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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

27 April 1913, Düsseldorf

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17. Über den Verkehr mit den Toten

17. On Communicating with the Dead

[ 1 ] (Hörernotizen)

[ 1 ] (Lecture notes)

[ 2 ] Das Verhältnis des Lebens zum Tode wird häufig mißverstanden. Man findet oft in theosophischen Schriften die Bemerkung, daß das menschliche Seelen- und Geisteswesen vollständig verschwinden könne. Es wird zum Beispiel gesagt, daß durch ein gewisses Quantum von Bösem, das die Menschenseele auf sich lädt, diese Menschenseele im Laufe der Evolution verschwinden könne. Insbesondere wird oft betont, als ob Schwarzmagier, die viel Böses getrieben haben, geradezu einmal in ihrem Dasein ausgelöscht würden.

[ 2 ] The relationship between life and death is often misunderstood. One frequently finds in theosophical writings the observation that the human soul and spirit can disappear completely. For example, it is said that due to a certain amount of evil that the human soul accumulates, that soul may disappear in the course of evolution. In particular, it is often emphasized as if black magicians who have committed much evil were virtually wiped out in this very existence.

[ 3 ] Diejenigen, die länger schon teilnehmen an unseren Bestrebungen, die wissen, daß ich mich immer gewandt habe gegen solche Behauptungen. Denn das müssen wir vor allen Dingen voll festhalten, daß alles, was wir als T'od bezeichnen hier in der physischen Welt, gar keine Bedeutung hat für die übersinnliche Welt; schon nicht für die Welt, die als die nächste übersinnliche Welt an die unsere angrenzt. Ich möchte auch hier von einem gewissen Gesichtspunkte her auf diese Tatsache aufmerksam machen.

[ 3 ] Those who have long been involved in our endeavors know that I have always opposed such claims. For we must, above all, firmly hold fast to the fact that everything we call “death” here in the physical world has no significance whatsoever for the supersensible world; certainly not for the world that, as the nearest supersensible world, borders on our own. I would also like to draw attention to this fact from a certain point of view.

[ 4 ] Die Wissenschaft, die sich hier in der physischen Welt mit den physischen Dingen befaßt, kommt zu allerlei Gesetzen, zu allerlei Daseinszusammenhängen innerhalb dieser physischen Welt. Dasjenige, was man mit diesen Gesetzen an den Wesenheiten und an den Erscheinungen, die uns umgeben, finden kann, ist doch nichts anderes als die Gesetzmäßigkeit der äußeren Sinneswirklichkeit. Wenn wir zum Beispiel eine Blume mit den gewöhnlichen wissenschaftlichen Hilfsmitteln untersuchen, so lernen wir die physischchemischen Gesetze erkennen, die in der Pflanze tätig sind. Es bleibt aber immer etwas übrig, was sich der Wissenschaft entzieht, das ist das Leben selbst. Gewiß, in der letzten Zeit haben sich auch einzelne besonders phantasievolle Wissenschafter darauf verlegt, allerlei Hypothesen aufzustellen, wie etwa das pflanzliche Leben begriffen werden könnte aus den bloß leblosen Substanzen. Das alles wird aber sehr bald wieder als ein Irrtum erkannt werden, denn in der physischen Wissenschaft bleibt es nur ein Ideal, das Leben zu erfassen. Man lernt immer mehr und mehr die chemischen Gesetze und so weiter kennen, nicht aber das Leben selbst. So ist für die physischen Erkenntniskräfte das Leben zu erforschen zwat ein Ideal, aber mit diesen Erkenntniskräften wird man das Leben nicht erforschen, weil es etwas ist, was aus der überphysischen Welt hereinströmt in die physische Welt und innerhalb dieser Welt seine eigene Gesetzmäßigkeit nicht enthüllen kann.

[ 4 ] The science that deals here in the physical world with physical things arrives at all sorts of laws, at all sorts of interrelationships within this physical world. What one can discover through these laws regarding the entities and phenomena that surround us is, after all, nothing other than the regularity of external sensory reality. If, for example, we examine a flower using ordinary scientific methods, we come to recognize the physical-chemical laws at work within the plant. But there is always something left over that eludes science, and that is life itself. Certainly, in recent times, a few particularly imaginative scientists have devoted themselves to formulating all sorts of hypotheses about how plant life might be understood in terms of mere inanimate substances. But all of this will very soon be recognized as a mistake, for in physical science, grasping life remains merely an ideal. We are learning more and more about the laws of chemistry and so on, but not about life itself. Thus, for the physical powers of cognition, the exploration of life is indeed an ideal, but with these powers of cognition, life cannot be explored, because it is something that flows in from the superphysical world into the physical world and cannot reveal its own laws within this world.

[ 5 ] Geradeso nun, wie es sich mit dem Leben verhält für die physische Welt, so verhält es sich mit dem Tode für die übersinnliche Welt, nur dort mit Bezug auf den Willen. Kein Willensakt, kein Willensimpuls kann in den übersinnlichen Welten jemals zu demjenigen führen, was wir hier in der physischen Welt als den Tod kennen. In allen übersinnlichen Welten kann höchstens entstehen die Sehnsucht nach dem Tode, nie aber kann der Tod in den übersinnlichen Welten eintreten. Es gibt keinen Tod in der überphysischen Welt. Besonders ergreifend ist das für die Menschenseele, wenn man unmittelbar erfaßt: Ja, dann können ja im Grunde genommen alle Wesenheiten der höheren Hierarchien niemals den Tod kennen, wenn der Tod etwas ist, was nur auf der Erde erfahren werden kann. Und so, wie es mit Recht in der biblischen Urkunde heißt, daß die Engel ihr Antlitz verhüllen vor den Geheimnissen der physischen Geburt, so ist es auch richtig, zu sagen, daß die Engel ihr Antlitz verhüllen vor den Geheimnissen des Todes. Und die Wesenheit, die wir als den bedeutsamsten Impulsator der Erdenentwickelung kennen, die Christus-Wesenheit, die sollte als einzige Wesenheit in den göttlichen Welten diejenige sein, die den Tod kennenlernt. Alle anderen göttlich-geistigen Wesenheiten kennen den Tod nicht, sie kennen ihn nur als eine Veränderung aus einer Form in die andere. Dazu mußte der Christus auf die Erde herabsteigen, um den Tod durchzumachen. So daß von allen überphysischen Wesenheiten über den Menschen hinauf der Christus das einzige Wesen ist, das mit dem Tode Bekanntschaft gemacht hat in eigenem Erlebnis. Wie gesagt, wenn man dieses Todeserlebnisproblem im Zusammenhang mit dem Christus betrachtet, da wirkt es besonders erschütternd.

[ 5 ] Just as life relates to the physical world, so does death relate to the supersensible world—only there in relation to the will. No act of will, no impulse of will can ever lead in the supersensible worlds to what we know here in the physical world as death. In all supersensible worlds, at most a longing for death may arise, but death can never occur in the supersensible worlds. There is no death in the supersensible world. This is particularly poignant for the human soul when one immediately grasps: Yes, then, in essence, all beings of the higher hierarchies can never know death, if death is something that can only be experienced on Earth. And just as the biblical text rightly states that the angels veil their faces from the mysteries of physical birth, so it is also correct to say that the angels veil their faces from the mysteries of death. And the being we know as the most significant impeller of Earth’s development, the Christ-being, should be the only being in the divine worlds to come to know death. All other divine-spiritual beings do not know death; they know it only as a transition from one form to another. For this, the Christ had to descend to Earth to undergo death. Thus, of all the superphysical beings above the human being, the Christ is the only being who has become acquainted with death through his own experience. As I said, when one considers this problem of the experience of death in connection with the Christ, it has a particularly profound effect.

[ 6 ] Nun ist es tatsächlich so, daß der Mensch selbst ja in dieser übersinnlichen Welt, wo es keinen Tod gibt, lebt, wenn er durch die Pforte des Todes durchgegangen ist. Er kann hier durchgehen, aber er kann sich nicht auslöschen, denn er wird dann aufgenommen in Welten, in denen es eine Vernichtung nicht geben kann.

[ 6 ] In fact, it is true that human beings themselves live in this supersensible world, where there is no death, once they have passed through the gate of death. They can pass through here, but they cannot be annihilated, for they are then received into worlds where annihilation cannot exist.

[ 7 ] Das, was man als ähnlich mit dem Tode in der überphysischen Welt betrachten kann, ist etwas ganz anderes als der Tod. Es ist das, was man, wenn man menschliche Worte anwenden will, bezeichnen muß mit dem Worte Einsamkeit. Und nie kann der Tod die Austilgung von irgend etwas sein, was in der überphysischen Welt eintritt, wohl aber tritt Einsamkeit auf. — Die Einsamkeit in der übersinnlichen Welt ist wie der Tod hier; sie ist keine Vernichtung, aber sie ist schlimmer als die Einsamkeit hier. Es ist ein Zurückblicken auf die eigene Wesenheit. Und was das heißt, das merkt man erst, wenn es eintritt, dieses Nichtswissen als nur von sich selbst.

[ 7 ] What can be regarded as analogous to death in the supraphysical world is something entirely different from death. It is what, if one wishes to use human terms, must be described with the word “loneliness.” And death can never be the annihilation of anything that occurs in the superphysical world, but loneliness does occur. — Solitude in the supersensible world is like death here; it is not annihilation, but it is worse than solitude here. It is a looking back upon one’s own being. And what that means, one realizes only when it occurs—this state of knowing nothing but oneself.

[ 8 ] Nehmen wir zum Beispiel ein Menschenwesen, welches hier auf der Erde wenig entwickelt hat von dem, was man Sympathie für andere Menschen nennen kann, welches im wesentlichen nur sich selbst gelebt hat. Ein solches Wesen findet Schwierigkeiten, wenn es durch die Pforte des Todes gegangen ist, vor allen Dingen andere Menschenwesen kennenzulernen. Ein solches Wesen kann in der überphysischen Welt mit anderen Wesen zusammenleben, aber nichts von diesen anderen Wesen bemerken. Es ist nur ausgefüllt von seinem eigenen Seeleninhalt; es sieht nur, was es in sich selbst erlebt. Der Fall kann eintreten, daß ein Mensch, der sich ferne gehalten hat aus übertriebenem Egoismus von jeglicher Menschenliebe hier auf Erden, daß der durch die Pforte des Todes geht und dann nur zu leben hat nach dem Tode in der Erinnerung an sein letztes Erdenleben; daß er keine neuen Erlebnisse haben kann, weil er kein Wesen kennt, mit keinem Wesen zusammenkommt und ganz auf sich angewiesen ist. Denn durch unsere Wesenheit als Mensch bereiten wir uns in der Tat dazu vor, nach dem Tode eine ganz besondere Welt für uns zu haben.

[ 8 ] Take, for example, a human being who, while here on Earth, has developed little of what might be called sympathy for other people, and who has essentially lived only for himself. Once such a being has passed through the gate of death, he finds it difficult, above all, to get to know other human beings. Such a being can live together with other beings in the supersensible world, but notice nothing of these other beings. It is filled only with the contents of its own soul; it sees only what it experiences within itself. It may happen that a person who, out of excessive selfishness, has kept aloof from all human love here on earth, passes through the gate of death and then has nothing to live on after death but the memory of their last earthly life; that they cannot have new experiences because they know no other beings, come into contact with no other beings, and are entirely dependent on themselves. For through our very nature as human beings, we are in fact preparing ourselves to have a very special world of our own after death.

[ 9 ] Hier auf der Erde kennen wir, da wir nicht von der Wissenschaft belehrt werden — denn die kann uns ja nur belehren über das, was der Mensch nicht mehr ist, da sie ja nur den Leichnam kennt -, hier kennt sozusagen der Mensch sich selbst eigentlich nicht. Das Gehirn denkt, aber es kann sich nicht selbst denken. Einen Teil von uns sehen wir; etwas mehr davon noch, wenn wir in den Spiegel schauen; aber das ist ja nur die Außenseite. Der Mensch lebt hier nicht in sich, er lebt mit der äußeren Welt, die auf seine Sinne wirkt. Durch uns selbst, durch das, was wir hier erleben können, bereiten wir uns vor, daß wir selbst in den Makrokosmos uns ausbreiten, selbst zum Makrokosmos werden, zu dem werden, was wir hier sehen. Hier sehen wir den Mond. Dann, im nachtodlichen Leben breiten wir uns so aus, daß wir der Mond sind, wie wir jetzt unser Hirn sind. Wir breiten uns aus zum Saturn so, daß wir Saturn sind, wie wir jetzt unsere Milz sind. Der Mensch wird Makrokosmos. Wenn die Seele den Leib verlassen hat, breitet sie sich aus über das ganze Planetensystem, so daß alle Menschen zugleich denselben Raum erfüllen; sie stecken ineinander, aber sie wissen nichts voneinander. Die geistigen Beziehungen erst machen es aus, daß man voneinander weiß. Dazu bereiten wir uns schon vor durch unser Leben hier auf Erden, daß wir uns ausbreiten über die ganze Welt, die wir hier in ihrem sinnlichen Abglanz sehen. Aber was ist dann unsere Welt?

[ 9 ] Here on Earth, since we are not taught by science—for science can only teach us about what a human being is no longer, since it knows only the corpse—here, so to speak, a human being does not actually know himself. The brain thinks, but it cannot think of itself. We see a part of ourselves; a little more of it when we look in the mirror; but that is, after all, only the outer side. Here, human beings do not live within themselves; they live with the outer world, which acts upon their senses. Through ourselves, through what we can experience here, we prepare ourselves to expand into the macrocosm, to become the macrocosm ourselves, to become what we see here. Here we see the moon. Then, in the life after death, we expand in such a way that we are the moon, just as we are now our brain. We expand to become Saturn in such a way that we are Saturn, just as we are now our spleen. The human being becomes the macrocosm. When the soul has left the body, it spreads out over the entire planetary system, so that all human beings simultaneously fill the same space; they are intertwined, but they know nothing of one another. It is the spiritual relationships alone that make it possible for us to know one another. We are already preparing for this through our life here on Earth, so that we may expand across the entire world, which we see here in its sensory reflection. But what, then, is our world?

[ 10 ] Wie jetzt unsere Welt bei Tage ist: Berge und Flüsse, Bäume, Tiere, Mineralien, wie jetzt also diese Welt um uns ist und wir in dieser Welt leben, so stecken wir dann in unserer Welt drinnen, und diese Welt ist unser Organismus. Das sind unsere einzelnen Organe. Und unsere Welt sind wir selbst. Wir schauen uns von der Umwelt an. Das beginnt ja schon unmittelbar nach dem Tode im Ätherleibe. Da haben wir das Tableau unseres eigenen Lebens vor uns. Würde der Mensch hier nicht Verhältnisse anknüpfen zu anderen Wesenheiten, vor allen Dingen zu anderen Menschen, und, wie es jetzt immer mehr und mehr durch die Geisteswissenschaft geschehen soll, zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien, so würde das eintreten, daß er zwischen Tod und neuer Geburt nichts zu tun hätte, als nur fortwährend sich selbst anzuschauen. Und, ich sage es nicht, um eine Trivialität zu sagen, sondern ich sage es, weil die scheinbare Trivialität hier ein Erschütterndes ist: das ist nicht gerade ein begehrenswerter Anblick, durch viele Jahrhunderte nur sich selbst zu betrachten. Denn eine Welt für uns sind wir dann selbst. Das aber, was uns dieses unser Selbst zu einer weiteren Welt erweitert, das sind die Verhältnisse, die wir hier auf Erden angeknüpft haben. Dazu ist das Erdenleben da, daß wir Beziehungen und Verhältnisse entwickeln, die sich dann fortsetzen über den Tod hinaus. Denn alles das, was uns in der geistigen Welt zu einem geselligen Wesen macht, müssen wir hier anknüpfen. Als Qual erlebt der Mensch in der geistigen Welt die Furcht vor der Einsamkeit. Und diese Furcht kann uns in einem gewissen Sinne immer wiederum befallen, denn wir machen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gleichsam verschiedene Stadien durch, innerhalb welcher wir, wenn wir auch für den vorhergehenden Zustand uns eine gewisse Geselligkeit angeeignet haben, im nächsten Zustand wieder in Einsamkeit verfallen können. Die nächste Zeit nach dem Tode ist ja in der Tat so, daß wir eigentlich nur mit denjenigen gute Beziehungen haben können, die auf der Erde hier zurückgeblieben sind oder die etwa in einer Zeit, die nicht ferne von unserer Sterbezeit liegt, gestorben sind. Die allernächsten Beziehungen wirken da über den Tod hinüber. Und in bezug darauf kann ja gerade von denjenigen, die hier zurückgeblieben sind, von den sogenannten Lebenden, vieles gewirkt werden; denn der Zurückbleibende kann, weil Beziehungen zwischen ihm und dem Toten bestehen, diesem Toten Kunde geben von der physischen Welt aus, Kunde geben von seinen eigenen Erkenntnissen über die geistige Welt. Das ist vor allem möglich durch das Vorlesen für die Toten. Wir können einem Toten den größten Dienst erweisen, wenn wir uns hinsetzen, das Bild des Toten vor unserer Seele, und ihm leise ein geisteswissenschaftliches Buch vorlesen, ihn unterrichten. Man kann ihm auch seine eigenen Gedanken, die man in sich aufgenommen hat, zutragen; immer sich das Bild des Toten recht lebhaft vorstellend. Wir dürfen nicht geizen mit dieser Sache; dadurch überbrücken wir den Abgrund, der uns von unseren Toten trennt. Nicht nur in den extremsten Fällen, sondern in jedem Fall können wir den Toten Gutes tun. Das ist ein tröstliches Gefühl, das den Schmerz lindern kann über das Ableben eines Menschen, den man liebt.

[ 10 ] Just as our world is now during the day—with mountains and rivers, trees, animals, and minerals—just as this world surrounds us and we live within it, so too are we then immersed in our own world, and this world is our organism. These are our individual organs. And our world is ourselves. We observe ourselves from the perspective of our surroundings. This begins immediately after death in the etheric body. There we have the tableau of our own life before us. If the human being were not to establish connections here with other beings—above all with other human beings, and, as is now increasingly to be achieved through Spiritual Science, with the beings of the higher hierarchies—then what would happen is that between death and new birth he would have nothing to do but constantly look at himself. And I say this not to state a triviality, but because the apparent triviality here is something deeply unsettling: it is not exactly a desirable sight to spend many centuries merely gazing at oneself. For we ourselves then become a world unto ourselves. But what expands this self of ours into a wider world are the relationships we have established here on earth. That is what earthly life is for: to develop relationships and connections that then continue beyond death. For everything that makes us a social being in the spiritual world, we must establish here. In the spiritual world, human beings experience the fear of loneliness as a torment. And this fear can, in a certain sense, always befall us again, for between death and a new birth we pass through various stages, so to speak, within which—even if we have acquired a certain sociability in the preceding state—we can fall back into loneliness in the next state. The period immediately following death is indeed such that we can actually only have good relationships with those who have remained here on Earth or who have died at a time not far removed from our own time of death. The closest relationships extend across death. And in this regard, much can indeed be accomplished by those who have remained here, by the so-called living; for the one who remains behind, because relationships exist between him and the deceased, can convey news to this deceased from the physical world, convey news of his own insights into the spiritual world. This is possible above all through reading aloud to the dead. We can render the greatest service to a deceased person when we sit down, with the mental image of the deceased before our soul, and quietly read a book from Spiritual Science to them, instructing them. One can also convey to them one’s own thoughts, which one has taken in, always vividly imagining the mental image of the deceased. We must not be stingy with this; in doing so, we bridge the chasm that separates us from our dead. Not only in the most extreme cases, but in every case, we can do good for the dead. This is a comforting feeling that can ease the pain of the passing of a loved one.

[ 11 ] Nun, meine lieben Freunde, je mehr wir in die übersinnliche Welt kommen, desto mehr hören die Einzelheiten auf. In der astralischen Welt finden wir noch einzelne Beziehungen; aber je höher wir kommen, finden wir, daß dasjenige, was zwischen den einzelnen \Wesenheiten ist, aufhört. Da sind alles Wesenheiten; die Beziehungen dazwischen sind die seelischen Beziehungen, und wir müssen auch diese Beziehungen haben, wenn wir nicht einsam sein sollen. Das aber ist die Mission der Erde, daß der Mensch hier die Beziehungen knüpfen kann, sonst bleibt er einsam in der geistigen Welt. Für die nächste Zeit nach dem Tode sind es verwandtschaftliche, freundschaftliche Beziehungen, die wir hier angeknüpft haben im Zusammenleben mit anderen Menschen, die sich fortsetzen über den Tod hinaus und die unsere Welt ausmachen. Man kann zum Beispiel, wenn man mit Seherblicken erforscht die Welt, in der die Toten weilen, einen solchen Toten zusammen finden mit denen, die er hier auf Erden verfolgen kann. Bei vielen Menschen der Gegenwart sieht man dann, wie sie mit den unmittelbar Gestorbenen, den zehn Jahre vorher oder nachher Gestorbenen leben. Man sieht dann, wie viele zusammenleben mit einer Anzahl von Ahnen, mit denen sie blutsverwandt waren. Das ist ein Anblick, der sich dem Seher oft darbietet. Seit Jahrhunderten verstorbene Ahnen, an die schließt der Verstorbene sich an. Das ist aber nur eine gewisse Zeit hindurch. Nachher würde sich der Mensch aber wieder ungeheuer einsam fühlen, wenn nicht andere Beziehungen walteten, die zwar ferner sind, die aber trotzdem den Menschen vorbereiten, in der geistigen Welt ein geselliges Wesen zu sein. Innerhalb unserer Bewegung haben wir ja in dieser Beziehung einen Grundsatz, der aus einer kosmischen Aufgabe entspringt: die Beziehungen der Menschen untereinander möglichst mannigfaltig zu gestalten. Daher treiben wir Anthroposophie nicht nur so, daß der einzelne Vorträge hält. Wir versuchen in der Gesellschaft die Menschen so zusammenzufassen, daß sich auch persönliche Beziehungen bilden, und diese Beziehungen sind auch gültig für die übersinnliche Welt. So daß der Mensch dadurch, daß er hier gesellschaftsmäßig einer gewissen Strömung angehört, Zusammenhänge für drüben schafft. Aber es kommt eine Zeit, wo viel allgemeinere Beziehungen notwendig sind. Es kommt eine Zeit, wo sich die Seelen einsam fühlen, welche ohne moralische Seelenverfassung, ohne moralische Begriffe durch die Pforte des Todes gegangen sind, welche hier im physischen Dasein die moralische Seelenverfassung verleugnet haben. Menschen mit moralischer Seelenverfassung sind ja tatsächlich hier auf unserer Erde einfach dadurch, daß sie moralische Menschen sind, mehr wert als unmoralische Menschen. Für die ganze Erdenmenschheit ist ein moralischer Mensch mehr wert als ein unmoralischer Mensch, wie eine gesunde Magenzelle zum Beispiel mehr wert ist für den ganzen Menschen als eine kranke. Man kann nicht im einzelnen genau ausführen, worin der Wert eines moralischen Menschen besteht für die ganze Menschheit, worin der Schaden besteht eines unmoralischen Menschen, aber Sie werden mich verstehen. Der Mensch ohne moralische Seelenverfassung ist ein krankes Glied der Menschheit. Das bedeutet aber, daß er durch diese unmoralische Seelenverfassung sich für die anderen Menschen immer fremder macht. Moralisch sein heißt zugleich anerkennen, daß man zu allen Menschen Beziehungen hat. Daher ist für alle moralischen Menschen die allgemeine Menschenliebe etwas Selbstverständliches. Unmoralische Menschen kommen in einer gewissen Zeit nach dem Tode dahin, daß sie sich einsam fühlen infolge ihres Unmoralischseins. So daß es eine Phase gibt, wo uns von den Qualen der Einsamkeit nur enthebt unsere moralische Seelenverfassung.

[ 11 ] Well, my dear friends, the more we enter the supersensible world, the more the individual details cease to exist. In the astral world, we still find individual relationships; but the higher we ascend, the more we find that what exists between individual beings ceases to exist. There are only beings; the relationships between them are spiritual relationships, and we must also have these relationships if we are not to be lonely. But that is the mission of Earth: that human beings may form these relationships here; otherwise, they remain lonely in the spiritual world. For the immediate time after death, it is the kinship and friendship relationships that we have established here in our coexistence with other human beings that continue beyond death and constitute our world. For example, if one explores the world where the dead dwell with clairvoyant vision, one can find such a deceased person together with those whom he can follow here on Earth. In the case of many people today, one can see how they live with those who have recently died, or with those who died ten years before or after them. One can see how many live together with a number of ancestors with whom they were blood relatives. This is a sight that often presents itself to the seer. The deceased joins ancestors who have been dead for centuries. But this is only for a certain time. Afterward, however, the person would feel immensely lonely again if other relationships did not prevail—relationships that are indeed more distant, but which nevertheless prepare the person to be a social being in the spiritual world. Within our movement, we have a principle in this regard that arises from a cosmic task: to shape human relationships with one another as diversely as possible. That is why we do not practice anthroposophy merely by having individuals give lectures. We strive to bring people together in the Society in such a way that personal relationships also form, and these relationships are also valid for the supersensible world. So that by belonging to a certain current within the Society here, a person creates connections for the other side. But a time comes when much more general relationships are necessary. There comes a time when souls feel lonely—those who have passed through the gate of death without a moral state of mind, without moral concepts, who here in physical existence have denied the moral state of mind. People with a moral state of mind are, in fact, here on our Earth simply by virtue of being moral people, of greater value than immoral people. For all of humanity on Earth, a moral person is of greater value than an immoral person, just as a healthy stomach cell, for example, is of greater value to the whole person than a diseased one. One cannot explain in detail exactly what the value of a moral person consists of for all of humanity, or what the harm of an immoral person consists of, but you will understand me. A person without a moral disposition is a diseased member of humanity. This means, however, that through this immoral disposition, they make themselves increasingly alien to other people. To be moral is at the same time to recognize that one has relationships with all people. Therefore, universal love for humanity is a matter of course for all moral people. Immoral people reach a point some time after death where they feel lonely as a result of their immorality. So there is a phase where only our moral state of mind can relieve us of the torments of loneliness.

[ 12 ] Und so finden wir, wenn wir die Menschen nach dem Tode im Makrokosmos ausgebreitet verfolgen, daß es in der Tat die unmoralischen Menschen trifft, die sich einsam fühlen, daß die moralischen Menschen aber Anschluß finden an andere Menschen, die mit ihnen in einer gewissen Weise moralische Vorstellungen haben. Wie hier auf Erden die Menschen sich nach Nationen oder nach anderen Gruppen zusammenfinden, so finden wir unter den Menschen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, wenn wir sie mit Seherblick verfolgen, daß sie sich dort auch gliedern, aber daß sie geteilt sind nach gemeinsamen moralischen Begriffen und Empfindungen. Menschen mit den gleichen moralischen Empfindungen finden sich zu Gruppen zusammen und leben dann gesellig zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 12 ] And so, when we observe people spread out in the macrocosm after death, we find that it is indeed the immoral people who feel lonely, while the moral people find connection with others who, in a certain sense, share their moral mental images. Just as people here on earth come together in nations or other groups, so we find among those living between death and a new birth—when we observe them with the eye of a seer—that they too form groups there, but that they are divided according to shared moral concepts and feelings. People with the same moral sentiments come together in groups and then live sociably between death and a new birth.

[ 13 ] Dann kommt eine Phase der Entwickelung, in der sich ein jeder einsam fühlt, selbst wenn er moralische Begriffe und Empfindungen hat, wenn ihm religiöse Vorstellungen fehlen. Religiöse Vorstellungen sind die Vorbereitung für die Geselligkeit in der übersinnlichen Welt in einer bestimmten Phase des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und da finden wir wiederum, daß die Menschen, die sich herausgliedern aus den religiösen Zusammenhängen und Empfindungen, zur Einsamkeit sich verdammt finden. Wir finden die Menschen mit gleichen religiösen Bekenntnissen in Gruppen zusammen. Dann aber kommt eine Zeit, in welcher das wiederum nicht genügt, in einer Religionsgemeinschaft gelebt zu haben, es kommt eine Zeit, in der man sich doch wieder einsam fühlen kann. Das ist eine Zeit, in der überhaupt zwischen Tod und neuer Geburt Wichtiges vorgeht. Es ist die Zeit, wo wir entweder uns einsam fühlen, trotz Gemeinschaft im Religiösen mit religiös Gleichgesinnten, oder wo wir Verständnis gewinnen für jede Menschenseele in ihrer Äußerung. Zu dieser Gemeinschaft können wir uns nur vorbereiten, indem wir uns Verständnis aneignen für alle religiösen Bekenntnisse. Früher, vor dem Mysterium von Golgatha, war das nicht nötig, weil da die Erlebnisse der geistigen Welt andere waren. Es ist aber jetzt nötig geworden. Vorbereitend dafür ist das richtige Verstehen des Christentums. Denn das, was das Wesen des Christentums ausmacht, das ist ja nicht anzutreffen in anderen religiösen Bekenntnissen. Es ist nicht richtig, das Christentum hinzustellen neben andere religiöse Bekenntnisse. Gewiß, einzelne christliche Bekenntnisse stehen vielleicht engherziger da. Aber das richtig verstandene Christentum hat schon den Impuls in sich zum Verständnis einer jeden religiösen Richtung. Denn wie hat der Abendländer das Christentum aufgenommen? Nehmen Sie den Hinduismus. Dazu kann sich nur die Hindu-Rasse bekennen. Würden wir hier in Europa eine Rassenreligion entwickelt haben, so hätten wir heute noch den Wotandienst; das wäre die abendländische Rassenreligion. Das Abendland hat ein Bekenntnis angenommen, das nicht aus seiner eigenen Volkssubstanz hervorgeht, sondern das gekommen ist aus dem Orient. Etwas wurde angenommen, was nur durch seinen geistigen Inhalt wirken konnte. Denn keine Rassen- oder Volksreligion konnte den Christus-Impuls aufsaugen. Das Volk, das den Christus zwischen sich sah, hat sich nicht dazu bekannt. Das ist das Eigentümliche im Christentum: Der Keim liegt in ihm, Universalreligion zu sein. Man braucht nicht intolerant zu sein gegen andere Religionen, und man kann doch sagen: Die christliche Mission besteht nicht darin, Dogmen beizubringen den Leuten. Natürlich lacht der Buddhist über ein Bekenntnis, das nicht einmal die Reinkarnationslehre hat. Er sieht ein solches Bekenntnis als nichts Rechtes an. Aber das recht verstandene Christentum setzt voraus, daß jeder Mensch ein Christ ist in seinem inneren Wesen. Wenn Sie zu einem Hindu gehen und sagen: Du bist ein Hindu und ich bin ein Christ — so hat man das Christentum nicht verstanden. Erst wenn man von dem Hindu sagen kann: In seinem innersten Wesen ist dieser Hindu ein so guter Christ wie ich selbst; er hat nur keine andere Gelegenheit gehabt zunächst, als sich mit einem vorbereitenden Bekenntnis bekanntzumachen, daraus ist er noch nicht herausgekommen; ich muß ihm klarmachen, wo seine Religion mit der meinigen zusammenstimmt —, dann hat man das Christentum verstanden. Das beste wäre, die Christen lehrten den Hindu Hinduismus und versuchten dann, den Hinduismus weiterzubringen, damit der Hindu den Anschluß fände an die allgemeine Evolution. Dann erst verstehen wir das Christentum, wenn wir jeden Menschen für einen Christen halten im innersten Herzen; dann ist das Christentum erst die Religion, die hinübergeht über alle Rassen, alle Farben, alle Stände. Das ist das Christentum.

[ 13 ] Then comes a phase of development in which everyone feels lonely, even if they possess moral concepts and feelings, when they lack religious mental images. Religious mental images are the preparation for social life in the supersensible world during a specific phase of life between death and a new birth. And here we find once again that people who separate themselves from religious contexts and sentiments find themselves condemned to loneliness. We find people with similar religious beliefs coming together in groups. But then there comes a time when it is no longer enough to have lived in a religious community; there comes a time when one can feel lonely again. This is a time when important things are taking place between death and a new birth. It is the time when we either feel lonely, despite religious fellowship with like-minded people, or when we gain understanding for every human soul in its expression. We can only prepare ourselves for this fellowship by acquiring an understanding of all religious creeds. In the past, before the Mystery of Golgotha, this was not necessary, because the experiences of the spiritual world were different then. But it has now become necessary. The proper understanding of Christianity is a preparation for this. For what constitutes the essence of Christianity is not to be found in other religious creeds. It is not correct to place Christianity alongside other religious creeds. Certainly, individual Christian creeds may appear more narrow-minded. But Christianity, properly understood, already contains within itself the impulse toward understanding every religious direction. For how did Westerners receive Christianity? Take Hinduism. Only the Hindu race can profess to this. If we here in Europe had developed a racial religion, we would still have the cult of Wotan today; that would be the Western racial religion. The West has adopted a creed that does not spring from its own national substance, but which came from the East. Something was accepted that could only take effect through its spiritual content. For no racial or folk religion could absorb the Christ impulse. The people who saw the Christ among themselves did not profess it. That is what is peculiar about Christianity: the seed lies within it to be a universal religion. One need not be intolerant toward other religions, and yet one can say: the Christian mission does not consist in teaching dogmas to people. Of course, the Buddhist laughs at a creed that does not even include the doctrine of reincarnation. He regards such a creed as something not quite right. But Christianity, properly understood, presupposes that every human being is a Christian in his inner being. If you go to a Hindu and say: You are a Hindu and I am a Christian—then you have not understood Christianity. Only when one can say of the Hindu: “In his innermost being, this Hindu is as good a Christian as I am myself; he has simply had no other opportunity yet to familiarize himself with a preparatory creed, and he has not yet moved beyond that; I must make it clear to him where his religion coincides with mine”—only then has one understood Christianity. The best thing would be for Christians to teach the Hindu Hinduism and then try to advance Hinduism so that the Hindu might find a connection to the general course of evolution. Only then do we understand Christianity, when we regard every human being as a Christian in the innermost heart; only then is Christianity the religion that transcends all races, all colors, all social classes. That is Christianity.

[ 14 ] Heute treten wir in ein neues Zeitalter ein. Die Art, wie das Christentum durch die verflossenen Jahrhunderte gewirkt hat, wirkt nicht mehr. Und das neue Verständnis des Christentums, das wir brauchen, das ist erst noch zu leisten durch die anthroposophische Weltanschauung. Die anthroposophische Weltanschauung ist in dieser Beziehung ein Instrument für das Christentum. Unter den Religionen, die auf Erden erschienen sind, ist das Christentum die letzte Erscheinung. Keine neuen Religionen kann man mehr begründen. Auch diese Begründungen haben ihre Zeit gehabt. Sie folgten aufeinander und trieben als letzte Blüte das Christentum hervor. Heute aber ist die Mission die, das Christentum in seinen Impulsen immer mehr auszugestalten. Deshalb versuchen wir, bewußter, als es bisher geschehen ist, durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung auf alle Religionen der Erde liebevoll einzugehen. Denn so bereiten wir uns auch vor für den Zeitabschnitt zwischen Tod und neuer Geburt, wo wir uns einsam fühlen, weil wir nicht wahrnehmen können Seelen, die da sind, zu denen wir aber keinen Zugang haben. Wenn wir hier den Hinduismus verkennen, spüren wir drüben den Hindu nur, wir spüren sein Dasein, aber wir finden keinen Zugang zu ihm.

[ 14 ] Today we are entering a new era. The way Christianity has functioned over the past centuries no longer works. And the new understanding of Christianity that we need is yet to be achieved through the anthroposophical worldview. In this regard, the anthroposophical worldview is an instrument for Christianity. Among the religions that have appeared on earth, Christianity is the last to emerge. No new religions can be founded anymore. Those foundations, too, had their time. They followed one another and, as their final flowering, brought forth Christianity. Today, however, the mission is to increasingly develop Christianity in its impulses. That is why we are striving, more consciously than has been the case so far, to engage lovingly with all the religions of the earth through our Spiritual Science movement. For in this way we also prepare ourselves for the period between death and new birth, when we feel lonely because we cannot perceive souls that are there but to whom we have no access. If we misunderstand Hinduism here, we sense the Hindu over there—we sense his existence—but we find no access to him.

[ 15 ] Sehen Sie, dieser Zeitpunkt ist zugleich der, in dem wir unseren astralischen Leib so weit ausgedehnt haben, daß wir zwischen Tod und neuer Geburt Sonnenbewohner geworden sind. Wir betreten da die Sonne. Denn in der Tat, wir erweitern uns in den ganzen Makrokosmos hinaus, und wir sind dann so weit, daß wir das Sonnenwesen berühren in der Zeit, wo wir allgemeine Menschenliebe brauchen. Und dieses Begegnen mit der Sonne zeigt sich in folgendem: Erstens zeigt es sich darin, daß wir die Möglichkeit verlieren, allen Menschen Verständnis entgegenzubringen, wenn wir nicht Zusammenhänge gewonnen haben mit dem Impuls: «Wo immer zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Christus hat nicht gemeint: Wo immer zwei Hindus oder ein Hindu und ein Christ zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen, sondern: Wo immer zwei zusammen sind, die ein wahres Verständnis haben für meine Impulse, da bin ich mitten unter ihnen. — Dieses Wesen war bis zu einem gewissen Zeitpunkt auf der Sonne. Da war gleichsam sein Thron. Dann hat es sich vereinigt mit der Erde. Darum müssen wir den Christus-Impuls hier auf der Erde erleben, dann bringen wir ihn auch mit hinauf in die geistige Welt. Denn wenn wir auf der Sonne ankommen ohne den Christus-Impuls, so ist für uns nichts da als eine unverständliche Eintragung in die Akasha-Chronik. Seitdem der Christus sich vereinigt hat mit der Erde, muß man auf Erden Verständnis gewinnen für den Christus. Man muß das Christus-Verständnis mitbringen, sonst kann man drüben den Christus nicht finden. Wenn wir uns gegen die Sonne zu entwickeln, dann verstehen wir, wenn wir hier ein Verständnis für den Christus gewonnen haben, dasjenige, was in die Akasha-Chronik eingetragen ist. Denn das hat er auf der Sonne zurückgelassen. Das ist das Bedeutsame, daß das Verständnis für den Christus hier auf der Erde angeregt werden muß, dann kann man es auch in den höheren Welten behalten. Manche Dinge werden einem erst klar, wenn man gewisse Zusammenhänge ins Auge fassen kann.

[ 15 ] You see, this moment is also the one in which we have expanded our astral body to such an extent that, between death and rebirth, we have become inhabitants of the Sun. We enter the Sun there. For in fact, we expand out into the entire macrocosm, and we have then reached the point where we touch the solar being at the time when we need universal love for humanity. And this encounter with the Sun manifests itself in the following ways: First, it manifests itself in the fact that we lose the ability to show understanding toward all people if we have not established a connection with the impulse: “Wherever two are united in my name, there I am in their midst.” Christ did not mean: Wherever two Hindus or a Hindu and a Christian are together, there I am in their midst, but rather: Wherever two are together who have a true understanding of my impulses, there I am in their midst. — This being was on the Sun up to a certain point. There was, as it were, his throne. Then it united with the Earth. That is why we must experience the Christ impulse here on Earth; then we will also take it with us up into the spiritual world. For if we arrive at the Sun without the Christ impulse, there is nothing there for us but an incomprehensible entry in the Akashic Records. Since Christ united with the Earth, one must gain an understanding of Christ here on Earth. One must bring this understanding of Christ with us; otherwise, we cannot find Christ over there. When we develop toward the Sun, then—if we have gained an understanding of Christ here—we will understand what is recorded in the Akashic Records. For that is what he left behind on the Sun. This is the crucial point: that an understanding of Christ must be awakened here on Earth; only then can one retain it in the higher worlds. Some things only become clear when one can grasp certain connections.

[ 16 ] Es gibt theosophische Strömungen, die nicht einsehen können, daß der Christus-Impuls wie ein Schwerpunkt in der Mitte der Erdenentwickelung liegt, von dem ab es immer höher geht. Wenn daher Menschen kommen, die sagen, der Christus könne mehrmals auf Erden erscheinen, so ist es, als wenn man sagte: Ein \Waagebalken muß an zwei Punkten aufgehängt werden. — Mit einer solchen Waage kann man doch nicht wägen. So unsinnig, wie das in der physischen Welt wäre, so unsinnig ist die Behauptung gewisser Okkultisten von den wiederholten Erdenleben des Christus. Nur dadurch zeigt man, daß man ein Verständnis für den ChristusImpuls gewonnen hat, wenn man in der Lage ist zu verstehen, daß der Christus der einzige Gott ist, der durch den Tod gegangen ist und der deshalb auf die Erde herunterkommen mußte.

[ 16 ] There are theosophical currents that cannot grasp that the Christ impulse lies like a center of gravity at the heart of Earth’s evolution, from which the path leads ever upward. Therefore, when people come along who say that Christ could appear on Earth multiple times, it is as if one were to say: A balance beam must be suspended at two points. — Yet one cannot weigh anything with such a balance. Just as absurd as that would be in the physical world, so absurd is the claim of certain occultists regarding the repeated earthly lives of the Christ. One demonstrates an understanding of the Christ impulse only when one is able to grasp that the Christ is the only God who has passed through death and who therefore had to come down to Earth.

[ 17 ] Derjenige, der sich hier ein Christus-Verständnis angeeignet hat, dem steht drüben ein Thron nicht leer auf der Sonne. Dann kann er auch eine andere Begegnung, die jetzt eintritt in dieser Zeit, erkennen: dann tritt an den Menschen auch Luzifer heran, und zwar jetzt nicht als Versucher, sondern als eine berechtigte Macht, die an seiner Seite sein muß, wenn er sein weiteres Fortkommen finden soll in der geistigen Welt. Die gleichen Eigenschaften sind nur an einem unrechten Ort verderblich. Luzifer spinnt hier in der physischen Welt ein Verhältnis an, das verderblich ist. Aber nach dem Tode, von der Sonne an, muß Luzifer dem Menschen beistehen. Der Mensch muß dem Luzifer begegnen. Zwischen Luzifer und Christus muß er den weiteren Weg machen. Christus bewahrt sein Seelisches, erhält sein Seelisches mit all dem, was das Seelische schon erworben hat in den vorhergehenden Inkarnationen. Die Aufgabe der luziferischen Kraft ist, den Menschen zu unterstützen, daß er in der berechtigten Weise auch die Kräfte der anderen Wesenheiten der Hierarchien für seine neue Inkarnation verwerten lernt. Ganz gleich, wann dieser Zeitpunkt erreicht worden ist, von dem gesprochen worden ist: es tritt einmal die Notwendigkeit an den Menschen heran, zuerst zu fixieren, an welchem Punkt der Erde seine nächste Inkarnation zu erfolgen hat und in welchem Lande. Das muß schon geschehen in der Mitte der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das ist sogar das erste, was zu geschehen hat, daß weit voraus bestimmt wird Ort und Land, in welchem die Menschenseele wiederverkörpert wird.

[ 17 ] For those who have come to understand Christ in this way, a throne on the sun does not stand empty. Then they can also recognize another encounter that is now taking place in this time: then Lucifer also approaches the human being, not now as a tempter, but as a legitimate power that must be at their side if they are to find their further progress in the spiritual world. The same qualities are only destructive in the wrong place. Here in the physical world, Lucifer weaves a relationship that is destructive. But after death, from the Sun onward, Lucifer must stand by the human being. The human being must encounter Lucifer. Between Lucifer and Christ, he must make his way forward. Christ preserves his soul, sustaining his soul with all that the soul has already acquired in previous incarnations. The task of the Luciferic force is to support the human being so that he may learn to utilize, in a justified manner, the forces of the other beings of the hierarchies for his new incarnation. No matter when the point in time mentioned has been reached: the necessity eventually arises for the human being to first determine at which point on Earth his next incarnation is to take place and in which country. This must already take place in the middle of the period between death and a new birth. Indeed, this is the very first thing that must happen: the place and country in which the human soul will reincarnate must be determined well in advance.

[ 18 ] Dazu bereitet sich der Mensch vor dadurch, daß er schon hier Beziehungen zu höheren Welten anknüpft. Aber er muß von Luzifer unterstützt werden. Nun nimmt er von einer gewissen Art von Wesenheiten der höheren Hierarchien die Kräfte, die ihn hindirigieren an den bestimmten Ort und zu dem bestimmten Zeitpunkte.

[ 18 ] To this end, human beings prepare themselves by establishing connections with higher worlds while still here on earth. But they must be supported by Lucifer. They then draw upon certain kinds of beings from the higher hierarchies, whose powers guide them to the specific place and at the specific time.

[ 19 ] Sehen Sie, wenn wir ein hervorragendes Beispiel wählen wollen: Als Luther erscheinen mußte, mußte sein Erscheinen im achten, neunten Jahrhundert vorbereitet werden. Da mußten schon die Kräfte hindirigiert werden in das Volk hinein, wo er wirken mußte. Dazu muß Luzifer mitwirken, daß Zeit und Ort unserer Wiedergeburt bestimmt werden können. Dadurch, daß der Mensch den Christus in seiner Seele trägt, bewahrt er dasjenige, was er sich erarbeitet hat. Dazu aber ist der Mensch noch nicht reif, zu wissen, wo sein Karma am besten ausgewirkt werden kann: dazu muß ihm Luzifer helfen.

[ 19 ] You see, if we want to choose an excellent example: When Luther had to appear, his appearance had to be prepared in the eighth and ninth centuries. The forces had to be directed into the people among whom he was to work. For this, Lucifer must cooperate so that the time and place of our rebirth can be determined. Because the human being carries the Christ within his soul, he preserves what he has earned. But the human being is not yet mature enough to know where his karma can best be worked out: for this, Lucifer must help him.

[ 20 ] Dann vergeht wiederum einige Zeit. Und das nächste ist, daß über die Frage zu entscheiden ist — und das ist eine erschütternde Tätigkeit, man kann ja nicht anders, als diese Dinge mit gewöhnlichen Worten zu charakterisieren —, es muß die Frage entschieden werden: Wie muß denn eigentlich das Elternpaar beschaffen sein in seinen eigenen Charaktereigenschaften, welches tatsächlich den Menschen, der nun an einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit zur Erde gebracht werden soll, hervorbringen muß? Das muß alles schon lange vorher bestimmt werden. Daraus aber folgt ein anderes: daß jetzt von höheren Hierarchien, und nun wiederum mit Unterstützung von Luzifer, lange, lange bevor der betreffende Mensch geboren ist, schon die Vorbereitungen gemacht werden durch die ganzen Generationen herunter. Es mußte für Luther schon im zehnten, elften Jahrhundert bestimmt werden, welche Ahnen es sein mußten, in deren Nachkommenschaft er geboren werde, damit das rechte Elternpaar Luthers da sein könne. Die physische Wissenschaft glaubt, daß der Mensch die Eigenschaften seiner Ahnen annimmt. In Wirklichkeit wirkt der Mensch aus der übersinnlichen Welt auf die Eigenschaften seiner Ahnen. Wir sind in gewisser Weise schuld daran, wie unser Urururgroßvater war. Natürlich nicht alle Eigenschaften kann der Mensch bewirken; aber es müssen doch unter anderen auch die Eigenschaften da sein, die wir dann brauchen. Was man ererbt von seinen Vätern hat, das hat man zuerst in seine Väter hineinströmen lassen.

[ 20 ] Then some time passes again. And the next step is that a decision must be made regarding the question—and this is a profound undertaking; one cannot help but describe these things in ordinary terms—the question must be decided: What must the parents’ own character traits actually be like, since they are the ones who must bring forth the human being who is now to be brought to Earth at a specific place and time? All of this must be determined long beforehand. But from this follows something else: that now, by higher hierarchies, and again with the support of Lucifer, preparations are already being made through all the generations long, long before the person in question is born. It had to be determined for Luther as early as the tenth or eleventh century which ancestors he would be born into, so that the right parents for Luther could be there. Physical science believes that a person takes on the characteristics of their ancestors. In reality, a person acts from the supersensible world upon the characteristics of their ancestors. In a certain sense, we are responsible for what our great-great-great-grandfather was like. Of course, a person cannot bring about all characteristics; but among others, the characteristics we will then need must also be present. What one inherits from one’s fathers is what one first allowed to flow into one’s fathers.

[ 21 ] Zuerst wird also festgelegt Ort und Zeit der Geburt. Dann wird die Ahnenschaft ausgewählt. Im Grunde ist das, was man Kindesliebe nennt, nichts anderes als das Hervortreten dessen, daß man sich verbindet mit dem, was man seit Jahrhunderten herangebildet hat aus der übersinnlichen Welt. Und das, was als Empfängnis auftritt, ist, daß der Mensch dann die Kräfte empfängt, die an seinem eigenen Leibe mitarbeiten, namentlich am Kopf und an der allgemeinen Leibesform. Daher müssen wir uns vorstellen, daß von da an am meisten an uns gearbeitet wird in der tieferen Struktur des Kopfes, weniger an Händen und Füßen, auch weniger am Rumpfe, aber am Kopfe gegen den Rumpf zu. Das ziselieren wir aus. Dann setzen wir die Arbeit fort nach der Geburt. Aber wir gliedern erst alles in den Astralleib ein. Wir bereiten die Kopfform astralisch vor. Das geht sogar so weit, daß wir sagen können: zuallerletzt wird in das astralische Vorbild, das sich dann verbindet mit der Leibesform, das geformt, was dann die Schädelform gibt. Die Schädelform ist für jeden Menschen individuell. Das wird zuletzt ausziseliert, was die Gehirnform ist. Und das, was uns dann auf Erden durch die Vererbung gegeben wird, ist im Grunde genommen das, was in der Lage ist, durch seine Substanz sich zusammenzufinden mit dem, was wir aus der übersinnlichen Welt heraus mitbringen. — Denken Sie sich das, was aus der übersinnlichen Welt kommt, sei eine Schale; das Wasser, das sie ausfüllt, wird durch die Vererbungssubstanz gegeben. Durch die reine Vererbung allein wird nur das gegeben, was sozusagen die Eigentümlichkeit ist unseres mehr vom Nerven- und Blutsystem unabhängigen Körpersystems. Ob wir große, starke oder ob wir schwache, feine Knochen haben, das hängt weniger ab von den Kräften, die wir bekommen durch die vorbereitenden Mächte, als von der Vererbung. Die Individualität, die in dieser Zeit an diesem Ort geboren werden soll zur Auswirkung ihres Karma, sie wird geboren durch Menschen mit starken Knochen oder Menschen mit blondem Haar und so weiter; das wird durch die Vererbungslinie ermöglicht. — Wenn die physischen Vererbungstheorien richtig wären, so würden Menschen herauskommen mit verkümmertem Nervensystem und nur den Anlagen zu den Händen und Füßen.

[ 21 ] First, the place and time of birth are determined. Then the ancestral lineage is chosen. Essentially, what is called love for one’s child is nothing other than the manifestation of the connection one forms with what has been cultivated over centuries from the supersensible world. And what occurs as conception is that the human being then receives the forces that work upon their own body, specifically on the head and the general form of the body. Therefore, we must create a mental image of the situation in which the work is done most intensively in the deeper structure of the head, less so on the hands and feet, and also less on the torso, but on the head toward the torso. We carve that out. Then we continue the work after birth. But first we incorporate everything into the astral body. We prepare the head shape astral-ly. This goes so far that we can say: last of all, what gives the skull its shape is formed into the astral model, which then connects with the physical form. The shape of the skull is individual for every human being. The shape of the brain is the last thing to be chiseled out. And what is then given to us on Earth through heredity is, in essence, that which is capable, through its substance, of uniting with what we bring with us from the supersensible world. — Imagine that what comes from the supersensible world is a shell; the water that fills it is provided by the substance of heredity. Through pure heredity alone, only that which is, so to speak, the peculiarity of our bodily system—which is more independent of the nervous and circulatory systems—is given. Whether we have large, strong bones or weak, delicate ones depends less on the forces we receive through the preparatory powers than on heredity. The individuality that is to be born at this time and in this place to work out its karma is born through people with strong bones or people with blond hair and so on; this is made possible by the hereditary line. — If the physical theories of heredity were correct, people would be born with an atrophied nervous system and only the rudiments of hands and feet.

[ 22 ] Der seherische Blick erst führt ja zu den Dingen, die wirklich bedeutungsvoll sind. So kann ich Ihnen den folgenden Fall erzählen: Es begegnete mir ein Mensch mit einem Wasserkopf. Er unterschied sich sehr wesentlich von der ganzen übrigen Familie. Warum hatte er einen Wasserkopf? Weil das Konzil der höheren Wesen “mit Luzifer etwa so lautete: Ja, der Mensch muß dort geboren werden; das ist das beste Elternpaar. Aber er kann nicht in der richtigen Weise auf die Ahnenschaft wirken, so, daß er herstellen kann das, was ihm die richtige Substanz geben kann, damit der Kopf richtig verhärtet wird. Er muß erst während des Lebens das Gehirn an die Struktur anpassen. — Es konnte von diesem Menschen nicht die Möglichkeit gefunden werden, die Ahnenschaft so vorzubereiten, daß der Kopf entsprechend verhärtet wurde.

[ 22 ] It is the clairvoyant gaze that leads us to the things that are truly significant. Let me tell you the following story: I met a person with hydrocephalus. He differed very significantly from the rest of his family. Why did he have hydrocephalus? Because the council of the higher beings “with Lucifer went something like this: Yes, this person must be born there; these are the best parents. But he cannot act upon the ancestral lineage in the right way, so as to create what can give him the proper substance for his head to harden properly. He must first adapt his brain to the structure during his lifetime. — It was not possible to find a way for this human being to prepare the ancestral lineage in such a way that the head would harden accordingly.

[ 23 ] Das alles sind sehr wichtige Sachen, und wir sehen daran gleichsam die Technik, wie wir uns hereinarbeiten in die Welt. Wenn das einmal richtig angeschaut wird von der Wissenschaft, so wird man spüren das Hereinwirken der höheren Welt.

[ 23 ] All of these are very important matters, and in them we can see, as it were, the method by which we work our way into the world. Once science has properly examined this, we will sense the influence of the higher world.

[ 24 ] Wenn wir mit Luzifer und Christus weiterschreiten, so kommen wir in das richtige Verhältnis zur Fortentwickelung.

[ 24 ] As we proceed with Lucifer and Christ, we come to understand the true nature of evolution.

[ 25 ] Zuerst sind also im nachtodlichen Leben zu überwinden die Gefahren der Vereinsamung durch die Verbindungen mit anderen Menschen, durch moralische Verbindungen, durch religiöse Verbindungen. Dann arbeitet man an dem neuen Menschen, der sich dann verkörpern soll. Jetzt hat man eine Aufgabe, wenn man statt der Welt um sich, sich selber vor sich hat.

[ 25 ] First, then, in the afterlife, one must overcome the dangers of isolation through connections with other people, through moral bonds, and through religious bonds. Then one works on the new human being who is to be incarnated. Now one has a task when, instead of the world around oneself, one has oneself before oneself.

[ 26 ] Wenn so der Mensch die Stadien durchlebt, in denen er ein geselliger Mensch sein konnte, sich aber in Einsamkeiten hineinlebte, dann entsteht in ihm so etwas wie die Sehnsucht nach dem Tode. Diese Sehnsucht nach dem Tode, was ist sie? Sie ist die Sehnsucht nach dem Unbewußtsein. Aber man wird nicht unbewußt, man wird nur einsam. Wir haben es in den höheren Welten nicht mehr mit Substanzfragen zu tun, sondern mit Bewußtseinsfragen. Einsamkeit bedeutet daher: Sehnsucht haben nach einem vorübergehenden Auslöschen des Bewußtseins. Das gibt es für die Seelen, die keine Beziehung haben zu anderen Seelen. Aber Tod gibt es drüben nicht.

[ 26 ] When a person goes through the stages in which they could have been a sociable person but instead withdrew into solitude, a kind of longing for death arises within them. What is this longing for death? It is a longing for unconsciousness. But one does not become unconscious; one merely becomes lonely. In the higher worlds, we are no longer dealing with questions of substance, but with questions of consciousness. Loneliness therefore means: longing for a temporary extinction of consciousness. This is the case for souls who have no relationship with other souls. But death does not exist over there.

[ 27 ] Wie der Mensch hier lebt, rhythmisch, zwischen Wachen und Schlafen, so lebt er in der anderen Welt sich in sich selbst zurückziehend und in Geselligkeit mit anderen Seelen; zwischen Geselligkeit und Einsamkeit rhythmisch wechselnd, so ist das Leben in der höheren Welt. Und wie wir in der höheren Welt leben, das hängt ab davon, wie wir uns hier vorbereitet haben, so wie ich es vorhin ausgeführt habe.

[ 27 ] Just as human beings live here in a rhythmic pattern, alternating between waking and sleeping, so do they live in the other world, withdrawing into themselves and socializing with other souls; life in the higher world consists of a rhythmic alternation between social interaction and solitude. And how we live in the higher world depends on how we have prepared ourselves here, just as I explained earlier.

[ 28 ] Auf die Frage, ob man auch bei der Geburt oder früh verstorbenen Kindern vorlesen könne, antwortete Rudolf Steiner:

[ 28 ] When asked whether one could also read aloud to children who had died at birth or at a young age, Rudolf Steiner replied:

[ 29 ] Ein Kind ist man nur hier auf der Erde. Manchmal stellt sich dem seherischen Blick dar, daß ein Mensch, der als kleines Kind gestorben ist, eine Individualität ist, die weniger Kind ist in der geistigen Welt als mancher, der mit achtzig Jahren gestorben ist. Man kann daher nicht denselben Maßstab anlegen.

[ 29 ] One is a child only here on Earth. Sometimes it appears to the clairvoyant eye that a person who died as a small child is an individual who is less of a child in the spiritual world than someone who died at the age of eighty. One cannot, therefore, apply the same standard.

[ 30 ] Ich habe schon einmal geschildert, wie das Bild okkult zu verstehen ist, das gewöhnlich den Namen führt «Die Schule von Athen». Ich machte in der letzten Zeit Bekanntschaft mit einem jungverstorbenen Menschenwesen. Das konnte mich aufmerksam machen im Verkehr mit ihm gerade auf das, was in den Gedanken von Raffael erhalten geblieben ist von diesem Bilde. Und da schildert dieses Menschenwesen, wie in der Tat bei der Gruppe vorne links auf dem Bilde etwas übermalt ist. Was da übermalt ist, ist die Stelle, wo etwas aufgeschrieben wird. Da steht jetzt ein pythagoreischer Satz. Ursprünglich stand da eine Evangelienstelle! — Sie sehen also, daß ein solches «Kind» ein sehr entwickeltes Menschenwesen sein kann, das einen führt auf die Dinge, die man nur sehr schwer finden kann.

[ 30 ] I have already described how the painting commonly known as “The School of Athens” is to be understood from an occult perspective. Recently, I became acquainted with a human being who died young. Through my interaction with him, he was able to draw my attention specifically to what has been preserved in Raphael’s thoughts regarding this painting. And this human being describes how, in fact, something has been painted over in the group at the front left of the painting. What has been painted over is the spot where something is being written down. There is now a Pythagorean theorem there. Originally, there was a passage from the Gospel! — So you see that such a “child” can be a highly developed human being who guides one to things that are very difficult to find.

[ 31 ] So möchte ich sagen, man kann das Vorlesen auch in bezug auf jungverstorbene Kinder ausüben.

[ 31 ] I would like to point out that reading aloud can also be done for children who have died young.