The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
11 June 1909, Budapest
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Principle of Spiritual Economy in Relation to Reincarnation, tr. SOL
18. Das Erleben des Menschen nach dem Tode
18. The Human Experience After Death
[ 1 ] Öfters schon haben wir betont, wie die Gegenwart uns am besten verständlich werden kann aus der Vergangenheit und ihren Geschehnissen heraus, und auch das Charakteristische unserer spirituellen Zukunftsideale werden wir am leichtesten dadurch finden und erfassen lernen, daß wir zurückblicken in alte, längst verflossene Zeiten. Heute wollen wir daher hinweisen auf das, was nach dem Untergang der alten Atlantis sich herausgebildet hat, und dabei wollen wir uns mit dem beschäftigen, was der Mensch in der Zeit nach dem Tode erlebt hat.
[ 1 ] We have often emphasized how the present can best be understood through the past and its events, and we will also most easily discover and come to grasp the distinctive features of our spiritual ideals for the future by looking back on ancient, long-past times. Today, therefore, we wish to draw attention to what emerged after the downfall of ancient Atlantis, and in doing so, we will focus on what human beings experienced in the time after death.
[ 2 ] Der Zustand der Seele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt war nämlich nicht immer der gleiche, auch er hat sich im Laufe der Menschheitsentwickelung geändert. Während der vier großen Kulturepochen, der uralt indischen, derjenigen der heiligen Rishis, der urpersischen, der Zarathustra-Kultur, der ägyptisch-chaldäischen, der griechisch-lateinischen und unserer Gegenwart, verband sich der Mensch immer enger mit dem physischen Plan, gewann ihn immer lieber. In jedem solchen Zeitraume stieg sozusagen die Menschenseele immer tiefer in die sinnliche Welt hinab. Je mehr Verständnis der Mensch für diese Welt hatte, desto fremder wurde ihm die geistige Welt nach dem Tode. Am meisten war dies der Fall in der griechischlateinischen Kultur. Lieb hatten sie die physische Welt, dieses sinnliche Dasein, die Griechen, weil sie in ihrer wunderbaren Kunst, in dieser herrlichen Verschönerung des physischen Daseins, ihre ganze Seele ausleben konnten. Dem Römer war diese Welt lieb, weil er in der Entdeckung des Ich das Gefühl der eigenen Persönlichkeit voll in sich entwickeln konnte. Der Begriff des römischen Bürgers und das römische Recht sind Marksteine dieser Kulturepoche. Heimisch fühlt sich der Römer in dieser physisch-sinnlichen Welt. Erst seit dieser Zeit entstehen die Rechtsbegriffe, so daß man mit Recht spricht von dem Heraufkommen der Jurisprudenz im Römischen Reiche, sie ist das Zeichen der Verehrung der Einzelpersönlichkeit. Und der Tod wurde das große Unbekannte, das Furcht einflößte. Der Ausspruch des Achilles: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten -, er bezeichnet am besten die damalige Auffassung des Zustandes der Seelen während des Lebens nach dem Tode. Es entspricht dem Erlebnis der Seele in der geistigen Welt. Je mehr diese Seelen ihre ganzen Fähigkeiten auslebten im Reich des Irdischen, desto mehr schwand ihnen das Vermögen, sich in der geistigen Welt nach dem Tode zurechtzufinden. Die Seele fühlte sich einsam in den Welten, die sie nun betrat. Auch im Geistgebiet hatte sie das Gefühl, daß es finster um sie herum sei, leer und kalt. Es fehlte ihr die Fähigkeit, mitzuerleben das Geistige der jenseitigen Welt. Auch die großen Führer der Menschheit, die Eingeweihten, auch sie konnten diesen Zustand nicht ändern, sie, die ja nicht nur hier auf Erden die Lehrer der Menschen sind, sondern auch drüben in den jenseitigen Welten. Wenn sie den Toten etwas von der diesseitigen Welt erzählten, so empfanden diese dann gerade doppelt schmerzlich, daß sie die physische Welt entbehren mußten, die sie so lieb gewonnen hatten. Sie konnten also den Toten nichts hinübertragen, was diesen etwas gab, was ihnen wertvoll war, und so sehnten sich diese alle nach der Wiederverkörperung. Der Mensch fühlte sich wie abgeschlossen von seinen Brüdern, er fühlte selbst im Geistgebiet sich verlassen. Wäre das so geblieben, dann wäre auch auf der Erde die Liebe und die Brüderlichkeit immer mehr verschwunden. Denn das Verweilen im Geistgebiet hätte für die Seelen nichts anderes bewirkt, als daß sie als Anlage sich von dort mit ins sinnlich-physische Dasein den Egoismus gebracht hätten, das Leben in dem eigenen Selbst.
[ 2 ] The state of the soul between death and a new birth was not always the same; it, too, has changed in the course of human evolution. During the four great cultural epochs—the ancient Indian, that of the holy Rishis, the ancient Persian (Zoroastrian), the Egyptian-Chaldean, the Greek-Latin, and our present age—human beings became ever more closely bound to the physical plane and grew ever more attached to it. In each of these periods, the human soul descended, so to speak, ever deeper into the sensory world. The more understanding humanity had of this world, the more alien the spiritual world beyond death became to them. This was most evident in the Greco-Latin culture. The Greeks loved the physical world, this sensory existence, because they could express their whole soul through their marvelous art—this magnificent embellishment of physical existence. The Romans loved this world because, through the discovery of the “I,” they could fully develop within themselves the sense of their own personality. The concept of the Roman citizen and Roman law are milestones of this cultural epoch. The Romans felt at home in this physical, sensory world. It was only from this time onward that legal concepts began to emerge, so that one can rightly speak of the rise of jurisprudence in the Roman Empire; it is the hallmark of the reverence for the individual personality. And death became the great unknown, a source of fear. Achilles’ saying—“Better to be a beggar in the upper world than a king in the realm of shadows”—best describes the contemporary view of the condition of souls during the afterlife. It corresponds to the soul’s experience in the spiritual world. The more these souls lived out their full potential in the earthly realm, the more their ability to find their way in the spiritual world after death diminished. The soul felt lonely in the worlds it now entered. Even in the spiritual realm, it had the feeling that everything around it was dark, empty, and cold. It lacked the ability to experience the spiritual reality of the world beyond. Not even the great guides of humanity—the Initiates—could change this state of affairs, they who are teachers of humanity not only here on Earth but also in the worlds beyond. When they told the dead something about the world on this side, the dead felt it all the more painfully that they had to do without the physical world they had grown so fond of. Thus, they could not convey anything to the dead that would give them something of value, and so they all longed for reincarnation. Human beings felt cut off from their brothers and sisters; they felt abandoned even in the spiritual realm. Had this remained the case, love and brotherhood would have disappeared more and more from the earth as well. For dwelling in the spiritual realm would have had no other effect on the souls than to cause them to carry egoism—the life centered in the self—from there into their sensory-physical existence as an inherent disposition.
[ 3 ] Wenn in der uralt indischen Zeit der Mensch die irdische Welt noch als Maja betrachtete, so wurde die Sache anders im Laufe der Entwickelung. Zarathustra wies schon darauf hin, daß der Mensch auch in der physischen Welt wiederfinden könne das Geistige. Er eröffnete jenen Weg, durch den die Völker einsehen sollten, daß in dem äußeren Sonnenlichtleib nur gegeben ist der äußere Leib eines hohen geistigen Wesens, welches er - im Gegensatz zu der kleinen menschlichen Aura — die große Aura, Ahura Mazdao nannte. Er wollte damit andeuten, daß dieses zwar jetzt noch weit entfernte Wesen einstmals heruntersteigen würde auf die Erde, um innerhalb der Menschheitsgeschichte sich substantiell mit der Erde zu vereinigen und im Menschheitswerden weiterzuwirken. Damit wurde für diese Menschen von Zarathustra auf dieselbe Wesenheit hingewiesen, die später in der Geschichte als der Christus lebte. Wenn ihr allmählich verstehen lernt, sagte er zu seinen Schülern, daß in allem Physisch-Sinnlichen das Geistige drinnen ist, daß das Physische durchdrungen ist von der großen Sonnenaura, von Ahura Mazdao, dann wird euch Ahriman nicht mehr verführen.
[ 3 ] While in ancient Indian times people still regarded the earthly world as Maya, things changed as development progressed. Zoroaster had already pointed out that human beings could rediscover the spiritual even within the physical world. He opened the path through which peoples were to come to realize that the outer body of sunlight is merely the outer body of a high spiritual being, which he—in contrast to the small human aura—called the great aura, Ahura Mazdao. By this he meant to suggest that this being—though still far removed at present—would one day descend to Earth to unite substantially with the Earth within the course of human history and to continue working in the evolution of humanity. Thus, Zarathustra pointed these people toward the very same being who later lived in history as the Christ. “When you gradually come to understand,” he said to his disciples, “that the spiritual is present within all that is physical and sensory, that the physical is permeated by the great solar aura, by Ahura Mazdao, then Ahriman will no longer be able to lead you astray.”
[ 4 ] Zu andern Zeiten sprach der Zarathustra: So groß und so mächtig ist der, der sich mir in der Sonne geoffenbart hat, daß ich alles für ihn dahingebe. Gerne opfere ich ihm meines Leibes Leben, meiner Sinne ätherisches Sein, den Ausdruck meiner Taten - den Astralleib.
[ 4 ] At other times, Zarathustra spoke: “So great and so powerful is the one who has revealed himself to me in the sun that I would give up everything for him. Gladly would I sacrifice to him the life of my body, the ethereal existence of my senses, the expression of my deeds—the astral body.”
[ 5 ] Das war das Gelöbnis, das einstens der große Zarathustra getan. Er wies seine Schüler darauf hin, daß der große Sonnengeist in der Erde selber, in ihren Tatsachen sich unmittelbar offenbaren werde. So macht Zarathustra den Anfang mit der Lehre, die im Sinnlichen nur die Physiognomie, den Ausdruck des Geistigen sicht.
[ 5 ] That was the vow once made by the great Zarathustra. He pointed out to his disciples that the great Spirit of the Sun would reveal itself directly within the earth itself, in its very realities. Thus Zarathustra begins with the teaching that sees in the sensory world only the physiognomy, the expression, of the spiritual.
[ 6 ] Dann kam die Zeit, wo diese selbe Wesenheit, die der Zarathustra verkündigt hatte, sich dem Moses im brennenden Dornbusch und auf dem Sinai geoffenbart hat. Moses lehrt nun, daß diese Sonnenwesenheit zugleich die Ich-Wesenheit ist, das Höchste, was der Mensch in sich aufnehmen könne. Aber nicht nur im Menschen ist ein Tropfen des Sonnengeistes hineingesenkt, sondern auch in allem draußen in der Natur, in den Elementen, überall. Dieselbe Gottheit, die sich dem Moses offenbarte in dem Namen «Ich bin der Ich-bin», das, was sich dem Zarathustra einstmals geoffenbart hat als Ahura Mazdao, als das Innerste, Intimste, als der Urgrund alles Wesens, das war damit einem ganzen Volke verkündet als der Höchste, dessen Name unaussprechlich war, nur im Allerheiligsten vom Priester ausgesprochen werden durfte. Die Gottheit, die im Menschen lebt, nicht nur sich offenbarte im Wesen der Elemente, im Aufblitzen des Feuers, die wird hier verkündigt.
[ 6 ] Then came the time when this same being, whom Zarathustra had proclaimed, revealed itself to Moses in the burning bush and on Mount Sinai. Moses now teaches that this solar being is at the same time the “I”-being, the highest reality that a human being can take within themselves. But a drop of the solar spirit has been instilled not only within human beings, but also in everything out there in nature, in the elements, everywhere. The same divinity that revealed itself to Moses in the name “I am who I am”—that which had once revealed itself to Zarathustra as Ahura Mazda, as the innermost, most intimate essence, as the source of all being—was thus proclaimed to an entire people as the Highest, whose name was unpronounceable and could be uttered only by the priest in the Holy of Holies. The deity who lives within man—who reveals himself not only in the essence of the elements, in the flash of fire—is proclaimed here.
[ 7 ] In Zarathustra können wir so den Vorherverkünder des Jahve sehen, derselben Wesenheit, die im Beginne unserer Zeitrechnung in dem Leibe des Jesus von Nazareth gewohnt hat und drei Jahre darinnen blieb. Es ist derselbe Gott, den Moses und Zarathustra verkündigt haben.
[ 7 ] In Zarathustra, we can thus see the forerunner of Yahweh, the very same being who, at the beginning of our calendar, dwelt in the body of Jesus of Nazareth and remained there for three years. It is the same God whom Moses and Zarathustra proclaimed.
[ 8 ] «Wie werdet ihr mir glauben, so ihr Moses und den Propheten nicht geglaubt habt», sagt Christus. Damit bestätigt der Christus, daß das Alte Testament denselben Gott vorherverkündigt hat, nur unter anderem Namen den Christus verkündigt. Alle Ereignisse in der Welt brauchen eine gewisse Zeit, um sich auszuleben. Auf dem Sinai, im feurigen Dornbusch, war diese aus geistigen Höhen sich herabsenkende Sonnenwesenheit auf dem Punkte angelangt, daß sie sich durch die Elemente dem Menschen mitteilen konnte. Nun kam sie der Erde immer näher und näher, bei der Taufe im Jordan in die Hülle des Jesus von Nazareth, und als das Mysterium von Golgatha auf der Erde sich vollzog und das Blut aus den Wunden des Erlösers floß, da war das nicht nur der Ausdruck eines großen kosmischen Ereignisses, sondern auch des größten irdischen Ereignisses: der Christus zog als Geist der Erde in die Erdenaura ein. Ein neuer Einschlag war geschehen. Hellseherisch war das so zu verfolgen, daß in diesem Augenblick die Erdenaura sich veränderte, daß sie ganz bestimmte Farben zeigte. Neue Farben traten auf in ihr, neue Kräfte wurden ihr einverleibt. In dem Augenblick, da das Blut aus den Wunden des Erlösers auf Golgatha geflossen war, das Blut, das der physische Ausdruck des Ich ist, da verband sich das Ich des Christus mit der Erde. Es war aber auch der Augenblick gekommen, wo es anfangen konnte anders zu werden in der geistigen Welt für die Seelen nach dem Tode. Dies ist der Sinn der Höllenfahrt Christi.
[ 8 ] “How will you believe me if you have not believed Moses and the prophets?” says Christ. In this way, Christ confirms that the Old Testament foretold the same God, proclaiming Christ only under a different name. All events in the world require a certain amount of time to run their course. On Mount Sinai, in the burning bush, this solar being descending from spiritual heights had reached the point where it could communicate with humanity through the elements. Now it drew ever closer and closer to the Earth—at the baptism in the Jordan, into the physical form of Jesus of Nazareth—and when the Mystery of Golgotha unfolded on Earth and the blood flowed from the Savior’s wounds, this was not only the expression of a great cosmic event but also of the greatest earthly event: Christ entered the Earth’s aura as the Spirit of the Earth. A new turning point had occurred. Clairvoyantly, this could be observed in that at that very moment the Earth’s aura changed, revealing very specific colors. New colors appeared within it; new forces were incorporated into it. At the very moment when the blood flowed from the Saviour’s wounds on Golgotha—the blood that is the physical expression of the “I”—the “I” of Christ united with the Earth. But the moment had also come when things could begin to change in the spiritual world for souls after death. This is the meaning of Christ’s descent into hell.
[ 9 ] Wer vor dem Ereignis von Golgatha hellsehend war, der hätte in der Erdenaura das nicht gesehen, was später darin wahrgenommen werden konnte, als der Christus Jesus auf Golgatha durch den Tod geschritten war. Betrachten wir das Ereignis von Damaskus: Saulus, der als Eingeweihter der jüdischen Mysterien sehr wohl wußte, daß die große Aura - Ahura Mazdao - sich einst mit der Erde verbinden werde, er weigerte sich zu glauben, daß diese Wesenheit auf dem schimpflichen Kreuze geendet haben könnte. Trotzdem er die Geschehnisse in Palästina miterlebte, glaubte er nicht, daß in dem Jesus von Nazareth dieser große Geist auf der Erde geweilt habe. Erst als er vor den Toren von Damaskus hellseherisch wurde, da sah er in der Erdenaura den Christus-Geist, den lebendigen Christus, den man früher darin nicht sehen konnte. Da sagte er sich: Ja, das, was vorausgesagt ist, daß die Erdenaura sich ändern wird, das ist jetzt eingetreten! - und aus dem Saulus wurde ein Paulus. Eine Frühgeburt nennt sich der Paulus selbst, die durch Gnade hellsehend geworden ist; eine Frühgeburt, weil noch nicht ganz ausgereift, nicht so tief in die Materie heruntergestiegen und weniger fest mit dem physischen Leibe verbunden. Wer den Gang des Christentums verfolgt, der weiß, daß Paulus die wichtigste Persönlichkeit ist, die am meisten zu dessen Ausbreitung beigetragen hat. Eine okkulte Tatsache, ein übersinnliches Ereignis also war es, das den Paulus bekehrt hat, und man kann sagen, durch dieses hellseherische Ereignis ist die Menschheit zu Christus gekommen. Damals, als sich die Erdenaura veränderte - und sie ist seither verändert —, als das Blut aus den Wunden des Erlösers floß, damals vollzog sich das, was hineingeheimnißt ist in die Worte des Johannes-Evangeliums: «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.» Der Christus ist seither der Geist der Erde, der planetarische Geist geworden. Die Erde ist der Leib des Christus; er hat seinen Wohnplatz im Innern der Erde. Nicht nur abfällig oder als ein Hinweis auf den Judas, der den Christus verrät, ist dieser tiefe Ausspruch des Johannes-Evangeliums aufzufassen, sondern er ist auf dieChristusJahve-Gottheit und ihr Verhältnis zur Erde zu beziehen.
[ 9 ] Anyone who possessed clairvoyant vision before the event at Golgotha would not have seen in the Earth’s aura what could later be perceived there, after Christ Jesus had passed through death at Golgotha. Let us consider the event at Damascus: Saul, who as an initiate into the Jewish mysteries knew very well that the great aura—Ahura Mazdao—would one day unite with the Earth, refused to believe that this being could have met its end on the shameful cross. Even though he had witnessed the events in Palestine, he did not believe that this great Spirit had dwelt on Earth in the person of Jesus of Nazareth. It was only when he experienced a clairvoyant vision at the gates of Damascus that he saw within the Earth’s aura the Christ Spirit, the living Christ, whom one had previously been unable to perceive there. Then he said to himself: “Yes, what was foretold—that the Earth’s aura would change—has now come to pass!”—and Saul became Paul. Paul himself calls himself a “premature birth,” one who has become clairvoyant through grace; a premature birth because he was not yet fully matured, had not descended so deeply into matter, and was less firmly bound to the physical body. Anyone who follows the history of Christianity knows that Paul is the most important figure who contributed most to its spread. It was, therefore, an occult fact—a supersensory event—that converted Paul, and one can say that through this clairvoyant event, humanity came to Christ. At that time, when the Earth’s aura was changing—and it has remained changed ever since—when blood flowed from the Saviour’s wounds, what is enshrined in the words of the Gospel of John came to pass: “He who eats my bread tramples me underfoot.” Since then, Christ has become the Spirit of the Earth, the planetary Spirit. The Earth is the body of Christ; He dwells within the Earth. This profound statement from the Gospel of John is not to be understood merely as a derogatory remark or as a reference to Judas, who betrayed Christ, but rather it must be related to the Christ-Yahweh deity and its relationship to the Earth.
[ 10 ] Der okkulte Forscher findet, wenn er die Kunst der Griechen und die nachchristliche Kunst vergleicht, in ihrer Wirkung auf jene Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt, noch folgendes: Wenn der Hellseher zum Beispiel einen griechischen Tempel mit seinen dorischen Säulen, etwa die Ruinen von Paestum, mit dem sinnlichen Auge betrachtet, so kann er schwelgen in den harmonischen Formen, die aus den geistigen Richtlinien selbst herausgeboren sind und die dadurch wirklich diesen Tempel zu einem Wohnort des Gottes machen, Wie eine Seele sich hingezogen fühlt zu dem Leibe, der ihr entspricht, so steigt der Gott nieder in diese Formen, die so vollkommen seinem Wesen entsprechen. Wenn aber dann das Seherauge hinblicken will auf das geistige Gegenbild dieses Tempels, dann findet er davon nichts in der geistigen Welt. Wie ausgelöscht ist dort dieser Tempel, wie ausgespart ist der Raum in der geistigen Welt, nichts ist von ihm dort zu sehen. Betrachtet dagegen im gleichen Sinne der Seher die Werke der nachchristlichen Kunst oder zum Beispiel das Johannes-Evangelium, das, was mit dem Christus-Jahve zusammenhängt, das Alte und das Neue Testament, oder Raffaels Madonnen, betrachtet er diese Schöpfungen erst sinnlich und dann hellsehend, so sind sie in der geistigen Welt nicht verloren, sondern leuchten dort noch viel herrlicher auf. Ganz besonders mit dem Johannes-Evangelium ist es so. Da erst geht Ihnen die Größe dieser Schöpfung auf. Hell und klar wird Ihnen erst in der geistigen Welt das, was als zusammenhängend mit dem Ereignis von Golgatha bezeichnet werden kann.
[ 10 ] When the occult researcher compares Greek art with post-Christian art, he discovers the following regarding their effect on the world that humans enter after death: For example, when the clairvoyant beholds a Greek temple with its Doric columns—such as the ruins of Paestum—with the physical eye, he can revel in the harmonious forms that are born of the spiritual principles themselves and that thereby truly make this temple a dwelling place of the god, Just as a soul feels drawn to the body that corresponds to it, so the god descends into these forms, which so perfectly correspond to his nature. But when the clairvoyant’s eye then seeks to gaze upon the spiritual counterpart of this temple, he finds nothing of it in the spiritual world. How utterly erased this temple is there; how empty is the space in the spiritual world—nothing of it is to be seen there. If, on the other hand, the seer contemplates in the same spirit the works of post-Christian art or, for example, the Gospel of John—that which is connected with Christ-Yahweh, the Old and New Testaments, or Raphael’s Madonnas—and if he contemplates these creations first with his physical senses and then clairvoyantly, they are not lost in the spiritual world but shine there even more magnificently. This is especially true of the Gospel of John. Only then does the greatness of this creation become apparent to you. Only in the spiritual world does what can be described as connected to the event of Golgotha become clear and distinct to you.
[ 11 ] Gleichzeitig mit dem historischen Ereignis auf dem physischen Plan geschah etwas Spirituelles, das zugleich auch ein Symbolisches war, da aus den Wunden des Erlösers das Blut floß. Als der Christus nicht mehr lebte in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth, in dem Augenblick, da er auf Golgatha gestorben war, erschien der Christus in der geistigen Welt den zwischen Tod und Geburt lebenden Seelen, und da wich die Finsternis dort. Wie von einem Lichte wurde plötzlich die geistige Welt durchstrahlt. Wie in einem dunklen Raum die Gegenstände alle plötzlich sichtbar werden, wenn ein Lichtstrahl hereindringt, wie Sie plötzlich alles das sehen, was ja immer vorhanden war, was Sie aber vorher nicht wahrnehmen konnten, so ergoß sich das Licht in jene Welt der Abgeschiedenen. Und diese konnten wiederum wahrnehmen, was um sie herum war, konnten wieder sich verbunden fühlen im Geistgebiet mit ihren Brüdern und konnten nun als Anlage in die physische Welt hereinbringen die Liebe und die Brüderlichkeit. Ein neues Licht kam so hinein in diese Welt der Toten, denn das Mysterium von Golgatha hat nicht nur eine Bedeutung für die Welt, in der es sich physisch vollzogen hat, sondern es hat eine Bedeutung für alle die Welten, mit denen der Mensch in seiner Entwickelung es zu tun hat. Wäre es in der geistigen Welt so geblieben, wie es für die Toten in der griechisch-lateinischen Zeit war, wäre die Seele in der eisigen Kälte und Einsamkeit von damals geblieben, so wäre immer mehr in der physischen Welt das verschwunden, was man Brüderlichkeit und Liebe nennt. Es hätte der Mensch aus dem Devachan mitgebracht den Hang zur Abgeschlossenheit. Denn das Licht, das damals hineinströmte in die irdische Welt und das auch hineingeleuchtet hat in die Welt der Toten, das soll das Reich der Brüderlichkeit und der Liebe auf der Erde begründen. Das ist die Mission des Christus-Impulses.
[ 11 ] At the same time as the historical event on the physical plane, something spiritual took place that was also symbolic, for blood flowed from the Savior’s wounds. When Christ was no longer living in the physical body of Jesus of Nazareth—at the very moment he died on Golgotha—Christ appeared in the spiritual world to the souls living between death and birth, and then the darkness there gave way. As if by a ray of light, the spiritual world was suddenly illuminated. Just as in a dark room all objects suddenly become visible when a ray of light enters—just as you suddenly see everything that was always there but which you could not perceive before—so the light poured into that world of the departed. And they, in turn, were able to perceive what was around them, could once again feel connected in the spiritual realm with their brothers, and could now bring love and brotherhood into the physical world as a foundation. A new light thus entered this world of the dead, for the Mystery of Golgotha is significant not only for the world in which it physically took place, but also for all the worlds with which human beings come into contact during their evolution. Had conditions in the spiritual world remained as they were for the dead during the Greco-Roman era—had the soul remained in the icy cold and loneliness of that time—then what we call brotherhood and love would have disappeared more and more from the physical world. Humanity would have brought with it from Devachan a tendency toward isolation. For the light that streamed into the earthly world at that time—and which also shone into the world of the dead—is meant to establish the realm of brotherhood and love on Earth. That is the mission of the Christ impulse.
[ 12 ] Nun wollen wir uns noch von einer andern Seite her das Mysterium von Golgatha, das Geheimnis des aus den Wunden des Erlösers fließenden Blutes, klarmachen.
[ 12 ] Now let us examine the mystery of Golgotha—the mystery of the blood flowing from the Savior’s wounds—from yet another perspective.
[ 13 ] Wir wissen, daß der Mensch auf der Erde vom Monde her eine Erbschaft angetreten hat. Die drei niederen Leiber, physischer Leib, Äther- und Astralleib waren ihm zubereitet, und erst auf der Erde kam das Ich dazu, der Ausdruck der menschlichen Freiheit und Selbständigkeit. Wichtig war es in alten Zeiten, zu begründen die Zusammengehörigkeit der Menschheit. Es geschah anfangs so, daß nur gerettet wurden die Beziehungen von Mensch zu Mensch dadurch, daß man ihnen eine physische Grundlage gab. Das Blut, es ist der Ausdruck des Ich. Die Blutsverwandtschaft und die Blutsbande beherrschten das Menschengeschlecht. Das physische Blut war das Mittel, das Medium, um von Mensch zu Mensch zu wirken. So war es in alten Zeiten. Nun ist aber durch den Christus Jesus die Liebe zu einem unsinnlichen Band geworden. Das Wirken des menschlichen Gruppen-Ichs tritt zurück. Früher gehörte der einzelne Mensch zu einem gemeinschaftlichen Stammes-Ich, und er fühlte sich darin geborgen, im Schoße des Vaters Abraham. Viel wichtiger war diese Zusammengehörigkeit als seine individuelle Person. In der Zusammengehörigkeit der Blutsverwandtschaft besteht sein höheres Selbst. Wir hören im Alten Testament von Noah und andern Stammvätern, daß sie jahrhundertelang lebten. Das ist so zu nehmen, daß wir da in Zeiten zurückgeführt werden, in denen der Mensch nicht nur ein Gedächtnis für das hatte, was er selbst erlebte, sondern wo dieses weit hinauf in die Generationen zurückging. Er sagte nicht «Ich» zu sich, sondern er lebte wie in seinem Ich bis zu den fernliegenden Urahnen hin. Sein Leben fing nicht an bei seiner Geburt, er fing nicht da an, zu sich Ich zu sagen, sondern er sagte Ich zu alledem, was seine Ahnen erlebt hatten.
[ 13 ] We know that human beings on Earth have inherited a legacy from the Moon. The three lower bodies—the physical, etheric, and astral bodies—were prepared for them, and it was only on Earth that the “I” was added, the expression of human freedom and independence. In ancient times, it was important to establish the unity of humanity. At first, relationships between human beings were preserved only by giving them a physical foundation. Blood is the expression of the “I.” Blood kinship and blood ties dominated the human race. Physical blood was the means, the medium, through which one could act from one human being to another. Such was the case in ancient times. Now, however, through Christ Jesus, love has become a non-physical bond. The activity of the human group “I” recedes into the background. In the past, the individual belonged to a collective tribal “I,” and felt secure within it, in the bosom of Father Abraham. This sense of belonging was far more important than his individual self. His higher self resides in the bond of kinship. We read in the Old Testament about Noah and other patriarchs that they lived for centuries. This is to be understood as taking us back to times when human beings not only had a memory of what they themselves experienced, but when this memory extended far back through the generations. He did not say “I” to himself, but lived as if his “I” extended all the way back to his distant ancestors. His life did not begin at his birth; he did not begin there to say “I” to himself, but rather said “I” to all that his ancestors had experienced.
[ 14 ] Gegen die Blutsliebe führten in allen Zeiten die luziferischen Wesenheiten ihre allerschärfsten Angriffe. Sie wollten jeden einzelnen Menschen auf sich selbst stellen. Das Selbstbewußtsein, das wollten sie den Menschen einimpfen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Göttliche Wesenheiten, Träger der Liebe, trachteten den Menschen mit dem Menschen in Liebe zusammenzubringen durch andere Bande als die Blutsbande, die nicht mit der Freiheit rechnen. Das Christus-Prinzip verbindet mit der vollen Ausprägung des Ich die dem Geist der Liebe entströmende Kraft und läßt sie walten von Mensch zu Mensch. Daher heißt ein Ausspruch: Christus verus Luciferus - Christus der wahre Luzifer oder Lichtbringer, und zuletzt der Gegner des gefallenen Luzifer. Die Blutsliebe wurde umgewandelt durch den Christus in die geistige Liebe, in die strömende Bruderliebe von Seele zu Seele. Der Ausspruch des Christus: Wer nicht verlässet Vater und Mutter, der kann nicht mein Jünger sein - ist so zu verstehen, daß die Blutsliebe sich umwandeln muß in die Bruderliebe, die alle Menschen mit gleicher Kraft umfaßt. Nichts wegnehmen will die Geisteswissenschaft von all diesen Aussprüchen der Bibel, sondern hinzufügen kann sie nur ein tieferes Verständnis der christlichen Gnade, wenn sie im rechten Sinne entgegengenommen wird. Die Kraft der geistigen Liebe, die hat der Christus der Menschenseele zuerst gebracht bei seinem Erscheinen auf der Erde, und mit dem Blute, das auf Golgatha aus den Wunden des Erlösers floß, war sozusagen das überschüssige Blut der Menschheit geopfert worden, durch die Tat war die Lehre besiegelt worden, daß das Individuum dem Individuum als Menschenbruder dem Menschenbruder gegenüberzustehen hat. Das Christus-Verständnis ist heute noch sehr klein in der Welt. Man muß erst lernen, die ganze Größe dieses gewaltigsten kosmischen Ereignisses zu verstehen. Geahnt haben immer einige die ganze Bedeutung des Christus-Wesens und seines Erscheinens auf der Erde. Wie haben sie es geahnt? Schauen Sie hin auf die Menschen und Völker, die länger aufrechterhalten haben den Zusammenhang mit der geistigen Welt. Der Inder, er machte sich nicht viel aus dem Zusammenhang mit der physischen Welt. Übersinnliche Wahrheiten und höchstes spirituelles Leben wollte er sich erringen in der geistigen Welt, aber nicht lieb gewinnen wollte er das physische Leben. Eine morgenländische Sage lassen Sie mich Ihnen erzählen, die in grandioser Weise darauf hinweist, wie das Christus-Prinzip ahnend dort erfaßt worden ist.
[ 14 ] Throughout the ages, the Luciferic beings have waged their most fierce attacks against the love of kin. They sought to make every single human being self-centered. They sought to instill this sense of self-consciousness in human beings between death and a new birth. Divine beings, bearers of love, sought to unite human beings with one another in love through bonds other than those of blood, which do not account for freedom. The Christ principle unites the full development of the “I” with the power flowing from the Spirit of Love and allows it to act from human to human. Hence the saying: Christus verus Luciferus—Christ the true Lucifer or Bringer of Light, and ultimately the adversary of the fallen Lucifer. Christ transformed blood ties into spiritual love, into the flowing brotherly love from soul to soul. Christ’s saying, “Whoever does not leave father and mother cannot be my disciple,” is to be understood to mean that blood ties must be transformed into brotherly love, which embraces all people with equal strength. Spiritual science does not seek to take anything away from all these sayings of the Bible; rather, it can only add a deeper understanding of Christian grace when it is received in the proper sense. The power of spiritual love was what Christ first brought to the human soul upon His appearance on Earth, and with the blood that flowed from the Savior’s wounds on Golgotha, the “excess blood” of humanity, so to speak, was sacrificed; through this act, the teaching was sealed that the individual must stand before the individual as one human brother facing another. Understanding of Christ is still very limited in the world today. One must first learn to grasp the full magnitude of this most momentous cosmic event. Some have always sensed the full significance of the Christ Being and His appearance on Earth. How did they sense it? Look to the people and nations that have long maintained a connection with the spiritual world. The Indian did not attach much importance to his connection with the physical world. He sought to attain supersensible truths and the highest spiritual life in the spiritual world, but he did not wish to grow fond of physical life. Let me tell you an Eastern legend that magnificently illustrates how the Christ principle was intuitively grasped there.
[ 15 ] Im Laufe der Zeit - so heißt es - erschien die Macht, die unsere Erde lenkt. Eine morgenländische Sage, die darüber berichtet, wurde in den Tempeln Tibets, in dessen nördlichen Teilen, dem Schüler der Urweltweisheit des Buddha erzählt und hat sich seither bewahrt. Kashyapa, so berichtet die morgenländische Legende, der beste Schüler des Buddha, lebte in einer Zeit, in der wenig Verständnis selbst im Osten für die Weisheit zu finden war. Und als er herannahen fühlte sein Ende, zog er sich zurück in eine Höhle; dort lebte er lange Zeit, und sein Leichnam sollte dort aufbewahrt bleiben und harren des Erscheinens des Maitreya-Buddha, um dann zum Himmel aufsteigen zu können.
[ 15 ] Over time—so the story goes—the power that guides our Earth came into being. An Eastern legend recounting this story was told in the temples of Tibet—in its northern regions—to the disciple of the Buddha’s primordial wisdom and has been preserved ever since. Kashyapa, according to the Eastern legend, the Buddha’s foremost disciple, lived in a time when there was little understanding of wisdom, even in the East. And when he sensed his end approaching, he withdrew to a cave; there he lived for a long time, and his body was to remain there, awaiting the appearance of the Maitreya Buddha, so that it might then ascend to heaven.
[ 16 ] Diese Legende will sagen: Wenn nichts Besonderes eingetreten wäre, das heißt, wenn der Christus nicht auf der Erde erschienen wäre, so hätte das Morgen- und das Abendland nicht mehr finden können den Weg in die geistige Welt. Der Leib des Kashyapa wird aufbewahrt, bis der Maitreya-Buddha befreien wird den Leichnam von der Erde, das heißt, der Mensch wird wieder Kräfte haben in der Zukunft, wonach das, was irdisch ist, vergeistigt werden kann. Tiefer als jemals eine solche Wesenheit heruntergestiegen ist, wird die hohe Wesenheit herabsteigen, die des Kashyapa Leib hinaufführt in die geistige Welt. Der Christus selber befreit den Leib des Kashyapa. Und in der Zeit, die diesem Ereignis folgt, ist der Leib nicht mehr da. Was heißt das? Der Leib ist zugleich in die spirituelle Welt übergeführt. Im Elemente des Feuers kann der Leib des Kashyapa befreit werden. Wo ist dies Feuer? Vergeistigt ist es, als es der Paulus vor Damaskus sieht. So ist das Erscheinen des Christus auf der Erde der große Wendepunkt, wo der Mensch wieder hinaufsteigen kann aus der physischen Welt in die geistige Welt.
[ 16 ] This legend means: If nothing special had happened—that is, if the Christ had not appeared on Earth—then neither the East nor the West would have been able to find their way into the spiritual world. Kashyapa’s body will be preserved until the Maitreya Buddha liberates the corpse from the earth—that is, until humanity regains the powers in the future necessary to spiritualize all that is earthly. A being of even greater stature than any that has ever descended will come down to lead Kashyapa’s body up into the spiritual world. Christ Himself liberates Kashyapa’s body. And in the time following this event, the body is no longer there. What does this mean? The body has simultaneously been transferred into the spiritual world. In the element of fire, Kashyapa’s body can be liberated. Where is this fire? It is spiritualized, as Paul sees it near Damascus. Thus, the appearance of Christ on Earth is the great turning point at which human beings can once again ascend from the physical world into the spiritual world.
[ 17 ] Und nun blicken Sie auf das, was der Buddha gelehrt hat. Dem Buddha ging durch die Betrachtung von Alter, Krankheit, Tod und so weiter die große Wahrheit vom Leiden auf. Und er lehrte nun die Aufhebung des Leidens, die Befreiung vom Leid durch die Auslöschung des Verlangens nach Geburt, nach sinnlicher Verkörperung.
[ 17 ] And now consider what the Buddha taught. Through contemplation of old age, sickness, death, and so on, the Buddha realized the great truth of suffering. And he taught the cessation of suffering—liberation from suffering through the extinction of the craving for rebirth and for sensory existence.
[ 18 ] Nun betrachten Sie die Menschheit sechshundert Jahre später. Was erkennen Sie da? Die Menschheit verehrt einen Leichnam: sie schaut auf den Christus am Kreuze, der gestorben ist und durch seinen Tod das Leben gebracht hat. Das Leben hat den Tod überwunden.
[ 18 ] Now consider humanity six hundred years later. What do you see? Humanity is venerating a corpse: it is gazing upon Christ on the cross, who died and, through his death, brought life. Life has overcome death.
[ 19 ] Erstens: Geboren werden ist Leiden? - Nein, denn der Christus ist durch die Geburt in unsere Erde eingetreten, fortan ist für mich, den Christen, Geborenwerden kein Leiden mehr. - Zweitens: Krankheit ist Leiden? — Aber es wird erstehen das große Heilmittel, die Seelenkraft, die durch den Christus-Impuls entzündet worden ist. Indem der Mensch sich verbindet mit dem Christus-Impuls, vergeistigt er sein Leben. - Drittens: Alter ist Leiden? - Aber während sein Leib gebrechlich wird, wird er selbst immer stärker und mächtiger. — Viertens: Tod ist Leiden? - Aber durch den Christus ist der Leichnam das Symbol geworden dafür, daß der Tod, das Physische, durch das Leben, den Geist, besiegt worden ist, daß der Tod endgültig überwunden worden ist durch das Leben. - Fünftens: Getrenntsein von dem, was man liebt, ist Leiden? - Aber der Mensch, der den Christus erfaßt hat, ist nimmer getrennt von dem, was er liebt, denn der Christus hat die Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erhellt, so daß der Mensch verbunden bleibt mit dem, was er liebt. - Sechstens: Nicht erhalten, was man begehrt, ist Leiden? - Wer mit Christus lebt, der wird nicht mehr begehren, was ihm nicht zukommt, was nicht gegeben wird. - Siebentens: Vereint sein mit dem, was man nicht liebt, ist Leiden? - Aber der Mensch, der den Christus erkannt hat, der entfacht in sich jene große, umfassende Liebe, die jedes Wesen, jedes Ding umschließt und liebt nach seinem Werte. — Achtens: Getrennt sein von dem, was man liebt, ist nicht mehr Leiden, denn es gibt in Christo keine Trennung mehr.
[ 19 ] First: Is being born suffering? — No, because Christ entered our world through birth; from now on, for me, a Christian, being born is no longer suffering. - Second: Is illness suffering? — But the great remedy will arise: the power of the soul, kindled by the Christ impulse. By connecting with the Christ impulse, a person spiritualizes their life. - Third: Is old age suffering? — But while his body becomes frail, he himself grows ever stronger and more powerful. — Fourth: Is death suffering? — But through Christ, the physical body has become the symbol that death—the physical—has been conquered by life—the spirit—that death has been definitively overcome by life. - Fifth: Is separation from what one loves suffering? - But the person who has grasped Christ is never separated from what he loves, for Christ has illuminated the world between death and a new birth, so that the person remains connected to what he loves. - Sixth: Is it suffering not to receive what one desires? - Whoever lives with Christ will no longer desire what does not belong to him, what is not given. - Seventh: Is being united with what one does not love suffering? - But the person who has come to know Christ kindles within himself that great, all-encompassing love that embraces every being, every thing, and loves them according to their worth. — Eighth: Being separated from what one loves is no longer suffering, for in Christ there is no longer any separation.
[ 20 ] So ist für die Krankheit des Leides, die der Buddha gelehrt und erkannt hat, durch den Christus das Heilmittel gegeben.
[ 20 ] Thus, for the illness of suffering, which the Buddha taught about and recognized, Christ has provided the remedy.
[ 21 ] Diese Entwickelung der Menschheit zu Christus und dem Leichnam am Kreuz ist der größte Umschwung, der jemals in der Evolution geschah.
[ 21 ] This progression of humanity toward Christ and the body on the cross is the greatest turning point that has ever occurred in evolution.
