Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
23 January 1910, Strasburg
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
1. Novalis und die Geisteswissenschaft
1. Novalis und die Geisteswissenschaft
zur Einweihung des Novalis-Zweiges
zur Einweihung des Novalis-Zweiges
[ 1 ] Es war durch die Verhältnisse geboten, daß eine Anzahl unserer Freunde hier in Straßburg neben dem bereits bestehenden Zweige einen zweiten begründeten, welcher den bedeutsamen Namen «Novalis-Zweig» tragen soll. Es haben unsere Freunde aus anderen Orten, die sich in liebevoller Weise heute in Straßburg eingefunden haben, durch ihren Besuch bezeugt, wie sie dafür Verständnis haben, daß in einer Stadt auch Zweige nebeneinander bestehen können und daß die Mannigfaltigkeit des Arbeitens auf verschiedenen Feldern nicht auszuschließen braucht dasjenige, was wir die Harmonie und Eintracht nennen müssen, die zu herrschen hat unter all denjenigen, welche sich als Glieder unserer über den Erdkreis verbreiteten Gesellschaft betrachten. Und so soll denn auch dieser Zweig der großen Strömung eingefügt sein, die wir als die geisteswissenschaftliche bezeichnen.
[ 1 ] Es war durch die Verhältnisse geboten, daß eine Anzahl unserer Freunde hier in Straßburg neben dem bereits bestehenden Zweige einen zweiten begründeten, welcher den bedeutsamen Namen «Novalis-Zweig» tragen soll. Es haben unsere Freunde aus anderen Orten, die sich in liebevoller Weise heute in Straßburg eingefunden haben, durch ihren Besuch bezeugt, wie sie dafür Verständnis haben, daß in einer Stadt auch Zweige nebeneinander bestehen können und daß die Mannigfaltigkeit des Arbeitens auf verschiedenen Feldern nicht auszuschließen braucht dasjenige, was wir die Harmonie und Eintracht nennen müssen, die zu herrschen hat unter all denjenigen, welche sich als Glieder unserer über den Erdkreis verbreiteten Gesellschaft betrachten. Und so soll denn auch dieser Zweig der großen Strömung eingefügt sein, die wir als die geisteswissenschaftliche bezeichnen.
[ 2 ] Sie haben, meine lieben Freunde vom Novalis-Zweig, einen bedeutsamen Namen gewählt, um eine Signatur, ein Zeichen für Ihr Arbeiten zu haben. Der Name Novalis gehört einer Persönlichkeit an, welche zuletzt, also in ihrer letzten Inkarnation, gewirkt hat erst im 18. Jahrhundert; einer Persönlichkeit, deren ganzes Wesen durchströmt, durchgeistigt ist von dem, was wir als geist-erkennenden Sinn, als Spiritualität betrachten. Und Sie haben damit von vorneherein gezeigt, daß Ihnen Geisteswissenschaft etwas unmittelbar Lebendiges sein soll, das Sie überall da suchen, wo es gefunden werden kann, nicht bloß in dieser oder jener Zeit, sondern wie es lebt durch alle Zeiten hindurch, und wie es sich durch die eine oder durch die andere Persönlichkeit auf vielerlei Arten in die Welt ausgießen kann. Gerade an Novalis können wir ersehen, wie Streben nach Geist-Erkenntnis dasjenige ist, was unser gewöhnliches alltägliches Leben durchdringen und durchweben kann. Freilich, wollten wir hinweisen auf die Quellen des theosophischen Geistes bei Novalis, dann müßten wir hineinleuchten in frühere Inkarnationen dieses hehren Geistes, und aus diesen früheren Inkarnationen würde uns klar werden, wie sich herübergelebt hat aus früheren Verkörperungen in die des Novalis dasjenige, was nur im tiefsten Sinne theosophisches Geistesleben sein kann. Aber auch, wenn wir bloß jenen Novalis, der kaum dreißig Jahre alt geworden ist und der am Ende des 18. Jahrhunderts gelebt hat, wenn wir nur jene eine Inkarnation betrachten, dann schon kann uns an ihm klar werden, wie Geist-Erkenntnis nicht etwas ist, was den Menschen hinaufbringt in eine träumerische, phantastische Welt, was ihn abzieht und entfernt von der unmittelbaren Wirklichkeit, sondern in der mannigfaltigsten Weise können wir gerade bei Novalis sehen, wie Wirklichkeitsgeist, wie das reale Leben seinen Wert und wahren Inhalt dadurch erhält, daß man es mit Geisteswissenschaft durchdringt.
[ 2 ] Sie haben, meine lieben Freunde vom Novalis-Zweig, einen bedeutsamen Namen gewählt, um eine Signatur, ein Zeichen für Ihr Arbeiten zu haben. Der Name Novalis gehört einer Persönlichkeit an, welche zuletzt, also in ihrer letzten Inkarnation, gewirkt hat erst im 18. Jahrhundert; einer Persönlichkeit, deren ganzes Wesen durchströmt, durchgeistigt ist von dem, was wir als geist-erkennenden Sinn, als Spiritualität betrachten. Und Sie haben damit von vorneherein gezeigt, daß Ihnen Geisteswissenschaft etwas unmittelbar Lebendiges sein soll, das Sie überall da suchen, wo es gefunden werden kann, nicht bloß in dieser oder jener Zeit, sondern wie es lebt durch alle Zeiten hindurch, und wie es sich durch die eine oder durch die andere Persönlichkeit auf vielerlei Arten in die Welt ausgießen kann. Gerade an Novalis können wir ersehen, wie Streben nach Geist-Erkenntnis dasjenige ist, was unser gewöhnliches alltägliches Leben durchdringen und durchweben kann. Freilich, wollten wir hinweisen auf die Quellen des theosophischen Geistes bei Novalis, dann müßten wir hineinleuchten in frühere Inkarnationen dieses hehren Geistes, und aus diesen früheren Inkarnationen würde uns klar werden, wie sich herübergelebt hat aus früheren Verkörperungen in die des Novalis dasjenige, was nur im tiefsten Sinne theosophisches Geistesleben sein kann. Aber auch, wenn wir bloß jenen Novalis, der kaum dreißig Jahre alt geworden ist und der am Ende des 18. Jahrhunderts gelebt hat, wenn wir nur jene eine Inkarnation betrachten, dann schon kann uns an ihm klar werden, wie Geist-Erkenntnis nicht etwas ist, was den Menschen hinaufbringt in eine träumerische, phantastische Welt, was ihn abzieht und entfernt von der unmittelbaren Wirklichkeit, sondern in der mannigfaltigsten Weise können wir gerade bei Novalis sehen, wie Wirklichkeitsgeist, wie das reale Leben seinen Wert und wahren Inhalt dadurch erhält, daß man es mit Geisteswissenschaft durchdringt.
[ 3 ] Novalis stammt aus einem mitteldeutschen Adelsgeschlecht, in dem zwar eine gewisse, ich möchte sagen, materialistische Frömmigkeit — denn auch eine solche gibt es - vorhanden war, aber nicht eigentlich dasjenige, was man bezeichnen kann als Sehnsucht des Herzens nach wirklichem, lebendigem Geiste. Um nun das Karma des Novalis in der richtigen Weise zu erfüllen, geschah es, daß der Vater des Novalis, der alte Hardenberg, noch in seinem späteren Alter — wenn er auch nicht von spirituellem Leben durchdrungen wurde, doch aber dadurch, daß er in die Herrnhuter Sekte, eine pietistische Sekte, hineinkam — nach einer gewissen Seite hin mit frommen Regungen durchsetzt wurde. Und aus diesem mitteldeutschen Adelsmilieu — wie gesagt, das immerhin soviel vom Geiste hatte, daß selbst der alte Hardenberg im späteren Leben, wenn auch sektiererisch, zu einer gewissen Frömmigkeit im Geistigen kommen konnte -, aus dem wuchs unser Novalis heraus. Er wuchs hinein — nicht in das, was ihm beschert war nach dem Willen seiner Familie, denn das wäre irgendeine militärische oder diplomatische Stellung gewesen -, er wuchs hinein in eine große Zeit; in jene Zeit, in welcher auf dem Lehrstuhle der mitteldeutschen Universität Thüringens große, gewaltige Geister gewirkt haben.
[ 3 ] Novalis stammt aus einem mitteldeutschen Adelsgeschlecht, in dem zwar eine gewisse, ich möchte sagen, materialistische Frömmigkeit — denn auch eine solche gibt es - vorhanden war, aber nicht eigentlich dasjenige, was man bezeichnen kann als Sehnsucht des Herzens nach wirklichem, lebendigem Geiste. Um nun das Karma des Novalis in der richtigen Weise zu erfüllen, geschah es, daß der Vater des Novalis, der alte Hardenberg, noch in seinem späteren Alter — wenn er auch nicht von spirituellem Leben durchdrungen wurde, doch aber dadurch, daß er in die Herrnhuter Sekte, eine pietistische Sekte, hineinkam — nach einer gewissen Seite hin mit frommen Regungen durchsetzt wurde. Und aus diesem mitteldeutschen Adelsmilieu — wie gesagt, das immerhin soviel vom Geiste hatte, daß selbst der alte Hardenberg im späteren Leben, wenn auch sektiererisch, zu einer gewissen Frömmigkeit im Geistigen kommen konnte -, aus dem wuchs unser Novalis heraus. Er wuchs hinein — nicht in das, was ihm beschert war nach dem Willen seiner Familie, denn das wäre irgendeine militärische oder diplomatische Stellung gewesen -, er wuchs hinein in eine große Zeit; in jene Zeit, in welcher auf dem Lehrstuhle der mitteldeutschen Universität Thüringens große, gewaltige Geister gewirkt haben.
[ 4 ] So konnte er noch in jener Zeit in Jena Schiller Geschichte vortragen hören. Mögen die Geschichtslehrer der heutigen Zeit sagen: Schiller stand als Historiker nicht auf gelehrter Höhe. — Dasjenige, was Geschichte im Leben sein soll, ein Durchströmen der ganzen menschlichen Entwickelung mit geistigem Leben, das war es, was von Schiller in diejenigen Seelen hineinkam, welche ihn in Jena als Geschichtslehrer hören konnten. Eine große Persönlichkeit vor allem sprach aus Schiller. Aus dieser Persönlichkeit sprach Geist, sie weckte den Geist.
[ 4 ] So konnte er noch in jener Zeit in Jena Schiller Geschichte vortragen hören. Mögen die Geschichtslehrer der heutigen Zeit sagen: Schiller stand als Historiker nicht auf gelehrter Höhe. — Dasjenige, was Geschichte im Leben sein soll, ein Durchströmen der ganzen menschlichen Entwickelung mit geistigem Leben, das war es, was von Schiller in diejenigen Seelen hineinkam, welche ihn in Jena als Geschichtslehrer hören konnten. Eine große Persönlichkeit vor allem sprach aus Schiller. Aus dieser Persönlichkeit sprach Geist, sie weckte den Geist.
[ 5 ] Und noch ein anderer Lehrer war da, als Novalis jung war, ein Lehrer, der nicht nur durch die große Energie seines Geisteslebens Dinge auf philosophischem Gebiete schuf, die dem ganzen Menschengeschlecht angehören, aber heute noch wenig verstanden werden. Fichte wirkte damals, als Novalis sich hineinlebte in das Leben. Er wirkte so, daß sein ganzes Gebaren, das Gebaren des Fichte, etwas Geistiges hatte. Man kann das als Äußerlichkeit betrachten. Wer einen Sinn dafür hat, wird es nicht äußerlich betrachten, daß Fichte, wenn er des Abends im dunklen Saale Vorlesung hielt und auf seinem Pulte die Kerze brannte, erst die Kerze auslöschte, indem er sagte: So, meine Herren Hörer, jetzt ist das physische Licht ausgelöscht, jetzt soll nur das Geisteslicht in diesem Raume leuchten.
[ 5 ] Und noch ein anderer Lehrer war da, als Novalis jung war, ein Lehrer, der nicht nur durch die große Energie seines Geisteslebens Dinge auf philosophischem Gebiete schuf, die dem ganzen Menschengeschlecht angehören, aber heute noch wenig verstanden werden. Fichte wirkte damals, als Novalis sich hineinlebte in das Leben. Er wirkte so, daß sein ganzes Gebaren, das Gebaren des Fichte, etwas Geistiges hatte. Man kann das als Äußerlichkeit betrachten. Wer einen Sinn dafür hat, wird es nicht äußerlich betrachten, daß Fichte, wenn er des Abends im dunklen Saale Vorlesung hielt und auf seinem Pulte die Kerze brannte, erst die Kerze auslöschte, indem er sagte: So, meine Herren Hörer, jetzt ist das physische Licht ausgelöscht, jetzt soll nur das Geisteslicht in diesem Raume leuchten.
[ 6 ] Im rechten Moment die Beziehung des Geistigen zum Physischen nicht nur vor die Seele, sondern auch vor die Augen hingezaubert, das bedeutet für so empfängliche Seelen wie Novalis etwas Ungeheures. Eine solche Seele kann dadurch fähig werden, einen durch nichts zu erschütternden Glauben an das Geistesleben zu erhalten. Es durchströmt die Seele mit einer edlen Empfindung, die dann für das Leben bleibt, wenn gerade ein Novalis in eine solche Umgebung hineinkommt. Nicht kann man sagen, daß Novalis schwärmerisch veranlagt war. Diejenigen, die glauben, er sei ein Schwärmer gewesen, verstehen Novalis nicht. Nein, derjenige Geist, der in Novalis lebte, sagte - man kann es heute in seinen nachgelassenen Schriften lesen -: Anders ist der Schlafzustand des Menschen, anders der Wachzustand. Wenn der Mensch wach ist, dann sind in ihm vereinigt die innere Seele — so nannte man im damaligen Sprachgebrauch das, was wir heute Astralleib nennen würden — mit dem äußeren Leib. Der Leib genießt die Seele. - Ein schönes Wort, das Novalis gebrauchte, um die Beziehung zwischen physischem und Astralleib auszudrücken. Und gelockert ist die Seele vom Leibe im Schlaf — so sagte Novalis —, und der Leib verdaut die Seele, wenn der Mensch schläft. Das ist wiederum ein schöner, kurzer, prägnanter Ausdruck für ein Verhältnis, das uns auch entgegenrritt in der Geisteswissenschaft. Schön ist es, wenn Novalis einmal den Ausspruch in seine Notizen hineinschreibt: Wir sind immer umgeben von einer geistigen Welt. Überall, wo wir sind, sind geistige Wesen um uns. Es kommt nur auf den Menschen an, sein Selbst so hinauszuverlegen, daß er ein Bewußtsein erhält von den geistigen Wesenheiten, die uns überall umgeben, wo wir sind. — Wieder ist schön bei ihm, wie er tiefes Verständnis für den Gang der esoterischen menschlichen Entwickelung zeigt und schreibt: In den alten Zeiten versuchte man durch Abtötung des Leibes, durch Kasteiung und so weiter die Seele hinaufzuführen in eine höhere Entwickelung. In neuerer Zeit muß an deren Stelle die Stärkung der Seele treten: Energie der Seele. Die Seele muß durch Stärkung Macht gewinnen über den Körper, darf nicht dadurch schwächer werden, und muß dann eine gewisse Herrschaft ausüben.
[ 6 ] Im rechten Moment die Beziehung des Geistigen zum Physischen nicht nur vor die Seele, sondern auch vor die Augen hingezaubert, das bedeutet für so empfängliche Seelen wie Novalis etwas Ungeheures. Eine solche Seele kann dadurch fähig werden, einen durch nichts zu erschütternden Glauben an das Geistesleben zu erhalten. Es durchströmt die Seele mit einer edlen Empfindung, die dann für das Leben bleibt, wenn gerade ein Novalis in eine solche Umgebung hineinkommt. Nicht kann man sagen, daß Novalis schwärmerisch veranlagt war. Diejenigen, die glauben, er sei ein Schwärmer gewesen, verstehen Novalis nicht. Nein, derjenige Geist, der in Novalis lebte, sagte - man kann es heute in seinen nachgelassenen Schriften lesen -: Anders ist der Schlafzustand des Menschen, anders der Wachzustand. Wenn der Mensch wach ist, dann sind in ihm vereinigt die innere Seele — so nannte man im damaligen Sprachgebrauch das, was wir heute Astralleib nennen würden — mit dem äußeren Leib. Der Leib genießt die Seele. - Ein schönes Wort, das Novalis gebrauchte, um die Beziehung zwischen physischem und Astralleib auszudrücken. Und gelockert ist die Seele vom Leibe im Schlaf — so sagte Novalis —, und der Leib verdaut die Seele, wenn der Mensch schläft. Das ist wiederum ein schöner, kurzer, prägnanter Ausdruck für ein Verhältnis, das uns auch entgegenrritt in der Geisteswissenschaft. Schön ist es, wenn Novalis einmal den Ausspruch in seine Notizen hineinschreibt: Wir sind immer umgeben von einer geistigen Welt. Überall, wo wir sind, sind geistige Wesen um uns. Es kommt nur auf den Menschen an, sein Selbst so hinauszuverlegen, daß er ein Bewußtsein erhält von den geistigen Wesenheiten, die uns überall umgeben, wo wir sind. — Wieder ist schön bei ihm, wie er tiefes Verständnis für den Gang der esoterischen menschlichen Entwickelung zeigt und schreibt: In den alten Zeiten versuchte man durch Abtötung des Leibes, durch Kasteiung und so weiter die Seele hinaufzuführen in eine höhere Entwickelung. In neuerer Zeit muß an deren Stelle die Stärkung der Seele treten: Energie der Seele. Die Seele muß durch Stärkung Macht gewinnen über den Körper, darf nicht dadurch schwächer werden, und muß dann eine gewisse Herrschaft ausüben.
[ 7 ] So könnten wir über Novalis stundenlang fortreden. Wir würden zwar nicht einen Geist finden, der sich in Worten und in Lehren ausdrückt, wie wir sie heute in der Geisteswissenschaft geben können, aber einen Geist, der mit seinen Worten genau dieselbe Sache ausdrückt. Er war kein Schwärmer, kein Phantast. Trotzdem seine lyrische Poesie den höchsten Schwung nahm, den wir uns denken können, und uns hinauf in höchste Empfindungswärme führt, war Novalis — und das gilt für ihn, der nicht dreißig Jahre alt geworden ist — ein praktischer Geist, der auf der Bergakademie studiert hat, durch und durch Mathematiker, der Mathematik empfunden hat als ein großes Gedicht, nach dessen Linien die göttliche Geistigkeit die Welt gedichtet hat, der sich aber praktisch erwiesen hat für alles, was ein Bergingenieur braucht. Novalis war ein Geist, der trotz dieser Praxis für sein Gefühlsleben, für sein Herz umzusetzen wußte unmittelbar ins Leben das, was bei ihm theosophische Gesinnung war. Wahrhaftig, was wir kennen als seine Beziehungen zu Sophie von Kühn, das darf nicht als etwas aufgefaßt werden, was mit Sinnlichkeit zusammenhängt. Er liebte ein Mädchen, das mit vierzehn Jahren starb. Er fing eigentlich erst an, sie so recht glühend zu lieben, als sie bereits tot war. Er fühlte, er lebt jetzt in dem Reich mit, in welchem sie seit ihrem "Tode ist. Er beschloß, ihr nachzusterben. Sein ferneres Leben war ein Mitleben mit einer physisch toten Persönlichkeit. Das alles zeigt uns, in was Novalis hineingewachsen ist durch den starken Zug seines spirituellen Wesens.
[ 7 ] So könnten wir über Novalis stundenlang fortreden. Wir würden zwar nicht einen Geist finden, der sich in Worten und in Lehren ausdrückt, wie wir sie heute in der Geisteswissenschaft geben können, aber einen Geist, der mit seinen Worten genau dieselbe Sache ausdrückt. Er war kein Schwärmer, kein Phantast. Trotzdem seine lyrische Poesie den höchsten Schwung nahm, den wir uns denken können, und uns hinauf in höchste Empfindungswärme führt, war Novalis — und das gilt für ihn, der nicht dreißig Jahre alt geworden ist — ein praktischer Geist, der auf der Bergakademie studiert hat, durch und durch Mathematiker, der Mathematik empfunden hat als ein großes Gedicht, nach dessen Linien die göttliche Geistigkeit die Welt gedichtet hat, der sich aber praktisch erwiesen hat für alles, was ein Bergingenieur braucht. Novalis war ein Geist, der trotz dieser Praxis für sein Gefühlsleben, für sein Herz umzusetzen wußte unmittelbar ins Leben das, was bei ihm theosophische Gesinnung war. Wahrhaftig, was wir kennen als seine Beziehungen zu Sophie von Kühn, das darf nicht als etwas aufgefaßt werden, was mit Sinnlichkeit zusammenhängt. Er liebte ein Mädchen, das mit vierzehn Jahren starb. Er fing eigentlich erst an, sie so recht glühend zu lieben, als sie bereits tot war. Er fühlte, er lebt jetzt in dem Reich mit, in welchem sie seit ihrem "Tode ist. Er beschloß, ihr nachzusterben. Sein ferneres Leben war ein Mitleben mit einer physisch toten Persönlichkeit. Das alles zeigt uns, in was Novalis hineingewachsen ist durch den starken Zug seines spirituellen Wesens.
[ 8 ] Wir können an Novalis sehen, wie man als Mensch im Grunde genommen nur eine Eigenschaft zu haben braucht, um für diese Geistigkeit, die uns die Geisteswissenschaft bringen soll, Sinn zu haben, Eine Eigenschaft braucht man nur, und diese eine Eigenschaft wird dem Menschen so schwer. Weil sie dem Menschen so schwer wird, deshalb kommen die Leute nicht leicht zur Geisteswissenschaft. Wenn diese eine Eigenschaft genannt wird, dann kommt es den Menschen vor, wie wenn alle sie hätten. Dennoch ist es diese Eigenschaft, deren Fehlen die Menschen nicht zur Geisteswissenschaft kommen läßt: Wahrhaftigkeit, im tiefsten Seelengrunde ehrliches Gestehen dessen, was wirklich ist. Scheinbar haben sie so viele Menschen — nach ihrer eigenen Meinung. Dennoch, gerade Novalis gibt uns ein Beispiel, wie nur ein Moment der wirklichen Ehrlichkeit da zu sein braucht, und wie ein Mensch durch diesen einen Moment der Ehrlichkeit sich gestehen müßte, was die Geistigkeit der Welt dem Menschenherzen sein kann. Des Novalis Vater hatte einen gewissen Zug zur Geistigkeit; sonst hätte er sich nicht der Sekte der Herrnhuter angeschlossen. Aber so frei und ehrlich war seine Seele nicht, wie dies hier gemeint ist. Daran hinderte ihn das, was in seiner Seele aus der äußeren physischen Welt heraus lebte. Die physische Welt mit allen ihren Vorurteilen ließ ihn nicht in die geistige Welt hinaufkommen. Aber sein Sohn hatte diese Wahrhaftigkeit. Was war selbstverständlicher, als daß der Vater gar keine Ahnung haben konnte von dem, was in diesem Sohn lebte? Die physische Welt mit ihrem Trennenden, Disharmonischen, ihrem Unwahrhaftigen, das hier eine Scheidewand aufgerichtet hat zwischen dem, was der junge Novalis wirklich war, und dem, was der alte Hardenberg sein wollte, was er aber wegen fehlender wirklicher innerer Wahrhaftigkeit nicht sein konnte, die physische Welt mit all dem, was sie aus dem Menschen macht, ließ ihn, solange Novalis lebte, nicht dazu kommen, seines Sohnes Bedeutung einzusehen. Einige Wochen war der Sohn tot, da war der alte Hardenberg in seiner Herrnhuter Gemeinde. Man sang in der Gemeinde ein Lied: «Was wär’ ich ohne dich gewesen, was würd’ ich ohne dich nicht sein.» Und dieses Lied, das gesungen wurde — der alte Hardenberg hatte es noch nicht gehört, aber es entzündete sich in diesem Augenblicke alles, was er an Geist in seiner Seele hatte. Hingegeben war er dem großen Eindruck dessen, was aus diesem Liede ausströmt, erfüllt war in diesem Augenblicke seine ehrlich gewordene Seele von dem Weltengeist, von dem spirituellen Leben. Und als die Versammlung zu Ende war, fragte der alte Hardenberg jemanden, von wem dieses Lied sei, das ihn so tief ergriffen hatte. Da sagte man ihm: Das ist ja von Ihrem Sohn. — Es war erst notwendig, daß für einen Augenblick alles vergessen werden konnte, was der physische Plan brachte, und da lebten in ihm einen Augenblick, ohne zu wissen von dem, der es hineingebracht hatte, die reine Wahrhaftigkeit, die reine Objektivität, nicht die Vorurteile des physischen Planes. So würde Geist den Geist finden, wenn wir, ohne das, was die Hemmnisse des physischen Planes sind, Seele der Seele gegenüberstehen würden. In dem Augenblick, in dem der Mensch rein der Wahrheit hingegeben die Seele des anderen und die Seele der Welt finden kann, in jedem solchen Augenblicke muß er durchdrungen sein von dem, was man theosophische Spiritualität nennen könnte.
[ 8 ] Wir können an Novalis sehen, wie man als Mensch im Grunde genommen nur eine Eigenschaft zu haben braucht, um für diese Geistigkeit, die uns die Geisteswissenschaft bringen soll, Sinn zu haben, Eine Eigenschaft braucht man nur, und diese eine Eigenschaft wird dem Menschen so schwer. Weil sie dem Menschen so schwer wird, deshalb kommen die Leute nicht leicht zur Geisteswissenschaft. Wenn diese eine Eigenschaft genannt wird, dann kommt es den Menschen vor, wie wenn alle sie hätten. Dennoch ist es diese Eigenschaft, deren Fehlen die Menschen nicht zur Geisteswissenschaft kommen läßt: Wahrhaftigkeit, im tiefsten Seelengrunde ehrliches Gestehen dessen, was wirklich ist. Scheinbar haben sie so viele Menschen — nach ihrer eigenen Meinung. Dennoch, gerade Novalis gibt uns ein Beispiel, wie nur ein Moment der wirklichen Ehrlichkeit da zu sein braucht, und wie ein Mensch durch diesen einen Moment der Ehrlichkeit sich gestehen müßte, was die Geistigkeit der Welt dem Menschenherzen sein kann. Des Novalis Vater hatte einen gewissen Zug zur Geistigkeit; sonst hätte er sich nicht der Sekte der Herrnhuter angeschlossen. Aber so frei und ehrlich war seine Seele nicht, wie dies hier gemeint ist. Daran hinderte ihn das, was in seiner Seele aus der äußeren physischen Welt heraus lebte. Die physische Welt mit allen ihren Vorurteilen ließ ihn nicht in die geistige Welt hinaufkommen. Aber sein Sohn hatte diese Wahrhaftigkeit. Was war selbstverständlicher, als daß der Vater gar keine Ahnung haben konnte von dem, was in diesem Sohn lebte? Die physische Welt mit ihrem Trennenden, Disharmonischen, ihrem Unwahrhaftigen, das hier eine Scheidewand aufgerichtet hat zwischen dem, was der junge Novalis wirklich war, und dem, was der alte Hardenberg sein wollte, was er aber wegen fehlender wirklicher innerer Wahrhaftigkeit nicht sein konnte, die physische Welt mit all dem, was sie aus dem Menschen macht, ließ ihn, solange Novalis lebte, nicht dazu kommen, seines Sohnes Bedeutung einzusehen. Einige Wochen war der Sohn tot, da war der alte Hardenberg in seiner Herrnhuter Gemeinde. Man sang in der Gemeinde ein Lied: «Was wär’ ich ohne dich gewesen, was würd’ ich ohne dich nicht sein.» Und dieses Lied, das gesungen wurde — der alte Hardenberg hatte es noch nicht gehört, aber es entzündete sich in diesem Augenblicke alles, was er an Geist in seiner Seele hatte. Hingegeben war er dem großen Eindruck dessen, was aus diesem Liede ausströmt, erfüllt war in diesem Augenblicke seine ehrlich gewordene Seele von dem Weltengeist, von dem spirituellen Leben. Und als die Versammlung zu Ende war, fragte der alte Hardenberg jemanden, von wem dieses Lied sei, das ihn so tief ergriffen hatte. Da sagte man ihm: Das ist ja von Ihrem Sohn. — Es war erst notwendig, daß für einen Augenblick alles vergessen werden konnte, was der physische Plan brachte, und da lebten in ihm einen Augenblick, ohne zu wissen von dem, der es hineingebracht hatte, die reine Wahrhaftigkeit, die reine Objektivität, nicht die Vorurteile des physischen Planes. So würde Geist den Geist finden, wenn wir, ohne das, was die Hemmnisse des physischen Planes sind, Seele der Seele gegenüberstehen würden. In dem Augenblick, in dem der Mensch rein der Wahrheit hingegeben die Seele des anderen und die Seele der Welt finden kann, in jedem solchen Augenblicke muß er durchdrungen sein von dem, was man theosophische Spiritualität nennen könnte.
[ 9 ] Das was man theosophische Spiritualität nennen kann, liegt nicht bloß in irgendeiner Theorie, in irgendeiner Lehre, obwohl wir niemals vergessen dürfen, daß für uns Menschen, die wir zum Denken geboren sind, eine Lehre unerläßlich ist, es liegt aber der Wesenskern des 'Theosophischen nicht in der Lehre. Derjenige, der etwa betonen wollte, daß die Lehre überflüssig sei, und daß es nur darauf ankomme, dasjenige zu pflegen, was man allgemeine Bruderliebe nennt, dem muß immer wieder und wieder eingeschärft werden, daß durch das Predigen der allgemeinen Bruderliebe nirgends in der Welt diese allgemeine Bruderliebe erreicht werden kann. Wenn wir nur von Liebe predigen, dann ist das für den Kenner des Lebens ebenso, als ob wir einem Ofen sagen: Lieber Ofen, es ziemt sich für dich, für deine Ofenliebe, das Zimmer warm zu machen. — Aber das Zimmer bleibt kalt, und wenn wir noch so oft von Liebe predigen. Wenn wir ihm aber Heizmaterial, Holz und Feuer geben, dann verwandelt sich Holz und Feuer in ihm in Wärme, und er macht das Zimmer warm. Das Brennmaterial für die Menschenseele sind die großen Ideale, die großen Gedanken, welche wir aufnehmen können, durch die wir den Zusammenhang der Welt anerkennen, durch die wir die Geheimnisse von Menschenschicksal und Menschenleben lernen können. Sie sind nicht solche Gedanken, die uns nur theoretisch erfüllen, sondern solche, die uns innerlich warm machen, und das Ergebnis der theosophischen Weisheit ist die Liebe. Und ebenso gewiß, wie der Ofen das Zimmer durch Heizung und nicht durch Predigen warm macht, ebenso gewiß wird die richtige Lehre von den großen Gedanken, welche die Welt durchwirken, die Seele liebend machen. Denn das ist das Geheimnis der wirklichen Weisheit, daß sie sich in der Seele durch ihre eigene Kraft in Liebe umwandelt. Wer den Weg von Weisheit zur Liebe noch nicht gefunden hat, zeigt nur, daß er noch nicht weit genug in der Weisheit gekommen ist. Wer aber glauben wollte, daß die Gedanken, die wir aufnehmen über die Evolution der Welt, die Evolution der Menschen, über Karma und so weiter für den Menschen unbeträchtlich seien, sollte sich immer wieder und wiederum in seiner Seele klarmachen, daß das nicht bloß menschliche Gedanken sind, daß es nicht bloß Gedanken sind, die wir zuerst denken, sondern daß diese Gedanken, welche in unsere Seele dringen, es sind, nach denen die göttlichen Geister die Welt erbaut haben.
[ 9 ] Das was man theosophische Spiritualität nennen kann, liegt nicht bloß in irgendeiner Theorie, in irgendeiner Lehre, obwohl wir niemals vergessen dürfen, daß für uns Menschen, die wir zum Denken geboren sind, eine Lehre unerläßlich ist, es liegt aber der Wesenskern des 'Theosophischen nicht in der Lehre. Derjenige, der etwa betonen wollte, daß die Lehre überflüssig sei, und daß es nur darauf ankomme, dasjenige zu pflegen, was man allgemeine Bruderliebe nennt, dem muß immer wieder und wieder eingeschärft werden, daß durch das Predigen der allgemeinen Bruderliebe nirgends in der Welt diese allgemeine Bruderliebe erreicht werden kann. Wenn wir nur von Liebe predigen, dann ist das für den Kenner des Lebens ebenso, als ob wir einem Ofen sagen: Lieber Ofen, es ziemt sich für dich, für deine Ofenliebe, das Zimmer warm zu machen. — Aber das Zimmer bleibt kalt, und wenn wir noch so oft von Liebe predigen. Wenn wir ihm aber Heizmaterial, Holz und Feuer geben, dann verwandelt sich Holz und Feuer in ihm in Wärme, und er macht das Zimmer warm. Das Brennmaterial für die Menschenseele sind die großen Ideale, die großen Gedanken, welche wir aufnehmen können, durch die wir den Zusammenhang der Welt anerkennen, durch die wir die Geheimnisse von Menschenschicksal und Menschenleben lernen können. Sie sind nicht solche Gedanken, die uns nur theoretisch erfüllen, sondern solche, die uns innerlich warm machen, und das Ergebnis der theosophischen Weisheit ist die Liebe. Und ebenso gewiß, wie der Ofen das Zimmer durch Heizung und nicht durch Predigen warm macht, ebenso gewiß wird die richtige Lehre von den großen Gedanken, welche die Welt durchwirken, die Seele liebend machen. Denn das ist das Geheimnis der wirklichen Weisheit, daß sie sich in der Seele durch ihre eigene Kraft in Liebe umwandelt. Wer den Weg von Weisheit zur Liebe noch nicht gefunden hat, zeigt nur, daß er noch nicht weit genug in der Weisheit gekommen ist. Wer aber glauben wollte, daß die Gedanken, die wir aufnehmen über die Evolution der Welt, die Evolution der Menschen, über Karma und so weiter für den Menschen unbeträchtlich seien, sollte sich immer wieder und wiederum in seiner Seele klarmachen, daß das nicht bloß menschliche Gedanken sind, daß es nicht bloß Gedanken sind, die wir zuerst denken, sondern daß diese Gedanken, welche in unsere Seele dringen, es sind, nach denen die göttlichen Geister die Welt erbaut haben.
[ 10 ] Nicht unsere Gedanken treten uns in der Geisteswissenschaft vor das geistige Auge, sondern die Gedanken der göttlichen Baumeister, der göttlichen Geister der Welt. Was die Götter der Welt vor der Erschaffung der physischen Welt bei sich gedacht haben, das denken wir in der Geisteswissenschaft nach und erforschen so dasjenige, was aus den göttlichen Wesen hineingeflossen ist in das Wirken und Werden der Welt, der wir angehören. Dasjenige aber, was die Götter gedacht haben, ist geistiges Licht. Und wer nicht denken will, was die Götter gedacht haben, gibt damit, wenn er es auch nicht weiß, sich selber nicht die Richtung nach dem Licht, sondern nach der Finsternis. Die einzig mögliche Grundlegung für eine wirkliche Entwickelung der menschlichen Seele ist diejenige, in der wir von dem ausgehen, was die göttlichen Gedanken der Welt sind. Uns sind von den Geistern der Welt die Fähigkeiten nicht dazu gegeben worden als Anlagen, daß wir sie brach liegen lassen. Sie sind uns dazu gegeben worden, daß wir sie entwickeln. Und da in diesem Entwickelungszyklus der Menschheit das Denken unsere wichtigste, hervorragendste Fähigkeit ist, müssen wir vom Denken ausgehen. Aber wir dürfen nicht beim Denken stehenbleiben. Das aber führt uns allmählich dazu, Geisteswissenschaft in Gesinnung umzusetzen, daß wir die Geheimnisse verstehen lernen, wie Erkenntnis zu Charaktereigenschaften, zu Gemütseigenschaften führt. Richtig verstandene Erkenntnis führt zu Charakter-, zu wirklichen Gemütseigenschaften.
[ 10 ] Nicht unsere Gedanken treten uns in der Geisteswissenschaft vor das geistige Auge, sondern die Gedanken der göttlichen Baumeister, der göttlichen Geister der Welt. Was die Götter der Welt vor der Erschaffung der physischen Welt bei sich gedacht haben, das denken wir in der Geisteswissenschaft nach und erforschen so dasjenige, was aus den göttlichen Wesen hineingeflossen ist in das Wirken und Werden der Welt, der wir angehören. Dasjenige aber, was die Götter gedacht haben, ist geistiges Licht. Und wer nicht denken will, was die Götter gedacht haben, gibt damit, wenn er es auch nicht weiß, sich selber nicht die Richtung nach dem Licht, sondern nach der Finsternis. Die einzig mögliche Grundlegung für eine wirkliche Entwickelung der menschlichen Seele ist diejenige, in der wir von dem ausgehen, was die göttlichen Gedanken der Welt sind. Uns sind von den Geistern der Welt die Fähigkeiten nicht dazu gegeben worden als Anlagen, daß wir sie brach liegen lassen. Sie sind uns dazu gegeben worden, daß wir sie entwickeln. Und da in diesem Entwickelungszyklus der Menschheit das Denken unsere wichtigste, hervorragendste Fähigkeit ist, müssen wir vom Denken ausgehen. Aber wir dürfen nicht beim Denken stehenbleiben. Das aber führt uns allmählich dazu, Geisteswissenschaft in Gesinnung umzusetzen, daß wir die Geheimnisse verstehen lernen, wie Erkenntnis zu Charaktereigenschaften, zu Gemütseigenschaften führt. Richtig verstandene Erkenntnis führt zu Charakter-, zu wirklichen Gemütseigenschaften.
[ 11 ] Wir können uns das an einem einzelnen Beispiel klarmachen, können es uns daran klarmachen, daß wir Menschen aufeinanderfolgende, immer neue Verkörperungen, Inkarnationen durchmachen. Wozu wären diese Inkarnationen, diese wiederholten Erdenleben, wenn sie nicht dazu da wären, den Menschen nach und nach immer vollkommener und vollkommener zu machen? Wir müssen von unserer gegenwärtigen Inkarnation zurückblicken zu früheren Inkarnationen und müssen uns sagen: Was wir gegenwärtig geworden sind, sind wir dadurch geworden, daß eine Inkarnation hindurch nach der anderen immer wiederum diese oder jene Eigenschaften unserer Seele eingefügt worden sind, daß unsere Seele immer von neuem und immer von neuem Kräfte aufgenommen hat, Erlebnisse gehabt hat, Erfahrungen gehabt hat. Was in einer Inkarnation dieser Seele eingebaut wird, das kommt dann in der folgenden Inkarnation heraus.
[ 11 ] Wir können uns das an einem einzelnen Beispiel klarmachen, können es uns daran klarmachen, daß wir Menschen aufeinanderfolgende, immer neue Verkörperungen, Inkarnationen durchmachen. Wozu wären diese Inkarnationen, diese wiederholten Erdenleben, wenn sie nicht dazu da wären, den Menschen nach und nach immer vollkommener und vollkommener zu machen? Wir müssen von unserer gegenwärtigen Inkarnation zurückblicken zu früheren Inkarnationen und müssen uns sagen: Was wir gegenwärtig geworden sind, sind wir dadurch geworden, daß eine Inkarnation hindurch nach der anderen immer wiederum diese oder jene Eigenschaften unserer Seele eingefügt worden sind, daß unsere Seele immer von neuem und immer von neuem Kräfte aufgenommen hat, Erlebnisse gehabt hat, Erfahrungen gehabt hat. Was in einer Inkarnation dieser Seele eingebaut wird, das kommt dann in der folgenden Inkarnation heraus.
[ 12 ] Wir sind jetzt so geworden, wie wir in den vorhergehenden Inkarnationen zubereitet worden sind. Aber dann können wir einen Augenblick stehenbleiben und sagen: Wir blicken nicht nur zurück in die Vergangenheit, sondern wir blicken auch hinauf in die Zukunft, zu späteren, vollkommeneren Lebensläufen. Was wäre dieses menschliche Leben durch diese vielen Verkörperungen hindurch, wenn wir uns nicht sagen könnten: Je weiter wir uns in die Zukunft hinein entwickeln, desto höhere Stufen wird das erreicht haben, was heute als unser Ich in uns selber sitzt.
[ 12 ] Wir sind jetzt so geworden, wie wir in den vorhergehenden Inkarnationen zubereitet worden sind. Aber dann können wir einen Augenblick stehenbleiben und sagen: Wir blicken nicht nur zurück in die Vergangenheit, sondern wir blicken auch hinauf in die Zukunft, zu späteren, vollkommeneren Lebensläufen. Was wäre dieses menschliche Leben durch diese vielen Verkörperungen hindurch, wenn wir uns nicht sagen könnten: Je weiter wir uns in die Zukunft hinein entwickeln, desto höhere Stufen wird das erreicht haben, was heute als unser Ich in uns selber sitzt.
[ 13 ] Was wir noch werden können, vermögen wir nur zu ahnen, denn sonst wären wir es schon. Fähigkeiten, immer höher zu steigen, müssen wir uns zuschreiben. — So müssen wir aber scheu und ehrfürchtig in die Zukunft blicken; müssen uns sagen, wenn wir auch heute schon dieses oder jenes erkennen können, in der Lage sind, schon heute, dieses oder jenes zu erleben in der Welt: Mit den größeren Fähigkeiten, die wir erlangen können, werden wir noch vieles andere erleben und erkennen können.
[ 13 ] Was wir noch werden können, vermögen wir nur zu ahnen, denn sonst wären wir es schon. Fähigkeiten, immer höher zu steigen, müssen wir uns zuschreiben. — So müssen wir aber scheu und ehrfürchtig in die Zukunft blicken; müssen uns sagen, wenn wir auch heute schon dieses oder jenes erkennen können, in der Lage sind, schon heute, dieses oder jenes zu erleben in der Welt: Mit den größeren Fähigkeiten, die wir erlangen können, werden wir noch vieles andere erleben und erkennen können.
[ 14 ] Wie unmöglich ist es demjenigen, der einen solchen Gedanken, wie er jetzt ausgesprochen worden ist, in seine Seele schreibt, wie unmöglich ist es ihm, sich zu sagen: Ich kann heute darüber entscheiden, was wahr oder falsch ist, ich kann letztlich richten über das Wahre oder Falsche. — Einzig und allein geziemt es ihm zu sagen: Wenn ich heute schon entscheiden könnte, dann wäre es unmöglich, daß noch höhere Fähigkeiten in Zukunft in mir auftreten könnten. — Das aber in Gesinnung umgesetzt, gibt uns in jedem Augenblick unserer Entwickelung die große Bescheidenheit, die wahre, würdevolle Demut, die wir brauchen, um wahrhaft Mensch zu sein. So wandelt sich die Erkenntnis von Reinkarnation um in eine Empfindung, eine Charaktereigenschaft: in würdevolle Demut, in wahre Bescheidenheit.
[ 14 ] Wie unmöglich ist es demjenigen, der einen solchen Gedanken, wie er jetzt ausgesprochen worden ist, in seine Seele schreibt, wie unmöglich ist es ihm, sich zu sagen: Ich kann heute darüber entscheiden, was wahr oder falsch ist, ich kann letztlich richten über das Wahre oder Falsche. — Einzig und allein geziemt es ihm zu sagen: Wenn ich heute schon entscheiden könnte, dann wäre es unmöglich, daß noch höhere Fähigkeiten in Zukunft in mir auftreten könnten. — Das aber in Gesinnung umgesetzt, gibt uns in jedem Augenblick unserer Entwickelung die große Bescheidenheit, die wahre, würdevolle Demut, die wir brauchen, um wahrhaft Mensch zu sein. So wandelt sich die Erkenntnis von Reinkarnation um in eine Empfindung, eine Charaktereigenschaft: in würdevolle Demut, in wahre Bescheidenheit.
[ 15 ] Man könnte es so ausdrücken: Wer heute erkennt, daß er durch folgende Inkarnationen durchgeht und immer höhersteigt in seiner Entwickelung, der müßte ein Tor sein, wenn er sich sagte, er sei vollkommen; oder sich sagte: Es ist nicht nötig, daß ich heute lerne, denn ich werde es morgen noch ganz anders erleben. — Es verwandelt sich Erkenntnis in wirkliche Charaktereigenschaft. Und richtig betrachtet, verwandelt sich jede geisteswissenschaftliche Erkenntnis in eine Charaktereigenschaft. Wir können aber doch einsehen: Sollten wir auf irgendeiner Stufe unseres Daseins unsere Kräfte nicht anwenden können, dann würden uns diese Kräfte aus geistigen Welten heraus nicht gegeben worden sein. Sollten wir warten wollen, bis die Welt auf ihrer Vollendungsstufe angekommen ist, in der Meinung, erst müßten wir so vollkommen sein, daß wir abschließend erkennen und erleben können, dann würden nicht verschiedene Inkarnationen von uns zu durchlaufen sein. Das heißt, wir müssen uns klar sein, daß wir in jeder Inkarnation unsere Erkenntniskräfte anzuwenden haben. Wir dürfen nicht sagen: Erkennen wollen wir erst in der folgenden Inkarnation, oder am Ende unseres Daseins. — Die Kraft, die wir haben, sollten wir trotz der Demut und Bescheidenheit anwenden.
[ 15 ] Man könnte es so ausdrücken: Wer heute erkennt, daß er durch folgende Inkarnationen durchgeht und immer höhersteigt in seiner Entwickelung, der müßte ein Tor sein, wenn er sich sagte, er sei vollkommen; oder sich sagte: Es ist nicht nötig, daß ich heute lerne, denn ich werde es morgen noch ganz anders erleben. — Es verwandelt sich Erkenntnis in wirkliche Charaktereigenschaft. Und richtig betrachtet, verwandelt sich jede geisteswissenschaftliche Erkenntnis in eine Charaktereigenschaft. Wir können aber doch einsehen: Sollten wir auf irgendeiner Stufe unseres Daseins unsere Kräfte nicht anwenden können, dann würden uns diese Kräfte aus geistigen Welten heraus nicht gegeben worden sein. Sollten wir warten wollen, bis die Welt auf ihrer Vollendungsstufe angekommen ist, in der Meinung, erst müßten wir so vollkommen sein, daß wir abschließend erkennen und erleben können, dann würden nicht verschiedene Inkarnationen von uns zu durchlaufen sein. Das heißt, wir müssen uns klar sein, daß wir in jeder Inkarnation unsere Erkenntniskräfte anzuwenden haben. Wir dürfen nicht sagen: Erkennen wollen wir erst in der folgenden Inkarnation, oder am Ende unseres Daseins. — Die Kraft, die wir haben, sollten wir trotz der Demut und Bescheidenheit anwenden.
[ 16 ] So stellt sich neben die Demut und Bescheidenheit ein berechtigtes menschliches Selbstgefühl hin, das direkt aus unserem Durchdrungensein mit dem Göttlich-Geistigen fließt und das uns sagt: Zwar wird unsere Erkenntnis erst vollkommen sein, wenn wir eine hohe Stufe erreicht haben, aber gerade dadurch können wir sie vollkommen machen, daß wir schon heute unserer Menschenwürde uns bewußt werden und schon heute unsere Kraft anwenden. — So wird unser Charakter etwas bekommen, was man mit einer Waage vergleichen kann. Wir können auf die Waagschale legen auf der einen Seite Demut, Bescheidenheit, auf der anderen Seite berechtigtes Selbstgefühl, Kühnheit im Urteilen, und können sagen: Eine Stufe in der Erkenntnis, im Selbstbewußtsein haben wir erlangt. - Kurz, wir werden finden, daß immer, wenn Sie es nur versuchen in Ihre Gefühle einzuführen, was Geisteswissenschaft lehrt, die Lehren oder Theorien der Geisteswissenschaft sich in unserer Seele umwandeln, weil sie Gedanken der göttlichen Geister enthalten, sich umwandeln in unserer Seele in unseren Charakter, unser Wollen, unser Fühlen. Das kann uns zeigen, daß in der Geisteswissenschaft die Lehre, die Theorie zwar nicht die Hauptsache ist, daß sie aber sozusagen für die Entwickelung der menschlichen Seele das Brennholz ist; daß sie dasjenige ist, was höhere Eigenschaften gerade in unserer Seele hervorbringen soll. Und wer diese Eigenschaften ohne Erkenntnis verlangt, lebt in der schlimmsten der Täuschungen, in der Selbsttäuschung, jener Selbsttäuschung, welche in die menschliche Evolution dadurch hineingekommen ist, daß im Laufe der Erdenentwickelung auch andere Wesen hineingekommen sind, mitgewirkt haben an unserer Evolution, Wesenheiten, die nicht etwa bloß schädlich waren, sondern auch nützlich. Aber so nützlich sie uns auch waren, indem sie uns Freiheit und Selbstgefühl gebracht haben, so müssen wir uns doch klar sein, daß gerade diese Gaben der sogenannten luziferischen Wesenheiten: Freiheit und Selbstgefühl, nicht ins Extreme, ins Radikale ausarten dürfen, denn dann werden sie zu Stolz und Hochmut. Und Stolz und Hochmut gegenüber der Erkenntnis führen diese Erkenntnis in die Finsternis hinein. Erkenntnis ist Entgegennahme des göttlichen Lichtes, der göttlichen Gedanken. Ablehnung der Erkenntnis ist etwas, was in die Finsternis führt und was auch nicht zu höheren Eigenschaften der Seele führen kann. Wenn wir so Geisteswissenschaft betrachten, dann werden wir sie erkennen als eine der wichtigsten Angelegenheiten der Menschheit. Wir werden sie erkennen als etwas, was wir nicht bloß um unserer selbst willen treiben, sondern weil wir uns unserer Pflicht für die Menschheit und für die Entwickelung bewußt sind.
[ 16 ] So stellt sich neben die Demut und Bescheidenheit ein berechtigtes menschliches Selbstgefühl hin, das direkt aus unserem Durchdrungensein mit dem Göttlich-Geistigen fließt und das uns sagt: Zwar wird unsere Erkenntnis erst vollkommen sein, wenn wir eine hohe Stufe erreicht haben, aber gerade dadurch können wir sie vollkommen machen, daß wir schon heute unserer Menschenwürde uns bewußt werden und schon heute unsere Kraft anwenden. — So wird unser Charakter etwas bekommen, was man mit einer Waage vergleichen kann. Wir können auf die Waagschale legen auf der einen Seite Demut, Bescheidenheit, auf der anderen Seite berechtigtes Selbstgefühl, Kühnheit im Urteilen, und können sagen: Eine Stufe in der Erkenntnis, im Selbstbewußtsein haben wir erlangt. - Kurz, wir werden finden, daß immer, wenn Sie es nur versuchen in Ihre Gefühle einzuführen, was Geisteswissenschaft lehrt, die Lehren oder Theorien der Geisteswissenschaft sich in unserer Seele umwandeln, weil sie Gedanken der göttlichen Geister enthalten, sich umwandeln in unserer Seele in unseren Charakter, unser Wollen, unser Fühlen. Das kann uns zeigen, daß in der Geisteswissenschaft die Lehre, die Theorie zwar nicht die Hauptsache ist, daß sie aber sozusagen für die Entwickelung der menschlichen Seele das Brennholz ist; daß sie dasjenige ist, was höhere Eigenschaften gerade in unserer Seele hervorbringen soll. Und wer diese Eigenschaften ohne Erkenntnis verlangt, lebt in der schlimmsten der Täuschungen, in der Selbsttäuschung, jener Selbsttäuschung, welche in die menschliche Evolution dadurch hineingekommen ist, daß im Laufe der Erdenentwickelung auch andere Wesen hineingekommen sind, mitgewirkt haben an unserer Evolution, Wesenheiten, die nicht etwa bloß schädlich waren, sondern auch nützlich. Aber so nützlich sie uns auch waren, indem sie uns Freiheit und Selbstgefühl gebracht haben, so müssen wir uns doch klar sein, daß gerade diese Gaben der sogenannten luziferischen Wesenheiten: Freiheit und Selbstgefühl, nicht ins Extreme, ins Radikale ausarten dürfen, denn dann werden sie zu Stolz und Hochmut. Und Stolz und Hochmut gegenüber der Erkenntnis führen diese Erkenntnis in die Finsternis hinein. Erkenntnis ist Entgegennahme des göttlichen Lichtes, der göttlichen Gedanken. Ablehnung der Erkenntnis ist etwas, was in die Finsternis führt und was auch nicht zu höheren Eigenschaften der Seele führen kann. Wenn wir so Geisteswissenschaft betrachten, dann werden wir sie erkennen als eine der wichtigsten Angelegenheiten der Menschheit. Wir werden sie erkennen als etwas, was wir nicht bloß um unserer selbst willen treiben, sondern weil wir uns unserer Pflicht für die Menschheit und für die Entwickelung bewußt sind.
[ 17 ] Wir leben heute in keiner ganz unwichtigen Zeit; wir leben in einer wichtigen Zeit. Es wird zwar oftmals gesagt von den Leuten, die in dieser oder jener Zeit leben, daß sie in einer Übergangszeit leben. Alle Zeiten der menschlichen Entwickelung sind schon Übergangszeiten genannt worden, aber nicht alle sind solche bedeutsamen Übergangszeiten. Von unserer heutigen Zeit aber kann man in Wahrheit sagen, sie ist eine Übergangszeit. Inwiefern ist das der Fall? Da machen wir uns den Charakter einer anderen Übergangszeit klar. Eine Übergangszeit war es zum Beispiel für die menschliche Entwickelung damals, als der Vorgänger unseres Christus Jesus, der Täufer Johannes, aufgetreten ist. Als der Täufer Johannes aufgetreten ist, sagte er den Leuten, was dann in bedeutungsvollen Worten von dem Christus Jesus später wiederholt worden ist: «Ändert eure Gesinnung, die Reiche der Himmel sind nahe.»
[ 17 ] Wir leben heute in keiner ganz unwichtigen Zeit; wir leben in einer wichtigen Zeit. Es wird zwar oftmals gesagt von den Leuten, die in dieser oder jener Zeit leben, daß sie in einer Übergangszeit leben. Alle Zeiten der menschlichen Entwickelung sind schon Übergangszeiten genannt worden, aber nicht alle sind solche bedeutsamen Übergangszeiten. Von unserer heutigen Zeit aber kann man in Wahrheit sagen, sie ist eine Übergangszeit. Inwiefern ist das der Fall? Da machen wir uns den Charakter einer anderen Übergangszeit klar. Eine Übergangszeit war es zum Beispiel für die menschliche Entwickelung damals, als der Vorgänger unseres Christus Jesus, der Täufer Johannes, aufgetreten ist. Als der Täufer Johannes aufgetreten ist, sagte er den Leuten, was dann in bedeutungsvollen Worten von dem Christus Jesus später wiederholt worden ist: «Ändert eure Gesinnung, die Reiche der Himmel sind nahe.»
[ 18 ] Was bedeutet das? Wir verstehen, was das heißt, wenn wir uns erinnern, daß die Menschen, indem sie sich von Verkörperung zu Verkörperung entwickelt haben, verschiedene Eigenschaften ihrer Seele durchgemacht haben. In alten Zeiten unserer Vergangenheit haben die Menschen noch nicht die Eigenschaften und Seelenfähigkeiten gehabt, die sie heute haben. Es war für alle Menschen in alten Zeiten möglich, dumpfes, dämmerhaftes, traumhaftes Hellsehen zu entwikkeln, hineinzuschauen in die geistige Welt. Es gab für alle Menschen die Möglichkeit, nicht nur das Physische zu sehen, sondern hineinzuschauen in die geistige Welt. Aber die Menschen hatten - in jener Zeit, als dieses Hellsehen allgemein war — noch nicht etwas, was sie heute haben: das klar entwickelte Selbstbewußtsein. Die Menschen konnten damals noch nicht zu sich in klarer Weise «Ich bin» sagen. Das Feststehen im Zentrum des Inneren konnte nur dadurch errungen werden, daß für eine Weile das alte Hellsehen verschwand. Die Menschen mußten gleichsam das Abgeschlossensein von der geistigen Welt in Kauf nehmen, um hier auf dem physischen Plan ein deutliches Selbstbewußtsein zu entwickeln. Später wird sich wiederum dieses Hellsehen zusammen mit dem Selbstbewußtsein entwickeln, so daß die beiden Eigenschaften zusammen wieder auftreten und die Menschen sie wieder haben werden. Wir können also zurückblicken in eine Zeit ferner Vergangenheit. Da war es für die Menschen wenigstens für gewisse Zeiten so, wenn sie unaufmerksam waren auf das Physische, wenn sie die Augen schlossen und vom Physischen abwandten, und die Ohren unaufmerksam ließen für die Töne, daß sie dann in die geistige Welt hineinsahen und eine unmittelbare Überzeugung von dem Dasein der geistigen Welt gewinnen konnten. Diese Eigenschaften schwanden, dafür aber kam immer mehr die Fähigkeit des Denkens, die Fähigkeit des Selbstbewußtseins, des Schlüsseziehens, des selbständigen Urteilens, das was unser heutiges Tagesbewußtsein ausmacht. Der Zeitpunkt kann ungefähr angegeben werden, wann es nach und nach eintrat, daß die alten hellseherischen Fähigkeiten vollständig aus den Menschheitsfähigkeiten verschwanden. Vor dem Jahre 3101 ungefähr waren auf unserem Erdenrund fast noch alle Menschen mit dämmerhaftem Hellsehen begabt. Dann, von diesem Jahre an, nahm es immer mehr und mehr ab, wurde immer schwächer. Damit aber wuchs das Ich-Bewußtsein, das Selbstbewußtsein, das Urteilen, das Schließen, das selbstbewußte Denken heran. Es wurde also gleichsam das Licht der Geistigkeit dunkel, und dasjenige, was des Menschen Ich ist, das dämmerte auf, das wurde heller und immer heller. Im Inneren wurde es heller, aber in der Geistigkeit wurde es dunkler. In diesem Jahre beginnt das, was die orientalische Philosophie das Kali Yuga nennt, das dunkle, schwarze Zeitalter. Da war etwas, was sozusagen zu einer Krisis, zu einer Entscheidung gekommen war in der Zeit, da als Vorläufer der Täufer Johannes und dann der Christus Jesus auftraten. Diese mußten der Menschheit sagen: Ihr müßt jetzt lernen, daß Geistigkeit vorhanden ist, trotzdem ihr mit keinem geistigen Auge die Geistigkeit seht. Ihr müßt lernen, daß die Reiche der Himmel da sind. Ihr müßt es begreifen aus eurem Ich heraus. -— Daher mußte der Christus sich in einen physischen Leib hinein verkörpern, denn nur auf dem physischen Plan konnte das Selbstbewußtsein während des Kali Yuga die Geistigkeit wahrnehmen.
[ 18 ] Was bedeutet das? Wir verstehen, was das heißt, wenn wir uns erinnern, daß die Menschen, indem sie sich von Verkörperung zu Verkörperung entwickelt haben, verschiedene Eigenschaften ihrer Seele durchgemacht haben. In alten Zeiten unserer Vergangenheit haben die Menschen noch nicht die Eigenschaften und Seelenfähigkeiten gehabt, die sie heute haben. Es war für alle Menschen in alten Zeiten möglich, dumpfes, dämmerhaftes, traumhaftes Hellsehen zu entwikkeln, hineinzuschauen in die geistige Welt. Es gab für alle Menschen die Möglichkeit, nicht nur das Physische zu sehen, sondern hineinzuschauen in die geistige Welt. Aber die Menschen hatten - in jener Zeit, als dieses Hellsehen allgemein war — noch nicht etwas, was sie heute haben: das klar entwickelte Selbstbewußtsein. Die Menschen konnten damals noch nicht zu sich in klarer Weise «Ich bin» sagen. Das Feststehen im Zentrum des Inneren konnte nur dadurch errungen werden, daß für eine Weile das alte Hellsehen verschwand. Die Menschen mußten gleichsam das Abgeschlossensein von der geistigen Welt in Kauf nehmen, um hier auf dem physischen Plan ein deutliches Selbstbewußtsein zu entwickeln. Später wird sich wiederum dieses Hellsehen zusammen mit dem Selbstbewußtsein entwickeln, so daß die beiden Eigenschaften zusammen wieder auftreten und die Menschen sie wieder haben werden. Wir können also zurückblicken in eine Zeit ferner Vergangenheit. Da war es für die Menschen wenigstens für gewisse Zeiten so, wenn sie unaufmerksam waren auf das Physische, wenn sie die Augen schlossen und vom Physischen abwandten, und die Ohren unaufmerksam ließen für die Töne, daß sie dann in die geistige Welt hineinsahen und eine unmittelbare Überzeugung von dem Dasein der geistigen Welt gewinnen konnten. Diese Eigenschaften schwanden, dafür aber kam immer mehr die Fähigkeit des Denkens, die Fähigkeit des Selbstbewußtseins, des Schlüsseziehens, des selbständigen Urteilens, das was unser heutiges Tagesbewußtsein ausmacht. Der Zeitpunkt kann ungefähr angegeben werden, wann es nach und nach eintrat, daß die alten hellseherischen Fähigkeiten vollständig aus den Menschheitsfähigkeiten verschwanden. Vor dem Jahre 3101 ungefähr waren auf unserem Erdenrund fast noch alle Menschen mit dämmerhaftem Hellsehen begabt. Dann, von diesem Jahre an, nahm es immer mehr und mehr ab, wurde immer schwächer. Damit aber wuchs das Ich-Bewußtsein, das Selbstbewußtsein, das Urteilen, das Schließen, das selbstbewußte Denken heran. Es wurde also gleichsam das Licht der Geistigkeit dunkel, und dasjenige, was des Menschen Ich ist, das dämmerte auf, das wurde heller und immer heller. Im Inneren wurde es heller, aber in der Geistigkeit wurde es dunkler. In diesem Jahre beginnt das, was die orientalische Philosophie das Kali Yuga nennt, das dunkle, schwarze Zeitalter. Da war etwas, was sozusagen zu einer Krisis, zu einer Entscheidung gekommen war in der Zeit, da als Vorläufer der Täufer Johannes und dann der Christus Jesus auftraten. Diese mußten der Menschheit sagen: Ihr müßt jetzt lernen, daß Geistigkeit vorhanden ist, trotzdem ihr mit keinem geistigen Auge die Geistigkeit seht. Ihr müßt lernen, daß die Reiche der Himmel da sind. Ihr müßt es begreifen aus eurem Ich heraus. -— Daher mußte der Christus sich in einen physischen Leib hinein verkörpern, denn nur auf dem physischen Plan konnte das Selbstbewußtsein während des Kali Yuga die Geistigkeit wahrnehmen.
[ 19 ] Damals war eine Übergangszeit. Die alten Fähigkeiten waren dahingeschwunden. Hätten die Menschen dazumal den Ruf des Täufers, des Christus Jesus nicht gehört, dann wären sie auf dieser Stufe in Verfall geraten, nicht weitergekommen. Diejenigen, die diese Stimmen gehört haben, mußten den Gott erkennen, der bis ins Physisch-Fleischliche hineinstieg. Sie haben begriffen, daß die Reiche des Himmels bis ans Ich nahegekommen sind.
[ 19 ] Damals war eine Übergangszeit. Die alten Fähigkeiten waren dahingeschwunden. Hätten die Menschen dazumal den Ruf des Täufers, des Christus Jesus nicht gehört, dann wären sie auf dieser Stufe in Verfall geraten, nicht weitergekommen. Diejenigen, die diese Stimmen gehört haben, mußten den Gott erkennen, der bis ins Physisch-Fleischliche hineinstieg. Sie haben begriffen, daß die Reiche des Himmels bis ans Ich nahegekommen sind.
[ 20 ] Christus war drei Jahre in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth auf der Erde. Das war die Zeit, in der die Menschen nur mit dem physischen Auge sehen konnten, wenn ein Gott zu ihnen herunterstieg.
[ 20 ] Christus war drei Jahre in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth auf der Erde. Das war die Zeit, in der die Menschen nur mit dem physischen Auge sehen konnten, wenn ein Gott zu ihnen herunterstieg.
[ 21 ] Wir leben heute wiederum in einem Übergangszeitalter, in einer Krisis. Ungefähr im Jahre 1899 ist das Kali Yuga abgelaufen gewesen. Und jetzt entwickeln sich in den Menschen, trotzdem die Menschen es nicht wissen, neue Eigenschaften. Auf natürliche Weise entwickeln sich neue Eigenschaften in der menschlichen Seele. Es ist kein Beweis für das Gegenteil, daß so viele Menschen nichts davon wissen. Hundert Jahre nach Christus schrieb noch Tacitus von einer unbekannten Sekte der Christianer; und in Rom erzählte man, nachdem der Christus Jesus siebzig bis achtzig Jahre vorher das Mysterium von Golgatha vollbracht hatte, noch von einer Sekte, die in einer Nebengasse hausen sollte und von einem gewissen Jesus geleitet würde. Es waren aber vor unzähligen Menschen die wichtigsten Ereignisse vorübergegangen. Wenn die Menschen etwas nicht wahrnehmen, ist das kein Beweis dafür, daß dieses Wichtigste, Maßgebendste und Unvergleichlichste nicht da ist. Seit 1899 ungefähr entwickeln sich unbemerkt in den Menschen Fähigkeiten, welche in der Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts, etwa 1933 bis 1937 herauskommen werden. Dann werden bei einer ganzen Reihe von Menschen, weil die Zeit herbeigekommen ist, diese Seelenfähigkeiten auftreten; es werden Fähigkeiten von ätherischem Hellsehen aufkommen. Die werden da sein. Geradeso wie es Menschen mit auf die höchste Spitze getriebenem Ich-Bewußtsein gab, als der Christus Jesus da war, so wird es in unserem Jahrhundert Menschen geben, die nicht nur mit physischem Auge sehen werden, sondern die als natürliche Entwickelung erleben, was aus geistigen Stufen hinunterstrebt, so daß aus ihrer Seele geistig-seelische Fähigkeiten hervortreten, daß sie in das ätherische Dasein hineintreten. Und das Glück dieser Menschen wird sein, die neue Welt zu verstehen, die sie sehen werden. Eines ist wahr und als wahr für unsere Seele wichtig, daß der Christus Jesus gesagt hat: «Ich bin bei euch bis ans Ende unseres Erdenzyklus.» Er ist da. Er ist seit jener Zeit innerhalb unseres Erdenumkreises. Und wenn die geistigen Augen geöffnet sein werden, werden sie ihn sehen, wie Paulus bei dem Ereignis vor Damaskus ihn gesehen hat. Das ist es, was eintreten wird ungefähr 1933, daß er gesehen werden wird als eine ätherische Wesenheit, als eine Wesenheit, die zwar nicht heruntersteigt bis zum physischen Dasein, aber im Atherleibe gesehen werden kann, weil eine gewisse Anzahl Menschen dann hinaufsteigen wird zum Äthersehen. Aber unwissend werden die Menschen sein, wenn sie nicht durch die Geisteswissenschaft vorbereitet sind für das, was sie sehen werden. Deshalb leben wir in einer Übergangszeit, weil wir hineinwachsen in ein neues Sehen.
[ 21 ] Wir leben heute wiederum in einem Übergangszeitalter, in einer Krisis. Ungefähr im Jahre 1899 ist das Kali Yuga abgelaufen gewesen. Und jetzt entwickeln sich in den Menschen, trotzdem die Menschen es nicht wissen, neue Eigenschaften. Auf natürliche Weise entwickeln sich neue Eigenschaften in der menschlichen Seele. Es ist kein Beweis für das Gegenteil, daß so viele Menschen nichts davon wissen. Hundert Jahre nach Christus schrieb noch Tacitus von einer unbekannten Sekte der Christianer; und in Rom erzählte man, nachdem der Christus Jesus siebzig bis achtzig Jahre vorher das Mysterium von Golgatha vollbracht hatte, noch von einer Sekte, die in einer Nebengasse hausen sollte und von einem gewissen Jesus geleitet würde. Es waren aber vor unzähligen Menschen die wichtigsten Ereignisse vorübergegangen. Wenn die Menschen etwas nicht wahrnehmen, ist das kein Beweis dafür, daß dieses Wichtigste, Maßgebendste und Unvergleichlichste nicht da ist. Seit 1899 ungefähr entwickeln sich unbemerkt in den Menschen Fähigkeiten, welche in der Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts, etwa 1933 bis 1937 herauskommen werden. Dann werden bei einer ganzen Reihe von Menschen, weil die Zeit herbeigekommen ist, diese Seelenfähigkeiten auftreten; es werden Fähigkeiten von ätherischem Hellsehen aufkommen. Die werden da sein. Geradeso wie es Menschen mit auf die höchste Spitze getriebenem Ich-Bewußtsein gab, als der Christus Jesus da war, so wird es in unserem Jahrhundert Menschen geben, die nicht nur mit physischem Auge sehen werden, sondern die als natürliche Entwickelung erleben, was aus geistigen Stufen hinunterstrebt, so daß aus ihrer Seele geistig-seelische Fähigkeiten hervortreten, daß sie in das ätherische Dasein hineintreten. Und das Glück dieser Menschen wird sein, die neue Welt zu verstehen, die sie sehen werden. Eines ist wahr und als wahr für unsere Seele wichtig, daß der Christus Jesus gesagt hat: «Ich bin bei euch bis ans Ende unseres Erdenzyklus.» Er ist da. Er ist seit jener Zeit innerhalb unseres Erdenumkreises. Und wenn die geistigen Augen geöffnet sein werden, werden sie ihn sehen, wie Paulus bei dem Ereignis vor Damaskus ihn gesehen hat. Das ist es, was eintreten wird ungefähr 1933, daß er gesehen werden wird als eine ätherische Wesenheit, als eine Wesenheit, die zwar nicht heruntersteigt bis zum physischen Dasein, aber im Atherleibe gesehen werden kann, weil eine gewisse Anzahl Menschen dann hinaufsteigen wird zum Äthersehen. Aber unwissend werden die Menschen sein, wenn sie nicht durch die Geisteswissenschaft vorbereitet sind für das, was sie sehen werden. Deshalb leben wir in einer Übergangszeit, weil wir hineinwachsen in ein neues Sehen.
[ 22 ] Die Geisteswissenschaft hat die verantwortungsvolle Aufgabe, die Menschen auf den großen Moment vorzubereiten, wo der Christus zwar nicht im fleischlichen Leibe erscheinen wird — denn nur einmal war er im fleischlichen Leibe —, aber da ist er, und in der Form wird er wiederkommen, daß diejenigen, deren Augen geöffnet sein werden, ihn sehen werden in der Welt, die nur den hellsichtigen Augen sichtbar ist. Die Menschen werden zu ihm hinaufwachsen. Das wird das Wiederkommen des Christus sein: ein Hinaufwachsen von Menschen in die Sphäre, in welcher der Christus ist. Aber unverständig würden sie dastehen, wenn sie nicht durch die Geisteswissenschaft auf diesen großen Moment vorbereitet würden. Diese Vorbereitung muß eine ernste sein, denn sie ist verantwortungsvoll. Die Menschheit ist darauf vorzubereiten, daß mehr gesehen werden wird, als was bisher gesehen worden ist, wenn die Menschen diese Fähigkeit nicht in die Finsternis hineinführen und zum Verdorren bringen. Denn so könnte es auch geschehen, daß das ganze 20. Jahrhundert vorbeigehen würde, ohne die Erfüllung dieses Zieles zu bringen. Die verantwortungsvolle Aufgabe haben wir, daß wir durch die Geisteswissenschaft die Menschen auf den großen Moment vorbereiten. Aber wir haben die Menschen spirituell vorzubereiten, ihnen begreiflich zu machen, daß nur der Geist dem Christus begegnen wird mit dem geöffneten geistigen Auge. Ein materialistischer Sinn könnte glauben, daß der Christus wiederum in einem fleischlichen Leibe erscheinen würde. Das würde aber nicht spiritualistisch sein, sondern materialistisch. Wenn wir Menschen das glauben würden, so würden wir nicht den Willen haben, uns bis zu seinem Geist hinaufzuarbeiten. Deshalb werden sich in der Zeit gerade gewisse Prophezeiungen aus der Apokalypse erfüllen. Rechnend und bauend auf den materialistischen Geist werden Individuen im physischen Leibe auftreten, die dann sagen werden, sie seien der verkörperte Christus. Und zum Opfer werden ihnen die fallen, welche nicht durch die Geisteswissenschaft zur richtigen Erkenntnis geführt sind, denn groß wird die Maja und ungeheuerlich die Möglichkeit der Selbsttäuschung sein. Die Versuchungen werden ins Riesengroße wachsen. Nur eine sich ihrer Verantwortlichkeit bewußte Geist-Erkenntnis wird die Menschen zum Verständnis dessen bringen, was da geschehen soll.
[ 22 ] Die Geisteswissenschaft hat die verantwortungsvolle Aufgabe, die Menschen auf den großen Moment vorzubereiten, wo der Christus zwar nicht im fleischlichen Leibe erscheinen wird — denn nur einmal war er im fleischlichen Leibe —, aber da ist er, und in der Form wird er wiederkommen, daß diejenigen, deren Augen geöffnet sein werden, ihn sehen werden in der Welt, die nur den hellsichtigen Augen sichtbar ist. Die Menschen werden zu ihm hinaufwachsen. Das wird das Wiederkommen des Christus sein: ein Hinaufwachsen von Menschen in die Sphäre, in welcher der Christus ist. Aber unverständig würden sie dastehen, wenn sie nicht durch die Geisteswissenschaft auf diesen großen Moment vorbereitet würden. Diese Vorbereitung muß eine ernste sein, denn sie ist verantwortungsvoll. Die Menschheit ist darauf vorzubereiten, daß mehr gesehen werden wird, als was bisher gesehen worden ist, wenn die Menschen diese Fähigkeit nicht in die Finsternis hineinführen und zum Verdorren bringen. Denn so könnte es auch geschehen, daß das ganze 20. Jahrhundert vorbeigehen würde, ohne die Erfüllung dieses Zieles zu bringen. Die verantwortungsvolle Aufgabe haben wir, daß wir durch die Geisteswissenschaft die Menschen auf den großen Moment vorbereiten. Aber wir haben die Menschen spirituell vorzubereiten, ihnen begreiflich zu machen, daß nur der Geist dem Christus begegnen wird mit dem geöffneten geistigen Auge. Ein materialistischer Sinn könnte glauben, daß der Christus wiederum in einem fleischlichen Leibe erscheinen würde. Das würde aber nicht spiritualistisch sein, sondern materialistisch. Wenn wir Menschen das glauben würden, so würden wir nicht den Willen haben, uns bis zu seinem Geist hinaufzuarbeiten. Deshalb werden sich in der Zeit gerade gewisse Prophezeiungen aus der Apokalypse erfüllen. Rechnend und bauend auf den materialistischen Geist werden Individuen im physischen Leibe auftreten, die dann sagen werden, sie seien der verkörperte Christus. Und zum Opfer werden ihnen die fallen, welche nicht durch die Geisteswissenschaft zur richtigen Erkenntnis geführt sind, denn groß wird die Maja und ungeheuerlich die Möglichkeit der Selbsttäuschung sein. Die Versuchungen werden ins Riesengroße wachsen. Nur eine sich ihrer Verantwortlichkeit bewußte Geist-Erkenntnis wird die Menschen zum Verständnis dessen bringen, was da geschehen soll.
[ 23 ] Das waren Betrachtungen, die zeigen sollten, wie Spiritualität durch die Geisteswissenschaft in der einzelnen Menschenseele wirken soll, und daß Geist-Erkenntnis eine Zeitaufgabe ist, weil wir auch von den heutigen Zeiten sagen können: Es steht uns Wichtigstes bevor. Aber weil auch Wichtigstes in der Finsternis von der Menschheit ganz übersehen werden könnte, weil der große Augenblick vorübergehen könnte, ohne daß die Menschen ihn sehen, deshalb muß Geisteswissenschaft in richtiger Weise wirken. Das mit unserem Geiste durchdringen, was uns von der Geist-Erforschung übermittelt wird, das wird in jedem Zweige die Spiritualität geben, welche wir brauchen, um unsere eigene Seele immer höher zu entwickeln, um der Menschheit immer höhere und höhere Dienste zu leisten.
[ 23 ] Das waren Betrachtungen, die zeigen sollten, wie Spiritualität durch die Geisteswissenschaft in der einzelnen Menschenseele wirken soll, und daß Geist-Erkenntnis eine Zeitaufgabe ist, weil wir auch von den heutigen Zeiten sagen können: Es steht uns Wichtigstes bevor. Aber weil auch Wichtigstes in der Finsternis von der Menschheit ganz übersehen werden könnte, weil der große Augenblick vorübergehen könnte, ohne daß die Menschen ihn sehen, deshalb muß Geisteswissenschaft in richtiger Weise wirken. Das mit unserem Geiste durchdringen, was uns von der Geist-Erforschung übermittelt wird, das wird in jedem Zweige die Spiritualität geben, welche wir brauchen, um unsere eigene Seele immer höher zu entwickeln, um der Menschheit immer höhere und höhere Dienste zu leisten.
[ 24 ] Versuchen wir öfters nachzudenken, daß, wie für die Zeit Christi, so auch für unsere Zeit das Wort gilt: Ändert den Sinn, denn die Zeiten sind nahe herbeigekommen. — Hat es damals geheißen «die Reiche der Himmel sind nahe», dann müssen wir heute prophetisch in die nächste Zukunft hineinblickend sagen: Denn das Menschen-Ich ist nahe den Reichen der Himmel. — Bereiten wir uns vor durch richtige Geisteswissenschaft, daß wir würdig hineintreten in das Reich, das uns fordert. Und wir selber können nur gedeihen, wenn wir den Weg finden zu den Reichen der Himmel. Wenn wir das, was wir auf Erden als Erlebnisse haben, verarbeiten und wieder das, was wir erleben im höheren geistigen Dasein, erstehen lassen, es darbringen als ein großes Opfer am Altar des göttlichen Daseins, dann erfüllen wir in Würde unsere Bestimmung als Mensch im vollsten Maße. Lassen Sie das, was Sie hier arbeiten, durchdrungen sein sowohl von dem Geiste des Novalis wie von dem Geiste der Geisteswissenschaft selber, der vor unsere Seele getreten ist, und Sie werden sehen, daß Ihre Arbeit im guten Sinne verlaufen wird. Denn wenn unsere Arbeit von solcher Gesinnung durchdrungen ist, dann fließt, während wir in unseren Zweigen versammelt sind, dasjenige ein, was wir das Licht der Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen nennen. Wir sind niemals ohne die Hilfe dieser vorgerückten Individualitäten, wenn wir in richtiger Gesinnung in einem unserer Zweige vereinigt sind. Solcher Geist vereinige Sie! Solcher Geist, der zu gleicher Zeit der Geist der Meister der Weisheit ist, durchseele Sie! Wirken Sie in diesem Geiste, und Ihre Arbeit wird ein Teil der großen geisteswissenschaftlichen Arbeit sein, Ihr Wirken wird ein Teil der Gesinnung sein, die durch den ganzen Erdkreis gehen soll.
[ 24 ] Versuchen wir öfters nachzudenken, daß, wie für die Zeit Christi, so auch für unsere Zeit das Wort gilt: Ändert den Sinn, denn die Zeiten sind nahe herbeigekommen. — Hat es damals geheißen «die Reiche der Himmel sind nahe», dann müssen wir heute prophetisch in die nächste Zukunft hineinblickend sagen: Denn das Menschen-Ich ist nahe den Reichen der Himmel. — Bereiten wir uns vor durch richtige Geisteswissenschaft, daß wir würdig hineintreten in das Reich, das uns fordert. Und wir selber können nur gedeihen, wenn wir den Weg finden zu den Reichen der Himmel. Wenn wir das, was wir auf Erden als Erlebnisse haben, verarbeiten und wieder das, was wir erleben im höheren geistigen Dasein, erstehen lassen, es darbringen als ein großes Opfer am Altar des göttlichen Daseins, dann erfüllen wir in Würde unsere Bestimmung als Mensch im vollsten Maße. Lassen Sie das, was Sie hier arbeiten, durchdrungen sein sowohl von dem Geiste des Novalis wie von dem Geiste der Geisteswissenschaft selber, der vor unsere Seele getreten ist, und Sie werden sehen, daß Ihre Arbeit im guten Sinne verlaufen wird. Denn wenn unsere Arbeit von solcher Gesinnung durchdrungen ist, dann fließt, während wir in unseren Zweigen versammelt sind, dasjenige ein, was wir das Licht der Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen nennen. Wir sind niemals ohne die Hilfe dieser vorgerückten Individualitäten, wenn wir in richtiger Gesinnung in einem unserer Zweige vereinigt sind. Solcher Geist vereinige Sie! Solcher Geist, der zu gleicher Zeit der Geist der Meister der Weisheit ist, durchseele Sie! Wirken Sie in diesem Geiste, und Ihre Arbeit wird ein Teil der großen geisteswissenschaftlichen Arbeit sein, Ihr Wirken wird ein Teil der Gesinnung sein, die durch den ganzen Erdkreis gehen soll.
