicht etwa bloß eine Legende ist, sondern was heute noch von jedem, der dazu die nötige Vorbereitung hat auf dem Wege der Geisteswissenschaft, nachgeprüft werden kann. In demselben Augenblick, wo der Tod am Kreuze eintrat, da erschien der Christus in der anderen Welt bei den Toten, bei denen, die waren zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und es war wie ein blitzartiger Einschlag in dem Moment auf jener anderen Seite der Welt. Es wirkte wie ein Blitz, wie erhellend das bis zum Schattendasein abgemattete Leben im Jenseits, dieses Erscheinen des Christus. Denn zum ersten Male konnte jetzt etwas verkündet werden in der Welt nach dem Tode, was anders war als dasjenige, was die früheren Eingeweihten verkünden konnten, wenn sie hinübergingen in die jenseitige Welt. Noch ein Eingeweihter der Eleusinischen Mysterien hätte höchstens verkünden können von den Schönheiten der physischen Welt, die der Tote nicht mehr sehen konnte und erst recht hätte er die Sehnsucht erweckt nach dem Physischen. Er würde den Toten nichts besonderes gebracht haben, wenn er ihnen verkündet hätte dasjenige, was in der fleischlichen Welt sich abspielte. Das aber war die erste Verkündigung, die der Christus bei den Toten tun konnte davon, daß in der Welt des Diesseits, zwischen Geburt und Tod, sich etwas abgespielt hat, was nicht nur Bedeutung für das Diesseits hat, sondern hinein sich fortsetzt in das jenseitige Leben. Was drüben in der physischen Welt geschehen war, war ein Ereignis, das hinüberlebte in die geistige Welt. Und das können wir im einzelnen erleben, wie es hinüberwirkt. Wenn wir den schönsten Tempel, das schönste Kulturwerk der alten griechischen Zeit in der diesseitigen Welt betrachten und Seligkeit dadurch erleben - es verblaßt und ist nicht mehr da in der jenseitigen. Wenn wir uns aber in das Johannes-Evangelium vertiefen oder in die Apokalypse, die da verkündigen die Ereignisse, die anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, dann erleben wir hier Großes in der diesseitigen Welt. Wir können da wunderbare Erlebnisse haben, wenn wir sie auf uns wirken lassen, wenn das hellseherische Bewußtsein sie auf sich wirken läßt, und wenn wir dann hinüberleben in die geistige Welt, dann blassen die Empfindungen nicht ab, sondern setzen sich fort und werden erst herrlich und verständlich in der geistigen Welt. Dort haben wir es noch herrlicher, was anknüpft an das Ereignis von Golgatha.
[ 19 ] At the very moment when the physical body of Jesus of Nazareth died on Golgotha, something occurred that is not merely a legend, but something that can still be verified today by anyone who has the necessary preparation through spiritual science. At the very moment that death on the cross occurred, the Christ appeared in the other world among the dead—among those who were between death and a new birth—and it was like a flash of lightning at that moment on the other side of the world. This appearance of Christ had the effect of a flash of lightning, illuminating the life in the afterlife that had been reduced to a shadowy existence. For the first time, something could now be proclaimed in the world beyond death that was different from what the earlier initiates could proclaim when they passed into the afterlife. Even an initiate of the Eleusinian Mysteries could, at most, have spoken of the beauties of the physical world that the dead could no longer see—and he would certainly have aroused a longing for the physical. He would have brought the dead nothing of particular significance had he told them what was taking place in the physical world. But this was the first proclamation that Christ could make to the dead: that in the world of this life, between birth and death, something had taken place that is not only significant for this life but also extends into the life beyond. What had happened over there in the physical world was an event that lived on into the spiritual world. And we can experience in detail how it continues to have an effect there. When we contemplate the most beautiful temple, the most beautiful work of art from ancient Greek times in this world and experience bliss through it—it fades and is no longer there in the world beyond. But when we immerse ourselves in the Gospel of John or in the Book of Revelation—which proclaim the events that follow on from the Mystery of Golgotha—then we experience something truly great here in this world. We can have wonderful experiences there if we allow them to take effect upon us, if our clairvoyant consciousness allows them to take effect, and when we then pass over into the spiritual world, these sensations do not fade but continue and only become truly magnificent and comprehensible in the spiritual world. There, what connects to the event of Golgotha is even more magnificent.
[ 20 ] So ist es nicht mit allem, was sich daran anknüpft. Mögt Ihr noch so sehr bewundern die Pyramiden, nur ein schwacher Nachklang kann drüben in der jenseitigen Welt empfunden werden; möge man aufgehen in Wonne beim Anblick eines griechischen Tempels oder einer griechischen Tragödie, nichts pflanzt sich hinüber in die jenseitige Welt, weder für einen Eingeweihten noch für den Nichteingeweihten. Steht Ihr aber vor einem Bild des Raffael, in dem die christlichen Wahrheiten verarbeitet sind: Ihr nehmt des Bildes schönsten Teil mit hinüber in die geistige Welt, und drüben gehen Euch auf die Dinge, die Ihr hier noch gar nicht sehen könnt. Drüben werden sie zu einem Licht, das die geistige Welt neu aufhellt, und so war durch das Ereignis von Golgatha das erste Aufleuchten mit der Erscheinung des Christus in der Welt der Schatten. Und immer mehr und mehr, durch alles, was durch das Christentum in die Welt gekommen ist, wird es aufleuchten in der geistigen Welt. In dieser Weise steigt die Kultur herunter von den Höhen der atlantischen Welt bis zur griechisch-lateinischen Zeit, wo die Menschen in bezug auf das Erleben in der geistigen Welt am meisten in der Dekadenz waren, und wo sie am tiefsten in die materielle Welt sanken. Am ödesten empfanden die Menschen der damaligen Zeit das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt in der geistigen Welt. Jetzt fiel mit dem Erscheinen des Christus in der «Unterwelt» der große Lichtimpuls hinein; immer heller und heller wird das Dasein zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nun geht es hinauf; es beginnt die aufsteigende Richtung in der Geschichte des jenseitigen Lebens. Das Christentum ist heute erst im Anfang. Immer mehr und mehr wird es sich zeigen, daß durch dasjenige, was der Mensch hier erleben kann, er immer geistiger und geistiger wird, daß er mitnimmt, was er in Anknüpfung an dieses Ereignis von Golgatha hier erlebt, in die jenseitige Welt, daß es in der geistigen Welt eine aufsteigende Richtung gibt.
[ 20 ] This is not the case with everything connected to it. No matter how much you may admire the pyramids, only a faint echo can be felt over in the world beyond; no matter how much one may be filled with delight at the sight of a Greek temple or a Greek tragedy, nothing carries over into the spirit world—neither for the initiated nor for the uninitiated. But when you stand before a painting by Raphael in which Christian truths are embodied: you take the most beautiful part of the painting with you into the spiritual world, and there you will come to understand things that you cannot yet see here at all. There they become a light that illuminates the spiritual world anew, and thus, through the event at Golgotha, the first glimmer appeared with the manifestation of Christ in the world of shadows. And more and more, through everything that has come into the world through Christianity, it will shine forth in the spiritual world. In this way, culture descends from the heights of the Atlantean world down to the Greco-Latin era, when humanity was at its most decadent in terms of experiencing the spiritual world, and when it sank deepest into the material world. People of that time found existence between death and rebirth in the spiritual world to be the most desolate. Now, with the appearance of Christ in the “underworld,” the great impulse of light has entered; existence between death and rebirth is becoming ever brighter and brighter. Now the ascent begins; the upward direction in the history of the life beyond begins. Christianity is only just beginning today. It will become increasingly evident that through what a person can experience here, they become ever more spiritual; that they carry with them into the world beyond what they experience here in connection with the event on Golgotha; and that there is an upward trajectory in the spiritual world.
[ 21 ] So geht drüben in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auch eine Geschichte vor, und wenn wir diese Geschichte der verborgenen Seite der Welt betrachten, dann sehen wir, welch unbegrenzt große Bedeutung das Mysterium von Golgatha hat. Denn es hat ja nicht nur Bedeutung in der physischen Welt; es hat Bedeutung für die sogenannten drei Welten, in denen der Mensch lebt. Ja, die Wesenheit, die mit unserer Evolution verbunden ist, die alles, was um uns herum ist, mitgeschaffen hat, die im Jesus von Nazareth lebte, die damals sagte: Wie werdet ihr mir glauben, wenn ihr nicht Moses und den Propheten glaubt, denn die haben von mir gesprochen in alten Zeiten -, deutlich hinweisend darauf, daß Moses gesprochen hat von ihm da, wo er gesprochen hat davon, daß sich ihm angekündigt hat die göttliche Wesenheit in dem «Ich bin der Ich-bin». - Die Wesenheit im Jesus von Nazareth hat etwas vollbracht in unserer Welt, das nicht nur Bedeutung hat für den physischen Plan, sondern das als das erschütterndste Ereignis durchwirkte durch die drei Welten, von der physischen bis in die geistige Welt. So gewaltig steht durch die okkulte Geschichte dieses Ereignis von Golgatha vor unserer Seele.
[ 21 ] Thus, over in the world between death and a new birth, a story is also unfolding, and when we contemplate this story of the hidden side of the world, we see just how immeasurably great the significance of the Mystery of Golgotha is. For it does not merely have significance in the physical world; it has significance for the so-called three worlds in which human beings live. Indeed, the Being who is connected to our evolution—who co-created everything around us, who lived in Jesus of Nazareth, and who said at that time: “How will you believe me if you do not believe Moses and the prophets, for they spoke of me in ancient times”—clearly pointing out that Moses spoke of him in those passages where he spoke of how the divine being had revealed itself to him in the “I Am that I Am.” - The being within Jesus of Nazareth accomplished something in our world that is not only significant for the physical plane, but which, as the most earth-shattering event, permeated all three worlds, from the physical to the spiritual. So powerfully does this event of Golgotha stand before our soul through occult history.
