Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
7 March 1908 p.m., Amsterdam
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Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL
21. Astralwelt und Devachan
21. The Astral World and Devachan
[ 1 ] Wenn der Mensch seine geistigen Organe durch Meditation und Konzentration entwickelt hat und bewusst auf den Astralplan kommt, dann schaut er eine gänzlich andere Welt. Eine Bilderwelt, eine Welt von Sinnbildern schaut er um sich herum. Gewöhnlich wird die astrale Welt zu sinnlich angeschaut, das heißt zu viel wie eine stoffliche, sinnlich-wahrnehmbare Welt gefühlt und beschrieben durch den Hellsichtigen, der noch Neuling auf diesem Gebiete ist. Dazu kommt noch, dass er oft Spiegelbilder des ätherischen Gebietes für Astralbilder hält; manche Beschreibungen der Astralwelt sind nicht viel anderes als Spiegelbilder dieses ätherischen Gebietes. Auf dem Astralgebiet sieht man alles in Farben: Nähert sich uns ein feindliches Wesen, dann sieht der Hellsichtige ein orange-gelbes Farbenbild; ist es ein uns sympathisches Wesen, dann ist das Farbenbild indigoblau gefärbt. Man sieht dort alles - wie im Spiegelbild - umgekehrt, auch in Bezug auf die Zeit. Zum Beispiel sieht man zuerst das Huhn und dann das Ei, aus dem es herausgekrochen ist; oder [man sieht] zuerst die Blüte und dann die Wurzel der Pflanze. Dasselbe geschieht mit unserem Seelenleben: Die Leidenschaften und Begierden, die vom Menschen ausströmen, kommen auf dem Astralplan als tierische Wesen aus dem Raum ihm entgegengeströmt, als Schlangen, Wölfe und so weiter, je nach der Art der Gefühle und Begierden. Jegliches edles Verlangen und Gefühl, die auf Erden durch die Umstände zurückgehalten werden, kommen ihm da in herrlichen Farbenbildern entgegen. Der Mensch, der im Materialismus versunken ist, vielfach hochbegabte Persönlichkeiten, deren Gedanken aber nicht weiter gehen als bis zur sinnlich-wahrnehmbaren Welt, sehen hier die Leerheit ihrer Ideale. Der Künstler, der Gelehrte, der seine Kunst und seine Wissenschaft liebt des Genusses wegen, den diese ihm verschaffen, und der sie nicht in den Dienst des Entwicklungsganges der Menschheit nach dem geistigen Ideal hin stellt, sieht hier das Eitle und Vergebliche seiner Bestrebungen ein. Die Kenntnis der höheren Gebiete, die die Theosophie uns schenkt, muss uns die Mittel verschaffen, um die geistige Entwicklung der Menschheit vorwärtszubringen.
[ 1 ] When a person has developed their spiritual faculties through meditation and concentration and consciously enters the astral plane, they see a completely different world. They see a world of images, a world of symbols, all around them. Usually, the astral world is viewed too sensually—that is, it is perceived and described by the clairvoyant, who is still a novice in this field, as too much like a material, sensually perceptible world. In addition, the clairvoyant often mistakes reflections of the etheric realm for astral images; some descriptions of the astral world are little more than reflections of this etheric realm. In the astral realm, everything is seen in colors: If a hostile being approaches us, the clairvoyant sees an orange-yellow image; if it is a being sympathetic to us, the image is indigo-blue. Everything there is seen—as in a mirror image—in reverse, including in relation to time. For example, one first sees the chicken and then the egg from which it hatched; or [one sees] first the flower and then the root of the plant. The same thing happens with our inner life: the passions and desires that radiate from a person flow toward them on the astral plane as animal-like beings emerging from space—as snakes, wolves, and so on—depending on the nature of the feelings and desires. Every noble desire and feeling that is held back on earth by circumstances comes to meet him there in magnificent colorful images. People who are immersed in materialism—often highly gifted individuals whose thoughts, however, extend no further than the world of sensory perception—see here the emptiness of their ideals. The artist and the scholar who love their art and science for the pleasure they provide, and who do not place them in the service of humanity’s progress toward the spiritual ideal, come to realize here the futility and vanity of their endeavors. The knowledge of the higher realms that Theosophy bestows upon us must provide us with the means to advance the spiritual development of humanity.
[ 2 ] Wir werden jetzt übergehen zu den Erlebnissen auf dem Astralplan nach dem Tode. Der Tod unterscheidet sich nur dadurch vom Schlafe, dass dabei nicht nur der Astralleib, sondern auch der Ätherleib mit den höheren Leibern den stofflichen Leib verlässt.
[ 2 ] We will now move on to the experiences on the astral plane after death. Death differs from sleep only in that not only the astral body, but also the etheric body, along with the higher bodies, leaves the physical body.
[ 3 ] Das Verlassen des stofflichen Leibes durch den Ätherleib geschieht sonst nie zwischen Geburt und Tod des Menschen, wenn er nicht gewisse Einweihungszustände durchmacht. Der wichtigste Augenblick für den Menschen nach dem Tode ist der Augenblick gleich nach dem Sterben. Dieser Augenblick kann Stunden, manchmal Tage dauern. In diesem Zustande zieht das Leben der letzten Inkarnation als ein Erinnerungsbild an ihm vorüber. Das Eigenartige dieses Erinnerungspanoramas ist, dass beim Anschauen dieser Lebenserinnerungen von der Wiege bis zum Grabe alle subjektiven Gefühle von Freude und Schmerz aus ihm verschwunden sind. Es ist, als ob man das Lebensbild eines anderen anschaut, so unpersönlich steht man ihm gegenüber. Dieselbe Erscheinung erlebt man, wenn durch einen plötzlichen Schock - zum Beispiel beim Sturz in einen Abgrund oder bei der Gefahr des Ertrinkens - eine augenblickliche Trennung von physischem und ätherischem Leib stattfindet. Der ätherische Leib ist der Träger unseres Erinnerungsvermögens, nicht der Astralleib. Solange der Ätherleib an den Astralleib gebunden bleibt, so lange bleibt das Erinnerungsbild unserer letzten Inkarnation bei uns. Das ist abhängig von der Dauer des Wachbleiben-Könnens während unseres Lebens im stofflichen Leibe. Können wir drei Tage wach bleiben, dann wird der ätherische Leib drei Tage lang verbunden bleiben mit dem Astralleib. Sobald der ätherische Leib den Astralleib loslässt, verschwindet das Erinnerungspanorama. Aber als Frucht, als Keim für eine zukünftige Inkarnation bleibt eine Essenz dieser Lebenserfahrungen bestehen, die in dem Kausalleib aufbewahrt wird.
[ 3 ] The etheric body never leaves the physical body between a person’s birth and death unless the person undergoes certain initiatory states. The most important moment for a person after death is the moment immediately following death. This moment can last for hours, sometimes days. In this state, the life of the last incarnation passes before them as a series of memories. What is peculiar about this panorama of memories is that, as they view these life memories from the cradle to the grave, all subjective feelings of joy and pain have vanished from them. It is as if one were looking at the life story of another person; one stands before it in such an impersonal way. One experiences the same phenomenon when, due to a sudden shock—for example, when falling into an abyss or facing the danger of drowning—an instantaneous separation occurs between the physical and etheric bodies. The etheric body is the carrier of our memory, not the astral body. As long as the etheric body remains bound to the astral body, the memory of our last incarnation remains with us. This depends on how long we are able to remain awake during our life in the physical body. If we can remain awake for three days, then the etheric body will remain connected to the astral body for three days. As soon as the etheric body releases the astral body, the panorama of memories disappears. But as a fruit, as a seed for a future incarnation, an essence of these life experiences remains, preserved in the causal body.
[ 4 ] Von jedem Leben bringt man seine Erfahrungen als Lebensessenz in dem Kausalleib mit; jedes Leben vermehrt die Kraft, den Inhalt dieser Lebensessenz. Das ist die Ursache für die Unterschiedlichkeit der angeborenen Fähigkeiten, welche jeder Mensch in sein neues Leben, als Resultat seiner vorigen Leben mitbringt, wodurch sein Leben reich oder arm sein wird gemäß den Fähigkeiten und Veranlagungen. Um das Leben des Astralleibes nach der Trennung vom ätherischen Leib begreifen zu können, müssen wir zunächst einen Blick in die astrale Welt und ihre Verhältnisse werfen. Der Astralleib ist der Begierdenleib. Der Sitz unserer Begierden und Leidenschaften liegt im Astralleib. Der stoffliche Leib ist nur das Werkzeug des Astralleibes, um seine Begierden und Leidenschaften auf dem stofflichen Gebiet ausleben zu können. Beim Tode fällt der stoffliche Leib, das Werkzeug der Begierden, ab, die Begierden bleiben leben. Daraus entsteht das brennende Feuer der Lüste und Begierden in der Kamaloka-Zeit.
[ 4 ] From each life, one brings one’s experiences as the essence of life into the causal body; each life increases the power and substance of this essence of life. This is the reason for the diversity of innate abilities that every person brings into their new life as a result of their previous lives, whereby their life will be rich or poor according to those abilities and predispositions. In order to understand the life of the astral body after its separation from the etheric body, we must first take a look at the astral world and its conditions. The astral body is the body of desires. The seat of our desires and passions lies in the astral body. The physical body is merely the tool of the astral body, enabling it to act out its desires and passions in the physical realm. At death, the physical body—the instrument of desires—is shed, but the desires themselves remain alive. From this arises the burning fire of lusts and desires during the Kamaloka period.
[ 5 ] Die Kamaloka-Zeit, die Zeit, die man durchlebt auf dem niedrigen Teil des Astralplanes, wird kürzer oder länger dauern, je nachdem, ob wir stärker und gröber begehrt haben während unseres Lebens auf dem stofflichen Plane. Durchschnittlich dauert die Kamaloka-Zeit ein Drittel unserer Lebenszeit auf dem stofflichen Plan. Das Eigenartige der Kamaloka-Zeit ist, dass man seinen Lebenslauf noch einmal durchmacht, aber jetzt von hinten nach vorne: Man beginnt mit der letzten Lebenserfahrung und geht mit dreifacher Geschwindigkeit zurück zu der Zeit der Kindheit. War zuerst die Lebenserinnerung im ätherischen Leibe [unmittelbar nach dem Tod] ohne Freude oder Schmerz, so durchlebt man jetzt alle Freuden und Schmerzen des vergangenen Lebens noch einmal, aber im umgekehrten Sinne, das heißt, dass man alles, was man anderen angetan, das Leid und die Freude, selbst durchmacht. Diese Erinnerungen bleiben als Eindrücke im Astralleib zurück, zur Erfüllung unseres Karmas in folgenden Inkarnationen, in denen wir mit den gleichen Persönlichkeiten geboren werden, denen wir in früheren Inkarnationen Gutes oder Böses getan haben. Nun [nach der Kamaloka-Zeit] wird der Astralleib losgelassen. Wenn der Mensch seinen stofflichen, ätherischen und Astralleib verlassen hat, erreicht er den Zustand, der in der Bibel mystisch ausgedrückt wird mit den Worten: So ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.
[ 5 ] The Kamaloka period—the time one spends in the lower part of the astral plane—will be shorter or longer depending on whether we had stronger and coarser desires during our life on the physical plane. On average, the Kamaloka period lasts one-third of our lifetime on the physical plane. The peculiarity of the Kamaloka period is that one relives one’s life course once more, but this time in reverse: one begins with the most recent life experience and moves backward at three times the speed toward the time of childhood. Whereas at first the recollection of one’s life in the etheric body [immediately after death] was devoid of joy or pain, one now relives all the joys and pains of the past life once more, but in reverse—that is, one personally experiences everything one has done to others, both the suffering and the joy. These memories remain as impressions in the astral body, to fulfill our karma in subsequent incarnations, in which we are born to the very same individuals to whom we did good or evil in earlier incarnations. Now [after the Kamaloka period], the astral body is released. When a person has left their physical, etheric, and astral bodies, they reach the state that is mystically expressed in the Bible with the words: “Unless you become like little children, you cannot enter the Kingdom of Heaven.”
[ 6 ] Wir müssen nun die devachanische Welt studieren. Sie ist ebenso abwechslungsreich wie unsere stoffliche Welt. Wir können dort vergleichsweise ebenso wie hier sprechen von einem Kontinentalgebiet, einem Ozeangebiet und einem Luftgebiet (Atmosphäre oder Dunstkreis), die einander durchdringen. Das Kontinentalgebiet enthält die Urbilder der stofflichen Welt, insofern sie nicht mit Leben beseelt sind, das heißt die stofflichen Formen der Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen.
[ 6 ] We must now study the Devachanic world. It is just as diverse as our material world. There, just as here, we can speak of a continental region, an oceanic region, and an aerial region (atmosphere or sphere of mist) that interpenetrate one another. The continental region contains the archetypes of the material world, insofar as they are not animated by life—that is, the material forms of minerals, plants, animals, and human beings.
[ 7 ] Man denke sich einen begrenzten Raum, erfüllt mit stofflichen Leibern. Mit devachanischem Blick betrachtet, verschwinden die stofflichen Formen, dagegen hebt ein Strahlen um die Körper herum an, während der Platz, den die stofflichen Leiber einnahmen, einen leeren Raum, ein negatives oder Schattenbild formt. Tiere und Menschen, in dieser Weise betrachtet, erscheinen als negative Bilder: Das Blut erscheint grün, also in der Komplementärfarbe des Rot. Die ganze stoffliche Welt ist in dieser Weise als Urbild auf dem devachanischen Gebiet anwesend.
[ 7 ] Imagine a finite space filled with physical bodies. When viewed with a devachanic gaze, the physical forms disappear; instead, a radiance arises around the bodies, while the space once occupied by the physical bodies forms an empty space, a negative or shadow image. Animals and humans, viewed in this way, appear as negative images: Blood appears green—that is, in the complementary color of red. The entire material world is thus present as an archetype in the Devachanic realm.
[ 8 ] Das zweite Gebiet, das Ozean-Gebiet, besteht nicht aus Wasser, sondern aus strömendem Leben, das das ganze devachanische Gebiet durchströmt, so wie der Blutkreislauf beim Menschen alles durchdringt. Die eigenartige Substanz, das «Pran», das hier [auf der Erde] in für sich gesonderten tierischen und menschlichen Leibern strömt, bildet im Devachan einen ewig fließenden Lebensstrom von der Farbe des Pfirsichblüt. Dieses Element bildet die schaffende Urkraft von allem, was auf Erden als lebendiges Wesen auftritt. Im Devachan sehen wir, dass das Leben, das uns alle beseelt, in der Tat eine Einheit bilder.
[ 8 ] The second realm, the Oceanic Realm, does not consist of water, but of a flowing life force that courses through the entire Devachanic realm, just as the human bloodstream permeates everything. The unique substance, “prana,” which here [on Earth] flows in separate animal and human bodies, forms in Devachan an eternally flowing stream of life the color of peach blossoms. This element constitutes the creative primal force of everything that appears on Earth as a living being. In Devachan, we see that the life that animates us all is, in fact, a unity.
[ 9 ] Das dritte Gebiet kann man am besten charakterisieren, wenn man sagt, dass alles, was sich hier [auf der Erde] an innerlichem Gefühl von Freude oder Schmerz, Leidenschaft oder Zorn in den Seelen abspielt, sich dort als atmosphärische Erscheinung offenbart. Das stille Verlangen einer Menschenseele nimmt man dort wahr wie einen sanft säuselnden Wind; ein Hervorbrechen von Leidenschaften wie einen Sturmwind; ein Schlachtfeld verursacht durch die Ausbrüche von Hass, Wut und Mordlust ein schweres Ungewitter mit rollendem Donner und grellen Blitzschlägen. So wie die Erde umgeben ist von ihrem Dunstkreis, so hat das Devachan als seinen Dunstkreis um sich herum zerstreut alle Gefühle, die hier auf Erden gehegt oder zum Ausdruck gebracht werden.
[ 9 ] The third realm can best be characterized by saying that everything that takes place here [on Earth] in the souls—whether it be an inner feeling of joy or pain, passion, or anger—manifests there as an atmospheric phenomenon. The quiet longing of a human soul is perceived there as a gently whispering wind; an outburst of passions like a gale; a battlefield caused by outbursts of hatred, rage, and murderous intent brings about a heavy thunderstorm with rolling thunder and blinding flashes of lightning. Just as the Earth is surrounded by its atmosphere, so too does Devachan have, scattered around it as its atmosphere, all the feelings that are harbored or expressed here on Earth.
[ 10 ] Das vierte Gebiet des Devachan hat keine unmittelbare Beziehung zu den niedrigeren Welten. Die Urbilder, die man dort findet, sind Wesen, die die Urbilder der niedrigeren devachanischen Gebiete beherrschen und ihr Zusammengehen bewirken. Sie sind also mehr beschäftigt mit dem Ordnen und Gruppieren der ihnen unterstellten Urbilder. Von diesem Gebiet geht also eine größere Kraft aus als von den unteren drei Gebieten.
[ 10 ] The fourth region of Devachan has no direct connection to the lower worlds. The archetypes found there are beings who govern the archetypes of the lower Devachanic realms and bring about their unification. They are thus more concerned with organizing and grouping the archetypes under their authority. Consequently, this realm exerts a greater influence than the lower three realms.
[ 11 ] Im fünften, sechsten und siebenten Gebiet des Devachan finden wir die schaffenden Kräfte der Urbilder. Wer bis hierher aufsteigen kann, lernt die Zielsetzungen kennen, die unserer Welt zugrunde liegen. Die Urbilder liegen hier noch als beseelte Keimzellen vor, bereit, die verschiedensten Formen anzunehmen, wenn sie in die niedrigeren Gebiete kommen, Die Ideen, wodurch der menschliche Geist in der stofflichen Welt schaffend auftritt, sind eine Widerspiegelung, ein Schattenbild von diesen Keimen der höheren Geistwelt. Die Harmonie der Sphären des devachanischen Gebietes wird hier in geistige Sprache umgesetzt. Man beginnt hier, das geistige Wort zu hören, wodurch die Dinge ihr inneres Wesen nicht allein in Tönen und Klängen, sondern auch in Worten äußern. Sie sagen [dem menschlichen Geist] ihren «ewigen Namem.
[ 11 ] In the fifth, sixth, and seventh realms of Devachan, we find the creative forces of the archetypes. Those who are able to ascend this far come to understand the objectives that underlie our world. The archetypes still exist here as animated germ cells, ready to take on the most diverse forms when they enter the lower regions. The ideas through which the human spirit acts creatively in the material world are a reflection, a shadow image, of these germ cells of the higher spiritual world. The harmony of the spheres of the Devachanic realm is translated here into spiritual language. Here one begins to hear the spiritual word, through which things express their inner essence not only in tones and sounds, but also in words. They tell [the human spirit] their “eternal names.”
[ 12 ] Den Wert des Aufenthaltes im Devachan lernen wir erst begreifen, wenn wir die Pilgerfahrt der Seele durch die drei Welten in Kürze verfolgen. Solange der Mensch in seinem Körper lebt, wirkt und schafft er auf dem stofflichen Gebiet, aber er wirkt dort als geistiges Wesen. Was sein Geist schafft, wird in stofflichen Formen ausgedrückt; er muss als Abgesandter der geistigen Welt den Stoff mit seinem Geist beseelen. Solange er aber an den stofflichen Leib gebunden ist, kann sein geistiges Leben nicht zu einer vollkommenen Entfaltung kommen. Er muss immer wieder zurückkehren zu dem devachanischen Gebiet, um dort neue Geisteskraft, neue Einsichten über Ziel und Streben von Seele und Welt zu erlangen. So ist denn die stoffliche Welt zu gleicher Zeit der Ort zum Schaffen und zum Lernen, das heißt: [Der Mensch] muss in der stofflichen Welt die Eigenschaften des Stoffes kennenlernen und sie dienstbar zu machen wissen, um den Geist zu offenbaren. Im Devachan wird das Gelernte, werden die Erfahrungen des stofflichen Gebietes umgesetzt in geistige Eigenschaften. Der Mensch arbeitet an sich selbst, um bei jeder Wiederverkörperung seine Lebensaufgabe besser erfüllen zu können. So ist sein Blick stets auf die Erde gerichtet, seinen gegenwärtigen Arbeitsplatz, um sie ihrer Vollkommenheit immer näherzubringen.
[ 12 ] We can only begin to grasp the value of the stay in Devachan when we briefly trace the soul’s pilgrimage through the three worlds. As long as a person lives in his body, he acts and creates in the material realm, but he acts there as a spiritual being. What his spirit creates is expressed in material forms; as an emissary of the spiritual world, he must animate matter with his spirit. However, as long as he is bound to the material body, his spiritual life cannot reach its full potential. He must return again and again to the Devachanic realm to gain there new spiritual strength and new insights into the purpose and aspirations of the soul and the world. Thus, the material world is at the same time a place for creation and for learning; that is to say: [Human beings] must learn to recognize the properties of matter in the material world and know how to make them serve the purpose of revealing the spirit. In Devachan, what has been learned—the experiences of the material realm—are transformed into spiritual qualities. Human beings work on themselves so that with each reincarnation they may better fulfill their life’s mission. Thus, their gaze is always directed toward the Earth, their present place of work, in order to bring it ever closer to perfection.
[ 13 ] Was er auf Erden gedacht hat, durchlebt er im Devachan. Der Mensch lebt dort zwischen Gedankenbildern, die dort Wirklichkeit sind. Man sieht dort die Gedankenwelt in Tätigkeit, gedankenschaffend und -bildend und zur Erde hinsendend. Zu den Gedankenbildern, die man dort sieht, gehört auch das Gedankenbild seines eigenen Körpers. Man fühlt sich ihm dort gar nicht mehr verwandt, sondern identifiziert sich völlig mit dem Geist und frägt sich: Wer bist du? Man lernt seinen Körper als Teil eines großen Ganzen zu betrachten; man lernt die Einheit von allem, was uns umgibt, begreifen. So übersieht man vom devachanischen Gebiet aus das ganze Leben, wie von einem höheren Standpunkt von außen her betrachtet. Die Früchte der Lebenserfahrungen werden hier im Kausalleib gesammelt, damit sie hinübergebracht werden können in die folgenden Inkarnationen. Man sieht zurück auf viele Inkarnationen in der Vergangenheit und strebt danach, seine Lebenserfahrungen aufzunehmen in den Lebensplan für die zukünftigen Inkarnationen. Die Vergangenheit und die Zukunft werden einen Augenblick mit grellem Licht beschienen, bevor der Mensch wieder niedersteigt zu einer neuen Inkarnation.
[ 13 ] What he thought on Earth, he experiences in Devachan. There, a person lives among thought-images that are reality there. One sees the world of thought in action—creating and shaping thoughts and sending them down to Earth. Among the thought-images one sees there is also the thought-image of one’s own body. One no longer feels any connection to it there, but identifies completely with the spirit and asks oneself: Who are you? One learns to regard one’s body as part of a greater whole; one learns to comprehend the unity of everything that surrounds us. Thus, from the realm of Devachan, one surveys one’s entire life, as if viewed from a higher vantage point from the outside. The fruits of life’s experiences are gathered here in the causal body so that they can be carried over into subsequent incarnations. One looks back on many past incarnations and strives to incorporate one’s life experiences into the life plan for future incarnations. The past and the future are illuminated for a moment by a blinding light before the person descends once more into a new incarnation.
