The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
7 March 1909, Munich
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The Principle of Spiritual Economy in Relation to Reincarnation, tr. SOL
3. Intimere Reinkarnationsfragen
3. More Intimate Questions About Reincarnation
[ 1 ] Es ist mir eine Aufgabe jetzt, in den verschiedenen Zweigen über ein ganz bestimmtes Thema zu sprechen, weil dieses Thema uns immer mehr und mehr innerlich bekanntwerden und uns durchdringen soll, nämlich das Thema «Intimere Wiederverkörperungs- oder Reinkarnationsfragen» und verschiedenes, was damit im Zusammenhange steht. Daher werden wir auch heute über diese intimeren Fragen der Reinkarnation und deren Bedeutung für das ganze Leben der Menschheit einiges zu besprechen haben. Unseren Ausgang werden wir zu nehmen haben von sehr alten Zeiten, und werden uns aber dann nach und nach wichtigen Fragen der Gegenwart nähern. Es ist in unserer Geisteswissenschaft einmal so, daß man in ihr anders vorschreiten muß als in andern Lebensanschauungs- oder etwa in gesellschaftlichen Fragen. Man muß in der Geisteswissenschaft zuerst die Tatsachen des Lebens im allgemeinen behandeln, und sie dann mehr ins einzelne herausarbeiten. Es wird in unserer Weltanschauung im allerelementarsten Sinn zunächst davon gesprochen, wie sich des Menschen innerer Wesenskern, sein göttliches Ich von Leben zu Leben immer wiederum fortentwickelt, wie es sich reinkarniert. Damit ist aber die Frage der Reinkarnation eigentlich nur in einem elementaren Sinn behandelt, und es handelt sich jetzt darum, diese Dinge genauer und intimer zu schildern. Denn damit ist es nicht abgetan, daß das Ich des Menschen von Leben zu Leben eilt, sondern es gibt noch manches andere, was mit diesen Wiederverkörperungsfragen zusammenhängt und eigentlich erst das richtige Licht in diese Wiederverkörperungsfragen und ihre Zusammenhänge mit dem Leben bringt. Wenn wir nun zurückblicken in alte Zeiten, so wollen wir sie von diesem Gesichtspunkte aus charakterisieren.
[ 1 ] It is now my task to speak in the various branches about a very specific topic, because this topic should become more and more deeply familiar to us and permeate our being—namely, the topic of “More Intimate Questions of Reincarnation” and various related matters. Therefore, today as well, we will have a great deal to discuss regarding these more intimate questions of reincarnation and their significance for the entire life of humanity. We will have to begin with very ancient times, but will then gradually approach important questions of the present. In our spiritual science, it is the case that one must proceed differently than in other worldviews or, for example, in social issues. In spiritual science, one must first address the facts of life in general and then work them out in greater detail. In our worldview, in the most elementary sense, we first speak of how the inner core of the human being—his divine “I”—continually evolves from one life to the next, how it reincarnates. However, this only addresses the question of reincarnation in a basic sense, and the task now is to describe these matters more precisely and in greater depth. For this does not exhaust the matter of the human self passing from one life to the next; rather, there are many other aspects connected to these questions of reincarnation that actually shed the proper light on them and their connections to life. When we now look back at ancient times, let us characterize them from this perspective.
[ 2 ] Wir haben oft davon gesprochen, daß die Menschheit ihre Vorfahren zu suchen hat in der alten Atlantis, also in dem Landgebiet zwischen dem heutigen Afrika und Europa einerseits und Amerika andererseits. Da waren in Leibern, die zum Teile von den heutigen Menschenleibern recht verschieden sind, alle die Seeleri schon verkörpert, die heute hier sitzen. Da haben wir die nächste Vorfahrenschaft der Menschheit zu suchen. Diese atlantische Menschheit hatte nun ihre ganz bestimmte Führerschaft. Es waren aber die Seelenkräfte, überhaupt alle Fähigkeiten der atlantischen Menschheit anders als die unserer heutigen Menschheit. Daher gab es in der alten Atlantis nicht das, was wir etwa heute als Führerschaft haben. Und wenn wir etwas von dieser alten Atlantis herausgreifen: Kirchen, Kultusstätten und Schulen im heutigen Sinne gab es damals nicht. Es gab etwas wie ein Zwischending zwischen Kultusstätte und Schule; es gab eben im ausgeprägtesten Maße das, was wir als Mysterienstätten kennen. Diese hatten in bezug auf Erkenntnis und das äußere Leben durchaus die Führung der Atlantier. Man möchte sagen, daß die geistigen Führer zu gleicher Zeit die Könige der atlantischen Volksstämme waren. Ein Wort, das natürlich erst später geprägt worden ist, kann uns wiedergeben den Sinn von der Aufgabe dieser atlantischen Mysterien, dieser atlantischen Kultusstätten und Schulen, von denen aus die Eingeweihten der Atlantier wirkten, von denen aus sie sowohl mit Erkenntnis die einzelnen Menschen befruchteten, wie auch die Führerschaft über sie ausübten. Dieses Wort, das eben später geprägt worden ist, aber heute uns wiedergibt die Aufgabe der Mysterienstätten, ist das Wort «Orakel». Daher sprechen wir von den atlantischen Orakeln als den großen Mittelpunkten atlantischer Kultur.
[ 2 ] We have often spoken of the fact that humanity must seek its ancestors in ancient Atlantis—that is, in the landmass between present-day Africa and Europe on the one hand, and America on the other. There, in bodies that were, in part, quite different from those of modern humans, all the souls now sitting here were already incarnated. That is where we must look for humanity’s immediate ancestry. This Atlantean humanity had its own distinct leadership. However, the soul forces—indeed, all the abilities of the Atlantean people—were different from those of modern humanity. Therefore, ancient Atlantis did not have what we might call leadership today. And if we single out a few aspects of this ancient Atlantis: there were no churches, places of worship, or schools as we understand them today. There was something of a hybrid between a place of worship and a school; what existed to the greatest degree were what we know as mystery temples. In terms of knowledge and outward life, these certainly guided the Atlanteans. One might say that the spiritual leaders were at the same time the kings of the Atlantean tribes. A word—which, of course, was coined only later—can convey to us the meaning of the mission of these Atlantean mysteries, these Atlantean places of worship and schools, from which the Atlantean initiates worked, from which they both enriched individual human beings with knowledge and exercised leadership over them. This word, which was coined later but today conveys the purpose of the mystery sites, is the word “oracle.” Therefore, we speak of the Atlantean oracles as the great centers of Atlantean culture.
[ 3 ] Wir müssen uns einen Begriff machen von dem, was diese Orakel zu tun hatten. Sie hatten den Menschen Lehren zu verkünden über die geistige Welt, die hinter der physischen ist. Diese Lehre der geistigen Welt ist nun nicht so - wenn wir zunächst nur dieses eine Merkmal hervorheben - im Raume beschränkt als unsere Erkenntnis in bezug auf die physische Welt. Wer da weiß, welches die Geheimnisse zum Beispiel des Mars sind, der weiß überhaupt einen großen Teil von den geistigen Geheimnissen unserer Welt. Alle diese physischen Weltenkörper unseres Sonnensystems zunächst sind ja in Verbindung miteinander, sind der äußere Ausdruck von geistigen Wesenheiten. Wer diese geistigen Wesenheiten kennt, der kennt auch die Kräfte, die von Planet zu Planet gehen, welche also in der geistigen Welt, in der wir uns zwischen Tod und neuer Geburt befinden, wirksam sind. Es gab nun ein Orakel, welches vorzugsweise die Aufgabe hatte, die Geheimnisse des Mars, ein anderes, welches die Aufgabe hatte, die Geheimnisse des Jupiter und so weiter den Menschen zu verkünden und zu übermitteln, und aus diesen einzelnen Erkenntnissen gewann man die Möglichkeit, gewisse Volksmassen zu führen. Ein anderes Mal werden wir davon sprechen, warum das so war, heute wollen wir es nur andeuten. Unsere Aufgabe ist heute eine andere.
[ 3 ] We need to understand what these oracles were supposed to do. Their task was to impart teachings to humanity about the spiritual world that lies beyond the physical one. This teaching about the spiritual world is not—if we emphasize just this one aspect for now—limited in space in the same way as our knowledge of the physical world. Whoever knows, for example, the mysteries of Mars knows a great deal about the spiritual mysteries of our world. All these physical celestial bodies of our solar system, for one thing, are connected with one another; they are the outer expression of spiritual beings. Whoever knows these spiritual beings also knows the forces that flow from planet to planet—forces that are active in the spiritual world where we find ourselves between death and rebirth. There was an oracle whose primary task was to proclaim and convey to humanity the mysteries of Mars, another whose task was to proclaim and convey the mysteries of Jupiter, and so on; and from these individual insights, one gained the ability to lead certain masses of people. We will speak about why this was the case another time; today we will merely hint at it. Our task today is a different one.
[ 4 ] Die atlantischen Völker waren in Gruppen geteilt und mit der ganzen Entwickelung hing es zusammen, daß eine Gruppe der Menschen insbesondere regiert werden mußte mit den Kräften, die man gewinnen konnte durch Erkenntnis des Mars. Eine andere Gruppe war zu regieren mit den Kräften, die man gewinnen konnte mit den Erkenntnissen des Jupiter oder mit denen der Venus, des Merkur und so weiter. Es gab ja in der alten Atlantis das, was man nennen konnte Jupitermenschen oder Marsmenschen. Sieben Orakelstätten gab es, weil das Leben der Atlantis nach den verschiedenen Merkmalen der Rassenbildung in sieben Gruppen zerfiel. Es gab das Mars-, Venus-, Merkur-, Jupiterorakel und so weiter: alles Namen, die später geprägt wurden, aber anwendbar sind auf diese Orakelstätten. Und die Führerschaft, gleichsam die Oberherrschaft über sie hatte das Orakel, das wir bezeichnen können als das uralte atlantische Sonnenorakel. Was an Orakeln nach der atlantischen Zeit in Griechenland, Ägypten und so weiter war, alles das, was in Asien an Orakeln war, waren Nachzügler der großen atlantischen Orakel. Das Apolloorakel Griechenlands war ein Nachzügler des Sonnenorakels der atlantischen Zeit. Der Eingeweihte, der an der Spitze des Sonnenorakels stand, war der Träger der tiefsten Geheimnisse unseres Sonnensystems. Er hatte mit seinen Untergebenen zu erforschen, was das geistige Leben der Sonne selbst war. Alle die Geheimnisse unseres ganzen Planeten-Sonnensystems hatte er damit als Botschaft zu verkünden der atlantischen Menschheit und er hatte die Oberherrschaft über die andern Orakelstätten auszuüben.
[ 4 ] The Atlantic peoples were divided into groups, and as part of the overall course of development, one group of people in particular had to be governed by the forces that could be gained through knowledge of Mars. Another group was to be governed by the forces that could be drawn from the knowledge of Jupiter, or from that of Venus, Mercury, and so on. In ancient Atlantis, there were indeed what one might call Jupiter people or Mars people. There were seven oracle sites because life in Atlantis was divided into seven groups according to the various characteristics of racial formation. There were the Mars, Venus, Mercury, and Jupiter oracles, and so on: all names that were coined later but are applicable to these oracle sites. And the leadership—the supreme authority over them, so to speak—was held by the oracle that we can refer to as the ancient Atlantean Sun Oracle. The oracles that existed in Greece, Egypt, and elsewhere after the Atlantean era, as well as all the oracles in Asia, were latecomers to the great Atlantean oracles. The Oracle of Apollo in Greece was a later development of the Sun Oracle of the Atlantean era. The initiate who stood at the head of the Sun Oracle was the bearer of the deepest mysteries of our solar system. Together with his subordinates, he was tasked with investigating the spiritual life of the Sun itself. He was thus entrusted with proclaiming all the mysteries of our entire planetary solar system as a message to the Atlantean people, and he was to exercise supreme authority over the other oracle sites.
[ 5 ] Diesem Eingeweihten des Sonnenorakels fiel eine ganz besondere Aufgabe zu. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Menschheit so zu leiten und zu führen, damit sie sich, wenn die große atlantische Katastrophe, die mit dem Untergange der Atlantis endete, vorüber sein würde, in die nachatlantische Zeit hinein fortpflanzen und begründen könne die Kulturen, die wir öfter als die nachatlantischen besprochen haben. Also es hatte der große Eingeweihte des Sonnenorakels die Aufgabe, die Menschen schon während der atlantischen Zeit so vorzubereiten, daß in der nachatlantischen die altindische, altpersische, ägyptischbabylonisch-jüdische, die griechisch-lateinische Kultur kommen konnte, daß geeignetes Menschenmaterial dazu vorhanden sei.
[ 5 ] This initiate of the Solar Oracle was entrusted with a very special task. His task was to guide and lead humanity so that, once the great Atlantean catastrophe—which ended with the downfall of Atlantis—had passed, humanity could carry on into the post-Atlantean era and establish the cultures we have often referred to as the post-Atlantean ones. Thus, the great initiate of the Solar Oracle had the task of preparing humanity already during the Atlantean era so that, in the post-Atlantean era, the ancient Indian, ancient Persian, Egyptian-Babylonian-Jewish, and Greek-Latin cultures could emerge, and so that suitable human material would be available for this purpose.
[ 6 ] Nun müssen wir uns ein wenig unterrichten über die Aufgabe dieses großen Eingeweihten des Sonnenorakels. Was war eigentlich atlantische Kultur? Sie war ganz anders als die späteren Kulturen. Derjenige war in der alten Atlantis an der Spitze der Kultur, gleich einem heutigen großen Führer in der Gelehrsamkeit oder Kunst oder Industrie oder Handel, der über besondere hellseherische Kräfte verfügte und besonders magisch zu wirken wußte. Was heute den Menschen zum Führer, zum Gelehrten und so weiter macht, das gab es damals noch nicht oder höchstens in den allerersten Anfängen. Rechnen, Zählen, Kombinieren, verstandesmäßiges Urteilen wie heute, gab es nicht. Es waren primitive Kräfte hellseherischer Art, hellseherischer Kraft vorhanden, die hineinschauen konnten in die geistigen Welten. Ohne das heutige Selbstbewußtsein sah damals der Mensch in die geistige Welt hinein, und wer am besten hineinschaute, der war Träger der atlantischen Kultur. Wir haben hervorgehoben, daß die Atlantier gewisse innere Kräfte der Natur beherrschten, zum Beispiel die Samenkräfte der Pflanzen, daß sie damit ebenso ihre Fahrzeuge lenkten, wie heute der Mensch mit den Kräften der Steinkohle seine Fahrzeuge lenkt. So waren diejenigen, die die Führer der atlantischen Kultur waren, nicht wie Menschen von heute, die durch die Urteilskraft die Geheimnisse der Welt zu erforschen suchen, sondern diejenigen, die die größten Hellseher und Magier waren, die gingen an der Spitze. Und jene Menschen, die die allerersten Entwickelungskeime hatten zum Rechnen, Zählen, Kombinieren, verstandesmäßigen Urteilen, waren in einer gewissen Beziehung durch ihre Schlichtheit verachtet, gehörten nicht zu dem, was die Aristokratie der Kultur ausmachte. Aber gerade diese Menschen, die die allerersten Anfänge dieser nachatlantischen Fähigkeiten hatten, die am wenigsten hatten von dem Hellsehen, von den magischen Kräften, die sammelte sich der große Führer des Sonnenorakels aus allen Gegenden zusammen. Es waren die schlichtesten, in einer gewissen Beziehung verachtetsten Leute der alten Atlantis; die sammelte er sich. Mit ihnen hatte er ja gerade das zu begründen, was nachatlantische Kultur werden sollte. Das, was an der Spitze der atlantischen Kultur marschierte, was das dämmerhafte Hellsehen am meisten beherrschte, war kein brauchbares Material, um hinübergeführt zu werden über die große atlantische Katastrophe. An die schlichten Leute der Atlantis, die zuerst die intellektuellen Fähigkeiten entwickelten, erging der Ruf des großen Eingeweihten des Sonnenorakels.
[ 6 ] Now we must learn a little about the role of this great initiate of the Solar Oracle. What, exactly, was Atlantean culture? It was quite different from later cultures. In ancient Atlantis, the person at the pinnacle of culture—much like a great leader today in scholarship, art, industry, or commerce—possessed special clairvoyant powers and knew how to work magic in a unique way. What today makes a person a leader, a scholar, and so on did not yet exist back then, or at most existed only in its very earliest stages. Arithmetic, counting, reasoning, and intellectual judgment as we know them today did not exist. What existed were primitive clairvoyant powers—clairvoyant abilities—that could peer into the spiritual worlds. Without the self-awareness we have today, people in those days looked into the spiritual world, and whoever could see into it most clearly was the bearer of Atlantean culture. We have emphasized that the Atlanteans mastered certain inner forces of nature—for example, the seed forces of plants—and that they used these to propel their vehicles just as people today use the power of coal to propel theirs. Thus, the leaders of Atlantean culture were not like people today, who seek to explore the mysteries of the world through their power of judgment; rather, it was the greatest clairvoyants and magicians who led the way. And those people who possessed the very first seeds of development in calculation, counting, combination, and intellectual judgment were, in a certain sense, despised for their simplicity; they did not belong to what constituted the cultural aristocracy. But it was precisely these people—who possessed the very earliest beginnings of these post-Atlantean abilities and who had the least of clairvoyance and magical powers—whom the great leader of the Solar Oracle gathered from all regions. They were the simplest, and in a certain sense the most despised, people of ancient Atlantis; it was them he gathered. With them, after all, he had to lay the foundation for what was to become post-Atlantean culture. Those who marched at the forefront of Atlantean culture—those most dominated by twilight clairvoyance—were not suitable material to be led across the great Atlantean catastrophe. The call of the great initiate of the Solar Oracle went out to the simple people of Atlantis, who were the first to develop intellectual abilities.
[ 7 ] Nur nebenbei sei erwähnt, daß wir heute in einer ähnlichen Zeit leben, daß heute wiederum ein ähnlicher Ruf an die Menschheit ergeht; allerdings so, wie es heute, wo die Menschheit nur äußerlich, nur auf dem physischen Plan sieht, sein muß: Aus unbekannten Geistestiefen heraus, welche die Menschheit nach und nach kennenlernen wird, ergeht der Ruf an die Menschheit, wiederum vorzubereiten etwas, was als neue, von hellseherischen Kräften wieder durchzogene Kultur der Zukunft dastehen soll. Eine Katastrophe wird kommen, ähnlich der atlantischen, und dann wird eine neue Kultur mit spirituellen Fähigkeiten aufgehen, die verknüpft sein wird mit dem, was wir die umfassende Bruderschaftsidee der Menschheit nennen.
[ 7 ] It should be mentioned in passing that we are living in a similar time today, that a similar call is once again being issued to humanity; though, of course, in the way it must be today, when humanity sees only outwardly, only on the physical plane: From unknown spiritual depths, which humanity will gradually come to know, the call goes out to humanity to once again prepare something that is to emerge as a new culture of the future, once more permeated by clairvoyant powers. A catastrophe will come, similar to that of Atlantis, and then a new culture with spiritual abilities will arise, one that will be linked to what we call the all-encompassing idea of the brotherhood of humanity.
[ 8 ] Auch heute kann nicht der Ruf an diejenigen ergehen und verstanden werden, welche an der Spitze unserer Kultur stehen. Die Stellung, welche die atlantischen Hellseher und Magier eingenommen haben, die dazu bestimmt waren sozusagen auszusterben mit ihrer Kultur, dieselbe Stellung nehmen heute diejenigen ein, die an der Spitze der Gelehrsamkeit und des äußeren industriellen Lebens stehen, die großen Erfinder und Entdecker der Gegenwart. So viel sie auch noch zu tun haben, sie nehmen dieselbe Stellung ein. Sie sehen verachtungsvoll herunter auf diejenigen, die etwas zu fühlen beginnen von dem spirituellen Leben, das folgen soll. Dieses Bewußtsein muß sich derjenige in die Seele pflanzen, der heute in seiner Mitarbeiterschaft gestärkt werden soll in den theosophischen Arbeitsgruppen. Wenn mit Verachtung geblickt wird auf die kleinen Konventikel von seiten der Führer der heutigen Kultur, so muß der, welcher fleißig in seiner Seele mitarbeitet an der Vorbereitung eines Zukünftigen, sich sagen: Auf diejenigen, die heute an der Spitze stehen mit ihrer intellektuellen Kraft, auf die ist nicht gerechnet. Gerade die, die von ihnen verachtet werden, von denen gesagt wird, daß sie nicht auf der Höhe der heutigen Gelehrsamkeit stehen, gerade diese Menschen werden heute gesammelt - so wie gesammelt worden sind die schlichten Leute der alten Atlantis von dem Führer des Sonnenorakels -, um vorzubereiten eine künftige Kultur, um die Morgenröte zu sein derselben, während in der Gelehrsamkeit die Abendröte der heutigen Kultur vor uns steht. Das sei nebenbei gesagt zur Stärkung derjenigen, die die Angriffe von Seite derer, die an der Spitze unserer Kultur wandeln wollen, auszuhalten und ihnen standzuhalten haben.
[ 8 ] Even today, this call cannot be directed to—or understood by—those at the forefront of our culture. The position once held by the Atlantean clairvoyants and magicians—who were destined, so to speak, to die out along with their culture—is now occupied by those at the forefront of scholarship and outward industrial life: the great inventors and discoverers of the present day. No matter how much they still have to do, they occupy the same position. They look down with contempt upon those who are beginning to sense something of the spiritual life that is to follow. This awareness must be planted in the soul of the one who is to be strengthened today in his or her collaboration within the theosophical working groups. When the leaders of today’s culture look down with contempt upon the small gatherings, then the one who is diligently working within his or her soul to prepare for the future must say to himself or herself: Those who stand at the forefront today with their intellectual power—they are not counted on. It is precisely those whom they despise—those said not to be on a par with today’s scholarship—precisely these people are being gathered today —just as the simple people of ancient Atlantis were gathered by the leader of the Solar Oracle—to prepare a future culture, to be its dawn, while in the realm of scholarship the twilight of today’s culture lies before us. Let this be said in passing to strengthen those who must endure and withstand the attacks from those who wish to lead our culture.
[ 9 ] Dieser große Eingeweihte des Sonnenorakels sammelte nun seine schlichten Leute in einer Gegend ungefähr westwärts vom heutigen Irland. Nun müssen wir uns die Situation klarmachen. Die Atlantis ging im Laufe langer, langer Zeiträume zugrunde. Immer wieder zogen mächtige Völkerschaften von Westen nach Osten. In den verschiedensten Gebieten von Asien, Europa und Afrika saßen Völker, die in verschiedenen Zeiten angekommen waren und sich mischten. Da brach auch der große Führer des Sonnenorakels mit seiner kleinen Schar auf, um in der Mitte von Asien eine Kolonie zu gründen, von der ausgehen sollten die Strömungen, welche die nachatlantischen Kulturen begründeten. Neben seinen schlichten Leuten hatte aber der große Führer noch etwas anderes mitgenommen. Und hier kommen wir an eines der Kapitel, wo wir eben ein durch das Zweigleben in der Geisteswissenschaft gefestigtes und etwas gestärktes Herz brauchen, um überhaupt eine Ahnung zu haben von der Wahrheit dessen, was da gesagt wird.
[ 9 ] This great initiate of the Sun Oracle now gathered his simple people in a region roughly west of present-day Ireland. Now we must understand the situation clearly. Atlantis perished over the course of long, long periods of time. Time and again, powerful peoples migrated from west to east. In various regions of Asia, Europe, and Africa lived peoples who had arrived at different times and intermingled. Then the great leader of the Sun Oracle, too, set out with his small band to found a colony in the heart of Asia, from which the currents that would give rise to the post-Atlantean cultures were to emanate. Along with his simple people, however, the great leader had taken something else with him. And here we come to one of the chapters where we need a heart that has been strengthened and somewhat fortified through the practice of spiritual science in order to have even the slightest inkling of the truth of what is being said here.
[ 10 ] Es inspizierte gleichsam der große Führer die andern Orakelstätten und er hatte aufzusuchen die größten Eingeweihten der verschiedenen Orakel. Nun gibt es eine gewisse Methode, durch die das in Ausführung gesetzt werden kann, was man nennen könnte «spirituelle Ökonomie». Sie wissen ja, und es ist ganz richtig, wenn es so geschildert wird, daß, nachdem der Mensch gestorben ist, sein Ätherleib sich auflöst. Nur ein Extrakt bleibt und wird mitgenommen. Das ist aber nur die elementare Wahrheit. Diese Wahrheit muß modifiziert werden, wenn man weiter aufsteigt in der spirituellen Erkenntnis, Nicht alle Ätherleiber aller Menschen werden in dieser Weise aufgelöst im allgemeinen Äther. Solche Ätherleiber, wie sie die größten Eingeweihten der sieben alten atlantischen Orakel hatten, sind wertvoll. In sie sind hineinverwoben die spirituellen Arbeiten dieser Eingeweihten, und es wäre gegen die spirituelle Ökonomie, wenn diese Ätherleiber der großen Eingeweihten einfach aufgelöst würden. Sie bleiben erhalten wie Modelle für eine spätere Zeit, und der große Eingeweihte des Sonnenorakels hatte die sieben Modelle der sieben bedeutendsten Eingeweihten aufzubewahren. Er nahm sie mit. Da er seine schlichte Schar hinüberführte nach Asien, nahm er die sieben Ätherleiber der sieben bedeutendsten Eingeweihten der alten Atlantis mit. So etwas ist möglich durch die Methoden, die in den Mysterien ausgebildet werden. So etwas kann man machen. Sie müssen sich durchaus spirituelle Vorgänge vorstellen und nicht etwa, daß man die Ätherleiber in Schachteln verpacken kann; aber man kann sie für spätere Zeiten aufbewahren.
[ 10 ] The great leader, as it were, inspected the other oracular sites, and he had to seek out the greatest initiates of the various oracles. Now, there is a certain method by which what might be called “spiritual economy” can be put into practice. As you know—and it is quite correct to describe it this way—after a person dies, their etheric body dissolves. Only an essence remains and is taken along. But that is merely the elementary truth. This truth must be modified as one ascends further in spiritual knowledge. Not all etheric bodies of all people dissolve in this way into the general ether. Such etheric bodies, as possessed by the greatest initiates of the seven ancient Atlantean oracles, are valuable. Woven into them are the spiritual works of these initiates, and it would be contrary to spiritual economy if these etheric bodies of the great initiates were simply dissolved. They are preserved as models for a later time, and the great initiate of the Solar Oracle was charged with preserving the seven models of the seven most significant initiates. He took them with him. As he led his humble company across to Asia, he took with him the seven etheric bodies of the seven most significant initiates of ancient Atlantis. Such a thing is possible through the methods taught in the Mysteries. It is indeed possible to do this. You must certainly imagine spiritual processes and not, for example, that one can pack the etheric bodies into boxes; but one can preserve them for later times.
[ 11 ] In Asien drüben machte nun der Führer folgendes: Von Generation zu Generation pflanzten sich fort die schlichten Leute, die als eine Schar sich um den Führer gesammelt hatten. Sie hatten vor allen Dingen eine ungeheure Ergebenheit und unendliche Anhänglichkeit an ihren großen Führer. Von Generation zu Generation pflanzten sie sich fort und ihre Erziehung wurde in bestimmter Weise klug und spirituell bedeutsam geleitet, so geleitet, daß nach langen Generationen folgendes möglich wurde, wiederum durch eine der Methoden, die in den Mysterien ausgearbeitet werden, die sich abspielen hinter den Kulissen des äußeren Lebens. Wir werden sehen, wie solche Methoden wirken. Es soll der heutige Vortrag der Anfang sein von vielen, die einzelnes dann erklären können.
[ 11 ] Over in Asia, the leader did the following: From generation to generation, the simple people who had gathered around the leader as a group continued to multiply. Above all, they possessed immense devotion and boundless loyalty to their great leader. From generation to generation they multiplied, and their upbringing was guided in a certain way—wisely and with spiritual significance—so that after many generations the following became possible, once again through one of the methods developed in the mysteries that take place behind the scenes of outer life. We shall see how such methods work. Today’s lecture is intended to be the first of many that will then explain these matters in detail.
[ 12 ] Es ist durch solche Methoden durchaus möglich, daß man, wenn der Mensch wiederum heruntersteigt zu einer neuen Verkörperung, wo er sich wiederum mit einem Ätherleib umgeben muß, daß man in diesen Ätherleib einverwebt einen alten Ätherleib, den man aufbewahrt hat. Und so wurde, als die Zeit gekommen war, da durch eine sorgfältige Erziehung der eingewanderten Schar und ihrer Nachkommen sieben Leute da waren, bei welchen so etwas vorgenommen werden konnte, es wurden ihnen einverwoben bei ihrer Geburt die aufbewahrten sieben Ätherleiber der sieben bedeutendsten Eingeweihten der atlantischen Orakel. Einer von denen, die da um den großen Führer des Sonnenorakels waren, bekam eingewoben den Ätherleib des bedeutendsten Saturneingeweihten, ein anderer den des Mars-, ein dritter den des Jupitereingeweihten und so weiter. Und so hatte der große Führer sieben Leute, denen einverwoben waren die sieben Ätherleiber der sieben bedeutendsten Eingeweihten der alten atlantischen Orakel. Wenn Sie diesen sieben Leuten begegnet wären irgendwo im Alltag, so würden Sie sie gefunden haben als schlichte Leute, denn sie waren nicht die wiederverkörperten Iche der atlantischen Eingeweihten, sondern waren eben schlichte Leute mit den neuen Fähigkeiten der nachatlantischen Zeit. In ihrem Ich unterschieden sie sich nicht besonders von dem, was sozusagen die erste schlichte primitive Kultur war in dieser Zeit unmittelbar nach der atlantischen Katastrophe. Aber in ihrem Ätherleib hatten sie die Kräfte der sieben großen atlantischen Eingeweihten. Wir haben hier eine Wiederverkörperung nicht des Ich, sondern der Ätherleiber der atlantischen Eingeweihten. So sehen wir, daß nicht nur das Ich sich wiederverkörpern kann, sondern daß auch das zweite Glied der menschlichen Wesenheit für sich sich wiederverkörpern kann. Und dadurch, daß diese Sieben aus der Gefolgschaft des großen Eingeweihten des Sonnenorakels diese Ätherleiber erhielten mit den Kräften, die eben von der atlantischen Zeit darinnen waren, dadurch waren sie große Inspirierte. Sie hatten in gewissen Stunden die Fähigkeit, hereinströmen zu lassen in ihre Ätherleiber die Kräfte, welche die Geheimnisse von Sonne, Mars, Saturn und so weiter enthüllten. Daher erschienen sie wie Inspirierte, die in ihrer Botschaft weit hinausreichten über das, was sie in ihrem Astralleib oder in ihrem Ich hätten beurteilen können. Wie ein wunderbarer harmonischer Chor wirkten zusammen die Botschaften, welche von den verschiedensten Gliedern der Welt zusammenklingen ließen diese Sieben, die in der Loge der sieben Rishis vereinigt und hinuntergeschickt wurden nach Indien, wo sie die uralte indische Kultur zu inspirieren hatten. Es ist uns viel und Großes von dieser Kultur in wunderbarer Form erhalten in den Veden, es ist uns Wunderbares erhalten von der tiefen wissenschaftlichen Art dieser indischen Kultur in den Upanishaden, in der Vedantaphilosophie und so weiter; aber das, was die alten heiligen Rishis gelehrt hatten, wo noch nichts niedergeschrieben worden ist, das ragt weit hinaus über das, was uns als Schönstes mitgeteilt worden ist in den indischen Schriften. Wie ein schwaches Nachklingen erweist sich das, was später aufgeschrieben worden ist. Denn von der uralt heiligen Kultur der Rishis wurde nichts aufgeschrieben, das pflanzte sich durch die Mysterien auf geistige Art fort.
[ 12 ] Through such methods, it is entirely possible that when a person descends once more into a new incarnation—where they must once again surround themselves with an etheric body—an old etheric body that has been preserved may be woven into this new etheric body. And so, when the time came—thanks to the careful upbringing of the immigrant group and their descendants—there were seven people with whom such a procedure could be carried out; at their birth, the preserved seven etheric bodies of the seven most eminent initiates of the Atlantean oracles were woven into them. One of those who were around the great leader of the Solar Oracle had the etheric body of the most prominent Saturn initiate woven into his own; another, that of the Mars initiate; a third, that of the Jupiter initiate; and so on. And so the great leader had seven people into whom were woven the seven etheric bodies of the seven most significant initiates of the ancient Atlantean oracles. If you had encountered these seven people somewhere in everyday life, you would have found them to be ordinary people, for they were not the reincarnated “I’s” of the Atlantean initiates, but were simply ordinary people with the new abilities of the post-Atlantean era. In their “I,” they did not differ particularly from what was, so to speak, the first simple, primitive culture of that time immediately following the Atlantean catastrophe. But in their etheric bodies they possessed the powers of the seven great Atlantean initiates. What we have here is a reincarnation not of the “I,” but of the etheric bodies of the Atlantean initiates. Thus we see that not only can the “I” reincarnate, but that the second member of the human being can also reincarnate in its own right. And because these seven, from the retinue of the great Initiate of the Solar Oracle, received these etheric bodies imbued with the powers that originated from the Atlantean era, they were great inspired beings. At certain times, they had the ability to allow the forces that revealed the mysteries of the Sun, Mars, Saturn, and so on to flow into their etheric bodies. Hence they appeared as inspired beings whose message extended far beyond what they could have judged in their astral body or in their “I.” Like a wondrous, harmonious choir, the messages—which resonated from the most diverse parts of the world—came together through these Seven, who were united in the Lodge of the Seven Rishis and sent down to India, where they were to inspire the ancient Indian culture. Much that is great and magnificent from this culture has been preserved for us in a wondrous form in the Vedas; wondrous insights into the profound scientific nature of this Indian culture have been preserved for us in the Upanishads, in Vedanta philosophy, and so on; but what the ancient holy Rishis taught—where nothing had yet been written down—far surpasses even the most beautiful teachings conveyed to us in the Indian scriptures. What was written down later proves to be but a faint echo. For nothing from the ancient, sacred culture of the Rishis was written down; it was passed down spiritually through the mysteries.
[ 13 ] Uns soll heute interessieren, wie Ätherleiber wiederverkörpert werden können und wie das, was in der alten atlantischen Zeit erarbeitet worden ist, durch die Mysterien herüberverpflanzt wurde durch den großen Eingeweihten des Sonnenorakels in die nachatlantische Zeit und in die erste Kultur, die indische Kultur, herübergetragen worden ist, welche so groß heraufstrahlt.
[ 13 ] Today we should be interested in how etheric bodies can be reincarnated and how what was developed in the ancient Atlantean era was carried over through the mysteries by the great initiate of the Solar Oracle into the post-Atlantean era and into the first culture—the Indian culture—which shines so brightly.
[ 14 ] Nur die Geheimnisse des Sonnenorakels selber konnten nicht unmittelbar gegeben werden im alten Indien. Daher sprechen diese sieben Rishis von einer Wesenheit, die jenseits ihrer Wissenssphäre war. Sie sprachen von jenem Wesen, das die Sonne selber führt und die Sonnenkräfte der Erde zuführt und von dem sie sagten, daß es jenseits ihrer Erkenntnismöglichkeit liegt, von dem Vishva-Karman. Dieser Vishva-Karman ist nichts anderes als der spätere Christus. Er wurde auch schon in der alten indischen Kultur verkündet.
[ 14 ] Only the secrets of the Solar Oracle itself could not be directly revealed in ancient India. Therefore, these seven Rishis speak of a being that lay beyond the scope of their knowledge. They spoke of that being who guides the Sun itself and channels the Sun’s powers to the Earth—and of whom they said that he lay beyond the reach of their understanding—the Vishva-Karman. This Vishva-Karman is none other than the later Christ. He was already proclaimed in ancient Indian culture.
[ 15 ] Der zweite bedeutsame Schüler des Eingeweihten des Sonnenorakels, der nun die Geheimnisse des Sonnenwesens übermittelt erhielt, war derjenige, der einst die zweite nachatlantische Kultur begründen sollte: Zarathustra. Nicht der Zarathustra, von dem die Gelehrsamkeit spricht. Es war in alten Zeiten so üblich, daß der Nachfolger eines großen Menschheitslehrers denselben Namen annahm wie der große Vorfahr. Von dem Zarathustra, von dem wir jetzt reden, redet allerdings kein Buch, sondern nur von seinem letzten Nachfolger reden die Bücher. Dieser uralte Zarathustra war es, welcher eine ururalte persische Kultur begründete, die zuerst die persischen Völker hinwies darauf, daß es in der Tat ebenso eine geistige Macht in der Sonne gibt, wie es eine physische gibt, die herunterströmt auf die Erde. So etwas suchte der alte Zarathustra in seinen Menschen zu erwecken, was wir charakterisieren können, indem wir sagen: Wenn wir die Augen auf die Pflanzen und alles andere, was ringsherum Leben hat, richten, wenn wir das tun, so müssen wir fragen: Was wäre es ohne Sonnenlicht? Aber wie das physische Sonnenlicht herunterfließt, so fließt herunter die spirituelle Kraft, deren Führer eine große überragende Wesenheit ist. Wie der Mensch seinen physischen Leib hat und seine Aura, diejenige Aura, die wir die kleine Aura nennen, so hat auch die Sonne ihren physischen Leib und ihre Aura: Ahura Mazdao, die große Aura, die Schar der großen Sonnenwesen mit ihrem Führer. Von diesem Ahura Mazdao oder Aura Mazdao, von der großen Aura sprach Zarathustra. Ebenso nun, wie der Zarathustra diese die Fortentwickelung bewirkende Kraft der Sonnenaura verkündete, so verkündete er auch die der Sonnenwesenheit feindlichen Kräfte als Ahriman. Das waren die Lehren Zarathustras äußerlich. Aber Zarathustra hatte seine intimen Schüler, die er einweihte in die großen Geheimnisse der Welt. Zwei der Schüler Zarathustras kommen für uns in Betracht. Dem einen der Schüler vermittelte der Zarathustra alle diejenigen Weistümer, die zum Hellsehen im Astralleibe führen. Er vermittelte ihm alles das, was man wahrnehmen kann in der Welt des physischen und geistigen Raumes sozusagen in derselben Zeit, in der man eben ist. So daß er einen Schüler hatte, der von ihm hellseherisch gemacht worden ist im astralischen Leibe, der hineinschauen konnte in die geistigen Welten der Astral- und Devachansphäre und in noch höhere Welten. Alles, was gleichzeitig ausgebreitet ist an physischen und geistigen Geheimnissen, wurde diesem Schüler übermittelt. Einem andern Schüler übermittelte er alles das, was man bezeichnen könnte als Lesen in der Akasha-Chronik, als jene hellseherische Kraft, die kommt, wenn der Ätherleib hellseherisch wird, wodurch der Mensch die verschiedenen Phasen der Entwickelung, die sich nacheinander abspielten, wahrnimmt. Während der eine übermittelt erhielt das, was gleichzeitig sich abspielt, erhielt der andere das übermittelt, was die Akasha-Chronik der Erde und Sonne selbst überhaupt ist, was sich nacheinander abspielt, und zum Verständnis der Erden- und Sonnenentwickelung führen kann. Dadurch, daß Zarathustra dieses seinen Schülern gegeben hat, wirkte er in der Richtung, daß nun die Kultur der nachatlantischen Zeit weitergehen konnte. Denn der eine Schüler wurde wiedergeboren als der große Inspirator, als der Einleiter der ägyptischen Kultur, als die Wesenheit, die wir kennen unter dem Namen Hermes, Hermes Trismegistos. Dieser Hermes hatte nun zugleich übermittelt erhalten, damit er verkündigen konnte die Botschaft von den höheren Welten und ihren Geheimnissen und sie einverleiben konnte der ägyptischen Kultur, er hat übermittelt erhalten durch Vorgänge, die bekannt sind in den Mysterien, den Astralleib des Zarathustra. So sehen wir, daß der Astralleib des Zarathustra aufbewahrt worden war durch jene Vorgänge, welche wir nach und nach kennenlernen werden, und nun übertragen wurde bei der Wiedergeburt des einen Schülers, übertragen wurde an Hermes. Wie ein Kleid trug Hermes diesen wiedergeborenen Astralleib des Zarathustra.
[ 15 ] The second significant disciple of the initiate of the Sun Oracle, who was now entrusted with the mysteries of the Sun Being, was the one who would one day found the second post-Atlantean culture: Zarathustra. Not the Zarathustra of whom scholarship speaks. In ancient times, it was customary for the successor of a great teacher of humanity to take the same name as the great ancestor. However, no book speaks of the Zarathustra we are now discussing; rather, the books speak only of his last successor. It was this ancient Zarathustra who founded an ancient Persian culture, which first pointed out to the Persian peoples that there is indeed a spiritual power in the Sun, just as there is a physical one that streams down to Earth. The ancient Zarathustra sought to awaken in his people something that we can characterize by saying: When we turn our eyes to the plants and everything else that is alive around us, when we do that, we must ask: What would it be without sunlight? But just as physical sunlight streams down, so does the spiritual power, led by a great, transcendent being. Just as human beings have their physical body and their aura—the aura we call the “small aura”—so too does the sun have its physical body and its aura: Ahura Mazdao, the “great aura,” the host of great solar beings with their leader. It was of this Ahura Mazdao—or Aura Mazdao—the great aura, that Zarathustra spoke. Just as Zarathustra proclaimed this power of the solar aura that brings about further development, so too did he proclaim the forces hostile to the solar being as Ahriman. Such were Zarathustra’s teachings on the surface. But Zarathustra had his inner circle of disciples, whom he initiated into the great mysteries of the world. Two of Zarathustra’s disciples are of particular interest to us. To one of these disciples, Zarathustra imparted all the wisdom that leads to clairvoyance in the astral body. He imparted to him everything that can be perceived in the world of physical and spiritual space, so to speak, at the very moment one is living in. Thus, he had a disciple whom he had made clairvoyant in the astral body, one who could look into the spiritual worlds of the astral and devachan spheres and into even higher worlds. Everything that is simultaneously unfolding in terms of physical and spiritual mysteries was imparted to this disciple. To another disciple, he imparted everything that could be described as “reading the Akashic Records”—that clairvoyant power which arises when the etheric body becomes clairvoyant, enabling a person to perceive the various phases of development that unfolded one after another. While one disciple received what unfolds simultaneously, the other received what the Akashic Records of the Earth and the Sun themselves actually are—that which unfolds successively and can lead to an understanding of the evolution of the Earth and the Sun. By imparting this to his disciples, Zarathustra worked to ensure that the culture of the post-Atlantean era could continue. For one of the disciples was reborn as the great inspirer, as the initiator of Egyptian culture, as the being we know by the name of Hermes, Hermes Trismegistus. This Hermes had, in addition, received a transmission—so that he could proclaim the message of the higher worlds and their mysteries and incorporate them into Egyptian culture—he had received, through processes known in the Mysteries, the astral body of Zarathustra. Thus we see that the astral body of Zarathustra had been preserved through those processes which we shall gradually come to know, and was now transferred at the time of one disciple’s rebirth—transferred to Hermes. Hermes wore this reborn astral body of Zarathustra like a garment.
[ 16 ] Auch der andere Schüler wurde wiedergeboren. Ihm sollte aufgehen alles das, was in der Akasha-Chronik der Erde sich darbietet. Er sollte einverwoben erhalten den Ätherleib des Zarathustra. Dazu mußte eine ganz besondere Sache sich abspielen. Er mußte in gewisser Weise aufleuchten haben in sich die Kräfte dieses Ätherleibes. Was da geschah, ist uns in der entsprechenden religiösen Urkunde in einer schönen, wunderbaren Weise angedeutet. Führen wir uns vor die Seele, wie sich das eigentlich abspielen mußte.
[ 16 ] The other disciple, too, was reborn. He was to come to understand everything that is revealed in the Akashic Records of the Earth. He was to receive the etheric body of Zarathustra as an integral part of himself. For this to happen, a very special event had to take place. In a certain sense, the powers of this etheric body had to be kindled within him. What happened there is hinted at in a beautiful, wondrous way in the relevant religious text. Let us visualize how this must actually have unfolded.
[ 17 ] Dieser wiedergeborene Schüler des Zarathustra hatte ja seinen eigenen Astralleib, sein eigenes Ich, und er erhielt einverwoben den Ätherleib des Zarathustra. Er mußte also als kleines Kind aufgehen fühlen die Kräfte aus diesem Ätherleib des Zarathustra, bevor noch die eigene Urteilskraft aus dem Astralleib angeregt war, bevor das Ich hineinpfuschte. Da mußte eine Art Initiation stattfinden. Als ganz kleines Kind, bevor noch die eigene individuelle Entwickelung mitspielte, mußten auferweckt werden in diesem wiedergeborenen Schüler die Kräfte des Ätherleibes des Zarathustra. Daher wurde das Kind eingeschlossen in ein Kästchen und ins Wasser gesetzt, so daß es abgeschlossen war von der übrigen Welt und diese nicht hineinspielen konnte. Da keimten auf die Kräfte des Ätherleibes des Zarathustra. Dieser wiedergeborene Schüler des Zarathustra ist nämlich Moses, und in der Erzählung von Moses und seiner Aussetzung haben wir nichts anderes gegeben als jenes tiefe Geheimnis, welches hinter den Kulissen der äußeren Welt vor sich gegangen ist, von der Aufbewahrung des Ätherleibes des Zarathustra und seiner Wiedererweckung in Moses. Dadurch konnten Hermes und Moses die nachatlantische Kultur so weiterleiten, wie es geschehen ist.
[ 17 ] This reincarnated disciple of Zarathustra did, after all, have his own astral body, his own “I,” and he received Zarathustra’s etheric body interwoven with his own. As a small child, he therefore had to feel the forces arising from this etheric body of Zarathustra, before his own power of judgment from the astral body had yet been awakened, before the “I” interfered. A kind of initiation had to take place. As a very small child, before his own individual development had yet come into play, the forces of Zarathustra’s etheric body had to be awakened within this reincarnated disciple. For this reason, the child was placed inside a small box and set in water, so that he was sealed off from the rest of the world and it could not interfere. There the forces of Zarathustra’s etheric body began to germinate. For this reincarnated disciple of Zarathustra is none other than Moses, and in the story of Moses and his abandonment we have presented nothing other than that profound mystery which took place behind the scenes of the outer world—the preservation of Zarathustra’s etheric body and its reawakening in Moses. This enabled Hermes and Moses to carry on the post-Atlantean culture in the way that it did.
[ 18 ] Hier haben wir Beispiele von Wiederverkörperungen von Ätherleibern, von der Wiederverkörperung eines Astralleibes. So daß wir nicht bloß sprechen von einer Wiederverkörperung des Ich, sondern von der Wiederverkörperung der Glieder der menschlichen Natur, die wir sonst auch kennengelernt haben: des Ätherleibes und Astralleibes. In der spirituellen Ökonomie liegt es begründet, daß dasjenige, was erobert worden ist, nicht zugrunde geht, sondern daß es erhalten bleibt und auf die Nachwelt verpflanzt wird. Aber auch in anderer Weise kann dies, was gesagt worden ist, geschehen. An einem andern Beispiel wollen wir sehen, wie es wiederum andere Methoden gibt, um die Vergangenheit in die Zukunft zu tragen.
[ 18 ] Here we have examples of the reincarnation of etheric bodies and of the reincarnation of an astral body. So we are not merely speaking of a reincarnation of the “I,” but of the reincarnation of the components of human nature that we have otherwise come to know: the etheric body and the astral body. It is inherent in the spiritual economy that what has been conquered does not perish, but is preserved and passed on to posterity. But what has been said can also come to pass in other ways. Let us consider another example to see how there are, in turn, other methods for carrying the past into the future.
[ 19 ] Sie erinnern sich an eine Persönlichkeit, welche in der Bibel erwähnt wird, an einen der Söhne des Noah, an den Stammvater des semitischen Volksstammes, an Sem. Es liegt - das ist auch okkultistisch nachzuweisen — hinter Sem eine Individualität, die wir als Stammindividualität der semitischen Völker bezeichnen müssen. Es stammen von diesem Urvater die semitischen Völker ab. Wenn so etwas sich vollzieht, daß von einem Stammvater eine Anzahl von Menschen abstammt, dann muß eine besondere Vorkehrung in der spirituellen Welt getroffen werden. Diese Vorkehrung spielte sich im besonderen Falle des Sem so ab: Es wurde für den Sem aus der geistigen Welt heraus ein eigener Ätherleib gewoben. Sem trug also einen Ätherleib, der aus der geistigen Welt heraus besonders gewoben wurde. Dadurch war er fähig geworden, in seinem eigenen Ätherleib eine besonders hohe Wesenheit aus der geistigen Welt zu tragen, eine hohe Wesenheit, die sich sonst nicht hätte verkörpern können auf der Erde, eine Wesenheit, die nicht imstande gewesen wäre, bis zum dichten physischen Leibe zu gehen, die sich nun so verkörperte, daß sie sich hineinbegeben konnte in den Ätherleib des Sem, so daß dieser Sem erstens er selber war - er hatte seinen physischen, Äther-, Astralleib und sein Ich -, daß dann aber in den Sem hineinverwoben war ein Ätherleib, der besonders zubereitet worden ist für den eben charakterisierten Zweck der Gründung eines Stammes. Aber in diesen Ätherleib war hineinverwoben eine andere hohe Wesenheit der geistigen Welt. So daß dem hellseherischen Bewußtsein, wenn es sich gegenübergestellt hätte dem Sem, sich dargestellt hätte der Sem selber und herausragend aus ihm, wie eine zweite Wesenheit, verbunden mit Sems Ätherleib, diese höhere Wesenheit, eine solche Wesenheit, die sich herabsteigend— also nicht Sem - gleichsam in einem Menschen verkörperte zu einer besondern Aufgabe. Die hat also nicht hinter sich verschiedene Inkarnationen wie die Menschen, sondern steigt in diese eine Inkarnation herab. Eine solche Wesenheit nennt man Avatar. Sie ist nicht menschlich heimisch in unserer Welt, sondern steigt herab, um einmal zu einer bestimmten Mission zu wohnen innerhalb dieser Welt.
[ 19 ] You will recall a figure mentioned in the Bible, one of Noah’s sons, the progenitor of the Semitic peoples: Shem. Behind Shem—and this can also be demonstrated occultistically—lies an individuality that we must describe as the tribal individuality of the Semitic peoples. The Semitic peoples are descended from this forefather. When something like this occurs—that a number of people are descended from a single progenitor—then a special arrangement must be made in the spiritual world. In the specific case of Shem, this arrangement took place as follows: A unique etheric body was woven for Shem from the spiritual world. Sem thus possessed an etheric body that had been specially woven from the spiritual world. Through this, he had become capable of carrying within his own etheric body a particularly high being from the spiritual world—a high being that otherwise could not have incarnated on Earth, a being that would not have been able to to descend all the way to the dense physical body, but which now incarnated in such a way that it could enter Sem’s etheric body—so that Sem, first of all, was himself—he had his physical, etheric, and astral bodies and his “I”—but that, at the same time, woven into Sem was an etheric body that had been specially prepared for the purpose just described: the founding of a tribe. But woven into this etheric body was another high being from the spiritual world. So that to the clairvoyant consciousness, had it been confronted with Sem, Sem himself would have appeared, and emerging from him, like a second being, connected to Sem’s etheric body, this higher being—a being that, descending—that is, not Sem—embodied itself, as it were, in a human being for a special task. This being, therefore, does not have various incarnations behind it like human beings do, but descends into this one incarnation. Such a being is called an avatar. It is not native to our world, but descends to dwell within this world for a specific mission.
[ 20 ] Dadurch, daß eine solche avatarische Wesenheit in einem Menschen wohnt, hat der Teil des Menschen, den dieser bewohnt, noch eine ganz besondere Eigenschaft. Er kann sich nämlich vervielfältigen. Geradeso wie wenn Sie ein Samenkorn in die Erde stecken und der Halm wächst heraus und Sie finden in der Ähre eine Vervielfachung des Kornes, so vervielfältigte sich der Ätherleib des Sem in viele Abbilder, und diese wurden einverwoben allen denjenigen, die zum Stamme Sem gehörten. So geht es. So haben wir in denjenigen, die echte Abkömmlinge waren des Sem, hineinverwoben in ihre eigenen Ätherleiber die Abbilder des Ätherleibes, der damals besonders zubereitet worden war als das Urbild in dem Sem.
[ 20 ] Because such an avatytic entity dwells within a human being, the part of the human being that it inhabits possesses a very special quality. Namely, it can multiply. Just as when you plant a seed in the ground and the stalk grows out, and you find a multiplication of the seed in the ear of grain, so the etheric body of Sem multiplied into many images, and these were woven into all those who belonged to the tribe of Sem. That is how it works. Thus, in those who were true descendants of Sem, the images of the etheric body—which had been specially prepared at that time as the archetype within Sem—were woven into their own etheric bodies.
[ 21 ] Aber noch in anderer Weise wurde dieser Ätherleib des Sem später benützt. Wie diese Benutzung war, können wir uns am besten vor die Seele rufen durch einen Vergleich. Sie können ein bedeutender europäischer Bildungsmensch sein. Wenn Sie aber zu den Hottentotten Ihre Bildung tragen wollen, müssen Sie die Hottentottensprache lernen. So müssen auch hohe Wesenheiten, die heruntersteigen, wenn sie die Menschheit führen wollen, sich einverweben die Kräfte, durch die sie auf der Erde zu den Menschen sprechen können. Nun gab es in einer späteren Entwickelungsphase des semitischen Volkes die Notwendigkeit, daß eine sehr bedeutende Wesenheit herabstieg auf die Erde, um sich den Menschen mitzuteilen und die Kultur weiterzuschieben. Diese Wesenheit, die erwähnt wird unter dem Namen Melchisedek, mußte nun sich gleichsam anziehen den erhaltengebliebenen Ätherleib des Sem, so daß wir in Melchisedeks Ätherleib einverwoben haben jenen Ätherleib, der einstmals in Sem vorhanden war, der von einem avatarischen Wesen bewohnt war und der wieder von Melchisedek benützt wird, damit er dem Abraham den Impuls zum Weiterstoß der semitischen Kultur geben kann. So haben wir wieder eine eigentümliche Art kennengelernt, wie der Ätherleib sich fortbildet in einem bestimmten Menschen, dann von einem bestimmten Menschen wiederum zu einer dazu ausersehenen Individualität führt.
[ 21 ] But this etheric body of the Sem was later used in yet another way. We can best bring this use to mind through a comparison. You may be a highly educated European. But if you wish to bring your education to the Hottentots, you must learn the Hottentot language. In the same way, when high beings descend to guide humanity, they must weave together the forces through which they can speak to people on Earth. Now, in a later phase of the Semitic people’s development, it became necessary for a very significant being to descend to Earth in order to communicate with humanity and advance their culture. This being, who is mentioned under the name Melchizedek, had to, as it were, don the preserved etheric body of Shem, so that we have woven into Melchizedek’s etheric body that etheric body which once belonged to Shem, which was inhabited by an avataric being, and which is now being used again by Melchizedek so that he can give Abraham the impulse to advance Semitic culture further. Thus we have once again come to know a peculiar way in which the etheric body develops within a particular human being and then, from that particular human being, passes on to a predestined individual.
[ 22 ] Solche Beispiele können wir bis in die neueste Zeit herauf verfolgen. Und wenn wir sie so herauf verfolgen, dann wird uns allmählich klar, was der Okkultismus heute schon wirklich sagen kann: Bei den meisten Menschen der Gegenwart haben wir gar nicht mehr einen Ätherleib, der ursprünglich, oder einen Astralleib, der ursprünglich herausgewoben wurde aus dem allgemeinen Weltengewebe. Fast jeder Mensch hat ein Stück in seinem Äther- und Astralleib, das aus alten Zeiten aufbewahrt worden ist, weil in der spirituellen Ökonomie das Brauchbare immer weiter und weiter aufbewahrt wird.
[ 22 ] We can trace such examples right up to the present day. And as we trace them back in this way, it gradually becomes clear to us what occultism can truly tell us today: For most people today, we no longer have an original etheric body or an original astral body that was woven from the general fabric of the world. Almost every person has a fragment in their etheric and astral bodies that has been preserved from ancient times, because in the spiritual economy, what is useful is preserved further and further.
[ 23 ] Es seien noch aus der neuen Zeit zwei Beispiele erwähnt, die uns veranschaulichen können, in welcher Art die Geheimnisse von Zeit zu Zeit wirken. Zunächst das Beispiel, das anknüpft an die Persönlichkeit, die Sie erwähnt finden in meiner «Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung», an Nikolaus von Kues. Wenn Sie seine Schriften lesen, so finden Sie eine, die von ihm genannt ist «De docta ignorantia», die gelehrte Unwissenheit, obwohl mehr Gelehrsamkeit drinnensteckt als in manchem Buch, das sich gelehrte Wissenheit nennt. Sie heißt aus gewissen Gründen so. Wenn Sie andere seiner Schriften lesen, so werden Sie finden, daß in merkwürdiger Weise hineinverwoben ist die prophetische Vorherverkündigung des Weltbildes des Kopernikus. Ganz drinnen ist es für den, der da lesen will. Bei Kopernikus erst war die Sache so, daß die Welt reif war, in der unmittelbaren Gestalt dieses Weltbild entgegenzunehmen. Wenn man den Zusammenhang durchforscht, so bekommt man folgendes heraus. In dem Nikolaus von Kues steckte in einem seiner Wesensglieder eine sehr hohe alte Individualität. Dadurch war es möglich, daß der Astralleib des Nikolaus von Kues aufbewahrt wurde und hinübergeleitet wurde so, daß er eingewoben werden konnte dem Nikolaus Kopernikus, so daß dieser einverwoben hatte den Astralleib des Nikolaus von Kues. Daher konnte in ihm gleichsam auferstehen, was Nikolaus von Kues in sich hatte. Das ist ein solches Beispiel, wie der Astralleib sich wiederverkörpert hat.
[ 23 ] Let us mention two examples from modern times that can illustrate to us the way in which mysteries work from time to time. First, the example that ties in with the figure you mentioned in my Mysticism at the Dawn of Modern Intellectual Life and Its Relationship to the Modern Worldview—Nicholas of Cusa. If you read his writings, you will find one that he calls “De docta ignorantia,” or “learned ignorance,” although it contains more scholarship than many a book that calls itself a work of learned knowledge. It is called this for certain reasons. If you read his other writings, you will find that the prophetic foreshadowing of Copernicus’s worldview is woven into them in a remarkable way. It is right there for those who wish to read it. It was only with Copernicus that the world was ripe to receive this worldview in its immediate form. If one explores the connection, one discovers the following. Within Nicholas of Cusa, in one of his essential elements, lay a very high, ancient individuality. This made it possible for the astral body of Nicholas of Cusa to be preserved and guided over in such a way that it could be woven into Nicholas Copernicus, so that the latter had woven the astral body of Nicholas of Cusa into himself. Thus, what Nicholas of Cusa possessed within himself was, as it were, able to be resurrected in him. This is an example of how the astral body has reincarnated.
[ 24 ] Ein anderes Beispiel ist das Folgende: Diejenigen unter Ihnen, die nachgedacht haben über die Sache, wissen, welche ungeheure Bedeutung für das neue Denken Galilei hat. Denn es gäbe eigentlich unsere ganze Physik nicht, wenn es nicht Galilei gegeben hätte. Die ganze Art, wie heute physikalisch gedacht wird, führt zurück auf Galilei. Jeder Schulknabe findet heute in den allerersten, in den elementaren Büchern, daß es das Beharrungsvermögen oder das Trägheitsgesetz gibt, das besagt, daß ein Körper in der Bewegung, in der er sich befindet, zu bleiben trachtet, bis ein Hindernis kommt. Also wenn wir etwas werfen, so wird das vermöge seiner eigenen Trägheit weiterfliegen, bis ein Hindernis kommt. So denkt man heute, und so wird es den Kindern in den Schulbüchern beigebracht. Vor Galilei dachte man nicht so. Da dachte man: Wenn ein Stein weitergeworfen wird, so könnte er nicht fliegen, wenn die Luft ihn nicht weitertreiben, nicht hinten anschieben würde. Ganz anders wurde da über diese Dinge gedacht. Also die Gesetze des Falles, der Pendelbewegung, die Gesetze der einfachen Maschine, alles das ist zurückzuführen auf Galilei. Galilei schöpfte seine Erkenntnisse aus einer gewissen Inspiration heraus. Ich will Sie nur daran erinnern, wie er die Pendelgesetze erkannte an jener schwingenden Kirchenlampe im Dome von Pisa. Eine geniale Tat war die Entdeckung der Pendelgesetze durch Galilei! Viele Menschen sind an dieser Lampe vorübergegangen und ihnen ist nichts eingefallen. Dem Galilei sind aufgegangen die großen mechanischen Grundgesetze. Ein solcher Mensch, der in dieser Weise inspiriert sein kann, hat einen Ätherleib, welchen verfallen zu lassen widersprechen würde der spirituellen Ökonomie. Dieser Ätherleib wurde ebenfalls aufbewahrt und nach verhältnismäßig kurzer Zeit erscheint er wieder. Er wird verwendet so, daß er einverwoben wird einer Persönlichkeit, die ebenfalls Bedeutsames leistete. Einverwoben wurde er derjenigen Persönlichkeit, die in einem ganz fernen Bauerndorfe Rußlands aufwächst, da eines Tages den Eltern durchgeht und aufbricht nach Moskau. Schon bald entwickelt sich bei diesem Menschen eine hohe Begabung und schnell macht er in Schulen Rußlands und Deutschlands alles das durch, was ihn sozusagen auf die Höhe der Kultur seiner Zeit bringen kann. Er hatte nur nachzuholen, was über die Erde gegangen war seit der Zeit, seit er als Galilei - im Ätherleib gestorben war. Und dann wird dieser selbe Mensch sozusagen der Begründer der ganzen klassischen Literatur in Rußland. Wie aus dem Nichts heraus schafft er diese Schriften. Aber nicht nur dieses, er wird auch ein bedeutender Anreger auf allen Gebieten der Mechanik, des physikalischen und chemischen Lebens der Wissenschaft. Es ist Michail Lomonossow, der da also durchaus nur dadurch zu seiner reformatorischen Tat kommen konnte, daß ihm einverwoben war der Ätherleib des Galilei. Wenn wir sehen, wie gegen das Ende des 17. Jahrhunderts Galilei stirbt und am Anfange des 18. Jahrhunderts Michail Lomonossow geboren wird mit demselben Ätherleib, so sehen wir eine von jenen intimen Wiederverkörperungen, wo ein anderes Wesensglied als das Ich wiederverkörpert wird. Solche Dinge führen uns tief hinein in das Verständnis des ganzen Hergangs der Menschheitsentwickelung und sie führen uns zum Verständnis mancher andern Tatsachen, die sich entwickelt haben im Laufe der Zeit und die zu unserer Gegenwart heraufgeführt haben.
[ 24 ] Here is another example: Those of you who have given this matter some thought know what immense significance Galileo has for modern thinking. For, in fact, our entire field of physics would not exist if it weren’t for Galileo. The entire way of thinking about physics today can be traced back to Galileo. Every schoolboy today learns in the very first, elementary textbooks that there is the principle of inertia, which states that a body in motion tends to remain in that state until it encounters an obstacle. So when we throw something, it will continue to fly by virtue of its own inertia until it encounters an obstacle. That is how people think today, and that is what children are taught in their textbooks. Before Galileo, people did not think that way. Back then, they thought: If a stone is thrown, it could not fly unless the air propelled it forward, pushing it from behind. People thought about these things quite differently back then. So the laws of falling bodies, pendulum motion, the laws of simple machines—all of that can be traced back to Galileo. Galileo drew his insights from a certain inspiration. I just want to remind you of how he discovered the laws of the pendulum by observing that swinging church lamp in the Cathedral of Pisa. Galileo’s discovery of the laws of the pendulum was a stroke of genius! Many people have walked past that lamp, and nothing occurred to them. But to Galileo, the great fundamental laws of mechanics became clear. A person who can be inspired in this way possesses an etheric body; to allow it to decay would contradict spiritual economy. This etheric body was also preserved, and after a relatively short time, it reappeared. It was woven into the personality of someone who, in turn, accomplished something significant. It was woven into the personality of a person who grew up in a remote farming village in Russia, who one day left his parents and set off for Moscow. Very soon, this person developed a remarkable talent, and he quickly worked his way through the schools of Russia and Germany, mastering everything that could, so to speak, bring him up to the cultural level of his time. He merely had to catch up on what had transpired on Earth since the time he had died—as Galileo—in his etheric body. And then this very same person became, so to speak, the founder of all classical literature in Russia. As if out of nowhere, he produces these writings. But not only that—he also becomes a significant driving force in all fields of mechanics and in the physical and chemical aspects of scientific life. It is Mikhail Lomonosov, who could only achieve his reformatory work precisely because the etheric body of Galileo was interwoven within him. When we see how Galileo died toward the end of the 17th century and Mikhail Lomonosov was born at the beginning of the 18th century with the same etheric body, we see one of those intimate reincarnations in which a part of the being other than the “I” is reincarnated. Such things lead us deep into an understanding of the entire course of human development, and they lead us to an understanding of many other facts that have unfolded over the course of time and have brought us to the present.
[ 25 ] Der größte Avatar auf der Erde war Christus selber, der Christus, der gewohnt hat durch drei Jahre hindurch in den drei Leibern des Jesus von Nazareth. Dadurch, daß der Christus gewohnt hat in den drei Leibern des Jesus von Nazareth als Avatar, dadurch ist es auch möglich geworden, daß für diese drei Leiber, vor allen Dingen für Astral- und Ätherleib des Jesus etwas eintrat, was ich eben charakterisiert habe: eine Vervielfältigung. In der Tat, nachdem das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hatte, waren in der geistigen Welt durch die wunderbare Ökonomie in vielen, vielen Abbildern vorhanden der Astralleib und Ätherleib des Jesus von Nazareth. Also: wie wenn wir die Urbilder hätten im Astral- und Ätherleib des Jesus von Nazareth, und jetzt waren viele Abbilder da. Dadurch, daß ein Avatar hineinfährt in eine menschliche Hülle, dadurch wird sie auseinandergetrieben und ist in vielen Abbildern da. Nun hatten diese Abbilder des Astralleibes und Ätherleibes des Jesus von Nazareth im Verhältnis zum Beispiel zu den Abbildern des Ätherleibes des Sem noch eine besondere Eigenschaft. Die Abbilder des Ätherleibes des Sem konnten nur eingepflanzt werden denjenigen, die abstammten von Sem, während die Astral- und Ätherleiber, die abstammten von dem Astral- und Ätherleib des Jesus von Nazareth, einverpflanzt werden konnten allen Menschen der verschiedensten Völker und Rassen. Jedem, der sich durch seine eigene Entwickelung reif gemacht hatte, so etwas in seinen eigenen Astral- oder Ätherleib einverwoben zu erhalten, welcher Rasse er auch angehört, konnte einverpflanzt werden dieser Astralund Ätherleib, die Abbilder waren des Urbildes vom Astralleibe und Ätherleibe des Jesus von Nazareth. Und wir sehen in der nachfolgenden Entwickelung des Christentums, wie sich hinter den äußeren geschichtlichen Ereignissen merkwürdige Dinge vollziehen, die erst erklärlich machen den äußerlichen Verlauf der Ereignisse selber.
[ 25 ] The greatest Avatar on Earth was Christ Himself—the Christ who dwelt for three years in the three bodies of Jesus of Nazareth. Because the Christ dwelt in the three bodies of Jesus of Nazareth as an Avatar, it also became possible for these three bodies—above all for the astral and etheric bodies of Jesus—to undergo what I have just described: a multiplication. In fact, after the Mystery of Golgotha had been accomplished, the astral and etheric bodies of Jesus of Nazareth were present in the spiritual world in many, many images through this wondrous economy. So: it was as if we had the archetypes in the astral and etheric bodies of Jesus of Nazareth, and now there were many images of them. When an avatar enters a human vessel, it causes that vessel to expand and manifest in many images. Now, these images of the astral and etheric bodies of Jesus of Nazareth possessed a special quality in comparison, for example, to the images of the etheric body of Shem. The images of Shem’s etheric body could be implanted only in those descended from Shem, whereas the astral and etheric bodies derived from the astral and etheric body of Jesus of Nazareth could be implanted in all people of the most diverse peoples and races. Anyone who, through their own development, had become ready to receive such a thing woven into their own astral or etheric body—regardless of their race—could have these astral and etheric bodies implanted; the images were of the archetype of the astral and etheric bodies of Jesus of Nazareth. And in the subsequent development of Christianity, we see how, behind the outward historical events, remarkable things take place that alone make the outward course of the events themselves understandable.
[ 26 ] Wie ist die Verbreitung des Christentums? In den ersten Jahrhunderten so, daß wir sagen können: Es ist diese Verbreitung auf den physischen Plan angewiesen. Wir sehen auch betont, daß durch dasjenige, was auf dem physischen Plan lebt, das Christentum fortgepflanzt wird. Wird es doch von den Aposteln hervorgehoben, daß der Fortpflanzung des Christentums die unmittelbare, sinnenfällige Wahrnehmung zugrunde liegt. «Wir haben unsere Hände in seine Wundmale gelegt», das wird angeführt zum Beweise dafür, daß der Christus in einem Menschenleibe gewandelt hat. Betont wurde sozusagen das, was der physische Plan als Unterlage für die Entwickelung des Christentums bieten konnte. Es wird immer erwähnt, wie diejenigen, die noch selber Schüler der Apostel waren, das Christentum fortgepflanzt hatten, indem hervorgehoben wird, daß sie gekannt haben solche, die noch dem Herrn selber gefolgt sind. Also sozusagen auf den Augenschein wird gebaut. Und in einem noch tieferen Sinne wird bis Augustinus hin auf den Augenschein gebaut. Augustinus sagt: Ich würde an die Wahrheit der Evangelien nicht glauben, wenn mich nicht die Autorität der katholischen Kirche dazu zwänge. - Warum also glaubt er? Weil er der Ansicht ist, daß die sichtbare Kirche dieses Evangelium von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, von Jahrhundert zu Jahrhundert auf dem physischen Plan fortgepflanzt hat. Aber in den folgenden Jahrhunderten, von dem 5. bis zum 10. Jahrhundert, da geschieht diese Fortpflanzung auf andere Weise. Warum und wie? Das ist lehrreich, wenn wir den spirituellen Fortgang der Menschheitsentwickelung verfolgen wollen.
[ 26 ] How did Christianity spread? In the early centuries, we can say that this spread depended on the physical plane. We also see clearly that Christianity is propagated through that which lives on the physical plane. After all, the apostles emphasize that the propagation of Christianity is based on immediate, sensory perception. “We have laid our hands on his wounds”—this is cited as proof that Christ walked in human form. In a sense, what was emphasized was what the physical plane could offer as a foundation for the development of Christianity. It is always mentioned how those who were themselves disciples of the apostles propagated Christianity, with the emphasis placed on the fact that they knew those who had followed the Lord himself. Thus, so to speak, reliance is placed on outward appearance. And in an even deeper sense, up until Augustine, the emphasis was on outward appearances. Augustine says: “I would not believe in the truth of the Gospels if the authority of the Catholic Church did not compel me to do so.”—So why does he believe? Because he is of the opinion that the visible Church has perpetuated this Gospel from decade to decade, from century to century, on the physical plane. But in the centuries that followed—from the 5th to the 10th century—this transmission took place in a different way. Why and how? This is instructive if we wish to trace the spiritual progress of human development.
[ 27 ] Die Art der Fortpflanzung in dieser Periode können Sie sich veranschaulichen, wenn Sie zum Beispiel ein solches Werk nehmen wie die altsächsische Evangelienharmonie, den «Heliand». Da haben Sie das, was die Christus-Idee ist, die Anschauung vom Christus-Wesen, durch eine Art Eingeweihten dargestellt. Der Heliand, den der sächsische Eingeweihte darstellt, ist übersinnlich; aber er wird eingekleidet nicht in die Ereignisse von Palästina, sondern wie ein Fürst eines germanischen Stammes. Die Jünger sind einzelne Leute aus germanischen Ländern. Das ganze Christentum ist da getaucht in ein mitteleuropäisches Kleid. Warum? Weil der Eingeweihte, der hinter dem Heliand steht, der, angeregt durch Ludwig den Frommen, diese Geschichte schrieb, ein hellseherisches Vermögen hatte, um den Christus in einer ähnlichen Weise zu sehen wie Paulus selber bei dem Ereignis von Damaskus. Dadurch, daß durch das Ereignis von Golgatha die Christus-Wesenheit sich verbunden hat dem Astralleibe der Erde, dadurch hat er die Erdenaura mit seiner Kraft durchdrungen, und als der Paulus hellseherisch geworden war, konnte er wahrnehmen: der Christus ist da. Er hat sich nicht zum Glauben bewegen lassen durch das, was in Palästina geschehen war; aber dadurch, daß er ihn selber gesehen hat, ihn, der einverwoben war der Erde, dadurch war aus Saulus ein Paulus geworden. Ähnlich sah den ewigen, den auferstandenen Christus, den Christus, der in der geistigen Welt lebt seit Golgatha, der Verfasser des «Heliand», und ihm war er wichtiger als der historische Christus von Palästina. Er kleidet ihn in ein anderes Bild ein; denn nicht das äußere Bild war ihm das Wichtige, sondern der geistige Christus. Warum konnte der, der den «Heliand» schrieb, ein solches Bild aus hellseherischer Anschauung mitteilen? Weil seinem Ätherleib einverwoben war ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth. Denn in diesen Jahrhunderten, von dem 5., 6. bis ins 9., 10. Jahrhundert hinein wurde in die Ätherleiber derer, die etwas leisten sollten für den Fortgang des Christentums, hineinverwoben ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth. Ein solcher, der ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth einverwoben hatte, war der Schreiber des «Heliand».
[ 27 ] You can get a sense of the nature of spiritual development during this period by examining, for example, a work such as the Old Saxon Gospel Harmony, the “Heliand.” There you have what the Christ-idea is—the conception of the Christ-being—as portrayed by a kind of initiate. The Heliand, as portrayed by the Saxon initiate, is supernatural; but he is not clothed in the events of Palestine, but rather as a prince of a Germanic tribe. The disciples are individuals from Germanic lands. The whole of Christianity is steeped there in a Central European context. Why? Because the initiate behind the Heliand—who, inspired by Louis the Pious, wrote this story—possessed clairvoyant abilities that allowed him to see Christ in a manner similar to that of Paul himself at the event on the road to Damascus. Because, through the event at Golgotha, the Christ-being united itself with the astral body of the Earth, thereby permeating the Earth’s aura with its power; and when Paul had become clairvoyant, he was able to perceive: the Christ is here. He was not moved to faith by what had happened in Palestine; but because he saw him himself—the one who was interwoven with the Earth—Saul became Paul. Similarly, the author of the Heliand saw the eternal, the risen Christ—the Christ who has lived in the spiritual world since Golgotha—and to him, this Christ was more important than the historical Christ of Palestine. He clothes him in a different image; for it was not the outer image that mattered to him, but the spiritual Christ. Why was the author of the Heliand able to convey such an image based on clairvoyant perception? Because interwoven with his etheric body was an image of the etheric body of Jesus of Nazareth. For in those centuries—from the 5th and 6th centuries through the 9th and 10th centuries—an image of the etheric body of Jesus of Nazareth was woven into the etheric bodies of those who were to contribute to the advancement of Christianity. One such person, who had an image of the etheric body of Jesus of Nazareth woven into his own, was the author of the Heliand.
[ 28 ] Aber viele haben solch ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth einverwoben erhalten. Daher sehen wir, daß in diesen Jahrhunderten diese Menschen in Imaginationen lebten, welche sich anschlossen an die Ereignisse von Golgatha. Alle diejenigen, die die Urbilder des Heilands am Kreuze, der Maria mit dem Jesuskinde geschaffen haben, die nachher wiederholt wurden, es waren solche Leute, die zu diesen bildlichen Darstellungen des Ereignisses von Golgatha und was damit zusammenhängt, gekommen waren dadurch, daß ihnen einverwoben war in den eigenen Ätherleib ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth. In diesen Zeiten sind wie typisch diese Bilder entstanden dadurch, daß diese Leute hellseherisch waren. Dadurch entstanden die Dinge, die sich fortpflanzten dann durch die Tradition. Was wir an bildlichen Darstellungen des Ereignisses von Golgatha haben, es rührt her von Leuten, denen einverwoben waren solche Abbilder des Ätherleibes des Jesus. Sie schauten gerade dadurch in ihren Visionen das Ereignis von Golgatha und was damit zusammenhängt. Auch derjenige, der die «Einteilung der Natur» geschrieben hat zur Zeit Karls des Kahlen, Johannes Scotus Erigena, er hat einverwoben gehabt ein Abbild des Ätherleibes des Jesus. Und vom 11., 12., 13. bis 15. Jahrhundert, da kamen dann die Menschen, die einverwoben erhielten in ihren eigenen Astralleib ein Abbild des Astralleibes des Jesus von Nazareth.
[ 28 ] But many have received such an image of the etheric body of Jesus of Nazareth woven into their consciousness. Therefore, we see that during these centuries, these people lived in imaginings connected to the events of Golgotha. All those who created the archetypal images of the Savior on the cross and of Mary with the infant Jesus—images that were later repeated—were people who had arrived at these pictorial representations of the events of Golgotha and everything connected with them because an image of the etheric body of Jesus of Nazareth had been woven into their own etheric bodies. In those times, these images typically arose because these people possessed clairvoyant abilities. This gave rise to the works that were then passed down through tradition. The pictorial representations of the events at Golgotha that we have today stem from people in whom such images of the etheric body of Jesus were woven. It was precisely through this that they beheld in their visions the event at Golgotha and all that is connected with it. Even Johannes Scotus Erigena, who wrote The Division of Nature during the time of Charles the Bald, had an image of the etheric body of Jesus woven into his own being. And from the 11th, 12th, 13th, through the 15th centuries, there came people who had woven into their own astral bodies an image of the astral body of Jesus of Nazareth.
[ 29 ] So sehen wir in den Jahrhunderten, vom 5. bis 10. Jahrhundert, Menschen geboren werden, die in ihren Ätherleib einverwoben erhielten ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth, bei den späteren Menschen, vom 11. bis 15. Jahrhundert, sehen wir in den eigenen Astralleib hineinverwoben Abbilder des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Dadurch wird uns manche Persönlichkeit dieser Zeit verständlich. Wie wird uns eine solche Persönlichkeit, die in den eigenen Astralleib ein Abbild des Astralleibes des Jesus einverwoben hat, erscheinen? Das Ich des Jesus ist ja nicht etwa verkörpert in diesen Menschen; das Ich ist von dieser Persönlichkeit selber. Durch das Urteil des Ich kann mancher Irrtum hineinkommen in sein Leben, aber dadurch, daß in den Astralleib hineinverwoben ist dieses große Abbild des großen Urbildes, dadurch wird Hingebung, dadurch wird in allen Gefühlen, in alledem, was diesen Astralleib durchwebt, etwas erscheinen, mit dem vielleicht das Ich selber in Widerspruch steht, das aber gerade alles, was im Astralleib wurzelt, als etwas Besonderes erscheinen läßt. Nehmen Sie Franz von Assisi! Da haben Sie eine Persönlichkeit, in deren Astralleib einverwoben war ein Abbild des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Mögen Sie manches Extreme in Franz von Assisi finden: sein Ich hat es getan, das war nicht auf derselben Höhe wie der Astralleib. Aber studieren Sie jetzt die Seele des Franz von Assisi unter der Voraussetzung, daß sein Ich nicht immer das richtige Urteil fällen konnte über die wunderbaren Gefühle und die wunderbare Demut des Astralleibes, so werden Sie ihn verstehen. In Franz von Assisi war wiederverkörpert ein Abbild des Astralleibes des Jesus von Nazareth. In sehr vielen Leuten damals waren solche Abbilder gerade im Astralleibe wiederverkörpert. Bei Franziskanern und Dominikanern finden Sie viele, welche solche Abbilder des Astralleibes damals verkörpert haben. Auch bei andern Persönlichkeiten der damaligen Zeit, die Sie nur verstehen können, wenn Sie sie so betrachten, war es so. Zum Beispiel war die berühmte heilige Elisabeth von Thüringen eine solche Persönlichkeit, in welcher ein Abbild des Astralleibes von Jesus von Nazareth einverwoben war. So wird uns das, was äußerlich geschieht, erst verständlich, wenn wir sehen, wie das Geistige gegeben wird von Zeit zu Zeit, wie es sich im Laufe der Zeit fortpflanzt.
[ 29 ] Thus, over the centuries from the 5th to the 10th century, people are born who have received, woven into their etheric bodies, an image of the etheric body of Jesus of Nazareth; in later people, from the 11th to the 15th centuries, we see images of the astral body of Jesus of Nazareth woven into their own astral bodies. This helps us understand many personalities of that time. How will such a personality—who has had an image of the astral body of Jesus woven into their own astral body—appear to us? For the “I” of Jesus is not, after all, embodied in these people; the “I” belongs to this personality itself. Through the judgment of the “I,” certain errors may find their way into his life, but because this great image of the great archetype is interwoven into the astral body, devotion arises, thereby causing something to emerge in all feelings, in everything that permeates this astral body—something with which the “I” itself may be at odds, but which precisely makes everything rooted in the astral body appear as something special. Take Francis of Assisi! There you have a personality in whose astral body was woven an image of the astral body of Jesus of Nazareth. You may find many extremes in Francis of Assisi: his “I” was responsible for them; they were not on the same level as the astral body. But if you now study the soul of Francis of Assisi on the assumption that his “I” was not always able to make the correct judgment regarding the wondrous feelings and the wondrous humility of the astral body, then you will understand him. In Francis of Assisi, an image of the astral body of Jesus of Nazareth was reincarnated. In very many people at that time, such images were reincarnated precisely in the astral body. Among the Franciscans and Dominicans, you will find many who embodied such images of the astral body at that time. This was also the case with other figures of that era, whom you can only understand if you view them in this light. For example, the famous Saint Elizabeth of Thuringia was such a figure, in whom an image of the astral body of Jesus of Nazareth was woven. Thus, what happens outwardly only becomes understandable to us when we see how the spiritual is bestowed from time to time, how it perpetuates itself over the course of time.
[ 30 ] Als nun der Christus in dem Jesus von Nazareth sich verkörperte, wurde ferner in dem Astralleibe des Jesus von Nazareth etwas wie ein Abdruck des Ich geschaffen. Wir können uns leicht vorstellen, wenn dies die Christus-Wesenheit ist, die in den Astralleib sich hineinbegibt, daß dann in den umliegenden Partien des Astralleibes etwas wie ein Abbild entsteht [Es wurde offenbar an die Tafel gezeichnet]. Dieses Abbild des Ich von dem Christus [in dem Leibe des} Jesus hatte nun zahlreiche Vervielfältigungen hervorgerufen, die in der geistigen Welt sozusagen aufbewahrt blieben. Einzelne hatten in ihrem eigenen Ich gleichsam als Propheten einer neuen Zeit etwas einverwoben erhalten, so zum Beispiel einige der deutschen Mystiker, die deshalb den inneren Christus mit solcher Inbrunst verkündeten, weil sich etwas wie ein Abbild des Ich des Christus in ihnen verkörpert hat; aber ein Abbild natürlich! Erst die Menschen, welche nach und nach sich vorbereiten zum vollen Christus-Verständnis, die durch die Erkenntnis der spirituellen Welten verstehen werden, was der Christus ist, indem er von Zeit zu Zeit, sich wandelnd, immer wieder sich findet im Fortgang der Erdenentwickelung, die werden nach und nach reif, dieses ChristusErlebnis in sich zu haben, sozusagen die wartenden Abbilder des Christus-Ich, das der Christus im Leibe des Jesus durch einen Abdruck gebildet hat, dieses Ich aufzunehmen.
[ 30 ] When the Christ incarnated in Jesus of Nazareth, something like an imprint of the “I” was also created in the astral body of Jesus of Nazareth. We can easily imagine that when the Christ-being enters the astral body, something like an image is formed in the surrounding parts of the astral body [It was apparently drawn on the blackboard]. This image of the “I” of the Christ [in the body of] Jesus had now given rise to numerous copies, which were, so to speak, preserved in the spiritual world. Some individuals had, as it were, woven something into their own “I” as prophets of a new age—for example, some of the German mystics, who proclaimed the inner Christ with such fervor precisely because something like an image of the Christ’s “I” had become embodied within them; but an image, of course! Only those people who are gradually preparing themselves for a full understanding of Christ—who, through knowledge of the spiritual worlds, will come to understand what Christ is—will, as He appears time and again, in ever-changing forms, is found again and again in the course of Earth’s evolution—it is they who gradually become ripe to have this experience of Christ within themselves, to receive, so to speak, the waiting images of the Christ-I that Christ formed in the body of Jesus through an imprint.
[ 31 ] Das gehört zu der inneren Mission der spirituellen Weltenströmung, die Menschen dazu vorzubereiten, ihr Seelisches so reif zu machen, daß nun auch eine immer größere und größere Anzahl von Menschen ein Abbild der Ich-Wesenheit des Christus Jesus in sich aufnehmen kann. Denn so ist der Gang der christlichen Entwickelung: Erst die Fortpflanzung auf dem physischen Plan, dann die Fortpflanzung durch die Ätherleiber, dann durch die Astralleiber, die vielfach die wiederverkörperten Astralleiber des Jesus waren. Nun soll die Zeit kommen, wo immer mehr und mehr in den Menschen die Ich-Natur des Christus Jesus selber als die innerste Wesenheit ihrer Seele aufgeht. Ja, es warten diese geprägten Abbilder der Christus-Jesus-Individualität, daß sie aufgenommen werden von den Seelen, sie warten! Und hier sehen Sie, aus welchen Tiefen heraus die geisteswissenschaftliche Weltenströmung wirkt. Sie ist nicht eine Theorie, nicht eine Summe von Begriffen, die bloß gegeben werden, um den Menschen aufzuklären, sie ist eine Realität, und Realitäten sollen der Seele gegeben werden durch die Geisteswissenschaft. Derjenige, der das Christentum spirituell verstehen und in sich erleben wird, der wird dazu beitragen, daß entweder in der jetzigen oder in einer späteren Inkarnation in sein Ich einverwoben wird ein Abbild des Ich der Christus-Jesus-Individualität. Nicht bloß zu einer Erkenntnis, zu einer realen Tatsache bereiten sich diejenigen vor, welche die wahre innere, die wahrhafte Realität der geisteswissenschaftlichen Weltenströmung verstehen, denn das ist ihre wahre innere spirituelle Wirklichkeit. Fühlen Sie das, daß es sich in unserer Weltbewegung nicht handelt um die Mitteilung von Theorien allein, sondern um die Vorbereitung von Tatsachen, um das Entgegennehmen von etwas, was da wartet in der spirituellen Welt und was die Menschen empfangen können aus der spirituellen Welt, wenn sie sich dazu in der entsprechenden Weise vorbereiten.
[ 31 ] It is part of the inner mission of the Spiritual World Movement to prepare people to bring their souls to such a state of maturity that an ever-increasing number of people can now receive within themselves an image of the “I”-essence of Christ Jesus. For such is the course of Christian development: first procreation on the physical plane, then procreation through the etheric bodies, then through the astral bodies—which were, in many cases, the reincarnated astral bodies of Jesus. Now the time is to come when, within human beings, the “I” nature of Christ Jesus himself will increasingly dawn as the innermost essence of their soul. Yes, these imprinted images of the individuality of Christ Jesus are waiting to be received by the souls—they are waiting! And here you see from what depths the spiritual-scientific world current operates. It is not a theory, not a collection of concepts merely presented to enlighten people; it is a reality, and realities are to be given to the soul through spiritual science. Whoever comes to understand Christianity spiritually and experience it within themselves will contribute to the weaving into their “I”—either in this present incarnation or in a later one—of an image of the “I” of the Christ-Jesus Individuality. Those who understand the true inner, authentic reality of the spiritual-scientific world movement are preparing themselves not merely for a realization, but for a real fact; for this is their true inner spiritual reality. Do you sense that our world movement is not merely about communicating theories, but about preparing for facts—about receiving something that awaits in the spiritual world and that people can receive from the spiritual world if they prepare themselves accordingly?
