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Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

29 September 1907, Hanover

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Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL
  1. Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.

9. Warum Müssen die Menschen Immer Wieder Verkörpert Werden?

9. Why Must Human Beings Be Reincarnated Again and Again?

[ 1 ] Unter anderem muss der Körper mit seinen Organen, zum Beispiel das Herz, immer vollkommener werden. Heute kann der Mensch noch wenig auf seine Seele wirken. Wenn er erst sein Herzorgan willkürlich bewegen kann durch Ätherströmungen, wird er der selbstständige Eroberer des Organismus werden. So ändert sich die Menschheit von Gestalt zu Gestalt. Immer, wenn der Mensch wiederkommt, ist sein Wohnhaus verbessert.

[ 1 ] Among other things, the body and its organs—such as the heart—must become ever more perfect. Today, human beings still have little ability to influence their souls. Once they are able to move their heart organ at will through etheric currents, they will become the independent masters of their own organism. This is how humanity changes from one incarnation to the next. Whenever a person returns, their dwelling place has been improved.

[ 2 ] Die Inder wirkten auf den Äther-, die Perser auf den Empfindungsleib, der Ägypter auf die Empfindungsseele, Römer und Griechen auf die Verstandesseele. Die heutige Menschheit brachte es bis zur Bewusstseinsseele. Wir bemerken ein Durchgehen der Individualitäten durch die Kulturen. Die Inder bildeten das Gedächtnis aus, es war aber mehr ein geistiges Gedächtnis als das der Atlantier. Die Perser kamen zu einem intimen Verhältnis mit der Natur. Die Ägypter waren mystisch veranlagt. Die Griechen und Römer entfalteten Verstand und Klugheit. Jetzt muss der Mensch durch Erfahrung die äußere Welt, wo er hingehört, wirklich erleben, sonst bleibt sie ihm ein Traum. Wir sind jetzt in einem Stadium, in dem der Mensch versucht, die Naturkräfte zu beherrschen.

[ 2 ] The Indians influenced the etheric body, the Persians the sensory body, the Egyptians the sensory soul, and the Romans and Greeks the intellectual soul. Humanity today has progressed as far as the consciousness soul. We observe a progression of individualities through the cultures. The Indians developed memory, but it was more of a spiritual memory than that of the Atlanteans. The Persians developed an intimate relationship with nature. The Egyptians had a mystical disposition. The Greeks and Romans developed intellect and wisdom. Now, through experience, human beings must truly experience the outer world, where they belong; otherwise, it remains a dream to them. We are now at a stage where human beings are attempting to master the forces of nature.

[ 3 ] Es gibt ein Karma, was ganze Völker verknüpft. Beispiel: Das Mittelalter hindurch wurden die Völker in Europa oft durch die Hunnen bedroht, als sie kaum angefangen hatten, sich durch das Christentum aufzurichten. Diese Mongolen besaßen Astralleiber, die in Verfaulung übergingen, es ist dies aber ein geistiger Prozess. Sie waren Überbleibsel der alten Atlantier unter ihrem Führer Attila oder Etzel. Hätten sich nun die Völker nicht gefürchtet, so hätten ihnen die Hunnen nichts tun können. So teilte sich der zersetzende Einfluss den frischen Astralleibern der Völkerschaften mit. Das brachte den Aussatz oder die Miselsucht hervor. Die Sage davon ist im «Armen Heinrich» von Hartmann von der Aue. Das Bild «Die Hunnenschlacht» gibt das Ereignis auf dem Astralplan wieder.

[ 3 ] There is a form of karma that binds entire peoples together. Example: Throughout the Middle Ages, the peoples of Europe were often threatened by the Huns, just as they had barely begun to raise themselves up through Christianity. These Mongols possessed astral bodies that were decaying, though this is a spiritual process. They were remnants of the ancient Atlanteans under their leader Attila or Etzel. Had the peoples not been afraid, the Huns would have been powerless to harm them. Thus, the corrosive influence spread to the fresh astral bodies of the peoples. This gave rise to leprosy. The legend of this is found in “Poor Henry” by Hartmann von der Aue. The painting “The Battle of the Huns” depicts the event on the astral plane.

[ 4 ] Wir sammeln gutes Karma, wenn wir unser Leben zu einer harmonischen Einheit zusammenfügen. Wir erleben immer etwas, das Leben bringt es an uns heran, wir müssen die Früchte hinzutun.

[ 4 ] We accumulate good karma when we bring our lives together into a harmonious whole. We are always experiencing something; life brings it to us, and we must add the fruits.

[ 5 ] Um Gewissheit über Tatsachen des Karmas zu bekommen, dürfen wir nicht spekulieren oder philosophieren, wir müssen die Tatsachen sprechen lassen, wie sich etwas ausgestaltet. Der Okkultist untersucht wirkliche Tatsachen. Es ist schwierig, die vergangenen Lebensläufe rückwärts zu verfolgen. Der Okkultist stellt keine Hypothesen auf, er würde sonst bald in den Ruf der Unglaubwürdigkeit kommen. Anschauendes Denken ist besser für den Okkultisten als subjektives Denken. Es kommt darauf an, das Weltendenken mitzuerleben.

[ 5 ] To gain certainty about the facts of karma, we must not speculate or philosophize; we must let the facts speak for themselves as events unfold. The occultist examines real facts. It is difficult to trace past lives backward. The occultist does not formulate hypotheses; otherwise, he would soon gain a reputation for being untrustworthy. Intuitive thinking is better for the occultist than subjective thinking. What matters is to experience the world’s thought processes firsthand.

[ 6 ] Vom karmischen Standpunkt betrachtet sind die Erlebnisse zweierlei: solche, für die wir nichts können, und solche, die wir verdient haben. Nicht alles ist karmische Wirkung. Tatsachen treten an uns heran, Unglücksfälle; unverschuldete finden ihren Ausgleich später. Ein Gedanke, der in unserem Leben zur Gewohnheit wird, drückt sich im Ätherleib im nächsten Leben aus; die Neigung, sich zu freuen, wird zur Neigung des Ätherleibes. Empfindungen, Vorstellungen hängen von den Erlebnissen des vorigen Lebens ab, wir können nichts dafür, wie sie jetzt in uns auftreten. Betrachten wir den Astralleib selbst. Gefühle, Leidenschaften, Empfindungen, Vorstellungen sind Eigenschaften des Astralleibes. Stürmische Lust zeigt einen unentwickelten Astralleib, hohe moralische Begriffe einen gereinigten. Je nachdem wir ihn ausbilden mit sorgfältigen moralischen Begriffen, erhabenen Vorstellungen oder indem wir jeder Begierde frönen, gestaltet sich der Astralleib im nächsten Leben - und infolgedessen noch mehr der Ätherleib - in Neigungen und Temperamente. Ein Wüstling gab im vorigen Leben der sinnlichen Lust nach, diese wird im jetzigen Leben zum Temperament im Ätherleib. Wer intellektuell arbeitet, erwirbt sich so Talente und Fähigkeiten für die Zukunft.

[ 6 ] From a karmic perspective, experiences fall into two categories: those beyond our control and those we have earned. Not everything is a karmic consequence. Events come upon us, misfortunes; those for which we are not to blame will be balanced out later. A thought that becomes a habit in our life expresses itself in the etheric body in the next life; the tendency to rejoice becomes a tendency of the etheric body. Feelings and ideas depend on the experiences of the previous life; we cannot help how they arise within us now. Let us consider the astral body itself. Feelings, passions, sensations, and ideas are qualities of the astral body. Turbulent lust indicates an undeveloped astral body; high moral ideals indicate a purified one. Depending on whether we cultivate it with careful moral principles and lofty ideas, or by indulging every desire, the astral body—and, as a result, the etheric body even more so—takes shape in the next life as inclinations and temperaments. A libertine who indulged in sensual pleasures in a previous life will see those pleasures become a temperament in the etheric body in this present life. Those who engage in intellectual work thus acquire talents and abilities for the future.

[ 7 ] Der Okkultist muss sich die Fähigkeit erobern, ohne Mühe zu derselben Tatsache zurückzukehren und sie zu lieben; dieses wird einen großen Einfluss auf seinen Ätherkörper haben, denjenigen, dass er im nächsten Leben ein ausgezeichnetes Gedächtnis bekommt. In den Buddha-Lehren finden sich immer Wiederholungen, diese haben den Zweck, den Ätherleib, welcher vom Astralleib abhängig ist, fähig zu machen, das Gedächtnis zu erweitern. Die Eigenschaften des Astralleibes werden die des Ätherleibes und kommen im physischen Leibe im nächsten Leben zum Ausdruck. Durch Geduld und Ausdauer können wir schon in diesem Leben das Gedächtnis etwas erweitern.

[ 7 ] The occultist must cultivate the ability to return effortlessly to the same fact and to cherish it; this will have a great influence on his etheric body, namely, that he will acquire an excellent memory in his next life. In the Buddha’s teachings, there are always repetitions; these serve the purpose of enabling the etheric body—which is dependent on the astral body—to expand its memory. The qualities of the astral body become those of the etheric body and are expressed in the physical body in the next life. Through patience and perseverance, we can already expand our memory somewhat in this very life.

[ 8 ] Krankheitsanlagen kommen von draußen und aus dem Innern des Menschen. Dispositionen dazu rühren her von sinnlichen Gewohnheiten und äußern sich in Krankheiten im nächsten Leben. Wir sollen gesunde Dispositionen nicht nur vermehren, sondern uns gute aneignen. Ein Mensch von guter Gesundheit sorgte für gute Gewohnheiten. So entstehen Fähigkeiten und Temperamente. Wer gallig ist, diesen Fehler nicht ablegt, bekommt die Anlage zu typhösen, fiebrigen Krankheiten. Wer immer kritisiert, dem niemand etwas recht machen kann, der nicht recht lieben kann, wird früh altern und leicht Runzeln bekommen und hässlich sein. Wer Sympathie und Liebe entwickeln kann, erhält sich lange jung. Wer sein Augenmerk auf einen ungesund gesteigerten Erwerbstrieb richtet und viel besitzen will, neigt infolgedessen zu Infektionskrankheiten.

[ 8 ] Predispositions to illness come from outside and from within a person. Such predispositions stem from sensual habits and manifest as illnesses in the next life. We should not only cultivate healthy dispositions but also acquire good ones. A person in good health cultivates good habits. This is how abilities and temperaments develop. Those who are bitter and do not shake off this flaw develop a predisposition to typhoid and febrile illnesses. Those who are always critical, for whom nothing anyone does is ever good enough, and who are incapable of true love, will age prematurely, develop wrinkles easily, and become unattractive. Those who can develop sympathy and love will remain young for a long time. Those who focus their attention on an unhealthy, excessive drive for wealth and desire to possess much will, as a result, be prone to infectious diseases.

[ 9 ] Die Erlebnisse kommen an den Menschen heran; das, was er tut und [was] sich immerzu auf dem physischen Plane abspielt, all das bildet sein zukünftiges Schicksal. Seine Taten, gute oder böse, formen wieder den zukünftigen Körper. So haben wir einen Kreislauf von Tatsachen und ihren Folgen.

[ 9 ] Experiences affect a person; what he does and [what] constantly takes place on the physical plane—all of this shapes his future destiny. His actions, whether good or evil, in turn shape his future body. Thus, we have a cycle of events and their consequences.