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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112

28 June 1909, Kassel

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Wenn wir den Menschen in seiner heutigen Gestalt betrachten, wie er sich zusammensetzt aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, so stellt sich für das hellseherische Bewußtsein vor allen Dingen die wichtige Tatsache heraus, daß-der physische Leib und der Ätherleib in bezug auf Größe und Form — wenigstens für die oberen Partien des Menschen — annähernd gleich sind. Namentlich wenn wir uns den Kopf des Menschen denken, wie er sich uns physisch darstellt, so fällt er fast ganz mit dem Ätherteil des Kopfes zusammen; nur etwas ragt nach allen Seiten der Ätherkopf des Menschen über den physischen Kopf hinaus. Das ist bei den Tieren durchaus nicht der Fall. Schon bei den höheren Tieren ist ein gewaltiger Unterschied vorhanden zwischen der Form und Größe des Ätherteils des Kopfes und dem physischen Kopfe. Wenn Sie ein Pferd zum Beispiel mit hellseherischem Bewußtsein betrachten, werden Sie sehen, daß weit über den physischen Kopf und in ziemlich anderer Gestalt, als dieser ist, der Ätherkopf hinausragt. Wenn ich Ihnen aufzeichnen würde, was für ein Gebilde der Elefant über seinem Rüssel und über dem Kopfe hat, würden Sie recht erstaunt sein über die Wesenheit eines solchen Tieres. Denn was die physische Wahrnehmung von einem solchen Tiere sieht, ist ja nur der verfestigte physische Teil in der Mitte. Diese Tatsache wollen wir einmal ins Auge fassen.

[ 1 ] When we consider the human being in his present form—composed of a physical body, an etheric body, an astral body, and the “I”—the clairvoyant consciousness first and foremost reveals the important fact that the physical body and the etheric body are approximately the same in size and shape—at least in the upper parts of the human being. In particular, when we consider the human head as it appears to us physically, it almost completely coincides with the etheric part of the head; only does the human etheric head extend slightly beyond the physical head on all sides. This is by no means the case with animals. Even among the higher animals, there is a vast difference between the shape and size of the etheric part of the head and the physical head. If you were to observe a horse, for example, with clairvoyant awareness, you would see that the etheric head extends far beyond the physical head and in a form quite different from that of the physical head. If I were to describe to you the structure that an elephant has above its trunk and above its head, you would be quite astonished by the nature of such an animal. For what physical perception sees in such an animal is, after all, only the solidified physical part in the center. Let us consider this fact for a moment.

[ 2 ] Des Menschen Vollkommenheit auf unserem physischen Plan beruht im Grunde genommen darauf, daß sich sein Ätherleib so stark mit seinem physischen Leibe deckt. Das war aber nicht immer der Fall. Es gab in den Zeiten unserer Erdentwickelung, die wir in den letzten Betrachtungen verfolgt haben, auch Epochen, wo des Menschen Ätherleib durchaus nicht in dieser Weise zusammenfiel mit dem physischen Leibe, wie es heute der Fall ist. Ja es besteht der Fortschritt des Menschen im Laufe seiner Entwickelung darin, daß nach und nach der über den physischen Leib hinausragende Ätherleib hineinkroch gleichsam in den physischen Leib und allmählich mit ihm zur Deckung kam. Nun ist es wesentlich, ins Auge zu fassen, daß dieses Durchdringen von Ätherleib und physischem Leib zu einer ganz bestimmten Zeit der Erdentwickelung stattfinden mußte, wenn die Menschheit in der richtigen Art ihre Entwickelung durchmachen sollte. Wäre der Ätherleib des Menschen früher zur Deckung gekommen mit dem physischen Leib, so würde der Mensch eine gewisse Stufe der Entwickelung zu früh erlangt und sich in ihr verhärtet haben, so daß er hätte stehen bleiben müssen. Daß er eine gewisse Entwickelungsmöglichkeit erlangte, das rührt davon her, daß dieses Decken in einem ganz bestimmten Zeitpunkt stattgefunden hat. Dazu müssen wir uns einmal genauer die Entwickelung anschauen, die wir in großen Umrissen gestern und vorgestern vor unser geistiges Auge führten.

[ 2 ] Human perfection on our physical plane is fundamentally based on the fact that the etheric body corresponds so closely to the physical body. But this was not always the case. During the periods of Earth’s evolution that we have traced in our recent reflections, there were also epochs when the human etheric body did not coincide with the physical body in the same way as it does today. Indeed, human progress in the course of evolution consists in the fact that, little by little, the etheric body—which extended beyond the physical body—crept, as it were, into the physical body and gradually came to coincide with it. Now it is essential to realize that this interpenetration of the etheric body and the physical body had to take place at a very specific time in the Earth’s evolution if humanity was to undergo its development in the proper way. If the human etheric body had become one with the physical body earlier, human beings would have reached a certain stage of development too soon and become fixed in it, so that they would have had to remain at that stage. The fact that they attained a certain capacity for development stems from the fact that this merging took place at a very specific point in time. To understand this, we must take a closer look at the process of development that we outlined in broad strokes yesterday and the day before.

[ 3 ] Wir stellen uns noch einmal vor, daß im Beginne unserer Erdentwickelung die Erde vereinigt war mit der Sonne und dem Monde. Damals war der Mensch aus seiner Keimanlage, die den physischen Leib, Ätherleib und astralischen Leib in sich hatte, wiedererstanden. Er war sozusagen in seiner ersten Erdenform so da, wie er eben sein konnte, als die Erde noch die Sonne und den Mond in sich enthielt. Diese Zeit der Erdentwickelung, die der Mensch durchmachte und sein Planet mit ihm, nennt man gewöhnlich in der geisteswissenschaftlichen Literatur die «polarische Zeit» der Erdentwickelung. Zu erklären, warum sie die polarische Zeit heißt, würde heute zu weit führen, nehmen wir diesen Namen einfach hin. Dann kommt die Zeit, in der die Sonne sich anschickt aus der Erde herauszugehen, wo diejenigen Wesenheiten, die sozusagen nicht mit den gröberen oder gröber werdenden Substanzen der Erde weitergehen können, sich mit den feineren Substanzen der Sonne von der Erde trennen. Diese Zeit nennen wir die hyperboräische Zeit. Dann kommt ein Zeitalter, in dem die Erde nur noch mit dem Monde vereint ist, wo ein fortdauerndes Veröden unseres Erdenlebens stattfindet. Wir haben gestern gesehen, wie die Menschenseelen diese Erde verlassen, und wie da nur verkümmerte Menschengestalten zurückbleiben. Es ist die Zeit, die man in der geisteswissenschaftlichen Literatur die lemurische Zeit nennt. In dieser Zeit findet die Abtrennung des Mondes von der Erde statt, und es erfolgt auf der Erde eine Wiederbelebung aller Reiche, die sich auf ihr begründet haben. Die geringste Wiederbelebung braucht das Mineralreich; das Pflanzenreich braucht schon etwas mehr, das Tierreich noch mehr, und das Menschengeschlecht braucht der bedeutsamsten, stärksten Kräfte, damit es sich weiterentwickeln kann. Diese Neubelebung beginnt mit dem Austritt des Mondes. Wir haben da nur eine kleine Anzahl von Menschen, wie wir es gestern besprochen haben, und diese Menschen bestehen aus den drei Gliedern, die sie während der Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung aufgenommen haben, zu denen die Anlage zum Ich sich auf der Erde zugesellt hat.

[ 3 ] Let us imagine once more that, at the beginning of Earth’s evolution, the Earth was united with the Sun and the Moon. At that time, the human being had emerged anew from its germ, which contained within itself the physical body, the etheric body, and the astral body. In his first earthly form, so to speak, he existed just as he could have existed when the Earth still contained the Sun and the Moon within itself. This period of Earth’s evolution, which humanity underwent along with its planet, is usually referred to in spiritual scientific literature as the “polar era” of Earth’s evolution. Explaining why it is called the Polar Age would take us too far afield today; let us simply accept this name. Then comes the time when the Sun prepares to emerge from the Earth, during which those beings who, so to speak, cannot continue with the coarser or increasingly coarse substances of the Earth separate themselves from the Earth through the finer substances of the Sun. We call this period the Hyperborean Age. Then comes an age in which the Earth is united only with the Moon, a time of continuous desolation of our earthly life. We saw yesterday how human souls leave this Earth, and how only stunted human forms remain behind. This is the period referred to in spiritual scientific literature as the Lemurian Age. During this era, the Moon separates from the Earth, and a revival takes place on Earth of all the kingdoms that have established themselves there. The mineral kingdom requires the least revival; the plant kingdom needs somewhat more, the animal kingdom even more, and the human race requires the most significant and strongest forces so that it can continue to develop. This revitalization begins with the Moon’s departure. As we discussed yesterday, there are only a small number of human beings at this time, and these human beings consist of the three members they have taken on during the Saturn, Sun, and Moon phases of development, to which the germ of the “I” has been added on Earth.

[ 4 ] Aber der Mensch ist dazumal, beim Austritt des Mondes aus der Erde, noch nicht in jener fleischlichen Substanz vorhanden, in der er uns später entgegentritt. Er ist in den feinsten Materien jener Zeit vorhanden. In der lemurischen Zeit war die Erde in einem Zustand, daß zum Beispiel vieles von dem, was heute als festes Mineral vorhanden ist, noch flüssig, aufgelöst war in den andern Substanzen, die heute als Wässeriges abgetrennt sind, wie zum Beispiel das Wasser. Es war die Zeit, wo die Luft noch durchsetzt war mit dichten Dämpfen der mannigfaltigsten Stoffe. Reine Luft, reines Wasser im heutigen Sinne war im Grunde genommen in dieser Zeit nicht vorhanden, oder wenigstens nur in den kleinsten Gebieten der Erde. Also in den damals reinsten Substanzen prägte der Mensch seinen flüchtigen, feinen Leib aus. Hätte er dazumal in einer gröberen Substanz seinen Leib ausgeprägt, so würde sich die Form dieses Leibes zu einem ganz bestimmten Umriß, zu einer Gestalt mit scharfen Konturen ausgebildet haben. Diese Konturen würden sich vererbt haben auf die Nachkommen, und das Menschengeschlecht wäre dabei stehengeblieben. In einer solchen Materie durfte der Mensch seine Gestalt nicht schaffen, er mußte vielmehr dafür sorgen, daß er die Materie seiner Leiblichkeit frei nach den Impulsen der Seele bewegen konnte. So weich war die Materie dazumal, in der sich sein Leib ausprägte, daß sie nach allen Richtungen hin dem Antriebe des Willens folgte. Heute können Sie Ihre Hand ausstrecken, aber Sie können nicht durch Ihren Willen die Hand drei Meter lang machen. Sie können nicht Materie bezwingen, weil die Form sich so vererbt, wie sie heute ist.

[ 4 ] But at that time, when the Moon separated from the Earth, human beings did not yet exist in the physical form in which they later appeared to us. They existed in the finest forms of matter of that era. During the Lemurian period, the Earth was in a state such that, for example, much of what today exists as a solid mineral was still liquid, dissolved in the other substances that are now separated as water, such as water itself. It was a time when the air was still permeated with dense vapors of the most diverse substances. Pure air and pure water, as we understand them today, did not really exist at that time—or at least only in the smallest regions of the Earth. Thus, in the purest substances of that time, human beings formed their ethereal, subtle bodies. Had they formed their bodies in a coarser substance back then, the form of that body would have developed into a very specific outline, into a figure with sharp contours. These contours would have been passed down to their descendants, and the human race would have remained stagnant as a result. Human beings were not permitted to create their form out of such matter; rather, they had to ensure that they could freely shape the matter of their physical body according to the impulses of the soul. The matter in which their bodies took shape was so malleable back then that it followed the impulses of the will in every direction. Today you can stretch out your hand, but you cannot, by your will alone, make it three meters long. You cannot master matter, because the form is inherited just as it is today.

[ 5 ] Das war damals nicht der Fall. Der Mensch konnte beliebig gestaltet werden, konnte die Form ausprägen, wie es seine Seele wollte. Das war sozusagen Bedingung für die weitere Entwickelung des Menschen, daß er nach dem Herausgang des Mondes sich in den weichsten Massen verkörperte, so daß sein Leib noch plastisch und biegsam war und der Seele in einer jeden Beziehung folgte.

[ 5 ] That was not the case back then. Human beings could be shaped at will; they could mold their form however their soul desired. This was, so to speak, a prerequisite for humanity’s further development: after the moon had departed, humans embodied themselves in the softest substances, so that their bodies remained malleable and supple and followed the soul in every respect.

[ 6 ] Nun kam die Zeit, in welcher allmählich gewisse Teile der Materie, die heute zu unserem Leben so notwendig sind, das Wasser und die Luft, sich reinigten von dem, was sie an dichter Materie enthielten, wo sich sozusagen aus dem Wasser heraustrennte, was früher darin aufgelöst war. Wie in einem erkaltenden Wasser aufgelöste Substanzen zu Boden fallen, so fiel die aufgelöste Materie gleichsam zum Erdboden herunter. Das Wasser wurde frei, aus der Luft wurde die Materie herausgetrennt, Luft und Wasser bildeten sich. Der Mensch war imstande, zu seinem Aufbau diese verfeinerte Materie zu benutzen.

[ 6 ] Now came the time when certain elements of matter—water and air, which are so essential to our lives today—gradually purified themselves of the dense matter they contained; in other words, what had previously been dissolved in the water separated from it, as it were. Just as substances dissolved in cooling water settle to the bottom, so too did the dissolved matter, as it were, fall to the ground. The water was set free; the matter was separated from the air, and air and water were formed. Human beings were able to use this refined matter for their own development.

[ 7 ] Aus diesem dritten Zeitalter lebten die Menschen allmählich hinüber in eine Zeit der Erdentwickelung, die wir die atlantische nennen, weil während dieser Zeit der Hauptteil des Menschengeschlechtes auf einem heute untergegangenen Weltteillebte, der zwischen dem heutigen Amerika und Europa und Afrika gelegen war, da, wo jetzt der Atlantische Ozean ist. Nachdem also der lemurische Zeitraum noch eine Weile gedauert hatte, entwickelten sich die Menschen auf dem atlantischen Kontinent weiter. Und da geschah alles das, was ich Ihnen jetzt zu beschreiben habe, und auch vieles von dem, was wir gestern schon anzuführen hatten.

[ 7 ] From this third age, humanity gradually transitioned into a period of Earth’s development that we call the Atlantean era, because during this time the majority of the human race lived on a continent that has since disappeared, located between present-day America, Europe, and Africa—where the Atlantic Ocean now lies. Thus, after the Lemurian period had continued for a while longer, human beings continued to evolve on the Atlantean continent. And that is when all the events I am about to describe to you took place, as well as much of what we already discussed yesterday.

[ 8 ] In dem Augenblicke, als der Mond die Erde verließ, waren ja auf der Erde die wenigsten von den Menschenseelen, die später verkörpert waren. Da waren ja die Menschenseelen verteilt auf die verschiedenen Weltenkörper. Während der letzten lemurischen Zeit und der ersten atlantischen Zeit kamen diese Menschenseelen herunter. Wenige Menschen, sagte ich Ihnen, hatten die Krisis während der lemurischen Epoche erleben können, denn nur die Stärksten, die vor dem Mondenaustritt diese erhärtende, noch nicht wieder erweichte Materie beziehen konnten, hatten sich über diese Mondkrisis der Erde erhalten. Als sich aber dann alles aufweichte, was sich während der Mondkrisis verhärtet hatte, als sich Nachkommen bildeten, die nicht durch die Vererbungsverhältnisse in feste Konturen gepreßt, sondern beweglich waren, da kamen nach und nach wieder die Seelen von den verschiedenen Planeten herunter und bezogen diese Leiber. Diejenigen Gestalten allerdings, welche ganz früh physisch wurden nach der Mondabtrennung, behielten die feste Gestalt durch Vererbung und konnten menschliche Seelen auch nicht nach der Mondabtrennung aufnehmen. Wir können uns geradezu den Vorgang so vorstellen, daß diese Seelen das Bedürfnis haben, wieder herunterzukommen auf die Erde. Da unten entstehen die mannigfaltigsten Gestalten, Nachkommen der Gestalten, die übriggeblieben waren nach der Mondabtrennung, und unter diesen gibt es die verschiedensten Grade der Verhärtung. Diejenigen Menschenseelen, überhaupt diejenigen Scelenwesenheiten, die in einer gewissen Beziehung am wenigsten jetzt schon den Drang hatten, sich ganz mit einer Materie zu vereinigen, wählten sich nun die weichsten dieser Gestalten und verließen sie auch bald wieder. Dagegen waren die anderen Seelenwesen, die sich jetzt schon mit den verhärteten Gestalten vereinigten, an diese Gestalten gefesselt, und infolgedessen blieben sie zurück in der Entwickelung. Gerade die dem Menschen nächststehenden Tiere sind dadurch entstanden, daß gewisse Seelen, die aus dem Weltenraum heruntergestiegen sind, nicht haben warten können. Sie haben zu früh die Leiber unten aufgesucht und sie zu festbegrenzten Gestalten gemacht, bevor sich diese Leiber ganz durchdringen konnten mit dem Ätherleib. Die Menschengestalt ist so lange plastisch geblieben, bis sie sich ganz an den Ätherleib anpassen konnte. Dadurch entstand jene Deckung, von der ich gesprochen habe, und die sich ungefähr im letzten Drittel der atlantischen Zeit vollzog. Vorher war es so, daß der menschliche Seelenteil, der daherunterkam, den Leib flüssig erhielt und dafür sorgte, daß der Ätherleib nicht vollständig mit irgendeinem Teildes physischen Leibes zusammenschmolz. Dieses Zusammengreifen von Ätherleib und physischem Leib geschah an einem ganz bestimmten Zeitpunkt. Erst während der atlantischen Epoche nahm der menschliche physische Leib eine bestimmte Konfiguration an und fing an, sich zu verhärten.

[ 8 ] At the very moment the Moon left the Earth, very few of the human souls that would later be incarnated were actually on Earth. Those human souls were scattered across the various celestial bodies. During the late Lemurian period and the early Atlantean period, these human souls descended. Few people, as I told you, were able to experience the crisis during the Lemurian epoch, for only the strongest—those who, before the Moon’s departure, were able to absorb this hardened matter, which had not yet softened again—survived the Earth’s lunar crisis. But when everything that had hardened during the lunar crisis began to soften again, and when descendants emerged who were not pressed into fixed contours by hereditary conditions but were instead flexible, the souls gradually descended once more from the various planets and took up residence in these bodies. Those beings, however, who became physical very early on after the separation of the Moon retained their fixed form through heredity and were therefore unable to receive human souls even after the Moon’s separation. We can imagine the process in such a way that these souls feel the need to come down to Earth again. Down there, the most diverse forms arise—descendants of the forms that remained after the separation of the Moon—and among these there are varying degrees of solidification. Those human souls—indeed, those soul entities—which, in a certain sense, already had the least urge to unite completely with matter chose the softest of these forms and soon left them again. In contrast, the other soul beings, who had already united with the hardened forms, were bound to these forms, and as a result, they lagged behind in their development. The animals closest to humans came into being precisely because certain souls that had descended from outer space were unable to wait. They sought out bodies down below too early and made them into forms that were too rigidly defined, before these bodies could become fully permeated by the etheric body. The human form remained malleable until it could fully adapt to the etheric body. This gave rise to that covering of which I have spoken, which took place roughly during the last third of the Atlantean epoch. Previously, the part of the human soul that descended kept the body fluid and ensured that the etheric body did not completely fuse with any part of the physical body. This interlocking of the etheric body and the physical body occurred at a very specific point in time. It was not until the Atlantean epoch that the human physical body assumed a specific configuration and began to harden.

[ 9 ] Wäre an diesem Zeitpunkt der atlantischen Entwickelung nichts anderes geschehen, wäre sonst gar nichts eingetreten, dann würde die Entwickelung anders verlaufen sein, als es in Wirklichkeit geschehen ist, Dann würde der Mensch von einem früheren Bewußtseinszustand zu einem späteren ziemlich rasch übergegangen sein. Bevor der Mensch völlig vereint war in bezug auf seinen physischen und seelischen Teil, war er ein hellseherisches Wesen, aber dieses Hellsehen war ein dämmerhaftes, ein dumpfes. Der Mensch hatte die Möglichkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen, aber er konnte nicht zu sich «Ich » sagen, er konnte sich nicht von der Umgebung unterscheiden. Selbstbewußtsein fehlte ihm. Das trat in dem Punkt der Entwickelung ein, wo sich der physische Leib mit dem Ätherleib vereinigte. Und wenn nichts anderes geschehen wäre, hätte in verhältnismäßig kurzer Zeit das Folgende stattgefunden.

[ 9 ] If nothing else had happened at this point in Atlantic development—if nothing else had occurred at all—then the course of development would have been different from what actually happened. In that case, human beings would have transitioned quite rapidly from an earlier state of consciousness to a later one. Before human beings were fully united in terms of their physical and soul aspects, they were clairvoyant beings, but this clairvoyance was dim and vague. Human beings had the ability to glimpse into the spiritual world, but they could not say “I” to themselves; they could not distinguish themselves from their surroundings. He lacked self-awareness. This arose at the point in development where the physical body united with the etheric body. And if nothing else had happened, the following would have taken place in a relatively short time.

[ 10 ] Der Mensch hatte vor diesem Zeitpunkt ein Bewußtsein von der geistigen Welt. Er konnte die Tiere, Pflanzen und so weiter nicht deutlich sehen, wohl aber ein Geistiges um sie herum. Er würde zum Beispiel die Gestalt des Elefanten nicht deutlich gesehen haben, aber das Ätherische, das sich über dem physischen Leibe des Elefanten ausdehnt, das würde er gesehen haben. Dieses Bewußtsein der Menschen würde nach und nach geschwunden sein, das Ich würde sich ausgebildet haben beim Zusammenfallen des physischen und ätherischen Leibes, und der Mensch würde wie von einer anderen Seite her die Welt an sich haben herankommen sehen. Während er früher hellseherische Bilder geschaut hatte, würde er von diesem Zeitpunkt an eine Außenwelt wahrgenommen haben, aber zugleich auch die geistigen Wesenheiten und geistigen Kräfte, die dieser Außenwelt zugrunde liegen. Er würde das physische Bild der Pflanze nicht so gesehen haben, wie wir es heute sehen, sondern gleichzeitig mit diesem physischen Bild hätte er das geistige Wesen der Pflanze wahrgenommen. Warum ist nicht im Verlaufe der Entwickelung das dumpfe Hellscherbewußtsein einfach abgelöst worden von einem Gegenstandsbewußtsein, das aber zugleich den Menschen Geistiges hätte wahrnehmen und wissen lassen?

[ 10 ] Before this time, human beings were aware of the spiritual world. They could not see animals, plants, and so on clearly, but they could perceive a spiritual presence surrounding them. For example, they would not have seen the form of an elephant clearly, but they would have seen the etheric body extending over the elephant’s physical body. This human awareness would have gradually faded; the “I” would have developed as the physical and etheric bodies merged, and human beings would have seen the world approaching them as if from another side. Whereas he had previously beheld clairvoyant images, from that point on he would have perceived an external world, but at the same time also the spiritual beings and spiritual forces underlying that external world. He would not have seen the physical image of the plant as we see it today, but simultaneously with this physical image, he would have perceived the spiritual essence of the plant. Why was the dull clairvoyant consciousness not simply replaced in the course of evolution by a consciousness of objects that would at the same time have enabled human beings to perceive and know the spiritual?

[ 11 ] Das ist deshalb nicht geschehen, weil gerade während der Mondenkrisis, als der Mensch wieder auflebte, Wesenheiten auf ihn Einfluß nahmen, die man als zurückgeblieben bezeichnen muß, die aber höher sind als der Mensch. Wir haben schon verschiedene solcher höheren Wesenheiten kennengelernt. Wir wissen, daß es solche gibt, die zur Sonne hinaufgestiegen sind, und andere, die zu anderen Planeten gegangen sind. Aber es gab auch geistige Wesenheiten, die das Pensum, das sie auf dem Monde hätten erledigen sollen, nicht erledigt hatten. Diese Wesenheiten, tieferstehend als die Götter, höherstehend als der Mensch, bezeichnen wir nach ihrem Führer, nach dem höchsten, stärksten unter ihnen, dem Luzifer, als die luziferischen Wesenheiten.

[ 11 ] This did not happen because, precisely during the lunar crisis, when humanity was reviving, it was influenced by beings who must be described as “backward,” yet who are higher than human beings. We have already encountered various such higher beings. We know that there are some who have ascended to the Sun, and others who have gone to other planets. But there were also spiritual beings who had not completed the task they were supposed to have accomplished on the Moon. We refer to these beings—who stand lower than the gods but higher than humankind—as the Luciferic beings, named after their leader, the highest and strongest among them, Lucifer.

[ 12 ] In der Zeit der Mondenkrisis hatte sich der Mensch so weit entwikkelt, daß er seinen physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und sein Ich hatte. Das Ich verdankte er dem Einfluß der «Geister der Form», wie er seinen astralischen Leib den «Geistern der Bewegung», seinen Ätherleib den «Geistern der Weisheit» und seinen physischen Leib dem Einfluß der «Throne» verdankt. Die Geister der Form «Exusiai» oder «Gewalten» in der christlichen Esoterik — waren es, die es möglich machten, daß der Keim des Ich hinzukam zu den anderen drei Gliedern. Wenn nun der Mensch nur in der normalen Entwickelung gestanden hätte und alle die Wesenheiten um ihn herum ihre entsprechenden Aufgaben durchgemacht hätten, dann würden gewisse Wesenheiten auf seinen physischen Leib gewirkt haben, andere auf seinen Ätherleib, andere auf seinen astralischen Leib und wieder andere auf sein Ich, wir können sagen, so wie es sich gehört hätte, jede Art auf das Glied, zu dem sie gehörte. Jetzt aber waren diese auf der Mondesstufe zurückgebliebenen Wesenheiten da, die luziferischen Wesenheiten. Hätten sie richtig weiterwirken können, dann wären sie berufen gewesen, auf das Ich zu wirken. Sie hatten auf dem Monde aber nur gelernt, auf den astralischen Leib zu wirken, und das hatte etwas Bedeutsarnes zur Folge. Wären diese luziferischen Geister nicht dagewesen, so würde der Mensch seine Ich-Anlage in sich aufgenommen haben und sich bis zum letzten Drittel der atlantischen Zeit so entwickelt haben, daß er das dämmerhafte Hellseherbewußtsein vertauscht hätte mit dem äußeren Gegenstandsbewußtsein. So aber drangen, gleichsam wie Strahlen von Kräften, die Wirkungen der luziferischen Geister in seinen astralischen Leib hinein. Worin bestanden diese Wirkungen?

[ 12 ] During the time of the Lunar Crisis, humankind had evolved to the point where it possessed a physical body, an etheric body, an astral body, and an “I.” It was thanks to the influence of the “Spirits of Form” that humanity acquired the “I,” just as it owed its astral body to the “Spirits of Movement,” its etheric body to the “Spirits of Wisdom,” and its physical body to the influence of the “Thrones.” It was the Spirits of Form—known as the “Exusiai” or “Powers” in Christian esotericism—who made it possible for the seed of the “I” to be added to the other three members. If humanity had simply remained in the normal course of development and all the beings around it had fulfilled their respective tasks, then certain beings would have acted upon the physical body, others upon the etheric body, others upon the astral body, and still others upon the “I”—we might say, just as it should have been, each kind acting upon the member to which it belonged. But now there were these beings who had remained behind on the lunar stage—the Luciferic beings. Had they been able to continue acting properly, they would have been called upon to act upon the “I.” On the Moon, however, they had learned only to act upon the astral body, and this had a significant consequence. Had these Luciferic spirits not been present, human beings would have assimilated their I-potential within themselves and developed by the final third of the Atlantean epoch to the point where they would have exchanged their twilight clairvoyant consciousness for external object consciousness. Instead, the effects of the Luciferic spirits penetrated his astral body, as it were, like rays of force. What did these effects consist of?

[ 13 ] Der astralische Leib ist der Träger der Triebe, Begierden, Leidenschaften, Instinkte und so weiter. Der Mensch würde ganz anders im Aufbau seines astralischen Leibes geworden sein, wenn die luziferischen Geister nicht an ihn herangekommen wären. Er würde dann nur Triebe entwickelt haben, die ihn mit Sicherheit geführt und nur vorwärts gebracht hätten. Die Geister würden ihn geleitet haben zu dem Anschauen der Welt in Gegenständen, hinter denen die geistigen Wesenheiten sichtbar geworden wären. Aber Freiheit, Enthusiasmus, Selbständigkeitsgefühl und Leidenschaft für dieses Höhere würden ihm gefehlt haben. Der Mensch würde verloren haben das alte Hellseherbewußtsein. Die Herrlichkeit der Welt hätte er angeschaut wie eine Art Gott, denn er wäre ein Glied der Gottheit geworden. Und diese Anschauung der Welt hätte in seinem Verstande ihr Spiegelbild erschaffen mit einer großen Vollkommenheit. Aber der Mensch wäre eben nur wie ein großer Spiegel des Universums in seiner Vollkommenheit gewesen.

[ 13 ] The astral body is the vehicle for drives, desires, passions, instincts, and so on. Human beings would have developed a very different structure of their astral bodies if the Luciferic spirits had not approached them. He would then have developed only those drives that would have guided him with certainty and moved him only forward. The spirits would have guided him to perceive the world through objects behind which the spiritual beings would have become visible. But he would have lacked freedom, enthusiasm, a sense of independence, and passion for this Higher Reality. Humanity would have lost the ancient clairvoyant consciousness. He would have beheld the splendor of the world like a kind of god, for he would have become a part of the Divinity. And this view of the world would have created its reflection in his mind with great perfection. But man would have been nothing more than a great mirror of the universe in its perfection.

[ 14 ] Nun gossen die luziferischen Geister vor diesem Zeitpunkt in den astralischen Leib hinein Leidenschaften, Triebe, Begierden, die sich mit dem vereinigten, was der Mensch auf seinem Entwickelungsweg in sich aufnahm. Dadurch konnte er nicht nur der Sterne ansichtig werden, sondern zu gleicher Zeit dafür aufflammen, Enthusiasmus entfachen und Leidenschaft, nicht nur den vergöttlichten Trieben des astralischen Leibes folgen, sondern eigene Triebe entfalten aus seiner Freiheit heraus. Das hatten ihm die luziferischen Geister in seinen astralischen Leib hineingegossen. Aber damit hatten sie ihm zugleich etwas anderes gegeben: die Möglichkeit zum Bösen, zur Sünde. Die hätte er nicht gehabt, wenn er Schritt für Schritt von den erhabeneren Göttern geführt worden wäre. Die luziferischen Geister haben den Menschen frei gemacht, ihm Enthusiasmus eingepflanzt, aber ihm zu gleicher Zeit die Möglichkeit der niederen Begierden gegeben. Der Mensch hätte, bei einem normalen Entwickelungsgange, sozusagen mit einem jeglichen Ding die normalen Empfindungen verknüpft. So aber konnten ihm die Dinge der Sinneswelt mehr gefallen, als sie ihm hätten gefallen sollen. Er konnte mit seinem Interesse haften an den Dingen der Sinneswelt. Und die Folge war, daß er früher, als es sonst geschehen wäre, in diese physische Verhärtung hineinkam.

[ 14 ] Before this point in time, the Luciferic spirits poured passions, instincts, and desires into the astral body, which merged with what the human being had absorbed within himself along his path of development. As a result, he was not only able to behold the stars, but at the same time to be stirred by them, to kindle enthusiasm and passion—not merely to follow the deified impulses of the astral body, but to develop his own impulses out of his own freedom. This is what the Luciferic spirits had poured into his astral body. But in doing so, they had also given him something else: the capacity for evil, for sin. He would not have had this if he had been guided step by step by the higher gods. The Luciferic spirits set humanity free, instilled enthusiasm in them, but at the same time gave them the capacity for base desires. In a normal course of development, human beings would have, so to speak, associated normal feelings with every single thing. But as it was, the things of the sensory world could please them more than they should have. They could become attached to the things of the sensory world. And the result was that they fell into this physical hardening sooner than would otherwise have been the case.

[ 15 ] Der Mensch ist also früher zu einer festen Gestalt gekommen, als es bei den göttlich-geistigen Wesenheiten sozusagen beschlossen war. Eigentlich hätte er in dem letzten Drittel der atlantischen Zeit aus einer luftigen zu einer festen Gestalt heruntersteigen sollen. So aber ist er vor dieser Zeit heruntergestiegen und ein festes Wesen geworden. Es ist das, was uns in der Bibel als der Sündenfall beschrieben wird. Das ist der luziferische Einfluß, der sich da geltend macht. Wir haben aber auch in den Zeiten, die wir jetzt betrachtet haben, hohe geistige Wesenheiten, die auf das Ich des Menschen wirken, das sie ihm geschenkt haben. Die lassen die Kräfte einströmen, die den Menschen vorwärts bringen in seiner Bahn im Kosmos in demselben Maße, als wiederum diese Menschenwesenheiten herunterkommen und sich mit den Menschenkörpern vereinigen. Sie halten ihre Hand schützend über ihn. Auf der anderen Seite aber sind jene Wesenheiten, die sich nicht aufgeschwungen haben, um auf das Ich zu wirken. Die wirken nun auf den astralischen Leib des Menschen und entwickeln in ihm ganz besondere Triebe.

[ 15 ] Human beings thus attained a solid form earlier than had been, so to speak, decreed for the divine-spiritual beings. In fact, they should have descended from an ethereal to a solid form during the last third of the Atlantean era. Instead, however, they descended before that time and became solid beings. This is what is described to us in the Bible as the Fall. This is the Luciferic influence making itself felt there. Yet even in the periods we have just considered, there are also high spiritual beings who act upon the human “I,” which they have bestowed upon humanity. They allow the forces to flow in that propel human beings forward along their path in the cosmos, to the same extent that these human beings in turn descend and unite with human bodies. They hold their protective hand over humanity. On the other hand, however, there are those beings who have not elevated themselves to the point of influencing the “I.” They now act upon the human astral body and develop very specific impulses within it.

[ 16 ] Wenn wir das physische Menschenleben während dieser Zeit betrachten, so stellt sich uns ein Abbild dieser beiden widerstrebenden Mächte dar, der göttlich-geistigen Mächte, die auf das Ich wirken, und der luziferischen Wesenheiten. Wenn wir ein wenig die geistige Seite des Vorganges verfolgen, so können wir uns sagen: Während die Erde verödet war, sind die Menschenseelen hinaufgegangen zu den verschiedenen Weltenkörpern, die zu unserem Sonnensystem gehören. Jetzt kehren diese Seelen wieder zurück, je nachdem sie Leiber finden in der physischen Vererbungslinie. Wenn Sie daran denken, daß gerade bei der Mondabtrennung die Erde am wenigsten bevölkert ist, so können Sie sich vorstellen, daß sich das Menschengeschlecht von wenigen Menschen aus verzweigte. Nach und nach vermehrt es sich, und immer mehr und mehr Seelen steigen herunter und bevölkern die Leiber, die auf der Erde entstehen. Lange Zeit hindurch war es so, daß nur von den wenigen Menschen, die zur Zeit der Mondabtrennung da waren, Nachkommen entstanden. Auf diese Menschen wirkten die hohen Sonnenkräfte selber. Diese Menschen hatten sich ja stark genug gehalten, um den Sonnenkräften einen Angriffspunkt zu geben auch während der Mondenktrisis. Alle diese Menschen und ihre Nachkommen fühlten sich sozusagen als «Sonnenmenschen». Machen wir uns das einmal klar.

[ 16 ] When we consider human physical life during this period, we see a reflection of these two opposing forces: the divine-spiritual forces acting upon the “I,” and the Luciferic beings. If we trace the spiritual aspect of the process a little, we can say to ourselves: While the Earth lay desolate, human souls ascended to the various celestial bodies that belong to our solar system. Now these souls are returning, depending on whether they find bodies within the physical line of descent. If you consider that the Earth was least populated precisely at the time of the Moon’s separation, you can imagine that the human race branched out from just a few people. Gradually, it is multiplying, and more and more souls are descending to inhabit the bodies that are coming into being on Earth. For a long time, it was the case that descendants arose only from the few people who were present at the time of the Moon’s separation. The high solar forces themselves acted upon these people. These people had, after all, remained strong enough to provide a point of entry for the solar forces even during the lunar crisis. All these people and their descendants felt, so to speak, like “solar beings.” Let’s take a moment to understand this.

[ 17 ] Stellen Sie sich der Einfachheit wegen vor, daß überhaupt während der Mondenkrisis nur er Menschenpaar da war. Ich will nicht darüber entscheiden, ob es wirklich so war. Dieses Menschenpaar hat Nachkommen, diese haben wiederum Nachkommen, und so weiter. So verzweigte sich das Menschengeschlecht. Solange nun im engeren Sinne eine bloße Nachkommenschaft der alten Sonnenmenschen da war, so lange war bei all diesen Menschen vermöge ihres alten Hellsehens auch noch ein ganz besonderer Bewußtseinszustand vorhanden. Der Mensch hatte damals nicht nur ein Gedächtnis für das, was er selber erlebte von seiner Geburt an oder, wie es heute der Fall ist, von einem Zeitpunkt an, der später liegt als die Geburt, sondern er erinnerte sich an alles, was der Vater, der Großvater und so weiter erlebt hatte. Das Gedächtnis ging hinauf bis zu den Vorfahren, zu all denen, mit denen er blutsverwandt war. Das kam davon her, weil in gewisser Beziehung über alle diejenigen, die miteinander blutsverwandt waren und die ihre Abstammung noch zurückleiteten bis zu den Menschen, welche die Mondabtrennung überdauert hatten, die Sonnenkräfte ihre Hand hielten. Die Sonnenkräfte hatten das Ichbewußtsein hervorgerufen und hielten es aufrecht durch die ganze Blutslinie hindurch. Nun vermehrte sich das Menschengeschlecht, und die Seelen, die in den Weltenraum gegangen waren, kamen zurück auf die Erde. Aber diejenigen Seelen, in denen die Sonnenkräfte stark genug waren, fühlten, trotzdem sie herunter gekommen und mit ganz anderen Sphären als mit der Sonne verwandt waren, immer noch diese Sonnenkräfte.

[ 17 ] For the sake of simplicity, imagine that during the lunar crisis, only that one human couple was there. I do not wish to decide whether that was actually the case. This human couple had descendants, who in turn had descendants, and so on. This is how the human race branched out. As long as there were, in the strict sense, mere descendants of the ancient Sun-people, all these people still possessed a very special state of consciousness by virtue of their ancient clairvoyance. Back then, human beings did not merely have a memory of what they themselves had experienced from birth onward—or, as is the case today, from a point in time later than birth—but they also remembered everything their father, grandfather, and so on had experienced. Their memory extended back to their ancestors, to all those with whom they were related by blood. This was because, in a certain sense, the solar forces maintained their influence over all those who were related by blood and whose lineage could be traced back to the people who had survived the separation from the Moon. The solar forces had brought about self-consciousness and sustained it throughout the entire bloodline. Now the human race multiplied, and the souls that had gone out into the cosmos returned to Earth. But those souls in whom the solar forces were strong enough still felt these solar forces, even though they had come down and were now connected to spheres entirely different from the Sun.

[ 18 ] Dann aber kamen Zeiten, in denen diese Seelen, wenn sie spätereNachkommen waren, den Zusammenhang mit den Sonnenkräften verloren. Und damit verloren sie diese gemeinsame Erinnerung mit ihren Vorfahren. Und je mehr sich das Menschengeschlecht vermehrte, desto mehr ging dieses lebendige Bewußtsein verloren, das mit der Blutsvererbung verbunden war. Und zwar ging es dadurch verloren, daß denjenigen Mächten, welche die Menschen vorwärts leiteten und ihnen das Ich einpflanzten, gegenübertraten die luziferischen Mächte, die auf den astralischen Leib wirkten. Sie wirkten all dem entgegen, was die Menschen zusammenkittete. Sie wollten dem Menschen Freiheit, Selbstbewußtsein beibringen. Es war also so, daß die ältesten Menschen nach der Mondabtrennung «Ich » sagten nicht nur zu dem, was sie selbst erlebten, sondern auch zu dem, was ihre Vorfahren erlebt hatten. Sie fühlten das gemeinsame Sonnenwesen, das im Blute wirkte. Und auch als das schon erstorben war, fühlten zum Beispiel diejenigen, welche vom Mars gekommen waren, das Band, das sie mit dem schützenden Geiste des Mars vereinigte. Die Nachkommen der vom Mars Niedergestiegenen fühlten, eben weil sie sich aus Mars-Seelen rektutierten, das Schützende, das von dem Mars-Geist ausging.

[ 18 ] But then there came a time when these souls—if they were later descendants—lost their connection to the forces of the sun. And with that, they lost this shared memory with their ancestors. And the more the human race multiplied, the more this living consciousness—which was linked to heredity—was lost. Specifically, it was lost because the Luciferic forces, which acted upon the astral body, came into opposition to those forces that guided humanity forward and implanted the “I” within them. They worked against everything that held people together. They wanted to teach human beings freedom and self-consciousness. Thus, after the separation from the Moon, the earliest humans spoke of an “I” not only in relation to what they themselves experienced, but also to what their ancestors had experienced. They felt the shared solar being working within their blood. And even after that had already died out, those who had come from Mars, for example, still felt the bond that united them with the protective spirit of Mars. The descendants of those who had descended from Mars felt—precisely because they were composed of Martian souls—the protective force emanating from the spirit of Mars.

[ 19 ] Gegen dieses Gefühl von Gruppen, in denen die Liebe waltet, versuchten die luziferischen Geister ihren Angriff. Sie wußten gegenüber dem gemeinsamen Ich, das in solchen Gruppen sich ausprägte, das individuelle Ich des Menschen zu kultivieren.

[ 19 ] The Luciferic spirits launched their attack against this sense of belonging to groups in which love reigns. They sought to cultivate the individual ego of each person in contrast to the collective ego that emerged in such groups.

[ 20 ] Wenn wir in die alten Zeiten zurückblicken, finden wir überall, je weiter wir zurückgehen um so mehr, Gemeinschaftsbewußtsein gebunden an die Blutsverwandtschaft. Und je mehr wir vorwärts kommen, desto mehr schwindet dieses Bewußtsein, und immer mehr fühlt der Mensch sich selbständig, fühlt er, daß er ein individuelles Ich gegenüber dem gemeinsamen Ich entwickeln soll. So wirken zwei Reiche in dem Menschen: das Reich der luziferischen Geister und das der göttlich-geistigen Wesenheiten. Die göttlich-geistigen Wesenheiten führen den Menschen zum Menschen, aber durch die Blutsbande. Die luziferischen Wesenheiten suchen zu trennen, suchen Mensch vom Menschen abzusondern. Diese beiden Kräfte wirken durch die atlantische Zeit hindurch. Und sie wirken auch dann noch, als der atlantische Kontinent durch große Katastrophen zugrunde geht und Europa, Asien, Afrika und auf der anderen Seite Amerika die heutige Gestalt bekommen. Sie wirken weiter in der fünften Erdenepoche, bis in unsere Zeit hinein.

[ 20 ] When we look back to ancient times, we find everywhere—and the further back we go, the more so—a sense of community tied to blood ties. And the further we move forward, the more this consciousness fades, and the more the human being feels independent, sensing that he must develop an individual “I” in contrast to the collective “I.” Thus, two realms are at work within the human being: the realm of the Luciferic spirits and that of the divine-spiritual beings. The divine-spiritual beings lead the human being toward other human beings, but through the bonds of blood. The Luciferic beings seek to separate, to isolate one human being from another. These two forces were at work throughout the Atlantean era. And they continued to work even as the Atlantean continent was destroyed by great catastrophes and Europe, Asia, Africa, and, on the other side, America took on their present forms. They continued to work into the fifth epoch of the Earth, right up to our own time.

[ 21 ] So haben wir fünf Erdenepochen schildern können: die polarische Zeit, wo die Erde noch mit der Sonne vereinigt war, die hyperboräische Zeit,wo der Mond noch mit der Erde vereinigt war, dann die lemurische Zeit, dann die atlantische Zeit und endlich die nachatlantische, unsere eigene Zeit. Wir sahen, wie die luziferischen Geister eingegriffen haben, und wie sie den göttlich-geistigen Mächten, welche die Menschen zusammengeführt haben, entgegenwirkten. Und wir müssen uns sagen: Es wäre etwas ganz anderes geschehen, wenn die luziferischen Geister nicht eingegriffen hätten in die Menschheitsentwickelung. Es wäre im letzten Drittel der atlantischen Zeit das alte Hellseherbewußtsein vertauscht worden gegen ein Gegenstandsbewußtsein, aber gegen ein geistdurchsetztes Gegenstandsbewußtsein. So aber haben die luziferischen Geister den Menschen früher zu einem verhärteten physischen Leibe geführt. Der Mensch hat dadurch früher hinausgesehen in die physische Welt, als er sonst hätte hinaussehen können. Und die Folge davon war, daß der Mensch das letzte Drittel der atlantischen Zeit in einem ganz anderen Zustand antrat, als es geschehen wäre, wenn nur die göttlichgeistigen Mächte führend gewesen wären.

[ 21 ] Thus, we have been able to describe five epochs of Earth’s history: the Polar Epoch, when the Earth was still united with the Sun; the Hyperborean Epoch, when the Moon was still united with the Earth; then the Lemurian Epoch; then the Atlantean Epoch; and finally the Post-Atlantean Epoch, our own time. We saw how the Luciferic spirits intervened and how they counteracted the divine-spiritual powers that brought human beings together. And we must acknowledge: Something entirely different would have happened if the Luciferic spirits had not intervened in human evolution. In the last third of the Atlantean era, the ancient clairvoyant consciousness would have been replaced by a consciousness of objects—but one permeated by the spirit. Instead, however, the Luciferic spirits led humanity earlier to a hardened physical body. As a result, human beings began to look out into the physical world earlier than they otherwise would have been able to. And the consequence of this was that humanity entered the last third of the Atlantean epoch in a completely different state than would have been the case had only the divine-spiritual powers been in charge.

[ 22 ] Während der Mensch sonst eine Außenwelt gesehen hätte, wie durchglüht und durchgeistigt von höheren Wesenheiten, war es jetzt so, daß er nur eine physische Welt sah, und daß die göttliche Welt sich von ihm zurückgezogen hatte. In seinen astralischen Leib hinein hatten sich gemischt die luziferischen Geister. In seine äußere Anschauung, in das Verhältnis des Ich zur Außenwelt, in das Unterscheiden des Ich von der Außenwelt, da mischten sich nun hinein, weil der Mensch sich mit der Sinnenwelt verbunden hatte, die ahrimanischen Geister des Zarathustra, die wir auch die mephistophelischen Geister nennen können. Der Mensch hat seinen physischen Leib, den Ätherleib und den astralischen Leib nicht so in sich, wie er sie haben würde, wenn nur die oberen Götter gewirkt hätten. Er hat aufgenommen in seinen astralischen Leib Wesenheiten, die wir als die luziferischen bezeichnen, und die ihn früher aus dem Paradiese geführt haben, als er eigentlich hätte herauskommen sollen. Und die Folge der Wirkung der luziferischen Geister ist, daß sich in sein Anschauen hineingemischt haben die ahrimanischen, die mephistophelischen Geister, die ihm die Außenwelt jetzt in der bloßen Sinnesgestalt zeigen, nicht wie sie in ihrer Wahrheit ist. Deshalb nennt die hebräische Welt diese Geister, die dem Menschen ein Falsches vorgaukeln: «mephiz -topel» — «mephiz» der Verderber, und «topel» der Lügner. « Mephistopheles » ist dann daraus geworden. Das ist derselbe Geist wie Ahriman. Was hat nun Ahriman im Menschen bewirkt im Gegensatz zu Luzifer?

[ 22 ] Whereas human beings would otherwise have seen an outer world as if it were radiant and imbued with higher beings, it was now the case that they saw only a physical world, and that the divine world had withdrawn from them. The Luciferic spirits had mingled with their astral bodies. In his external perception—in the relationship of the “I” to the external world, in the distinction between the “I” and the external world—the Ahrimanic spirits of Zarathustra, whom we may also call the Mephistophelean spirits, now interfered because human beings had become connected to the sensory world. Human beings do not possess their physical body, etheric body, and astral body in the same way they would have if only the higher gods had been at work. They have taken into their astral body beings whom we call the Luciferic spirits, and who led them out of Paradise earlier than they actually should have left. And the consequence of the influence of the Luciferic spirits is that the Ahrimanic and Mephistophelean spirits have intermingled with human perception, now showing the external world to the human being merely in its sensory form, not as it truly is. That is why the Hebrew world calls these spirits, which deceive human beings into believing falsehoods, “mephiz-topel” — “mephiz,” the corrupter, and “topel,” the liar. “Mephistopheles” is the name that has come from this. This is the same spirit as Ahriman. What, then, has Ahriman brought about in human beings, in contrast to Lucifer?

[ 23 ] Luzifer hat bewirkt, daß die Kräfte des astralischen Leibes schlechter geworden sind, als sie sonst hätten werden sollen, und daß der Mensch früher als sonst seine physische Materie verdichtet hat. Allerdings hat der Mensch auch dadurch seine Freiheit erlangt, zu der er sonst nicht gekommen wäre. Die mephistophelischen Geister haben bewirkt, daß der Mensch nicht die geistige Grundlage der Welt sieht, sondern daß ihm vorgegaukelt wird eine Illusion der Welt. Mephistopheles hat dem Menschen die Meinung beigebracht, daß die Außenwelt nur ein materielles Dasein hat, daß nicht in jedem und hinter jedem Materiellen ein Geistiges ist. In der ganzen Menschheit hat sich immer schon die Szene abgespielt, die Goethe in seinem «Faust» so wunderbar malt. Da sehen wir auf der einen Seite Faust, der den Weg sucht in die geistige Welt, auf der anderen Seite Mephistopheles, der diese geistige Welt als ein Nichts bezeichnet, weil er ein Interesse daran hat, ihm die Sinneswelt als das Ganze vorzustellen. Faust entgegnet ihm, was jeder Geistesforscher in diesem Falle sagen würde: «In deinem Nichts hoff' ich das All zu finden!» Erst wenn man weiß, wie in jedem kleinsten Teile der Materie Geist ist, und wie die Vorstellung der Materie Lüge ist, erst wenn man erkennt, daß Mephistopheles der die Vorstellungen verderbende Geist in der Welt ist, dann erst kommt man zu einer wirklichen Vorstellung von der Außenwelt.

[ 23 ] Lucifer caused the forces of the astral body to deteriorate beyond what they would otherwise have become, and caused human beings to densify their physical matter earlier than they otherwise would have. However, this also enabled human beings to attain a freedom they would not otherwise have achieved. The Mephistophelean spirits have caused human beings not to see the spiritual foundation of the world, but rather to be led to believe in an illusion of the world. Mephistopheles has instilled in human beings the belief that the external world has only a material existence, that there is not a spiritual element within and behind every material thing. Throughout all of humanity, the scene that Goethe so wonderfully depicts in his Faust has always played out. There we see, on the one hand, Faust, who seeks the path into the spiritual world, and on the other hand, Mephistopheles, who describes this spiritual world as nothingness because he has an interest in presenting the sensory world to him as the whole. Faust replies to him with what any spiritual researcher would say in this situation: “In your nothingness I hope to find the universe!” Only when one knows how spirit is present in every tiniest particle of matter, and how the concept of matter is a lie; only when one recognizes that Mephistopheles is the spirit in the world that corrupts our perceptions—only then does one arrive at a true understanding of the external world.

[ 24 ] Was war notwendig für die Menschheit, um die Menschheit wieder vorwärts zu bringen, um sie nicht in das Schicksal versinken zu lassen, das ihr durch Luzifer, durch Ahriman bereitet worden wäre?

[ 24 ] What was necessary for humanity to move forward again, so as not to let it sink into the fate that would have been brought upon it by Lucifer and Ahriman?

[ 25 ] Schon während der atlantischen Zeit mußte dahin gewirkt werden, daß der Einfluß der luziferischen Wesenheiten nicht ein zu großer werde. Es gab schon in den alten atlantischen Zeiten Menschen, die so an sich arbeiteten, daß der luziferische Einfluß in ihrem astralischen Leibe nicht zu groß werden konnte, die achtgaben auf das, was von Luzifer kam, die in der eigenen Seele die Leidenschaften, Triebe und Begierden aufsuchten, die von Luzifer herrührten. Was geschah dadurch, daß sie diese Eigenschaften ausrotteten, die von Luzifer kamen? Dadurch verschafften sie sich wieder die Möglichkeit, in reiner Gestalt zu schauen, was der Mensch erblickt haben würde, wenn er nicht den Einfluß der luziferischen und später der ahrimanischen Geister erlitten hätte. Durch eine reine Lebensweise und sorgfältige Selbsterkenntnis suchten gewisse Menschen der atlantischen Zeit diesen Einfluß Luzifers aus sich herauszuwerfen. Und dadurch war es ihnen möglich in jenen Zeiten, als noch die Reste des alten Hellsehertums vorhanden waren, hineinzuschauen in die geistige Welt und Höheres zu sehen, als es die anderen konnten, die in sich die physische Materie durch den luziferischen Einfluß verhärtet hatten. Solche Menschen, die durch eine charaktervolle Selbsterkenntnis den luziferischen Einfluß ausrotteten, wurden die Führer der atlantischen Zeit, wir können auch sagen: die atlantischen Eingeweihten. - Was hat denn Luzifer eigentlich getan?

[ 25 ] Even during the Atlantean era, efforts had to be made to ensure that the influence of the Luciferic beings did not become too great. Even in the ancient Atlantean times, there were people who worked on themselves in such a way that the Luciferic influence could not become too great in their astral bodies; they paid attention to what came from Lucifer and sought out within their own souls the passions, instincts, and desires that originated from Lucifer. What happened as a result of their eradicating these qualities that came from Lucifer? In doing so, they regained the ability to perceive, in its pure form, what a human being would have seen had they not been subjected to the influence of the Luciferic and, later, the Ahrimanic spirits. Through a pure way of life and careful self-knowledge, certain people of the Atlantean era sought to cast out this influence of Lucifer from within themselves. And this enabled them, in those times when remnants of the ancient clairvoyance still existed, to look into the spiritual world and perceive higher realities than those who, through the influence of Lucifer, had allowed physical matter to harden within themselves. Such people, who eradicated the Luciferic influence through a self-knowledge rooted in character, became the leaders of the Atlantean era; we might also call them the Atlantean initiates. — What, then, did Lucifer actually do?

[ 26 ] Luzifer hat seinen Angriff vorzugsweise gerichtet gegen das, was die Menschen zusammenhielt, was in der Liebe an das Blut geknüpft war. Nun wußten diese Menschen den Einfluß Luzifers zu bekämpfen. Dadurch erlangten sie, daß sie diesen Zusammenhang geistig schauen konnten, daß sie sagen konnten: Nicht in der Trennung, nicht in der Absonderung liegt das, was den Menschen vorwärts bringt, sondern in dem, was die Menschen vereint. So haben diese Menschen, die dem luziferischen Einfluß entgegenarbeiteten, gleichsam den uralten Zustand wieder herbeizuführen gesucht, da noch nicht durch Luzifers Macht die obere geistige Welt gefährdet war. Sie waren bemüht, das persönliche Element auszurotten: Tötet das, was euch ein persönliches Ich gibt, und blickt hinauf in diejenigen alten Zeiten, wo die Blutsverwandtschaft noch so rege sprach, daß der Nachkomme sein Ich bis zum ersten Vorfahren hinauf empfand, wo der erste Ahne, der längst verstorben war, noch als heilig galt! - In jene Zeiten uralter Menschengemeinschaft wollten die Führer der atlantischen Zeit die Menschen hinaufführen. Durch die ganze Entwickelung hindurch gab es solche Führer der Menschheit, die immer von neuem auftraten und sagten: Suchet nicht zu verfallen den Einflüssen, die euch in das persönliche Ich hineintreiben wollen; suchet das zu erkennen, was die Menschen in alten Zeiten zusammengehalten hat! Dann werdet ihr den Weg finden zum göttlichen Geiste!

[ 26 ] Lucifer directed his attack primarily against what held people together—what was bound to blood through love. Now, these people knew how to combat Lucifer’s influence. As a result, they attained the ability to perceive this connection spiritually, so that they could say: It is not in separation, not in isolation, that lies what moves humanity forward, but in what unites people. Thus, these people, who worked against the Luciferic influence, sought, as it were, to restore the ancient state of affairs, when the higher spiritual world had not yet been endangered by Lucifer’s power. They strove to eradicate the personal element: Kill that which gives you a personal “I,” and look back to those ancient times when kinship was still so vivid that the descendant felt his “I” extending all the way back to the first ancestor, when the first forefather, long since deceased, was still regarded as sacred! — The leaders of the Atlantean era wanted to lead humanity back to those times of primeval human community. Throughout the entire course of evolution, there have been such leaders of humanity who appeared time and again and said: Do not succumb to the influences that seek to drive you into the personal “I”; seek to recognize what held people together in ancient times! Then you will find the path to the divine Spirit!

[ 27 ] Im Grunde hatte sich diese Gesinnung am reinsten bei denen erhalten, die wir als das alte hebräische Volk kennen. Versuchen Sie einmal die Predigten derer, die die Führer dieses alten hebräischen Volkes waren, richtig zu verstehen. Da traten sie hin vor ihr Volk und sagten ihnen: Ihr seid bis dahin gekommen, daß ein jeder sein persönliches Ich in sich betont, daß jeder nur in sich selber sein Wesen sucht. Aber ihr fördert die Entwickelung, wenn ihr das persönliche Ich ertötet und alle diejenigen Kräfte anspannt, die euch zu dem Bewußtsein hinbringen, daß ihr alle abstammt von Abraham und zusammenhängt bis hinauf zu Abraham, daß ihr Glieder seid an dem großen Organismus bis zu Abraham hinauf. Wenn euch gesagt wird: «Ich und der Vater Abraham sind eins», und ihr dies mit Außerachtlassung alles Persönlichen in euch aufnehmet, dann habt ihr das rechte Bewußtsein, das euch zum Göttlichen führt, denn über den Urvater geht der Weg zum Göttlichen. - Am längsten hatte sich das hebräische Volk das bewahrt, was der Grundnerv ist in der Führerschaft derer, die den luziferischen Einfluß bekämpft haben.

[ 27 ] Essentially, this mindset had been preserved in its purest form among those we know as the ancient Hebrew people. Try to truly understand the sermons of those who were the leaders of this ancient Hebrew people. They stood before their people and said to them: You have reached the point where each of you emphasizes your personal self within yourselves, where each of you seeks your essence only within yourselves. But you will promote development if you put the personal self to death and mobilize all those forces that lead you to the awareness that you all descend from Abraham and are connected all the way back to Abraham, that you are members of the great organism extending all the way back to Abraham. When you are told, “I and Father Abraham are one,” and you accept this while setting aside all that is personal within you, then you possess the true consciousness that leads you to the Divine, for the path to the Divine passes through the forefather. - The Hebrew people preserved this—which is the fundamental driving force behind the leadership of those who fought against the Luciferic influence—for the longest time.

[ 28 ] Aber die Menschen waren mit der Mission betraut, das Ich nicht zu ertöten, sondern es auszubauen und zu kultivieren. Die alten Eingeweihten vermochten nichts gegen das persönliche Ich vorzubringen, als daß man über die Urahnen hinauf zu den alten Göttern steigen sollte.

[ 28 ] But human beings were entrusted with the mission not to destroy the ego, but to develop and cultivate it. The ancient initiates could offer no argument against the personal ego other than that one should rise above the ancestors to the ancient gods.

[ 29 ] Als der große Impuls auf die Erde kam, wie wir das gestern charakterisieren konnten, als der Christus-Impuls kam, da erklang zuerst ganz klar und deutlich eine andere Rede. Und sie konnte so klar und deutlich gerade innerhalb des hebräischen Volkes vernommen werden, weil sich dieses Volk bis in die späteste Zeit hinein das bewahrt hatte, was wir als den Nachklang der alten atlantischen Eingeweihten hinstellen können.

[ 29 ] When the great impulse came to Earth—as we described yesterday—when the Christ impulse came, a different message resounded first, very clearly and distinctly. And it could be heard so clearly and distinctly precisely among the Hebrew people because this people had preserved, right up to the very end, what we might describe as the echo of the ancient Atlantean initiates.

[ 30 ] Christus verwandelte jene Rede der alten Eingeweihten und sagte: Es gibt eine Möglichkeit, daß der Mensch seine eigene Persönlichkeit pflegt, daß er nicht bloß den physischen Banden der Blutsbrüderschaft folgt, sondern daß er in sein Ich schaut und dort das Göttliche sucht und findet! In dem, was wir charakterisiert haben als den Christus-Impuls, liegt die Kraft, die, wenn wir uns mit ihr vereinen, es uns ermöglicht, trotz der Individualität des Ich ein geistiges Bruderband von Mensch zu Mensch zu stiften. So war die Kraft des Christus eine andere als die, welche in dem Kreise herrschte, in den er hineingestellt war. Da sagte man: «Ich und der Vater Abraham sind eins! Das muß ich wissen, wenn ich den Weg zum Göttlichen zurückfinden will.» Der Christus aber sagte: «Es gibt einen anderen Vater, durch den das Ich den Weg zum Göttlichen finden wird; denn das Ich oder Ich-bin und das Göttliche sind eines! Es gibt ein Ewiges, das du finden kannst, wenn du in dir bleibst.» Daher konnte Christus die Kraft, die er den Menschen mitteilen wollte, bezeichnen mit den Worten des Johannes-Evangeliums: «Ehe denn Abraham war, war das Ich-bin!» Und das Ich-bin war kein anderer Name als der, den sich der Christus selber beilegte. Und entzündet der Mensch dieses Bewußtsein: In mir lebt etwas, was viel früher als Abraham vorhanden war; ich brauche nicht bis zu Abraham zu gehen, ich finde in mir den göttlichen Vater-Geist! - dann kann er das, was durch Luzifer gebracht wurde zur Pflege und Kultivierung des Ich, und was zur Hemmung der Menschheit geführt hat, umwandeln ins Gute. Das ist die Tat des Christus, daß er den Einfluß des Luzifer ins Gute gewandelt hat.

[ 30 ] Christ transformed that teaching of the ancient initiates and said: There is a way for human beings to cultivate their own personality—not merely to follow the physical bonds of blood kinship, but to look within their own “I” and there seek and find the Divine! In what we have characterized as the Christ impulse lies the power which, when we unite with it, enables us—despite the individuality of the “I”—to forge a spiritual bond of brotherhood from person to person. Thus, the power of Christ was different from that which prevailed in the circle into which he was placed. There they said: “I and Father Abraham are one! I must know this if I am to find my way back to the Divine.” But Christ said: “There is another Father through whom the ‘I’ will find the way to the Divine; for the ‘I’ or ‘I Am’ and the Divine are one! There is an Eternal One whom you can find if you remain within yourself.” Therefore, Christ was able to describe the power he wished to impart to humanity with the words of the Gospel of John: “Before Abraham was, the I Am was!” And the I Am was no other name than the one Christ himself assumed. And when a person kindles this awareness—that within me lives something that existed long before Abraham; I need not go back as far as Abraham; I find the divine Father-Spirit within myself!—then he can transform into good that which was brought by Lucifer for the nurturing and cultivation of the “I,” and which led to the hindrance of humanity. This is the deed of Christ: that he transformed the influence of Lucifer into good.

[ 31 ] Nehmen wir an, es hätten nur die oberen geistig-göttlichen Wesenheiten gewirkt, diejenigen, welche die Liebe nur an die Blutsbande geknüpft haben, die immer nur von dem Menschen verlangten: Du mußt durch die ganze Blutsreihe hinaufgehen, wenn du den Weg zu den Göttern finden willst! - dann wären die Menschen, ohne daß ihr volles Bewußtsein dabei gewesen wäre, zu einer Menschengemeinschaft zusammengetrieben worden, und nie hätten sie ein volles Bewußtsein ihrer Freiheit und Selbständigkeit erlangt. Das haben die luziferischen Geister dem Menschen eingeimpft in seinen astralischen Leib vor der Erscheinung des Christus. Sie haben die Menschen abgesondert, haben jeden auf die eigenen Füße stellen wollen. Der Christus aber hat das, was notwendig hätte kommen müssen, wenn der luziferische Einfluß ins Extrem gegangen wäre, ins Gute gewandelt. Wäre der luziferische Einfluß ins Extrem gegangen, dann wären die Menschen in Lieblosigkeit verfallen. Luzifer hat den Menschen Freiheit und Selbständigkeit gebracht; Christus hat diese Freiheit in Liebe umgewandelt. Und durch das Christus-Band werden die Menschen zur geistigen Liebe geführt.

[ 31 ] Let us suppose that only the higher spiritual-divine beings had been at work—those who tied love exclusively to blood ties and who always demanded of human beings: “You must ascend through the entire bloodline if you wish to find the path to the gods!” —then human beings, without their full consciousness being involved, would have been herded together into a human community, and they would never have attained a full awareness of their freedom and independence. This is what the Luciferic spirits instilled in human beings’ astral bodies before the coming of Christ. They isolated human beings, seeking to make each one stand on their own two feet. Christ, however, transformed into good what would have inevitably come to pass had the Luciferic influence gone to extremes. Had the Luciferic influence gone to extremes, human beings would have fallen into lovelessness. Lucifer brought freedom and independence to human beings; Christ transformed this freedom into love. And through the bond of Christ, human beings are led to spiritual love.

[ 32 ] Von diesem Gesichtspunkt aus fällt ein anderes Licht auf das, was die luziferischen Geister getan haben. Dürfen wir es immer noch als Lässigkeit und Trägheit bezeichnen, daß sie einstmals «zurückgeblieben » sind? Nein! Sie sind zurückgeblieben, um eine bestimmte Mission zu erfüllen während der Erde: um zu verhindern, daß die Menschen wie zu einem bloßen Brei durch nur natürliche Bande zusammengeschmiedet werden. Und vorbereiten sollten sie den Weg zu dem Christus. Sie haben gleichsam auf dem Monde gesagt: Wir wollen verzichten auf unser Mondesziel, damit wir auf der Erde im Sinne der Fortentwickelung wirken können! — Das ist eines der Beispiele dafür, wie ein scheinbar Böses, ein scheinbarer Irrtum im ganzen Zusammenhange der Welt doch zum Besten gewendet wird. Damit der Christus in der rechten Zeit eingreifen konnte in die Erdentwickelung, mußten gewisse Mondgeister ihre Mondenmission opfern und den Christus vorbereiten. Wir sehen daraus, daß wir Luzifers Zurückbleiben auf dem Monde ebensogut als ein Opfer auffassen können.

[ 32 ] From this perspective, what the Luciferic spirits have done appears in a different light. Can we still describe their having once “remained behind” as carelessness and laziness? No! They remained behind to fulfill a specific mission on Earth: to prevent human beings from being fused together like a mere pulp by natural bonds alone. And they were to prepare the way for Christ. They said, as it were, on the Moon: “We will renounce our lunar destiny so that we may work on Earth in the spirit of further development!” — This is one example of how something that appears to be evil, an apparent error, is nevertheless turned to the best within the overall context of the world. So that the Christ could intervene in Earth’s development at the right time, certain lunar spirits had to sacrifice their lunar mission and prepare the way for the Christ. We can see from this that we can just as well regard Lucifer’s remaining behind on the Moon as a sacrifice.

[ 33 ] Wir werden dadurch immer näher einer Wahrheit kommen, die sich der Mensch als eine hohe Moral in die Seele schreiben soll: Wenn du in der Weit ein Böses siehst, so sage nicht: Hier ist ein Böses, also ein Unvollkommenes, sondern frage: Wie kann ich mich zu der Erkenntnis hinauf entwickeln, daß dieses Böse in einem höheren Zusammenhange von der Weisheit, die im Kosmos ist, in ein Gutes verwandelt wird? Wie gelange ich dahin, mir zu sagen: Daß du hier ein Unvollkommenes siehst, rührt davon her, daß du noch nicht so weit bist, die Vollkommenheit auch dieses Unvollkommenen einzusehen. -— Wo der Mensch ein Böses sicht, soll er in seine eigene Seele schauen und sich fragen: Wie kommts, daß ich hier, wo das Böse mir entgegentritt, nicht so weit bin, das Gute in diesem Bösen zu erkennen?

[ 33 ] In this way, we will come ever closer to a truth that humankind should inscribe in its soul as a lofty moral principle: When you see evil in the world, do not say, “Here is evil, and therefore something imperfect,” but ask: How can I develop myself to the point of realizing that, within a higher context, this evil is transformed into good by the wisdom that exists in the cosmos? How do I reach the point where I can say to myself: “The fact that you see something imperfect here stems from the fact that you have not yet reached the stage where you can perceive the perfection even in this imperfection.” — Whenever a person sees something evil, they should look into their own soul and ask themselves: Why is it that here, where evil confronts me, I am not yet ready to recognize the good within this evil?

[ 34 ] Davon morgen weiter.

[ 34 ] More on that tomorrow.