The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
12 June 1909, Budapest
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The Principle of Spiritual Economy in Relation to Reincarnation, tr. SOL
19. Einiges über Karma, Reinkarnation und über die Einweihung
19. Some Thoughts on Karma, Reincarnation, and Initiation
[ 1 ] Wir haben gesehen, wie die Atlantier mit ihrem Bewußtsein noch heimisch waren in der geistigen Welt, wie es eigentlich dort Tag für sie war und sogenannte Nacht hier in der physischen Welt. Dann haben wir das Heruntersteigen der Menschheit in die nachatlantische Zeit verfolgt durch die verschiedenen Kulturepochen hindurch bis zur griechisch-lateinischen Zeit, bis zur Erscheinung des Christus Jesus auf Erden.
[ 1 ] We have seen how the Atlanteans, with their consciousness, were still at home in the spiritual world—how, in fact, it was day for them there and so-called night here in the physical world. Then we traced humanity’s descent into the post-Atlantean era through the various cultural epochs up to the Greco-Roman period, up to the appearance of Christ Jesus on Earth.
[ 2 ] Nun wollen wir noch einmal unsere Zeit betrachten, die fünfte Kulturepoche. Vermöge ihrer nur auf den physischen Plan gerichteten Intelligenz hat sich die heutige Menschheit weit tiefer unter das Niveau des Herabstiegs hinunterbegeben, als das in den andern großen Kulturen der Fall war. Der Materialismus trieb zu einem ungeheuren Aufwand von Verstandeskraft und Gedankenarbeit, der nur für das physische Behagen schafft. Das Typische unserer Zeit hat sich zum Beispiel herauskristallisiert in dem Warenhaus. Nur für den physischen Plan arbeitet die Kultur der Gegenwart, aber mit einem bisher unerreichten Raffinement. Dem Okkultisten ist es daher klar, warum gerade in unserer Zeit der Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft, der sich in den verschiedensten Bewegungen zum Ausdruck bringt, ein so großer, und die Kluft zwischen ihnen eine so weite ist. Ein Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft - unter dem dann auch die Kunst leidet - stellt sich immer dann heraus, wenn das Niveau der Kultur heruntersinkt. Wir können das bei der gegenwärtigen Wissenschaft, die sich ganz verstrickt hat im materiellen und abstrakten Denken, bemerken. Philosophie ist nicht etwas Unbedingtes, sondern etwas, das im Laufe der Menschheitsentwickelung aus gewissen Voraussetzungen heraus hat entstehen und sich wandeln müssen. Bevor es eine philosophische Betrachtungsweise gab - und sie begann erst im 6. vorchristlichen Jahrhundert bei den Griechen -, gab es eine Erkenntnisart, die aus der Mysterienweisheit geschöpft war. Diese Weisheit hatte zum Quell ein innerliches Erleben der Seele, in dem die Geheimnisse des Weltgeschehens zur Offenbarung kamen. Als sich die alte Fähigkeit des intuitiven Schauens in der Menschenseele verlor, trat die vom Verstande orientierte Beobachtung der sinnlichen und seelischen Wahrnehmungen auf. Doch war es in den ersten Zeiten noch so, daß die Philosophen, durch ein ihnen noch mögliches inneres Schauen oder durch Überlieferung der alten Mysterienerkenntnis, von dieser noch wußten und sie mit der nun auftretenden Verstandesfähigkeit durchsetzten. Pythagoras und Plato haben ihre Quellen noch im Sehertum. Erst Aristoteles arbeitet aus der reinen Denktechnik heraus und begründet die Logik. Der Aristotelismus blieb tonangebend durch das Mittelalter hindurch und erlebte eine Blüte in der Frühscholastik. Allmählich aber tat sich ein Abgrund auf zwischen Wissen und Glauben. Zwischen der Vernunft und ihrer Denktechnik einerseits und der übersinnlichen Wahrheit andererseits entstand eine Kluft, die ihren letzten Ausdruck gefunden hat in Kant. In Kant und seiner Philosophie haben wir eine der Sackgassen, in die das materielle Denken geführt hat. Und Kant war ja leider derjenige, der die ganze moderne Philosophie befruchtet hat. Doch nicht um Kritik zu üben an der modernen Wissenschaft, weist der Geistesforscher auf solche Tatsachen hin. Er zeigt sie, um Licht auf jenen Weg zu werfen, der aus der Verknöcherung der Gedanken wieder herausführen kann. Es gibt dazu nur einen Weg: Wissenschaft, Kunst und Religion, die drei Äste der Kultur, sie müssen wieder vereinigt werden und sich gegenseitig durchdringen, sie müssen spirituelles Leben ausströmen. Und dieses zu erreichen, ist die Aufgabe der abendländischen Theosophie. Frieden hat sie zu stiften unter den zwei Aspekten der Seele selber, die Glauben und Wissen nicht mehr in sich vereinigen kann. Selbst in unserer materiellen Welt geschieht nichts, an dem das Geistige nicht arbeitet. Das Geistige ist immer der Schöpfer des Physischen. Wir haben in der so viel Aufsehen erregenden philosophischen Schule des Pragmatismus von James etwas, das man nur als Pseudospiritualismus kennzeichnen kann, der das Geistige materialistisch auffaßt. Immerhin hat er gleichzeitig einiges Gute hervorgebracht.
[ 2 ] Now let us once again consider our own era, the fifth cultural epoch. By virtue of its intelligence, which is directed solely toward the physical plane, humanity today has descended far deeper below the level of the descent than was the case in the other great cultures. Materialism has driven an immense expenditure of mental energy and intellectual effort, all directed solely toward physical comfort. The defining characteristic of our time has crystallized, for example, in the department store. Contemporary culture works solely for the physical plane, but with a sophistication unprecedented in history. It is therefore clear to the occultist why, precisely in our time, the contrast between religion and science—which finds expression in the most diverse movements—is so great, and the gulf between them so wide. A conflict between religion and science—from which art, too, suffers—always arises when the level of culture declines. We can observe this in contemporary science, which has become completely entangled in material and abstract thinking. Philosophy is not something absolute, but rather something that, in the course of human development, had to arise and evolve from certain premises. Before there was a philosophical way of thinking—and this did not begin until the 6th century B.C. among the Greeks—there was a form of knowledge drawn from the wisdom of the mysteries. This wisdom had as its source an inner experience of the soul, in which the mysteries of world events were revealed. When the ancient capacity for intuitive insight was lost in the human soul, observation of sensory and psychological perceptions guided by the intellect took its place. Yet in the early days, philosophers—whether through an inner vision still available to them or through the tradition of ancient mystery knowledge—were still aware of this wisdom and interwove it with the emerging capacity for intellectual thought. Pythagoras and Plato still drew their inspiration from the tradition of seers. It was Aristotle who worked solely from the technique of pure thought and established the foundations of logic. Aristotelianism remained dominant throughout the Middle Ages and flourished in early Scholasticism. Gradually, however, a chasm opened up between knowledge and faith. A gap emerged between reason and its techniques of thought on the one hand, and supersensible truth on the other, finding its ultimate expression in Kant. In Kant and his philosophy, we find one of the dead ends to which materialistic thinking has led. And Kant was, unfortunately, the one who inspired the entire field of modern philosophy. Yet the spiritual researcher does not point out these facts in order to criticize modern science. He points them out to shed light on the path that can lead us out of the ossification of thought. There is only one way to achieve this: science, art, and religion—the three branches of culture—must be reunited and interpenetrate one another; they must radiate spiritual life. And achieving this is the task of Western theosophy. It must bring about peace between the two aspects of the soul itself, which can no longer unite faith and knowledge within itself. Even in our material world, nothing happens without the spiritual working at it. The spiritual is always the creator of the physical. In James’s much-discussed philosophical school of pragmatism, we find something that can only be described as pseudo-spiritualism, which interprets the spiritual in materialistic terms. At any rate, it has also produced some good things.
[ 3 ] Eine ungeheure und ausschlaggebende Bedeutung mißt unsere Zeit der erblichen Belastung bei. Auch in bezug auf die erbliche Belastung ist vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft aus, welche das Physische als eine Folge des Geistigen ansieht, zu sagen, daß bei den darauf zurückgeführten krankhaften Erscheinungen Geistiges durch das Physische gehemmt wird, nicht zur Auswirkung kommen kann. Der Geist ist aber nur heruntergestiegen in die physische Materie, er wird ebenso wieder hinaufsteigen, wenn er seine Erfahrungen im Physischen gesammelt hat. Alles in der Welt ist in Entwickelung, so auch der physische Mensch und seine Organe. Wir wissen, daß der physische Menschenleib Organe enthält, die heute keine Funktionen mehr haben; es sind Organe der Vergangenheit, deren Rudimente wir in uns tragen. Ebenso haben wir die Anlagen zu Organen der Zukunft, die heute im Übergang oder in einer Umbildung begriffen sind. Wir erwähnen vor allem das menschliche Herz. Es ist ein Organ, das quergestreifte Muskeln hat. Das Herz ist eine Crux für die Anatomie der materialistischen Wissenschaft, denn es ist ein unwillkürliches Organ und hat, statt längsgestreiften, doch quergestreifte Muskelfasern, wie alle willkürlichen Organe des Menschen. Es ist eben, was die Wissenschaft nicht ahnt, ein Organ der Zukunft und auf dem Wege, ein willkürliches Organ des Menschen zu werden. Bei dem Eingeweihten ist es heute schon ausgebildet. Ebenso der Kehlkopf: auch er ist ein Organ der Zukunft. Das tiefe Geheimnis der Zeugung hängt mit ihm zusammen. Das zeigt sich in der Gegenwart in der Zeit der Geschlechtsreife am Stimmbruch. In der Zukunft wird der Mensch seinesgleichen aussprechen, der Kehlkopf wird ein schöpferisches Organ werden. Das Innere, das Seelisch-Geistige in materiellen Formen zu gestalten, das ist die Zukunft der Menschheit. Die Menschheit ist auf dem Wege, sich zu spiritualisieren, um immer bewußter und bewußter an der Umarbeitung ihrer Leiber zu arbeiten. Kraft für diese Aufgabe in der Zukunft sollen wir schöpfen aus einer spirituellen Weltanschauung. Mit Freude und mit Kraft soll uns auch das Gefühl durchdringen, ein Mitarbeiter zu werden an dieser grandiosen Evolution.
[ 3 ] Our era attaches immense and decisive importance to hereditary predisposition. With regard to hereditary predisposition as well, from the perspective of spiritual science—which views the physical as a consequence of the spiritual—it must be said that in the pathological phenomena attributed to it, the spiritual is hindered by the physical and cannot manifest itself. But the spirit has merely descended into physical matter; it will ascend again once it has gathered its experiences in the physical realm. Everything in the world is in a state of development, including the physical human being and his organs. We know that the physical human body contains organs that no longer serve any function today; these are organs of the past, the vestiges of which we carry within us. Likewise, we possess the potential for organs of the future, which are currently in a state of transition or undergoing transformation. We mention, above all, the human heart. It is an organ composed of striated muscle. The heart poses a conundrum for the anatomy of materialistic science, for it is an involuntary organ and, unlike all voluntary human organs, consists of striated rather than smooth muscle fibers. It is, in fact—though science does not yet suspect it—an organ of the future and on its way to becoming a voluntary human organ. In the initiate, it is already fully developed today. The same is true of the larynx: it, too, is an organ of the future. The profound mystery of procreation is connected to it. This manifests itself in the present during puberty as the breaking of the voice. In the future, human beings will speak in a way unlike anything before; the larynx will become a creative organ. Shaping the inner, soul-spiritual aspects into material forms—that is the future of humanity. Humanity is on the path to spiritualization, working ever more consciously to transform its bodies. We must draw strength for this future task from a spiritual worldview. We should also be filled with joy and strength at the thought of becoming a participant in this magnificent evolution.
[ 4 ] Lassen Sie mich noch einige Worte hier sagen über die zwei großen Weltengesetze von Karma und Reinkarnation. Auf dem alten Monde gab es diese beiden Gesetze noch nicht. Erst mit der Einverleibung des Ich auf der Erde, beginnend in der Mitte der lemurischen Zeit bis etwa zur Mitte der atlantischen Zeit, kann gesprochen werden von dem Anfangen einer solchen Reinkarnation, wie wir sie jetzt haben. Für das Tier, dessen Ich die Gruppenseele ist, gibt es auch heute keine Reinkarnation. Die Verbindung zwischen einer Tierart und dem dazugehörenden Ich finden wir in der Astralwelt. Für die Gruppenseele der Löwen zum Beispiel bedeutet der Tod eines Löwen hier unten auf dem physischen Plan so viel wie für Sie, wenn Sie sich einen Nagel abschneiden. Es ist ein solches Tier, ein Löwe, zuerst ein astrales Gebilde, das wie ein Strang von der Gruppenseele aus herunterreicht; so steigt es herunter auf den physischen Plan, verdichtet sich, und dieses Astralische geht nach dem Tode des einzelnen Löwen wieder zurück auf den astralischen Plan. Die Gruppenseele zieht es wie ein Glied wieder ein. Auf dem alten Monde war es derselbe Vorgang, der noch mit der menschlichen Seele sich abspielte. Sie war ein Glied ihrer Gruppenseele und kehrte in deren Schoß zurück. Sie war, wie die Bibel es ausdrückt, geborgen im Schoße des Vaters Abraham. Erst während der lemurischen Zeit beginnen die Worte Reinkarnation und Karma einen Sinn zu haben, und werden einmal wieder aufhören, einen Sinn zu haben. Dann geht der Mensch dauernd in eine geistige Welt ein, in der er weiterarbeiten wird. Wenn der Mensch zum Beispiel den Impuls der Brüderlichkeit in sich entwickelt haben wird, dann wird die Rassenentwickelung aufhören, sie wird überwunden sein. In der sechsten Kultur werden die Menschen sich schon besser zu gliedern verstehen; die Rassenbegriffe werden da nicht mehr gelten. Von innen heraus, vom Geistigen aus werden sich die Menschen da ordnen, und nicht mehr von außen her durch die physischen Zusammenhänge. Und in der siebenten Kultur, welche die indische widerspiegeln wird, da wird es von neuem eine Kasteneinteilung geben, aber eine freiwillige. Alles in der Evolution ändert sich fortwährend; doch ist ein beständiger Fortschritt zu verzeichnen. Die atlantische Zeit, diese Mitte unserer Erdenentwickelung, zeigt uns den wichtigen Punkt, der durch den nunmehr vollendeten Einzug des Ich in den physischen Menschenleib bezeichnet ist. Er beginnt in der Mitte der lemurischen Zeit, nach dem Austritt des Mondes aus der Erde. Weiter und immer weiter entwickelt sich dann die Menschheit, und wenn der Begriff der Brüderlichkeit praktisch auf der Erde verwirklicht sein wird, dann werden die Rassen überwunden sein. Auch das Karma wird dann überwunden sein,
[ 4 ] Let me say a few more words here about the two great universal laws of karma and reincarnation. These two laws did not yet exist on the ancient Moon. It was only with the incorporation of the “I” on Earth—beginning in the middle of the Lemurian epoch and continuing until about the middle of the Atlantean epoch—that we can speak of the beginning of reincarnation as we know it today. For animals, whose “I” is the group soul, there is still no reincarnation even today. We find the connection between an animal species and its corresponding “I” in the astral world. For the group soul of lions, for example, the death of a lion down here on the physical plane means as much as it does to you when you cut off a fingernail. It is such an animal—a lion—that is first an astral entity, reaching down like a strand from the group soul; thus it descends to the physical plane, densifies, and after the death of the individual lion, this astral entity returns to the astral plane. The group soul draws it back in like a limb. On the ancient Moon, the same process took place with the human soul. It was a limb of its group soul and returned to its bosom. It was, as the Bible puts it, sheltered in the bosom of Father Abraham. It was not until the Lemurian epoch that the terms “reincarnation” and “karma” began to make sense, and one day they will cease to make sense. Then human beings will enter permanently into a spiritual world where they will continue their work. When human beings, for example, have developed the impulse of brotherhood within themselves, then racial evolution will cease; it will have been overcome. In the sixth culture, people will already know how to organize themselves better; the concepts of race will no longer apply there. From within, from the spiritual realm, people will organize themselves there, and no longer from the outside through physical connections. And in the seventh culture, which will mirror the Indian culture, there will once again be a caste system, but a voluntary one. Everything in evolution is constantly changing; yet steady progress can be observed. The Atlantean era, this midpoint of our Earth’s development, shows us the important milestone marked by the now-complete entry of the “I” into the physical human body. It begins in the middle of the Lemurian era, after the Moon’s separation from the Earth. Humanity then continues to develop further and further, and when the concept of brotherhood is practically realized on Earth, the races will be overcome. Karma, too, will then be overcome,
[ 5 ] Was ist das Gesetz vom Karma? Die Tendenz, wieder gutzumachen in einer der nächsten Inkarnationen, was ungut war in einer der vorhergegangenen. Es muß dabei unterschieden werden zwischen einem innerlich wirkenden Karma und einem mehr äußerlich wirkenden Karma. Zum innerlich wirkenden gehört die Bildung von Charakter, von Eigenschaften und Gewohnheiten. Das mehr äußerlich Herantretende sind die Lebensbedingungen, in die man hineingestellt ist, Familie, Volk und so weiter. Wie Karma im physischen Leben wirkt, wollen wir genauer betrachten. Was zum Beispiel in einem Leben als Trieb, Begierde und Vorstellung auftritt, das tritt im nächsten Leben, ‚oder in einem der nächsten Leben, als Gewohnheit auf. Und aus guten Gewohnheiten wird ein schöner und gutgefügter, gesunder physischer Leib im nächsten Leben entstehen; eine schlechte Gewohnheit kommt als eine Krankheit oder als eine Anlage zur Krankheit in einem andern Leben zum Vorschein. So sind die Ursachen von Krankheiten in den Neigungen und Gewohnheiten früherer Leben zu suchen. Das Schicksal des Menschen ist dagegen das Resultat seiner früheren Taten. Wer viel Liebe in einem Leben gibt, der wird die Eigenschaft in einem andern haben, sich lange jung, auch äußerlich, zu erhalten. Wer viele Haßgefühle in einem Leben hegt, der wird in einem andern früh altern. Menschen, die sich dem trägen normalen Leben überlassen, das der Spiritualität entgegenarbeitet, die versäumen etwas für ihre späteren Leben, was nachzuholen ihnen schwerfallen wird.
[ 5 ] What is the law of karma? The tendency to make amends in one of the next incarnations for what was wrong in one of the previous ones. A distinction must be made between karma that acts internally and karma that acts more externally. The former includes the formation of character, traits, and habits. The latter, which manifests more externally, consists of the living conditions into which one is placed—family, nation, and so on. Let us examine more closely how karma works in physical life. For example, what appears in one life as an impulse, a desire, or an idea will appear in the next life—or in one of the next lives—as a habit. And good habits will give rise to a beautiful, well-proportioned, and healthy physical body in the next life; a bad habit manifests as an illness or a predisposition to illness in another life. Thus, the causes of illnesses are to be found in the inclinations and habits of past lives. A person’s destiny, on the other hand, is the result of their past deeds. Whoever gives much love in one life will, in another, possess the ability to remain young for a long time, even outwardly. Whoever harbors many feelings of hatred in one life will age prematurely in another. People who abandon themselves to a sluggish, ordinary life that works against spirituality are neglecting something for their future lives that they will find difficult to make up for later.
[ 6 ] Nun lassen Sie mich noch einige Worte über die Einweihung oder Initiation beifügen. Aus ihren Quellen schöpfte allezeit die Führerschaft der Menschheit. Die großen Individualitäten, die den Mysterien vorstanden, die wir die Meister nennen, sie waren es, welche die Menschheit lenkten und leiteten. Um dieses besser zu verstehen, wollen wir uns mit dem Prinzip der Einweihung beschäftigen. Von einer den Menschen zuteil werdenden Einweihung kann man eigentlich erst sprechen seit der Zeit der atlantischen Katastrophe. Denn auch die Initiation hat eine Entwickelung durchgemacht, hat sich, nicht nur in ihren äußeren Formen, je nach den Bedürfnissen der Menschen geändert.
[ 6 ] Now let me add a few words about initiation. The leadership of humanity has always drawn from its sources. The great individuals who presided over the mysteries—whom we call the Masters—were the ones who guided and directed humanity. To understand this better, let us examine the principle of initiation. One can truly speak of initiation being bestowed upon humanity only since the time of the Atlantean catastrophe. For initiation, too, has undergone a process of development and has changed—not only in its outward forms—in accordance with the needs of humanity.
[ 7 ] Warum nimmt der Mensch im Schlafe keine sinnlichen Eindrücke wahr, obwohl er doch von einer Sinnenwelt umgeben ist? Weil sein Verstand in der Nacht nicht arbeitet. Im Bette bleiben beim schlafenden Menschen der physische und der Ätherleib, Astralleib und Ich lösen sich heraus und sind in der geistigen Welt. Warum aber nimmt er auch von der ihn umgebenden geistigen Welt, in die der Astralleib und das Ich während der Nacht eingehen, nichts wahr? Weil der Astralleib des gewöhnlichen Menschen, der den physischen Leib in der Nacht verläßt, keine astralen Sinnesorgane hat, also astral nicht wahrnehmen kann. Durch die Einweihung oder Schulung wird der chaotische astrale Klumpen, als welcher sich der Astralleib des Durchschnittsmenschen zeigt, so organisiert, daß er allmählich Organe erhält und dann in der Nacht wahrnehmen kann. Im normalen Leben ist der Mensch noch nicht stark genug dazu, um Organe in seinem Astralkörper zu bilden. Um das zu können, muß die Kraft des Menschen im Innern wesentlich verstärkt werden. Es wird dies durch ganz bestimmte Übungen der Meditation und Konzentration und andere ‚Anweisungen erreicht. Der Schüler hat sich ganz bestimmten Vorstellungen in seinem Gefühls- und Gedankenleben hinzugeben, und dabei solche Dinge zu wählen, die wenig oder gar nicht der Wirklichkeit entsprechen. Vorstellungen nämlich, die äußere Dinge darstellen, sind nicht geeignet zur Bildung der Organisation des astralischen Leibes. Stellen Sie sich aber ein Gebilde vor, wie zum Beispiel das Rosenkreuz, das schwarze Kreuz mit den sieben roten Rosen, so werden Sie, wenn Sie die Übung nur mit der nötigen Energie und Geduld ausüben, nach längerer oder kürzerer Zeit, je nach Ihrem Entwickelungsgrade, etwas dadurch erleben. Sie werden Ihren Astralleib damit umändern, ihm Organe eingliedern. Nicht bloß abstrakte Vorstellungen dürfen das sein, sondern das richtige Gefühls- und Empfindungsleben muß sich dazugesellen. Erst dann werden Sie die richtigen Resultate erzielen.
[ 7 ] Why does a person not perceive sensory impressions while sleeping, even though he is surrounded by a sensory world? Because his intellect is not active at night. While the sleeping person lies in bed, the physical and etheric bodies remain; the astral body and the I detach themselves and are in the spiritual world. But why do they also perceive nothing of the spiritual world surrounding them, into which the astral body and the ego enter during the night? Because the astral body of the average person, which leaves the physical body at night, has no astral sense organs and therefore cannot perceive astral phenomena. Through initiation or training, the chaotic astral mass—which is what the astral body of the average person appears to be—is organized in such a way that it gradually develops organs and can then perceive during the night. In normal life, a person is not yet strong enough to form organs in their astral body. To be able to do so, the person’s inner strength must be significantly enhanced. This is achieved through very specific exercises in meditation and concentration, as well as other “instructions.” The student must devote themselves to very specific mental images in their emotional and mental life, choosing things that correspond little or not at all to reality. For mental images that depict external things are not suitable for building the organization of the astral body. But if you imagine a symbol—such as the Rose Cross, the black cross with the seven red roses—then, provided you perform the exercise with the necessary energy and patience, you will experience something through it after a shorter or longer period of time, depending on your level of development. You will thereby transform your astral body and incorporate organs into it. These must not be merely abstract ideas; rather, they must be accompanied by the proper emotional and sensory life. Only then will you achieve the correct results.
[ 8 ] Drei Arten der Initiation haben wir zu unterscheiden, die alle drei zum selben Ziele führen. Drei Wege sind es, die je nach der Individualität des Menschen zu wählen sind. Die eine Initiation ist die der Weisheit: ihr entspricht die indische oder orientalische Schulung. Die zweite, die des Fühlens, ist die christliche. Wenige Menschen nur können heutzutage diesen Weg noch gehen, weil eine sehr starke Kraft der Hingabe und der Frömmigkeit dazu notwendig ist. Der erste Weg, der indische, ist aber für die europäischen abendländischen Körper mit großen Gefahren verbunden und daher nicht der richtige. Der dritte Weg der Initiation ist, die Rosenkreuzerschulung, der Weg der Initiation des Denkens und des Willens. Er führt zu einer Verbindung mit den Kräften der andern Initiationswege. Der Abschluß ist ein bestimmter bei jeder Einweihung, sie selbst aber muß sich im Laufe der Entwickelung anpassen den jeweiligen Bedürfnissen der Seelen und den Möglichkeiten, die durch den menschlichen Körper gegeben sind.
[ 8 ] We must distinguish between three types of initiation, all three of which lead to the same goal. These are three paths to be chosen according to the individuality of the person. One initiation is that of wisdom: this corresponds to the Indian or Eastern tradition. The second, that of feeling, is the Christian one. Only a few people today can still follow this path, because it requires a very strong force of devotion and piety. The first path, the Indian one, however, involves great dangers for European, Western bodies and is therefore not the right one. The third path of initiation is the Rosicrucian training, the path of initiation through thought and will. It leads to a connection with the forces of the other paths of initiation. The conclusion is the same for every initiation, but the initiation itself must adapt, in the course of development, to the respective needs of the soul and to the possibilities afforded by the human body.
[ 9 ] Drei Tage und einen halben mußte der Schüler der alten Initiation im Grabe liegen und war wie tot. Sein Ätherleib und Astralleib waren draußen und erlebten die geistige Welt. Der Hierophant überwachte den Vorgang und rief den Neophyten ins Leben zurück. Nach seiner Erweckung war er ein Zeuge der geistigen Welt. Das ist die Form der alten Einweihung, heute ist sie nicht mehr in der Weise notwendig. Die christliche und die Rosenkreuzereinweihung wirken so stark auf den Menschen, daß der Mensch das erreichen kann, was bei der alten Initiation durch das Heraustreten der höheren Wesensglieder aus dem physischen Leib hat bewirkt werden sollen, nämlich, daß sich die Eindrücke aus der geistigen Welt in den Astralleib und in den Ätherleib abdrücken, ohne jene dreieinhalbtägige Lethargie. Die moderne Initiation, wenn wir sie so nennen wollen, sie ruft, nachdem die Läuterung oder Katharsis des astralischen Leibes vollzogen ist, jene Wirkungen hervor, die zu realen Schauungen führen und ein erfahrungsgemäßes Wissen von der geistigen Welt ergeben, denn die in der geistigen Welt von der Seele erhaltenen Eindrücke drücken sich dann ab im Astralleib und Ätherleib. Das ist, was in der okkulten Entwickelung die Erleuchtung genannt wird.
[ 9 ] The initiate of the ancient initiation had to lie in the tomb for three and a half days, as if dead. His etheric and astral bodies were outside, experiencing the spiritual world. The hierophant supervised the process and called the neophyte back to life. After his reawakening, he became a witness to the spiritual world. This is the form of the ancient initiation; today it is no longer necessary in this way. Christian and Rosicrucian initiation have such a powerful effect on the human being that he or she can achieve what the ancient initiation was intended to accomplish through the departure of the higher members of the being from the physical body—namely, that impressions from the spiritual world are imprinted upon the astral and etheric bodies without that three-and-a-half-day lethargy. Modern initiation—if we wish to call it that—brings about, once the purification or catharsis of the astral body has been accomplished, those effects that lead to real visions and result in experiential knowledge of the spiritual world; for the impressions received by the soul in the spiritual world are then imprinted upon the astral and etheric bodies. This is what is called enlightenment in occult development.
