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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

13 May 1913, Strasburg

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18. Das Leben nach dem Tode

Life After Death

[ 1 ] Die ganze Bedeutung und Aufgabe der spirituellen Weltanschauung tritt uns entgegen, wenn wir das Leben des Menschen in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ins Auge fassen. Es gibt Menschen, besonders in unserer materialistischen Zeit gibt es viele solcher Menschen, die sagen: Warum sollte der Mensch sich eigentlich kümmern um das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt oder — wenn sie nicht von wiederholten Erdenleben sprechen wollen — um das Leben, das nach dem Tode liegt, denn wir können ja warten, bis der Tod eingetreten sein wird, und werden dann schon sehen, was auf den Tod folgt. Das sagen diejenigen Menschen in der Gegenwart, die noch nicht ganz die Empfindung für die geistige Welt verloren haben, aber doch nicht die nötige Seelenstärke haben, um sich Begriffe und Empfindungen von der übersinnlichen Welt verschaffen zu können. Solche Menschen sagen: Wir tun hier auf Erden unsere Pflicht, dann werden wir schon in entsprechender Weise erleben können, was uns nach dem Tod erwartet.

[ 1 ] We encounter the full significance and the tasks of spiritual science when we consider the period of life between death and a new birth. There are many people, particularly in our materialistic age, who ask why they should concern themselves with life between death and rebirth or, if the idea of repeated earth lives is rejected, with an existence after death, since they surely can wait and see what happens after death when the time comes! This is said by people today who have not quite lost the feeling for the spiritual world but who are not yet equipped with sufficient soul-powers to acquire concepts and feelings about the super-sensible. They add that if they perform their duty here on earth, they shall experience in the appropriate way what awaits them after death.

[ 2 ] Nun zeigt ein wirkliches Verhältnis zu dem Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt uns aber so recht, wie falsch eine solche Auffassung ist und wie wichtig es für die Menschen im physisch-sinnlichen Dasein ist, in diesem Leben schon einen Zusammenhang zu haben mit den Lebensformen, die der Mensch zu durchleben hat zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 2 ] Now a genuine connection with life between death and rebirth brings out clearly the fallacy of such a view and how important it is during earthly existence to have formed an idea of the conditions of life after death.

[ 3 ] Es ist sehr schwierig, in Worten, die unserer gewöhnlichen Sprache entnommen sind, über dieses Leben zu sprechen, denn diese Worte sind ja für diejenige Welt gebildet, die zwischen Geburt und Tod verläuft, und beziehen sich auf die Dinge dieser Welt. Deshalb können wir in der Regel nur mehr oder weniger indirekt andeuten dasjenige, was sich zwischen Tod und neuer Geburt abspielt, was ja in seinem Wesen so verschieden ist von allem, was wir hier erleben können zwischen der Geburt und dem Tode. Man muß sich vorstellen, daß alles, was der Mensch hier in der sinnlichen Welt wahrnimmt, was gewissermaßen seine Welt ist, nicht seine Welt sein kann nach dem Tode, denn es fehlen ihm dann die Organe des physisch-sinnlichen Daseins. Auch der Verstand, der an das menschliche Gehirn gebunden ist, hört mit dem Tode auf. Nur gewissermaßen in scheuer Weise können wir uns heranwagen an die Schilderung eines Lebens, das so ganz anders ist als das Leben hier auf Erden, und in gewissem Sinne sind die Worte des gewöhnlichen Lebens nur vergleichsweise zu gebrauchen. Aber die Geisteswissenschaft lehrt uns die Worte auch auf das Spirituelle zu beziehen und nimmt mit den Worten etwas auf, was sich auch ausgießen kann über das Verständnis der übersinnlichen Welt.

[ 3 ] It is exceedingly difficult to speak about life after death in words borrowed from everyday language since the language we know is adapted to life between birth and death and refers to the objects of this world. Therefore, we can usually only indicate what happens between death and a new birth, which is so radically different in nature from anything that can be experienced here. We must imagine that everything we perceive here in the physical world to which we belong cannot be our world after death because we lack the physical-sensory organs. The intellect, which is bound to the brain, also ceases to function after death. We can only tentatively endeavor to give a picture of the life that is so completely different from our existence here on earth. In a certain sense, everyday words can only be used as analogies. Spiritual science, however, also teaches us to relate words to spiritual reality and conveys by means of words an understanding of the super-sensible world.

[ 4 ] Hier in der physischen Welt bezeichnen wir als den Menschen dasjenige Physische, was innerhalb der Haut eingeschlossen ist, das übrige betrachten wir als unsere Umgebung. Was der Mensch erlebt, hängt ab von den Funktionen der Sinnesorgane, auch von Herz, Lungen und so weiter. Das alles verschwindet aber auf dem Wege, den wir gehen zwischen Tod und neuer Geburt. Unser seelisch-geistiger Teil ist während des Erdenlebens gleichsam eingebettet in unseren physischen Leib, und jener lebt von den Tätigkeiten der genannten Organe. Nach dem Tode vergrößert sich dasjenige, was den physischen und den Ätherleib verläßt, immer mehr und mehr, und es kommt eine Zeit, in der das, was sonst an die Grenze unserer Haut gebunden ist, sich so weit ausbreitet, daß es den ganzen Umkreis der Mondbahn erfüllt. Dann wächst das Geistig-Seelische allmählich bis zur Merkur-, Venus-Sphäre, dann zur Mars-, Jupiter-, Saturnsphäre heran und sogar darüber hinaus in den Weltenraum hinein. Nachher zieht es sich wieder zusammen und verbindet sich als kleiner Geistkeim mit dem Strom der Vererbungskräfte, die ihm den physischen Leib durch Vater und Mutter zubereiten. Diese Schilderung stimmt überein mit dem, was in der «Theosophie» geschrieben ist; bei der Mars-Sphäre beginnt das Geisterland.

[ 4 ] In the physical world, by the physical in man we mean that which is enclosed within his skin, the rest is known as his surroundings, what we experience depends on the functions of our sense organs but also on the heart, lungs and so forth. All this vanishes in the course of our journey between death and a new birth. During the earthly existence our soul-spiritual being is embedded in our physical body, and it lives on the activity of our organs. After death the part that leaves the physical and etheric bodies grows ever larger, and a time comes when what is otherwise contained within the boundary of the skin expands so far as to fill the whole circumference of the orbit of the Moon. The soul-spirit gradually grows right up to the Mercury and Venus spheres, and farther to the Mars, Jupiter and Saturn spheres, and even beyond into the universe. Later it contracts again and unites itself as a tiny spirit-germ with the stream of heredity that prepares its physical body through father and mother. This description agrees with what has been written in Theosophy. The Spirit Land begins in the Mars sphere.

[ 5 ] Aus dem Gesagten folgt schon, daß alle Menschen, die durch die Pforte des Todes gehen, in denselben kosmischen Raum hineinwachsen, so daß wir also nach dem Tode gewissermaßen alle ineinanderstecken. Dennoch sind die toten Menschen nicht alle zusammen, denn das Zusammensein hängt nach dem Tode von etwas ganz anderem ab als hier auf Erden. In der geistigen Welt sind wir zwar räumlich alle beisammen, können aber in Wirklichkeit nur zusammensein, wenn wir geistige Beziehungen zu anderen Menschen haben. Nehmen wir als einen extremen Fall einmal einen Menschen an, der auf Erden ganz und gar sowohl in seinen Gedanken wie auch in seinen Empfindungen die geistige Welt verleugnet hat. Nun gibt es zwar viele theoretische Materialisten, die die geistige Welt leugnen, die aber doch mit ihren Empfindungen irgendwie mit der geistigen Welt zusammenhängen. Solche Menschen, die ganz und gar die geistige Welt verleugnen, gibt es also in Wirklichkeit kaum, und das Furchtbare, was jetzt beschrieben werden soll, tritt daher nie so ganz ein. Nehmen wir an, zwei solcher Menschen sterben, die sich hier auf Erden gut gekannt haben. Dann werden sie nach dem Tode in demselben Raum darinnen sein, aber nichts voneinander wissen, denn für die Welt nach dem Tode ist die Empfindung für das Geistige entsprechend dem, was hier zum Beispiel die Augen sind. Ohne Augen kein Licht — ohne Empfindung für das Spirituelle keine Wahrnehmung der geistigen Welt. Sogar ein noch schrecklicheres Schicksal als das Nichtwahrnehmen der geistigen Welt würde solchen Menschen bevorstehen, denn da die Seelen, die durch die Pforte des Todes gehen, selber geistiger Natur sind, würde eine solche Seele überhaupt nichts von Menschenseelen wahrnehmen können; wie ein gähnender Abgrund würde es sich um solche Menschenseelen ausbreiten. Man könnte fragen: Was nimmt ein solcher Mensch nach dem Tode denn überhaupt wahr? Auch nicht sich selbst, so wie er nach dem Tode ist, kann er wahrnehmen, denn das klare Selbstbewußtsein fehlt ihm. Was ihm noch bleibt, das wird sich uns aus dem Folgenden ergeben.

[ 5 ] From the above it can be deduced that having gone through the gate of death we all find ourselves within the same cosmic space. After death we do in a sense interpenetrate one another, yet all the dead are not together because togetherness after death depends upon something quite other than what it depends upon on earth. In the spiritual world we may be spatially united but we can only really be together with another individual if we have a spiritual connection with him. Let us take the extreme case of a person who, while on earth, has utterly denied the spirit both in his thoughts and in his feelings. There are many theoretical materialists who deny the spirit and who nevertheless are in some way through their feelings connected with the spiritual world. In reality there are hardly any people who totally deny the spiritual world so that the fearful circumstances I am about to describe never quite come into effect. Let us assume that two such persons die who knew one another well on earth. After death they will dwell within the same space but will be completely unaware of one another because after death a feeling for the spirit corresponds, let us say, to what here are our eyes. Without eyes, no light; without a feeling for the spiritual, no perception of the super-sensible world. But an even more terrible fate than not being able to perceive the spiritual world is in store for such people. Because souls who go through the gate of death are of a spiritual nature, materialistic souls cannot even perceive them. A yawning chasm opens up around such souls. In fact, one may ask, “What does such a soul perceive after death?” Not even himself as he is after death because he lacks a clear consciousness of self. The following will show us what remains for him.

[ 6 ] Hier auf Erden stehen wir sozusagen auf einem Punkt der Erdoberfläche da und haben unsere Organe in uns, während wir die Himmelskörper außer uns haben. Nach dem Tode ist es gerade umgekehrt. Der Mensch wächst dann zu einer kosmischen Größe. Wenn er bis zur Mondsphäre gewachsen ist, dann wird der Mond, das Geistige, was zum Monde gehört, ein Organ in ihm und wird dasselbe für ihn nach dem Tode, was hier auf Erden das Gehirn für uns als physische Menschen ist. So wird jeder Planetenkörper ein Organ für uns nach dem Tode, je nachdem wir zu ihm hinwachsen. Es wird die Sonne für uns zum Herzen. So wie wir hier das physische Herz in uns tragen, tragen wir dann den geistigen Teil der Sonne in uns. Der Unterschied besteht nur darin, daß wir hier als physische Menschen erst dann vollkommene Menschen sind, wenn wir nach der Embryonalentwickelung schon gleich all unsere Organe ausgebildet haben; sie sind sozusagen alle gleichzeitig da. Nach dem Tode erhalten wir diese Organe allmählich, eins nach dem anderen. In dieser Hinsicht sind wir, äußerlich betrachtet, dann ganz ähnlich einem Pflanzenwesen, das auch seine Organe nacheinander ausbildet. Ein Organ zum Beispiel, das sich vergleichen läßt mit unseren Lungen und unserem Kehlkopf, erhalten wir auf dem Mars und so weiter.

[ 6 ] Here on the earth we are situated at a point on the earth's surface. Our organs are within us, whereas the starry heavens are outside. The opposite is the case after death. Then man grows to a cosmic dimension. When he has expanded up to the Moon sphere, the spiritual that belongs to the Moon becomes an organ within him. It becomes after death what the brain is for us on earth as physical human beings. Each planetary body becomes an organ for us after death inasmuch as we have expanded to its orbit. The Sun becomes a heart for us. As here we bear the physical heart within our body, so there we carry the spiritual part of the Sun within us. There is only one difference. We are perfect physical human beings when, after the embryonic evolution, all the organs have formed; They are simultaneously present. After death we acquire these organs little by little, one after another. We are then in this respect, considered externally, quite similar to a plant-like being that also forms its organs successively. We may, for example, compare the organ we receive on Mars with the lungs and the larynx.

[ 7 ] Nach dem Tode wachsen wir so hinein in dasjenige, wovon wir hier den physischen Teil abgelegt haben, und der geistige Teil der kosmischen Organe ist dann in uns. Was ist dann also für uns eine Außenwelt? Dasjenige, was jetzt unsere Innenwelt ist, dasjenige, was wir mit Hilfe unserer Organe erleben, die uns zum physischen Erdenmenschen machen, und was wir mit Hilfe dieser Organe getan haben.

[ 7 ] After death we grow into that of which the physical part has been discarded, and the spiritual part of the cosmic organ is now inside us. What is then our external world? What at present is our inner world, what we have experienced by means of our organs that make us into physical, earthly beings, and what we have done by means of these organs.

[ 8 ] Nehmen wir noch einmal jenen extremen Fall von einem Menschen, der ganz und gar keine Beziehungen mit der geistigen Welt angeknüpft hat. Für ihn ist nach dem Tode seine Außenwelt dasjenige, was er auf Erden vermöge seiner physischen Organe erlebt hat. Für solch einen radikalen Atheisten bleibt die Welt nach dem Tode ganz ohne Menschenseelen, und er muß zurückschauen auf sein Erdenleben, auf das, was seine Welt war, was er umfaßt hat mit seinen Taten und Erlebnissen. Das ist dann seine Außenwelt: nichts anderes als das, was ihm als Erinnerung bleibt von dem Leben zwischen Geburt und Tod, und das ist keine ausreichende Welt für die Erlebnisse, die der Mensch braucht im Leben zwischen Tod und neuer Geburt. In dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, wenn der Mensch außerhalb seiner Haut ist, sieht nämlich das Leben zwischen Geburt und Tod ganz anders aus. Hier auf Erden stehen wir zum Beispiel einem Menschen gegenüber, gegen den wir Antipathie haben, mit dem wir Streit gehabt haben, dem wit Beleidigungen und Schmerzen bereitet haben. Wir stecken im Affekt darinnen in bezug auf einen solchen Menschen; wir würden das nicht tun, wenn uns nicht in gewissem Sinne doch wohl wäre bei einer solchen Tat. Vielleicht hat man etwas Reue darüber, dann vergißt man es wieder. Nach dem Tode trifft man diesen Menschen wieder, aber man hat dann das Gegenteil der Befriedigung von dem Erlebnis. Man empfindet dann dieses: Hätten wir das nicht getan, so wären wir vollkommenere Menschen gewesen, also ist unsere Seele in diesem Punkte unvollkommen. — Diese Unvollkommenheit ist der Seele geblieben und muß ihr so lange bleiben, bis die Tat ausgeglichen ist. Wir schauen weniger die Tat als den Makel in unserer Seele: der muß ausgelöscht werden. Das fühlen wir als eine Kraft in uns, die uns führt, eine Gelegenheit zu suchen, um die Tat wieder auszulöschen. Bei einer antispirituellen Seele würde noch dieses dazukommen, daß sie fühlt: Von der Seele, der ich unrecht getan habe, bin ich geschieden; ich muß warten, bis ich ihr wieder einmal begegne, um den Flecken auszuwischen. — Als Empfindung des notwendigen Karma ergibt sich der Rückblick auf das vorige Leben. Mahnend steht das Akasha-Chronik-Bild der anderen Seele vor uns; in lauter solchen Akasha-Chronik-Bildern leben wir dann.

[ 8 ] Let us again take the extreme case of the person who has made no connection whatsoever to the spiritual world. After death his outer world consists of what he has been able to experience by means of his physical organs. For such a radical atheist the world after death is totally devoid of human souls and he is forced to look back on his earthly life, on what was his world, on what he encompassed with his deeds and experiences. That is his external world. It consists of nothing apart from the memories that remain of his life between birth and death, and that is not sufficient for what man requires for his life between death and rebirth. In fact, when man dwells outside his skin, his earthly existence looks quite different. For example, on earth we are connected with a person towards whom we feel antipathy, with whom we have quarreled and whom we have insulted and caused pain. We are emotionally involved with him and we would not behave in this way unless in a certain sense we found such behavior gratifying. One is perhaps filled with remorse, and then again one forgets about it. After death we again meet this person but now we feel the opposite of the satisfaction previously experienced. One senses that if one had not acted in this way, one would have been a more perfect human being; one's soul is wanting in this respect. This shortcoming now remains in the soul until the deed can be adjusted. We do not behold the deed as much as the failing in our soul, which must be removed. We experience this as an inner force that leads us to find an opportunity to wipe away the deed. In the case of an anti-spiritual soul something else must be added, because he feels he is severed from the soul he has dealt with unjustly, and he must wait until he meets him again in order to remove the stain. A feeling for the necessity of karma is the result of looking back at the previous earth life. The tableau in the Akasha Chronicle of the other soul stands before us in admonition. Then we dwell merely among such pictures in the Akasha Chronicle.

[ 9 ] Solche extreme Fälle gibt es nun aber eigentlich nicht. Der Seher, der mit den Seelen der Gestorbenen in Verbindung tritt, kann folgende Erfahrung haben. Er finder eine ihm bekannte Seele, die aus einem männlichen Leibe in den Tod gegangen ist, Weib und Kind zurückgelassen hat. Die Seele sagt ihm: Ich habe Weib und Kinder zurückgelassen, mit denen ich zusammenlebte. Jetzt habe ich nur die Bilder von dem, was wir zusammen erlebt haben. Die Meinen sind auf Erden, wo ich sie aber nicht sehen kann. Ich fühle mich von ihnen getrennt — ja, vielleicht ist auch schon einer von ihnen gestorben, und den kann ich auch nicht finden. — Das ist der Jammer der Seele, die in einer Umgebung gelebt hat, die keinen Umgang pflegte mit dem geistigen Leben. Darum bleiben diese Seelen im Dunklen mit Bezug auf die geistige Welt, und sie können von der geistigen Welt aus nicht gesehen werden.

[ 9 ] Such extreme cases do not actually exist. The initiate who enters into contact with the soul of a dead person can have the following experience. He finds a soul with whom he is acquainted and who has gone out of a male body through the portal of death leaving behind him wife and children. This soul tells him, “I have left behind my wife and children with whom I lived. Now I have only the images of what we experienced together. My family is on the earth, but I cannot see them. I feel separated from them. Perhaps one of them has already died, but I also cannot find that one.” That is the voice of despair of one who lived in surroundings in which the spirit has not been cultivated. Therefore, such souls remain in the dark in relation to the spiritual world and they cannot even be seen from the spiritual world.

[ 10 ] Wenn der Seher dagegen Seelen aufsucht, die in der physischen Welt andere Seelen zurückgelassen haben, die hier auf Erden das geistige Leben pflegen, wie zum Beispiel die Geisteswissenschaft, dann findet er, daß diese Seelen nach dem Tode solche anderen Seelen wahrnehmen und mit ihnen Umgang haben können im Leben nach dem Tode. — Die sogenannten Toten brauchen die Lebenden, denn sonst würden sie nichts anderes auf Erden schauen können als sich selbst, das heißt ihr eigenes abgelaufenes Leben. Darauf beruht die Wohltat, die wir den gestorbenen Seelen erweisen können, wenn wir ihnen geistig vorlesen — nicht laut, sondern in Gedanken, während wir zugleich die Toten in Gedanken vor uns haben. Wir können in dieser Weise verschiedenen Toten zu gleicher Zeit vorlesen, sei es mit oder ohne Buch, und ihnen damit eine große Wohltat erweisen. Die Gedanken aber müssen auf etwas Geistiges Bezug haben; anderes hat für den Toten keine Bedeutung. Durch diese Gedanken schaffen wir dem Toten eine Außenwelt, etwas, was er wahrnimmt. Chemische Gesetze und so weiter zu denken hat gar keinen Sinn, da diese Gesetze keine Bedeutung haben für die geistige Welt.

[ 10 ] On the other hand, when an initiate finds souls who have left others behind in the physical world, and who cultivated a spiritual life such as spiritual science, then he finds the dead can perceive the souls after death and communicate with them. The so-called dead need the living, for otherwise they would only be able to behold themselves on earth, that is, their own life that has run its course. This explains the deed of love that we can perform for the dead by reading spiritually to them, not aloud, but in thoughts, by imagining the dead here with us in thought. In this way we can read to a number of dead at one and the same time, with or without a book, and thereby perform a considerable deed of love for them. The thoughts must be related to a spiritual content, otherwise they have no meaning for the dead. These thoughts create an external world for the dead that he can perceive. To think chemical laws and so forth has no sense because these laws are meaningless in the spiritual world.

[ 11 ] Man kann auch nicht nach dem Tode in der geistigen Welt noch Geisteswissenschaft lernen, wie man vielleicht glauben könnte, weil Geisteswissenschaft doch geistige Gedanken enthalte. Seelen, die hier schon etwas von Geisteswissenschaft gehört haben, können wir große Dienste erweisen, indem wir ihnen Zyklen vorlesen. Solche Seelen sind zwar imstande, eine geistige Welt wahrzunehmen, aber sie können deshalb doch nicht die Begriffe und Ideen bilden, die nur hier erlangt werden können.

[ 11 ] It is also impossible, as one might easily imagine, to learn any more spiritual science after death because spiritual science after all contains spiritual ideas. We can do a great service to souls who have already heard something of spiritual science by reading cycles of lectures to them. Although such souls are able to perceive a spiritual world, they are nevertheless not able to form concepts and ideas that one can only acquire here on earth.

[ 12 ] Nehmen wir ein Beispiel. Es gibt Wesenheiten, die man Bodhisattvas nennt, hohe, vorgerückte menschliche Wesenheiten, die sich immer wieder auf Erden verkörpern, bis sie zum Buddha-Dasein aufgestiegen sind. Solange ein Bodhisattva in seinem physischen Leibe ist, lebt er als Mensch unter Menschen, als geistiger Wohltäter der Menschen. Aber schon hier auf Erden hat er eine besondere Aufgabe, nicht nur die in Leibern Lebenden zu lehren, sondern er lehrt auch die Toten, ja auch sogar Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das rührt davon her, daß der Inhalt der irdischen Theosophie nur auf Erden erlangt werden kann, in einem physischen Leibe. Dann kann sie in der geistigen Welt gebraucht werden, aber erworben muß sie werden in einem physischen Leibe. Nur ausnahmsweise können Bodhisattvas andere Wesen nach dem Tode weiterbringen, die schon hier den Funken des geistigen Lebens aufgenommen haben. Durch die geistige Welt selber entsteht nicht Theosophie; sie entsteht nur auf Erden und kann dann durch die Menschen in die geistige Welt hinaufgetragen werden. Das ist zu verstehen, wenn man bedenkt, daß zum Beispiel die Tiere alles auf Erden schauen so wie die Menschen, aber es nicht verstehen können. So können die übersinnlichen Wesen die übersinnliche Welt nur schauen, aber nicht verstehen. Begriffe und Ideen von der übersinnlichen Welt können nur auf Erden entstehen und strahlen von dort wie ein Licht auf die geistige Welt aus. Daraus versteht man so recht die Bedeutung der Erde. Sie ist nicht bloß eine Durchgangsstufe oder ein Jammertal, sondern sie ist da, damit hier ein geistiges Wissen entwickelt werden kann, das dann hinaufgetragen werden kann in die geistigen Welten.

[ 12 ] Let us take an example. There are beings known as bodhisattvas, lofty human beings who are far advanced and who incarnate repeatedly on the earth until they have ascended to the rank of buddhahood. As long as a bodhisattva dwells within a physical body, he lives as a man among men, as a spiritual benefactor of mankind. Even here on earth he has a special task, which is to teach not only the living but the dead and even the beings of the higher hierarchies. This is due to the fact that the content of earthly theosophy can only be acquired on earth within a physical body. It can then be made use of in the spiritual world but it must be attained within a physical body. After their deaths, bodhisattvas can only in exceptional cases assist the progress of other beings, beings in the spiritual world who have already received the spark of the spirit here on earth. Theosophy cannot arise through the spiritual worlds as such. It only arises on earth and can then be taken upward by man into the spiritual world. This can be understood if we consider that animals, for example, see everything on the earth as men do, but cannot understand what they are. Supersensible beings can only behold the super-sensible world but cannot understand it. Concepts and ideas of the spiritual world can only arise on earth, and they ray forth like a light into the spiritual world. This enables one to understand rightly the meaning of the earth. The earth is neither a mere transitional stage, nor a vale of despair, but it exists so that on it a spiritual knowledge can be developed which can then be carried upwards into the spiritual worlds.